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    Ich habe die vermeintliche Sicherheit, dass er meine Zurückweisungen aushält und bei mir bleibt. Eine trügerische Sicherheit. Bei ihm fällt es mir eher schwer mich auf ihn einzulassen. Seiner Zuwendung und Wertschätzung fühle ich mich wahrscheinlich sicher.
    Ich habe gerade einen Termin mit meiner Therapeutin ausgemacht Es dauert zwar noch zwei Wochen, aber ich freue mich!

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      Liebe Jannes,

      Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
      Heute habe ich zu meinem Freund noch gemeint, ich kann mich so schlecht von allem abgrenzen und nehme mir alles an. Seine Antwort: Bei mir hast du da keine Probleme ;)
      Oh je, diese Sätze könnten von meinem Mann und mir handeln..... Überhaupt erkenne ich mich in Deinen Worten so oft selbst wieder, dass ich ständig schreiben könnte "Ja! Genau so ist es!!!". So viel Wiedererkennung habe ich selten erlebt! Umso gespannter bin ich auf alles, was Du weiterhin berichten wirst und wünsche Dir natürlich alles erdenklich Gute für die Therapiestunde (wenn ich noch an meinem alten Wohnort lebte, würde ich auch noch mal meinen Therapeuten bemüht haben...).

      Liebe Grüße,
      Deine Chaja

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        Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
        Liebe Jannes,



        Oh je, diese Sätze könnten von meinem Mann und mir handeln..... Überhaupt erkenne ich mich in Deinen Worten so oft selbst wieder, dass ich ständig schreiben könnte "Ja! Genau so ist es!!!". So viel Wiedererkennung habe ich selten erlebt! Umso gespannter bin ich auf alles, was Du weiterhin berichten wirst und wünsche Dir natürlich alles erdenklich Gute für die Therapiestunde (wenn ich noch an meinem alten Wohnort lebte, würde ich auch noch mal meinen Therapeuten bemüht haben...).

        Liebe Grüße,
        Deine Chaja
        Ja ja, diesen Satz kenne ich auch von meinem Mann.

        Ein Kriterium , meinen Mann zu heiraten, war für mich, dass ich mich 'traue' mich von ihm abzugrenzen. Ansonsten ist das Zusammenleben viel zu anstrengend für mich.

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          Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
          Ich habe gerade einen Termin mit meiner Therapeutin ausgemacht Es dauert zwar noch zwei Wochen, aber ich freue mich!
          Hallo Jannes,
          ich finde es gut, dass du einen Termin mit deiner Therapeutin ausgemacht hast.
          Als ich deine Schilderung gelesen habe, ist mir folgende Frage gekommen: warum meinst du, dass deine Kollegin vielleicht recht hat mit ihrer versteckten Kritik, wenn doch deine Chefin dir die Stelle und wahrscheinlich noch mehr anbietet. Wenn sie nicht von deinem Können überzeugt wäre, würde sie das bestimmt nicht machen. Ich glaube, es gibt keinen Chef, der jemandem eine Stelle aus reiner Nächstenliebe anbietet, sondern da steckt immer die Überzeugung dahinter, dass derjenige das nötige Können besitzt.

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            @Chaja:
            Danke Merkwürdig, oder? Dass es Menschen gibt, denen man offenbar so sehr ähnelt. Ich bin auch gespannt, wie es weiter geht. Vielleicht kannst du davon auch etwas mitnehmen

            @Tamina:
            Fällt es dir sonst schwer, dich auch von ihm abzugrenzen? Du schreibst, es wäre zu anstrengend, wenn es nicht so wäre. Was würde passieren, wenn du es nicht könntest?


            Zitat von LaLoba59 Beitrag anzeigen
            Hallo Jannes,
            ich finde es gut, dass du einen Termin mit deiner Therapeutin ausgemacht hast.
            Als ich deine Schilderung gelesen habe, ist mir folgende Frage gekommen: warum meinst du, dass deine Kollegin vielleicht recht hat mit ihrer versteckten Kritik, wenn doch deine Chefin dir die Stelle und wahrscheinlich noch mehr anbietet. Wenn sie nicht von deinem Können überzeugt wäre, würde sie das bestimmt nicht machen. Ich glaube, es gibt keinen Chef, der jemandem eine Stelle aus reiner Nächstenliebe anbietet, sondern da steckt immer die Überzeugung dahinter, dass derjenige das nötige Können besitzt.
            Hallo Laloba

