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Die Kunst des Fliegens

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    #16
    ich mach das jetzt auch mal schnell wie ich es in den letzten tagen ein paar mal hier gelesen habe:

    - wenn es ihn gäbe, hätte ich den "gefällt-mir" - button gedrückt bei deinem beitrag, serafin!

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      #17
      doch noch schnell inhaltlich - und sorry, jannes, leider nochmal oton -

      das, was du beschreibst, serafin, als "mal an den anderen parametern schrauben", ist mir in einer ausbildung auch schonmal untergekommen. wenn ich mich recht erinnere, haben sie sich auf humberto maturana und sein menschenbild berufen. um ihn zu googlen hab ich keine zeit mehr, ich starte jetzt in nen 12-stunden-arbeitstag.

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        #18
        @ Serafin

        Zitat von Serafin
        wenn ich hier im Forum etwas poste, erhoffe ich mir, dass meine Gedanken wohlwollend aufgenommen und vielleicht weiter gesponnen werden, falls jemand darin etwas Nützliches für sich entdeckt.
        Das kann ich dir nachfühlen. Mir geht es da genauso.
        Wenn du ergo [beispielsweise] "nicht mehr mit ansehen kannst, wie wir - deinem Empfinden nach - alles Satz für Satz aufdröseln ... und das der direkte Weg sei, um den Wald vor lauter Bäumen aus den Augen zu verlieren", muss ich wohl davon ausgehen, dass du Jannes´ und meinen Austausch nicht sonderlich "wohlwollend aufgenommen" und in der Konsequenz "auch nicht weiter gesponnen hast". Du hast vielleicht "nichts Nützliches für dich darin entdeckt", ... was vielleicht für dich, jedoch nicht zwingend auch für Jannes und mich gilt ...
        Ich weiss, dir ist sprachliche und inhaltliche Korrektheit ausserordentlich wichtig. Mir nicht immer.
        Sie ist mir nicht nur wichtig, sondern dient auch - und besonders in einer möglichst erfolgreichen Kooperation - einem "genauso ernst zu nehmenden Zweck".

        Wenn ein Schneider nicht korrekt arbeitet, passt der Anzug nicht. Wenn ein Chirurg nicht "korrekt" vorgeht, schneidet er seinem Patienten vielleicht das falsche Teil ab.

        Ich habe die Erfahrung mehrmals gemacht (was sie freilich nicht zur Norm erhebt), dass Menschen (in großen Zügen) in ihren Reden und in ihrem Schreiben auch ihre Denk-, Handlungs- und Verhaltensweisen wiederspiegeln.

        @ Tanzende und Jannes

        Danke Tanzende für die Erinnerung an Alberto Maturana >> Zusammen mit Varela entwickelte Maturana eine Systemtheorie der Kognition (auch Santiago-Theorie genannt). Darin wird die Kognition, der Erkenntnisprozess, mit dem Prozess des Lebens gleichgesetzt. Kommunikation ist demzufolge keine Übermittlung von Information, sondern eine Verhaltenskoordination zwischen lebenden Organismen durch wechselseitige strukturelle Koppelung. Nach Maturana können wir das menschliche Bewusstsein nur durch die Sprache und den gesamten sozialen Kontext verstehen, in den diese eingebettet ist.
        (fett von mir)
        Um meinen Lehrern zu folgen, würde ich den (von mir) fett hervorgehobenen Satz so formulieren:

        Kommunikation ist nicht bloß eine Übermittlung von Information (verbal), sondern ebenfalls - u.a. durch die Wechselwirkung nonverbaler Kommunikation - eine Verhaltenskoordination zwischen lebenden Organismen durch wechselseitige strukturelle Koppelung.

        Ergo hängt es mMn von der Qualität der Sprache (und selbstverständlich auch jener der nonverbalen Kommunikation) ab, wie sich eine wechselseitige strukturelle Koppelung entwickelt.

        Da wir hier im Forum auf die Sprache als Meinungs- und Einfluss-Vehikel angewiesen sind, steht ihr mMn eine dementsprechende Wichtigkeit und Korrektheit zu.

        Gerne zurück OT

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          #19

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            #20
            Da bin ich wieder. Heute gabs keine Krämpfe, dafür viele Situationen, in denen ich mich stark zusammen reißen musste. Dabei lenkt der Unterricht gut ab, der Kopf ist dann beschäftigt. Nur zwischen den Stunden hängt da Traurigkeit an mir und stehen mir Tränen in den Augen.
            Was die Kommunikation zu Hause angeht bin ich ein absoluter Trampel. Nachdem wir gestern alles besprochen haben fällt es mir heute schwer ihm freundlich zu begegnen. Gerade hat sich mein Gefühl auf die Vorstellung des Alleinseins demnächst gewandelt. Ich sehne es nicht herbei, aber ich glaube eine Woche mir selbst überlassen zu sein kann mir helfen. Nur mit mir zu sein, nicht zum Grübeln, sondern um mir näher zu kommen.

