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Die Kunst des Fliegens

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    Du kannst dich sehr wohl auf dich verlassen, du bist doch da, immer.
    Werde dir ganz klar, was du willst, und dann: tu es einfach!
    Das , was du willst, ist das, bei dem du dich wohl fühlst.

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      Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
      Gute Frage, Serafin. Wo soll man suchen, wenn man kein Lager hat.
      Derzeit wahrscheinlich am ehesten in der Beziehung zu meinem Partner. Ich weiß nicht, wie eine innere Kraftquelle aussehen könnte oder wie es sich anfühlt. Vertrauen kann ich nur in das haben, worauf ich mich verlassen kann. Verlassen kann ich mich nur auf Unbeständigkeit.
      Das ist die rationale, kopfgesteuerte Antwort. Etwas überspitzt umformuliert: "Ich kenne zu wenig Details, um überhaupt danach suchen zu können, also versuche ich es gar nicht erst!"

      Vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich selber auch so gedacht und einem fehlenden Urvertrauen nachgetrauert, das mir in der Kindheit "mit auf den Weg hätte gegeben werden sollen". Dann wäre alles besser gekommen ... usw.! Du kennst diese Endlosschlaufe.

      Eine Veränderung bahnte sich an, als ich mir schonungslos eingestand, dass nun mal nicht alles optimal gelaufen war (bei wem ist das schon) und ich mich fragte, ob es nicht auch einen anderen Weg gibt, um jetzt noch im Erwachsenenalter zu dieser Ressource zu gelangen.
      Auch selbstsichere, erfolgreiche Menschen müssen irgendwie laufend aus einer eigenen, inneren Kraftquelle schöpfen können. Das können sie unmöglich für ein ganzes Leben in der Kindheit mit auf den Weg bekommen haben! Vielleicht hatten sie einfach das Glück, dass ihnen mal jemand gezeigt hat, wie das geht?! Aber es gibt keinen Grund anzunehmen, weshalb wir diese Kraftquelle nicht auch in uns tragen sollen!

      Kurz entschlossen habe ich einfach mal in einer Meditation in mich hineingehorcht, ob da nicht was ist - und tatsächlich - ich war ganz erstaunt, was für Kraftquellen da zum Vorschein kamen! Starke Ressourcen, die sich auch ganz unterschiedlich im Körper lokalisieren lassen!
      Ich könnte jetzt im Detail davon erzählen, lasse dich aber deine eigenen Erfahrungen machen.

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        Naja grundsätzlich ist es richtig, irgendwas muss ja da sein, sonst würde ich nicht da stehen, wo ich stehe. Mit Meditation hab ichs nicht so, wenn, dann schaue ich, was meine Träume mir bieten, die geben immer recht viel her und zeigen in letzter Zeit auch, dass sich etwas verändert und ich mehr und mehr stärker selbst voran gehe, für mich einstehe.
        Aber wie immer fällt es mir schwer, das gefühlsmäßig zu verpacken oder etwas in mir zu fühlen, was mir Halt gibt.

        Was meine Eltern angeht, frage ich mich gerade, was an unserem Kommunikationsprozess schief läuft. Nachdem ich das alles meinem Bruder erzählt hatte, wollte der nochmal selbst nachfühlen, wie dringend die Lage ist. Er kam offensichtlich zu einem anderen Ergebnis, nämlich dass die finanzielle Lage bis einschließlich Januar wohl gesichert sei. Nun frage ich mich: Höre ich Bedürfnisse heraus, die so nicht bestehen, eben weil ich mich verantwortlich fühle? Oder sind die Signale, die man mir gegenüber sendet, unbewusst andere, eben weil instinktiv noch das Bewusstsein für meine Einstellungen meinen Eltern gegenüber besteht? Jammern meine Eltern bei mir mehr als bei meinem Bruder? Jammern sie genauso, nur mein Bruder ist dafür nicht so empfänglich? Oder jammern sie genauso und ich bin zu empfänglich? Da muss ich mich demnächst besser überprüfen.
        Auf jedenfalls springt bei mir in so einer Situation etwas an und alle Alarmglücken läuten.

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          Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
          Mit Meditation hab ichs nicht so, wenn, dann schaue ich, was meine Träume mir bieten, die geben immer recht viel her und zeigen in letzter Zeit auch, dass sich etwas verändert und ich mehr und mehr stärker selbst voran gehe, für mich einstehe.
          Aber wie immer fällt es mir schwer, das gefühlsmäßig zu verpacken oder etwas in mir zu fühlen, was mir Halt gibt.
          Was spricht dagegen, dich aktiv auf die Suche zu machen? Denn wenn die Träume gerade Sendepause machen, kannst du u.U. lange warten.