            Mein Verstand würde deiner Argumentation ohne Weiteres folgen. Aber wenns drauf ankommt, dann zweifle ich eher den Verstand meiner Chefin und auch meiner Kollegen an und denke eher, die müssen verrückt sein, mich dafür zu nehmen. Dann habe ich das Gefühl, dass ich alles ins Verderben stürze.
            Heute meinte ein Kollege, er freue sich darauf, mit mir als FG Leiterin arbeiten zu können und er könnte noch so viel von mir lernen. Ich habe ihn gefragt, ob er das ernst meint.
            Ich verstehe die Menschen einfach nicht. Ich halte wirklich jeden um einiges fähiger und kompetenter die Dinge zu machen, die ich mache.
            Ich bin manchmal so durcheinander und davon eingeschüchtert, dass ich mich eher in einem Verwirrungszustand befinde Warum fällt das den Leuten nicht auf?
            Heute gings mir jedenfalls schon wieder besser, auch wenn ich immer noch zucke

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              Guten Morgen Jannes,
              das kenn ich gut .... mein innerer Zweifler/Kritiker hat auch so eine laute dominante Stimme, egal ob er recht hat oder nicht, und der Anteil in mir, der es liebevoll mit mir meint und der mich auch gut kennt, hat (noch) eine leise zarte Stimme. Und wenn mein Zweifler/Kritiker lospoltert (und das kann er gut, denn er durfte das über die Jahre ohne Widerspruch), muss ich schon genau hinhören, um meinen liebevollen Anteil zu hören. Aber es gelingt mir .... nicht immer, aber immer öfter.
              Was hat denn dein Kollege geantwortet, als du ihn gefragt hast, ob das sein Ernst ist?
              Ich wünsch dir einen schönen Tag

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                Zitat von Jannes
                Ich bin manchmal so durcheinander und davon eingeschüchtert, dass ich mich eher in einem Verwirrungszustand befinde Warum fällt das den Leuten nicht auf?
                Dazu gäbe es ein paar Antworten, von denen einige nicht unbedingt schmeichelhaft für deine Kolleg(inn)en wären. Ich klammere diese Antworten aufgrund deiner Schilderunen über ihre Aufrichtigkeit und Sympathie für dich jedoch mal aus und schreibe dir die "Möglichkeit", die mich regelrecht anspringt.

                Etwas, das nicht "zum Vorschein" kommt, kann nicht gesehen werden. Da nur wenige Menschen jederzeit emphatisch sein können, sein wollen (oder es überhaupt sind), "spüren" sie das, was nicht zum Vorschein kommt, auch nicht.

                In Anlehnung an eine Äusserung von dir, frage ich mich (metaphorisch), ob du dein Wesen und deine Persönlichkeit (und nicht nur deinen Körper) "auch" lieber in weite Kleider hüllst, ... um die "wahren Formen" nicht zu zeigen, nicht zeigen zu müssen, nicht zeigen zu wollen. Du gibst deinen "wahren Formen" (durch weite Kleider) genug Raum um zu atmen. Zu ihrer "freien Entfaltung" reicht dieser Raum jedoch nicht.

                Wenn z.B. der Rollkragen zu eng ist, wenn er sich zu "beengend" anfühlt, dann ist dahinter "mehr" als nur der Hals. Was äussert sich? Dein "weiteres Inneres" möchte nicht (länger) eingezwängt werden. Es will sich (auch) zeigen und seine Daseinberechtigung bekunden.
                Kleider werden oft als Panzer oder Schutzmauer oder auch als "Verkleidung" identifiziert.

                Vielleicht gibst du dich nach aussen (eher nicht bewusst) so, wie du dich dir intrinsisch wünschst, dass du wärst ?
                Da (wenn es der Fall ist) dein Unbewusstes (welches nicht sortiert und ordnet) mit dieser Haltung nicht klar kommt, lässt es sich immer wieder triggern, ... weil es mit(in) einer Jannes "lebt und arbeitet", die im Grund zwei Wesen in sich vereint: hie die verletzliche, stark emotional geprägte und beeinflussbare und dort die intellektuelle, geschulte und ziemlich rational ausgerichtete Jannes. Diese Kombination wäre an sich ideal - nahezu perfekt - wenn beide Teile "als Team" funktionieren, wenn beide "ineinander greifen" und kooperieren würden.

