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    Liebe Träumerin,

    ich finde es sehr schön, Deine Berichte zu lesen! Jeder Tag ist eine neue Herausforderung und verläuft natürlich (zum Glück!) anders. Du kannst aber wirklich stolz auf Dich sein, dass Du bereits wieder so viel zu leisten imstande bist und verschiedenes organisierst, gärtnerst und Marmelade kochst! Das ist einfach klasse!

    Meinem Erleben nach tut es immer sehr gut, praktische Dinge zu tun, sich körperlich dabei zu spüren, sinnliche Eindrücke zu haben und sich über die Produkte als sichtbaren Erfolg freuen zu können. Deine Marmelade ist dafür ein gutes Beispiel. Ich stelle mir dann immer vor, wie Du das Obst vorbereitest, seinen Saft an Deinen Fingern spürst, beim Kochen sich dann der süßen Marmeladengeruch in der Küche verbreitet und Du nach dem Abfüllen eine wunderschöne Reihe herrlicher Marmelade bewundern und Dich darauf freuen kannst! Einfach schön!!!

    [quote=Träumerin!?;693302 Seltsamerweise fühle ich im Moment oft sehr viel Schmerz. Ich weiß nicht genau, woher er kommt und ich weiß auch nie genau, wann er kommt/wodurch er ausgelöst wird. [/quote]

    Wo genau spürst Du denn diese Schmerzen? Ich hatte während meiner Depressionszeit immer enorme Schmerzen direkt unter der Haut, vor allem an den Armen und am Rücken. Ich konnte mir diese Schmerzen damals nicht erklären, spürte aber, dass sie gewissermaßen der körperliche Ausdruck meiner "Dünnhäutigkeit" waren. Alles, was mir zuviel wurde, was mich seelisch verletzte und wovon ich mich nicht abgrenzen konnte, schlug sich in dieser Form nieder. Seit ich mit Akupunktur zu tun bekommen habe, weiß ich, dass die Chinesen verschiedene Energie-Formen unterscheiden, von denen eine so eine Art Abwehrenergie ist. Ein Mangel davon erzeugt tpischerweise diese Schmerzen, die ich beschrieben habe. Wenn der Akupunkteur diese Kraft stärkt, verschwinden die Schmerzen und man fühlt sich immer stabiler und abgrenzungsfähiger. So habe ich das jedenfalls erlebt. Sind es bei Dir diese Art von Schmerzen oder andere?

    Na, und neulich habe ich euch ja von dieser sog. Freizeitgruppe für Singles und Alleinerziehende erzählt, bei der ich einmal abends dabei war. Ja, für heute habe ich (meiner Meinung nach) irren Mut bewiesen und habe mich für eine Veranstaltung angemeldet. Es hat mich waaahnsinnig Überwindung gekostet. Ich bin inzwischen wahnsinnig gehemmt, was den Kontakt zu fremden Menschen angeht ...
    Super! Toll! Ich sage ja: Du bist eine mutige Frau!

    Ich habe mich dann auch einigermaßen wohlgefühlt. Mit zwei Frauen habe ich mich fürs erste recht gut verstanden bzw. unterhalten. Ich spüre immer wieder, wie schwer es mir fällt, Kontakt aufzubauen. Und ich habe Angst, dass ich mich "falsch" verhalten, was falsches sage. Diese Angst ist sehr groß und ich habe den Eindruck, dass es mir dadurch erst recht "gelingt" und ich übers Ziel hinausschieße!??? So fühle ich mich jedenfalls oft.
    Diese Unsicherheit kenne ich so gut! Dieses ständige "War ich hier vielleicht zu schnell, zu langsam, zu forsch, zu egoistisch, zu wenig meine eigene Interessenvertreterin etc." Dieses Gefühl hat ganz viel damit zu tun, dass man meint, von seinen eigenen inneren Abgründen beherrscht zu sein, diese aber niemandem sonst zumuten zu dürfen. Ich weiß noch, wie eine Freundin mich immer wieder ermutigt hat, mich anderen endlich einmal "zuzumuten", weil ich immer dachte, so wie es in mir innen aussieht, kann ich keinem wirklich begegnen. Aber keine Sorge: Das wird!!! Wieder ist es eine Frage der Heilung und damit der Zeit und des Weges, den Du gerade so tapfer zurücklegst. Genau deswegen nimmst Du ja diese vielen Extra-Lasten auf Dich: Damit Du irgendwann unbelastet von solchen Gefühlen anderen Menschen begegnen kannst. Und Du wirst sehen: Es wird Dir gelingen! Du bist genau auf dem richtigen Weg!