          Ich weiss, ich bin gerade penetrant lästig! Aber es geht ja genau darum, neue Wege zu beschreiten, da die bisherigen Anstrengungen offenbar (noch) nicht zum Ziel geführt haben. Klar ist es im ersten Moment unangenehm, Neuland zu betreten! Und rationale "Luftmenschen" neigen dazu, sich mit reinen Gedankenspielen zufriedenzugeben, anstatt etwas tatsächlich auszuprobieren.
          Aber letztlich entscheidest du selber, was du machen möchtest und ob die Zeit reif ist für eine Entdeckungsreise. Betrachte meinen Input einfach als Angebot auf dem Buffet.

          Liebe Grüsse
          Serafin

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            Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
            Was meine Eltern angeht, frage ich mich gerade, was an unserem Kommunikationsprozess schief läuft. Nachdem ich das alles meinem Bruder erzählt hatte, wollte der nochmal selbst nachfühlen, wie dringend die Lage ist. Er kam offensichtlich zu einem anderen Ergebnis, nämlich dass die finanzielle Lage bis einschließlich Januar wohl gesichert sei. Nun frage ich mich: Höre ich Bedürfnisse heraus, die so nicht bestehen, eben weil ich mich verantwortlich fühle? Oder sind die Signale, die man mir gegenüber sendet, unbewusst andere, eben weil instinktiv noch das Bewusstsein für meine Einstellungen meinen Eltern gegenüber besteht? Jammern meine Eltern bei mir mehr als bei meinem Bruder? Jammern sie genauso, nur mein Bruder ist dafür nicht so empfänglich? Oder jammern sie genauso und ich bin zu empfänglich? Da muss ich mich demnächst besser überprüfen.
            Auf jedenfalls springt bei mir in so einer Situation etwas an und alle Alarmglücken läuten.
            Ich würde sagen, deine Eltern jammern bei dir mehr und offenbar mit Erfolg .
            Die kennen schließlich ihre Pappenheimer und wissen genau, bei wem sie welche Knöpfe drücken müssen.

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              Zitat von Serafin Beitrag anzeigen
              Was spricht dagegen, dich aktiv auf die Suche zu machen? Denn wenn die Träume gerade Sendepause machen, kannst du u.U. lange warten.
              Meine Träume sind eine ziemlich verlässliche Quelle, Sendepause haben die noch nie gemacht Derzeit würde ich sagen, sagen sie mehr über mich, als ich selbst weiß.


              Zitat von Serafin Beitrag anzeigen
              Ich weiss, ich bin gerade penetrant lästig! Aber es geht ja genau darum, neue Wege zu beschreiten, da die bisherigen Anstrengungen offenbar (noch) nicht zum Ziel geführt haben. Klar ist es im ersten Moment unangenehm, Neuland zu betreten! Und rationale "Luftmenschen" neigen dazu, sich mit reinen Gedankenspielen zufriedenzugeben, anstatt etwas tatsächlich auszuprobieren.
              Aber letztlich entscheidest du selber, was du machen möchtest und ob die Zeit reif ist für eine Entdeckungsreise. Betrachte meinen Input einfach als Angebot auf dem Buffet.
              Penetrant lästig sieht für mich anders aus Ich tue mich tatsächlich schwer damit, ich habs letztes Jahr um die Zeit mit Meditation probiert. Wenns danach geht, könnte ich jetzt auch sagen, geht es darum, nach wieder neuen Wegen zu suchen, da die bisherigen Anstrengungen nicht zum Ziel geführt haben

              Ich bin eher ein Freund davon, zu sagen, dass es für den damaligen Zeitpunkt vielleicht nicht die passende Methode war bzw. ich dafür nicht offen oder bereit war. Ob ichs jetzt bin, weiß ich nicht, aber ein Versuch kann nicht schaden.