                Du antwortest vielleicht, du seist ja auf dem Weg dahin und alles bräuchte seine Zeit. Das wird keiner dir falsch machen können. Du kannst es (als noch junger Mensch) allerdings (unbeschadet) ein wenig beschleunigen, bzw. den Prozess effektiver ankurbeln, ... vielleicht in zwei Wochen, mit deiner Therapeutin als "Fallschirm" und indirektem Wegweiser.
                Zuletzt geändert von Shepherd; 12.04.2013, 07:42. Grund: text beigefügt

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                  Hallo laLoba

                  Zitat von laLoba59
                  Was hat denn dein Kollege geantwortet, als du ihn gefragt hast, ob das sein Ernst ist?
                  Ich wünsch dir einen schönen Tag
                  Er hat es nochmal wiederholt und sah dabei auch recht ernst aus. Er meinte das offensichtlich wirklich ernst. Dabei ist viel älter als ich und schon viel länger dabei. Heute saßen wir auch eine Freistunde zusammen und er hat sich von mir meine LK erklären lassen.


                  Hallo Sheperd,

                  Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen

                  In Anlehnung an eine Äusserung von dir, frage ich mich (metaphorisch), ob du dein Wesen und deine Persönlichkeit (und nicht nur deinen Körper) "auch" lieber in weite Kleider hüllst, ... um die "wahren Formen" nicht zu zeigen, nicht zeigen zu müssen, nicht zeigen zu wollen. Du gibst deinen "wahren Formen" (durch weite Kleider) genug Raum um zu atmen. Zu ihrer "freien Entfaltung" reicht dieser Raum jedoch nicht.

                  Wenn z.B. der Rollkragen zu eng ist, wenn er sich zu "beengend" anfühlt, dann ist dahinter "mehr" als nur der Hals. Was äussert sich? Dein "weiteres Inneres" möchte nicht (länger) eingezwängt werden. Es will sich (auch) zeigen und seine Daseinberechtigung bekunden.
                  Kleider werden oft als Panzer oder Schutzmauer oder auch als "Verkleidung" identifiziert.

                  Vielleicht gibst du dich nach aussen (eher nicht bewusst) so, wie du dich dir intrinsisch wünschst, dass du wärst ?
                  Da (wenn es der Fall ist) dein Unbewusstes (welches nicht sortiert und ordnet) mit dieser Haltung nicht klar kommt, lässt es sich immer wieder triggern, ... weil es mit(in) einer Jannes "lebt und arbeitet", die im Grund zwei Wesen in sich vereint: hie die verletzliche, stark emotional geprägte und beeinflussbare und dort die intellektuelle, geschulte und ziemlich rational ausgerichtete Jannes. Diese Kombination wäre an sich ideal - nahezu perfekt - wenn beide Teile "als Team" funktionieren, wenn beide "ineinander greifen" und kooperieren würden.

                  Du antwortest vielleicht, du seist ja auf dem Weg dahin und alles bräuchte seine Zeit. Das wird keiner dir falsch machen können. Du kannst es (als noch junger Mensch) allerdings (unbeschadet) ein wenig beschleunigen, bzw. den Prozess effektiver ankurbeln, ... vielleicht in zwei Wochen, mit deiner Therapeutin als "Fallschirm" und indirektem Wegweiser.
                  Ok, mein Zusammengesponnenes dazu:

                  Das, was übrig bleibt, wenn ich die ständige Kontrolle durch meinen Verstand ausschalte, ist doch eine Zumutung! Ich wäre nicht arbeitsfähig, nicht produktiv, ineffizient! Und es wird erwartet, dass man zuverlässig ist, den Überblick behält und sachkompetent agiert und dabei nicht zusammenbricht.
                  Deswegen ist es ja so anstrengend. Ich habe das Gefühl, ich habe seit der Arbeit erst gelernt, ein Mensch unserer Gesellschaft zu sein. Das ermöglicht mir Teilhabe und Anerkennung! Andererseits bin ich dieser Mensch eben nicht und kann deswegen Wertschätzungen diesbezüglich auch nicht akzeptieren oder nur schwer!
                  Für mich fühlt es sich eher so an: Ich habe gelernt, so zu tun, als hätte ich den Überblick, als wüsste ich, was ich erzähle etc. pp. Ich weiß, wie sich ein kompetenter Mensch verhält. Vielleicht kommt im Endeffekt dasselbe hinten raus, denn wenn ich so tun kann als ob, dann bin ich dazu in der Lage!
                  Ich bewundere Menschen, die ihre Aufgabe so souverän erfüllen. Ich fühle mich auf Arbeit in meiner Haut wohler als zu Hause, das gibt mir scheinbar Sicherheit. Zu Hause hocke ich in meinem eigenen Dunstkreis, vielleicht ist Arbeit Ablenkung vom Wesentlichen. Mir machte es diese Woche die restlichen Tage merkwürdigerweise nichts aus, viel länger zu bleiben und zu arbeiten. Was würde denn passieren, wenn ich den anderen Teil auf Arbeit loslasse?
                  Kann ich meine Aufgaben dann noch erfüllen, nimmt man mich noch ernst? Dann bin ich wieder, wer ich bin. Interessant.
                  Es geht darum, alles im Griff zu haben. Ich kann mich nicht erinnern, dass in meiner Kindheit und Vergangenheit mal was nach Plan lief oder jemand etwas unter Kontrolle hatte.

