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Die Kunst des Fliegens

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    Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
    Nein ich glaube nicht dass du aus einer Rolle erwachst. Du bist, wenn du dich wie in Watte fühlst, auf Autopilot und hast Teile von dir abgeschaltet. Das sind Schutzfunktionen die sich bei dir irgendwann ausgebildet haben. Je gesünder du wirst, desto weniger wirst du sie benötigen.
    Menschen die diese Schutzfunktion nicht haben/brauchen können trotzdem wenig authentisch sein.

    Ich halte mich für ziemlich authentisch. Trotzdem spiele ich auch Rollen. Ich passe mich meiner jeweiligen Umgebung an. Mit meinen Kindern spreche ich anders, als mit meinem Chef. Der Unterschied zu wenig authentischen Menschen besteht meiner Meinung nach darin, das ich mich nicht verliere. Und mir sind diese "Rollen" auch bewusst. Zudem gibt es eine klare Grenze. Ich verleugne mich nicht.
    Ok, ich habe den Fokus falsch gelegt. Der Rollenbegriff war hier wohl der falsche. Ich bin auf jeden Fall mit einem Mehr meiner selbst dabei. Die Frage ist nun, ob mich das authentischer macht, nur weil ich mir dessen plötzlich bewusst bin. Wiederum muss man sich wohl ganz und vollständig fühlen können, um sich seiner Wirkung und seiner Möglichkeiten bewusst zu sein und sie voll ausprägen zu können.

    Ich glaube nicht, dass mir das jemand anmerkt. Selbst wenn, würde man nicht nachvollziehen können, was da gerade passiert. Es ist ja schon absurd, das jemandem zu erklären. Leute, die das nicht kennen, schauen mich an, als käme ich von einem anderen Stern.

    Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
    Es ist dann alles grau in grau. Möchtest du so ein Leben? Vermutlich nicht.
    Tatsächlich bin ich überrascht, dass überhaupt noch "mehr drin" ist. Ich hatte eigentlich das Gefühl, bis auf depressive Phasen, diesen Schleier die letzten Jahre vollständig abgelegt zu haben. Kaum Fremdheitsgefühle mich selbst, meine Mitmenschen und meine Umgebung betreffend. Ich dachte, dass so, wie ich es nun fühle, tatsächlich ist und ich das Ende der Fahnenstange erreicht habe. Von daher kann ich das mit der Dämpfung erstmal nicht bestätigen, weil ich auch alle Gefühle auf ganzer Bandbreite habe und auch intensiv fühle. Ich lebe nicht grau in grau. Wenn ich mir vorstelle, dass es noch "extremer" gehen soll und das normal wäre, ist das abschreckend.
    Die letzten Wochen bin ich allerdings von einem Extrem ins andere geworfen. Da kann man schon mal an sich zweifeln.

    Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
    Außerdem solltest du noch etwas bedenken. Man gibt solcherlei an seine Kinder weiter. Genauso wie deine Mutter dich mit ihren Problemen "geprägt" hat, wirst du deine Kinder mit deinen Problemen "prägen". Deshalb kann ich nur jeder Frau raten Schwerwiegendes anzugehen, bevor sie Kinder bekommt.
    Das tue ich die ganze Zeit. Mir ist diese Verantwortung bewusst. Jetzt hätte ich fast gesagt, ich bin nicht mehr die Jüngste. Aber wenn es danach geht, fürchte ich, werde ich wohl in diesen Genuss niemals kommen.

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      Ehrlich gesagt frage ich mich jetzt, warum man sich das alles antut (antun mss). Ich gebe mir eigentlich schon recht Mühe, alles halbwegs auf die Reihe zu kriegen. Wenn das immer noch nicht reicht, weiß ich nicht, was ich noch machen soll. Wie lange soll das noch gehen? Ich weiß schon, dass niemals jemand fertig mit allem sein wird. Aber zu meinem Plan gehörten schon auch Kinder. Wenn es nach mir gegangen wäre, rein vom Gefühl, hätte ich schon welche. Ich habe es aber immer wieder nach hinten geschoben. Derzeit, das weiß ich selber, ist es nicht der richtige Zeitpunkt. Die Frage ist, ob der jemals kommen wird. Ich dachte es würde besser werden.
      DieFrage ist, ob, wenn ich realisiere, wer ich wirklich bin, ich dazu noch bereit sein werde. Vielleciht werde ich alles in Frage stellen. Mich, meine Partnerschaft, meinen Fortschritt. Es ist schon richtig, hier gibt es keine Zukunft für ein Wesen, das behütet werden will. Und ehe ich mal soweit bin, ist es zu spät.
      Das macht mich ziemlcih ungücklich. Dann frage ich mich, wozu??? Diesen ganzen Mist möchte ich keinem mit auf seinem Lebensweg geben. Lieber mache ich es mit mir selbst aus und trage es für mich und wen auch immer.
      Im Grunde ist die Lage doch recht aussichtslos Es ist ja nicht so, als würde es gut laufen. Im Grunde ist alles beim Alten und der Rest fühlt sich so stabil an, als würde sich daran wenig tun. Nach wie vor habe ich diese Probleme mich in meine Beziehung einzubringen. Ohne mich hätte eres um ein Vielfaches leichter. Ich wiederhole mich nur, wenn ich sage, dass er etwas Besseres verdient hat...Aber dieser Meinung bin ich nach wie vor. Er muss nicht bei Verstand sein, das mit mir auszuhalten. Vielleicht ist er auch verzweifelt. Um auf Obiges zurückzukommen: Sein Leben ist mir persönlcih zu wertvoll, als dass er es mit mir verschwendet. Das habe ich so vielleicht hier noch nicht geschrieben, aber so fühlt es sich gerade wieder an. Ales, was er mit mir hat, kann nur verletzend sein.