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                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                Was meine Eltern angeht, frage ich mich gerade, was an unserem Kommunikationsprozess schief läuft. Nachdem ich das alles meinem Bruder erzählt hatte, wollte der nochmal selbst nachfühlen, wie dringend die Lage ist. Er kam offensichtlich zu einem anderen Ergebnis, nämlich dass die finanzielle Lage bis einschließlich Januar wohl gesichert sei. Nun frage ich mich: Höre ich Bedürfnisse heraus, die so nicht bestehen, eben weil ich mich verantwortlich fühle? Oder sind die Signale, die man mir gegenüber sendet, unbewusst andere, eben weil instinktiv noch das Bewusstsein für meine Einstellungen meinen Eltern gegenüber besteht? Jammern meine Eltern bei mir mehr als bei meinem Bruder? Jammern sie genauso, nur mein Bruder ist dafür nicht so empfänglich? Oder jammern sie genauso und ich bin zu empfänglich? Da muss ich mich demnächst besser überprüfen.
                Auf jedenfalls springt bei mir in so einer Situation etwas an und alle Alarmglücken läuten.
                Diese Alarmglocken kenne ich auch. Ich neige auch dazu, etwas zu hören, was so nicht gesagt wurde. Und wenn diese Alarmglocken anspringen, dann merke ich, wie unendlich schwer es mir fällt, ruhig sitzenzubleiben und nichts zu tun. Ich tue es aber trotzdem (zumindest versuche ich es) und seit Anfang des Jahres habe ich ziemlich viel Gelegenheit, das zu üben, denn mein Papa wird älter und man merkt es. Vieles geht nicht mehr oder nicht mehr so leicht, so schnell.
                Geistig ist er allerdings noch fit - und solange das so ist, ist es zuerst einmal seine Verantwortung, für sich zu sorgen und Entscheidungen zu treffen.
                Wenn er mich braucht, wenn ich ihm irgendwie helfen kann, dann sagt er das bzw. fragt danach. Das habe ich in letzter Zeit des öfteren festgestellt. Und mich sehr darüber gefreut. Hauptsächlich, weil es so erleichternd ist: Ich muss mir keine Gedanken darüber machen, was er braucht, was ich tun kann, wie ich helfen kann - weil er es mir sagen wird, wenn das der Fall ist.
                Wenn ich doch mal wieder am Zweifeln bin, ob ich etwas tun müsste, hilft mir oft die Frage danach, wessen Verantwortung das ist.
                Es liegt in der Verantwortung deiner Eltern, dass sie ein warmes Haus haben. Und wenn sie das warum auch immer nicht hinbekommen, dann ist es trotzdem noch ihre Verantwortung. Dann könnten sie immer noch sagen: Hey, wir bekommen das nicht hin, hilf uns doch bitte mal. Es ist ihr Leben, nicht deins.
                Und klar, das ist schwer auszuhalten, dieses "es könnte ihnen eigentlich besser gehen, wenn ...". Um noch mal auf meinem Papa zu kommen: Vermutlich stünde es besser um seine Gesundheit, wenn er sich besser ernähren und mehr bewegen würde. Aber das will er nun mal nicht. Sein leben, seine Entscheidung.

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                  Du hast recht. Das Mindeste ist, dass ich warte, bis eine deutliche Äußerung diesbezüglich von ihnen kommt. Wenn sie Hilfe brauchen, dann können sie das auch so äußern. Bislang war es immer andersrum: Sie haben erzählt und irgendwann habe ich dann gefragt: Soll ich euch etwas geben. Weil ich davon ausgegangen bin, dass sie sich nicht trauen oder es ihnen unangenehm ist, das denke ich nach wie vor. Aber wenn ich von mir selbst ausgehe, dann bitte ich auch direkt um Hilfe, wenn ich welche brauche. Anderweitig brauche ich nicht zu erwarten, dass der andere meinen "Hilferuf" versteht oder heraus hört.

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                    Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                    Was meine Eltern angeht, frage ich mich gerade, was an unserem Kommunikationsprozess schief läuft. Nachdem ich das alles meinem Bruder erzählt hatte, wollte der nochmal selbst nachfühlen, wie dringend die Lage ist. Er kam offensichtlich zu einem anderen Ergebnis, nämlich dass die finanzielle Lage bis einschließlich Januar wohl gesichert sei.
                    Soweit so gut.
                    Nun frage ich mich: Höre ich Bedürfnisse heraus, die so nicht bestehen, eben weil ich mich verantwortlich fühle? Oder sind die Signale, die man mir gegenüber sendet, unbewusst andere, eben weil instinktiv noch das Bewusstsein für meine Einstellungen meinen Eltern gegenüber besteht? Jammern meine Eltern bei mir mehr als bei meinem Bruder? Jammern sie genauso, nur mein Bruder ist dafür nicht so empfänglich? Oder jammern sie genauso und ich bin zu empfänglich? Da muss ich mich demnächst besser überprüfen.
                    Auf jedenfalls springt bei mir in so einer Situation etwas an und alle Alarmglücken läuten.
                    Mit Recht.
                    Lies dein obiges Zitat einmal so, als würdest du von bestehenden Tatsachen berichten: etwa so:

