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Das Leben zu Ende leben

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    Das Leben zu Ende leben

    Ich denke, in diesen Faden passen alle meine Gedanken, meine weiteren Lebenserfahrungen und auch die Ereignisse um meine Lieben genau hinein.

    Ich beginne mal mit etwas Erfreulichem:

    Der Onkologe meint, meine Schwester sei nicht mehr in einer lebensbedrohlichen Situation.

    #2
    Hallo Mensch,

    meinst Du, der Tod wäre etwas ganz Schlimmes, was Deine Schwester (dein Mann, dein Cousin, Deine Tante ...) nicht ereilen darf ? Wenn du keine Angst vor dem Tod hast, warum ist es dann schlimm, wenn Menschen sterben ?
    Ich glaube, viele Gruppierungen ... Buddhisten, Christen, ... predigen den Weg der grendzenlosen Akzeptanz, die zur Folge hat, dass einen nichts mehr anhebt. Ist doch toll oder ? Akzeptanz, aber nur bis zum eigenen Tellerrand

    Der Faden heisst: das Leben zu Ende leben. Ich nehme mal an, dass Du auch Dein eigenes Leben meinst. Wenn es Dir gut geht, und du jede Sekunde lebst, ohne an das danach und davor zu denken, dann "lebst" du, bis zum Ende in Glückseligkeit (und würdest wahrscheinlich nich so einen Faden aufmachen)

    *senf* .... Gedanken, die dir vllt. nicht weiterhelfen.

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      #3
      Natürlich meine ich auch mein Leben, allerdings nicht ganz so negativ, wie sich der Faden vielleicht interpretieren lässt.
      Leben bis zum Ende eben, mit allen Facetten.
      Was ist so schlimm daran?
      Ich weiß nicht, wie alt du bist.
      In meinem Alter und mit den Erfahrungen, die ich auch mit dem Lebensende anderer gemacht habe, denke ich logischerweise auch an mein eigenes Lebensende.
      Ich glaube, jede(r) tut das irgendwann.

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        #4
        Liebe Mensch,

        geht es Dir etwas besser?

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          #5
          Ich bin sehr erschöpft, und es liegt noch viel vor uns.
          Ich werde immer einen Schritt nach dem anderen machen, so wie man halt durchs Leben geht.
          Dabei will ich alles mitnehmen, was mir auch nur im geringsten Freude bereitet.

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            #6
            Zitat von Mensch Beitrag anzeigen
            Ich bin sehr erschöpft, und es liegt noch viel vor uns.
            Ich werde immer einen Schritt nach dem anderen machen, so wie man halt durchs Leben geht.
            Dabei will ich alles mitnehmen, was mir auch nur im geringsten Freude bereitet.
            Das liest sich echt vernünftig. Das Du viel mitgemacht hast, gerade in letzter Zeit, wissen wir ja. Doch genau deswegen finde ch das, was Du geschrieben hast, vernünftig. Immer den Kopf oben halten und mitnehmen, was man mitnehmen kann. Das wünsche ich Dir.

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              #7
              Ich komm echt nicht dazu, euch zu erläutern, was ich mit diesem Faden will.
              Mein Gehirn ist momentan ausgebrannt, ich find nicht die richtigen Worte.
              Wenn ich noch mal gradaus gucken kann, schreib ich es.
              Auf meiner Belastungsskala von 1 - 10 liege ich seit Tagen auf der 10.
              Das wird sich auch in den nächsten Tagen nicht ändern.
              Das soll kein Gejammer sein, sondern nur eine Zustandsbeschreibung und eine Erklärung dafür, warum von mir nichts kommt.

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                #8
                Dein Titel erinnert mich sehr an den Grundsatz der Paliativmedizin - Das Leben bis zum Ende menschenwürdig leben. Und das finde ich ganz ganz wichtig - es gibt nur zwei Möglichkeiten entweder entscheiden wir uns zu aktiver Sterbehilfe oder wir begleiten die letzte Zeit unserer Mitmenschen in Achtsamkeit und Liebe. Dazu gehört es für mich genau hinzusehen ob und was der Mensch gelöst/erledigt haben will und Medizin sanft einzusetzen, ohne durch einen vermehrten Schmerzaufwand einige Tage an "Leben" zu gewinnen.

                Unsere Mensch-Frau hat schon mal geschrieben: "Nicht der Tod ist das Schlimme, sondern der Weg dorthin ist das Schwere."
                Vor allem wird einem in einer auf Leistung und Schnelligkeit getrimmten Gesellschaft auch das Begleiten - das sehr viel mit Verlangsamung zu tun hat - nicht immer leicht gemacht.

                Tag um Tag diesen Weg er-leben, anders geht es nicht. Und immer mal den Blick am Wegesrand wandern lassen - ein Kinderlachen, eine Blume, ein vorzügliches Essen,.... Kleinigkeiten sammeln um nicht unterzugehen.

                Liebe Gedanken
                Amelie

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                  #9
                  Jetzt kommt mal wieder so ein berühmter "Schnellschuss" von der Menschfrau:

                  Ich will aber mein Leben auch menschenwürdig zu Ende leben.
                  Nicht nur in Aufopferung für andere!

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                    #10
                    Gut so - zumindest in kleinem Umfang hast du es in der Hand!

                    Kämpf mal für dich!

