Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Die Kunst des Fliegens

Einklappen
Dieses Thema ist geschlossen.
X
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Es geht mir besser, ich bin wieder da. Ich hoffe es hält an.

    Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
    Dass ihr es getan habt, ist wichtig und als ein Erfolg zu werten - ein Erfolg, der noch lange nicht jedem Par gelingt. Dass er sich dafür öffnen und dazu auch seine Gefühle outen konnte, sagt mir, dass du dich ihm gegenüber auch "wie ein Partner" benommen hast, zu dem er Vertrauen haben kann.
    Wie ein Partner habe ich mich nicht verhalten Es wäre fast wieder ausgeartet. Aber gut, wir haben die Kurve noch gekriegt. Tatsächlich kam, weil die Lage dann plötzlich ziemlich ernst war und das Anliegen wichtig, kein Lachen zu Stande. Da ist mir aufgefallen, dass wir uns ganz anders angeschaut haben: Er ohne sein Grinsen (er macht das nämlich auch ziemlich gern) und ich. Das Lachen ist wie eine Maske: Nichts kann raus, aber es kann auch nichts durch die Maske hindurch! Bei ihm kam an, was ich sagte und zwar genauso wie ich es sagte!

    Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
    einerseits "erlebt" er dich ganz bewusst, das heisst, er nimmt dich auch wahr, so wie er dich sieht (und nicht nur, wie er dich wünscht) ... und so wie er sich in dir spiegelt.
    Es fällt ihm zwar schwer, sich bei sowas auszudrücken, aber ich war überrascht, dass und wie er es einschätzt. Und es stimmt, wir sind uns in vielen Dingen ähnlich. Allerdings auch, was unsere "Problemfelder" betrifft. Ich würde sagen, ihm fällt es nicht ganz so schwer Gefühle zu zeigen und auszudrücken, aber er überspielt vieles. Und wenn ich nun überlege, warum wir uns gegenseitig "erwählt" haben, macht es auch Sinn sich einen Partner zu nehmen, der genau wie man selbst nicht auf große Gefühlsduseleien aus ist. Allerdings kann das dauerhaft auch Entbehrungen bedeuten, weil man nie hört und sagt, was man empfindet (und es vielleicht nicht mal empfinden kann - unabhängig von der Tatsache, dass diese Gefühle existent sind).

    Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
    Dass du dich hier vielleicht nicht so sichtbar über ein Resultat freuen kannst, liegt wohl daran, dass eine solche Freudens-Äusserung meist spontan ist und von "Anwesenden" (z.B. deinem Partner) sozusagen live und direkt erlebt wird, während hier zwischen dem Erleben und dem Schreiben doch eine Weile vergeht, in der dein kritischer Geist "aus Gewohnheit" deine Freude schon ein wenig gedämpft hat.
    Da muss ich mir wohl nun an die eigene Nase greifen, habe ich doch doe_maar im "Freude zeigen" Faden einen Hinweis gegeben, der auch auf mich zutrifft. Ich neige dazu, Freude abzuwerten, sie schnell verblassen zu lassen. Nur etwas, was bei mir tiefe, langanhaltende Freude hervor ruft, teile ich auch und genieße ich. Wenn man davon ausgeht, überlebt vieles bestimmt keine drei Minuten und schafft es gleich gar nicht hier her.
    Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
    Du bist noch da und gehst voranund du wirst mir nicht verklickern wollen, dass das nur dem Wohlwollen deiner Arbeitgeber zu verdanken ist.
    Da habe ich meine eigene Theorie Aber würde ich schlechte Arbeit leisten, wäre ich sicher nicht mehr dort.
    Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
    Da du dich schwer tust, dich selbst aus einer anderen Perspektive zu betrachten, entgeht dir, wie stark du bist, wie sehr du dich freuen kannst, wie stolz du auf dich sein kannst. Es würde genügen, dich von der anderen Seite zu betrachten, um festzustellen, dass du dir sehr wohl sehr viel wert bist.
    Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
    Stell dich zu ihnen und betrachte dich aus ihren Augen.
    Du wirst dich anders erleben. Das was du "aus dir selbst in dir siehst - in dir zu sehen glaubst" entspricht (wie du von deinem Partner erfahren hast) nicht dem, wie du "außen zu wirken glaubst" ... weil du dich in der Vergangenheit "immer nur in dir selbst aufgehalten hast". Jetzt, wo du aus dir heraus trittst, erkennst du Stück für Stück deine Persönlichkeit ... mit anderen Augen, beispielsweise mit den Augen deines Lebensgefährten, deiner Schüler, deiner Mitleser hier ...
    Und was du mit diesen Augen siehst, sollte dir Grund genug sein, dich zu freuen.
    Da heute ein guter Tag ist, kann ich das annehmen und versuchen. Gut, dass es nun hier steht und ich das später wieder nachlesen kann, für den Fall, dass ich das muss.

    Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
    Stehenbleiben und hinschauen. Durch die offenen Türen aussteigen. Aus der Tunnel-Höhle aussteigen und ins Freie gehen, ins Licht gehen, vielleicht eine kleine Waldlichtung entdecken, sich hinlegen, ausruhen, sich sammeln ... und mit ein wenig mehr innerem Frieden und frischer Kraft vorangehen. Lass dich darauf ein.
    Leider schaffe ich es noch nicht auf die Waldlichtung, aber in meiner Höhle bin ich gerade auch nicht mehr. Ich halte mich noch am Tunnelausgang fest, man weiß ja nie, was da eventuell lauert

    Kommentar


      Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
      Leider schaffe ich es noch nicht auf die Waldlichtung, aber in meiner Höhle bin ich gerade auch nicht mehr. Ich halte mich noch am Tunnelausgang fest, man weiß ja nie, was da eventuell lauert
      Das kann ich nachvollziehen ... so muss sich wahrscheinlich jemand fühlen, der jahrelang in dunkler Einzelhaft gefristet hat und nun raus kommt. Zuerst ist es draussen ungewohnt hell und zugig. Die Luft schmeckt anders und vielleicht regnets ja auch. Vielleicht scheint aber auch die Sonne gerade von einem strahlend blauen Himmel und blendet, ist zu heiss ... denn drinnen wars jahrelang dunkel, kalt und feucht. Auch die Weite der Sicht mag ihn verstören, wo er doch jahrelang in einem engen geschlossenen Raum verbracht hat ...

      Er "gewöhnt" sich dran, an das "Andere", an das "Neue", an die Fülle von Möglichkeiten, die ihm nun offen stehen. Alte Gewohnheiten verblassen und neue machen Spaß. Er braucht nur zuzugreifen ...

