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Die Kunst des Fliegens

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    @ Jannes

    Zitat von Shepherd
    Authetische Menschen können mitunter sehr unbequem für ihre Umwelt sein.
    Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
    In manchen Fällen heißt authentisch also launisch und anstrengend.
    So mag es bisweilen zu dem Gegenüber rüberkommen, ... doch der Andere (der authentische) ist es nicht zwingend (launisch und anstrengend). Er/sie ist eher "so, wie sie ist", wie sie sich in dem Moment fühlt und wie sie dieses Gefühl mit ihren Aussagen in Einklang bringt.
    Sie ist offen und ehrlich sich selbst gegenüber. Sie übertüncht nichts, sondern zeigt sich so wie sie "sich fühlt" und das auch äussert.

    Dass die meisten Gegenüber damit nicht klar kommen, liegt vor allem daran, dass sie nicht "damit umgehen können", weil bezüglich ihrer selbst ja auch nicht "mit sich umgehen können". Einigen macht das Angst und sie ziehen sich zurück, ... anstatt ihre Angst - geschweige denn das Problem des Anderen - mit dem Partner zu thematisieren.
    Andere überspielen es mit "Humor", weil sie "nicht aus ihrer Haut können" und (z.B.) ihre Technik entwickelt haben, Probleme weg zu blödeln.
    Einige verstehen es, doch sie ertragen es auf Dauer nicht, weil sie sich auf Dauer überfordert fühlen, weil sie intrinsisch spüren, dass das zum Teil (dieses Gefühl) auch sie betrifft und irgendwann eine Kollision statfinden würde, ... die sie (vielleicht) fürchten und deshalb vermeiden.
    (Mit diesen Beispielen meine ich unter anderem die Prägung des Gegenüber im vorigen Post)

    Voll authentisch sein heisst: (vermeintliche) Freunde verlieren - das heisst öfters anzuecken als die meisten - das heisst Neider (und Mobbing) auf den Plan rufen - das heisst sich mitunter unbeliebt machen - ... dass heisst auch bei einigen einen soliden Respekt einzufahren und dort (neue) Freunde zugewinnen, wo man sie vielleicht am wenigsten vermutet hätte, ... das heisst auch eine gewisse "Souveränität" gegenüber schweren oder komplizierten Lebenslagen und gegenüber anderen Menschen zu erlangen, Menschen die damit nicht klar kommen.(ohne sie dafür zu werten).

    Der authentische Mensch weiss allerdings auch, wo er mit seiner gelebten Authentizität verletzt, denn "authentisch sein", heisst nicht, stumpf und gegen jedwedes Gefühl immun durchs Leben zu stampfen.
    Der authentische Mensch - wenn er sich so nennen darf - ist eigentlich "nur" ein Mensch, der "außen wie innen ist", der sich offen zeigt, der zu seinen Worten und Taten stehen kann und Verantwortung für das übernimmt, was er kommuniziert. Es ist kein Heiliger, sondern jemand "der sich seiner Leichen im Keller jederzeit bewusst ist" und keine emotionalen Probleme damit hat, dazu auch Stellung zu beziehen.

    Das mit den Gefühlen macht mich wahnsinnig. Natürlich ist es in Ordnung, zu fühlen, was man fühlt. Aber mein Ziel war es, dass darunter keiner leiden muss.
    (fett von mir) "War" ist gut, das heisst, dass du bisher dieses Ziel verfolgt hast und in Zukunft nicht mehr.