                    Ich sag nur - freie Tage von der Pflege - unbedingt notwendig!!
                    Manchmal kommt Hilfe aus ungewohnten Ecken - und wenn die nicht angenommen wird ist es halt schwer. Aber warum soll jemand fremde Hilfe annehmen, wenn du eh sicher da bist???

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                      #11
                      Zitat von Mensch Beitrag anzeigen
                      Jetzt kommt mal wieder so ein berühmter "Schnellschuss" von der Menschfrau:

                      Ich will aber mein Leben auch menschenwürdig zu Ende leben.
                      Nicht nur in Aufopferung für andere!
                      Das ist kein Schnellschuss, das empfinde ich als einen ehrlichen und leidenschaftlichen Ausdruck dessen, was Du wirklich möchtest!

                      Nicht nur in Aufopferung für andere
                      Dann lass es doch! Ich weiss, das hört sich jetzt so verdammt einfach an und bestimmt ist das für Dich etwas, das ganz schwer zu bewerkstelligen ist.

                      Aber trotzdem sag ich nochmal - dann tue es doch! Hör auf, verschiedenen Rollen gerecht werden zu wollen. Du gibst Dich auf, um die perfekte Schwester, die perfekte Pflegekraft zu sein. DU bleibst dabei auf der Strecke. Aber wen liebt Deine Schwester denn wohl? Dich oder die Rolle, die Du inne hast? Hast Du vielleicht einfach Angst, dass Du ohne diese Rollen nicht geliebt wirst? Oder fühlst Du Dich verpflichtet, diese Rollen zu erfüllen? Weil man es immer so erwartet hat?

                      Ich weiss, dass Deine Schwester sehr krank ist, aber solange Du die Erwartungen gewisser Personen (wir wissen, von wem ich rede) erfüllst und das Spiel mitmachst, solange wird sich nichts ändern und Dein Wunsch nach einem menschenwürdigen Leben(s-Abend) bleibt ungehört. Ist es das wirklich wert?

                      Dass Deine Schwester Dich liebt, ist Dir wichtig, aber es sollte Dir noch viel wichtiger sein, dass Du Dich selbst genug liebst, um Dich nicht so fertig zu machen (oder machen zu lassen?).

                      Lg
                      Lane

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                        #12
                        Ich weiß, dass du Recht hast und ich sollte mir Shepherds Post #225 aus der sanften oder harten Tour hinter die Ohren schreiben.
                        Aber ändern tue ich ja nix; sie würde sich verletzt fühlen und das kann ich nicht. Ich brings einfach nicht fertig!

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                          #13
                          Und auch die Tatsache, dass ich es nicht fertig bringe, will ich eben in mein Leben integrieren, so gut ich das kann.
                          Das meine ich mit "das Leben zu Ende leben".
                          So ist eben mein Leben.
                          Selbst wenn ich meinen eigenen Erwartungen nicht gerecht werde, will ich lernen, meine Entscheidungen zu akzeptieren, selbst wenn sie fehlerhaft und sogar mangelhaft sind.
                          Ich will mich nicht verbittert aus dem gesamten Lebensprozess zurückziehen, weil mir gewisse Dinge nicht gelingen.
                          Ja, ich beneide Mystery in gewisser Hinsicht, weil er es fertig gebracht hat, ganz gerade Schlussstriche zu ziehen.
                          Mein Über-Ich hindert mich daran oder ich lasse mich von ihm daran hindern.
                          Ich bin so.
                          Ich durchschaue die Prozesse, die Konditionierungen, die gefühlsmäßigen Erpressungen und bin dennoch so programmiert, genetisch veranlagt, eingestellt, so weich und nicht egoistisch genug, um anders zu handeln.
                          Also gehe ich diesen Weg.

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                            #14
                            Liebe Mensch!

                            Wäre es möglich, dass du dir einen Coach nimmst, mit dem du zusammen einen guten Weg erarbeiten kannst, der einerseits deinem Bedürfnis, deiner Schwester beizustehen gerecht wird, aber auch dir und deinen Lebenswünschen! Der dich von der Belastungsobergrenze herunter holt? Belastungsgrenze auf Punkt 10 geht nicht lange gut! Wenn du aufgrund der grossen Belastung irgendwann ganz ausfällst, weil sich z.B. dein Körper in Krankheit flüchtet, um dich zu zwingen von der Dauerbelastung herunter zu kommen - wem ist dann geholfen?

                            Pass gut auf dich auf!
                            LG Florida

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                              #15
                              Zitat von Mensch Beitrag anzeigen
                              Ich durchschaue die Prozesse, die Konditionierungen, die gefühlsmäßigen Erpressungen und bin dennoch so programmiert, genetisch veranlagt, eingestellt, so weich und nicht egoistisch genug, um anders zu handeln.
                              Also gehe ich diesen Weg.
                              Doch liebe Mensch, Du kannst anders handeln. Aber Du kannst diese Option nicht erkennen, weil die Konditionierung wohl noch zu groß ist. Die Frage ist, wie lässt sich das eine mit dem anderen in einer vernünftigen Form vereinbaren? Selbstaufgabe ist jedenfalls keine Option, denn wie Florida zu Recht schreibt, wenn Du ausfällst, weil Dein Körper sich vielleicht in Krankheit flüchtet, dann ist auch niemandem geholfen und dann muss es doch anders gehen.

                              Tust Du Dir heute was Gutes?

                              Lg
                              Lane

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