Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Die Kunst des Fliegens

Einklappen
Dieses Thema ist geschlossen.
X
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Die Kunst des Fliegens

    Zeit für einen neuen Faden.
    Ich denke man kann davon sprechen, dass ich flügge bin. Ich lebe seit geraumer Zeit selbstständig, versuche meine Probleme selbst zu lösen, Gestalte mein Leben und bin unabhängig von meinen Eltern. Nun geht es wohl" nur" noch darum die hohe Kunst des Fliegens zu erlernen.

    Mich hat heute etwas von hinten überrollt. Ich weiß nicht genau was und ich weiß auch nicht genau warum, aber ich habe eine Ahnung.

    Heute Morgen fing es an mit einem Engegefühl im Hals. Das hat mich sehr erschrocken, denn es ist ewig her, dass ich das so hatte und es beunruhigt mich sehr Ich habe keine Angst, dass ich krank bin, sondern ich habe die große Angst, dass ich wieder mal unfähig bin etwas zu verarbeiten.
    Und schon kommt die Frage: Was?

    Den Tag über war das beklemmende Gefühl verschwunden. Als es Richtung Heimat ging war es wieder da. Ich habe meine Heimfahrt mit Heulen verbracht und bin der Sache näher gekommen. Je mehr Tränen flossen, desto weniger Schmerzen hatte ich. Ich bin verzweifelt.

    Ich habe das Gefühl völlig ineinander verfitzt zu sein! Ich weiß nicht mehr wo vorne und hinten ist!
    In solchen Situationen meldet sich regelmäßig die Miniaturausgabe meiner Therapeutin in meinem Ohr. Was würde sie wohl sagen? Sie würde mich fragen, ob ich eine Idee habe, warum ich so fühle. Was mich bewegt und beschäftigt.
    Ich sehe mich momentan wieder stark mit dem Thema Trennung konfrontiert und das nimmt mich immer sehr mit. Eine gute Freundin hat eine langjährige Beziehung beendet. Ich habe bewusst versucht emotional dazu Abstand zu halten, das ist nur schwer wenn beide das Thema auch mit mir besprechen wollen. Ich fühle diesen Wust aus Trauer, Wut und Enttäuschung mit und vor allem das Gefühl plötzlich alleine und ohne alles dazustehen, aber auch das Gefühl den anderen unendlich zu verletzen.
    Vor zwei Wochen war ich eine Woche alleine, mein Partner war auf Dienstreise. Auch das war ein großes Problem für mich. Ich machte ihm Vorwürfe dafür, die ich so aber nicht aussprach. Ich brauchte zwei Tage um mich einzufinden und aus diesem "Verlassen-worden-sein" rauszufinden. Danach ging es mir gut, ich konnte meine Tage ausgesprochen gut strukturieren. Seit er wieder da ist merke ich wie ich große Probleme habe Nähe wieder zuzulassen. Eine Situation fällt mir dabei besonders schwer und ich weiß nicht genau warum, aber auch hier habe ich eine Ahnung. Ich habe beschlossen das jetzt einfach mal zu schreiben: Ich schlafe gerne mit ihm auf der Couch ein, aber ich habe ein ganz merkwürdiges Gefühl wenn ich aufwache. Und das macht mich fertig Wenn ich dann noch dabei irgendwie berührt werde ist es vorbei, ich muss aufstehen und gehen.
    Dieses Problem habe ich nur in dieser Situation, sonst habe ich damit oder Ähnlichem keine Probleme.
    Auch in der kommenden, absehbaren Zeit wird es längere Zeiträume geben, in denen ich alleine sein werde. Ja, ich fühle mich im Stich gelassen und freue mich darüber nicht.

    Und nun, was mich wirklich in den Wahnsinn treibt: Natürlich mache ich mir Gedanken um meine Gedanken. Warum komme ich so gut alleine klar, besser als ich dachte? Warum habe ich dann Probleme wieder Kontakt aufzunehmen? Wieso mag ich es nicht mit ihm auf der Couch einzuschlafen?

    Meine bisherige Lösungsstrategie: "Du weißt doch, dass du Probleme mit Bindung/ Beziehungen hast. Es war schon immer so, dass du nach "Trennungen" eine Weile gebraucht hast und alles war dann wieder beim alten. Lass das Gedankenkarussel Karussel sein, hör auf zu grübeln, lebe und genieße!"
    Das geht immer eine Weile gut, aber insgeheim ist das Gedankenkarussel nur gut verkleidet, es arbeitet im Hintergrund.

    Im Hintergrund steht: Was, wenn ich mich mit dieser Lösungsstrategie selbst belüge? Vielleicht habe ich dann bislang alles falsch angepackt, alles falsch gemacht? Vielleicht rede ich mir nur gut genug ein, dass alles gut und schick ist? Vielleicht ist es das gar nicht? Vielleicht bin ich ja gar nicht bindungsgestört sondern kann einfach niemanden lieben (denn dieses Gefühl habe ich, ich bin kalt, abweisend, ein Wunder, dass man es mit mir aushält).

    AAAABER (wieder ein neues Karussel): Was, wenn ich doch lieben kann und ich nur eine völlig verklärte Vorstellung davon habe, was Liebe zu sein hat und was Beziehungen ausmacht? (ein großer Anteil meinerseits würde hier nicken).

    Ich bin völlig zerrissen. Ich WILL dieses, ich WILL jenes oder vielleicht doch was ganz anderes???