    MissPig hat es hier gut formuliert :
    Zitat von MissPig
    Die Gefühle des Anderen entstehen in ihm aufgrund seiner Wünsche, seiner Erwartungen - und es ist nicht meine Aufgabe, mich nach den Wünschen und Erwartungen Anderer zu verhalten.
    Das ist richtig, bleibt nur der Wunsch, dass der Partner (Mann, Lebensgefährte) diese Erklärung so akzeptieren und auch integrieren kann, dass er sie leben und als Verhalten mit dir teilen kann.
    Er wird lächelnd seufzen, betont langsam niederlegen, was er gerade tut und natürlich auch kommentieren, dass es ihn braucht, um mir zu helfen. Stellt sich die Frage, was zuerst da war, Huhn oder Ei. Oder ob sich das Huhn von Eiern ernährt.
    Gute Lebensgefährten sind lernfähig. (Erfahrung aus erster Hand )

    lG
    Zuletzt geändert von Shepherd; 15.10.2013, 21:20. Grund: Einschub

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      Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
      @ Jannes
      Dass die meisten Gegenüber damit nicht klar kommen, liegt vor allem daran, dass sie nicht "damit umgehen können", weil bezüglich ihrer selbst ja auch nicht "mit sich umgehen können". Einigen macht das Angst und sie ziehen sich zurück, ... anstatt ihre Angst - geschweige denn das Problem des Anderen - mit dem Partner zu thematisieren.
      Das erklärt für mich gerade, warum ich Verhaltensweisen und Eigenschaften, die ich an mir selbst nicht leiden kann, bei meinem Partner nicht akzeptiere und warum sie mich regelmäßig auf die Palme bringen.

      Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
      Der authentische Mensch - wenn er sich so nennen darf - ist eigentlich "nur" ein Mensch, der "außen wie innen ist", der sich offen zeigt, der zu seinen Worten und Taten stehen kann und Verantwortung für das übernimmt, was er kommuniziert. Es ist kein Heiliger, sondern jemand "der sich seiner Leichen im Keller jederzeit bewusst ist" und keine emotionalen Probleme damit hat, dazu auch Stellung zu beziehen.
      Das heißt aber nicht, dass ich jederzeit alles aus meinem "Arsenal" auf den Tisch packen muss, was ich habe. Bin ich denn auf Arbeit nur nicht authentisch, weil sich mir die Gelegenheit nicht bietet durch bestimmtes getriggert zu sein? Ich bin hier auch schon wütend geworden und das richtig und habe das auch so nach außen getragen.

      Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
      MissPig hat es hier gut formuliert :
      "Die Gefühle des Anderen entstehen in ihm aufgrund seiner Wünsche, seiner Erwartungen - und es ist nicht meine Aufgabe, mich nach den Wünschen und Erwartungen Anderer zu verhalten."
      Und damit kann ich nicht 100%ig mitgehen. Ich verstehe den Grundsatz dieser Überlegung. Allerdings ist damit ein Miteinander nicht gesichert, wenn meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche ständig mit denen anderer Menschen kollidieren, weil ich zu egozentrisch und zu egoistisch bin. Natürlich besteht ein Unterschied zwischen "sich nach den Gefühlen und Erwartungen anderer zu richten/ zu verhalten" und diese zu respektieren, aufzunehmen, zu thematisieren und zu akzeptieren. Aber sind es am Ende dann noch meine tatsächlichen Wünsche und Gefühle, die ich ja offenbar leben darf und soll, wenn ich deren Ausleben abwandeln muss, damit ich von meiner Umwelt ertragbar bin? Denn wenn ich es nicht tue, gibt es viele Momente der Einsamkeit. Auch, wenn ich mir andere Wege suche, meine Gefühle so ausleben zu können, wie ich sie empfinde, ist das vermutlich Zeit, die ich nicht mit dem Partner verbringe. Das klingt jetzt, als würde ich nur aufeinander hocken wollen, so ist das nicht. Ich frage mich nur, was dann noch an gemeinsamer Zeit übrig bleibt.

