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Endlich Flüggewerden

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    Endlich Flüggewerden

    uiuiui mein eigener Faden, wie spannend

    Es ist einige Zeit her, dass ich hier war (drei Jahre). Ich hatte das Forum aus den Augen verloren und stehe nun vor einem Schritt, der mich dazu bewegt hat wieder herzukommen.

    Wie der Titel schon vermuten lässt fühle ich mich mit meinen 27 Jahren noch immer nicht erwachsen, aber wer wird schon jemals endgültig erwachsen oder will es werden
    Mir steht eine große Trennung bevor: nach sechs Jahren beende ich meine Psychotherapie und muss mich von meiner Therapeutin trennen. Wir beide sind der Meinung, dass es nun Zeit ist und ich mittlerweile genug Fortschritte gemacht habe um mein Leben allein meistern zu können.
    Unsere Treffen haben wir schon so weit es geht auseinander gezogen, wir sehen uns zur Zeit nur noch einmal im Monat. Das war auch mein Wunsch, weil ich in einer vorhergehenden Therapie während einer Therapiestunde quasi vor die Tür gesetzt wurde und die Therapie plötzlich beendet war (Die Therapeutin war der Meinung, dass ich nicht mehr therapiebedürftig bin).
    Ich habe keine Angst, allein nicht zurechtzukommen. Mein Verstand weiß, dass ich dazu in der Lage bin, immerhin funktioniert es seit geraumer Zeit recht gut auch ohne größere Symptomatiken oder Rückfälle. Depressive Phasen gibt es immer mal wieder, aber sie halten sich in Grenzen. Der Großteil einer PTBS wurde gut be- und verarbeitet. Mit dem, was sich einfach nicht ändern lässt, das Unabdingbare, damit muss man einfach leben. Therapie ist schließlich keine Zauberei, aber immerhin weiß ich mich nun besser zu deuten und kann gut damit umgehen!
    Allerdings möchte mein Gefühl immer noch nicht loslassen. So lange war meine Therapeutin mir ein teurer Ersatz, fast schon ein Mutterersatz und seitdem ich darüber nachdenke die Therapie zu beenden kann ich auch schon wieder Phasen beobachten, in denen die Symptome zurückkehren (worüber ich selber lachen muss, das innere Kind ist eben unersättlich ). Diese Phasen kann ich gut einordnen und mir selbst erklären. Es gibt allerdings auch Zeiten, in denen ich es gar nicht einsehe, warum ich das Ganze eigentlich beenden soll. Dann finde ich es unglaublich unfair, dass ich das, was ich als Kind nie bekam nie bekommen werde und nun auch noch eine Person verabschieden muss, die für mich in dieser Hinsicht soviel getan hat.
    Ich überlege die ganze Zeit, wie ich ihr eine Freude machen kann. Sie ist mir in der Therapie selten als Person begegnet, ich grüble, ob sie eine kleine Aufmerksamkeit überhaupt annehmen würde?
    Andererseits: was gibt es für ein schöneres Lob für die getane Arbeit? Ich möchte ihr gerne etwas zurückgeben und habe überlegt, ihr einen Abschiedsbrief zu schreiben, den ich ihr dann gebe. Dazu vielleicht eine gute Flasche Wein.
    Ich denke es ist wie mit vielen Dingen, wovor man große Angst hat: Je länger man es herausschiebt desto schwieriger wird es. Schlussendlich ist es meist gar nicht so schlimm, wie man es sich vorgestellt hat.
    Lieb fand ich auch ihr Angebot, dass ich mich immer melden kann und wir auch so noch Termine vereinbaren können. Das gibt mir wenigstens das Gefühl, als wäre es nicht endgültig beendet und als wäre immer ein Türchen offen.
    Dennoch. Es ist eine erneute Trennung. Normalerweise gäbe es keinen Anlass sich von Menschen zu verabschieden, die man gut leiden kann, zu denen man Vertrauen hat. Wahrscheinlich ist es deswegen auch so schwer Aber es ist und bleibt eben eine professionelle Beziehung...

    Morgen habe ich meinen vorletzten Termin. Unseren letzten Termin legen wir dann fest. Und schon bin ich wieder traurig

    #2
    Hallo Jannes,

    Dein inneres Kind hält Dich ganz schön auf Trab.

    Mir ist ein Satz von Dir besonders ins Auge gefallen:

    Zitat:
    .....Sie ist mir in der Therapie selten als Person begegnet,.....
    Zitat Ende.

    Das zeigt mir besonders, daß sie ihre professionelle Distanz zu Dir auch über diese lange Zeit immer beibehalten hat.

    Wie Du auch richtig erkannt hast, sie leistet einen Job und dafür wird sie bezahlt.

    Allerdings ist es ja nicht irgendein Job, wie zum Beispiel Bäckereiverkäuferin,
    sondern Du hast ein besonderes Vertrauensverhältnis zu ihr.

    Ich an Deiner Stelle würde mich auch mit einem kleinen Geschenk bedanken.
    Vielleicht kennst Du Ihre Lieblingsblumen?

