Zeit für einen neuen Faden.
Ich denke man kann davon sprechen, dass ich flügge bin. Ich lebe seit geraumer Zeit selbstständig, versuche meine Probleme selbst zu lösen, Gestalte mein Leben und bin unabhängig von meinen Eltern. Nun geht es wohl" nur" noch darum die hohe Kunst des Fliegens zu erlernen.
Mich hat heute etwas von hinten überrollt. Ich weiß nicht genau was und ich weiß auch nicht genau warum, aber ich habe eine Ahnung.
Heute Morgen fing es an mit einem Engegefühl im Hals. Das hat mich sehr erschrocken, denn es ist ewig her, dass ich das so hatte und es beunruhigt mich sehr
Ich habe keine Angst, dass ich krank bin, sondern ich habe die große Angst, dass ich wieder mal unfähig bin etwas zu verarbeiten.
Und schon kommt die Frage: Was?
Den Tag über war das beklemmende Gefühl verschwunden. Als es Richtung Heimat ging war es wieder da. Ich habe meine Heimfahrt mit Heulen verbracht und bin der Sache näher gekommen. Je mehr Tränen flossen, desto weniger Schmerzen hatte ich. Ich bin verzweifelt.
Ich habe das Gefühl völlig ineinander verfitzt zu sein! Ich weiß nicht mehr wo vorne und hinten ist!
In solchen Situationen meldet sich regelmäßig die Miniaturausgabe meiner Therapeutin in meinem Ohr. Was würde sie wohl sagen? Sie würde mich fragen, ob ich eine Idee habe, warum ich so fühle. Was mich bewegt und beschäftigt.
Ich sehe mich momentan wieder stark mit dem Thema Trennung konfrontiert und das nimmt mich immer sehr mit. Eine gute Freundin hat eine langjährige Beziehung beendet. Ich habe bewusst versucht emotional dazu Abstand zu halten, das ist nur schwer wenn beide das Thema auch mit mir besprechen wollen. Ich fühle diesen Wust aus Trauer, Wut und Enttäuschung mit und vor allem das Gefühl plötzlich alleine und ohne alles dazustehen, aber auch das Gefühl den anderen unendlich zu verletzen.
Vor zwei Wochen war ich eine Woche alleine, mein Partner war auf Dienstreise. Auch das war ein großes Problem für mich. Ich machte ihm Vorwürfe dafür, die ich so aber nicht aussprach. Ich brauchte zwei Tage um mich einzufinden und aus diesem "Verlassen-worden-sein" rauszufinden. Danach ging es mir gut, ich konnte meine Tage ausgesprochen gut strukturieren. Seit er wieder da ist merke ich wie ich große Probleme habe Nähe wieder zuzulassen. Eine Situation fällt mir dabei besonders schwer und ich weiß nicht genau warum, aber auch hier habe ich eine Ahnung. Ich habe beschlossen das jetzt einfach mal zu schreiben: Ich schlafe gerne mit ihm auf der Couch ein, aber ich habe ein ganz merkwürdiges Gefühl wenn ich aufwache. Und das macht mich fertig
Wenn ich dann noch dabei irgendwie berührt werde ist es vorbei, ich muss aufstehen und gehen.
Dieses Problem habe ich nur in dieser Situation, sonst habe ich damit oder Ähnlichem keine Probleme.
Auch in der kommenden, absehbaren Zeit wird es längere Zeiträume geben, in denen ich alleine sein werde. Ja, ich fühle mich im Stich gelassen und freue mich darüber nicht.
Und nun, was mich wirklich in den Wahnsinn treibt: Natürlich mache ich mir Gedanken um meine Gedanken. Warum komme ich so gut alleine klar, besser als ich dachte? Warum habe ich dann Probleme wieder Kontakt aufzunehmen? Wieso mag ich es nicht mit ihm auf der Couch einzuschlafen?
Meine bisherige Lösungsstrategie: "Du weißt doch, dass du Probleme mit Bindung/ Beziehungen hast. Es war schon immer so, dass du nach "Trennungen" eine Weile gebraucht hast und alles war dann wieder beim alten. Lass das Gedankenkarussel Karussel sein, hör auf zu grübeln, lebe und genieße!"
Das geht immer eine Weile gut, aber insgeheim ist das Gedankenkarussel nur gut verkleidet, es arbeitet im Hintergrund.
Im Hintergrund steht: Was, wenn ich mich mit dieser Lösungsstrategie selbst belüge? Vielleicht habe ich dann bislang alles falsch angepackt, alles falsch gemacht? Vielleicht rede ich mir nur gut genug ein, dass alles gut und schick ist? Vielleicht ist es das gar nicht? Vielleicht bin ich ja gar nicht bindungsgestört sondern kann einfach niemanden lieben (denn dieses Gefühl habe ich, ich bin kalt, abweisend, ein Wunder, dass man es mit mir aushält).