            Lieber Serafin,
            danke, für deinen Input! Auch ich empfand ihn als angenehm. Obgleich ich jemand bin, der auch gerne (kopflastig) im Detail bohrt und dröselt, ist das auch eine Richtung, an die ich nun nicht gedacht habe. Körperlich ausgelastet bin ich mit Sicherheit nicht. Aufgrund deiner Schilderungen fiel mir ein, wie ich mich manchmal beim Stricken unendlich weit weg bewege. Ein Gefühl der inneren Ruhe, als würde mein Kopf auf Sparflamme laufen und nur das Nötigste aufrecht erhalten. Sehr angenehm, aber leider auch sehr selten. Und mich mit dem Ziel hinzusetzen: So, jetzt stricke/ häkle/ male/ knete/ nähe ich mal, um in mir zu ruhen klappt leider nicht Gartenarbeiten mache ich auch gerne, das befreit auch. Ich habe verschiedene Entspannungstechniken erlernt und sicher setze ich sie auch nicht konsequent genug um, um nicht zu sagen kaum. Aber du erinnerst mich daran, dass meine Therapeutin mir ans Herz gelegt hat tatsächlich eine Entspannungstechnik regelmäßig auszuüben.
            Ich kann mir vorstellen, dass deine Denkrichtung, die du hier eröffnest, einen wichtigen Punkt anspricht, der bei der Lösung des Problems helfen kann. Es ist mir schon fast peinlich, dass ich all diese den Körper betreffenden Dinge ja auch ein Stück weit inhaltlich unterrichte. Aber unterrichten heißt ja nicht zwangsweise leben.

            @Shepherd:
            Es ist manchmal schon schwer zu erkennen, ob Dinge nun "pubertär" oder "normal" sind. Man könnte die Frage auch sausen lassen und meinen, es ist völlig egal, was es ist und warum man es tut. Aber ich habe nun in meinem Alter Zeit und andere Ressourcen Dinge zu tun, für die ich früher keine Zeit hatte. Natürlich mache ich diese Dinge. Ich genieße es, es tun zu können, aber Wehmut ist auch dabei (denn Dinge mit 28 zu machen, die in die Pubertät gehören - ist das nicht armselig? Sollte ich nicht reif sein )
            Doch reif kann auch sein drüber zu stehen und einfach beim Spaß an der Sache zu bleiben. Wen juckt es schon und wenn nicht jetzt, wann dann? Oder warum dafür einen bestimmten Altersabschnitt vorsehen?
            Es ist ja auch nicht so, als würden wir hier von Dingen sprechen, die mich nun in meiner Realität völlig unglaubwürdig erscheinen lassen. Für mich sind diese Teenie Dinger vor allem "Mädchenkram" (ich gebe mich ja schon mit wenig zufrieden). Dennoch ist es auch ein merkwürdiges Gefühl mich selbst erst eigenständig in diese Position bringen zu müssen, um all das tun zu dürfen.
            Ich bin mir selbst entwachsen, ein Teil kam aber wohl nicht mit.

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              #21
              Liebe Jannes,

              ich schaffe es heute nicht, richtig in Dein Thema einzusteigen, wollte aber wenigstens noch hierzu ein paar Worte schreiben:

              Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
              Richtig, ... und wer oder was löst die Probleme?
              Mit Blümchen-Pflücken, Fussballspielen oder Yoga ist sicherlich manches zu erreichen, doch Körperarbeit (um es mal so zu nennen) ist nicht alles.
              Yoga (z.B.) richtig gemacht, gibt Befreiung und Lockerung, es löst jedoch keine Probleme. Fusballspielen auch nicht, wiewohl es als Additiv zu einer tiefer gehenden "Arbeit" als Körperarbeit sehr nützlich sein kann.

              Deine Vorschläge in Ehren, nur sind das nur die Zutaten. Das Steak dazu fehlt noch.
              Lieber Shepherd, als Vegetarierin bin ich es gewöhnt, dass andere meinen, ich würde "nur von Beilagen" leben, weshalb mich Deine Metapher in besonderer Weise zum Schmunzeln bringt Aber dies nur am Rande....