      Kommentar


        Morgens kann ich scheinbar am besten denken, jedenfalls wälze ich auf meinem Weg zur Arbeit immer Probleme und schiebe Gedanken hin und her.
        "Es kann nicht sein, was nicht sein darf" schrieb Shepherd. Es geht mir gut, aber gerade deswegen meldet sich etwas in mir, das diesen Zustand in Frage stellt. Denke ich an meine Zukunft, kann ich mir nicht vorstellen, dass ich dauerhaft ein glückliches Leben führen kann, unabhängig von den Höhen und Tiefen und Stimmungen und Launen, die das Leben mit sich bringt.
        Nachgekramt, warum ich diesem Glaubenssatz aufliege, zeigt sich, dass ich dem Glück, dem sich Wohlfühlen, nicht über den Weg traue. Sei es nun, weil die Vergangenheit und die Erfahrung mich anderes lehrte oder dass ich mich aus einer Vorsicht heraus nicht traue mich wohlzufühlen, in der Angst, wie von einer allgegenwärtigen Macht, die nur den richtigen Moment abzupassen versucht, auf den Boden der Tatsachen zurück geholt zu werden. Als lauere jemand darauf, dass ich einen falschen Schritt mache und in die Falle tappe. "Freu dich lieber nicht zu früh, von Dauer wird das sicher nicht sein. Je mehr du dich freust und je besser es dir geht, desto tiefer wirst du fallen." Es heißt also vorbereitet zu sein (möglicherweise wie ein Hamster, der sich Vorräte für den Winter anlegt, nur dass einfach kein Bedarf daran besteht und der Vorrat in diesem Fall Vorbehalte und Zweifel sind). Diese Vorsicht kann gewaltiges Ausmaß annehmen.
        Ich möchte nicht, dass hier der falsche Eindruck entsteht: Es geht mir gut, nur ist dieser Glaubenssatz so intensiv und stark, dass er mich quasi immer von hinten zu überfallen versucht. Daher möchte ich diesem gefühl hier einfach nochmal nachgehen und es für mich bearbeiten. Es fühlt sich nicht an, als wäre das eine innere Abwehr, denn es sagt mir ziemlich unmissverständlich und überzeugend, dass er selbst die absolute Wahrheit spricht und ich mir sonst nur etwas vormache, wenn ich ihm keinen Glauben schenke.
        Sich dem Wohlbefinden hinzugeben, die Dinge zu akzeptieren, wie sie sind, auch wenn sie gut sind, macht mir Angst. Es macht Angst und fühlt sich wie ein Verlust an, diese Ängste und negativen Glaubenssätze loszulassen. Was habe ich dann noch? Es fühlt sich an wie ein Eingeständnis, wie ein verlorener Kampf (wohl eher hat hier aber dann diese Abwehr verloren). Noch dazu schützt so eine Lebenslage der Betroffenheit, des Schicksals, der Last, die man trägt, auch. Denn so bin ich verletzlich und man muss Rücksicht auf mich nehmen, vielleicht erwarte ich Fürsorge, die ich in der Vergangenheit schmerzlich vermisst habe. So warte ich auf etwas, was ich in dieser Form sowieso nicht mehr zu erwarten habe. Lasse ich mich auf das Erwachsensein endgültig ein, akzeptiere ich, dass ich selbst für mein Wohl und meine Lebensführung zuständig bin, dann schreibe ich dieses letzte Ziel, diese letzten unerfüllten tiefen Bedürfnisse ab. Um es mit den angstbesetzten Worten meines inneren Kindes zu sagen: Keiner sieht mich mehr, keiner hat mich lieb, keiner fragt mehr, wie es mir geht (weil es mir ja gut geht und man das auch sieht), keiner macht sich Sorgen um mich, keiner kümmert sich um mich und keiner ist wirklich ausdauernd und hartnäckig um mich und mein Wohlbefinden bemüht (letzteres kommt oft auch zustande, weil das sich Fallenlassen in eine Laune unter Umständen durch eine gute Reflexion und Selbstkontrolle durchaus nicht nötig wäre - und ich tue es trotzdem und manches Mal auch sicher ganz bewusst!). In diesem Fall wäre ich die Erwachsene, die sich um das innere Kind kümmern sollte, dieser Widerstand muss nicht zwangsläufig die Führung übernehmen, wenn ich die Dinge regeln würde.
        Das ist jetzt ziemlich ehrlich und Ehrlichkeit, wenn sie uns selbst betrifft, tut weh. Der Reigen könnte weiter gehen, indem ich mir dann wiederum Vorwürfe mache, was für ein schlechter Mensch ich bin, aber so schlimm ist es gerade nicht und daher lasse ich es weg, es steht hier nur, damit der Kreislauf/ die Spirale sich erschließt und deutlich wird, wie mein Selbsthass zustande kommt.



        Mir fiel zudem ein guter Vergleich ein. Nehmen wir an, ich möchte für einen Halbmarathon trainieren. So kann ich relativ schnell an meine Grenzen kommen und mir sagen: Das hat alles sowieso keinen Sinn, ich werde das nicht schaffen, das übersteigt meine Fähigkeiten. Möglicherweise bin ich zwischendurch unmotiviert, gebe auf, weil die Erfolge, die ich erwarte, sich nicht einstellen. Im Schlimmsten Fall schmeisse ich alles hin und gebe auf. Resultat: Ich bin unzufrieden, fühle mich unwohl und bestätige mich abermals in meinem Glauben, das ja von vornherein nicht schaffen zu können.