AAAABER (wieder ein neues Karussel): Was, wenn ich doch lieben kann und ich nur eine völlig verklärte Vorstellung davon habe, was Liebe zu sein hat und was Beziehungen ausmacht? (ein großer Anteil meinerseits würde hier nicken).
Ich bin völlig zerrissen. Ich WILL dieses, ich WILL jenes oder vielleicht doch was ganz anderes???
Ich dränge mich von einer Ecke in die nächste und es gibt so viele Möglichkeiten, dermaßen viele Ansätze. Wer bitte sagt mir denn, was auf mich zutrifft? Es kann mir doch keiner meine Fragen beantworten, nur ich selbst! Und ich versuche es, ja ich weiß, im Flüggewerden-Faden wurde auch schon mal über das Zerdenken und Zerreden geschrieben, deswegen nehme ich es hier aber auch wieder auf. Ich weiß überhaupt nicht mehr, wo ich anfangen soll.
Verdränge ich wirklich etwas? Oder rede ich mir nur ein etwas zu verdrängen? Was hätten beide Möglichkeiten dann zur Folge? Ich werde noch verrückt!
Habe ich die Schmerzen und das Engegefühl, weil wirklich etwas ist oder ist es wie bei einer selbsterfüllenden Prophezeiung, dass ich es einfach erwarte und mein Körper darauf anspringt?
Mein Partner kommt nachher heim und ich habe ihm schon gesagt, dass etwas nicht stimmt. Wir sprechen auch sicher darüber, aber worüber eigentlich? Gibt es nun ein Problem oder nicht?
Wie verdeckt und gut getarnt können denn solche frühen Belastungen in Bezug auf Bindung wirklich arbeiten?
Worin ich mir ziemlich sicher bin ist, dass ich mit meinem Partner zusammen sein will und ich glücklich mit ihm bin. Ich bin auch froh nachher mit ihm sprechen zu können. Nach solchen Gesprächen bin ich merkwürdigerweise auch wieder eher in der Lage mich auf ihn einzulassen und das auch zu genießen.
Ich fürchte fast, ich bin völlig verdreht. Ich überrumple mich wohl ständig selbst
Tut mir leid, das ist lang geworden, aber ich wusste nicht, wie ich mein Chaos klein halten kann.
Ich denke man kann davon sprechen, dass ich flügge bin. Ich lebe seit geraumer Zeit selbstständig, versuche meine Probleme selbst zu lösen, Gestalte mein Leben und bin unabhängig von meinen Eltern. Nun geht es wohl" nur" noch darum die hohe Kunst des Fliegens zu erlernen.
Mich hat heute etwas von hinten überrollt. Ich weiß nicht genau was und ich weiß auch nicht genau warum, aber ich habe eine Ahnung.
Heute Morgen fing es an mit einem Engegefühl im Hals. Das hat mich sehr erschrocken, denn es ist ewig her, dass ich das so hatte und es beunruhigt mich sehr
Ich habe keine Angst, dass ich krank bin, sondern ich habe die große Angst, dass ich wieder mal unfähig bin etwas zu verarbeiten.Und schon kommt die Frage: Was?
Den Tag über war das beklemmende Gefühl verschwunden. Als es Richtung Heimat ging war es wieder da. Ich habe meine Heimfahrt mit Heulen verbracht und bin der Sache näher gekommen. Je mehr Tränen flossen, desto weniger Schmerzen hatte ich. Ich bin verzweifelt.
Ich habe das Gefühl völlig ineinander verfitzt zu sein! Ich weiß nicht mehr wo vorne und hinten ist!
In solchen Situationen meldet sich regelmäßig die Miniaturausgabe meiner Therapeutin in meinem Ohr. Was würde sie wohl sagen? Sie würde mich fragen, ob ich eine Idee habe, warum ich so fühle. Was mich bewegt und beschäftigt.
Ich sehe mich momentan wieder stark mit dem Thema Trennung konfrontiert und das nimmt mich immer sehr mit. Eine gute Freundin hat eine langjährige Beziehung beendet. Ich habe bewusst versucht emotional dazu Abstand zu halten, das ist nur schwer wenn beide das Thema auch mit mir besprechen wollen. Ich fühle diesen Wust aus Trauer, Wut und Enttäuschung mit und vor allem das Gefühl plötzlich alleine und ohne alles dazustehen, aber auch das Gefühl den anderen unendlich zu verletzen.