              Meine Erfahrungen mit Yoga und Akupunktur gehen weit über das hinaus, was Du hier (in dieser Formulierung) der "Körperarbeit" zuzutrauen scheinst. Wie Du weißt, bin ich durchaus auch ein kopflastiger, verbal-orientierter Mensch, der lieber mal drei Probleme zuviel als eines zu wenig wälzt. Aber sogar ich durfte die Erfahrungen machen, dass man z.B. über das Lösen körperlicher Blockaden (die Erscheinungsformen sind vielfältig: Verspannungen,Steifigkeiten, Ungeschicklichkeiten, Unbehagen in bestimmten Positionen, Schmerzzustände aller Art etc.) sich mit einem Mal eines Problems bewusst wird, das man im selben Moment löst oder aber eines löst, dem man erst im Nachhinein reflexiv auf die Schliche kommt. Das sind erstaunliche und beglückende Momente, die sich bei der Akupunktur in einem Zustand völliger Passivität ereignen können, im Yoga dagegen eine intensivere regelmäßige Übungsaktivität voraussetzen. Beide Formen der "Körperarbeit" habe ich aber tatsächlich als problemlösend und nicht nur als bewusstmachend erleben dürfen. Auch Kunsttherapien funktionieren m.E. so, indem sie nicht einfach nur Mittel und Weg zur Verbalisierung, also quasi Propädeutik für das psychotherapeutische Gespräch, sind, sondern Problemlösungspotential in der eigenen Ausdrucks- und Wirkform der jeweiligen Kunstform in sich tragen.

              Liebe Jannes, hast Du schon mal Yoga ausprobiert? Du schreibst von "verschiedenen Entspannungstechniken" und manchmal wird der Yoga dazugerechnet, was meines Erachtens eine problematische Zuordnung ist. In jedem Fall könnte ich mir vorstellen, dass Du als jemand, der körperlich sehr aktiv sein kann, im Yoga eine gute Mischung aus klarer, körperlicher Forderung, Atemtechnik, Entspannung sowie Achtsamkeits- und Bewusstseinsschulung finden könntest, die auf den unterschiedlichsten Ebenen Prozesse anstoßen und befördern kann.

              Ganz liebe Grüße in die Runde!
              Eure Chaja

              Kommentar


                #22
                Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                Lieber Shepherd, als Vegetarierin bin ich es gewöhnt, dass andere meinen, ich würde "nur von Beilagen" leben, weshalb mich Deine Metapher in besonderer Weise zum Schmunzeln bringt Aber dies nur am Rande....


                Meine Erfahrungen mit Yoga und Akupunktur gehen weit über das hinaus, was Du hier (in dieser Formulierung) der "Körperarbeit" zuzutrauen scheinst. Wie Du weißt, bin ich durchaus auch ein kopflastiger, verbal-orientierter Mensch, der lieber mal drei Probleme zuviel als eines zu wenig wälzt. Aber sogar ich durfte die Erfahrungen machen, dass man z.B. über das Lösen körperlicher Blockaden (die Erscheinungsformen sind vielfältig: Verspannungen,Steifigkeiten, Ungeschicklichkeiten, Unbehagen in bestimmten Positionen, Schmerzzustände aller Art etc.) sich mit einem Mal eines Problems bewusst wird, das man im selben Moment löst oder aber eines löst, dem man erst im Nachhinein reflexiv auf die Schliche kommt.
                Das kann ich - unter anderem durch Erfahrungen mit bioenergetischer Analyse und Übungen mit sporttherapeutischem Charakter - ohne weiteres bestätigen. Die Erfolge, bzw. die spontanen und oft unerwarteten Entdeckungen sind Legion und in zahlreichen Fallstudien festgehalten.
                Das sind erstaunliche und beglückende Momente, die sich bei der Akupunktur in einem Zustand völliger Passivität ereignen können, im Yoga dagegen eine intensivere regelmäßige Übungsaktivität voraussetzen. Beide Formen der "Körperarbeit" habe ich aber tatsächlich als problemlösend und nicht nur als bewusstmachend erleben dürfen. Auch Kunsttherapien funktionieren m.E. so, indem sie nicht einfach nur Mittel und Weg zur Verbalisierung, also quasi Propädeutik für das psychotherapeutische Gespräch, sind, sondern Problemlösungspotential in der eigenen Ausdrucks- und Wirkform der jeweiligen Kunstform in sich tragen.
                Solche Wirkungen und Erfolge leugne und banalisiere ich nicht, ich begrüße sie, ... wiewohl sie nicht den "Tiefgang" erreichen, der dazu notwendig ist, an die eigentliche Ursache zu gelangen, beispielsweise eine Neurose zu "lösen". Sie erreichen sie wohl/vielleicht und über den Körper gelangen auch "Reize" an die Quelle/Wurzel=Neurose, eine "Behandlung" derselben ist dadurch jedoch nicht gegeben - auch nicht bei intensivster Empfindung und ausgiebigster Reflexion.
                • [**]Was an dieser "Stelle" der Introspektion "geschieht", kann vom Bewusstsein nicht vollends erfasst, ergo von unseren Reflexionen (Überlegungen, Schlußfolgerungen, Vergleichen, Abgleichen usw., die sich auf kognitivem Plan abspielen) nicht vollends "analysiert" und ganzheitlich in Beziehung gebracht werden.
                  Was wir nämlich bewusst nicht "können", ist unsere Überlegungen führen und gleichzeitig unseren Emotionen nachspüren, weil - banal ausgedrückt - unser Bewusstsein linear "funktioniert" und deshalb nicht in der Lage ist (nicht fähig ist) mehrere Aktivitäten gleichzeitig zu bewältigen >> kognitiv überlegen und emotional hinterfragen. (Dein Dillemma, liebe Jannes)