        Alternativ könnte ich das große Endziel, den Halbmarathon, mir nicht ständig vor Augen halten, der Weg ist das Ziel. Auch wenn ich das Endziel, von dem es ja auch alternative Ausprägungen gibt (laufe ich die Strecke in einer bestimmten Zeit oder geht es darum, durchzuhalten und mich danach gut zu fühlen), mir nicht ständig vor Augen führe, sondern einfach genieße und mich darüber freue, es wieder im Training geschafft zu haben, mich aufzuraffen, raus zu gehen, vielleicht eine neue Distanz gelaufen bin oder meine persönliche Bestzeit aufgestellt habe und die Erfolge sich langsam bemerkbar machen, kann das zufrieden stellen und mich glücklich machen. Ich halte die Trainingszeit, indem ich mich nicht durch das Endergebnis unter Druck setze, durch, trainiere im Endeffekt viel öfter und mit mehr Freude, als hätte ich mich für den ersten Weg entschieden. Möglicherweise trete ich sogar zum Halbmarathon an und bin dabei, just for fun!



        Übersetzt will ich sagen, es geht darum den Weg zu genießen, die kleinen Momente und mir nicht auszumalen, dass mein Leben ständig glückerfüllt sein muss. Es gibt Tage, da gelingt es mir besser und welche, da läuft es eben nicht. Wichtig ist am nächsten Tag trotzdem aufzustehen und ihm eine Chance zu geben. Misserfolge sind zu verkraften und geben einem die Chance die Erfolge auch wahrzunehmen.

        Ich weiß nicht, woher meine völlig verquere, überzogene Vorstellung davon kommt, was Glück und Freude auszumachen hat. Aber ich habe immer die Erwartung, dass es davon, was ich erlebe, noch eine Steigerung geben muss. Dabei ist eine dauerhafte positive Grundeinstellung zum Leben doch schon mehr als genug.

        Kommentar


          liebe Jannes,

          Du kannst Deine Gefühle und Gedanken so gut in passende Worte fassen, sehr logisch aufbauen und analysieren.
          Ich lese gern in Deinem Faden mit, weil ich mich häufig in Deinem Geschriebenen wiedererkenne.
          Gerade der letzte Post könnte in weiten Teilen von mir sein.
          Du bist noch jung und hast jetzt (schon) die Möglichkeit, Deinen Dämonen auf die Schliche zu kommen, Dir ein anderes Denken anzutrainieren und sie zu verbannen aus Deinem Leben.
          Freue Dich und klopf Dir auf die Schulter

          Kommentar


            liebe Jannes,

            ich picke mir fürs erste nur einen - meiner Meinung nach inhalt- und bedeutungsschweren Satz heraus.
            Sich dem Wohlbefinden hinzugeben, die Dinge zu akzeptieren, wie sie sind, auch wenn sie gut sind, macht mir Angst. Es macht Angst und fühlt sich wie ein Verlust an, diese Ängste und negativen Glaubenssätze loszulassen. Was habe ich dann noch?
            Warum diesen Satz ? Weil er (durch deine Stellungnahme dazu) deutlich aufzeigt, dass Menschen, die viel und tief reflektieren, es mit Sicherheit schwerer haben, sich emotional zu ihren Reflexionen entscheiden zu können.

            Hinter dem ""Es kann nicht sein, was nicht sein darf" steht ein (auf den ersten Blick) unüberwindliches Chaos an traumatischen Erfahrungen, von denen einige nur in schmerzhaften Retraumatisierungen wieder emotional aufgerufen und Gedächtnis transportiert werden können ... weshalb es auch von vielen Therapeuten als Nogo betrachtet wird: der Klient leidet auch ohne diese Tortur schon genug.
            Die "Auseinandersetzung mit dem inneren Kind" zeigt sich - wie du sehr deutlich machst - als eine mitunter komplizierte Aufgabe, die nicht mit einigen "Leckerlis oder Zugeständnissen ans Kind" abgehakt werden kann. Mit dem "inneren Kind arbeiten", zieht auch sehr oft Retraumatisierungen nach sich und ist ergo mit großer Vorsicht zu genießen.
            Es gibt sanftere Genesungsprozesse, die sehr hilfreich sind, dafür aber etwas länger dauern und Begleitung erfordern,... ähnlich wie bei der Trauerverarbeitung.