    Ich dränge mich von einer Ecke in die nächste und es gibt so viele Möglichkeiten, dermaßen viele Ansätze. Wer bitte sagt mir denn, was auf mich zutrifft? Es kann mir doch keiner meine Fragen beantworten, nur ich selbst! Und ich versuche es, ja ich weiß, im Flüggewerden-Faden wurde auch schon mal über das Zerdenken und Zerreden geschrieben, deswegen nehme ich es hier aber auch wieder auf. Ich weiß überhaupt nicht mehr, wo ich anfangen soll.

    Verdränge ich wirklich etwas? Oder rede ich mir nur ein etwas zu verdrängen? Was hätten beide Möglichkeiten dann zur Folge? Ich werde noch verrückt!
    Habe ich die Schmerzen und das Engegefühl, weil wirklich etwas ist oder ist es wie bei einer selbsterfüllenden Prophezeiung, dass ich es einfach erwarte und mein Körper darauf anspringt?

    Mein Partner kommt nachher heim und ich habe ihm schon gesagt, dass etwas nicht stimmt. Wir sprechen auch sicher darüber, aber worüber eigentlich? Gibt es nun ein Problem oder nicht?

    Wie verdeckt und gut getarnt können denn solche frühen Belastungen in Bezug auf Bindung wirklich arbeiten?

    Worin ich mir ziemlich sicher bin ist, dass ich mit meinem Partner zusammen sein will und ich glücklich mit ihm bin. Ich bin auch froh nachher mit ihm sprechen zu können. Nach solchen Gesprächen bin ich merkwürdigerweise auch wieder eher in der Lage mich auf ihn einzulassen und das auch zu genießen.

    Ich fürchte fast, ich bin völlig verdreht. Ich überrumple mich wohl ständig selbst Tut mir leid, das ist lang geworden, aber ich wusste nicht, wie ich mein Chaos klein halten kann.

    #2
    Ist es möglich, dass du mal deine Gedanken sein lässt und dich auf deine Gefühle konzentrierst?
    Das Chaos ist in deinem Kopf.
    Das fast einzige Gefühl, das ich in deinem Beitrag gefunden habe, war das der Beklemmung, die sich durch das Weinen gelöst hat.

    Was fühlst du z.B., wenn du morgens auf der Couch aufwachst? Angst? Erinnert dich das an was? Oder steht Couch bei dir für etwas Unverbindliches, Vorübergehendes?
    Wenn du ein Bild malen müsstest, was du dann fühlst, wie würde es aussehen? Welche Farben, Formen? Gegenständlich?

    Kommentar


      #3
      hallo liebe Jannes,

      viele Deiner Fragen, die Du Dir stellst, habe ich früher, so in Deinem Alter, auch gehabt. Außer Enge im Hals hatte ich Atemnot, Bauchschmerzen, das Gefühl nicht richtig Ich zu sein..........
      Genau so wie das Gefühl, nicht zwischen Nähe und Distanz hin- und herzwitschen zu können. Mich zu verlieren.

      Ich habe viel mit meinem Mann darüber gesprochen, mich erklärt, das hat mich erleichtert.
      Bis heute weiß ich nicht, ob ich wirklich lieben kann.......

      Geholfen haben mir meine Kinder. Ich weiß, dass das ganz sicher nicht der richtige Weg war. Aber durch sie lag der Fokus nicht mehr ausschließlich auf der Beziehung.
      Inzwischen bin ich 60 Jahre alt, die Beziehung zu meinem Mann ist ganz anders als damals. Mir geht es jetzt deutlich besser als damals in unserer Beziehung.

      Ich schreibe Dir das alles, weil ich keine guten Lösungsansätze für Deine Probleme habe, sondern um Dir mitzuteilen, dass Deine Identitätsfragen womöglich in Deinem Alter gar nicht so ungewöhnlich sind. Nicht jeder Mensch ist so in sich gefestigt, immer lehrbuchartig eine Beziehung leben zu können. Jeder geht anders mit seinen Gefühlen und denen in der zwischenmenschlichen Beziehung um. Hast Du mal nachgefragt, ob auch Dein Mann irgendwelche Zweifel an seinem eigenen Umgang mit Eurer Beziehung hat?

      Vllt. ist der Weg für Dich, sich zu arrangieren mit Dir selbst, anzunehmen wie Du bist? Nicht alle Eigenarten lassen sich auflösen.

      Ich habe einige Therapien gemacht und trotzdem muss ich mit meinen Problemen leben, sie annehmen, akzeptieren.

      Du wirst einen Weg für Dich finden

      Kommentar


        #4
        Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
        Ist es möglich, dass du mal deine Gedanken sein lässt und dich auf deine Gefühle konzentrierst?
        Das Chaos ist in deinem Kopf.
        Das fast einzige Gefühl, das ich in deinem Beitrag gefunden habe, war das der Beklemmung, die sich durch das Weinen gelöst hat.
        Das versuche ich, aber ich habe ständig das Gefühl dass ich mich dabei selbst betrügen würde.

        Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
        Was fühlst du z.B., wenn du morgens auf der Couch aufwachst? Angst? Erinnert dich das an was? Oder steht Couch bei dir für etwas Unverbindliches, Vorübergehendes?
        Wenn du ein Bild malen müsstest, was du dann fühlst, wie würde es aussehen? Welche Farben, Formen? Gegenständlich?
        Bis zum Morgen kann ich das nicht aushalten. Ich nehme an, dass das enge Beieinanderliegen an eine unangenehme Situation erinnert, ja. Wenn ich aufwache habe ich das Gefühl, woanders zu sein und auch bei jemand anderem. Es ist ein abstoßendes Gefühl. Ich weiß, dass sich das nicht auf meinen Partner bezieht, sondern auf ein vergangene Situation. Und dennoch tritt es immer wieder auf.