                Um es sehr vereinfacht auszudrücken, sind die Symtome enträtselt, lokalisiert und besänftigt. Das symptomatische/sekundäre Problem ist gelöst > (vergl deine geschilderten Erfahrungen). Das Befinden der Person wird sich möglicherweise um ein Beträchtliches verbessern und sie wird ihr Leben "anders" wahrnehmen können. Sie wird sich vielleicht wähnen, wieder "in Ordnung zu sein" und über die Freude und die Genugtuung des Erfolges die ehemaligen Unpässlichkeiten relativ schnell "vergessen".

                Es geht ihr wieder gut/besser.

                Nur, der "Herd", an dem das "Grundübel" verankert ist, ist damit nicht "weg" und wird sich über kurz und lang in ähnlicher Manier (wie bspw. die Krebs-Metastasen) an einem "anderen empfindlichen Ort" des physischen und phsychischen Menschen manifestieren, mit neuen Symptomen, mit neuen Merkmalen und neuen Schmerzen oder Unpässlichkeiten. Auf den ersten Blick also "eine neue, eine andere Krankheit", auf den zweiten jedoch erkennt der aufmerksame Beobachter relativ schnell, dass "der alte, verbannt gewähnte Feind lediglich durch eine andere Tür wieder hereingekommen ist".

                Es kann Monate und Jahre dauern bis er sich bemerkbar macht und je länger es dauert, umso stärker und überwältigender wird er ... und umso schwerer wird es dann, ihn wieder in seine Schranken zu weisen.

                Ältere Menschen, die den Überblick über sich behalten oder wiedergewonnen haben, werden bestätigen, wie "anstrengend und frustrierend" es ist, "alte Wunden, die nicht ordentlich ausgeheilt wurden und sporadisch wieder aufbrechen" zu behandeln, die Konsequenzen zu ertragen und mit der Erkenntnis leben zu müssen, dass es nunmehr "vielleicht" zu spät ist, ... weil die zur Genesung notwendige Energie fast erschöpft ist.







                liebe Jannes,

                Wenn ich solches hier so von mir gebe, dann bezieht sich das nicht automatisch und ausdrücklich und "nur" auf dich (da es in deinem Faden geschieht), sondern schildert lediglich "Empirisches und ergo
                Grundsätzliches" auf eine versuchweise einfache Manier. Es schildert tatsächliche Möglichkeiten, oft festgestellte und nachgeprüfte Abläufe und Interaktionen zwischen unserem physischen und unseren psychischen Teil.

                Der Unterschied zwischen Information und Therapie liegt ergo auf der Hand. Mit Erklärungen "macht man niemand gesund". Mit Behandlung(Therapie) schon, weshalb sich eine Therapie auch "anders zeigt" und gänzlich anders abläuft als die Weitergabe von Information und Erklärung.
                Der Spruch "dass es ans Eingemachte ginge", schreckt viele ab. Therapie ist zwar "Arbeit", sie kann (wie jede Arbeit) jedoch auch passend, angenehm, luftig und locker, lustig und erleichternd, mitunter süßlich schmerzlich sein und auch traurig. Sie umfasst in ihrer Wirkung alle unsere inneren Anteile und die sind es, die die erwähnten (und noch andere) Emanationen tragen/darstellen.
                Wie jeder Weg, hat auch dieser seine unbequemeren Steigungen und ist mit Stolpersteinen gespickt. Die Steigungen "führen uns in die Höhe" und die Stolpersteine sind die Herausforderungen, denen wir uns stellen. Vor uns lockt das Ziel sozusagen als Belohnung, es ist jedoch "unterwegs", wo alles das geschieht, was das Ziel ausmacht und erst ermöglicht. In diesem Sinn ist der fernöstliche Spruch zu verstehen: der Weg ist das Ziel.