    Dein inneres Kind würde ich damit trösten, daß es kein entgültiger Abschied sein muß.
    Du hast immer noch die Option, den Kontakt wiederherzustellen, fast benötigt.

    Und für leichte Fälle gibts das Forum.

    lg

    ariel

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      #3
      Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
      Mir steht eine große Trennung bevor: nach sechs Jahren beende ich meine Psychotherapie und muss mich von meiner Therapeutin trennen. Wir beide sind der Meinung, dass es nun Zeit ist und ich mittlerweile genug Fortschritte gemacht habe um mein Leben allein meistern zu können.

      Was sind denn Deine nächsten Schritte im Leben, bzw. was steht bei Dir an, wo Du etwas zu "meistern" hast?

      Kommentar


        #4
        Hallo Jannes,

        bei einer Therapie entsteht eine Beziehung, so eng wie selten zu einem Menschen. Und es ist schmerzlich, eine solche Beziehung zu beenden - vor allem, weil man diese Beziehung so schön idealisieren kann.

        Deine Idee, einen Brief zu schreiben, finde ich gut - Du könntest beispielsweise erwähnen, wo Du zu Beginn der Therapie gestanden hast und wie sich Dein Weg im Laufe der Therapie entwickelt hat.

        Kommentar


          #5
          Liebe Jannes,

          Dein Beiträg lässt mich gerade an die Zeit denken, als ich mich von meinem wunderbaren Psychotherapeuten verabschieden musste. Ich konnte mir nach einem Jahr Therapie nicht vorstellen, wie ich das Leben ohne seine wöchentliche Unterstützung auf die Reihe bekommen sollte. Er war aber davon überzeugt, dass ich das packen würde - und er hat recht behalten

          Der Abschied ist mir jedenfalls schwer gefallen. Ich wollte damals auch einen Brief schreiben, der mir aber einfach nicht gelingen wollte. Ich habe es mehrmals probiert, aber es klang dann doch immer nach so entsetzlich viel Abschiedstraurigkeit, dass ich die Entwürfe wieder verworfen habe. Schließlich habe ich ihm dann das Buch "Kunst aufräumen" von von Ursus Wehrli geschenkt (siehe hier: Kunst Aufräumen ). Der Autor hatte die (wie ich finde) geniale Idee, die Elemente bekannter Kunstwerke völlig neu anzuordnen und damit ganz neue Bilder zu schaffen. Man sieht dann in diesem Bilderbuch immer auf der einen Seite das Original und auf der anderen Seite die umarangierte Version. Das schien mir für den Sortierungs- und Umgestaltungsprozess, den ich in meiner Therapie erleben durfte, irgendwie passend zu sein.

          Aber zurück zu Dir! Denn ich möchte mich gerne Huberts Fragerichtung anschließen: Was steht bei Dir in der nächsten Zeit an? Ist Deine äußere Situation jetzt erstmal "stabil" oder stehen da auch Veränderungen bevor?

          Jedenfalls alles Gute für Dich!

          Liebe Grüße sendet Dir
          Chaja

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            #6
            Hallo ihr drei und danke für eure Beteiligung!

            Die wirklich großen Schritte bin ich in letzter Zeit alle schon gegangen und das innerhalb kürzester Zeit: Die Beendigung meines Studium, die Auflösung meiner WG und leider auch die Trennung von bisherigen engen Freunden, der etwas holprige Start ins Berufsleben (am liebsten hätte ich es ja wieder hingeschmissen ) und gleichzeitig das Zusammenziehen mit meinem Freund. Viele Trennungen, aber eben auch Neubeginne. Mittlerweile ist seitdem fast ein halbes Jahr vergangen, in dieser Zeit brauchte ich meine Therapeutin schon etwas intensiver, aber das hat sich nach einiger Zeit wieder gegeben. Nun geht es um die Etablierung dessen, was ich bisher geschafft habe. Das bedeutet vor allem nicht wieder in einem Loch zu versinken und die positiven Seiten sehen - an der Welt und sich selbst. Ich weiß nicht ob es euch auch so geht oder ob ihr das kennt: Ich habe immer das Gefühl etwas nachzujagen und dabei übersehe ich leider die Dinge auf meinem Weg. Dadurch fällt es schwer die Dinge zu genießen und es ist ernüchternd dann festzustellen, dass die Dinge, denen man nachjagt, einen nicht unbedingt glücklicher machen. So stand natürlich nach dem Studium an, so schnell wie Möglich eine Arbeit zu finden, was mir auch gelungen ist. Angekommen in der Arbeitswelt musste ich aber feststellen, dass Arbeitstätigkeit allein nicht glücklich macht. Hinzu kommt wieder die Feststellung, dass man nun in der Erwachsenenwelt "angekommen" ist, eigentlich dachte ich, so alt werde ich nie werden
            In solchen Momenten merke ich, wie zwiespältig das Ganze ist: Einerseits die Etappen meines Lebens erreichen zu wollen, andererseits wiederum nicht.

