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Das Leben zu Ende leben

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    Zitat von Mensch Beitrag anzeigen
    Meine Schwester klammert.

    Das belastet mich.
    Sie kommt mit ihrer Lage nicht klar, sie erwartet, dass ich ihr die Kraft gebe, das auszuhalten.
    Aber: Ich muss erst selbst mal Kraft tanken, und eigentlich (da kommt schon die Einschränkung) brauche ich meine Kraft für mich.

    Sie fühlt sich sehr schnell im Stich gelassen.
    Zitat von Mensch Beitrag anzeigen
    Irgendwie kann ich sie ja auch verstehen. Sie ist eben absolut körperlich hilflos und auf unsere Hilfe angewiesen. Da hat sie natürlich Angst, dass einer ausfällt.
    Zitat von Mensch Beitrag anzeigen
    Auf der einen Seite sagt mir mein Über-Ich immer noch, dass ich für das Wohlergehen meiner Schwester zuständig bin, dass ich auf gar keinen Fall Auslöser dafür sein darf, dass sie unglücklich ist, sich im Stich gelassen vorkommt, es ihr nicht gut geht. Dass ich sie in ihrer Situation nicht damit belasten darf, dass ich mit ihrer Lage Probleme habe.
    Ich möchte dieses Über-Ich nicht mehr haben; es macht mir ein schlechtes Gewissen und zwingt mich zu Handlungsweisen, die ich nicht möchte.

    Auf der anderen Seite möchte ich unbedingt mein eigenes Leben leben. Dieser Wunsch in mir ist so stark, dass ich auch kaum in der Lage bin, einen Kompromiss einzugehen.
    Ich bin selbst nicht gesund, weder physisch noch psychisch stabil, und diese Situation ist das pure Gift für mich. Alle Außenstehenden, samt meiner Ärztin warnen mich, mich noch weiter oder überhaupt in diesen negativen Strudel hineinziehen zu lassen.
    Ich bin bereits wieder soweit, dass ich lieber tot wäre, als diese "Verpflichtung" noch länger abarbeiten zu wollen.

    Lebe ich jetzt weitgehend mein Leben, habe ich ein so schlechtes Gewissen, dass ich es nicht aushalte. Ich halte mich für zu egoistisch, lieblos.

    Kümmere ich mich um meine Schwester, fühle ich mich hundsmiserabel, weil ich merke, dass ich hoffnungslos überfordert bin und mir immer mehr schade.


    Weiß jemand von euch was Hilfreiches?
    Ich kann mit meiner Schwester darüber nicht sprechen, weil sie sich dann an meiner Lage schuldig fühlt und dies auch äußert. Das will ich auch nicht.
    Nur mal ein paar Zitate zu meiner oben gemachten Aussage.

    Du sagst zwar, der Ehemann Deiner Schwester sei "Schuld" daran, dass beide Dich nicht mehr dort haben wollen, aber ist es nicht eigentlich das was für Dich selbst der einzig ganzbare Weg ist?

    Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass es Dich am meisten stört, dass damit gleichzeitig Deine Möglichkeit der Einmischung (Du magst es Einflussnahme nennen) verloren geht.

    Tatsächlich nimmt Dein Schwester ihre Eigenverantwortung zu sich (und befreit Dich daraus), und das ist gut so!

    Dir tut das weh, das ist klar, das hätte es so oder, nur dass Du selbst nicht in der Lage warst, den Schnitt aus eigenem Antrieb zu machen und nun stattdessen das Gefühl hast fremdbestimmt worden zu sein, das löst obendrein noch Ärger aus, und den schiebst Du nun dem Ehemann ("er will sie für sich allein") und Deiner Schwester ("die gute Beziehung ist zerbrochen") in die Schuhe.

    Besser wäre es, Du würdest statt auf den Ärger auf das schauen, was sich nun eröffnet hat: Freiheit von der belastenden Verantwortung.
    Und darüber hinaus die Möglichkeit einer gänzlich neuen Art der Annäherung - wenn natürlich auch erst nach der Zeit, die es braucht, bis die Ärgerlichkeiten vergangen sind.

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      Meine Schwester nimmt überhaupt nicht ihre Eigenverantwortung zu sich, sondern sie unterwirft sich dem Diktat ihres Mannes.
      Nicht meine Angelegenheit, ich weiß.

      Schuld? Interessiert mich nicht.

      Verarbeite du erst mal, wenn eine Beziehung nach 63 Jahren zerbricht, da denkst du nicht an die Freiheit!

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        nach 63 Jahren Beziehung/Bindung, die von einer Seite gelöst wird ist eine Freiheit die sehr schmerzt.
        So jetzt bin ich frei und leicht, kann man da gar nicht empfinden.
        Diese Freiheit zu lernen ist keine leiche Aufgabe.
        Das Gefühl für Freiheit entfaltet sich nicht wie ein Airback ( hier der Aufprall und wumms das Luftkissen).

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          Zitat von Mensch Beitrag anzeigen
          Verarbeite du erst mal, wenn eine Beziehung nach 63 Jahren zerbricht, da denkst du nicht an die Freiheit!
          Ist sie wirklich zerbrochen? Ich denke mal, hier gibt es jetzt zwei Möglichkeiten: Erste wäre, die Beziehung war schon vorher zerbrochen, es wollte aber niemand sagen/zugestehen, oder zweitens: Deine Schwester hat ihrem Mann erst einmal nachgegeben, um Ruhe zu haben, aber hält trotzdem an der Beziehung zu Dir fest. Das wird aber erst die Zeit zeigen.