                Eigentlich greifen wir alle, indem wir uns verändern wollen, sozusagen in unsere persönliche und in die universale "kausale Entwicklung" ein. Wir beeinflussen sie und fügen ihre gewissermaßen neue Impulse zu, die sich dann zu neuen Verästelungen innerhalb der Kausalkette entwickeln.
                Da ausnahmslos alles interaktiv vernetzt ist, wirkt nichts nur in eine Richtung. (u.a. die Funktionsweise eine Therapie) Auf diese Weise gelangt man "zufällig" (es fällt uns zu) an neue Impulse und nähern sich kontinuierlich dem Ziel.
                Je früher an Jahren man beginnt, desto länger kann man von den Erfolgen zehren.

                Zitat von Jannes
                Es ist manchmal schon schwer zu erkennen, ob Dinge nun "pubertär" oder "normal" sind. Man könnte die Frage auch sausen lassen und meinen, es ist völlig egal, was es ist und warum man es tut. Aber ich habe nun in meinem Alter Zeit und andere Ressourcen Dinge zu tun, für die ich früher keine Zeit hatte. Natürlich mache ich diese Dinge. Ich genieße es, es tun zu können, aber Wehmut ist auch dabei (denn Dinge mit 28 zu machen, die in die Pubertät gehören - ist das nicht armselig? Sollte ich nicht reif sein )
                Gemessen an den Standarts - die an sich niemand ganz erfüllt - sind wir ergo alle irgendwie und irgendwo nicht reif, weshalb sich auch unser so oft missverständlich zitiertes inneres Kind noch allenthalben mit Ansprüchen meldet und ggf. an unserem Gehaben herum meckert.
                Doch reif kann auch sein drüber zu stehen und einfach beim Spaß an der Sache zu bleiben. Wen juckt es schon und wenn nicht jetzt, wann dann? Oder warum dafür einen bestimmten Altersabschnitt vorsehen?
                Selbstverständlich wünsche auch ich mir (und viele andere sich) "beim Spaß an der Sache zu bleiben", doch unser hauptsächlich erworbenen Verhaltensweisen, unsere kulturelle Prägung machen uns da einen Strich durch die Rechnung.
                Die Pubertät ist ein Lebensabschnitt, der von seiner Bedeutung und seiner Abgrenzung und seiner Funktion fast bis in die Primatenzeit zurückgeht und umfassend sozusagen als "Entwicklungsverhalten" in unseren Neuronen eingebrannt ist. Ich behaupte mal, dass eine radikale oder undurchdachte, versuchsweise Abkehr von diesen "kulturell gewachsenen Traditionen" sehr "ungesund" wäre. (wir haben auch nur zwei Arme, wiewohl wir uns manchmal vielleicht drei oder vier wünschen. Hätten wir bsw. "plötzlich" vier, würden wir uns wohl hilflos damit verheddern )
                Es ist ja auch nicht so, als würden wir hier von Dingen sprechen, die mich nun in meiner Realität völlig unglaubwürdig erscheinen lassen. Für mich sind diese Teenie Dinger vor allem "Mädchenkram" (ich gebe mich ja schon mit wenig zufrieden). Dennoch ist es auch ein merkwürdiges Gefühl mich selbst erst eigenständig in diese Position bringen zu müssen, um all das tun zu dürfen.
                Ja, ein merkwürdiges Gefühl, welches mitunter auch einen merkwürdigen Nachgeschmack bewirkt von "konfuser Unvollständigkeit seiner selbst".
                Ich bin mir selbst entwachsen, ein Teil kam aber wohl nicht mit.
                Das, liebe Jannes, ist "zurückrufbar".

                lieben Gruß
                Zuletzt geändert von Shepherd; 06.09.2013, 10:48. Grund: Fehler und Nachtrag

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                  #23
                  Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen


                  Eigentlich greifen wir alle, indem wir uns verändern wollen, sozusagen in unsere persönliche und in die universale "kausale Entwicklung" ein. Wir beeinflussen sie und fügen ihre gewissermaßen neue Impulse zu, die sich dann zu neuen Verästelungen innerhalb der Kausalkette entwickeln.
                  Nur so als Impuls weils mir grad durch den Kopf schoss, evt. wirken viele solche "Veränderungen" nur kurz weil wir es gar nicht können? Evt. können wir uns nur zu dem "hinentwickeln" was wir im eigentlichen immer schon waren?