      LG
      Jannes

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        Zitat von Shepherd
        Der authentische Mensch - wenn er sich so nennen darf - ist eigentlich "nur" ein Mensch, der "außen wie innen ist", der sich offen zeigt, der zu seinen Worten und Taten stehen kann und Verantwortung für das übernimmt, was er kommuniziert. Es ist kein Heiliger, sondern jemand "der sich seiner Leichen im Keller jederzeit bewusst ist" und keine emotionalen Probleme damit hat, dazu auch Stellung zu beziehen.
        Zitat von Jannes
        Das heißt aber nicht, dass ich jederzeit alles aus meinem "Arsenal" auf den Tisch packen muss, was ich habe. Bin ich denn auf Arbeit nur nicht authentisch, weil sich mir die Gelegenheit nicht bietet durch bestimmtes getriggert zu sein? Ich bin hier auch schon wütend geworden und das richtig und habe das auch so nach außen getragen.
        Zitat von Shepherd
        ... weil du auf der Arbeit deine authentische Persönlichkeit nur zum Teil (und nur wo es notwendig ist) einbringst, … bzw. die „zum guten Arbeiten/Funktionieren nötigen Anteile und Ressourcen“.
        Das "nur wo es notwendig ist" beinhaltet unter anderem z.B. auch einen Wutausbruch, ... weil er deinem derzeitigen (und für dein derzeitiges) Empfinden und entsprechend der Situation für dich "notwendig und nützlich" war, ... und letzten Endes auch "akzeptiert" wurde.
        Dass vielleicht einige sich davon "tiefer" betroffen fühlten (und es nicht zeigten) ist nicht deine Angelegenheit >> (du brauchst nicht auch noch die Probleme der anderen zu wälzen, denn das ist eigentlich ein anderer "Beruf" . Dein Beruf ist Lehrerin, mit allem unumgänglich menschlichen, was das beinhaltet. )

        Zuhause sieht das ein bisschen anders aus, wiewohl das Prinzip das Gleiche ist. Nur kannst du (könnt ihr beide) dort - wenn du und er es denn wirklich wollt und wenn es für dich und ihn "nützlich" ist - Kompromisse eingehen > die euch beiden nicht wehtun und die du für dich und er für sich vertreten kann(st).

        Sobald ein Kompromiss mit einem unverdaulichen Verzicht oder der Unfähigkeit ihn nachhaltig zu realisieren, einher geht, ist ein ausführliches und klärendes Gespräch angesagt. Um der Echtheit und Ehrlichkeit der Beziehung willen (nicht weil "man" die Beziehung koste es was es wolle aufrecht erhalten will) sollte der Kompromiss mit seinen möglichen und schwierigen Konsequenzen auf den Tisch kommen. Dabei geht es nicht darum, dass einer mehr einlenkt als der andere, sondern darum, den Standpunkt und die eigene Persönlichkeit einzubringen und so weit möglich sachlich und offen zu thematisieren.

        Viele Paare reden zwar zu einander, nur wenige hingegen reden mit einander. In dem "mit einander reden" werden gute Kompromisse geschlossen, weil sie "aus diskutiert" werden. SIe werden dadurch akzeptabel und sind (bzw. sie zeigen sich letzten Endes als) die eigentliche Praxis des gegenseitigen "Gebens und des Nehmens".

        Ihr beide "wollt das ja eigentlich", nur scheint es mir so zu sein, dass ihr euch selbst dabei im Wege steht, ... und gewissermaßen hilflos und auch machtlos seid,... ihr euch zumindest so vorkommt.

        Stark vereinfachtes Beispiel:
        Du bringst deine Belange" mit einem Lächeln" vor ... und er wird lächelnd seufzen, betont langsam niederlegen, was er gerade tut und natürlich auch kommentieren, dass es ihn braucht, um mir zu helfen.

        Wenn ihr beide dabei nicht "lächeln" würdet und du und er nicht davon ausgehen würdet "dass ihr es ja für den anderen tut", dass ihr "Ihm/ihr helfen wollt" (wobei denn?), sondern davon, dass ihr es "für euch selbst tut", werdet ihr fortan von einer ganz neuen Ausgangsbasis kommunizieren können.





