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Die Kunst des Fliegens

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    Interessant, dass du den Brillen-Vergleich wählst
    Ich bin ja ebenfalls kurzsichtig und ohne Brille hilflos Früher habe ich sie ganz bewusst weggelassen, obwohl ich dann doch recht stark eingeschränkt war. Allerdings empfand ich es als angenehm, die Leute nicht sehen zu müssen, die Erwartungen nicht zu spüren und nicht überlegen zu müssen, was ich mit diesen Erwartungen anfangen soll und wie ich sie erfüllen kann.
    Du hast vermutlich recht, man gewöhnt sich sicher irgendwann an alles. Es ist allerdings auch kein Wunder, dass ich die Kinovariante wähle, wenn ich die Realität so aalglatt, kalt und widerlich finde. Mir wird richtig gehend schlecht in diesen Momenten und ich würde am liebsten die Flucht ergreifen. Obgleich dieses Empfinden vielleicht ein altes und damit überholt ist. Ich werde beim nächsten Mal genauer hinschauen, vielleicht ist das eine Herausforderung, mal genau nachzufühlen, ob es neben diesen unangenehmen ersten Gefühlen weitere gibt, wenn ich mich nicht sofort wieder raus ziehe.

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      Das mit der Flucht habe ich mir heute auch gerade überlegt.
      Irgendwann möchte ich mal in der Lage sein, nicht mehr wegzulaufen, d.h. mich aus der Situation nicht zu entfernen, sondern eine innere Distanz dazu zu bekommen.
      Das würde bedeuten, ich kann in der Situation verbleiben und mich innerlich distanzieren. Das muss doch zu schaffen sein!!!

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        Du hast die richtige Perspektive, Bonny. Wer sagt denn, dass man selbst die Situation verlassen muss, nur weil sie einem auf den ersten Blick unangenehm erscheint. Warum soll man selbst das Feld räumen, warum kann man nicht dazu übergehen, die Situation an die eigenen Bedürfnisse anzupassen und nicht umgekehrt.

        Kommentar


          Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
          Du hast die richtige Perspektive, Bonny. Wer sagt denn, dass man selbst die Situation verlassen muss, nur weil sie einem auf den ersten Blick unangenehm erscheint. Warum soll man selbst das Feld räumen, warum kann man nicht dazu übergehen, die Situation an die eigenen Bedürfnisse anzupassen und nicht umgekehrt.
          Das klappt, ... wenn die eigenen (meist neu abgesteckten) Grenzen stimmen und man selbst sie auch respektieren und einhalten kann. Das erfordert am Anfang viel Übung und ein gerüttelt Maß an Selbstkontrolle ... solange bis der Prozess durchlebt ist und "das Resultat" sozusagen "in Fleisch und Blut übergegangen ist", sprich: integriert wurde.

          Das anfängliche "Weglaufen" oder "sich schützen" ist ein wichtiger Teil des (Lern)Prozesses und ebnet ihm den Weg hin zu einer gewissen "Unerschütterlichkeit": man ist bei weitem nicht mehr so schnell und heftig getriggert und involviert - genauer: man lässt sich nicht mehr so schnell und heftig triggern und involvieren, ... vieles wird einem gleich-gültig (nicht gleichgültig)

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            Liebe Jannes,

            ich hoffe, Du kannst aus Deinen "Brillen-Erfahrungen" auch etwas für Deine aktuelle Situation ableiten.

            Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
            Früher habe ich sie ganz bewusst weggelassen, obwohl ich dann doch recht stark eingeschränkt war. Allerdings empfand ich es als angenehm, die Leute nicht sehen zu müssen, die Erwartungen nicht zu spüren und nicht überlegen zu müssen, was ich mit diesen Erwartungen anfangen soll und wie ich sie erfüllen kann.
            [...]
            Ich werde beim nächsten Mal genauer hinschauen, vielleicht ist das eine Herausforderung, mal genau nachzufühlen, ob es neben diesen unangenehmen ersten Gefühlen weitere gibt, wenn ich mich nicht sofort wieder raus ziehe.
            Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
            Wer sagt denn, dass man selbst die Situation verlassen muss, nur weil sie einem auf den ersten Blick unangenehm erscheint.
            Sicher hast Du inzwischen gelernt, gewissen Erwartungen trotz "klarer Sicht" mit Skepsis zu begegnen und sie einfach nicht zu erfüllen, obwohl Du sie erkennen kannst. Und ich bin sicher, dass Du die Brille nicht mehr so oft "absetzen musst" wie früher, um die Situationen, die Du siehst, zu ertragen.