            @Mistral: So ähnlich habe ich es mir auch gedacht. Und es ist schon auch ein gutes Gefühl ein Stück erwachsener zurückblicken zu können und mich mit ihr gemeinsam über unsere Erfolge zu freuen.

            @ariel: Blumen sind auch eine gute Idee, sie hat eigentlich immer welche auf ihrem Tisch stehen. Vielleicht auch etwas längerlebiges.

            @Chaja:Ich habe mit dem Brief noch nicht begonnen, wenn es allerdings in Richtung wehklagen läuft, werde ich das wohl auch lassen. So möchte ich mich dann doch nicht verabschieden.
            Mein Hobby ist das Fotografieren und ich habe ein Foto mit einem, wie ich finde, passendem Spruch unterlegt. Das werde ich einrahmen und ihr schenken.


            [IMG]http://img135.*************/img135/5052/170248062.jpg[/IMG]

            Uploaded with *************

            Was meint ihr?
            Entgegen meinen Erwartungen von gestern verlief unser vorletztes Treffen heute ganz fröhlich und ich war danach auch nicht mehr traurig. Vielleicht ist es nur wieder ein altes Gefühl, was aufkommt.

            Liebe Grüße, einen schönen Abend und danke an euch

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              #7
              Hallo Jannes,

              irgendwie habe ich Deinen Beitrag übersehen, entschuldige bitte.

              Dein Foto mit dem Marienkäfer hat mich sehr angerührt.

              Der Marienkäfer ist für mich ein Glückssymbol und ich finde auch den Spruch, den Du ausgewählt hast, sehr schön und passend.

              Schön, daß Eure vorletzte Sitzung in einer guten Atmosphäre verlief.
              Nach dem, was Du jetzt geschrieben hast über Deinen Werdegang der letzten Zeit, denke ich, Du hast eine richtig gute Ausgangbasis, um jetzt Dein Leben zusammen mit Deinem Freund zu leben.

              Freu Dich auf die letzte Sitzung, so komisch das Gefühl auch sein wird, mit dem Abschluss dieses Sitzung hast Du wieder einen Schritt auf Deinem Lebensweg gemeistert.

              Und für unsichere Gefühle Deines inneren Kindes gibt es immer noch die Option, neue Termine zu vereinbaren.

              lg

              ariel

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                #8
                Hallo Ariel,

                dankeschön! Ich finde es einfach schön, wenn es etwas ganz persönliches ist und ich es vielleicht auch selbst gemacht habe. Ich bin gespannt was sie dann sagt.
                Langsam glaube ich, dass ich mich auch einfach ein Stück weit davor drücke, den letzten Schritt zu gehen. Da steckt sicherlich auch ein Stück weit mit dahinter, nicht allein sein zu wollen. Zudem ist es auch bequemer und leichter zu wissen, dass man jemanden an seiner Seite hat, der beständig ist. Und letztendlich ist es mit Sicherheit auch einfach, vieles auf die Tatsache schieben zu können, dass es einem ja "so schlecht" geht und man in Therapie ist. Es geht also darum, mehr Verantwortung für mich zu übernehmen, denn ich habe ja schon gezeigt, dass ich es kann.
                Meine Therapeutin möchte auch, dass ich nach einem halben Jahr nochmal komme, um mal den aktuellen Stand der Dinge zu erfahren.
                Seither hat sich mein Gemüt auch wieder etwas beruhigt. Meine Unsicherheit und Anspannung lasse ich leider immer an den Menschen aus, die ich am meisten liebe. In diesen Phasen bin ich unausstehlich, kann mich selbst nicht leiden. ich schieße in meinen Reaktionen extrem übers Ziel hinaus und werde unfair. Das muss ich noch besser kontrollieren.
                Aufgetreten ist das aber erst wieder, seitdem ich mich mit dem Thema Therapiebeendigung beschäftige. Wir beide haben es so gedeutet, dass ein erneutes Aufflammen der Symptome am Ende auch normal ist. Einerseits weil Thema Trennung und Verlust sowieso Hauptthema der Therapie war und da eben ein wichtiger Mensch "verloren" geht.
                Gerade freue ich mich aber einfach, ihr auch mal etwas zurückgeben zu können

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                  #9
                  In Deinem Foto sehe ich eine Symbolik, die mir gefällt. Der Marienkäfer ist auf einer Hand gelandet, die ihn trägt, und nun ist diese Hand nicht mehr Lande-, sondern Startbahn. Also Therapie im besten Sinn.

                  Als ich meine letzte Therapie-Sitzung hatte, habe ich sehr bewusst Abschied genommen. Und damit meine ich Abschied von dem Zimmer, das mir mit seiner Einrichtung sehr vertraut geworden war. Den Weg zur Praxis bin ich ebenfalls sehr bewusst gegangen.

                  Dir alles Gute

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                    #10
                    Hallo Mistral!

