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    #16
    Guten Morgen Chaja!

    Ich bin ja schonmal froh, dass du auch sowas kennst. Es ist eben auch immer so schwer zu beschreiben. Mit Yoga und Akupunktur habe ich keine Erfahrungen, Yoga habe ich zwar noch nicht ausprobiert, aber ich glaube das ist nicht mein Ding. Ich habe gestern noch etwas rumgesucht und diese Seite zum Thema sensomotorische Körpertherapie gefunden, die genau das Thema der Psychosomatik als Ursache nimmt Halsbeschwerden durch verspannte Halsmuskulatur. Äußerst interessant! Ich habe sogar einen Physiotherapeuten hier in der Nähe, der das anbietet. Vielleicht werde ich das mal in Angriff nehmen!

    Liebe Grüße
    Jannes

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      #17
      Derzeit ist wieder alles extrem schwierig. Am liebsten wäre ich nicht hier In meinem Kopf hab ich dafür ein für mich angenehmes Bild: ich ganz weit unter der Erde, weit weg von den Menschen und allem, was man so zu tun hat. Nicht tot, aber ruhend. Ich will meine Ruhe haben. Dieses Bild kam mir, als wir damals in der Schule "Das Parfum" von Süßkind gelesen haben. Grenouille sucht sich den von der Menschheit entferntesten Platz, den es gibt. Eine herrliche Vorstellung. Bei ihm ist es eine Felsspalte im Berg, in der er einige Wochen verbringt und sogar einen Krieg "verschläft".
      Ich würde auch gerne weg, alles ist zur Zeit so extrem anstrengend.

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        #18
        Liebe Jannes,

        es tut mir leid, dass Du zur Zeit so viel Stress hast! Dieses Rückzugsbedürfnis kenne ich gut. Generell habe ich immer Phasen in denen ich mehr nach innen als nach außen orientiert bin. Und wenn genau dann die Außenwelt so viel von mir will ...

        In diesen Zeiten haben mich folgend Worte von Christine Busta immer sehr berührt : "Lass meine Unruhe ausruhn in deiner Atemwiege, dass ich vom Fieber des Lebens genese.<<<

        Hast Du denn die Möglichkeit, Dir zwischendurch kleine Erholungszeiten zu gönnen, sei es im Bett, in der Badewanne, auf dem Sofa mit Musik, einem guten Buch oder wie auch immer? Ich weiß, dass das nicht die Art von Rückzug ist, die Du Dir momentan ersehnst, aber vielleicht ist es besser als nichts?

        Ich wünsche Dir ganz viel Kraft!
        Alles Liebe,
        Chaja

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          #19
          Hallo Chaja!

          Ich danke dir für deinen Beistand! Irgendwie halte ich zur Zeit wenig aus, an meiner Situation hat sich eigentlich nichts verändert. Das folgende Zitat von dir trifft es aber sehr gut:

          Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
          Generell habe ich immer Phasen in denen ich mehr nach innen als nach außen orientiert bin.
          Meistens weiß ich nicht, wohin mit mir.
          Ich habe dann auch ab und an den Gedanken, mich von meinem Freund zu trennen. Ich bin dann kalt, ich könnte auf der Stelle meine Sachen packen und gehen. Den Tag habe ich meinem Freund gesagt, dass ich denke, dass es besser für ihn ist, wenn er sich jemand anderen sucht. Dass ich langfristig nicht zu tiefen Gefühlen fähig bin. Ich finde wirklich, er hat etwas besseres verdient. Ich habe wirklich Angst, dass ich so geschädigt bin, dass der Tag irgendwann kommt. Obwohl wir nun auch schon drei Jahre zusammen sind.
          Ich fühle mich auch schlecht, weil ich dann immer solche Sachen sage Er wurde selbst von seiner letzten Freundin von heute auf morgen sitzen gelassen. Womöglich teste ich die Beziehung, schaue, wie weit ich es auf die Spitze treiben kann und wie verlässlich er ist, auch wenn ich sowas sage. Das Schlimme ist: ich muss es aussprechen, es muss raus. Danach geht es mir besser und ich kann dann auch wieder fühlen, was ich für ihn empfinde! Aber was ist das denn für eine Tortur für ihn?!
          Seitdem geht es mir wieder etwas besser. Ich mag nur mit keinem darüber von meinen Freunden reden, auch wenn ich welche hätte, mit denen ich könnte.

          Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
          Hast Du denn die Möglichkeit, Dir zwischendurch kleine Erholungszeiten zu gönnen, sei es im Bett, in der Badewanne, auf dem Sofa mit Musik, einem guten Buch oder wie auch immer? Ich weiß, dass das nicht die Art von Rückzug ist, die Du Dir momentan ersehnst, aber vielleicht ist es besser als nichts?
          Die Möglichkeit habe ich, ich kann es aber selten nutzen. Ich verfalle immer in Lethargie. Meistens sitze ich nur da und starre Löcher irgendwohin. Ich nehme mir Dinge vor, aus meinen Gedanken komme ich aber nicht raus.
          Ich weiß, dass das mein eigenes Problem ist und zu jedem anderen würde ich sagen: "Beweg dich! Du musst schon aufstehen und es machen, damit sich was tut". Und dann kommt wieder mein Erdloch, was ich mir ersehne. Das habe ich mir jetzt übrigens vorgenommen einmal zu malen...Vielleicht genügt es dann ja nur das Bild anzuschauen. Mal sehen. Liebe Grüße und danke,

          Jannes

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            #20
            Jetzt wollte ich was am Beitrag ändern, hab aber nen komplett neuen Beitrag erstellt (den ich nun gelöscht habe).
            Ich wollte eigentlich nur korrigieren: Ich habe schon Freunde, mit denen ich darüber sprechen kann, aber auch das ist zur Zeit zu anstrengend.
            In meinem Beitrag klang es so, als hätte ich keine Freunde

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              #21
              Hallöchen allerseits!

              Diesmal gibt es nur kurz etwas positives zu berichten. Ich bin das verlängerte Wochenende bei meinen Eltern. Allein bei dem Gedanken war mir vorher schon nicht wohl, Gott sei Dank waren mein Bruder und seine Freundin aber auch da und das ganze erträglich. Sie blieben auch etwas länger und man begann von alten Zeiten zu sprechen. Sowas finde ich immer unangenehm, weil meine Mutter immer nur gern von den positiven Dingen berichtet und ich mich immer stark zusammenreissen muss nicht einfach auszusprechen was ich gerade denke. Damit würde ich aber regelmäßig jeden Rahmen sprengen und solche Zusammenkünfte unmöglich machen. Ich habe es aber gestern geschafft mich zurückzuhalten und nichts zu sagen. Ich bin dann einfach aufgestanden und bin erstmal gegangen (hab einen Spaziergang durch den Garten gemacht). Ich fand das ganz gut, das erste Mal, dass ich mich wirklich halbwegs gelassen im Griff hatte. Meine zukünftige Schwägerin fragte mich nur später, ob alles in Ordnung sei. Auch mein Bruder schrieb mir noch sehr spät, nachdem sie gegangen waren, ob etwas gewesen wäre. Das fand ich schon etwas witzig: Offensichtlich hat man sich schon so an meine Art und Weise mit meiner Mutter umzugehen gewöhnt, dass alles andere nun Sorgen bereitet :D
              Ich habe die Gunst der Stunde genutzt und ihm einfach mal gesteckt, dass ich die Art meines Umgangs mit unserer Mutter ändern möchte und einige Dinge eben anders sehe als sie. Heraus kam, dass wir darin übereinstimmen und wir demnächst mal darüber reden. Das finde ich so toll...Wir haben noch NIE darüber geredet! Mein Bruder zog aus, als er 18 war...er war eben clever und damit aus dem Schneider, die meisten Dinge bekam er danach gar nicht mehr mit, weil er sich danach sehr von der Familie entfernte. Mich interessiert aber sehr, was er vielleicht vorher schon mit ihr erlebt hat. Bislang bin ich der Meinung, dass er größtenteils verschont geblieben ist bzw. schon andere Verarbeitungsmechanismen hatte (er ist 8 Jahre älter als ich). Endlich werde ich auch mal ihm erklären können, warum ich so bin wie ich bin und warum ich mich unserer Mutter gegenüber auch immer so verhalte! Denn bislang hätte ich so ein Gespräch zwar gerne gehabt, aber immer überlegt, wie ich es anfange... Daher freue ich mich heute über gestern :) Vielleicht kann er zukünftig ja auch ein Anlaufpunkt sein, um mal offen über so etwas zu sprechen!