            Wer weiß, vielleicht schaffst Du es ja mit etwas Übung, Deine "Perspektiven-Wechsel" wie eine Brille einzusetzen.

            Wäre es nicht schön, wenn Du die Klarheit als gewöhnlichen Zustand genießen kannst - und im Zweifelsfall einfach sagst "Das nervt mich jetzt doch zu sehr... tschüss... ich bin mal kurz in meinem Kino!"

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              Zitat von FirstSunshine Beitrag anzeigen
              Wäre es nicht schön, wenn Du die Klarheit als gewöhnlichen Zustand genießen kannst - und im Zweifelsfall einfach sagst "Das nervt mich jetzt doch zu sehr... tschüss... ich bin mal kurz in meinem Kino!"
              Das sagt jetzt jemand, von dem ich ausgehe, dass er die Welt ständig so klar sieht Allerdings lässt sich das mit Sicherheit nicht sagen, geschweige denn überprüfen. Ich würde spontan auch nicht "Ja" dazu sagen, weil ich nichts daran sehe, was man genießen könnte. Es ist verrückt, aber es hat auch etwas mit meinem Verantwortungsgefühl mir gegenüber zu tun. Wenn ich völlig klar bin, spüre und fühle ich alles, auch an meinem Körper. Als würde ich ihn plötzlich wirklich ausfüllen und hätte 100%ige Kontrolle über alles, was ich tue. Ich schaue nicht mehr nur durch meine Augen wie durch ein Fenster und stehe am Fensterbrett und sehe zu, sondern ich bin mitten drin. Vielleicht wiegt die Verantwortung dafür auch noch zu schwer.

              Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
              Das klappt, ... wenn die eigenen (meist neu abgesteckten) Grenzen stimmen und man selbst sie auch respektieren und einhalten kann. Das erfordert am Anfang viel Übung und ein gerüttelt Maß an Selbstkontrolle ... solange bis der Prozess durchlebt ist und "das Resultat" sozusagen "in Fleisch und Blut übergegangen ist", sprich: integriert wurde.

              Das anfängliche "Weglaufen" oder "sich schützen" ist ein wichtiger Teil des (Lern)Prozesses und ebnet ihm den Weg hin zu einer gewissen "Unerschütterlichkeit": man ist bei weitem nicht mehr so schnell und heftig getriggert und involviert - genauer: man lässt sich nicht mehr so schnell und heftig triggern und involvieren, ... vieles wird einem gleich-gültig (nicht gleichgültig)
              Es ist wie ein Wackelkontakt im Kopf. Ich habe mich daran gewöhnt, ohne Licht zu leben und komme damit gut zurecht. Natürlich könnte es besser laufen, aber mittlerweile weiß ich schon gar nicht mehr, was Licht ist, wozu es gut sein soll und welche Vorteile es vielleicht hat. Irgendwann schließt sich dann mal wieder der Kreis und die Lampe leuchtet. Das Licht brennt in meinen Augen und ich begreife, dass die Dinge nicht so sind, wie ich sie sonst wahrnehme. Das heißt nicht per se, dass sie schlechter sind. Licht kann mir grundsätzlich helfen die Dinge deutlicher zu sehen, mir ein genaueres Bild zu machen. Wonach handelt und lebt man, wenn man kein Licht hat? Nach Gefühl, Intuition und Gewohnheiten.
              Mir reichen solche kurzen Momente, vielleicht maximal fünf Minuten, in denen ich Licht hatte. Das Austarieren ist ziemlich anstrengend und schwer auszuhalten. Und das, obwohl es eigentlich keine negativen Momente sind, in denen ich da bin, ich glaube, es kommt sogar immer aus einer Situation heraus, in der es mir recht gut geht (was den Umschwung und die Ernüchterung umso deutlicher werden lässt). Na klar weiß ich, dass mir meine Psyche nur soviel und nur das anbietet, was ich verkraften kann. Wie soll es auch vorwärts gehen, wenn sich nichts tut...
              Zuletzt geändert von Jannes; 02.04.2014, 08:17. Grund: Ergänzung

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                Liebe Jannes,

                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                Das sagt jetzt jemand, von dem ich ausgehe, dass er die Welt ständig so klar sieht
                Da hast Du natürlich recht. Ich kann hier nur Äpfel mit Birnen vergleichen und von eigenen Erfahrungen, die ich für "ähnlich genug" halte, auf Deine schließen, da ich Dein Gefühl nicht 1:1 nachempfinden kann.