                    Du hast recht, das ist wirklich ein schöner Vergleich und absolut zutreffend! Man könnte noch weiter deuten: Die Hand ist im Vergleich zum Marienkäfer sehr groß, bietet also große Sicherheit. Er kann nicht so ohne weiteres vom Rand fallen. Aber er hat sich schon in eine bestimmte Richtung bewegt und mit kleinen Schritten tastet er sich weiter voran. Die Hand selbst ist dabei richtungsweisend. Die Welt, auf die der Käfer sich zubewegt, ist noch unklar und nur schemenhaft erkennbar. Toll
                    Das Ganze sehr bewusst zu erleben ist ebenfalls ein guter Hinweis, einen letzten Blick in den Raum werfen und auch den Weg zugehen.
                    Ich selbst komme auch immer mehr ein Stück davon ab vor dem letzten Treffen Angst zu haben. Allerdings ist mir im Gegenzug auch aufgefallen, dass ich ganz schön aufpassen muss mich nicht auf meinen Partner als Ersatz ranzuhängen. Er hat mich bereits darauf angesprochen. Ich möchte momentan viel mit ihm zusammen machen und bei ihm sein, egal, ob es Sinn macht, oder nicht. Teilweise habe ich ihn schon direkt nach der Arbeit auf halber Strecke getroffen, damit wir etwas gemeinsam machen konnten. Dabei breitet sich das mittlerweile auch auf Dinge aus, von denen ich noch letztes Jahr nicht so begeistert war. Mein Partner ist Förster und Jäger und ich bin diesen Monat schon oft mit ihm raus gegangen und habe ihm damit auch teilweise das Leben schwer gemacht
                    Auch ertappe ich mich dabei, wie ich ihn ermahne Dinge mit mir gemeinsam zu machen, wenn er etwas vor hat (wie bspw. das Auto zu putzen). Auch das habe ich mitgemacht .... Mir fällt also auf, dass ich mich während dieser letzten Wochen, während ich intensiv über die Trennung von meiner Therapeutin nachgedacht habe, mich immer mehr auf meinen Freund fixiere. Es ist dann wie ein innerlicher Drang und ein Unwohlsein, wenn ich daran denke, dass wir nicht zusammen sind. Dazu muss ich sagen, dass das vorher nicht so war. Wir machen beide gerne unser Ding auch nebeneinander, aber auch vieles zusammen.
                    Es stört mich sogar bzw. fühle ich mich dabei unwohl, wenn er früh das Haus eher verlässt als ich. Eigentlich totaler Blödsinn. Aber hier erkenne ich sehr schön mein Muster im Kleinen: Ich möchte diejenige sein, die geht (aus der Wohnung, aus einer Beziehung...). Ich möchte die Kontrolle behalten und es in der Hand haben. Hieran muss ich dringend arbeiten!
                    Nicht nur die "Trennung" ist problematisch, sondern auch das Wiedersehen. Bis vor einem halben Jahr lebten wir noch getrennt. Wenn wir uns nicht wie gewohnt am Wochenende gesehen haben (ich habe noch in einer anderen Stadt studiert), dann hatte er es ziemlich schwer beim nächsten Treffen wieder einen Fuß in die Tür zu kriegen. Ich habe ihm das Leben manchmal ganz schön schwer gemacht, habe ihn unbewusst dafür gestraft, dass er "unzuverlässig" war. Seit wir zusammen wohnen ist das nicht mehr so, wir sehen uns ja jeden tag Aber momentan erwische ich mich auch dabei, meine "Masche" zu fahren: ich bin nörgelig und weinerlich wenn er geht.
                    Er hat mich nun auch schon darauf angesprochen, warum ich so anhänglich bin und wir haben auch darüber gesprochen. Er versteht es, aber ich bin mir sicher, er will kein kleines Kind zur Freundin, die sich so verhält.
                    Daher wollte ich es hier nochmal niederschreiben, um mir das Ganze auch nochmal zu vergegenwärtigen.
                    Es geht nicht darum, einen Ersatz für meine Therapeutin zu suchen! Mein Partner ist in unserer Beziehung gleichberechtigt und hat ebenfalls Bedürfnisse, die ich beachten muss! Die Gefühle, die zur Zeit aufkommen, gelten nicht ihm und ich muss mir immer klar machen, dass Wut oder Aggressionen, die ich ihm gegenüber spüre in diesem Moment nicht ihm gelten (es sei denn,er hat wirklich etwas verbrochen ). Der Abschluss der Therapie ist nicht einfach, aber ich kann alleine leben und auch zeigen, dass ich eine erwachsene Frau bin, die auch Spaß daran hat, alleine leben zu können!

                    So, das gibt Auftrieb

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                      #11
                      Heute ist Männertag, den Männern da draussen also viel Spaß und Freude!