              Liebe Grüße
              Jannes

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                #22
                Liebe Jannes,

                entschuldige bitte, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Ich habe is vor kurzem mitten in einer Prüfungsphase gesteckt und war danach auch etwas angestrengt, weswegen ich hier etwas stiller war als sonst. Deswegen jetzt mit etwas Verspätung:

                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                Meistens weiß ich nicht, wohin mit mir.
                Ich habe dann auch ab und an den Gedanken, mich von meinem Freund zu trennen. Ich bin dann kalt, ich könnte auf der Stelle meine Sachen packen und gehen. Den Tag habe ich meinem Freund gesagt, dass ich denke, dass es besser für ihn ist, wenn er sich jemand anderen sucht. Dass ich langfristig nicht zu tiefen Gefühlen fähig bin. Ich finde wirklich, er hat etwas besseres verdient. Ich habe wirklich Angst, dass ich so geschädigt bin, dass der Tag irgendwann kommt. Obwohl wir nun auch schon drei Jahre zusammen sind.
                Ich fühle mich auch schlecht, weil ich dann immer solche Sachen sage Er wurde selbst von seiner letzten Freundin von heute auf morgen sitzen gelassen. Womöglich teste ich die Beziehung, schaue, wie weit ich es auf die Spitze treiben kann und wie verlässlich er ist, auch wenn ich sowas sage. Das Schlimme ist: ich muss es aussprechen, es muss raus. Danach geht es mir besser und ich kann dann auch wieder fühlen, was ich für ihn empfinde! Aber was ist das denn für eine Tortur für ihn?!
                Seitdem geht es mir wieder etwas besser. Ich mag nur mit keinem darüber von meinen Freunden reden, auch wenn ich welche hätte, mit denen ich könnte.
                Hast Du denn schon mal mit Deinem Freund darüber sprechen können? Also darüber, wie Du das empfindest, dass Du das Gefühl hast, so etwas aussprechen zu müssen und dass Du, wenn Du es ausgesprochen hast, wieder besser an Deine Gefühle für ihn herankommst? Vielleicht hift es Euch beiden, wenn er weiß, was sich in Dir abspielt, wenn Du etwas von Trennung äußerst. Vielleicht spürt er längst, dass Du, wenn Du von Trennung sprichst, eigentlich Nähe suchst?

                Die Möglichkeit habe ich, ich kann es aber selten nutzen. Ich verfalle immer in Lethargie. Meistens sitze ich nur da und starre Löcher irgendwohin. Ich nehme mir Dinge vor, aus meinen Gedanken komme ich aber nicht raus.
                Ich weiß, dass das mein eigenes Problem ist und zu jedem anderen würde ich sagen: "Beweg dich! Du musst schon aufstehen und es machen, damit sich was tut".
                Ja, es kostet ungeheuer viel Kraft, gegen diesen grauen, schweren Bleimantel der Depression anzugehen. Ich wünsche Dir dafür ganz besonders viel Energie!

                Und dann kommt wieder mein Erdloch, was ich mir ersehne. Das habe ich mir jetzt übrigens vorgenommen einmal zu malen...Vielleicht genügt es dann ja nur das Bild anzuschauen.
                Das mit dem Malen ist eine tolle Idee! Hast Du Farben zuhause? Malst Du öfter? Ich bin auf diesem Gebiet ja völlig talentfrei, aber besonders in der Zeit, als es mir nicht gut ging, habe ich aus dem Umgang mit Farben ganz viel Kraft geschöpft.

                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                Diesmal gibt es nur kurz etwas positives zu berichten. Ich bin das verlängerte Wochenende bei meinen Eltern. Allein bei dem Gedanken war mir vorher schon nicht wohl, Gott sei Dank waren mein Bruder und seine Freundin aber auch da und das ganze erträglich. Sie blieben auch etwas länger und man begann von alten Zeiten zu sprechen. Sowas finde ich immer unangenehm, weil meine Mutter immer nur gern von den positiven Dingen berichtet und ich mich immer stark zusammenreissen muss nicht einfach auszusprechen was ich gerade denke. Damit würde ich aber regelmäßig jeden Rahmen sprengen und solche Zusammenkünfte unmöglich machen. Ich habe es aber gestern geschafft mich zurückzuhalten und nichts zu sagen. Ich bin dann einfach aufgestanden und bin erstmal gegangen (hab einen Spaziergang durch den Garten gemacht). Ich fand das ganz gut, das erste Mal, dass ich mich wirklich halbwegs gelassen im Griff hatte. Meine zukünftige Schwägerin fragte mich nur später, ob alles in Ordnung sei. Auch mein Bruder schrieb mir noch sehr spät, nachdem sie gegangen waren, ob etwas gewesen wäre. Das fand ich schon etwas witzig: Offensichtlich hat man sich schon so an meine Art und Weise mit meiner Mutter umzugehen gewöhnt, dass alles andere nun Sorgen bereitet :D
                Das ist doch klasse, dass Du so damit umgehen konntest! Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass man nicht auf eine bestimmte, eingefahrene Art reagiern MUSS, nicht wahr? Es gibt einem so viel mehr Freiheit. Schöööön!