        Kommentar


          #5
          Hast du die damalige Situation nicht verarbeitet, begraben?

          Kommentar


            #6
            Liebe Tamina,

            danke, dass du das hier so eröffnest.


            Zitat von Tamina Beitrag anzeigen

            Ich schreibe Dir das alles, weil ich keine guten Lösungsansätze für Deine Probleme habe, sondern um Dir mitzuteilen, dass Deine Identitätsfragen womöglich in Deinem Alter gar nicht so ungewöhnlich sind. Nicht jeder Mensch ist so in sich gefestigt, immer lehrbuchartig eine Beziehung leben zu können. Jeder geht anders mit seinen Gefühlen und denen in der zwischenmenschlichen Beziehung um.
            So wird es wohl sein. Und es lässt sich auch schlecht nachvollziehen, wie genau andere fühlen und spüren. Aber es ist quälend, ich glaube schon, dass ich eine merkwürdige Vorstellung von all dem habe. Mein Verstand weiß, dass vieles nicht so ist, wie es einem suggeriert wird.

            Zitat von Tamina Beitrag anzeigen
            Hast Du mal nachgefragt, ob auch Dein Mann irgendwelche Zweifel an seinem eigenen Umgang mit Eurer Beziehung hat?
            Wir haben nicht das erste Mal darüber geredet. Er ist ein Mensch, der sehr direkt, ehrlich und bodenständig ist und eine realitätsnahe Sicht auf die Welt und das Leben hat. Wir haben nun vorhin gesprochen und es geht mir nun auch ein wenig besser. Für ihn sind verklärte Sichten auf das Leben, die Liebe und das Zwischenmenschliche irreal und völlig klar, dass es nach der ersten Phase des Verliebtseins um andere Dinge geht. Er hielt es auch für völlig normal, dass ein Mensch in einer Beziehung auch Freiraum genießt, er tut das auch. Auch Aufs und Abs gehören für ihn dazu. Seine Vermutung: Wir spielen ernsthaft mit dem Gedanken ein Kind in die Welt zu setzen. Er hat mich mehr oder minder sanft daran erinnert, wie ich beim Hauskauf drauf war und er hat recht. Er glaubt, dass ich Angst davor habe und deswegen wieder mal "durchdrehe" (das sind meine Worte).


            Zitat von Tamina Beitrag anzeigen
            Vllt. ist der Weg für Dich, sich zu arrangieren mit Dir selbst, anzunehmen wie Du bist? Nicht alle Eigenarten lassen sich auflösen.

            Ich habe einige Therapien gemacht und trotzdem muss ich mit meinen Problemen leben, sie annehmen, akzeptieren.

            Du wirst einen Weg für Dich finden
            Dieses Gefühl habe ich auch gerade. Ich habe zwar Therapien gemacht und aus dem Gröbsten bin ich auch raus. Aber das rettet mich nicht vor mir selbst.

            Mir scheint, er hat schon geschafft was noch vor mir liegt. Und bei ihm klingt das auch nicht herzlos. Und immer wieder zeigt er mir auch, dass ich nicht "gefangen" bin.

            Danke dir liebe Tamina!

            Kommentar


              #7
              Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
              Hast du die damalige Situation nicht verarbeitet, begraben?
              Ich habe diese Situation sogar mit der betreffenden Person besprochen. Aber ich kann diese Person leider nicht meiden, ich habe aber nur sehr selten Kontakt.

              Kommentar


                #8
                @ Jannes

                Dein Chaos ist nur für dich eines, weil du "analytisch" zu sehr auf dich fixiert bist, nicht partout egozentrisch, ... oder vielleicht doch ein wenig, hmm, ... ein klitzkleinbisschen ?
                Wenn Selbstkritik übertrieben wird, bzw. Selbstanalyse involviert gemacht wird, kann sie zerstörend wirken, ... anstatt aufbauend. Zieh die Bremse an, bitte!


                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                Seit er wieder da ist merke ich wie ich große Probleme habe Nähe wieder zuzulassen.
                Ohne dir zu nahe treten zu wollen, kennst du dieses "Gefühl", diesen Aspekt vielleicht noch aus deiner Pubertät? Post(Spät)pubertäre Verhaltensweisen sind in deinem Alter nicht selten, besonders dann, wenn "der Kopf den Menschen regiert", ... wie bei dir. Einiges aus deiner Pubertätszeit hast du vielleicht(wahrscheinlich) "über den Kopf bei dir arrangiert, die Motive und Emotione jedoch grosszügig ignoriert? Nähe und Abhängigkeit sind zwei kruziale Themen während der "Zeit des Übergangs". Die Wurzel zu diesen Problemen sind allerdings schon früher gepflanzt worden.
                Ich weiss, dass ich dir den Kopfmensch schon mal "untergejubelt" hatte und wiederhole es hier, denn:
                Natürlich mache ich mir Gedanken um meine Gedanken.
                oder:
                Ich weiß nicht genau was und ich weiß auch nicht genau warum, aber ich habe eine Ahnung.
                Das heisst, du "denkst" dir eine Ahnung, du vermutest, du nimmst an, ... >> (Kopfarbeit, seufz)
                Ich habe beschlossen das jetzt einfach mal zu schreiben:
                Aus welchem Grund hast du das beschlossen. Welches Gefühl hattest du dabei? War es vielleicht ein leiser Trotz, der dich dazu antrieb, oder war es eine Form von Überbelastung und du wolltest dich erleichtern? Oder beides, oder ...?
                Ich schlafe gerne mit ihm auf der Couch ein, aber ich habe ein ganz merkwürdiges Gefühl wenn ich aufwache. Und das macht mich fertig Wenn ich dann noch dabei irgendwie berührt werde ist es vorbei, ich muss aufstehen und gehen.
                Dieses Problem habe ich nur in dieser Situation, sonst habe ich damit oder Ähnlichem keine Probleme.
                Manchmal ist ist man (aus emotionalen und kognitiven Motiven/Interessen) mit etwas einverstanden und begrüßt es. Wenn es dann "vorüber" ist, sind die vorausgegangenen Bedürfnisse gestillt und es melden sich vielleicht andere (getriggerte) Anker, die dich rein emotional (und nicht kognitiv) an Situationen erinnern, in denen solche oder ähnliche Bedürfnisse nicht erfüllt wurden und (vielleicht katastrophal) in die Hose gingen.
                Könnte auch sein, dass du einer "Prägung" (erworbene Verhaltensweisen) auf den Leim gehst (vergl. Verhaltensmuster und Glaubenssätze, bzw. Jugendgelübde)