                Aber wenn ich davon ausgehe, dass Du das Neue scheust, weil der erste Eindruck unangenehm ist, dann schlägt halt meine Neugier durch, was "dahinter liegt" und ICH würde es ausprobieren wollen.

                Ich vergleich das mal mit dem (mir) sehr angenehmen Gefühl mich leicht und schwerelos im Wasser zu bewegen. Ich liebe das - aber bis ich es endlich mal geschafft habe, über den Bauchnabel hinaus in diese kalte Plörre zu steigen und mich warm zu schwimmen... selbst mein Kind lacht mich da regelmäßig aus. Ich HASSE kaltes Wasser und ich würde niemals reinspringen auch wenn alle sagen, das sei gar nicht so schlimm, das langsame Reintasten sei viiiiel schlimmer.

                Allerdings weiß ich (durch Erfahrung), dass danach "was Tolles" kommt. Dir fehlt dieser Anreiz (noch?). Probier mal aus, was "danach" kommt - aber nur, wenn Dir danach ist, ohne Zwang. Ich geb auch offen zu: an manchen Tagen ist mir das Wasser zu kalt und ich bleibe draußen, auch wenn ich dafür nicht "schweben" kann.

                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                Vielleicht wiegt die Verantwortung dafür auch noch zu schwer.
                Ich glaube, Du siehst das mit der "Verantwortung" zu verbissen. Klar hast Du die Verantwortung für Dich und Dein Leben. Das ändert sich nicht, ob Du nun klar siehst oder nicht. Aber mach Dir doch nicht so einen Druck. In Verantwortung wächst man hinein. Man probiert aus, tut Dinge, die sich als nicht so dolle erweisen, betreibt Schadensbegrenzung und schlägt einen Kurs ein, der besser erscheint. Für mich klingst Du, als hättest Du einen unglaublichen Perfektionsanspruch, als müsstest Du - wenn Du diese Verantwortung annimmst - sofort und schnurgerade den perfekten Weg durch ein perfektes Leben einschlagen.

                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                Ich habe mich daran gewöhnt, ohne Licht zu leben und komme damit gut zurecht. Natürlich könnte es besser laufen, aber mittlerweile weiß ich schon gar nicht mehr, was Licht ist, wozu es gut sein soll und welche Vorteile es vielleicht hat.
                Och, ich hab da mal nen Tipp von Brillenträgerin zu Brillenträgerin: man kann im Dunkeln ganz prima gegen eine geöffnete Türkante laufen und sich im Gesicht die Brille zersplittern. Ist mir erst kürzlich passiert. Und trotzdem könnte ich Kollegen meucheln, wenn sie mit einem "hast ja gar kein Licht an" auf den Lichtschalter klappsen und mich dann erst mal geblendet in meinem eigenen Büro rumblinzeln lassen.

                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                Wonach handelt und lebt man, wenn man kein Licht hat? Nach Gefühl, Intuition und Gewohnheiten.
                Das finde ich jetzt sehr interessant. Ich glaube, auch "mit Licht" nach Gefühl, Intuition und Erfahrung zu handeln. Wonach könnte man denn sonst handeln? Glaubst Du, dass Deine Intuition nicht für ein Leben "im Licht" geeignet ist?

                Wenn ich an mein Tür-kontra-Brille-Erlebnis denke, dann bin ich versucht zu sagen: im Dunkeln reicht Deine Intuition aus, um mit Dir selbst und Deinen "Hinterlassenschaften" klar zu kommen. Aber sobald jemand dazu kommt, kannst Du Dich nicht mehr darauf verlassen, dass die Tür noch genau soweit offen steht wie Du sie aufgelassen hattest. Dann solltest Du sehen können, was die anderen in Deinem Umfeld verändert haben, damit Du darauf reagieren kannst.