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        Liebe Jannes,

        Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
        Ohne mich hätte eres um ein Vielfaches leichter. Ich wiederhole mich nur, wenn ich sage, dass er etwas Besseres verdient hat...Aber dieser Meinung bin ich nach wie vor. Er muss nicht bei Verstand sein, das mit mir auszuhalten. Vielleicht ist er auch verzweifelt. Um auf Obiges zurückzukommen: Sein Leben ist mir persönlcih zu wertvoll, als dass er es mit mir verschwendet. Das habe ich so vielleicht hier noch nicht geschrieben, aber so fühlt es sich gerade wieder an. Ales, was er mit mir hat, kann nur verletzend sein.
        Ich weiß nicht, wie oft in meinem Leben ich genau diese Gedanken auf meinen Mann bezogen gedacht habe. Und es ist ganz bestimmt nicht so, dass ich inzwischen unkomplizierter geworden bin, aber wir sind immer noch zusammen.

        Im Ernst: Wenn wir mal darüber gesprochen haben und ich diese Gedanken ansatzweise ausdrücken konnte, hat er mir geantwortet, dass er mich auch für kompliziert hält, dass sich diese Komplexität ja aber nicht nur auf Problematisches bezieht und dass er genau das auch spannend und reizvoll findet - und bei meinem Mann kann ich sicher sagen, dass er nicht zu den Menschen gehört, die sich andere "zur Aufgabe" machen und ihre Lust als "Helfer" steigern, ganz sicher nicht!

        Ich habe auch oft gedacht, dass mein Mann etwas Besseres verdient als mich und sein Leben nicht an mich verschwenden sollte. Und es hat eine Weile gedauert, bis mir die Anmaßung bewusst wurde, die eigentlich in so einem Gedanken steckt: Warum meine ich besser als er selbst zu wissen, was für ihn gut ist? Weil ich meine inneren Abgründe kenne und deswegen vermeinlich besser weiß, mit welchem Ungetüm er es zu tun hat? Aber wenn er doch nun schon mit den Auswirkungen dieser Abgründe vertraut ist und trotzdem nicht laut schreiend davonläuft? Warum spreche ich ihm eigene Entscheidungskompetenzen ab und unterstelle ihm, dass er sich aus irgendwelchen Gründen gezwungen sieht, bei mir zu bleiben? Warum kann ich seine freie Wahl, mit mir zusammenzuleben (denn nichts und niemand zwingt ihn dazu) nicht akzeptieren? Warum kann ich nicht glauben, dass ich trotz dieser Abgründe geliebt werde? Warum lasse ich nicht zu, dass durch den "Blick des anderen" eine neue Perspektive auf mich entsteht, eine, die nicht zu dem Ergebnis kommt, dass ich eine Zumutung für alle Mitlebewesen bin? Warum meine ich, die ultimative Sicht auf mich selbst zu haben? Ist das nicht die pure Hybris und ein Besserwissertum, wenn ich anderen unterstelle, dass sie mich nur mögen, weil sie mich nicht richtig kennen?

        Liebe Jannes, ich nehme Dich hier als sehr vielschichtigen und bei aller interessanten Komplexität sehr liebevollen und warmherzigen Menschen wahr. Mir kannst Du meinetwegen unterstellen, dass ich Dich nicht ausreichend kenne, um ein solches Urteil über Dich zu fällen (ich werde trotzdem dabei bleiben, ätsch). Aber bitte traue Deinem langjährigen Partner zu, dass er weiß, warum er mit Dir zusammenlebt, ganz freiwillig, trotz allem!

        Was die Kinder angeht: Wir sind ja von unserem Großen damals einfach "überrascht" worden (also nix mit Planung) und genau das würde ich Dir auch wünschen, denn den "richtigen Zeitpunkt" gibt es ja doch nie. Aber weißt Du, Kinder helfen einem enorm, zu spüren, dass Liebe mitunter wirklich bedingungslos sein kann und auch solche komplizierten Geschöpfe wie uns warm und weich umhüllen kann, ohne von unseren Ecken und Kanten durchstoßen zu werden! Ich glaube, Du wirst eine wunderbare, liebevolle Mutter sein!

        Alles Liebe und Gute wünscht Dir
        Deine Chaja

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          Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
          Ehrlich gesagt frage ich mich jetzt, warum man sich das alles antut (antun mss). Ich gebe mir eigentlich schon recht Mühe, alles halbwegs auf die Reihe zu kriegen. Wenn das immer noch nicht reicht, weiß ich nicht, was ich noch machen soll. Wie lange soll das noch gehen? Ich weiß schon, dass niemals jemand fertig mit allem sein wird. Aber zu meinem Plan gehörten schon auch Kinder. Wenn es nach mir gegangen wäre, rein vom Gefühl, hätte ich schon welche. Ich habe es aber immer wieder nach hinten geschoben. Derzeit, das weiß ich selber, ist es nicht der richtige Zeitpunkt. Die Frage ist, ob der jemals kommen wird. Ich dachte es würde besser werden.
          DieFrage ist, ob, wenn ich realisiere, wer ich wirklich bin, ich dazu noch bereit sein werde. Vielleciht werde ich alles in Frage stellen. Mich, meine Partnerschaft, meinen Fortschritt. Es ist schon richtig, hier gibt es keine Zukunft für ein Wesen, das behütet werden will. Und ehe ich mal soweit bin, ist es zu spät.
          Das macht mich ziemlcih ungücklich. Dann frage ich mich, wozu??? Diesen ganzen Mist möchte ich keinem mit auf seinem Lebensweg geben. Lieber mache ich es mit mir selbst aus und trage es für mich und wen auch immer.
          Im Grunde ist die Lage doch recht aussichtslos Es ist ja nicht so, als würde es gut laufen. Im Grunde ist alles beim Alten und der Rest fühlt sich so stabil an, als würde sich daran wenig tun. Nach wie vor habe ich diese Probleme mich in meine Beziehung einzubringen. Ohne mich hätte eres um ein Vielfaches leichter. Ich wiederhole mich nur, wenn ich sage, dass er etwas Besseres verdient hat...Aber dieser Meinung bin ich nach wie vor. Er muss nicht bei Verstand sein, das mit mir auszuhalten. Vielleicht ist er auch verzweifelt. Um auf Obiges zurückzukommen: Sein Leben ist mir persönlcih zu wertvoll, als dass er es mit mir verschwendet. Das habe ich so vielleicht hier noch nicht geschrieben, aber so fühlt es sich gerade wieder an. Ales, was er mit mir hat, kann nur verletzend sein.
          Liebe Jannes,

          Kinder zu bekommen, könnte dir etwas zeigen, was du bisher noch nicht realisiert hast - bedingungslose Liebe zu einem hilflosen kleinen Wesen. Es wird dir völlig irre vorkommen, dir auch nur vorzustellen, diesem kleinen Geschöpf etwas anzutun. Du würdest selbst erkennen, daß es nichts gibt, was es rechtfertigen würde, dein Kind schlecht zu behandeln.