                  Sorry fürs OT Jannes

                  Kommentar


                    #24
                    Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                    Nur so als Impuls weils mir grad durch den Kopf schoss, evt. wirken viele solche "Veränderungen" nur kurz weil wir es gar nicht können? Evt. können wir uns nur zu dem "hinentwickeln" was wir im eigentlichen immer schon waren?

                    Sorry fürs OT Jannes
                    In gewisser Weise "sind wir noch immer, was wir schon immer waren". Nur sind "unterwegs zum Hier und Jetzt" viele unserer ureigenstgen Ressourcen verschütt gegangen. Und die sind "zurückrufbar".

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                      #25
                      Liebe Chaja,

                      Zitat von Chaja Beitrag anzeigen

                      Liebe Jannes, hast Du schon mal Yoga ausprobiert? Du schreibst von "verschiedenen Entspannungstechniken" und manchmal wird der Yoga dazugerechnet, was meines Erachtens eine problematische Zuordnung ist. In jedem Fall könnte ich mir vorstellen, dass Du als jemand, der körperlich sehr aktiv sein kann, im Yoga eine gute Mischung aus klarer, körperlicher Forderung, Atemtechnik, Entspannung sowie Achtsamkeits- und Bewusstseinsschulung finden könntest, die auf den unterschiedlichsten Ebenen Prozesse anstoßen und befördern kann.

                      Ganz liebe Grüße in die Runde!
                      Eure Chaja
                      mit Yoga habe ich noch gar keine Erfahrungen gesammelt. Ich wollte es mal vor einigen Wochen ausprobieren, habe bislang hier aber noch nichts geeignetes gefunden. Wenn, dann würde wahrscheinlich eine regelmäßige Gruppe in Frage kommen. Ich schaffe es nicht mir zeitlich selbst Raum für solche regelmäßigen Dinge einzurichten. Aber mit einer Gruppe würde es klappen.

                      @Shepherd und Nordhimmel:

                      Nur zu, das alles gehört hier ja irgendwie mit rein und ist daher nicht OT.
                      Ich finde es übrigens immer wieder sehr spannend, von so unterschiedlichen Ansätzen zu lesen. Man blendet oft Offensichtliches einfach aus. Meinen Körper und Körperlichkeit überhaupt hatte ich nicht auf dem Plan.

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                        #26
                        Liebe Jannes,

                        Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                        mit Yoga habe ich noch gar keine Erfahrungen gesammelt. Ich wollte es mal vor einigen Wochen ausprobieren, habe bislang hier aber noch nichts geeignetes gefunden. Wenn, dann würde wahrscheinlich eine regelmäßige Gruppe in Frage kommen. Ich schaffe es nicht mir zeitlich selbst Raum für solche regelmäßigen Dinge einzurichten. Aber mit einer Gruppe würde es klappen.
                        Zu Beginn würde ich sowieso jedem raten, einen Yoga-Kurs zu belegen, um da in den Yoga eingeführt und an die Abläufe herangeführt zu werden. Es geht ja nicht darum, irgendwelche Körperhaltungen mit vielen Verrenkungen einzunehmen, indem man z.B. eine Abbildung nachahmt, sondern vielmehr müssen diese Haltungen von innen heraus aufgebaut werden. Das geht einfach am besten mit der Unterstützung eines Yoga-Lehrers, der einen mit seiner Stimme Schritt für Schritt hinführt, damit man nicht ständig überlegen muss, welche Hand jetzt wohin soll und wohin man welchen Fuß setzt. Außerdem nimmt man in so einem Kurs dann ganz nebenbei etwas von der Yoga-Philosophie auf, die einem zu viel Gelassenheit verhelfen kann. Wenn einem gewisse Basis-Übungen vertraut geworden sind, kann man auch gut alleine üben, aber man sollte eben erstmal wissen wie - schon deswegen, damit man sich nicht wehtut, weil man sich überfordert, die Körperhaltungen falsch aufbaut oder falsch wieder verlässt.

                        Yoga-Kurse werden übrigens bei den meisten Krankenkassen als Präventionskurse anerkannt und die Kosten deswegen zu einem Gutteil rüclkerstattet. In der Zeit, als ich Yoga-Kurse belegt hatte, habe ich nur etwa 20 von 120 EUR für 10 Kurswochen selbst zahlen müssen. Nur als Hinweis...

                        Ganz liebe Grüße an Dich!
                        Deine Chaja

                        Kommentar


                          #27
                          Liebe Chaja,

                          Zitat von Chaja Beitrag anzeigen

                          Yoga-Kurse werden übrigens bei den meisten Krankenkassen als Präventionskurse anerkannt und die Kosten deswegen zu einem Gutteil rüclkerstattet. In der Zeit, als ich Yoga-Kurse belegt hatte, habe ich nur etwa 20 von 120 EUR für 10 Kurswochen selbst zahlen müssen. Nur als Hinweis...

