Liebe FirstSunshine,
du bist eine aufmerksame Leserin und ich bin ziemlich geplättet. Du hast mich volle Breitseite erwischt.
Danke für diese Lesart, so habe ich es bislang nicht gesehen. Entscheidend für mich ist voranzugehen und nicht stehen zu bleiben und diesen Zustand, in dem ich mich gerade befinde, zu beenden. Alles ist besser, als stehen zu bleiben. Ich habe das Gefühl, dass ich doch etwas tun muss! Immerhin liegt so viel vor mir ausgebreitet, es heißt nur noch zugreifen. Vieles davon gefällt mir, sehr sogar. Warum warte ich dann noch? Will ich zuviel, warte ich auf die Sahnetorte am Buffet und mir reicht der Blechkuchen nicht?
Ein einleuchtendes Bild. Das ist eines meiner größten Probleme, mein Kopf ist mein Werkzeug Nummer Eins. Von meinen Gefühlen glaube ich, dass sie wahrscheinlich noch irgendwo sind, aber sie sind verschüttet. Die, von denen ich glaube, dass es welche sind, verwirren mich nur. Ich kann mich nicht darauf verlassen. Würde ich das tun, wäre ich schon lange auf und davon, weil ich das Gefühl habe, das alles nicht auszuhalten, dem nicht standzuhalten, sowieso keine Gefühle zu haben, keine tiefgreifenden. Wahrscheinlich sind das aber bloß Fehlinformationen, die noch bei mir ankommen. Ich glaube, dass ich mit aller Gewalt versuche, Gefühle zurückzuhalten. Der Druck, der entsteht, löst sich immer mal wieder, aber natürlich nicht in positiver Weise. Darunter liegt die große Angst zu vertrauen, sowohl anderen, als auch mir selbst. Ich manipuliere mich selbst und wundere mich, dass es nicht läuft. Ein gutes Bauchgefühl heißt bei mir, dass ich keines habe. Übersetzt heißt das, nichts zu fühlen, ist gut. Denn wenn ich etwas dort fühle, dann sagt es mir nur deutlich, dass etwas im Argen liegt. Also muss ich die Dinge ausprobieren und hoffen, dabei kein schlechtes Gefühl zu bekommen. Leider hat sich das manchmal erst ziemlich spät eingestellt, sodass ich mir in Sachen Bauchgefühl überhaupt nicht mehr über den Weg traue. Ich habe große Angst etwas zu tun und erst hinterher festzustellen, dass es ein riesengroßer Fehler war
Vielleicht ist das ein weiterer Grund für mein Festgefahrensein.
Das trifft es 
Das hat mich getroffen.
Mein Kind wartet immer noch und verhungert mir dabei. Es (ich) ist (bin) nicht bereit, etwas von mir anzunehmen und ich gehe trotzdem nicht los, um Brötchen zu holen, um ihm (mir) zu beweisen, dass es (ich) mir auch etwas bedeute(t) und es (ich) mir etwas wert ist (bin). Die Antwort lautet also: Nein, so sehr liebe ich mich nicht. Es fällt mir schwer, mich anzunehmen. Bspw. weiß ich genau, dass ich vor einiger Zeit selbst hier schon schrieb, dass ich nachsichtiger mit mir sein und mir mehr Zeit für alles geben sollte. Es ist traurig, dass ich nun diesen Part selbst übernommen habe, mir soviel abzuverlangen. Aber es war auch schon mal schlimmer. Auch wenn ich mein inneres Kind heute noch gerne abgeben würde (Freiwillige?), weiß ich, dass ich die einzige bin, die seine Sprache versteht und helfen kann. Es geht darum, den Weg gemeinsam zu gehen. Bislang stand es mir immer im Weg, es geht mir nicht schnell genug, das Gejammere kann ich nicht mehr hören weil ich nicht weiß, wie ich ihm helfen soll. Aber ganz so stimmt das nicht mehr, inzwischen kann ich es auch anschauen, traue mich es auszuhalten und ergreife nicht sofort die Flucht. Mich auf seine Seite zu stellen, so weit bin ich noch nicht. Und vielleicht ist es auch ein Trugschluss zu glauben, dass ich es beruhigen müsste, denn das kann ich nicht, das ist unmöglich. Aber ich kann ihm zeigen, wie ich die Dinge tun würde oder ihm einfach helfen. Mein Kind ist auch schon ein wenig älter geworden und glaubt auch nicht mehr jedes Märchen, das ihm erzählt wird. Ich habe den Fehler gemacht zu glauben, ich kann alleine ohne es gehen, weil ich mich ehrlich gesagt mit dieser Aufgabe überfordert gefühlt habe und heute noch teilweise fühle.