          Genau das ist der entscheidende Punkt. Wir gestehen jedem anderen alles zu, was wir selbst nie hatten und sogar glauben, nicht wert zu sein. Jedes Kind hat aber Liebe, Fürsorge und auch körperliche Zuwendung verdient, denn ohne, wird es krank (so wie wir). Kein Kind kommt als "böse" oder als schlimme "Zumutung" auf die Welt. Die Eltern haben es in der Hand, ihre Kinder zu dem zu formen, was sie in ihm sehen wollen. Deine Mutter und auch meine, sahen in uns eine Zumutung, etwas, das weder Liebe noch Zuwendung verdient hat. Sie haben ihre eigenen Ängste und ihre "schlechten" Eigenschaften auf uns projiziert und wir mußten eben damit leben.

          Es ist sehr gut möglich, daß dir die Augen aufgehen, wenn du selbst Mutter bist. Dann erst wirst du die Ungeheuerlichkeit im Verhalten deiner Mutter erkennen. Dann wirst du sehen, daß du einen Wert hast und dir dieser Wert genommen wurde. Und dann kannst du damit beginnen, dir deinen eigenen Wert zurück zu geben.

          Dieses Wert geben, ist tatsächlich der Schlüssel. Wie lange habe ich mich jetzt buchstäblich im Kreis gedreht, immer wieder auf der Suche nach dem, was mir fehlt. Ich kann Seltstbewußtsein imitieren, kann meine Körperhaltung so verändern, daß ich auf andere selbstsicher wirke, aber das ist alles nur aufgesetzt und es fühlt sich so an, als würde "diese Hülle" vom leichtesten Lüftchen weggeweht werden können und es fühlt sich nicht echt an. Ist der Selbstwert vorhanden, brauche ich nichts mehr imitieren, dann ist es einfach da. Ich hoffe, du wirst schneller zum Ziel kommen als ich.

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            Oh, ich muß noch etwas schreiben. Nicht das der Eindruck entsteht, ein Kind als Heilsbringer für dich. So meine ich es nicht.

            Du glaubst, du würdest deine Probleme auf dein Kind übertragen, so wird es nicht sein. Du wirst sicher Fehler machen, aber ganz andere, als die, die deine Mutter gemacht hat. Der Unterschied wird aber vor allem sein, daß dein Kind mit allen Sorgen zu dir kommen kann und du einfach da bist und dein Kind immer weiß, daß du es liebst, egal was es tut. Und dein Kind wird gern mit dir zusammen sein und es nicht als lästige Pflicht sehen.

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              Na da habe ich ja was angerichtet, mit meiner Bemerkung übers Kinderkriegen. Ich möchte noch mal ein wenig genauer darauf eingehen.

              Wenn man darauf wartet "fertig" zu sein, bevor man Kinder bekommt, wird man wohl nie welche bekommen. Das Leben ist eine immerwährende Baustelle für jeden von uns.

              Ich habe mich auf deine Aussage bezogen, dass du dich fragst, warum überhaupt diese Quälerei mit der Selbsterkenntnis und der vielen Arbeit an sich selbst, wenn es doch wesentlich einfacher wäre, einfach nur im Nebel zu bleiben. Den ist man ja sowieso schon gewöhnt.

              Zudem hängst du vielleicht gerade an einem Punkt, an dem ich auch hing und der mich ziemlich rasend gemacht hat.
              Es gab eine Zeit da hatte ich soooooo viel erkannt. Ich wusste wie alles gelaufen war, was schief gelaufen war und warum.
              Und doch änderte sich nichts in meinem Leben.
              Ich versuchte das eine oder andere zu erzwingen und quälte mich furchtbar damit. Die Ergebnisse waren mäßig.
              Das fiese an der ganzen Angelegenheit ist nämlich, dass die meisten Menschen es nicht schaffen sofort das zu leben, was sie erkannt haben. Es dauert eine ganze Weile bis neue Dinge sich im Hirn einnisten. Auch wenn man es eigentlich "weiß", kann man es noch nicht umsetzen.
              Und dann beschleicht einen das unangenehme Gefühl, dass die ganze Arbeit, die man an sich selbst geleistet hat, vergebens war.
              Das ist aber nicht so. Man muss sich nur die Zeit geben die man braucht, um es umsetzen zu können. Wenn ich im Frühjahr Samen säe, erwarte ich ja auch nicht, dass ich am nächsten Tag schon die Früchte ernten kann.

              Das nächste ist. Wir selbst spüren vielleicht schon Veränderungen in uns. Doch unsere Umwelt spürt das meistens nicht so schnell. Ob diese Veränderung aber wirklich stattgefunden hat, wissen wir erst wenn die Umwelt auf uns (anders) reagiert. Das wiederum hat auch so seine Latenzzeit. Menschen im allgemeinen mögen keine Veränderungen und wehren sich dagegen. Sie tun lieber erst mal eine Weile so, als hätten sie nichts bemerkt bevor sie dann irgendwann reagieren. Deshalb heißt es auch hier warten.