                In dir gibt es zahlreiche Widerstände, die sich emotional bemerkbar machen und "emotional" gefunden werden wollen. Der Intellekt(Bewusstsein) reicht zu diesem Zweck nicht aus. Du kannst alles mögliche "verstehen", das impliziert jedoch nicht zwingend, dass du es (ein Problem) dadurch auch gelöst kriegst.
                Auch in der kommenden, absehbaren Zeit wird es längere Zeiträume geben, in denen ich alleine sein werde. Ja, ich fühle mich im Stich gelassen und freue mich darüber nicht.
                Dieses Hin und Her, die Selbstzweifel, diese Unsicherheit dir selbst gegenüber sind unter anderem die spät-pubertären Signale, die ich oben meinte.

                Und nun, was mich wirklich in den Wahnsinn treibt: Natürlich mache ich mir Gedanken um meine Gedanken. Warum komme ich so gut alleine klar, besser als ich dachte?
                Weil du dann dich selbst nicht teilen musst, sondern dich für dich alleine hast. Auf der anderen Seite brauchst du jedoch ein "Du", ein Gegenüber, da du dich sonst nicht selbst (durch das Gegenüber-Erleben) erleben kannst.
                Meine bisherige Lösungsstrategie: "Du weißt doch, dass du Probleme mit Bindung/ Beziehungen hast. Es war schon immer so, dass du nach "Trennungen" eine Weile gebraucht hast und alles war dann wieder beim alten. Lass das Gedankenkarussel Karussel sein, hör auf zu grübeln, lebe und genieße!"
                Das geht immer eine Weile gut, aber insgeheim ist das Gedankenkarussel nur gut verkleidet, es arbeitet im Hintergrund.
                ... weil du "glaubst" (ich wiederhole es nochmal) deine Probleme über den Intellekt lösen zu können. Der "Hintergrund" ist dein Unbewusstes, deine Verhaltensmuster, deine ganz persönliche Spirale. >Dein Unbewusstes schickt dir laufend Signale, die du dann rein rational ergründest und zu lösen versuchst, ...
                Emotionale Aufarbeitung geht anders.

                Im Hintergrund steht: Was, wenn ich mich mit dieser Lösungsstrategie selbst belüge? Vielleicht habe ich dann bislang alles falsch angepackt, alles falsch gemacht?
                Quatsch!
                Vielleicht rede ich mir nur gut genug ein, dass alles gut und schick ist?
                Auch Quatsch, dazu bist du viel zu intelligent.
                Vielleicht ist es das gar nicht? Vielleicht bin ich ja gar nicht bindungsgestört sondern kann einfach niemanden lieben (denn dieses Gefühl habe ich, ich bin kalt, abweisend, ein Wunder, dass man es mit mir aushält).
                Schon wieder so eine "Kopflösung", bzw. eine "Kopf-Erklärung". Du hast ein großes Talent aus Problemchen Probleme zu machen, ... dich selbst darin zu steigern und dich damit (vielleicht) zu bestrafen? Dich zu belasten? Dein Leben ungenießbar zu machen?

                AAAABER (wieder ein neues Karussel): Was, wenn ich doch lieben kann und ich nur eine völlig verklärte Vorstellung davon habe, was Liebe zu sein hat und was Beziehungen ausmacht? (ein großer Anteil meinerseits würde hier nicken).
                Dito wie vorhin

                Erkennst du die fast diametral angeordneten Gegensätze in deinem Denken? Dieses "hopsen" von einer Emotion zu anderen, von einem Gemütszustand zum nächsten. Wer macht sowas? Jemand, der nicht gelernt hat, sich zu mögen, sich selbst ernst zu nehmen, sich auf den Arm zu nehmen.

                In dir purzeln die deine Anteile mMn ziemlich willkürlich/chaotisch (deine Worte) durcheinander und finden unter einander keinen Bezug. Zeit Ordnung zu schaffen, sie alle einmal einzuladen und miteinander bekannt zu machen. Solange sie isoliert herumschwirren und sich mangels Bekanntschaft gegenseitig stören, wirst du kaum zur Ruhe kommen.

                Behalte deinen Kopf und nimm deine Trigger wahr, so wahr, dass keine intellektuelle Ausrede mehr möglich ist. Mach deine Dämonen mundtot.