                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                Na klar weiß ich, dass mir meine Psyche nur soviel und nur das anbietet, was ich verkraften kann.
                *lach* Mir sagte kürzlich jemand "Der liebe Gott gibt allen Eltern die Kinder, die sie verkraften können". Und das in einem Moment als ich mich mit meinem Kind heillos überfordert fühlte. Aber der Spruch hat mir geholfen. Ich taste mich in der Beziehung zwar gerade durch ein weites Feld, das viele überfordernde Momente bereit hält, aber ich glaube daran, dass ich den Weg finden kann. Sicher werde ich mich auch vertun und stolpern - aber den größten Teil der Zeit glaube ich, ich werde es schaffen. (Frag mich nochmal, wenn ich auf der Nase liege und mir den Staub aus der Nase klopfe )

                Halt Dich an Deinen Satz, wenn ein "lichter" Moment kommt. Lass ihn wirken in der Gewissheit, dass es nicht "mehr" sein wird als Du verkraften kannst.

                Ich verstehe Deine Bedenken, Dich auf die neue Perspektive einzulassen und die Sorge, dass es sich nicht lohnt, dass es nichts (Gutes) bringt. Und trotzdem habe ich den Eindruck, dass Du die Verantwortung übernehmen WILLST, dass Du Dein Leben für Dich gestalten willst, so wie es Dir gut tut. Deshalb wünsche ich Dir im passenden Moment den Mut, auszuprobieren, was Dir gut tun KÖNNTE, um Deine Auswahlmöglichkeiten, Deine Erfahrungen zu erweitern - und so Deine Intuition zu stärken.

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                  Zitat von Jannes
                  Ich schaue (1) nicht mehr nur durch meine Augen wie durch ein Fenster und stehe am Fensterbrett und sehe zu, sondern (2) ich bin mitten drin.
                  Würdest du für (1) den Begriff "dissoziierte Wahrnehmung" und für (2) (mitten drin) den Begriff "assoziierte Gewahrwerdung" verwenden können?
                  Mir scheint, dass dein "Gewahrwerdungsprozess" sich (erfahrungsgemäß) zaghaft und vorsichtig, sozusagen "tastend" entwickelt.
                  Die "scharfen" TV-Momente sind metaphorisch gesehen "in einer langen Lichterkette befindliche einzelne Lichter, die sporadisch und an unterschiedlichen Stellen für kurze Zeit aufleuchten und dann wieder verlöschen". Es ist wie ein Wackelkontakt im Kopf

                  Man könnte sagen, dass sie "mal schauen wollen, was passiert, wenn sie aufleuchten" Vielleicht werden es mit der Zeit langsam immer mehr und sie leuchten zunehmend öfters >>> sie setzen sich durch - sie behaupten sich ... gegen die "Dissoziierung" (= möglicherweise wirkt da >>> Ich habe mich daran gewöhnt, ohne Licht zu leben und komme damit gut zurecht. >>> ein (langsam schwächer werdender) Widerstand, nämlich "Gewohntes" nicht aufgeben zu wollen, weil man ja weiss was man hat und nicht weiss, was man anstelle bekommen wird.

                  Vielleicht wiegt die Verantwortung dafür auch noch zu schwer.
                  Hmm, vielleicht eher die Angst vor der Verantwortung, bzw. die Unsicherheit gegenüber der "Meisterung" dessen was da kommt.

                  Wenn es so sein sollte, wie ich vermute, dann öffne dich dieser Entwicklung,... auch dann, wenn "alte Begleiter" ihr eingefleischtes "Feindbild" aufrechthalten wollen.
                  Unterwegs winkt die nächste Zigarre
                  Zuletzt geändert von Shepherd; 02.04.2014, 09:56. Grund: Aussage präzisiert

                  Kommentar


                    Liebe FirstSunshine,

                    ich kann doch auch nur Äpfel mit Birnen oder Elefanten mit Nashörnern vergleichen. Für mich war es so, wie es bislang war, normal. Doch ich weiß auch, dass dieser Zustand auch schon eine Zeit lang um einiges extremer und schlimmer war, als ich mich nämlich gar nicht gefühlt habe, mein Körper nicht zu mir gehörte und ich mich selbst wie fremdgesteuert bewegt, gesprochen habe und mich dabei beobachten konnte. Vielen Dank für dein Bade-Beispiel, ich weiß jetzt, dass es eine Badestelle hier gibt, vielleicht halte ich mal wieder einen Zeh hinein