                      Meiner ist heute früh aufgebrochen, drei Tage ist er weg und der Abschied fiel mir schwer
                      Vielleicht auch, weil ich gestern so ziemlich den Tag mit meiner "Vorangst" versaut habe. Aber diesmal habe ich es auch geschafft, bin über meinen Schatten gesprungen und habe mich bei ihm entschuldigt. Eigentlich das Mindeste.
                      Was ich selbst nicht an mir leiden kann ist, wie ich jetzt gerade bin. Dann sitze ich meist den Rest des Tages in dieser Stimmung da, tue nichts. Ich warte, bis er wieder kommt. Mit der Wartezeit sinkt meine Stimmung in den Keller, weil ich wieder so bin, weil ich mich nicht aufraffen kann und weil ich unsinnigerweise sauer auf ihn bin.
                      Inzwischen weiß ich, dass ich mir für solche Tage bewusst etwas vornehmen muss, mich beschäftigen muss. Das habe ich auch getan, allerdings treffe ich meine Mädels erst heute Abend. Weil ich nun wieder hier sitze bei schönstem Wetter und Trübsal blase nutze ich wieder hier die Gelegenheit um mich selbst in die Pflicht zu nehmen und mal wieder mein Verhalten zu reflektieren.
                      Die Ursachen kenne ich, vielleicht hier zur kurzen Erläuterung, um mein übertriebenes Verhalten zu erklären: Meine Mutter hat selbst eine Persönlichkeitsstörung, meine Therapeutin sprach mal davon, dass sie eine strukturelle Störung vermutet. Sie selbst geht zwar auch zur Therapie, aber keine tiefenpsychologische, sondern eine Verhaltenstherapie. Ich nehme an, an der anderen würde sie zerbrechen. In schwierigen Lebenssituationen, die es bei uns leider zu Hauf gab, hat sie sich immer entzogen. Als ich Kind war ist sie oft einfach weggelaufen und wir standen plötzlich alleine da. Das steigerte sich recht rasch. Das fundamentalste Erlebnis ist wohl, als ich ins Schlafzimmer kam und sie gerade aus dem Fenster springen wollte. Das reisst einem den Boden unter den Füßen weg. Später, als ich älter war und wir auch aus alterstechnischen Gründen (Pubertät ) aneinander gerieten, nahm sie sich ein Messer und schloss sich irgendwo ein.
                      Ich hatte nicht nur immer riesige Angst um meine Mutter, sondern entwickelte auch irgendwann eine unglaubliche Wut und einen riesen Hass auf sie. Wie konnte sie das nur tun? Das ging soweit, dass es mir völlig egal wurde, ob sie sich einschloss oder nicht. Das klingt bösartig, war aber sicher auch nur eine Schutzreaktion meinerseits.
                      Konflikte konnte man mit ihr auch nie lösen. Sie entschuldigte sich immer damit, dass es ihr zu viel wäre und ich sie in Ruhe lassen solle. Ihr Kopf hatte eine totsichere Methode entwickelt, sich aus der Affäre zu ziehen. Schrien wir uns mal wieder an, raufte sie sich die Haare und irgendwann fiel sie um.
                      Ich möchte darauf hinweisen, dass ich an solchen Punkten oft erschrockene Blicke ernte. Nicht nur aufgrund dessen, was geschehen ist, sondern auch, wie kalt und kühl ich über meine Mutter berichte.
                      Ich habe ein sehr zwiegespaltenes VErhältnis zu ihr. Sie ist und bleibt meine Mutter. Sie hat alles in ihrer Macht stehende getan und alles nach ihrem Ermessen gegeben, um uns bestmöglichst zu versorgen, zu erziehen und zu erwachsenen Menschen zu machen. Das würdige ich sehr, weil ich weiß, dass sie selbst sehr viele Päckchen zu tragen hat. Ich liebe meine Mutter! und versuche sie respektvoll zu behandeln. Aufgrund der Geschehnisse gelingt mir das nicht immer, es passiert mir immer wieder, dass ich sie unfair behandle, manchmal miss- oder verachte das macht mich sehr traurig und sehr wütend. aus diesem Kreislauf herauszukommen ist nicht immer leicht.
                      Meine Therapeutin hat mir dazu erst letztens gesagt, dass meine Mutter ihr eigenes Leben führt und ihre Privatsphäre hat. es ist nicht an mir darüber zu urteilen und mich einzumischen. Das hilft mir jetzt manchmal, mich in meinen Reaktionen zu zügeln. Das fällt nur sehr schwer, weil ich mich viele Jahre wie die Mutter meiner Mutter fühlte.
                      All diese Gefühle kommen immer mal wieder hoch, wenn Trennungen anstehen. Zur Zeit ist es mal wieder massiver, aber auch das wird vorüber gehen.
                      Für heute wird es helfen mich an meinen geplanten Aktionen festzuhalten, mir vielleicht auch ein Tagesziel zu setzen. Dann steht nur noch an meinen Freund nicht mit Missachtung und Desinteresse zu strafen, wenn er aus seiner Männerrunde wiederkommt.