        Um es rein "sachlich" zu formulieren, geht es "eigentlich" um Liebe und Wollen. >

        Ein authentischer Mensch ist sich zuerst einmal selbst der Nächste (hat rein gar nicht mit Egoismus zu tun). Er "will sich leben, wie er ist" und er "will sich lieben wie er ist". "Kann" er das nicht, fühlt er sich (und ist er) nicht authentisch, denn unsere ureigensten natürlichen AnTriebe(Grund-Befindlichkeiten) sind darauf ausgerichtet, dass wir "überleben" müssen und wollen, um überhaupt "leben und lieben" zu können.
        Unsere Grundbefindlichkeiten funktionieren heute noch genauso wie vor zig Milliionen Jahren, ... nur die Einflüsse darauf sind heute andere als noch vor bspw. 1000, 100, 50 oder 20 Jahren.

        Rollo May formuliert es ziemlich klar:

        "Das Bemerkenswerte in Bezug auf Liebe und WIlle in unserer Zeit ist, daß diese beiden Phänomene, die uns in der Vergangenheit immer als die Lösung für die Schwierigkeiten des Lebens vor Augen geführt wurden, inzwischen selbst zum Problem geworden sind. Es trifft zwar immer zu, daß Liebe und menschlicher WIlle in einer Periode der Veränderung schwieriger werden; und wir leben in einer Ära des radikalen Umbruchs (...) Wir klammern uns aneinander und versuchen uns einzureden, daß das, war wir empfinden, Liebe sei; wir üben unseren WIllen nicht aus, weil wir fürchten, daß wir, wenn wir uns für eine Sache oder eine Person entscheiden, die andere verlieren werden (...)".

        Eine weitere Aussage von May ist sehr bedeutungsvoll und scheint mir dein (vielleicht euer beider) eigentliches Dilemma zu sein:
        " ...kein menschliches Wesen kann die ununterbrochene, betäubende Erfahrung seiner eigenen Machtlosigkeit ertragen."


        Ich bin davon überzeugt, dass grundehrliche Authentizität das einzig wirksame "Heilmittel", bzw. die Grundlage dafür ist, das ein jeder "für sich zuständig und mächtig" wird.
        Dazu ein alter Spruch:
        "Schmerzen sind im Leben unvermeidlich. Leiden ist eine Option". (aus dem fernen Osten)

        lieben Gruß




        Auf den letzten Abschnitt deines Beitrags komme ich gerne später noch zurück.

        n.b.: Zitatquelle: Rollo May - Liebe und Wille - Edition Humanistische Psychologie
        Zuletzt geändert von Shepherd; 16.10.2013, 09:47. Grund: Zusatz

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          Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen

          Viele Paare reden zwar zu einander, nur wenige hingegen reden mit einander. In dem "mit einander reden" werden gute Kompromisse geschlossen, weil sie "aus diskutiert" werden. SIe werden dadurch akzeptabel und sind (bzw. sie zeigen sich letzten Endes als) die eigentliche Praxis des gegenseitigen "Gebens und des Nehmens".

          Das finde ich gut ausgedrückt. Vielleicht stach es mir auch besonders ins Auge, weil ich ja täglich eine Partnerschaft (meiner Eltern) hautnah miterlebe, in der höchstens aneinander vorbei geredet wird. Dadurch entstehen dann ungute Gefühle, die man zunächst wegschiebt, bis irgendwann genug zusammen gekommen ist und der Kragen platzt. Dann fragt sich das Gegenüber oder Umstehende, weshalb jetzt so heftig auf so einen nichtigen Anlaß reagiert wurde - sie wissen ja nicht, was sich da so alles angesammelt hatte.

          Kompromisse würden gewiß helfen, aber dazu müssten sie erst einmal thematisieren, was sie eigentlich wollen. So leben sie ein Leben lang nebeneinander her, ohne auch nur zu ahnen, was im anderen vorgeht. Ich könnte das nicht.

          Kommentar


            Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
            Viele Paare reden zwar zu einander, nur wenige hingegen reden mit einander. In dem "mit einander reden" werden gute Kompromisse geschlossen, weil sie "aus diskutiert" werden. SIe werden dadurch akzeptabel und sind (bzw. sie zeigen sich letzten Endes als) die eigentliche Praxis des gegenseitigen "Gebens und des Nehmens".