                    Zur Verantwortung: Ja, die trage ich immer mit mir herum, nur ist sie mir so nicht bewusst. Mein Verstand sagt mir, dass ich deswegen nicht mehr Verantwortung als sowieso schon trage, es fühlte sich nur anders an.
                    Ich will die Dinge nicht perfekt machen, einfach weil ich weiß, dass ich das auch nicht kann. Aber klar zu sein fühlt sich an, wie auf dem Präsentierteller zu stehen. Jeder sieht dich und das was du tust.
                    Zitat von FirstSunshine Beitrag anzeigen
                    Och, ich hab da mal nen Tipp von Brillenträgerin zu Brillenträgerin: man kann im Dunkeln ganz prima gegen eine geöffnete Türkante laufen und sich im Gesicht die Brille zersplittern. Ist mir erst kürzlich passiert.
                    Ich kann sogar noch einen drauf setzen. Es gibt Menschen, die laufen bei Licht und offenen Augen mit der Brille vor die Tür...Soviel zum Körperschema Allerdings muss ich zu meiner Verteidigung sagen, dass ich ziemlich müde war.
                    Zitat von FirstSunshine Beitrag anzeigen
                    Das finde ich jetzt sehr interessant. Ich glaube, auch "mit Licht" nach Gefühl, Intuition und Erfahrung zu handeln. Wonach könnte man denn sonst handeln? Glaubst Du, dass Deine Intuition nicht für ein Leben "im Licht" geeignet ist?


                    im Dunkeln reicht Deine Intuition aus, um mit Dir selbst und Deinen "Hinterlassenschaften" klar zu kommen. Aber sobald jemand dazu kommt, kannst Du Dich nicht mehr darauf verlassen, dass die Tür noch genau soweit offen steht wie Du sie aufgelassen hattest. Dann solltest Du sehen können, was die anderen in Deinem Umfeld verändert haben, damit Du darauf reagieren kannst.
                    Genau. Deswegen fühlen sich Veränderungen auch alles andere als gut und angenehm an und deswegen bin ich so unflexibel.
                    Zitat von FirstSunshine Beitrag anzeigen
                    *lach* Mir sagte kürzlich jemand "Der liebe Gott gibt allen Eltern die Kinder, die sie verkraften können". Und das in einem Moment als ich mich mit meinem Kind heillos überfordert fühlte. Aber der Spruch hat mir geholfen. Ich taste mich in der Beziehung zwar gerade durch ein weites Feld, das viele überfordernde Momente bereit hält, aber ich glaube daran, dass ich den Weg finden kann. Sicher werde ich mich auch vertun und stolpern - aber den größten Teil der Zeit glaube ich, ich werde es schaffen. (Frag mich nochmal, wenn ich auf der Nase liege und mir den Staub aus der Nase klopfe )

                    Halt Dich an Deinen Satz, wenn ein "lichter" Moment kommt. Lass ihn wirken in der Gewissheit, dass es nicht "mehr" sein wird als Du verkraften kannst.
                    Dito Und vielleicht gehört es ja dazu, sich ab und zu mal den Staub aus der Nase klopfen zu müssen...