              Lass dir noch ein wenig Zeit. Ich bin auch so ein ungeduldiges Widderchen dass oft mit dem Kopf durch die Wand ist, weil es sich nicht die Zeit nehmen wollte nachzusehen ob direkt daneben keine Türe offen ist.
              Das kostet eine Menge Kraft. Und glaube mir, meistens war bei mir die Türe schon offen

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                Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                Na da habe ich ja was angerichtet, mit meiner Bemerkung übers Kinderkriegen.
                Du hast nur den richtigen "Knopf" gedrückt. Mir war zwar klar, dass das ein Thema ist, aber dass es so heiß ist nicht.

                Ich werde euch später antworten, wenn ich wieder mehr Durchblick habe. Danke euch.

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                  Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                  Warum spreche ich ihm eigene Entscheidungskompetenzen ab und unterstelle ihm, dass er sich aus irgendwelchen Gründen gezwungen sieht, bei mir zu bleiben? Warum kann ich seine freie Wahl, mit mir zusammenzuleben (denn nichts und niemand zwingt ihn dazu) nicht akzeptieren? Warum kann ich nicht glauben, dass ich trotz dieser Abgründe geliebt werde?
                  Um geliebt zu werden muss man sich wohl erst selbst lieben. Wenn ich etwas Liebenswürdiges an mir entdecke, kann ich auch einschätzen, was der andere vielleicht in mir sieht. Mir ist klar, dass auch ich hier wieder diejenige bin, die entscheidet, was liebenswert ist und was nicht. Anders kann ich es mir nicht vorstellen. Er wird wohl kaum das Chaotische und Cholerische mögen.
                  Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                  Liebe Jannes, ich nehme Dich hier als sehr vielschichtigen und bei aller interessanten Komplexität sehr liebevollen und warmherzigen Menschen wahr.
                  Danke für deine kompetenzorientierte Sicht
                  Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                  Aber weißt Du, Kinder helfen einem enorm, zu spüren, dass Liebe mitunter wirklich bedingungslos sein kann und auch solche komplizierten Geschöpfe wie uns warm und weich umhüllen kann, ohne von unseren Ecken und Kanten durchstoßen zu werden!
                  Das bedeutet ebenfalls Kontrollverlust und gleichzeitig eine riesige Angst.
                  Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
                  Du würdest selbst erkennen, daß es nichts gibt, was es rechtfertigen würde, dein Kind schlecht zu behandeln.
                  Sie haben ihre eigenen Ängste und ihre "schlechten" Eigenschaften auf uns projiziert und wir mußten eben damit leben.
                  Ich will mein Kind nicht schlecht behandeln, aber man kann ja auch schlecht aus seiner Haut. So ist das nicht zumutbar, wenn ich es nicht mal einem Erwachsenen zumuten will, dann erst recht keinem Kind.
                  Ich habe auch jede Menge Ängste und gehe nach wie vor davon aus, dass diese Projizierung nicht mutwillig passieren muss.
                  Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                  Zudem hängst du vielleicht gerade an einem Punkt, an dem ich auch hing und der mich ziemlich rasend gemacht hat.
                  Es gab eine Zeit da hatte ich soooooo viel erkannt. Ich wusste wie alles gelaufen war, was schief gelaufen war und warum.
                  Und doch änderte sich nichts in meinem Leben.
                  Ich versuchte das eine oder andere zu erzwingen und quälte mich furchtbar damit. Die Ergebnisse waren mäßig.

                  ...

                  Das nächste ist. Wir selbst spüren vielleicht schon Veränderungen in uns. Doch unsere Umwelt spürt das meistens nicht so schnell. Ob diese Veränderung aber wirklich stattgefunden hat, wissen wir erst wenn die Umwelt auf uns (anders) reagiert.
                  Das trifft wohl zu. Veränderungen gibt es, aber vor allem die negativen fallen ins Gewicht.

                  Ich kann alles von zwei Seiten sehen und fühle mich leider eher von der negativen angezogen.
                  Wie ignorant muss man sein, um nicht mal zu bemerken, dass man nicht ganz klar im Kopf ist? Ich weiß nicht mehr weiter. Ich drehe mich andauernd nur im Kreis. Entweder irgendwas stürzt mich in eine total negative Stimmung, die möglicherweise im Extrem ausartet. Dann fühle ich gar nichts mehr, außer Traurigkeit, Sinnlosigkeit und Hoffnungslosigkeit. Vielleicht rapple ich mich ein Stück auf, weil ich mich auf einen Hoffnungsgedanken stütze. Zum x-ten Mal probiere ich das zu schaffen, wovon ich nicht mal genau einen Plan habe, was das ist. Was will ich eigentlich? Nur um dann, angekommen in der Realität, wieder genau auf dieselben Probleme zu treffen: Ich kann keine Gefühle zeigen oder nur unangemessen, ich verletze meinen Partner ständig ziemlich böse. Ich bin kalt, kann mich nicht auf ihn einlassen. Alles ist beim Alten! Und schon sind wir wieder am Anfang: Ich hasse das an mir, dass ich ihm weh tue, dass ich unfähig bin ihm das zu geben, was er verdient. Ich weiß überhaupt nicht, wohin mit mir. Bin ich da, funktioniert es nicht und bin ich nicht da (nämlich im Nebel), ist das auch kein Leben. Und dann stelle ich plötzlich fest, dass ich glaube, es wäre besser geworden um dann zu bemerken, dass ich das nur dachte (weil es scheinbar noch viel klarer geht!).
                  Das Kinder-Thema habe ich schon nach hinten geschoben und mittlerweile bin ich diejenige, die davon überzeugt werden muss, keine Belastung, Krankheit oder Behinderung für ein Kind zu sein. Es braucht nicht noch eine von der Sorte meiner Mutter und auch keine andere „durchgeknallte“.
                  Das schlimmste ist doch: Keiner kann mir versprechen, dass es besser wird und niemand kann mir sagen, wie es werden könnte. Es ist so schwer zu ertragen, sich ständig nur vorstellen zu müssen und dabei wie angewurzelt stehen zu bleiben. Ich kann mich selbst so wenig leiden und ertragen, dass ich aus meiner Haut fahren möchte. Es ärgert mich und ich bin hin und her gerissen, dass ich auf mich selbst herein gefallen bin. Inzwischen müsste ich es doch besser wissen. Ein Tier, das immer wieder in dieselbe Falle tappt. Momentan fällt mir nur wohlwollend ein, dass es tapfer ist und einiges dazu gehört, immer wieder gegen die Wand zu rennen. Vielleicht kann ich mich selbst dafür mal tätscheln und mir den Hinweis geben, dass ich, falls ich es noch mal vorhaben sollte, nicht soviel Anlauf nehme, vorausgesetzt, ich habe meine Lektion immer noch nicht gelernt.
                  Natürlich ist es anmaßend, ihm vorzuschreiben, was gut ist zu tun oder zu lassen. Er hat auch schon geäußert, dass er das alleine entscheiden muss.
                  Ich habe aber auch keine Lust mehr auf die Wahl zwischen Streit oder Ignoranz. Es gibt nichts dazwischen. Auf kurz oder lang ist es nicht mehr nur eine Entscheidung, die ich ihm ans Herz lege, ich halte das in diesen Extremen auch nicht ewig aus. Das hat auch nichts mit ihm zu tun, vielleicht bin ich für so eine enge Beziehung nicht gemacht. Zwischen dem, was ich mir wünsche und dem, wozu ich fähig bin, liegen Welten.
                  Ich habe einfach keine Lust mehr auf das alles und bin unheimlich wütend auf mich selbst.