                Um Probleme zu lösen, braucht es den Kopf. Nur sollte er vorher "geleert" werden, um Platz für echte (und nicht vermeintliche) Selbsterkenntnis zu haben.

                lG

                Kommentar


                  #9
                  Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                  @ Jannes

                  Dein Chaos ist nur für dich eines, weil du "analytisch" zu sehr auf dich fixiert bist, nicht partout egozentrisch, ... oder vielleicht doch ein wenig, hmm, ... ein klitzkleinbisschen ?
                  Wer so etwas tut, muss wohl egozentrisch sein. Immerhin verliere ich aus den Augen, was das mit meinem Gegenüber macht. Ich kann wohl nicht verlangen mit so einem Verhalten auf Gegenliebe oder ewiges Verständnis zu stoßen.

                  Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                  Wenn Selbstkritik übertrieben wird, bzw. Selbstanalyse involviert gemacht wird, kann sie zerstörend wirken, ... anstatt aufbauend. Zieh die Bremse an, bitte!
                  Ich habe alles gelesen, sehr gespannt, sehr aufmerksam. Aber ich weiß nicht, wie ich es anstellen soll!

                  Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                  Ohne dir zu nahe treten zu wollen, kennst du dieses "Gefühl", diesen Aspekt vielleicht noch aus deiner Pubertät? Post(Spät)pubertäre Verhaltensweisen sind in deinem Alter nicht selten, besonders dann, wenn "der Kopf den Menschen regiert", ... wie bei dir. Einiges aus deiner Pubertätszeit hast du vielleicht(wahrscheinlich) "über den Kopf bei dir arrangiert, die Motive und Emotione jedoch grosszügig ignoriert? Nähe und Abhängigkeit sind zwei kruziale Themen während der "Zeit des Übergangs". Die Wurzel zu diesen Problemen sind allerdings schon früher gepflanzt worden.
                  Ich würde behaupten, dass ich in der Zeit meiner Pubertät keine Zeit hatte für den üblichen pubertären "Quatsch". Ich habe auch in anderen Lebenslagen das Gefühl, einiges aus dieser Zeit nachzuholen, obwohl dann auch ein Gefühl aufkommt, als würde ich mich zurück entwickeln. Ich bin egozentrischer geworden, denke viel an mich und sehe manchmal nicht ein, davon abzukommen. Damals war es anders, ich war diejenige, die sich den Kopf über die Probleme der Familie zerbrechen musste, für mich blieb nichts. Und ich war nicht der Typ sich durch rebellisches Verhalten bewusst abzugrenzen. Es war meine Aufgabe erwachsen zu sein.

                  Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                  Aus welchem Grund hast du das beschlossen. Welches Gefühl hattest du dabei? War es vielleicht ein leiser Trotz, der dich dazu antrieb, oder war es eine Form von Überbelastung und du wolltest dich erleichtern? Oder beides, oder ...?
                  Es ist mir unangenehm, ich spreche selten darüber, aber es belastet mich und es trat nun vermehrt auf. Für mich war es einer der Auslöser für meine Ratlosigkeit und meinen Verwirrungszustand.


                  Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                  Könnte auch sein, dass du einer "Prägung" (erworbene Verhaltensweisen) auf den Leim gehst (vergl. Verhaltensmuster und Glaubenssätze, bzw. Jugendgelübde)
                  Ich dachte, es würde genügen darüber zu reden, es irgendwie anzunehmen. Dann würde es schon besser werden dachte ich.


                  Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                  Weil du dann dich selbst nicht teilen musst, sondern dich für dich alleine hast. Auf der anderen Seite brauchst du jedoch ein "Du", ein Gegenüber, da du dich sonst nicht selbst (durch das Gegenüber-Erleben) erleben kannst.
                  So habe ich das noch nie gesehen. Warum ist man bei sich selbst immer so betriebsblind?!


                  Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                  Emotionale Aufarbeitung geht anders.
                  Gibt es dafür eine Anleitung? Ehrlich, ich stehe völlig auf der Leitung, ich habe nicht den blassesten Schimmer - und darin liegt offenbar wirklich die Ursache.


                  Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                  Du hast ein großes Talent aus Problemchen Probleme zu machen, ... dich selbst darin zu steigern und dich damit (vielleicht) zu bestrafen? Dich zu belasten? Dein Leben ungenießbar zu machen?
                  Wofür? Ich weiß nicht, warum. Aber du hast recht. Geregeltes Leben bereitet mir Unbehagen oder ruft Unsicherheit hervor und dann gehts los. Wer suchet, der findet.

                  Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                  Erkennst du die fast diametral angeordneten Gegensätze in deinem Denken? Dieses "hopsen" von einer Emotion zu anderen, von einem Gemütszustand zum nächsten. Wer macht sowas? Jemand, der nicht gelernt hat, sich zu mögen, sich selbst ernst zu nehmen, sich auf den Arm zu nehmen.
                  Heute war mir das besonders deutlich. Und ich wollte nicht mehr. Aber zur Frage, wer so etwas macht: Jemand der sich nicht mag, sich selbst nicht ernst nimmt und sich selbst nicht auf den Arm nehmen kann - das sind völlig verschiedene Dinge. Kann ich denn gar nichts davon?
                  Vielleicht ist es auch nur eine gefährliche Mischung in diesen Bereichen nur begrenzt kompetent zu sein. Ich bin auf dem Weg mich zu mögen. Und mit sich selbst ernst nehmen meinst du sicher, Handlungs- und Verhaltensweisen (vielleicht ja sogar Emotionen) so zu nehmen, wie sie sind und sie nicht ständig in Frage zu stellen. Das ist nach wie vor sehr problematisch, ich bin unsicher und überprüfe mich ständig selbst, um nicht anzuecken und um zu genügen. Dabei fällt es mir natürlich schwer auch mal über bestimmten Dingen zu stehen und mit Humor zu sehen.