                Ich habe die Gunst der Stunde genutzt und ihm einfach mal gesteckt, dass ich die Art meines Umgangs mit unserer Mutter ändern möchte und einige Dinge eben anders sehe als sie. Heraus kam, dass wir darin übereinstimmen und wir demnächst mal darüber reden. Das finde ich so toll...Wir haben noch NIE darüber geredet! Mein Bruder zog aus, als er 18 war...er war eben clever und damit aus dem Schneider, die meisten Dinge bekam er danach gar nicht mehr mit, weil er sich danach sehr von der Familie entfernte. Mich interessiert aber sehr, was er vielleicht vorher schon mit ihr erlebt hat. Bislang bin ich der Meinung, dass er größtenteils verschont geblieben ist bzw. schon andere Verarbeitungsmechanismen hatte (er ist 8 Jahre älter als ich). Endlich werde ich auch mal ihm erklären können, warum ich so bin wie ich bin und warum ich mich unserer Mutter gegenüber auch immer so verhalte! Denn bislang hätte ich so ein Gespräch zwar gerne gehabt, aber immer überlegt, wie ich es anfange... Daher freue ich mich heute über gestern :) Vielleicht kann er zukünftig ja auch ein Anlaufpunkt sein, um mal offen über so etwas zu sprechen!
                Das ist eine tolle Perspektive! Oftmals erleben Geschwister ihre gemeinsame Kindheit ja sehr unterschiedlich und schlagen sich in der Folge mit ganz unterschiedlichen Problemen herum. Aber ich denke, es lässt sich in jedem Fall etwas Positives gewinnen, wenn man ich darüber austauscht, sich dadurch gegenseitig besser versteht und vielleicht auch gegenseitig unterstützt. Jedenfalls freut es mich sehr für Dich, dass hier eine Änderung spürbar wird!

                Alles Liebe und Gute für Dich!
                Chaja

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                  #23
                  Hallo liebe Chaja,

                  Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                  Liebe Jannes,

                  entschuldige bitte, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Ich habe is vor kurzem mitten in einer Prüfungsphase gesteckt und war danach auch etwas angestrengt, weswegen ich hier etwas stiller war als sonst.
                  bitte entschuldige dich doch nicht für sowas
                  Ich freue mich immer, wenn du schreibst und danke fir für deine erfrischenden und ermutigenden Kommentare. Du bist ja hier sehr aktiv in allen möglichen Bereichen unterwegs und ich bewundere, wie du dich hier so umfangreich beteiligst und dabei stets feinfühlig bist. Also danke dafür (und ich drücke die Daumen für den Prüfungserfolg!).

                  Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                  Hast Du denn schon mal mit Deinem Freund darüber sprechen können? Also darüber, wie Du das empfindest, dass Du das Gefühl hast, so etwas aussprechen zu müssen und dass Du, wenn Du es ausgesprochen hast, wieder besser an Deine Gefühle für ihn herankommst?
                  Nein, das habe ich ihm so noch nicht gesagt. Er weiß über die ganze Situation bescheid und kennt mich mittlerweile sehr gut. Er hat inzwischen ein sehr gutes Gespür dafür entwickelt. Ich habe bloß ein Stück weit Angst, dass ich aus dieser Schleife(Abneigung, Trennungsgefühle-Trennungsgefühle äußern-Gefühle für meinen Freund empfinden) dann nicht heraus komme. Obwohl meien Therapeutin wohl sagen würde, dass diese Gefühle ja auch gefühlt werden wollen und es eher wichtig ist, alles gut zu reflektieren.