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                    Liebe Jannes,

                    Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                    Ich habe aber auch keine Lust mehr auf die Wahl zwischen Streit oder Ignoranz. Es gibt nichts dazwischen. Auf kurz oder lang ist es nicht mehr nur eine Entscheidung, die ich ihm ans Herz lege, ich halte das in diesen Extremen auch nicht ewig aus. Das hat auch nichts mit ihm zu tun, vielleicht bin ich für so eine enge Beziehung nicht gemacht. Zwischen dem, was ich mir wünsche und dem, wozu ich fähig bin, liegen Welten.
                    Ich habe einfach keine Lust mehr auf das alles und bin unheimlich wütend auf mich selbst.
                    Würde Dir eine Auszeit helfen, eine Zeit ganz für Dich, in der Du nicht dauernd darüber nachdenken musst, was Du ihm "zumutest", sondern in der Du Deinen eigenen Rhythmus leben und wieder mehr bei Dir selbst ankommen kannst?

                    Was das Kontrollverlustthema angeht: ich bin darin ja leider auch recht gefangen, aber ich muss sagen: auch dabei helfen einem Kinder, denn sie machen einem von Anfang an (schon während der Schwangerschaft) klar, dass es einfach Dinge gibt, auf die man keinen Einfluss hat und mit denen man sich abfinden sollte...

                    Alles Liebe und Gute für Dich!
                    Deine Chaja

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                      Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                      Um geliebt zu werden muss man sich wohl erst selbst lieben. Wenn ich etwas Liebenswürdiges an mir entdecke, kann ich auch einschätzen, was der andere vielleicht in mir sieht. Mir ist klar, dass auch ich hier wieder diejenige bin, die entscheidet, was liebenswert ist und was nicht. Anders kann ich es mir nicht vorstellen. Er wird wohl kaum das Chaotische und Cholerische mögen.
                      Vielleicht mag er deinen wachen Geist? Hast du ihn denn schon mal gefragt was er an dir mag? Falls ja, sind das Eigenschaften die du zumindest ansatzweise in dir entdecken kannst?

                      Ich glaube, erst wenn man sich selbst liebt ist man auch fähig andere vollumfänglich zu lieben. Ob man, um geliebt zu werden sich selbst lieben muss, weiß ich nicht. Das bezweifle ich aber ehrlich gesagt.



                      Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                      Das trifft wohl zu. Veränderungen gibt es, aber vor allem die negativen fallen ins Gewicht.
                      So wie du es hier beschreibst, sind es aus meiner Sicht keine negativen Veränderungen. Du bist auf dem Weg, meinst aber dein Ziel innerhalb von Tagen oder spätestens Wochen erreichen zu können.




                      Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                      Wie ignorant muss man sein, um nicht mal zu bemerken, dass man nicht ganz klar im Kopf ist? Ich weiß nicht mehr weiter. Ich drehe mich andauernd nur im Kreis. Zum x-ten Mal probiere ich das zu schaffen, wovon ich nicht mal genau einen Plan habe, was das ist. Was will ich eigentlich?
                      Ein selbstbestimmtes Leben führen?


                      Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                      Nur um dann, angekommen in der Realität, wieder genau auf dieselben Probleme zu treffen: Ich kann keine Gefühle zeigen oder nur unangemessen, ich verletze meinen Partner ständig ziemlich böse. Ich bin kalt, kann mich nicht auf ihn einlassen. Alles ist beim Alten! Und schon sind wir wieder am Anfang: Ich hasse das an mir, dass ich ihm weh tue, dass ich unfähig bin ihm das zu geben, was er verdient.

                      Du hast dir seit vermutlich mehr als 25 Jahren Verhaltensweisen antrainiert, die dir eine lange Zeit behilflich waren zu überleben. Und nun glaubst du du kannst sie innerhalb von Wochen komplett loslassen?
                      Das kann keiner!
                      Du verlangst unmögliches von dir und hasst dich dafür, dass das Unmögliche nicht möglich ist.


                      Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                      Ich weiß überhaupt nicht, wohin mit mir. Bin ich da, funktioniert es nicht und bin ich nicht da (nämlich im Nebel), ist das auch kein Leben. Und dann stelle ich plötzlich fest, dass ich glaube, es wäre besser geworden um dann zu bemerken, dass ich das nur dachte (weil es scheinbar noch viel klarer geht!).
                      Kopfkratzt. Also wenn ich heute 2 km joggen kann um dann zusammenbreche und ich steigere mich innerhalb kurzer Zeit auf 4 km um dann zusammenzubrechen, dann ist das keine Verbesserung weil es scheinbar möglich ist noch länger zu joggen...sogar ohne Zusammenbruch?