            Das nur am Rande für diejenigen, die glauben, dass "alles" machbar und zu beheben sei.

            Es gibt Glaubenssätze, die mit dem Betroffenen regelrecht "verschmolzen" sind, weil sie auf körperlichen, geistigen und seelischen Wunden beruhen. Ein leichtes Kratzen an der Narbe genügt manchmal, um die alte Wunde wieder bluten zu lassen. Warum die Narbe so empfindlich bleibt, liegt daran, dass das Trauma nie richtig aufgearbeitet wurde und so ähnlich wie Metastasen quasi "kausale Verästelungen" gebildet hat, die sich auf viele Lebensbereiche und damit zusammenhängende und/oder vergleichbare Erfahrungsemotionen ausbreiten.

            Wer über solche Glaubenssätze reflektiert (wie du) stößt zwangsläufig an seine Grenzen, weil er "nicht aus seiner Haut" kann, da er mit der Traumata und den sich daraus entwickelten Glaubenssätzen sowohl emotional als auch kognitiv zu eng verhaftet ist.

            Dein großer Vorteil ist, dass du sie als das erkennst, was sie sind - als Glaubenssätze - und dich jeweils gedanklich damit auseinandersetzen kannst. Das ist sehr hilfreich um ihre Wirkung in Schranken zu halten und die Widerstände (gegen Weiterentwicklung) zu spüren, die mit den Glaubenssätzen einher gehen. Diese Praxis wird mit der Zeit zur "selbstkontrollierenden Gewohnheit" und wird dir zunehmend leichter fallen, ohne dich jedesmal wieder erneut zurückzuwerfen.

            Keiner sieht mich mehr, keiner hat mich lieb, keiner fragt mehr, wie es mir geht (weil es mir ja gut geht und man das auch sieht), keiner macht sich Sorgen um mich, keiner kümmert sich um mich und keiner ist wirklich ausdauernd und hartnäckig um mich und mein Wohlbefinden bemüht (letzteres kommt oft auch zustande, weil das sich Fallenlassen in eine Laune unter Umständen durch eine gute Reflexion und Selbstkontrolle durchaus nicht nötig wäre - und ich tue es trotzdem und manches Mal auch sicher ganz bewusst!).
            (Schmunzel) Wer ehrlich und offen mit sich selbst ist, wird nicht leugnen wollen, dass er oder sie (je nach seelischem Gepäck mal intensiver oder weniger intensiv) diese Wahrheit auch kennt. Dieses "kindliche Empfinden" und das "sich trotzdem ganz bewusst hineinziehen lassen" zeigt nur wie sehr wir von unseren Emotionen und fast schon genialisch verkleideten Widerständen beherrscht werden. Wir wäre keine Menschen, wären wir nicht so.

            Nur kann oder mag nicht jede(r) so offen darüber reden, ... manchmal einfach nur aus den Grund, um das Gesicht nicht zu verlieren.
            Dabei hat er oder sie etwas viel wichtigeres zu verlieren: die kindliche Unschuld und das Urvertrauen.
            Du bist dabei, beides wieder zu beleben, und zwar "against all odds", gegen alle Widerstände.

            Chapeau für das, was du schon erreicht hast, ... auch wenn dein inneres Kind dir manchmal noch etwas anderes verklickern will.

            Ich habe heute morgen per Zufall mal wieder in ein Lied hineingehört, dass verblüffenderweise gut hierher passt. Bitteschön.
            (Wenn das nicht funzen sollte, dann Hier)
            lG

            Kommentar


              Zitat von Tamina Beitrag anzeigen
              liebe Jannes,

              Du kannst Deine Gefühle und Gedanken so gut in passende Worte fassen, sehr logisch aufbauen und analysieren.
              Ich lese gern in Deinem Faden mit, weil ich mich häufig in Deinem Geschriebenen wiedererkenne.
              Gerade der letzte Post könnte in weiten Teilen von mir sein.
              Du bist noch jung und hast jetzt (schon) die Möglichkeit, Deinen Dämonen auf die Schliche zu kommen, Dir ein anderes Denken anzutrainieren und sie zu verbannen aus Deinem Leben.
              Freue Dich und klopf Dir auf die Schulter
              Danke, liebe Tamina

              Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
              liebe Jannes,

              ich picke mir fürs erste nur einen - meiner Meinung nach inhalt- und bedeutungsschweren Satz heraus. Warum diesen Satz ? Weil er (durch deine Stellungnahme dazu) deutlich aufzeigt, dass Menschen, die viel und tief reflektieren, es mit Sicherheit schwerer haben, sich emotional zu ihren Reflexionen entscheiden zu können.
              Du meinst, dass man Gefahr läuft, die Sache zu zerdenken und die Emotionen dabei vernachlässigt?
              Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
              Diese Praxis wird mit der Zeit zur "selbstkontrollierenden Gewohnheit" und wird dir zunehmend leichter fallen, ohne dich jedesmal wieder erneut zurückzuwerfen.
              Jedes Mal kann ich ein Mü mehr und ein Stück eher erkennen.

              Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
              Nur kann oder mag nicht jede(r) so offen darüber reden, ... manchmal einfach nur aus den Grund, um das Gesicht nicht zu verlieren.
              Dabei hat er oder sie etwas viel wichtigeres zu verlieren: die kindliche Unschuld und das Urvertrauen.
              Du bist dabei, beides wieder zu beleben, und zwar "against all odds", gegen alle Widerstände.
              Naja, hier ist es ja auch ein Leichtes, sowas da zu lassen, hier kennt mich ja quasi niemand Und ihr seid nicht eingebunden in ein tägliches Miteinander mit mir. Meinen direkten Mitmenschen würde ich das so nicht offenbaren.

              Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
              Chapeau für das, was du schon erreicht hast, ... auch wenn dein inneres Kind dir manchmal noch etwas anderes verklickern will.

              Ich habe heute morgen per Zufall mal wieder in ein Lied hineingehört, dass verblüffenderweise gut hierher passt.
              Danke, auch für das Lied Das habe ich ewig nicht gehört.
              Es bestätigt sich immer wieder: Konflikte (ob nun innere oder Konflikte anderer Art) bieten Raum zur Weiterentwicklung.

              Kommentar


                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                Du meinst, dass man Gefahr läuft, die Sache zu zerdenken und die Emotionen dabei vernachlässigt?
                Zerdenken oder in extremis analysieren (Haare spalten ) trifft es. Die Emotionen werden dabei nicht nur vernachlässigt, sie kommen oft gar nicht zum Zug.

                Jedes Mal kann ich ein Mü mehr und ein Stück eher erkennen.
                Pö a pö.

                Es bestätigt sich immer wieder: Konflikte (ob nun innere oder Konflikte anderer Art) bieten Raum zur Weiterentwicklung.
                Wieviel % Recht willst du haben? Reichen 200 ?

                Kommentar


                  Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                  Wieviel % Recht willst du haben? Reichen 200 ?
                  Naja, hinterher ist es immer ein Leichtes, sowas zu sagen
                  Aber 200% sind ok, ich lege ein paar davon zur Seite ich hebe sie mir einfach fürs nächste Mal auf