                    "Ich höre bei meinen Eltern Bedürfnisse heraus, die so nicht bestehen, sondern nur, weil ich sie so empfinde, weil ich mich "verantwortlich fühle". Die Signale, die ich empfange beruhen auf meiner ehemaligen Einstellung zu meinen Eltern. Vielleicht jammern sie bei mir eindringlicher, als bei meinem Bruder, weil ich (und das wissen sie ganz genau) "empfänglicher", bzw. "schuld-gefügiger" bin. Ich habe das bei mir überprüft und bin ziemlich sicher, dass es so ist, weil mich jedes Mal in einer solchen oder ähnlichen Situation "etwas" anspringt, das sich wie ein Alarmsignal anhört."

                    Hobbes Zitat passt mMn gut dazu:
                    Zitat von hobbes
                    Wenn ich doch mal wieder am Zweifeln bin, ob ich etwas tun müsste, hilft mir oft die Frage danach, wessen Verantwortung das ist.
                    Es liegt in der Verantwortung deiner Eltern, dass sie ein warmes Haus haben. Und wenn sie das warum auch immer nicht hinbekommen, dann ist es trotzdem noch ihre Verantwortung. Dann könnten sie immer noch sagen: Hey, wir bekommen das nicht hin, hilf uns doch bitte mal. Es ist ihr Leben, nicht deins.
                    Und klar, das ist schwer auszuhalten, dieses "es könnte ihnen eigentlich besser gehen, wenn ...". Um noch mal auf meinem Papa zu kommen: Vermutlich stünde es besser um seine Gesundheit, wenn er sich besser ernähren und mehr bewegen würde. Aber das will er nun mal nicht. Sein leben, seine Entscheidung.
                    Ich sags mal auf die krudere Art (die mich manchmal unbeliebt macht): Jeder fährt sein Leben so an die Wand, wie er es will.
                    Wenn er oder sie dann um Hilfe bittet, ist es an uns, zu entscheiden, "ob diese Hilfe nützlich und unserer Meinung nach berechtigt ist" und für die Nutznießer nicht auf Dauer zu einen bequemen Gewohnheit wird und für den Helfenden zu einer lästigen moralischen Verpflichtung, ... die an sich gar keine ist.

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                      Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                      Ich sags mal auf die krudere Art (die mich manchmal unbeliebt macht): Jeder fährt sein Leben so an die Wand, wie er es will.
                      Wenn er oder sie dann um Hilfe bittet, ist es an uns, zu entscheiden, "ob diese Hilfe nützlich und unserer Meinung nach berechtigt ist" und für die Nutznießer nicht auf Dauer zu einen bequemen Gewohnheit wird und für den Helfenden zu einer lästigen moralischen Verpflichtung, ... die an sich gar keine ist.
                      Ich habe noch eine weitere Alternative zu meinen persönlichen Alarmglocken ausgemacht. Ich kann zukünftig einfach meinen Bruder mit einbinden, das habe ich vorher auch nie gemacht. Es hat sich nie ergeben, weil er sein Leben gelebt hat, fernab von meinen Eltern (sobald er konnte, hatte er damals ja die Beine in die Hand genommen). Durch die Zwillinge ist er mit seiner Familie wieder etwas näher an meine Eltern gerückt. So oft, wie die sich sehen, würde ich persönlich das gar nicht ertragen und dann hat er immer noch die Geduld und eine recht positive Art, mit ihr umzugehen.
                      Jedenfalls hatte ich ihn ja nun schon in Bezug auf die Heizung mit einbezogen und habe ihm diesmal auch gesagt, dass ich nicht verstehe, warum unsere Eltern die Dinge so unterschiedlich darstellen und ob sie bei mir das Bild überzeichnen. Er kam noch auf die Idee, dass sie es bei ihm womöglich nur verharmlosen. Jedenfalls fährt er nun das Wochenende hin und will sich selbst von der aktuellen Lage versichern.
                      Noch vor ein paar Jahren war ich wütend, weil er nie da war und sich aus allem raus gehalten hat. Er hatte nie einen Einblick in all die Probleme, fragte daher auch nie nach geschweige denn intervenierte.
                      Da er vor Ort wohnt, ist er nun derjenige, der viel näher dran ist. Soweit, so gut. Es bleibt abzuwarten, wie weit sich das in diese Richtung entwickelt und wie viel Verantwortung er übernimmt oder übernehmen will, mögliche Szenarien schwirren mir da schon durch den Kopf (vielleicht bin ich irgendwann die "Böse", die "Egoistische", die nicht oder nur begrenzt bereit ist Hilfe zu leisten oder aber er lässt sich vereinnahmen und ich bin raus).
                      An das Gefühl, dass ich mir darüber nicht allein den Kopf zerbrechen muss und mit mir nicht alles steht und fällt (das tut es eh nicht, ich weiß...), muss ich mich erst noch gewöhnen.