                      Das ist zwar nicht logisch, aber mit solchen Gedankengängen kann man sich prima selber fertig machen

                      Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                      Das schlimmste ist doch: Keiner kann mir versprechen, dass es besser wird und niemand kann mir sagen, wie es werden könnte.
                      Doch, die Arbeit an sich selbst bringt immer eine Verbesserung. Nur oft nicht so schnell, wie man sich das wünscht.
                      Wie es werden könnte, das kann dir tatsächlich niemand sagen. Selbst du weißt das zum momentanen Zeitpunkt noch nicht wirklich.
                      Und genau das macht dich ja auch rasend. Was für ein unsäglicher Kontrollverlust. Doch um etwas Neues greifen zu können, muss ich Altes loslassen. Und erst dann wenn ich das Neue (be)griffen habe, weiß ich, wie es sich anfühlt.

                      Zitat von Jannes Beitrag anzeigen

                      Ich habe aber auch keine Lust mehr auf die Wahl zwischen Streit oder Ignoranz. Es gibt nichts dazwischen.
                      Du brauchst um das alles zu verarbeiten viel Kraft und eine Menge Zeit für dich. Wenn du immer das Gefühl hast, du würdest ihm nicht gerecht, zerreibst du dich und machst es dir zusätzlich schwer. So wie du es beschreibst hat er doch schon lange gesehen dass du Zeit für dich brauchst. Wieso nimmst du dieses Geschenk nicht einfach an?

                      Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                      Zwischen dem, was ich mir wünsche und dem, wozu ich fähig bin, liegen Welten.
                      Ich habe einfach keine Lust mehr auf das alles und bin unheimlich wütend auf mich selbst.
                      Das was du dir wünschst, ist eine grundlegende Veränderung in dir drin... und zwar am besten vorgestern. Und du knallst nicht gegen die Wand wegen deines Unvermögens, sondern du knallst dagegen, weil du dir selbst viel zu viel Stress machst.

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                        Liebe Jannes,

                        stopp mal bitte.
                        Du hast eine wichtige Erkenntnis gewonnen, nämlich, dein kaum vorhandenes Selbstwertgefühl. Geh nicht daran vorbei, wie ich es bisher gemacht habe, indem ich immer neue Baustellen gesucht und gefunden habe.

                        Was bist du ohne inneren Wert? Auch wenn es sich seltsam oder gar falsch anfühlt, solltest du damit beginnen, dir deine eigenen Glaubenssätze einzutrichtern. Weshalb sollten die Glaubenssätze, die uns unsere Eltern eingebläut haben, richtig sein? Weil sie auch sonst immer richtig liegen ?

                        Ich durfte mir mein Leben lang von außen anhören, wie ich bin, auch wenn es sich völlig falsch anfühlte. Jetzt bestimme ich selbst wie ich bin, denn ich allein kann das richtig beurteilen.

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                          Liebe Chaja,
                          Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                          Würde Dir eine Auszeit helfen, eine Zeit ganz für Dich, in der Du nicht dauernd darüber nachdenken musst, was Du ihm "zumutest", sondern in der Du Deinen eigenen Rhythmus leben und wieder mehr bei Dir selbst ankommen kannst?
                          Ehrlich gesagt, nein. Es gibt in letzter Zeit schon vermehrt Phasen, in denen ich alleine bin und Zeit für mich habe. Wenigstens beängstigen mich diese Phasen nicht mehr.

                          Liebe Nordhimmel,
                          Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                          Vielleicht mag er deinen wachen Geist? Hast du ihn denn schon mal gefragt was er an dir mag? Falls ja, sind das Eigenschaften die du zumindest ansatzweise in dir entdecken kannst?
                          Ich käme nie auf die Idee, ihn zu fragen, was er an mir mag. Von daher kann ich auch nicht einschätzen und habe keine Ahnung, daher bin ich nach wie vor auch überrascht, dass er es so lange mit mir aushält.
                          Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                          Du hast dir seit vermutlich mehr als 25 Jahren Verhaltensweisen antrainiert, die dir eine lange Zeit behilflich waren zu überleben. Und nun glaubst du du kannst sie innerhalb von Wochen komplett loslassen?
                          Das kann keiner!
                          Ich arbeite seit Jahren daran, ich habe ja nicht erst seit gestern begonnen. Ich finde nicht, dass ich zuviel verlange. Andere kriegen das auch irgendwie auf die Reihe.
                          Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                          Du brauchst um das alles zu verarbeiten viel Kraft und eine Menge Zeit für dich. Wenn du immer das Gefühl hast, du würdest ihm nicht gerecht, zerreibst du dich und machst es dir zusätzlich schwer. So wie du es beschreibst hat er doch schon lange gesehen dass du Zeit für dich brauchst. Wieso nimmst du dieses Geschenk nicht einfach an?
                          Weil ich feststelle, dass mir diese Zeit so nicht genügt. Es führt zu keiner Besserung und irgendwann steht er eben wieder auf der Matte, fordert ein, es kommt zum Streit. Es macht mich wütend, dass er schon so lange leer ausgeht und ich nicht für ihn da sein kann. Und er ist jedes Mal traurig, weil ich nicht für ihn da bin und wenn er mich darauf anspricht, dann ist bei mir der Ofen aus. Ich muss dann gehen, weil ich nicht mehr weiß, wie ich damit noch umgehen soll. Ich kriege es immer noch nicht hin, zu bleiben oder wenigstens wieder zu kommen und mit ihm darüber zu sprechen. Was soll ich ihm auch sagen?
                          Das Thema besteht jetzt so in dieser Art seit fast einem Jahr. Er ist sehr ausdauernd, sehr geduldig, er gibt sich viel Mühe und versucht für mich Verständnis aufzubringen. Das macht mich wirklich krank. Und ich nehme und nehme. Vieles kann ich ihm vielleicht erzählen, wie es in mir aussieht, aber das meiste kann ich selbst nicht in Worte fassen. Er, völlig behütet aufgewachsen, weiß mit vielem gar nichts anzufangen. In letzter Zeit, das gebe ich zu, bin ich vermehrt dazu übergegangen die Dinge mit mir selbst auszumachen. Einöde.