                    Kommentar


                      Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                      Würdest du für (1) den Begriff "dissoziierte Wahrnehmung" und für (2) (mitten drin) den Begriff "assoziierte Gewahrwerdung" verwenden können?
                      So ist es. Wobei ich mittlerweile Meilen davon entfernt bin, wie es einmal war. Ich glaube die Aufnahme und Verarbeitung von Reizen meiner Welt und meines Innenlebens (soweit vorhanden) funktionieren, aber es gibt immer noch Unterschiede bzw. Einschränkungen im Erleben dieser Dinge (was folglich eben doch bedeutet, dass in der Verarbeitung Dinge gefiltert werden).
                      Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                      Man könnte sagen, dass sie "mal schauen wollen, was passiert, wenn sie aufleuchten" Vielleicht werden es mit der Zeit langsam immer mehr und sie leuchten zunehmend öfters >>> sie setzen sich durch - sie behaupten sich ... gegen die "Dissoziierung" (= möglicherweise wirkt da >>> Ich habe mich daran gewöhnt, ohne Licht zu leben und komme damit gut zurecht. >>> ein (langsam schwächer werdender) Widerstand, nämlich "Gewohntes" nicht aufgeben zu wollen, weil man ja weiss was man hat und nicht weiss, was man anstelle bekommen wird.
                      Leider kann mir niemand sagen, was kommt und ob das dann meine Realität ist und wie weit diese von eurer entfernt liegt (obgleich ich weiß, dass es keine objektive Realität gibt und Vergleiche hinfällig wären). Aber wer weiß schon, ob das dann eine nicht mehr dissoziative Wahrnehmung ist, möglich wäre doch genauso, dass es sich um einen ganz anderen Modus handelt. Vielleicht sollte ich an meinem Verstand zweifeln
                      Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                      Wenn es so sein sollte, wie ich vermute, dann öffne dich dieser Entwicklung,... auch dann, wenn "alte Begleiter" ihr eingefleischtes "Feindbild" aufrechthalten wollen.
                      Unterwegs winkt die nächste Zigarre
                      Mir wird wohl gar nichts anderes übrig bleiben, da ich keine Macht darüber habe, wann und ob es kommt. Jedenfalls wäre mir nichts dergleichen bewusst. Wenn sich Widerstände auflösen, ist das gut, aber gleichzeitig schwierig, ihn nicht aufrecht erhalten zu wollen. Da werde ich ganz schön mit mir kämpfen müssen (wer hat sich das eigentlich alles ausgedacht?! ).
                      Zuletzt geändert von Jannes; 02.04.2014, 11:03.

                      Kommentar


                        Oh Jannes, ich glaube, die Realitäten der Menschen unterscheiden sich ganz schön voneinander. Da mache ich mir auch keine Sorgen drum.
                        Ich versuche das zu ändern, von dem ich merke, dass es mir nicht gut tut: wenn ich auch zugeben muss, dass ich manchmal erst drauf aufmerksam gemacht werden muss, dass es mir nicht gut tut.
                        Dann geht es aber doch manchmal ziemlich rasch, es "rauscht dann sozusagen im Blätterwald".
                        Und eins ist sicher: So unangenehm mir die Realität (meine) auch manchmal sein mag, sie ist allemal besser als mein "wolkiger" Blick auf die Situationen.
                        Ich seh im wahrsten Sinne des Wortes klarer, was mir hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
                        Also keine Angst vor dem, was du vielleicht noch nicht kennst.

                        Kommentar


                          Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                          Aber klar zu sein fühlt sich an, wie auf dem Präsentierteller zu stehen. Jeder sieht dich und das was du tust.
                          Vielleicht kann ich dich da ein wenig beruhigen. Die Sicht der anderen Menschen auf dich ändert sich in solchen Momenten überhaupt nicht. Die haben sich ein "Bild" von dir gemacht und dieses Bild besteht so lange, bis du dem nicht mehr entsprichst. So lange du "nur" klar siehst und dein Verhalten nicht änderst, passiert bei anderen gar nichts.
                          Es ist also zwar das Gefühl auf dem "Präsentierteller" zu stehen da, aber es ist nicht so.

                          Ich glaube z.B. auch, dass du in diesen Momenten der Klarheit deine Intuition mit deinem Verstand verbindest, während du sonst eher dem Verstand den Vorrang gibst. Kann das sein?

                          Und was die Verantwortung angeht. Die ändert sich nicht. In den klaren Momenten erkennst du sie nur klarer. Das wiederum erzeugt natürlich Angst. Deshalb kannst du diese Momente auch noch nicht genießen.

                          Kommentar


                            Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
                            Ich versuche das zu ändern, von dem ich merke, dass es mir nicht gut tut: wenn ich auch zugeben muss, dass ich manchmal erst drauf aufmerksam gemacht werden muss, dass es mir nicht gut tut.
                            Hier scheint derjenige in mir selbst zu stecken und er schleudert mir immer mal die Zaunslatte vor den Kopf.
                            Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                            Vielleicht kann ich dich da ein wenig beruhigen. Die Sicht der anderen Menschen auf dich ändert sich in solchen Momenten überhaupt nicht. Die haben sich ein "Bild" von dir gemacht und dieses Bild besteht so lange, bis du dem nicht mehr entsprichst. So lange du "nur" klar siehst und dein Verhalten nicht änderst, passiert bei anderen gar nichts.
                            Es ist also zwar das Gefühl auf dem "Präsentierteller" zu stehen da, aber es ist nicht so.