    Außerdem glaube ich immer wieder (wahrscheinlich schon mein halbes Leben lang), dass ich sofort zu viel erwarte; von mir wie von den anderen. Und das kann nicht gehen, das ist mir (eigentlich) bewusst.
    Auch diese Perfektionismusfalle ist mir nur allzu bekannt! Aber es lässt sich wirklich üben, solche übertriebenen Ansprüche, mit denen man sich selbst so viel kaputt macht, abzulegen. Mir hat dabei meine frühere Yoga-Lehrerin sehr geholfen. Im Yoga lernt man, Dinge so zu nehmen, wie sie sind, ohne sie gleich zu bewerten. Das hat mir sehr geholfen, mich nicht mehr so stark unter Druck zu setzten.

    Liebe Träumerin, so vieles, was Du gerade durchmachen musst, erinnert mich sehr stark an die Zeit, als es bei mir gerade anfing, aufwärts zu gehen. Es war eine schwere Zeit, aber sie hat auch sehr viele positive Veränderungen in meinem Leben herbeigeführt. Dir wird es ganz bestimmt auch so gehen, weil Du kämpfst, Dich dieser Sache stellst und ernsthaft Veränderungen anstrebst! Du schaffst das! Glaub mir!

    Zum Abschluss möchte ich Dir noch ein Gedicht da lassen, das ich geschrieben habe, als ich das schlimmste Stück dieses Weges hinter mir hatte. Ich weiß nicht, ob Du mit meinen Worten etwas anfangen kannst, oder ob Du ganz andere für diesen Prozess finden wirst. Aber vielleicht kann es ein kleiner Ausblick sein.

    Ganz liebe Grüße von Deiner Chaja




    Genesung



    Leise der Seele singen
    sie wiegen wie einen Säugling
    sanft und still
    und dabei
    ihren Träumen lauschen.

    Hoffend eintreten
    in ihre Horizonte
    und Kiesel sammeln
    an ihrem Strand
    bis die Zeit reif ist.

    Sich aufrichten schließlich
    und dann mit einem
    beherzten Sprung
    in die Weite hinaus
    die Seele fest umarmt.


    Kommentar


      Liebe Chaja,
      danke für dein Gedicht - gefällt mir sehr gut.

      (Ich beobachte und würde es gerne sehen, wenn der jüngste Fischadler den Mut findet und einen beherzten Sprung in seine Selbständigkeit macht. Noch zögert er und im Moment beginnt es dort zu regnen )

      Liebe Träumerin,
      ich finde Chaja´s Ausführungen so gut und passend
      und meine Meinung kennst du auch.

      Ich habe den Titel eines Buches gelesen und dabei an dich gedacht:
      "Der achtsame Weg zur Selbstliebe. Wie man sich von destruktiven
      Gedanken und Gefühlen befreit". Es ist von Christopher Germer.

      Du bist auf DEINEM Weg und ich wünsche dir weiterhin viel Kraft.

      Liebe Grüße
      birdy

      Kommentar


        Ihr lieben Zwei, Chaja und birdy.

        Wie gut ihr mir tut! Chaja, bei deinen Worten fließen mir im Moment nur die Tränen (jedesmal). Anscheinend triffst du genau meinen Nerv ... Ich denke mal, ich schreibe dir eine PN.

        birdy, lieben Dank für den Buchtipp. Ich werde ihn mir anschauen. Und ja, ich kenne deine Meinung, weiß, wie du denkst. Danke dir dafür!

        Gut's Nächtle von Träumerin - falls ich hier eh nicht noch mehr poste ...