                  Prima, jetzt hab ich wieder das Gefühl, dass sich immer mehr auftut, ein riesiges Baumdiagramm in meinem Kopf.

                  Meine Kollegin war heute übrigens wieder wie ausgewechselt...sie hat mich auch nicht ignoriert, wie es damals der Fall danach war.

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                    liebe Jannes,

                    auf Deine Frage zurückkommend:
                    ich habe mir einen Partner gesucht, der gut mit sich selbst zurecht kommt. Der nicht ständig auf mich fixiert ist, den ich gut auch 'alleine' lassen kann.

                    Bei anderen Partnern reagiere ich mich psychischen Problemen, Atemnot, ich ziehe mich in psychische Krankheiten zurück, um mir einen inneren 'Freiraum' zu schaffen. Weil ich nicht in der Lage bin, mich aktiv und mit gutem Gewissen (an sich eine Selbstverständlichkeit) abzugrenzen.

                    Nun haben wir inzwischen die Silberhochzeit hinter uns und in unserer Beziehung ist es wesentlich 'ruhiger' als früher in jungen Jahren. Eingespielter. Die Kinder sind groß und nun kann jeder von uns sich mehr dem eigenen Leben zuwende n.
                    Für mich ist das so ein sehr angenehmer Zustand. Ich kann endlich so sein wie ich bin - auch fauler Muss nicht mehr ständig an der Beziehung 'arbeiten'.
                    Jung zu sein empfand ich als viel anstrengender

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                      Liebe Jannes, liebe Tamina,

                      Zitat von Tamina Beitrag anzeigen
                      l
                      ich habe mir einen Partner gesucht, der gut mit sich selbst zurecht kommt. Der nicht ständig auf mich fixiert ist, den ich gut auch 'alleine' lassen kann.
                      Bei mir ist das ganz ähnlich wie bei Tamina: für mich war bei der Partnerwahl auch das Gefühl ganz wichtig (zunächst unbewusst, dann bewusst), dass mein Mann alleine zurechtkommt und mich nicht unbedingt "braucht". Eigentlich verrückt, oder? Aber wenn man ständig so eine starke "Forderung" durch andere von außen wahrnimmt, ist es wohl die einzige Möglichkeit, bei dem Partner eine Entspannung zu erleben, wenn er nicht hilfsbedürftig, abhängig oder sonstwie zuwendungsbedürftig wirkt. Ich merke immer wieder, dass ich es als anstrengend erlebe, wenn er mir dann doch zeigt, dass er mich "braucht" oder sonstwie "mehr von mir" möchte. Der Rest der Welt darf meistens irgendwie in dieser Art anstrengend sein, aber bei meinem Mann stresst es mich richtig. Da hängt natürlich etwas in meiner Prioritätensetzung schief, wenn ich mich stundenlang anderen Menschen zuwende und dann keine Kraft mehr für meinen Mann übrig habe. Aber dahinter steckt eben auch so eine Grunderfahrung, die wohl viele sehr sensible Menschen machen, die Bedürfnisse anderer als starke Forderung an sich selbst erleben: Die Welt da draußen IST einfach anstrengend, da kann man eben nichts anderes erwarten, aber zuhause möchte man doch bitteschön auch seine Ruhe von dieser Anstrengung haben

                      Liebe Grüße,
                      Eure Chaja

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                        Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                        Liebe Jannes, liebe Tamina,



                        Aber dahinter steckt eben auch so eine Grunderfahrung, die wohl viele sehr sensible Menschen machen, die Bedürfnisse anderer als starke Forderung an sich selbst erleben: Die Welt da draußen IST einfach anstrengend, da kann man eben nichts anderes erwarten, aber zuhause möchte man doch bitteschön auch seine Ruhe von dieser Anstrengung haben

                        Liebe Grüße,
                        Eure Chaja

                        Ja Chaja, ich stimme Dir voll und ganz zu

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                          Über diese Facette der Wahl des Partners habe ich noch nicht nachgedacht. Meiner ist auch sehr pflegeleicht, selbstständig, macht auch gerne mal sein Ding allein! Das kommt meinen Bedürfnissen erstmal entgegen! Nur muss ich aufpassen, dass ich beim Rest dann nicht schnell dieses Verhaltensmuster beibehalte und auch die Zeit Abstand will, in der eigentlich Zeit für Nähe angesagt ist.