                            Ich glaube z.B. auch, dass du in diesen Momenten der Klarheit deine Intuition mit deinem Verstand verbindest, während du sonst eher dem Verstand den Vorrang gibst. Kann das sein?
                            Das ist die einzige Hoffnung, die ich diesbezüglich habe: Dass ich vielleicht endlich mehr fühlen kann und nicht nur immer alles durchdenken muss. Es wird nicht umsonst so tief vergraben sein. Vielleicht kommt das mit dem Klarsein, Emotionen empfinden zu können bzw. emotionaler zu sein (denn ich kann nicht sagen, dass ich gar keine Emotionen habe).
                            Mir kam heute auch der Gedanke, dass Klarheit, ich selbst sein, ich mich als ich fühlen (wenn auch nur kurz) auch ein Zeichen dafür ist, dass ich in der Arbeit mit meinem Kind ein wenig voran gekommen bin. Mir fällt es immer noch schwer, nachsichtig mit ihm zu sein oder wirklich auch angemessen auf es einzugehen und oft würde ich es lieber aus mir heraus schneiden wollen, aber ich bin nicht mehr so hilflos als die "Große" und konnte schon ab und an auch mal für die "Kleine" eine Stütze sein.

                            Kommentar


                              Liebe Jannes,

                              Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                              Das ist die einzige Hoffnung, die ich diesbezüglich habe: Dass ich vielleicht endlich mehr fühlen kann und nicht nur immer alles durchdenken muss. Es wird nicht umsonst so tief vergraben sein. Vielleicht kommt das mit dem Klarsein, Emotionen empfinden zu können bzw. emotionaler zu sein (denn ich kann nicht sagen, dass ich gar keine Emotionen habe).
                              .
                              Gibt es vielleicht irgendetwas, was Dich (eventuell mit etwas Übung) in einen "Flow" hineinbringt? Ich erlebe das z.B. beim Morgenseitenschreiben (wenn ich gerade welche schreibe), beim Musizieren (mache ich eigentlich viel zu selten) und auch bei etwas, was ich zunächst gar nicht in Betracht gezogen hätte, nämlich beim Wasserrutsche-Rutschen. Im Ernst: Anfangs bin ich diese langen, teilweise dunklen Tunnel, die inzwischen fast jedem Schwimmbad außen angebaut sind, nur heruntergerutscht, um meinen Kindern zu zeigen, dass man davor keine Angst haben muss. Aber ich habe dabei gemerkt, dass sie mir sehr beim Loslassen und Vertrauen-Üben helfen. Wenn die Tunnel dunkel sind, spürt man nur die Bewegung, der man sich überlässt. Dabei bewusst zu entspannen und es zu genießen, war für mich anfangs nicht besonders naheliegend, zumal Wasser mein persönliches Angst-Element ist. Es ist nicht so, dass ich das Denken dabei völlig ausschalte. Aber mit der Zeit hatte ich richtig Spaß und werde nun immer fast ein bisschen "high" vom Rutschen Bei mir kann das einen sehr ausgleichenden, befreienden Effekt haben. Hast Du auch etwas, was bei Dir ähnlich wirkt?

                              Liebe Grüße,
                              Deine Chaja

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                                Liebe Chaja,

                                da fällt mir sofort das Motorrad-Fahren ein, allerdings als Sozio. Vorausgesetzt der Fahrer kann wirklich fahren, kann man da sehr gut Vertrauen und Loslassen üben. Ich habe dabei gerne die Augen geschlossen und nachgespürt, in welche Richtung es nun geht, um mich mit in die Kurve zu legen (und so dem Fahrer auch das Leben zu erleichtern).
                                Leider kenne ich derzeit niemanden, der Motorrad fährt. Aber ich werde überlegen, ob mir noch etwas anderes einfällt, danke dir

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