                          Ganz liebe Grüße an Dich!
                          Deine Chaja
                          Natürlich brauche ich auch vor allem deswegen einen Kurs, weil ich absolut keine Ahnung davon habe Weiterführend habe ich nur schon geschaut, ob es unabhängig von den Kursen (10 x eine Stunde - Yoga für Einsteiger) die sich danach wieder trennen auch feste Yoga Gruppen gibt. Vielleicht ist Yoga ja aber auch etwas, was mich vom Fleck weg vom Hocker reißt und es mir leicht fällt es in meinen Alltag zu integrieren. Dann bräuchte ich keine feste Gruppe mehr. Dass auch Yoga von den Krankenkassen gefördert wird war mir so auch noch nicht klar, danke für den Hinweis!

                          Ich träume ja recht häufig sehr klar. Nun hatte ich letzte Nacht einen Traum, der meine Situation wohl gut zu beschreiben scheint.
                          Mein Partner und ich hatten ein Grundstück mit Häuschen erworben, es sah aber anders aus als unser eigenes. Ich ließ die Hunde nach draußen, als etwas auf dem Grundstück einen der Hunde anfiel. Als ich es entdeckte, schlug unser Hund gerade zurück. Es war ein großes Tier, welches ich dann an einem Treppengeländer vorfand. Ich dachte zuerst, es wäre zerfetzt, aber es war noch in einem Stück und lebte auch noch, war allerdings verletzt. Es war ein Luchs. Völlig überrascht und verängstigt rief ich meinen Partner und fragte, was das Tier hier auf dem Grundstück macht. Er wusste offenbar und erzählte mir dann, dass wir uns beim Kauf des Hauses + Grundstück doch automatisch bereit erklärt hatten, diese Tiere mit aufzunehmen und zu versorgen und zu pflegen. Für mich war klar, mein Partner hatte sich das nicht gut überlegt, immerhin hatte der Luchs ja unseren Hund angefallen. Der lag immer noch verletzt am Geländer. Als ich hin ging, um zu schauen, biss er mich in den Arm.

                          Für mich heißt das in kurz, dass es "hausgemachte" Dämonen in der Beziehung gibt, denen sich mein Partner eher bewusst war als ich. Er kommt mit Problemen in einer Beziehung klar und diese kommen für ihn auch nicht überraschend, immerhin wussten wir ja vorher davon und haben auch noch eingewilligt. Mir waren diese Dinge nicht nur kaum bewusst, ich lasse mich auch noch von ihnen aus der Ruhe bringen, habe Angst vor ihnen und lasse mich auch noch von ihnen beißen.

                          Leider kann ich nicht mehr sagen, was danach passierte.
                          Wie ich den Hund interpretieren soll ist mir nicht ganz klar. Er ging recht aggressiv vor, sehr impulsiv und verletzte sich dabei auch. Vermutlich eine Seite von mir, dir hier versucht kampferprobt alles, was sich bewegt, zu erlegen.

                          Ich wusste gar nicht, dass mein Hund und ich uns so ähnlich sind

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                            #28
                            Ich finde Träume ja meistens sehr spannend und versuche mich bei meinen eigenen auch manchmal im deuten.

                            Ich lass dir mal ein bisschen was zum Thema Luchs da.
                            Schlüsselworte: wild, territorial, unabhänig, still, geduldig, seidig

                            Transzendente Bedeutung: Verstehen deiner Einstellung zu Unabhängigkeit und Abhängigkeit.

                            Träume sind übrigens selten "direkt" zu deuten. Oft geht es um grundsätzliche Dinge die wir in ganz seltsame Situationen übertragen. Die Situationen selbst, haben damit dann gar nichts zu tun.

                            Ich dachte spontan daran, dass sich in dir vielleicht gerade Bedürfnisse bekämpfen. Der Luchs steht für Unabhängigkeit und der Hund für Treue.

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                              #29
                              @ Jannes

                              Träume haben ausnahmslos etwas mit dem Träumenden zu tun. Sie behandeln "Dinge", die nur uns betreffen, da das Unbewusste "unseres" ist und nicht das "von jemand anders".

                              Personen (auch Tiere und Dinge usw.) stehen in Träumen immer stellvertretend für Anteile in uns. Sie "besetzen eine Rolle" um den Traum zu "illustrieren" und um andere, in Beziehung stehende ältere Begebenheiten, Vorkommnisse und Erfahrungen, jedoch auch um Tagesreste (auch vom Vortag ) "aufzuarbeiten, zu behandeln, erhellen zu wollen, weiterführende Tips zu geben ...."