                  Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                  Behalte deinen Kopf und nimm deine Trigger wahr, so wahr, dass keine intellektuelle Ausrede mehr möglich ist. Mach deine Dämonen mundtot.
                  Das klingt logisch, aber ich durchsteige es nicht. Ich werde es erstmal wirken lassen. Ich danke dir!

                  Liebe Grüße
                  Jannes

                  Kommentar


                    #10
                    @ Jannes



                    Wer so etwas tut, muss wohl egozentrisch sein. Immerhin verliere ich aus den Augen, was das mit meinem Gegenüber macht. Ich kann wohl nicht verlangen mit so einem Verhalten auf Gegenliebe oder ewiges Verständnis zu stoßen.

                    Ich denke mal, hier stehen deine Erwartungen deinem Verlangen gegenüber. Die Erwartungen sind es mMn die dich piesaken. Kognitiv erkennst du, dass "du es nicht verlangen kannst", nur erreicht dein Kopf deine Erwartungen nicht. Keine "Kommunikation".
                    Du trägst wahrscheinlich einen "hausgemachten" Panzer (vergl. deine Schilderung deiner Pubertätszeit)



                    Ich habe alles gelesen, sehr gespannt, sehr aufmerksam. Aber ich weiß nicht, wie ich es anstellen soll!


                    Du wirst verstehen, dass ich hier über "praktische Umsetzung" nur schwer rüberkommen kann. Und Langatmigkeit ist bei einer solchen "Arbeit" tödlich.

                    Ich würde behaupten, dass ich in der Zeit meiner Pubertät keine Zeit hatte für den üblichen pubertären "Quatsch". Ich habe auch in anderen Lebenslagen das Gefühl, einiges aus dieser Zeit nachzuholen, obwohl dann auch ein Gefühl aufkommt, als würde ich mich zurück entwickeln.
                    Hier denke ich, reden deine Dämonen mit dir, ... vielleicht so:"Heh, du wirst doch jetzt nicht wieder kindisch werden wollen?" oder: "Die Zeit ist vorbei. Schau vorwärts und lass den "Quatsch". Alles Zeitvergeudung."


                    Ich bin egozentrischer geworden, denke viel an mich und sehe manchmal nicht ein, davon abzukommen.

                    Vielleicht weil du irrtümlicherweise deine egozentrischen Züge mit "Selbstwert" oder sogar "dich selbst lieben" verwechselst?


                    Damals war es anders, ich war diejenige, die sich den Kopf über die Probleme der Familie zerbrechen musste, für mich blieb nichts. Und ich war nicht der Typ sich durch rebellisches Verhalten bewusst abzugrenzen. Es war meine Aufgabe erwachsen zu sein.

                    Gut, dass du das heute so siehst. Das ist ein Ansatz.


                    Es ist mir unangenehm, ich spreche selten darüber, aber es belastet mich und es trat nun vermehrt auf. Für mich war es einer der Auslöser für meine Ratlosigkeit und meinen Verwirrungszustand.

                    Also doch sowas wie eine "Erleichterung", oder eine kleine "Befreiung"!, es zumindest mal geoutet zu haben.



                    Ich dachte, es würde genügen darüber zu reden, es irgendwie anzunehmen. Dann würde es schon besser werden dachte ich.

                    Dachtest du. (nicht spöttisch gemeint)



                    So habe ich das noch nie gesehen. Warum ist man bei sich selbst immer so betriebsblind?!

                    Jeder ist sich selbst der denkbar beste Finanzminister, wenn es darum geht, die Rechnung ohne den Wirt (ohne die Dämonen) zu machen.



                    Gibt es dafür eine Anleitung? Ehrlich, ich stehe völlig auf der Leitung, ich habe nicht den blassesten Schimmer - und darin liegt offenbar wirklich die Ursache.

                    Siehe mein zweites Grün

                    Wofür? Ich weiß nicht, warum. Aber du hast recht. Geregeltes Leben bereitet mir Unbehagen oder ruft Unsicherheit hervor und dann gehts los. Wer suchet, der findet.

                    ... denn was nicht sein darf, kann ja nicht sein, .. oder ?

                    Heute war mir das besonders deutlich. Und ich wollte nicht mehr. Aber zur Frage, wer so etwas macht: Jemand der sich nicht mag, sich selbst nicht ernst nimmt und sich selbst nicht auf den Arm nehmen kann - das sind völlig verschiedene Dinge. Kann ich denn gar nichts davon?

                    Selbstverständlich kannst du alles das auch, ... wenn du es bis hinter deinem Panzer hervorgekramt hast

                    Vielleicht ist es auch nur eine gefährliche Mischung in diesen Bereichen nur begrenzt kompetent zu sein. Ich bin auf dem Weg mich zu mögen. Und mit sich selbst ernst nehmen meinst du sicher, Handlungs- und Verhaltensweisen (vielleicht ja sogar Emotionen) so zu nehmen, wie sie sind und sie nicht ständig in Frage zu stellen. Das ist nach wie vor sehr problematisch, ich bin unsicher und überprüfe mich ständig selbst, um nicht anzuecken und um zu genügen. Dabei fällt es mir natürlich schwer auch mal über bestimmten Dingen zu stehen und mit Humor zu sehen.

                    Du schützt dich, ... wovor? Vor einer erworbenen Unzulänglichkeit oder aus Erfahrung, aus Angst versagt zu haben, wenn du nicht 200% geben kannst?