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            Zitat von Mensch Beitrag anzeigen
            Meine Schwester nimmt überhaupt nicht ihre Eigenverantwortung zu sich, sondern sie unterwirft sich dem Diktat ihres Mannes.
            Auch das ist einzig und allein ihre eigene Verantwortung!

            Schuld? Interessiert mich nicht.
            Das Wort hatte ich in Anführungszeichen gesetzt, der Sinn ergibt sich aus dem was ich dazu in der Folge schrieb.

            Hier ein weiteres Zitat von Dir dazu:

            Zitat von Mensch #84
            Bin ich die Hüterin meiner Schwester? Lasse ich meine Schwester emotional sterben, wenn ich mehr Wert auf mein eigenes Leben lege?
            Beides zusammen in dieser Intensität bekomme ich nicht hin.
            Ich liebe meine Schwester, aber ich liebe auch meinen Mann und ich liebe auch mich.

            Momentan fühle ich mich nur von unzähligen Krakenarmen erdrückt.
            Muss ich wirklich einen scharfen Schnitt machen, um mich zu befreien? Das tut (um im Bild zu bleiben) doch dem Kraken weh!
            Verarbeite du erst mal, wenn eine Beziehung nach 63 Jahren zerbricht, da denkst du nicht an die Freiheit!
            Natürlich nicht. Niemand hat gesagt, dass Freiheit sich immer und auf Anhieb großartig anfühlt, oder?!

            Dennoch ist sie das, was Du wolltest, und wovon Du hier seitenweise schriebst....

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              Zitat von Mensch Beitrag anzeigen
              Meine Schwester nimmt überhaupt nicht ihre Eigenverantwortung zu sich, sondern sie unterwirft sich dem Diktat ihres Mannes.
              Nicht meine Angelegenheit, ich weiß.
              Doch, indirekt schon, weil es verhindert, dass ihr ein vernünftiges Verhältnis entwickelt.

              Trotzdem - ich glaube nicht, dass sich das Verhältnis ändert. Was soll sie denn tun, mensch? Sich jetzt mit deinem Schwager anlegen? Denn der wird auf sie losgehen, wenn sie sich auf deine Seite stellt. Schafft sie das?

              Es tut mir leid für euch, mensch. Ich kann es nachfühlen - ich habe meine Schwestern an meine Familie auf eine ähnliche Weise verloren.

              lg

              Mygga

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                Zitat von Mensch Beitrag anzeigen
                Verarbeite du erst mal, wenn eine Beziehung nach 63 Jahren zerbricht, da denkst du nicht an die Freiheit!
                Du definierst es jetzt so für dich, dass die Beziehung zerbricht.

                Vielleicht sagst du damit auch nur "ich spiele nicht mehr nach fremden Regeln".

                Meine Beziehung zu meinen Schwestern war nie linear gleichförmig, mal kaum da, dann wieder sehr fest und stark.

                Kannst du dir zugestehen, dass sich die Beziehung ändert, aber trotzdem eben anders bestehen bleibt?? Muss sie zerbrechen, weil sich etwas ändert??

                Ich halte dir fest die Daumen, dass sich neue Wege auftun!

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                  Hallo, liebe Mensch.
                  Ich habe erstmal schlucken müssen, als ich das alles las.....
                  und jetzt muss ich zugeben, dass ich gar nicht so recht weiß, was ich dazu sagen soll.....(kommt ja selten vor bei mir - grins)
                  Als ich aber dein heutiges Wort des Tages las: Tag 1 danach!
                  - da dachte ich sofort: Gut so, Mensch hat den ersten Schreck, den ersten Schmerz verkraftet. Er dauert bestimmt auch noch eine ganze Weile an, doch danach, wenn die Wunden geheilt sind - und dies übernimmt die Zeit (die Zeit heilt Wunden) - danach geht es dir genauso wie du es gewollt hast: Freiheit wie du sie meinst!
                  und dann mal noch so ne Weisheit, an die ich dich erinnern möchte:
                  Nix werd so heiß gess, wie's gekocht werd!

                  Lieben Gruß von Kämpfer

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                    Danke für eure Beiträge.
                    Ich möchte zu dieser Problematik nichts mehr schreiben.

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                      Es geht mir etwas besser. Ich habe das Antidepressivum wieder auf die ursprüngliche Menge hochgefahren; das macht sich Gott sei Dank bemerkbar.

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                        OOOPS

                        Liebe Mensch,

                        eigentlich wollte ich nur meine guten Wünsche mit Grüßen hierlassen...

                        Und nun möchte ich doch noch sagen: Kopf hoch.

                        Sabine

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                          Kopf hoch ist gut!
                          Ich bin froh, dass er noch dran ist. War sehr nah an der Grenze diesmal. Gott sei Dank merk ich es rechtzeitig.

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                            Wie gut, dass Du es bemerkst liebe Mensch! Und wie schön, dass es Dir wieder besser geht!

                            Was macht der Kater?

                            Lg
                            Lane

                            Kommentar


                              Zu unserem größten Erstaunen hat der sich bereits um halb 8 Uhr in sein Bett gelegt und schläft. Hoffentlich wird/ist er nicht krank.
                              Und hoffentlich steht er nicht um 4 Uhr vor der Schlafzimmertür und bärt!

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                                *Daumen drück*

                                Ich hoffe auch, dass er nicht krank wird! Aber viellleicht hat er heute auch nur eine hübsche Katzendame hofiert und ist davon so müde

                                Lg
                                Lane

                                Kommentar

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