            Ihr beide "wollt das ja eigentlich", nur scheint es mir so zu sein, dass ihr euch selbst dabei im Wege steht, ... und gewissermaßen hilflos und auch machtlos seid,... ihr euch zumindest so vorkommt.

            Stark vereinfachtes Beispiel:
            Du bringst deine Belange" mit einem Lächeln" vor ... und er wird lächelnd seufzen, betont langsam niederlegen, was er gerade tut und natürlich auch kommentieren, dass es ihn braucht, um mir zu helfen.

            Wenn ihr beide dabei nicht "lächeln" würdet und du und er nicht davon ausgehen würdet "dass ihr es ja für den anderen tut", dass ihr "Ihm/ihr helfen wollt" (wobei denn?), sondern davon, dass ihr es "für euch selbst tut", werdet ihr fortan von einer ganz neuen Ausgangsbasis kommunizieren können.
            Wir sprechen viel miteinander und wir können auch miteinander reden.
            Weil es gerade passt, eine Situation von gestern:
            Ich saß in meiner Lethargie da, wissend, dass ich unheimlich viel zu tun habe, aber eigentlich körperlich nicht dazu in der Lage war, weil ich derzeit meine Grenze einfach wieder erreicht habe. Ich konnte mich weder für das eine (anfangen, etwas zu tun und etwas schaffen), noch für das andere (mich bewusst dagegen entscheiden und etwas für mich tun, entspannen) entscheiden. Das kann eine Weile dauern, zur Not verbringe ich auch einen ganzen Abend so, was natürlich nicht zufriedenstellend ist. Doch nicht nur mich belastet das, sondern auch ihn und so drängte er mich zunächst zu einer Entscheidung, was ich als äußerst unangenehm empfunden habe. Es gab eine kurze Auseinandersetzung dazu, dass das nicht nur für mich, sondern auch für ihn belastend ist mich so zu sehen und zu erleben. Mal abgesehen von der Art und Weise, wie er dieses Anliegen anbrachte (was eher eine Reaktion meinerseits hervorrief, das wäre mein Problem und er solle sich nicht einmischen) sprachen wir dann auch vor allem darüber, was das für ihn bedeutet und wie er sich dabei fühlt. Mir geht sowas unheimlich auf den Keks, weil ich für diese Situation keine zufriedenstellende Lösung habe. Was machte er? Er stellte sich einfach vor mich (da kündigte sich bereits wieder mein Lächeln an, diesmal hatte ich es im Griff weil ich auch sah, dass er auch nicht lachte) und nahm mich in den Arm. Es ist lange nicht passiert, aber gestern gab es dabei einen Unterschied in meinem Gefühl. Ich habe kein Problem mit Umarmungen, wir umarmen uns oft, aber oft ist es für mich eine rein körperliche Geste. Diese Umarmung gestern war sehr lang, es wurde nicht gesprochen und ich konnte mich plötzlich ganz anders darauf einlassen. Ich war dabei, fühlte die Umarmung nicht nur körperlich, sondern fühlte, dass er auch da war und dass wir uns nahe waren. Was für ein Gefühl, ihn zu umarmen und zu fühlen, dass ich nicht allein bin. Das löste etwas in mir und fühlte sich befreiend an. Ohne dieses Lachen, sowohl meinerseits als auch von seiner Seite, glaube ich, fühlte ich mich auch mehr gesehen und verstanden. Wird das eigentliche Gefühl nicht davon verdeckt, besteht wenigstens die Chance, dass es zum Vorschein kommt. So hätte ich noch ewig stehen können.

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              Zitat von Jannes
              Ich war dabei,
              Yeah !!

              Kinners, ihr seid Klasse.

              (Ups. War das jetzt angemessen?)

              Kommentar


                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                (da kündigte sich bereits wieder mein Lächeln an, diesmal hatte ich es im Griff weil ich auch sah, dass er auch nicht lachte)

                Ohne dieses Lachen, sowohl meinerseits als auch von seiner Seite, glaube ich, fühlte ich mich auch mehr gesehen und verstanden. Wird das eigentliche Gefühl nicht davon verdeckt, besteht wenigstens die Chance, dass es zum Vorschein kommt. So hätte ich noch ewig stehen können.
                Das hört sich gut an . Du fühlst also das Lächeln, bevor es auf deinem Gesicht erscheint. Das ist gut, denn so kannst du es steuern, oder damit anfangen, es zu steuern. Dann lächelst du vielleicht nur noch, wenn dir wirklich danach zumute ist.