                          Heute hat er die Flucht nach vorn angetreten, er will reden, will mit mir etwas unternehmen. Ich weiß immer nicht, wie ich so ein riesen Thema anschneiden soll. Wo soll ich denn anfangen.

                          Liebe Chrysothemis,
                          Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
                          Du hast eine wichtige Erkenntnis gewonnen, nämlich, dein kaum vorhandenes Selbstwertgefühl. Geh nicht daran vorbei, wie ich es bisher gemacht habe, indem ich immer neue Baustellen gesucht und gefunden habe.
                          Das gefährliche an diesen Glaubenssätzen ist ja, dass ich sie nicht als auferlegte wahrnehme. Zwar kann ich mir hundertmal erklären und herleiten, woher das kommt und wozu er da ist. Aber ich verliere immer wieder diese Erkenntnis und beginne jedes Mal von vorn. Woran liegt das? Ich vergesse es immer wieder.
                          Und ich ziehe keine Probleme bei den Haaren herbei, sie sind da. Es ist der lästige Rattenschwanz dieses traurigen Werte-Problems.

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                            Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                            Liebe Chrysothemis,

                            Das gefährliche an diesen Glaubenssätzen ist ja, dass ich sie nicht als auferlegte wahrnehme. Zwar kann ich mir hundertmal erklären und herleiten, woher das kommt und wozu er da ist. Aber ich verliere immer wieder diese Erkenntnis und beginne jedes Mal von vorn. Woran liegt das? Ich vergesse es immer wieder.
                            Und ich ziehe keine Probleme bei den Haaren herbei, sie sind da. Es ist der lästige Rattenschwanz dieses traurigen Werte-Problems.
                            Ich meinte doch nicht, daß du Probleme an den Haaren herbei ziehst .
                            Gerade hab ich es in meinem Faden geschrieben:
                            Das Fundament sollte da sein. Ansonsten bringt der Hausbau oder die Renovierung nicht so viel.

                            Du mußt hartnäckig sein. Die Glaubenssätze sind über einen sehr langen Zeitraum immer wieder bekräftigt worden, deshalb halten sie so hervorragend. Außerdem warst du anfangs noch sehr klein, hast alles wörtlich genommen, auch für Sarkasmus hattest du damals keinen Sinn. Laß dich nicht von deinem Weg abbringen.

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                              Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                              Hast du ihn denn schon mal gefragt was er an dir mag? Falls ja, sind das Eigenschaften die du zumindest ansatzweise in dir entdecken kannst?
                              Darauf kann ich jetzt Antwort geben.
                              Er hat sich ziemlich schwer damit getan, aber wir haben über sowas auch noch nie gesprochen. Für ihn ist wichtig, dass er sich wohl bei mir fühlt. Er sagt, ich wäre begeisterungsfähig, vertiefe mich, wenn ich etwas gefunden habe, in eine Sache und freue mich sehr über das Ergebnis. Ich wäre hartnäckig und ausdauernd und gebe nicht so leicht auf. Ich bin ehrlich.

                              Das mit der Freude finde ich interessant, weil ich damit ja eigentlich große Probleme habe. Alle möglichen Gefühle kann ich ihm gegenüber nicht zeigen aber Freude, womit ich bei anderen so große Probleme habe, kann ich zeigen und das stimmt auch.
                              Mit der Ausdauer und der Hartnäckigkeit, ich habe nachgefragt, meint er, dass ich mich auf Arbeit trotz der Anlaufschwierigkeiten zu Beginn nicht habe unterkriegen lassen und dass ich auch jetzt derzeit, was er mitbekommt, versuche weiter an mir zu arbeiten.
                              Das ist ja etwas, was ich persönlich eher negativ einschätze, weil es mir bislang nicht gelungen ist, meiner Meinung nach, voran zu kommen.

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                                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                                Darauf kann ich jetzt Antwort geben.
                                Er hat sich ziemlich schwer damit getan, aber wir haben über sowas auch noch nie gesprochen.
                                Dass ihr es getan habt, ist wichtig und als ein Erfolg zu werten - ein Erfolg, der noch lange nicht jedem Par gelingt. Dass er sich dafür öffnen und dazu auch seine Gefühle outen konnte, sagt mir, dass du dich ihm gegenüber auch "wie ein Partner" benommen hast, zu dem er Vertrauen haben kann.
                                Für ihn ist wichtig, dass er sich wohl bei mir fühlt.
                                Und das scheint ja auch jetzt schon der Fall zu sein, wie er dich jetzt erlebt >>
                                Er sagt, ich wäre begeisterungsfähig, vertiefe mich, wenn ich etwas gefunden habe, in eine Sache und freue mich sehr über das Ergebnis. Ich wäre hartnäckig und ausdauernd und gebe nicht so leicht auf. Ich bin ehrlich.
                                So aus der Distanz sagt das zweierlei für mich aus: einerseits "erlebt" er dich ganz bewusst, das heisst, er nimmt dich auch wahr, so wie er dich sieht (und nicht nur, wie er dich wünscht) ... und so wie er sich in dir spiegelt.
                                Die "Eigenschaften", die er in dir erlebt, sind wahrscheinlich auch seine eigenen, zumindest in ähnlicher Form und Stärke. Die Eigenschaften, die du hier anführst, kann ich aus meiner unverbindichen SIcht bestätigen. Auch wenn du dich selbst in Bezug auf die genannten Eigenschaften jetzt "eher verhalten und zweifelnd" äussern wirst , so sind deine Mitleser und Mitschreiber hier mit mir sicher der Meinung, dass du eine "hartnäckige und ausdauernde" Kämpferin bist ... und der Kampf gegen sich selbst ist dabei einer der allerschwersten.
                                Dass du dich hier vielleicht nicht so sichtbar über ein Resultat freuen kannst, liegt wohl daran, dass eine solche Freudens-Äusserung meist spontan ist und von "Anwesenden" (z.B. deinem Partner) sozusagen live und direkt erlebt wird, während hier zwischen dem Erleben und dem Schreiben doch eine Weile vergeht, in der dein kritischer Geist "aus Gewohnheit" deine Freude schon ein wenig gedämpft hat.