                  Kommentar


                    Heute passierte auch noch etwas, worüber ich erst im Nachhinein nachdenken muss. Ich hatte heute auf Arbeit richtig gute Laune. Das macht sich dadurch bemerkbar, dass ich bspw. unter Kollegen die ganze Zeit grinse und lache. Zwei Kolleginnen wunderten sich heute darüber und fragten mich, was los wäre, warum ich heute soviel lache. Bis dahin war mir das nicht aufgefallen, eine Antwort hatte ich für sie auch nicht. Eine andere Kollegin, die direkt neben mir sitzt und meine Mutter sein könnte, meinte nur: Das wäre die falsche Frage (zu fragen, warum ich heute so gute Laune habe). Denn so gut gelaunt wäre ich eigentlich immer, nur habe ich in letzter Zeit weitaus weniger gelacht und weniger gute Laune gezeigt (demnach stelle sich, im Umkehrschluss, eher die Frage, warum ich nicht mehr gelacht habe – von mir ergänzt).
                    Im Nachhinein finde ich das ziemlich bemerkenswert, wie aufmerksam diese Kollegin eigentlich ist und mit einer Ernsthaftigkeit hier etwas im Alltagsgespräch verpackt. Ich weiß nicht, ob ihr tatsächlich bewusst ist, wie recht sie damit hat, wir haben allerdings nie darüber gesprochen, was in den letzten Wochen los war.
                    Ich lasse das da, weil ich sehe, dass Menschen sehr wohl aufmerksam mir gegenüber sind, mich bemerken und weil ich diese Sicht zu fragen und die Dinge zu sehen bemerkenswert finde. Und es zeigt eine Sicht eines Menschen auf mich – sie beschreibt mich als im Grunde positiv eingestellten, gut gelaunten Menschen. Gute Laune muss nicht hinterfragt werden.

                    Kommentar


                      Es ist wirklich schwer, sich von meinen Eltern zu distanzieren.
                      Mein Vater wird zum Ende des Jahres wieder arbeitslos und gerade habe ich erfahren, dass ihre Pellets für die Heizung schon wieder alle sind und sie kein Geld haben, neue zu kaufen. Da er auch noch kein ganzes Jahr gearbeitet hat, wird er wieder kein Arbeitslosengeld bekommen.
                      Ich weiß, dass ich dafür nicht verantwortlich bin, aber wie soll man damit umgehen. Ich kann das nur schwer ertragen.

                      Kommentar


                        Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                        Es ist wirklich schwer, sich von meinen Eltern zu distanzieren.
                        Mein Vater wird zum Ende des Jahres wieder arbeitslos und gerade habe ich erfahren, dass ihre Pellets für die Heizung schon wieder alle sind und sie kein Geld haben, neue zu kaufen. Da er auch noch kein ganzes Jahr gearbeitet hat, wird er wieder kein Arbeitslosengeld bekommen.
                        Ich weiß, dass ich dafür nicht verantwortlich bin, aber wie soll man damit umgehen. Ich kann das nur schwer ertragen.
                        Welche Möglichkeit hättest du denn, dich besser zu fühlen? Könntest du ihnen Pellets kaufen?

                        Kommentar


                          Das habe ich letztes Jahr schon gemacht. Und auch Anfang des Jahres Geld geliehen. Aber immer kann ich das auch nicht machen und irgendwann steigt mir mein Partner deswegen auch aufs Dach.

                          Kommentar


                            Da kann ich deinen Partner sehr gut verstehen liebe Jannes

                            Kommentar


                              Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                              "Freu dich lieber nicht zu früh, von Dauer wird das sicher nicht sein. Je mehr du dich freust und je besser es dir geht, desto tiefer wirst du fallen." Es heißt also vorbereitet zu sein (möglicherweise wie ein Hamster, der sich Vorräte für den Winter anlegt, nur dass einfach kein Bedarf daran besteht und der Vorrat in diesem Fall Vorbehalte und Zweifel sind). Diese Vorsicht kann gewaltiges Ausmaß annehmen.
                              Liebe Jannes,

                              mal ganz trocken gefragt: wo findest du das nötige Urvertrauen und Sicherheit für den Rest deines Lebens?
                              In äusseren Dingen? Wie der von dir beschriebene Hamster, der sich Vorräte anlegt?
                              Oder machst du dich auf die Suche nach einer inneren Kraftquelle? Wo könnte die sein? Und wie kannst du sie finden? (Eher nicht mit dem Kopf. )

                              Serafin

                              Kommentar


                                Gute Frage, Serafin. Wo soll man suchen, wenn man kein Lager hat.
                                Derzeit wahrscheinlich am ehesten in der Beziehung zu meinem Partner. Ich weiß nicht, wie eine innere Kraftquelle aussehen könnte oder wie es sich anfühlt. Vertrauen kann ich nur in das haben, worauf ich mich verlassen kann. Verlassen kann ich mich nur auf Unbeständigkeit.

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X