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                        Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                        Noch vor ein paar Jahren war ich wütend, weil er nie da war und sich aus allem raus gehalten hat. Er hatte nie einen Einblick in all die Probleme, fragte daher auch nie nach geschweige denn intervenierte.
                        Da er vor Ort wohnt, ist er nun derjenige, der viel näher dran ist. Soweit, so gut. Es bleibt abzuwarten, wie weit sich das in diese Richtung entwickelt und wie viel Verantwortung er übernimmt oder übernehmen will, mögliche Szenarien schwirren mir da schon durch den Kopf (vielleicht bin ich irgendwann die "Böse", die "Egoistische", die nicht oder nur begrenzt bereit ist Hilfe zu leisten oder aber er lässt sich vereinnahmen und ich bin raus).
                        An das Gefühl, dass ich mir darüber nicht allein den Kopf zerbrechen muss und mit mir nicht alles steht und fällt (das tut es eh nicht, ich weiß...), muss ich mich erst noch gewöhnen.
                        Wie würdest du dich denn als die Böse und Egoistische fühlen?
                        Und warum überhaupt böse und egoistisch? Hattest nicht du dich bisher immer gekümmert?

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                          Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
                          Wie würdest du dich denn als die Böse und Egoistische fühlen?
                          Und warum überhaupt böse und egoistisch? Hattest nicht du dich bisher immer gekümmert?
                          Wahrscheinlich ist das eher ein Teil von mir, der sich diesen Status auferlegt. Ich würde mich ungerecht behandelt fühlen, weil ich eben bislang immer alles in meiner Macht stehende getan habe.

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                            Die letzten Tage beschleicht mich immer eine Traurigkeit, ganz besonders, wenn ich Eltern innig mit ihren Kindern erlebe. Kinder, die getröstet werden, die in den Arm genommen werden,die geschaukelt werden und das, so lange sie es mögen und brauchen. Dabei ist es aber keine Traurigkeit wie bislang, da schwingt kein anderes Gefühl wie Wut, Hass oder Enttäuschung mit. Es ist bloße Traurigkeit. So ein "reines" Gefühl ist fast schon angenehm, auch wenn es eben traurig ist. Ich kann einfach traurig darüber sein, dass es mir fehlte. Es fühlt sich an, als wäre ich endlich näher an mir und an diesem Gefühl und als wäre ich gerade nicht mehr von all den anderen Gefühlen getrübt. Ich würde mich ja selbst in den Arm nehmen, wenn das ginge Aber es ist in Ordnung, so wie es ist. Ein wenig fühlt es sich an wie ein Abschied oder ein Abschluss, vielleicht ist da etwas in mir passiert.
                            Es fühlt sich gut an, zu wissen, dass es sowas gibt, dass Eltern für ihre Kinder da und ansprechbar sind. Und ich freue mich, dass ich das später sein darf, die für ein Kind einfach nur da ist, in allem, was es braucht, wann immer es das braucht. Auch wenn es noch in der Zukunft liegt, glaube ich, dass sich das auch für mich gut anfühlen wird und ich das genießen werde.

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                              Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                              Aber es ist in Ordnung, so wie es ist. Ein wenig fühlt es sich an wie ein Abschied oder ein Abschluss, vielleicht ist da etwas in mir passiert.
                              Mit Sicherheit !
                              Wenn du einen Roman über deine Entwicklung der letzten Monate schreiben würdest, könnte der Zwischentitel dieses Kapitels "Rückkehr der inneren Ruhe" heissen.
                              Ein paar Widerstände wurden erfolgreich "aufgeweicht" und sind zerfallen.