                    Das klingt logisch, aber ich durchsteige es nicht. Ich werde es erstmal wirken lassen. Ich danke dir!

                    Gerne.

                    Kommentar


                      #11
                      Liebe Jannes, lieber Shepherd,

                      ich kann nicht mit ansehen, wie ihr alles Satz für Satz aufdröselt! Das ist der direkte Weg, um den Wald vor lauter Bäumen aus den Augen zu verlieren!

                      Genau hier liegt glaube ich das Problem, liebe Jannes, dass du dich in alle möglichen Richtungen gedanklich verzettelst, bis der rote Faden nicht mehr sichtbar ist vor lauter Gedanken-Geknüpfe!

                      Wenn ich dein Eingangsposting richtig interpretiere, versuchst du angestrengt, die Situation auf der kognitiven Ebene irgendwie in den Griff zu bekommen! Ich glaube dir sofort, dass es derzeit beinahe unerträglich ist und du alles daran setzt, um die Sache zu klären und einordnen zu können.

                      Nur glaube ich, dass eine Stabilisierung deiner Situation und einen gesunden "ist überhaupt kein Thema mehr"-Zustand nicht über die kognitive Ebene erreicht werden kann, sondern über einen anderen Kanal!
                      Z.B. Yoga, Neurofeedback, selber Musik machen, singen, Brot backen, Malen, Zeichnen, von Hand Wäsche waschen, Volkstänze, Karate, Fussball,... irgendetwas Kreatives, Körperzentriertes, das auf den ersten Blick eigentlich gar nichts mit deinem Problem zu tun hat! Dabei geht es nicht um Ablenkung, sondern um die Stärkung eines gesunden, körperlichen Fundamentes! Dieses ist wichtig als natürliche Balance oder als Gegenpol zu den überschiessenden geistigen Aktivitäten.

                      Spürst du den Raum, den dein Körper einnimmt, das Spiel der Muskeln bei Bewegung, auch die Massenträgheit? Der Körper ist kein singulärer Punkt, sonder steht stabil auf dem Boden! Materie ist träge, schwer, aber auch verlässlich geerdet. Ganz im Gegensatz zum Geist, der mühelos von einem Gedanken zum nächsten flitzt, aber auch die Tendenz hat, sich in den Wolken selbst zu verknüpfen.

                      Auf der kognitiven Ebene hast du bestimmt schon alles versucht, was es irgendwie zu versuchen gibt! Wenn das bisher nichts gebracht hat, bringt "mehr desselben" nichts, sondern dann liegt die Lösung wahrscheinlich woanders.

                      Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg!

                      Serafin

                      PS: In diesem Sinne nicht "die Kunst des Fliegens", sondern "die Kunst des Stehens!"

                      Kommentar


                        #12
                        Zitat von Serafin Beitrag anzeigen
                        Liebe Jannes, lieber Shepherd,

                        ich kann nicht mit ansehen, wie ihr alles Satz für Satz aufdröselt! Das ist der direkte Weg, um den Wald vor lauter Bäumen aus den Augen zu verlieren! (...) bis der rote Faden nicht mehr sichtbar ist vor lauter Gedanken-Geknüpfe!
                        Was du schreibst hat (zum Teil) Hand und Fuß, nur vergiss nicht, dass wir hier in einem Forum sind und nur beschränkt und dies mit teilweiser "Aufdröselung" kommunizieren können, Anstöße geben können, oder anders ausgedrückt: jemand auf den Geschmack bringen können.

                        Verbale Kommunikation ist vorwiegend kognitiv, wiewohl sie emotionales Echo provozieren/triggern kann. Nonverbale Kommunikation ist hierorts nicht möglich.
                        Nur glaube ich, dass eine Stabilisierung deiner Situation und einen gesunden "ist überhaupt kein Thema mehr"-Zustand nicht über die kognitive Ebene erreicht werden kann, sondern über einen anderen Kanal!
                        Ersteres stimmt, nur: wenn du an die Wurzeln kommen willst, gibt es nur einen "Kanal".
                        Z.B. Yoga, Neurofeedback, selber Musik machen, singen, Brot backen, Malen, Zeichnen, von Hand Wäsche waschen, Volkstänze, Karate, Fussball,... irgendetwas Kreatives, Körperzentriertes, das auf den ersten Blick eigentlich gar nichts mit deinem Problem zu tun hat! Dabei geht es nicht um Ablenkung, sondern um die Stärkung eines gesunden, körperlichen Fundamentes! Dieses ist wichtig als natürliche Balance oder als Gegenpol zu den überschiessenden geistigen Aktivitäten.
                        Richtig, ... und wer oder was löst die Probleme?
                        Mit Blümchen-Pflücken, Fussballspielen oder Yoga ist sicherlich manches zu erreichen, doch Körperarbeit (um es mal so zu nennen) ist nicht alles.
                        Yoga (z.B.) richtig gemacht, gibt Befreiung und Lockerung, es löst jedoch keine Probleme. Fusballspielen auch nicht, wiewohl es als Additiv zu einer tiefer gehenden "Arbeit" als Körperarbeit sehr nützlich sein kann.

                        Deine Vorschläge in Ehren, nur sind das nur die Zutaten. Das Steak dazu fehlt noch.

                        Auf der kognitiven Ebene hast du bestimmt schon alles versucht, was es irgendwie zu versuchen gibt! Wenn das bisher nichts gebracht hat, bringt "mehr desselben" nichts, sondern dann liegt die Lösung wahrscheinlich woanders.
                        Fast meine Worte, da die Lösung nicht "wahrscheinlich" woanders liegt, sondern ganz bestimmt.