                Kommentar


                  Danke euch. Es ist gut zu wissen, dass das noch irgendwo in mir steckt und noch nicht abgestorben ist. Aber es wird sicher einige Übung kosten.

                  Kommentar


                    Es ist gut, diesen Mechanismus zu erkennen.... und zu überwinden. Eigentlich ist es ja auch total logisch, dass man mit einem Lächeln seine darunter liegenden Gefühle übertüncht. Und dass die dann immer weiter in der Versenkung verschwinden.
                    Es gehört auch Mut dazu, nicht zu lächeln und den eventuellen Schmerz oder die wahren Gefühle zuzulassen. Ich spreche jetzt nicht nur von Dir, sondern auch von mir.

                    Für mich ist es eine wichtige Erkenntnis...... danke...

                    Kommentar


                      Liebe Tamina,

                      das ist in der Tat gar nicht so leicht.
                      Gerade mache ich für meinen einen Schritt, den ich nach vorne gegangen bin, wieder drei zurück und habe nicht das Gefühl, dass sich etwas verändert hat. Status Quo. Gerade heute konnte ich mir wieder anhören, dass wir in keiner WG leben und er nicht nur mein Mitbewohner ist.
                      Es geht mir zur Zeit nicht gut. Ich bin wieder unheimlich verletzend, abweisend. Dabei habe ich Ferien und sollte mich eigentlich freuen.
                      Gesundheitlich bin ich Montag meinem Zucken und Taubheitsgefühlen im Gesicht nachgegangen. Da ist nun abzuwarten, was raus kommt. Ich hoffe, das endet nicht in einem Ärztemarathon.
                      Ich versuche mich die ganze Zeit abzulenken, auch wenn ich weiß, dass das keine Lösung ist. Solange ich aber etwas zu tun habe, geht es.
                      Momentan habe ich wieder das Gefühl, dass es einfach nicht anders geht, ich nicht anders kann als so zu sein. Ich habe das Gefühl bald zu platzen. Das Wochenende bin ich wieder allein, da kann ich wenigstens niemandem in die Quere kommen.

                      Kommentar


                        Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                        Liebe Tamina,

                        das ist in der Tat gar nicht so leicht.
                        Gerade mache ich für meinen einen Schritt, den ich nach vorne gegangen bin, wieder drei zurück und habe nicht das Gefühl, dass sich etwas verändert hat. Status Quo. Gerade heute konnte ich mir wieder anhören, dass wir in keiner WG leben und er nicht nur mein Mitbewohner ist.
                        Es geht mir zur Zeit nicht gut. Ich bin wieder unheimlich verletzend, abweisend. Dabei habe ich Ferien und sollte mich eigentlich freuen.
                        Gesundheitlich bin ich Montag meinem Zucken und Taubheitsgefühlen im Gesicht nachgegangen. Da ist nun abzuwarten, was raus kommt. Ich hoffe, das endet nicht in einem Ärztemarathon.
                        Ich versuche mich die ganze Zeit abzulenken, auch wenn ich weiß, dass das keine Lösung ist. Solange ich aber etwas zu tun habe, geht es.
                        Momentan habe ich wieder das Gefühl, dass es einfach nicht anders geht, ich nicht anders kann als so zu sein. Ich habe das Gefühl bald zu platzen. Das Wochenende bin ich wieder allein, da kann ich wenigstens niemandem in die Quere kommen.
                        Liebe Jannes,
                        genau so ist es. Du kannst nicht anders sein, als du bist - außer du verstellst dich .
                        Ich mußte das auch akzeptieren. Ich kann nicht sein, wie z.B. meine Schwester, die es durch ihre sympathische Art wesentlich leichter im Leben hat. Was ich aber kann, ist einfach mich anzunehmen und dann in kleinen Schrittchen (sofern ich will) etwas zu modellieren.