                              Dass du jetzt deine "Gefühle im Reinzustand" wahrnehmen und akzeptieren kannst (und willst), ist so etwas ähnliches wie ein Meilenstein in deinem Prozess, ... ein Weihnachtsgeschenk, das du dir selbst gemacht hast.
                              Auch wenn es noch in der Zukunft liegt, glaube ich, dass sich das auch für mich gut anfühlen wird und ich das genießen werde.
                              Diese "Traurigkeit", die du beschreibst, wirst du vielleicht als "Dankbarkeit dir selbst gegenüber" empfinden, wenn du bspw. Nähe neu entdeckst und mit "dieser dankbaren Traurigkeit" als Begleit-Gefühl auch zulassen kannst.

                              Demut spürt man, kann sie jedoch nur sehr schwer beschreiben. Manchmal ist sie so heftig, dass einem zum Weinen (vor Freude) ist. Das sind sehr tiefe Gefühle und haben viel mit Urvertrauen zu tun.

                              Du bist vernünftig genug, um zu wissen, dass, wer mit großem Durst aus der Wüste kommt, das erste Glas Wasser in kleinen Schlucken genießt und sich die Klarheit des Wassers auf der Zunge zergehen lässt.

                              lG

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                                Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                                Dass du jetzt deine "Gefühle im Reinzustand" wahrnehmen und akzeptieren kannst (und willst), ist so etwas ähnliches wie ein Meilenstein in deinem Prozess, ... ein Weihnachtsgeschenk, das du dir selbst gemacht hast.

                                Diese "Traurigkeit", die du beschreibst, wirst du vielleicht als "Dankbarkeit dir selbst gegenüber" empfinden, wenn du bspw. Nähe neu entdeckst und mit "dieser dankbaren Traurigkeit" als Begleit-Gefühl auch zulassen kannst.
                                Diese Traurigkeit ist wie eine Decke. Wenn man sie nimmt, kann sie einen sogar wärmen und noch dazu ist sie weich. Ich muss nur aufpassen, dass ich damit nicht liegen bleibe und den Tag verschlafe

                                Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                                Demut spürt man, kann sie jedoch nur sehr schwer beschreiben. Manchmal ist sie so heftig, dass einem zum Weinen (vor Freude) ist. Das sind sehr tiefe Gefühle und haben viel mit Urvertrauen zu tun.

                                Du bist vernünftig genug, um zu wissen, dass, wer mit großem Durst aus der Wüste kommt, das erste Glas Wasser in kleinen Schlucken genießt und sich die Klarheit des Wassers auf der Zunge zergehen lässt.

                                lG
                                Demut, ja, das trifft es ganz gut. Ich habe überlegt, warum das in diesem Zusammenhang etwas mit Urvertrauen zu tun haben soll. Doch so, wie ich es fühle, diese Traurigkeit, ohne Verbitterung, ist es angenehm. Es ist eine Trauer über nie erhaltenes, nie erfahrenes. Wenn man diese Dinge vermissen und betrauern kann, ohne all den restlichen Gefühlswust, ist man vermutlich schon ein wenig in der Lage, das Loch selbst für sich zu füllen, für sich selbst da zu sein und Vertrauen ins Leben zu haben. Dieses Gefühl ist, auch wenn es sich natürlich an etwas Vergangenem orientiert, weniger intensiv in die Vergangenheit gerichtet als die ganzen anderen Gefühle, die mich rasend machen (Wut, Hass, Enttäuschung...).
                                Tatsächlich eröffnet meine Situation gerade schon einige neue Möglichkeiten, was das Zugehen auf meinen Partner betrifft. Ich glaube, ich bin derzeit ganz gut verträglich, was nicht heißt, dass das anhält Ich bin allerdings gerade offen, um auf ihn zu zugehen oder seine "Kontaktangebote" anzunehmen.

                                Wenn ich an die kommenden Tage denke, weiß ich noch nicht, was ich davon halten soll. Nach wie vor könnte ich die nächste Woche auch gerne allein für mich verbringen. Ich brauche diesen ganzen Schnickschnack nicht. Heute habe ich wahrscheinlich alle 4.-Advents-Regeln gebrochen, die es gibt. Mir sind diese Dinge nicht wichtig und früher gab es für diese Tage immer einige "Regeln". Mein Partner ist da glücklicherweise sehr flexibel und wenig eingefahren, so dass ich mein Ding machen kann.
                                Meine Mutter werde ich nun doch zweimal sehen, allerdings habe ich das zweite Mal nicht "verschuldet", sondern werde sie bei meinem Bruder und meiner Schwägerin treffen. Beim zweiten Treffen sind so viele andere Leute dabei, dass es mir nichts ausmacht. Abgesehen davon muss ich beide Male nicht fahren und kann zum Braten ein Glas Wein trinken

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