                                Das mit der Freude finde ich interessant, weil ich damit ja eigentlich große Probleme habe. Alle möglichen Gefühle kann ich ihm gegenüber nicht zeigen aber Freude, womit ich bei anderen so große Probleme habe, kann ich zeigen und das stimmt auch.
                                Menschen wie du (jetzt verallgemeinert) tun sich meist schwer Freude zu zeigen (und Lob anzunehmen >> Lob annehmen ist auch, die Freude des Lobenden teilen). Dass du ihm gegenüber Freude (z.B. über Erfolg) zeigen kannst, ist eigentlich der Beweis, dass du dadurch "deinen Wert bestätigt fühlst", wiewohl du daran zweifelst.

                                Manche Menschen sprechen sich selbst einen Wert ab, weil aufgrund ihrer allgemeinen erworbenen Lebenseinstellung "nicht sein kann, was nicht sein darf". Dann kommt so "eine verräterische Freude über eine Belobigung" daher und die Lebenseinstellung kommt ins Wanken. Und schon arbeitet der innere Dämon eifrig dagegen an, diese Freude aufkommen und keimen zu lassen, ... weil er Angst hat, seinen Einfluss zu verlieren.

                                Mit der Ausdauer und der Hartnäckigkeit, ich habe nachgefragt, meint er, dass ich mich auf Arbeit trotz der Anlaufschwierigkeiten zu Beginn nicht habe unterkriegen lassen und dass ich auch jetzt derzeit, was er mitbekommt, versuche weiter an mir zu arbeiten.
                                Das ist ja etwas, was ich persönlich eher negativ einschätze, weil es mir bislang nicht gelungen ist, meiner Meinung nach, voran zu kommen.
                                Wenn du dein "berufliches Vorankommen" wirklich "rational betrachtest", ist deine Meinung nicht begründet. Allein schon der Fakt, dass zwischen deinem Antritt am Job und heute eine "gute Weile" vergangen ist, sollte dir bestätigen, "dass du vorangekommen bist". Und da du so streng und kritisch dir selbst gegenüber bist, wiegt diese "Weile" eigentlich doppelt. Du bist noch da und gehst voranund du wirst mir nicht verklickern wollen, dass das nur dem Wohlwollen deiner Arbeitsgeber zu verdanken ist.
                                Das ist dein Verdienst und in diesem Zusammenhang ist ein Fresskorb auch ein Lob und vielleicht mit dem Hintergedanken deiner Schüler, "das Ganze nicht so verbissen zu sehen".

                                Verbissenheit ist nicht per se schädlich. Sie wird es nur dann, wenn sie sich gegen dich richtet. Mir ist nicht entgangen, dass deine Verbissenheit sich seit "dem Marathon" erheblich gelockert hat. Das heisst, dass dein Dämon geschwächt wurde. Da er jedoch ein Teil von dir ist, ergo genauso so hartnäckig wie du, wird er nicht aufgeben wollen. Er ist allerdings dabei "an Wirkung zu verlieren", weil du deine Hartnäckigkeit und deiner Ausdauer (die er bis jetzt mit Monopol belegt hatte) nunmehr für "in deinem Vorankommen" geltend machst.

                                Da du dich schwer tust, dich selbst aus einer anderen Perspektive zu betrachten, entgeht dir, wie stark du bist, wie sehr du dich freuen kannst, wie stolz du auf dich sein kannst. Es würde genügen, dich von der anderen Seite zu betrachten, um festzustellen, dass du dir sehr wohl sehr viel wert bist.

                                Hättest du nämlich kein Selbstwertgefühl, gäbe es da nichts, das dich so anspornen, so hartnäckig und ausdauernd machen könnte, um diesen mühseligen Kampf erfolgreich zu Ende zu führen. Es gäbe gar keinen Grund, dich auch nur über das Geringste zu freuen, weil es (für dich und für andere) keinen Grund gäbe, dich zu loben, dich so wahrzunehmen, wie sie es tun.

                                Stell dich zu ihnen und betrachte dich aus ihren Augen.
                                Du wirst dich anders erleben. Das was du "aus dir selbst in dir siehst - in dir zu sehen glaubst" entspricht (wie du von deinem Partner erfahren hast) nicht dem, wie du "außen zu wirken glaubst" ... weil du dich in der Vergangenheit "immer nur in dir selbst aufgehalten hast". Jetzt, wo du aus dir heraus trittst, erkennst du Stück für Stück deine Persönlichkeit ... mit anderen Augen, beispielsweise mit den Augen deines Lebensgefährten, deiner Schüler, deiner Mitleser hier ...
                                Und was du mit diesen Augen siehst, sollte dir Grund genug sein, dich zu freuen.

                                Jeder von uns läuft ausnahmslos "eine Weile" mit Scheuklappen durchs Leben, durch "Tunnels" und wenn wir so im Tunnel dahinrasen - sehen wir die offenen Türen an den Seiten nicht, ... weil sie durch unser Bestreben "nach vorn zum Ausgang" zu kommen, im "Wusch" unkenntlich werden und an uns vorbeihuschen.
                                Stehenbleiben und hinschauen. Durch die offenen Türen aussteigen. Aus der Tunnel-Höhle aussteigen und ins Freie gehen, ins Licht gehen, vielleicht eine kleine Waldlichtung entdecken, sich hinlegen, ausruhen, sich sammeln ... und mit ein wenig mehr innerem Frieden und frischer Kraft vorangehen.

                                Lass dich darauf ein.

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