                        Mein Zitat:
                        Du wirst verstehen, dass ich hier über "praktische Umsetzung" nur schwer rüberkommen kann. Und Langatmigkeit ist bei einer solchen "Arbeit" tödlich.
                        Und als Klartext dazu:
                        Nur werde ich die Art und Weise, wie ich das bewerkstellige, sicher nicht hier breittreten und (schon fast erwartungsgemäß) zerreden lassen.

                        btw: Jemand, der flügge werden will und glaubt dafür reif zu sein, will fliegen lernen/ausprobieren, nicht stehen ... um auch eine Metapher aufzugreifen.
                        Zuletzt geändert von Shepherd; 04.09.2013, 21:50. Grund: Einschub

                        Kommentar


                          #13
                          Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                          Richtig, ... und wer oder was löst die Probleme?
                          Mit Blümchen-Pflücken, Fussballspielen oder Yoga ist sicherlich manches zu erreichen, doch Körperarbeit (um es mal so zu nennen) ist nicht alles.
                          Yoga (z.B.) richtig gemacht, gibt Befreiung und Lockerung, es löst jedoch keine Probleme. Fusballspielen auch nicht, wiewohl es als Additiv zu einer tiefer gehenden "Arbeit" als Körperarbeit sehr nützlich sein kann.

                          Deine Vorschläge in Ehren, nur sind das nur die Zutaten. Das Steak dazu fehlt noch.
                          Das ist die kausale Sichtweise. Man knöpft sich ein Problem vor, macht das "Richtige" und beobachtet die Reaktion. Nur, diesen Ansatz scheint Jannes schon die ganze Zeit anzuwenden - ohne durchschlagenden Erfolg.

                          Warum also nicht mal etwas anderes versuchen und an einem beliebigen anderen Parameter schrauben? Einem, der auf den ersten Blick mit dem eigentlichen Problem gar nichts zu tun hat, der aber das Leben soweit verändert, dass man an einem anderen Ort zu stehen kommt. Von dort aus ist dann der Berg vielleicht leichter zu erklimmen?! Muss nicht, kann aber.

                          Ich schreibe das nicht aus dem hohlen Bauch heraus, sondern weil ich gerade selbst äusserst positiv erlebe, was alles in Fluss kommt, wenn man sich einfach mal getraut, an ungewohnten "Knöpfen" zu drehen. Bei festgefahrenen Problemen, die ich auf direktem Weg nicht lösen kann, wird das sicher auch in Zukunft wieder das Mittel meiner Wahl sein!

                          Kommentar


                            #14
                            Zitat von Serafin Beitrag anzeigen
                            Das ist die kausale Sichtweise. Man knöpft sich ein Problem vor, macht das "Richtige" und beobachtet die Reaktion.
                            Du meinst, DAS ist Kausalität?!? Google ist dein Freund. Google hilft.

                            Warum also nicht mal etwas anderes versuchen und an einem beliebigen anderen Parameter schrauben? Einem, der auf den ersten Blick mit dem eigentlichen Problem gar nichts zu tun hat, der aber das Leben soweit verändert, dass man an einem anderen Ort zu stehen kommt. Von dort aus ist dann der Berg vielleicht leichter zu erklimmen?! Muss nicht, kann aber.
                            Wenn der Erfolg nicht sein muss, aber kann, bleibt offen "wie lang" es braucht und wieviele "Versuche" unternommen werden müssen, um vielleicht doch nicht anzukommen ? Oder vor lauter gutgemeinten Differenzialdiagnosen irgendwann die Beschwerden des Patienten zu vergessen ... weil die Differenzialdiagnose zum Selbstzweck wurde.
                            Hmmm, nein - keine wirklich überzeugende Aternative, sondern eher das, was du in deinem vorigen Post bemängelt hast > (vor lauter Parametern) den roten Faden verlieren.
                            Da drösele ich lieber im Detail auf und folge damit dem roten Faden und behalte ihn ergo "im Auge".


                            Ich schreibe das nicht aus dem hohlen Bauch heraus, sondern weil ich gerade selbst äusserst positiv erlebe, was alles in Fluss kommt, wenn man sich einfach mal getraut, an ungewohnten "Knöpfen" zu drehen. Bei festgefahrenen Problemen, die ich auf direktem Weg nicht lösen kann, wird das sicher auch in Zukunft wieder das Mittel meiner Wahl sein!
                            Mitunter dreht man vermeintlich festgefahrene Knöpfe nur in die falsche Richtung ... vor lauter Bäumen usw.

                            Nichtsdestoweniger wünsche ich dir Glück mit den Mitteln deiner Wahl.

                            Kommentar


                              #15
                              Ach Shepherd,

                              wenn ich hier im Forum etwas poste, erhoffe ich mir, dass meine Gedanken wohlwollend aufgenommen und vielleicht weiter gesponnen werden, falls jemand darin etwas Nützliches für sich entdeckt. Wenn stattdessen jedes Wort gleich mit dem Skalpell haarklein zerlegt und unter das Mikroskop gelegt wird, sack bei mir die Motivation blitzartig auf Null ab, weil ich das Gefühl bekomme, bewusst nicht verstanden zu werden.
                              Ich weiss, dir ist sprachliche und inhaltliche Korrektheit ausserordentlich wichtig. Mir nicht immer.

                              Es ist schon spät. Gute Nacht allerseits.
                              Serafin
                              Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                              Nichtsdestoweniger wünsche ich dir Glück mit den Mitteln deiner Wahl.
                              Danke, dir auch!

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X