                  Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                  Das mit dem Malen ist eine tolle Idee! Hast Du Farben zuhause? Malst Du öfter? Ich bin auf diesem Gebiet ja völlig talentfrei, aber besonders in der Zeit, als es mir nicht gut ging, habe ich aus dem Umgang mit Farben ganz viel Kraft geschöpft.
                  Gemalt habe ich schon öfter und immer mal wieder in den vergangenen Jahren. Das waren schöne Erfahrungen. Meistens schießt mir eine Idee durch den Kopf, die ich dann irgendwie bildlich darstelle. Dabei habe ich verschiedene Themen bearbeitet (Dissoziation, inneres Kind, allgemeine Lebenssituation..). Das Malen an sich hatte dabei eine unglaublich beruhigende Wirkung. Ich bin auch kein Picasso, aber das muss auch nicht sein

                  Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                  Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass man nicht auf eine bestimmte, eingefahrene Art reagiern MUSS, nicht wahr? Es gibt einem so viel mehr Freiheit. Schöööön!
                  So habe ich das noch nie gesehen, aber du hast recht! Man ist nicht gezwungen auf eine bestimmte Art und Weise zu handeln!Danke, das kann man auch als Herausforderung sehen!

                  Ich bin schon so gespannt, was bei einem Gespräch mit meinem Bruder rauskommen wird. Jetzt ist er erstmal in Urlaub gefahren, der Glückliche.

                  Ich wünsche dir noch einen angenehmen und schönen Abend

                  Liebe Grüße
                  Jannes

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                    #24
                    Hallo Jannes,
                    Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                    (...) und ihm einfach mal gesteckt, dass ich die Art meines Umgangs mit unserer Mutter ändern möchte und einige Dinge eben anders sehe als sie. (...)
                    Was möchtest Du denn ändern? Wie wärst Du dann ihr gegenüber?

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                      #25
                      Hallo Mistral,

                      ich möchte sie respektvoll behandeln, d.h. sie nicht mehr bevormunden, sie nicht mehr "vorführen", nicht ihre Fehler hervorheben, sie nicht mehr als unfähig und inkompetent darstellen, in einem angemessenen Ton und einer angemessenen Lautstärke mit ihr reden. Ich will sie nicht mehr belehren. Sie so nehmen, wie sie ist. Momentan kommt das dem Versuch gleich im Garten auf keine Insekten zu treten...

                      Das schaffe ich noch nicht. Meine Wut kommt immer noch raus, auch wenn ich in letzter Zeit mehr und mehr dagegen lenken kann und versuche es später am Tag wieder "auszugleichen", indem ich versuche netter zu sein, ihr einen Gefallen zu tun... Manchmal genügt allein der Gedanke an eine Geste oder eine Bewegung meiner Mutter und ich bin auf der Palme...
                      Das macht mich dann natürlich auch unglaublich wütend auf mich selbst und ich denke, dass ich es irgendwann mal sehr bereuen werde.
                      Mittlerweile fahre ich mit demselben unangenehmen Gefühl zu meinen Eltern, wie ich es hatte, als ich früher niemals von ihnen weg wollte. Ich denke einige kennen das Gefühl, als würde man in den Tod/ ins Verderben fahren und nie wieder kehren. Wenn ich dann auf der Fahrt bin, gehts dann wieder.

                      Liebe Grüße
                      Jannes

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                        #26
                        Hallo Jannes,

                        ich finde es beeindruckend, dass Du solch genaue Vorstellungen hast. Meiner Meinung nach ist dies schon mal der erste Schritt in Richtung zukünftige Verhaltensänderung gegenüber Deiner Mutter, denn damit legst Du Dir gedanklich ein Verhaltensrepertoire zurecht.

                        Klar ist die Umsetzung schwer, nicht nur, dass es neu und ungewohnt ist und deshalb die Routine fehlt, darüber hinaus wirken `Altlasten´ bezüglich Deiner Erfahrungen mit Deiner Mutter. Das alles drückt auf die neue `Rolle´, die Du ihr gegenüber einnehmen möchtest.

                        Deine Wut hat ihre Existenzberechtigung. Vielleicht kennst Du diese Vorgehensweise aus der Therapie: Versetze Dich doch mal in Deine Wut und lasse sie zu Wort kommen und höre einfach zu, was sie zu sagen hat. (Als ich das in meiner Therapie gemacht habe, sind für mich überraschende Dinge herausgekommen.) Und mit dem, was bewusst ist, lässt sich arbeiten.

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                          #27
                          Hallo Mistral!