                              Zitat von Nordhimmel
                              ... dass sich in dir vielleicht gerade Bedürfnisse bekämpfen. Der Luchs steht für Unabhängigkeit und der Hund für Treue.
                              Sowieso eines deiner Themen, liebe Jannes (Trennung oder ausharren - erdulden oder frei/unabhängig sein .... oder einen emotional integrierten Kompromiss schießen, ... mit dir, nicht mit anderen).
                              Hund und Luchs sind an sich keine Feinde, da beide im Prinzip (von Natur aus) einen anderen Lebensraum beanspruchen. Werden sie zusammengeführt oder kommen durch Umstände zusammen, "kämpfen" sie naturgemäß um das "leadership".
                              Durch den Kampf entstehen Verletzungen und einer wird "vorläufig" obsiegen. Damit beide in demselben Lebensraum nebeneinander und miteinander leben können, werden sie zwingend einen Lernprozess (eine Re-Initiation ihrer Verhaltensweisen usw.) durchmachen müssen, ... oder sich weiterhin bekämpfen, bis einer definitiv unterliegt, oder bis einer definitiv aufgibt, sich unterordnet oder den gemeinsamen Lebensraum verläßt.

                              Wenn du von Dämonen sprichst, bist du auf dem richtigen Weg. Deine Dämonen (oder der innere Dreckskerl) piesaken dich. Warum? Sichernicht, weil es ihnen Spaß macht. Es ist ihre Aufgabe zu piesaken, um "auf verkorkste Weise" Alternativen aufzuzeigen und dich dadurch zu motivieren, einen oder mehrere neue Blickwinkel einzunehmen.

                              Träume sind sehr oft (wenn nicht sogar immer) als Metaphern "verkleidete" Details oder Geschichten, die auf ihre Weise innere Prozesse "erzählen".

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                                #30
                                Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen

                                Ich dachte spontan daran, dass sich in dir vielleicht gerade Bedürfnisse bekämpfen. Der Luchs steht für Unabhängigkeit und der Hund für Treue.

                                Liebe Nordhimmel,

                                das trifft es. Der Luchs zahlt für seine Unabhängigkeit aber den Preis der Einsamkeit, er ist ein Einzelgänger während Hunde Rudeltiere sind und die Gemeinschaft des Rudels ihnen Schutz und Halt gibt.


                                Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                                @ Jannes

                                jedoch auch um Tagesreste (auch vom Vortag ) "aufzuarbeiten, zu behandeln, erhellen zu wollen, weiterführende Tips zu geben ...."
                                Was das angeht, ist mein Unterbewusstes recht zuverlässig

                                Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                                Werden sie zusammengeführt oder kommen durch Umstände zusammen, "kämpfen" sie naturgemäß um das "leadership".
                                Durch den Kampf entstehen Verletzungen und einer wird "vorläufig" obsiegen. Damit beide in demselben Lebensraum nebeneinander und miteinander leben können, werden sie zwingend einen Lernprozess (eine Re-Initiation ihrer Verhaltensweisen usw.) durchmachen müssen, ... oder sich weiterhin bekämpfen, bis einer definitiv unterliegt, oder bis einer definitiv aufgibt, sich unterordnet oder den gemeinsamen Lebensraum verläßt.
                                Einen Hund kann ich führen, selbst auf der Jagd habe ich die Chance ihn abzurufen, um ihn selbst und auch den Gejagten zu schützen. Mit einem Hund kann ich trainieren und Lernprozesse anschieben, aber nicht mit einem Luchs (jedenfalls sagt mir das mein Gefühl).
                                Das würde allerdings bedeuten, dass ich das Bedürfnis nach Nähe, Schutz, Zuwendung im Rahmen eines Rudels beschneiden kann, aber keine Möglichkeit sehe den Wunsch nach Freiheit und Unabhängigkeit anzupassen. Die Rechnung geht also so nicht auf, der Gewinner stünde schon fest. Mir fällt selbst auf, dass ich beides wieder getrennt voneinander betrachte. Wenn der Luchs hier unbedingt bleiben soll, dann braucht er ein größeres, abgetrenntes Territorium. Hund und Katze kriege ich wohl nicht gemeinsam an einen Tisch. Das kann ich wohl auch nicht von ihnen verlangen. Der Mensch muss also für angemessene Bedingungen sorgen.

                                Edit:
                                Dränge ich den Luchs in die Ecke, gebe ich ihm nicht genug Raum, dann beginnt er mich zu beißen.
                                Zuletzt geändert von Jannes; 08.09.2013, 10:32. Grund: Ergänzung

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