Danke, das gibt mir Zuversicht, auch wenn ich mir gerade nicht vorstellen kann, mit ihnen auf einen grünen Zweig kommen zu wollen. Aber dass es grundsätzlich möglich ist, so klar, bereinigt so gut es geht, miteinander umzugehen, eine erwachsene, reife Sicht aufeinander zu haben, gibt mir ein gutes Gefühl. Du klingst dabei sehr aufgeräumt, aber dahin war es ein langer Weg.
du bist eine aufmerksame Leserin und ich bin ziemlich geplättet. Du hast mich volle Breitseite erwischt.
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Vielleicht ist das ein weiterer Grund für mein Festgefahrensein.
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Mein Kind wartet immer noch und verhungert mir dabei. Es (ich) ist (bin) nicht bereit, etwas von mir anzunehmen und ich gehe trotzdem nicht los, um Brötchen zu holen, um ihm (mir) zu beweisen, dass es (ich) mir auch etwas bedeute(t) und es (ich) mir etwas wert ist (bin). Die Antwort lautet also: Nein, so sehr liebe ich mich nicht. Es fällt mir schwer, mich anzunehmen. Bspw. weiß ich genau, dass ich vor einiger Zeit selbst hier schon schrieb, dass ich nachsichtiger mit mir sein und mir mehr Zeit für alles geben sollte. Es ist traurig, dass ich nun diesen Part selbst übernommen habe, mir soviel abzuverlangen. Aber es war auch schon mal schlimmer. Auch wenn ich mein inneres Kind heute noch gerne abgeben würde (Freiwillige?), weiß ich, dass ich die einzige bin, die seine Sprache versteht und helfen kann. Es geht darum, den Weg gemeinsam zu gehen. Bislang stand es mir immer im Weg, es geht mir nicht schnell genug, das Gejammere kann ich nicht mehr hören weil ich nicht weiß, wie ich ihm helfen soll. Aber ganz so stimmt das nicht mehr, inzwischen kann ich es auch anschauen, traue mich es auszuhalten und ergreife nicht sofort die Flucht. Mich auf seine Seite zu stellen, so weit bin ich noch nicht. Und vielleicht ist es auch ein Trugschluss zu glauben, dass ich es beruhigen müsste, denn das kann ich nicht, das ist unmöglich. Aber ich kann ihm zeigen, wie ich die Dinge tun würde oder ihm einfach helfen. Mein Kind ist auch schon ein wenig älter geworden und glaubt auch nicht mehr jedes Märchen, das ihm erzählt wird. Ich habe den Fehler gemacht zu glauben, ich kann alleine ohne es gehen, weil ich mich ehrlich gesagt mit dieser Aufgabe überfordert gefühlt habe und heute noch teilweise fühle.
Zitat von FirstSunshine
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). Vielleicht "gönnst" Du es Dir ja einfach, im wilden Zickzack-Kurs das Buffet abzugrasen. Mal hier und dort naschen, du musst ja auch nicht immer ein ganzes Stück nehmen und dann Angst haben, dass für den "richtigen" Kuchen nachher kein Platz mehr im Bauch bleibt. Damit wärst Du "in Bewegung" und könntest ausprobieren, welcher Kuchen Dir schmeckt (sprich:was welche Gefühle in Dir auslöst). Und Du musst auch nicht den kürzesten Weg "zum Ziel" finden!

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