                          Meine Mutter hat es heute tatsächlich geschafft (2? Monate, nachdem sie sich am Kopf eine Platzwunde zugezogen hat) sich das Bein zu brechen. Sie ist auf unseren sowieso schon lädierten Hund getreten. Natürlich aus Versehen
                          Sie stand wieder total unter Schock, hat nur noch geweint und geschluchzt und hat mich in diesem Zustand angerufen. Das ruft in mir totale Agressionen hervor. Ich habe nicht aus ihr heraus bekommen, was eigentlich passiert war. Dafür musste ich das Telefon an meinen Vater weiter reichen lassen. Erst eine dreiviertel Stunde später, als ich nochmal anrief, konnte sie endlich sagen, wie genau es passiert war. Erst da hatte sie dann aber selbst solche Schmerzen im Bein, dass sie kühlen musste. Gott sei Dank kam mein Bruder zufälligerweise vorbei und hat mal in den Raum geworfen, ob sie denn nicht ins Krankenhaus fahren wollen. Meine Eltern waren bis dahin mit Streiten beschäftigt.

                          Mein Bruder rief vorhin an und hat mich informiert, dass sie nun erstmal einen Gips hat und nächste Woche operiert wird. Ich habe ihm dann erzählt, wie meine Mutter mich angerufen hat. Er meinte, schon als er noch klein war, lief das immer schon genauso ab. Dabei war es egal, ob meine Mutter selber betroffen war oder mein Bruder sich etwas getan hatte. Jedes Mal verfällt meine Mutter regelrecht in einen Schockzustand.
                          Ich bin immer noch wütend, auch wenn sie mir leid tut... Nicht wütend, weil sie so tollpatschig ist oder auf den Hund getreten ist, sondern weil sie jedes Mal in diesen absolut hilflosen Zustand verfällt. Schreiend, weinend, schluchzend, unzurechnungsfähig, kopflos, nicht reagierend auf meine Fragen.... und weil sie erwachsen ist und ich die Erste bin, die sie in diesem Moment anruft und mein Vater wohl nicht genügt?! Was will sie dann eigentlich von mir?

                          Das klingt jetzt wieder gemein und böse. Aber ich war am Telefon nett zu ihr, bin ruhig geblieben und habe ihr auch angeboten zurückzufahren.

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                            liebe Jannes,

                            ja ich kann mir gut vorstellen, dass es Dich ärgert, so eine hilflose Mutter zu haben und quasi ihr erster Ansprechpartner zu sein. Offensichtlich findet sie in Dir mehr Halt als in ihrem Mann.
                            Eigentlich kehren sich die Eltern-Kind-Verhältnisse erst im Alter der Eltern um und das ist schon schwer genug als älterer Erwachsener zu tragen.

                            Offensichtlich sind solche schwierigen Situationen aber von jeher für Deine Mutter schwer allein zu tragen gewesen. Da hilft Dir nur Verständnis für sie, auch wenn man das als 'Kind' gar nicht immer aufbringen will.

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                              Zitat von Tamina Beitrag anzeigen

                              Offensichtlich sind solche schwierigen Situationen aber von jeher für Deine Mutter schwer allein zu tragen gewesen. Da hilft Dir nur Verständnis für sie, auch wenn man das als 'Kind' gar nicht immer aufbringen will.
                              Ich habe kein Verständnis dafür, dass sie sich nun in alles hineinsteigert. Letzte Woche war die Weiterbildung noch Mist, heute ist es plötzlich ganz schlimm, dass sie jetzt nicht mehr dran teilnehmen kann.

                              Jetzt tut es mir leid, dass ich sie nicht ausreichend getröstet habe. Aber ich habe das Gefühl, dass das bei meiner Mutter ein Fass ohne Boden ist. Eben auch, weil sie selbst als Kind so wenig davon bekommen hat.

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                                Ich verstehe Dein Dilemma, Du bist sauer auf Deine Mutter, wehrst Dich halbherzig dagegen, ihr immer wieder beistehen zu müssen und wenn Du dann wieder räumlich getrennt von ihr bist, tut es Dir leid, dich nicht noch mehr um sie gekümmert zu haben.
                                Solche Situationen kenne ich auch zu gut.
                                Da bleibt Dir nur abzuwägen, mit welcher Entscheidung Du besser leben kannst.

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