                        Was ich z.B. bei einigen Menschen nicht verstehen kann ist, wenn sie sagen: "Ach meinen Partner werde ich schon noch ändern". Wenn ich ihn ändern möchte, dann ist er nicht, was ich wollte. Entweder mag ich jemanden so wie er ist - mit allen Macken - oder ich laß es. Eine weitere Sache, die ich gelernt habe ist, daß ich mich nicht von jemandem verändern lasse und ein anderer läßt sich ebenso wenig von mir verändern. Eine Veränderung findet immer im eigenen Innern statt, alles andere wäre geschauspielert.

                        Wie stellst du dir eigentlich eine perfekte Beziehung zu deinem "Mitbewohner" vor? Und wie er?

                        Kommentar


                          Liebe Chrysothemis,

                          Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
                          Eine weitere Sache, die ich gelernt habe ist, daß ich mich nicht von jemandem verändern lasse und ein anderer läßt sich ebenso wenig von mir verändern. Eine Veränderung findet immer im eigenen Innern statt, alles andere wäre geschauspielert.

                          Wie stellst du dir eigentlich eine perfekte Beziehung zu deinem "Mitbewohner" vor? Und wie er?
                          Das klingt erstmal logisch und würde ich genauso unterschreiben. Allerdings kommen wir nicht umhin, uns im Zusammenleben mit anderen Menschen zu verändern. Wir haben ebenso einen Einfluss auf die Entwicklung des Anderen, ob wir das nun wollen oder nicht oder ob es uns bewusst ist oder nicht. Unter Umständen kann das ja auch ganz angenehme Züge haben.

                          Die Frage nach der perfekten Beziehung finde ich schwierig, weil ich keine perfekte Beziehung führen möchte. Es gibt aber einige Dinge, die runder laufen könnten. Wir haben beide von Zeit zu Zeit Schwierigkeiten die Bedürfnisse des anderen wahrzunehmen. Wir sind beides Menschen, die gerne auch für sich sind. Wenn dann Stress dazu kommt, bleibt wenig gemeinsame Zeit und durch mein Unvermögen gemeinsame Zeit genießen zu können noch weniger davon. Ich wünsche mir darin ein Gleichgewicht, ich möchte "gesehen" werden und umgekehrt auch Freude daran haben, ihn zu "sehen". Mit dieser Vorstellung kann ich gerade nicht viel anfangen, davon sehe ich mich meilenweit entfernt. Ich kämpfe zur Zeit wieder in jeder Sekunde mit mir und habe erstmal Mühe, mich selbst zu ertragen.

                          Kommentar


                            Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                            Liebe Chrysothemis,



                            Das klingt erstmal logisch und würde ich genauso unterschreiben. Allerdings kommen wir nicht umhin, uns im Zusammenleben mit anderen Menschen zu verändern. Wir haben ebenso einen Einfluss auf die Entwicklung des Anderen, ob wir das nun wollen oder nicht oder ob es uns bewusst ist oder nicht. Unter Umständen kann das ja auch ganz angenehme Züge haben.

                            Die Frage nach der perfekten Beziehung finde ich schwierig, weil ich keine perfekte Beziehung führen möchte. Es gibt aber einige Dinge, die runder laufen könnten. Wir haben beide von Zeit zu Zeit Schwierigkeiten die Bedürfnisse des anderen wahrzunehmen. Wir sind beides Menschen, die gerne auch für sich sind. Wenn dann Stress dazu kommt, bleibt wenig gemeinsame Zeit und durch mein Unvermögen gemeinsame Zeit genießen zu können noch weniger davon. Ich wünsche mir darin ein Gleichgewicht, ich möchte "gesehen" werden und umgekehrt auch Freude daran haben, ihn zu "sehen". Mit dieser Vorstellung kann ich gerade nicht viel anfangen, davon sehe ich mich meilenweit entfernt. Ich kämpfe zur Zeit wieder in jeder Sekunde mit mir und habe erstmal Mühe, mich selbst zu ertragen.
                            Sicher - die Umwelt hat Einfluß, aber welchen, bestimmt jeder selbst und wenn jemand mich unbedingt verändern will, schalte ich sofort auf stur .