Vor zwei Wochen war ich eine Woche alleine, mein Partner war auf Dienstreise. Auch das war ein großes Problem für mich. Ich machte ihm Vorwürfe dafür, die ich so aber nicht aussprach. Ich brauchte zwei Tage um mich einzufinden und aus diesem "Verlassen-worden-sein" rauszufinden. Danach ging es mir gut, ich konnte meine Tage ausgesprochen gut strukturieren. Seit er wieder da ist merke ich wie ich große Probleme habe Nähe wieder zuzulassen. Eine Situation fällt mir dabei besonders schwer und ich weiß nicht genau warum, aber auch hier habe ich eine Ahnung. Ich habe beschlossen das jetzt einfach mal zu schreiben: Ich schlafe gerne mit ihm auf der Couch ein, aber ich habe ein ganz merkwürdiges Gefühl wenn ich aufwache. Und das macht mich fertig
Wenn ich dann noch dabei irgendwie berührt werde ist es vorbei, ich muss aufstehen und gehen.Dieses Problem habe ich nur in dieser Situation, sonst habe ich damit oder Ähnlichem keine Probleme.
Auch in der kommenden, absehbaren Zeit wird es längere Zeiträume geben, in denen ich alleine sein werde. Ja, ich fühle mich im Stich gelassen und freue mich darüber nicht.
Und nun, was mich wirklich in den Wahnsinn treibt: Natürlich mache ich mir Gedanken um meine Gedanken. Warum komme ich so gut alleine klar, besser als ich dachte? Warum habe ich dann Probleme wieder Kontakt aufzunehmen? Wieso mag ich es nicht mit ihm auf der Couch einzuschlafen?
Meine bisherige Lösungsstrategie: "Du weißt doch, dass du Probleme mit Bindung/ Beziehungen hast. Es war schon immer so, dass du nach "Trennungen" eine Weile gebraucht hast und alles war dann wieder beim alten. Lass das Gedankenkarussel Karussel sein, hör auf zu grübeln, lebe und genieße!"
Das geht immer eine Weile gut, aber insgeheim ist das Gedankenkarussel nur gut verkleidet, es arbeitet im Hintergrund.
Im Hintergrund steht: Was, wenn ich mich mit dieser Lösungsstrategie selbst belüge? Vielleicht habe ich dann bislang alles falsch angepackt, alles falsch gemacht? Vielleicht rede ich mir nur gut genug ein, dass alles gut und schick ist? Vielleicht ist es das gar nicht? Vielleicht bin ich ja gar nicht bindungsgestört sondern kann einfach niemanden lieben (denn dieses Gefühl habe ich, ich bin kalt, abweisend, ein Wunder, dass man es mit mir aushält).
AAAABER (wieder ein neues Karussel): Was, wenn ich doch lieben kann und ich nur eine völlig verklärte Vorstellung davon habe, was Liebe zu sein hat und was Beziehungen ausmacht? (ein großer Anteil meinerseits würde hier nicken).
Ich bin völlig zerrissen. Ich WILL dieses, ich WILL jenes oder vielleicht doch was ganz anderes???
Ich dränge mich von einer Ecke in die nächste und es gibt so viele Möglichkeiten, dermaßen viele Ansätze. Wer bitte sagt mir denn, was auf mich zutrifft? Es kann mir doch keiner meine Fragen beantworten, nur ich selbst! Und ich versuche es, ja ich weiß, im Flüggewerden-Faden wurde auch schon mal über das Zerdenken und Zerreden geschrieben, deswegen nehme ich es hier aber auch wieder auf. Ich weiß überhaupt nicht mehr, wo ich anfangen soll.
Verdränge ich wirklich etwas? Oder rede ich mir nur ein etwas zu verdrängen? Was hätten beide Möglichkeiten dann zur Folge? Ich werde noch verrückt!
Habe ich die Schmerzen und das Engegefühl, weil wirklich etwas ist oder ist es wie bei einer selbsterfüllenden Prophezeiung, dass ich es einfach erwarte und mein Körper darauf anspringt?
Mein Partner kommt nachher heim und ich habe ihm schon gesagt, dass etwas nicht stimmt. Wir sprechen auch sicher darüber, aber worüber eigentlich? Gibt es nun ein Problem oder nicht?
Wie verdeckt und gut getarnt können denn solche frühen Belastungen in Bezug auf Bindung wirklich arbeiten?
Worin ich mir ziemlich sicher bin ist, dass ich mit meinem Partner zusammen sein will und ich glücklich mit ihm bin. Ich bin auch froh nachher mit ihm sprechen zu können. Nach solchen Gesprächen bin ich merkwürdigerweise auch wieder eher in der Lage mich auf ihn einzulassen und das auch zu genießen.
Ich fürchte fast, ich bin völlig verdreht. Ich überrumple mich wohl ständig selbst
Tut mir leid, das ist lang geworden, aber ich wusste nicht, wie ich mein Chaos klein halten kann.

oder:
Ehrlich, ich stehe völlig auf der Leitung, ich habe nicht den blassesten Schimmer - und darin liegt offenbar wirklich die Ursache.


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