                      Mir ist übrigens eines aufgefallen. Ich habe immer versucht, Tagebuch zu schreiben. Oder ein Therapietagebuch anzufangen. Ich hatte sogar ein Programm, mit dem man Tagebücher schreibt. Nie ist es mir gelungen. Jetzt komme ich jeden Tag hierher, lese in euren Beiträgen, verfolge noch eure Fäden. Ich schreibe noch nicht darin, weil ich das Gefühl habe, euch noch nicht ausreichend zu kennen und möchte euch nicht missverstehen. Aber das hält mich an meinen eigenen Faden weiter zu spinnen. Das finde ich toll :)

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                        #12
                        Liebe Jannes,

                        es tut mir sehr, sehr leid, was Du da alles in Deiner Kindheit erleben musstest. Es gibt vemutlich nichts Verunsichernderes als wenn die eigene Mutter, weil sie der Belastung selbst nicht standhält, genau dann flieht, wenn man sie braucht. Was diese Dauererfahrung für die eigene Vetrauensfähigkeit bedeutet, kann ich nur entfernt ahnen - wie abgrundtief verlassen Du Dir vorgekommen sein musst, ebenfalls.

                        Ich finde nicht, dass es hart klingt, wie Du über Deine Mutter berichtest. Deine Worte zeigen, dass Du sehr wohl verstehst, dass sie (zumindest damals) nicht anders konnte, als sich so zu verhalten. Es ist alles andere als ungerecht, wenn Du trotzdem die massiven Schwierigkeiten benennst, die daraus für Dich und Deine Geschwister entstanden sind.

                        Dass sich aus der Angst um die Mutter irgendwann Wut entwickelte, halte ich unter den gegebenen Umständen für normal. Eigentlich hätte sie sich um Dich, das Kind, sorgen müssen, aber die Umstände haben Dich gezwungen, um sie Angst zu haben. Solche vekehrten Verhältnisse lassen sich in der Regel nicht dauerhaft aufrechterhalten. Irgendwann kommt es da zu einer inneren Gegenwehr und das innere Kind besteht ja zu Recht darauf, endlich selbst das Kind sein und die Mutterrolle ablegen zu dürfen.

                        Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                        Aufgrund der Geschehnisse gelingt mir das nicht immer, es passiert mir immer wieder, dass ich sie unfair behandle, manchmal miss- oder verachte das macht mich sehr traurig und sehr wütend. aus diesem Kreislauf herauszukommen ist nicht immer leicht.
                        Da gerät man leicht in Selbstvorwürfe, weil man sich eigentlich nicht so verhalten will, nicht wahr? Aber es ist auch sehr verständlich, dass eine neuartige Beziehung zwischen Euch, die Dir mehr Souveränität und Gelassenheit ihr gegenüber ermöglicht, erst heranwachsen muss. Ich denke, Du kannst sehr stolz auf das sein, was Du bis hierher schon geschafft hast. Und mit der Zeit werden sich auch die kleinen rauen Kanten noch abreiben.

                        Für heute wird es helfen mich an meinen geplanten Aktionen festzuhalten, mir vielleicht auch ein Tagesziel zu setzen. Dann steht nur noch an meinen Freund nicht mit Missachtung und Desinteresse zu strafen, wenn er aus seiner Männerrunde wiederkommt.
                        Wenn Du es Dir so gezielt vornimmst, wird es Dir bestimmt auch gelingen, Dich passend einzustimmen! Ich verstehe sehr gut, dass das nicht einfach eine Kopfsache ist, weil das Warten auf jemanden noch sehr stark mit dem früher erlebten vergeblichen Warten auf jemanden verknüpft ist und entsprechende Gefühle aufkommen. Aber vielleicht gelingt Dir trotzdem über den Kopf eine Umdeutung des Wartens, wenn Du Dir bewusstmachst, dass Du voll und ganz darauf vetrauen kannst, dass er heute abend zurückkehrt zu Dir, weil er Dich liebt und weil er sehr wohl anders handeln kann als Deine Mutter damals. Vielleicht kannst Du Dir selbst das negativ besetzte Warten in ein freudiges Erwarten umgestalten, möglicherweise indem Du etwas Schönes für seine Rückkehr vorbereitest, eine kleine Überraschung z.B.?

                        Mein Mann und ich überraschen uns gegenseitig gerne mal - auch ohne Anlass. Dann koche oder backe ich vielleicht etwas Besonderes nur für uns zwei oder wir schreiben und gegenseitig Geschichten oder Gedichte und legen sie dem anderen aufs Kopfkissen. Er hat mir auch schon mal ein Bild gemalt und eine kleine witzige Foto-Collage gebastelt. Solche kleinen Dinge eben.