                          Zitat von Mistral Beitrag anzeigen
                          Vielleicht kennst Du diese Vorgehensweise aus der Therapie: Versetze Dich doch mal in Deine Wut und lasse sie zu Wort kommen und höre einfach zu, was sie zu sagen hat. (Als ich das in meiner Therapie gemacht habe, sind für mich überraschende Dinge herausgekommen.) Und mit dem, was bewusst ist, lässt sich arbeiten.
                          DAS habe ich noch nicht gemacht. Ich habe in solchen Situationen, wenn es mir schlecht ging, immer gefragt, was mein inneres Kind in diesen Momenten fühlt und warum. Aber die Wut einfach sprechen zu lassen ist auch eine tolle Idee, danke dafür
                          Vor allem weil dabei eben doch einiges anderes zum Vorschein kommt als nur Wut darüber, was damals alles passiert ist. Sondern auch viele Gedanken wie: "Dir geht es heute gut und ich muss noch darunter leiden" oder "Tu nicht so, als würdest du alles wissen und alles können, denn du bist sehr wohl fehlbar".
                          Wenn ich nun damit arbeiten sollte, dann würde ich zu ersterem folgendes sagen: Es ist wie es ist und ich habe zwar mit den "Nachwirkungen" zu kämpfen, aber es geht mir nicht mehr so schlecht wie einst. Ausserdem hat diese Sichtweise etwas sehr kindliches: Wenn es mir nicht gut geht, darf es dir auch nicht gut gehen. Ich bin aber kein Kind mehr und in der Lage die Dinge realistischer einzuschätzen. Eigentlich kann ich auch froh sein, dass es meiner Mutter auch besser geht und sie sich wieder freuen kann und ihr Leben lebt. Und das ist ja auch ein Faktor, der mein inneres Kind beruhigt :)
                          Zum Zweiten: Meine Mutter hat eine infantile Weltsicht, wenn ich das mal so sagen kann. Für sie erklären sich die Dinge meist sehr einfach, wobei sie manchmal eine verdrehte Logik hat. Sie neigt dazu einer Idee nachzujagen und endet meist in Verschwörungstheorien. Ihre Weltanschauung ist utopisch, eigentlich kann man so nicht zufrieden leben. Was mich wirklich wütend macht ist, dass sie mit ihrer Sicht der Dinge für sich selbst so gut fährt, obwohl sie meist nichts mit der Realität zu tun hat. Sie ist weltfremd, aber glücklich damit. Warum bin ich darüber wütend? weil einerseits wieder der erste Punkt zutrifft und ich zweitens weiß, dass es auch diese kindliche Weltsicht ist, die ihr Mutterdasein schon immer begleitet hat und mich letztendlich zu ihrer Mutter machte (ihre eigene Mutter verlor sie übrigens, als sie 19 und mit meinem Bruder schwanger war.) Immer, wenn ich soweit komme, dann kann ich meistens nicht mehr böse auf sie sein. sie hat ihre Mutter so früh verloren und musste schon vorher soviel ertragen (ihre Mutter hatte Gebärmutterhalskrebs und die Krankheit dauerte eine ganze Weile, meine Mutter pflegte sie und dummerweise starb sie auch noch auf der Station, auf der meine Mutter damals als Krankenschwester arbeitete, einen Vater hatte sie da schon nicht mehr, der hatte sich abgesetzt und der Stiefvater war nicht wirklich eine gute Wahl...). Wie sollte sie eigentlich auch erwachsen werden? Ich KANN ihr das nicht zum Vowurf machen, sie musste schon frühzeitig schwere Aufgaben meistern und durfte sicher auch selbst wenig Kind sein.
                          Soweit so gut. Ich bin nicht mehr wütend, ich habe Verständnis für meine Mutter und könnte sogar sagen: Es ist okay wie sie ist. Aber ich erlebe das dann auch immer "gönnerhaft" von meiner Seite, als würde ich einem Kind erlauben im Dreck zu spielen. Das will ich doch aber auch nicht Es ist schon schwer, da eine Mitte zu finden. Vielleicht könnte ich dann versuchen sie in ihrem Vorhaben, was ich vorher missbilligt habe, soweit zu unterstützen, wie ich es kann, ohne wieder wütend zu werden.
                          Ein Drahtseilakt...

                          Aber eine tolle Idee, danke Mistral!
                          Liebe Grüße
                          Jannes

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                            #28
                            Puhh, nachher hab ich meinen letzten Termin :( Ich habe eine schöne Flasche Wein und das Foto von der ersten Seite schön eingerahmt. Ich weiß nicht wie es wird, drückt mir die Daumen!

                            Kommentar


                              #29
                              Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                              drückt mir die Daumen!

                              Wird gemacht!!

                              Kommentar


                                #30
                                Viel Erfolg nachher!
                                Auf dass der Abschied nicht so schwer wird!

                                Uebrigens, das foto ist sehr schoen - ich habe genau den Spruch letzte Woche bei einm Reikitreffen gezogen

                                Also, alles Liebe.

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