                            Weißt du, weshalb es dir schwer fällt, die gemeinsame Zeit zu genießen?

                            Wie wäre es, wenn ihr euch eine Zeitlang jeden Tag einen kleinen Zettel schreibt, auf dem etwas steht wie: "Ich wünsche mir heute, daß du mich in den Arm nimmst, wenn ich nach Hause komme." Oder - vielleicht auch so: Ihr macht euch Karten zurecht, auf denen verschiedene Dinge stehen, die ihr voneinander wollen könntet und zeigt die Karte, die gerade eurem Bedürfnis entspricht. Manchmal ist das leichter, als auszusprechen, was man möchte.

                            Kommentar


                              Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
                              Sicher - die Umwelt hat Einfluß, aber welchen, bestimmt jeder selbst und wenn jemand mich unbedingt verändern will, schalte ich sofort auf stur .
                              Da gebe ich dir recht, im Idealfall kann man sich gemeinsam weiter entwickeln.

                              Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
                              Wie wäre es, wenn ihr euch eine Zeitlang jeden Tag einen kleinen Zettel schreibt, auf dem etwas steht wie: "Ich wünsche mir heute, daß du mich in den Arm nimmst, wenn ich nach Hause komme." Oder - vielleicht auch so: Ihr macht euch Karten zurecht, auf denen verschiedene Dinge stehen, die ihr voneinander wollen könntet und zeigt die Karte, die gerade eurem Bedürfnis entspricht. Manchmal ist das leichter, als auszusprechen, was man möchte.
                              Das klingt jetzt blöd, aber so vorausschauend kann ich meine Bedürfnisse und auch meine Emotionen nicht planen. Gerade das "Nach-Hause-kommen-Szenario" finde ich als belastend, da würde ich mir eher wünschen, allein gelassen zu werden
                              Es stimmt, dass es manchmal schwer ist auszusprechen, was man möchte. Aber zuvor muss ich erst einmal lernen, zu erspüren, was hinter diesem oder jenem Gefühl steckt. Oft ist es nur ein Wust, ein Knäul, was mich verwirrt und woran ich lange dröseln muss, bis ich überhaupt eine Ahnung habe, wie das zustande kam und was es zu bedeuten hat. Das eigentliche Problem liegt also woanders.

                              Kommentar


                                liebe Jannes,

                                ich würde Dir gern etwas Konstruktives und Hilfreiches zu Deiner Situation sagen, bin mir aber unsicher, ob ich das kann.

                                Irgendwie hab ich so viele meiner eigenen Schwierigkeiten in jungen Jahren 'vergessen' und bin froh, dass diese Zeit vorüber ist.

                                Es ist meiner ERfahrung nach schon so, dass das eigene Verhalten auch vom jeweiligen Partner abhängig ist. Je mehr man sich selbst kennen lernt, desto besser konnte ich instinktiv merken, welcher Partner zu mir passt. Wenn man dann bestimmte Erwartungshaltungen des anderen nicht mehr zu erfüllen braucht, ist das eine große Entlastung für einen selbst und die Beziehung wird natürlicher.
                                Hast Du mal drüber nachgedacht, ob Du in Beziehungen immer so reagiert hast wie jetzt, dieselben physischen Symptome verspürt hast?
                                Sind es wirklich alles Deine ureigenen Probleme oder entstehen sie durch eine Beziehung?

                                Wirklich verändern kann man sich für einen Partner nicht, wie auch schon von Euch festgestellt wurde. Man selbst verändert sich jedoch bzw. es kommen andere Seiten von einem selbst zum Vorschein durch jeweils andere Partner.

                                Mir hat das Reden mit meinem Partner (Mann) über meine Probleme immer wieder geholfen. Es bringt so große Entlastung.

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