                        Mir ist übrigens eines aufgefallen. Ich habe immer versucht, Tagebuch zu schreiben. Oder ein Therapietagebuch anzufangen. Ich hatte sogar ein Programm, mit dem man Tagebücher schreibt. Nie ist es mir gelungen. Jetzt komme ich jeden Tag hierher, lese in euren Beiträgen, verfolge noch eure Fäden. Ich schreibe noch nicht darin, weil ich das Gefühl habe, euch noch nicht ausreichend zu kennen und möchte euch nicht missverstehen. Aber das hält mich an meinen eigenen Faden weiter zu spinnen. Das finde ich toll :)
                        Das ist schön zu lesen! Was das Tagebuchschreiben anbelangt, so habe auch ich festgestellt, dass es mir nie über einen längeren Zeitraum gelingt. Wenn ich ein echtes Gegenüber habe, schreibt es sich ganz anders.

                        Einen guten Feiertag wünscht Dir
                        Chaja

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                          #13
                          Hallo Chaja!

                          Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                          wie abgrundtief verlassen Du Dir vorgekommen sein musst, ebenfalls.
                          Ja. Nicht nur, dass man plötzlich als Kind den Tod entdeckt und zur Erkenntnis kommt, dass die Mutter auch für immer weg sein könnte, sondern man fragt sich auch, warum sie nicht mehr bei uns sein wollte.
                          Hat man etwas falsch gemacht, war man "böse"? Ich habe seither immer gedacht, ich habe es in der Hand und hätte Einfluss darauf, wie es meiner Mutter geht. Daher war ich auch ein extrem angepasstes Kind und habe schon damals auf Details geachtet, um Konflikte zu vermeiden. Man kann sich vorstellen, dass es auch zwischen meinen Eltern einige Probleme gab und ich habe beispielsweise immer versucht ihr Verhältnis durch kleine Dinge positiv zu beeinflussen. Beispielsweise habe ich am Wochenende immer früh den Tisch gedeckt, habe mich dafür vor allen anderen aus dem Bett geschlichen. Und dabei habe ich bspw. darauf geachtet, dass meine Eltern exakt dasselbe Geschirr und Besteck liegen hatten. Die Tasse sollte zum Teller passen und beide Gedecke auch zueinander, das Besteck musste dasselbe sein etc. Das hat mir niemand vorgeschrieben, ich habe mir eingebildet, dass ich durch sowas Streit vermeiden kann (natürlich aus heutiger Sicht einfach nur eine Verzweiflungstat).

                          Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                          Da gerät man leicht in Selbstvorwürfe, weil man sich eigentlich nicht so verhalten will, nicht wahr? Aber es ist auch sehr verständlich, dass eine neuartige Beziehung zwischen Euch, die Dir mehr Souveränität und Gelassenheit ihr gegenüber ermöglicht, erst heranwachsen muss. Ich denke, Du kannst sehr stolz auf das sein, was Du bis hierher schon geschafft hast. Und mit der Zeit werden sich auch die kleinen rauen Kanten noch abreiben.
                          Ich habe meine Mutter Jahre lang von oben herab behandelt. Das Seltsame war: sie hat es mit sich geschehen lassen, die ganze Zeit kam nie eine Regung von Gegenwehr. Ich denke unterschwellig haben wir wohl verstanden, warum die Dinge so liefen, wie sie liefen. Wir haben in meiner Therapie auch offen über alles gesprochen, dafür kann ich auch sehr dankbar sein, sie war sehr hilfsbereit und offen die Dinge aus ihrer Sicht zu schildern. Wir hatten sehr lange eine sehr seltsame Beziehung. Absolut beziehungs- und bindungsgestört, wir brauchten uns gegenseitig wie die Luft zum Überleben und gleichzeitig taten wir uns nicht gut. Diese Verbindung war so eng, dass ich mein erstes Studium abbrechen musste, weil ich es nicht aushielt, von ihr wegzusein. Total abstrus. Sie hatte mich auf eine ganz merkwürdige Art an sich gebunden.
                          seit ich nun arbeite und mit meinem Freund lebe, habe ich meine Eltern nur noch wenig besucht. Sie wohnen nicht um die Ecke, aber ich kann sie innerhalb einer Stunde gut erreichen. Das wäre vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen. Es freut mich einerseits, weil ich endlich frei bin. Andererseits bin ich traurig, weil ich sie eigentlich auch kaum besuchen will. Wenn ich hinfahre ist es, als würde ich 6 Jahre in die Vergangenheit reisen ;) Es hat sich zwar einiges geändert, aber gerade durch die Therapie sehe ich meine Eltern in einem völlig neuen Licht und mir ist klar, dass meine Mutter, so wie sie ist, einfach nur unzureichend in der Lage war eine normale Beziehung zu uns aufzubauen (mir und meinem Bruder). Das schürt immer wieder die Wut. Zudem fällt es mir immer noch schwer sie nicht wie mein Kind zu behandeln, es gibt so vieles, wo ich sie am liebsten an die Hand nehmen würde. Ich denke, es wird noch ein wenig dauern, bis ich eine angemessene Art und Weise mit ihr gefunden habe, aber wir haben ja Zeit. Ebenfalls ist es schwer auszuhalten, dass wir regelmäßig eine weitere Strecke zur Familie meines Freundes fahren und ich dort sehr gerne bin, wir aber eben meine Eltern kaum besuchen. Darüber habe ich auch letztens erst mit meinem Freund gesprochen, dem das natürlich auffällt. Er versucht sich immer gut einzufühlen, aber ich denke, dieses Gefühl ist auch schwer nachvollziehbar, wie man sich fühlt, wenn man die eigene Familie meidet, gleichzeitig aber gerne zur "Schwiegerfamilie" fährt. man könnte es auch positiv sehen und sagen: Jetzt erfahre ich, wie eine Familie funktionieren kann.

                          Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                          Vielleicht kannst Du Dir selbst das negativ besetzte Warten in ein freudiges Erwarten umgestalten, möglicherweise indem Du etwas Schönes für seine Rückkehr vorbereitest, eine kleine Überraschung z.B.?
                          Das werde ich tun, das ist auch eine gute Idee! Das Ganze als wirklich bewusst als freudiges Wiedersehen zu gestalten.

                          Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                          Mein Mann und ich überraschen uns gegenseitig gerne mal - auch ohne Anlass. Dann koche oder backe ich vielleicht etwas Besonderes nur für uns zwei oder wir schreiben und gegenseitig Geschichten oder Gedichte und legen sie dem anderen aufs Kopfkissen. Er hat mir auch schon mal ein Bild gemalt und eine kleine witzige Foto-Collage gebastelt. Solche kleinen Dinge eben.
                          Das ist ja niedlich Ich finde es toll, dass ihr sowas macht! Solche Dinge beleben die Beziehung und halten sie auch frisch. Da braucht mein Freund ab und an mal noch einen kleinen Hinweis, er ist leider nicht so kreativ. Aber ich werde mir was für morgen überlegen, wenn er wiederkommt.

                          Vielen Dank für deine Gedanken Chaja,
                          ich wünsche ebenfalls ein erholsames Wochenende

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                            #14
                            Noch etwas beschäftigt mich. Ich hatte ja einiges an Symptomatik im Laufe der Jahre entwickelt, die alle als Folge einer PTBS eingestuft wurden (Derealisation, Depersonalisation, Angst- und Panikattacken). All diese Dinge sind größtenteils abgeklungen und wenn sie doch mal wieder auftauchen, kann ich damit umgehen. Nun spüre ich seit heute wieder Schmerzen im Hals, der Brust und dem Rücken. Ich bin mir sicher, dass es psychosomatisch ist, weil ich vor einigen Jahren deswegen zum Arzt gegangen bin, der mich auf den Kopf stellte und mich irgendwann nicht mehr ernstnahm und mir empfahl an die frische Luft zu gehen... naja jedenfalls verschwanden die Schmerzen allmählich, als es mir besser ging. Es beginnt meist im Hals, als würden sich alles um Luft- und Speiseröhre verkrampfen, angefangen kurz unter dem Kinn zieht sich das dann nach unten bis zur Brust. Meistens sind es wellenartige Schmerzen. Manchmal werden sie schlimmer und die ganze Brustpartie schmerzt, dauert es noch länger und stellt sich nicht ein kommt die entsprechende Rückenpartie auch hinzu. Es konzentriert sich immer nur auf Hals, Brust und Rückenpartie. Ich frage deswegen, weil ich bisher keinen richtigen Weg gefunden habe, etwas dagegen zu tun. Ich vermute, dass es die innerlichen Anspannungen sind, die sich dann auf die Muskulatur übertragen. Früher habe ich versucht Schmerztabletten dagegen zu nehmen, weil es ganz schön schmerzhaft werden kann. Aber das einzige, was immer geholfen hat, war schlafen (also auch hier die körperliche Entspannung). Ich habe es diesbezüglich auch mit autogenem Training probiert, das brachte aber nur eine vorübergehende Linderung (also dann ca. 10 Min.).
                            Kennt jemand von euch dieses Symptom und was tut ihr dagegen?

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                              #15
                              Liebe Jannes,

                              heute nur kurz: Diese Symptome kenne ich gut. Während meiner Depressionszeit hatte ich auch mit Depersonalisation, Panikattacken und psychisch bedingten Schmerzzuständen zu tun. Wenn bei mir die Energie zu Neige geht, spüre ich als erstes auch wieder diesen Druck auf der Brust und eine Verkrampfung der Atemwege. Schlafen (und damit nicht nur Entspannung sondern auch Energie-Tanken) hat mir dabei auch immer am besten geholfen. Yoga bietet ebenfalls viele atembezogene Ausgleichsmöglichkeiten, die mir helfen. Dank einer regelmäßigen Akupuktbehandlung, die mir insgesamt wieder zu einem viel höheren Energie-Level veholfen hat und mich somit stabilisiert, kommt es nur noch selten zu solchen Belastungserscheinungen. Aber ich muss zugeben, dass diese Symptome, wenn ich nicht gerade einen Akupunkturtermin habe, nicht eben mal wegzubekommen sind, wenn sie bereits da sind.

                              Demnächst wieder mehr.
                              Viele liebe Grüße von Chaja

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