        Kommentar


          Zitat von birdy Beitrag anzeigen

          Ich habe den Titel eines Buches gelesen und dabei an dich gedacht:
          "Der achtsame Weg zur Selbstliebe. Wie man sich von destruktiven
          Gedanken und Gefühlen befreit". Es ist von Christopher Germer.
          Das Buch lese ich auch gerade und finde es auch sehr interessant. Ohne meinen MBSR-Kurs würde ich allerdings nicht solch einen großen Nutzen daraus ziehen können. Denn letztendlich merke ich, dass das tägliche formelle und informelle Training eigentlich die Basis/der Schlüssel dazu ist, besser mit destruktiven Gedanken umzugehen. Germer liefert in seinem Buch ja sehr gute Anleitungen und Werkzeuge und weiterführende Informationen - für Fortgeschrittene quasi. Aber nur durch das Lesen allein und vereinzelte Üben tut sich bei mir leider nichts. Aber jeder hat auch einen anderen Zugang dazu.

          Liebe Träumerin, ich wünsche dir alles Gute weiterhin.

          Liebe Grüße

          jule

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            Liebe jule,

            vielen Dank für deine Nachricht - und: vielen Dank für deine lieben Wünsche. Auch für dich alles Gute!

            Ebenso allen anderen ♥lichen Dank für alles! Für alle Beiträge/für alle Hilfe.

            Eine gute Nacht euch allen.

            Träumerin

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              Mittwoch, 15. August:

              heute abend bin ich doch recht zufrieden mit mir. Morgens habe ich einiges weggebügelt (wenn auch nicht alles - viel zu viel Aufgestautes ...). Wäsche gewaschen. Leider war das Flusensieb verstopft, so dass ich es heute abend dann auch gereinigt habe und meine Wäsche nochmals geschleudert, damit ich sie aufhängen kann.

              Heute nachmittag habe ich - ganz gegen meine Gewohnheiten der letzten Tage und Wochen - mein Fahrrad rausgeholt und eine wunderbare Radtour gemacht. Seitdem habe ich wieder mehr Luft in meinen Reifen und sogar Kappen auf den Ventilen, da ich zufällig an einem Rad-Service vorbeigekommen bin.

              Und jetzt? Jetzt bin ich richtig müde und freue mich nur noch/total auf mein Bett. Ach ja, und außerdem habe ich die laue Sommernacht auf dem Balkon genossen, den Grillen beim Zirpen zugehört ...

              Liebe Grüße an euch alle!

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                Ach, ich habe euch noch was:

                [IMG]http://desmond.*************/Himg405/scaled.php?server=405&filename=schmidsfeldenallgu0 17.jpg&res=landing[/IMG]

                Hab ich heute morgen auf meinem Balkon entdeckt und heute mittag in der daraufscheinenden Sonne geknipst - ist vielleicht etwas unscharf geworden?

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                  Gefällt mir, das Bild. Erinnert mich an meine Vorliebe für vom Tau benetzte Spinnennetze, die plötzlich zwischen Heidekraut sichtbar werden. Und damit an Regentropfen, die wie kleine Perlen an den Ästen aufgehängt sind.
                  Ja, vielleicht gehe ich gleich mal noch in den Wald ...

                  Kommentar


                    Und @hobbes, warst du dann im Wald?

                    @alle: So oft/immer wieder spüre ich einen inneren Schmerz (also keine körperlichen Schmerzen!). Nur wenn ich mich ständig beschäftige/ablenke, dann geht's mir (kurzfristig) besser. Allerdings, manchmal fange ich Dinge an, dann wird es mir zuviel, diese wieder vollends z. B. aufzuräumen. Alle Energie dahin bzw. ich weiß nicht, wohin "mit dem Rest" der Dinge, sie gescheit wieder einzusortieren ...

                    Immerhin habe ich heute einen Kuchen gebacken. Musste sogar ein zweites Mal damit anfangen, da ich das Rezept nicht richtig gelesen hatte. Musste also nochmal losziehen, Eier einkaufen (da ich beim ersten Versuch noch genau zwei hatte). Naja, jetzt schaut es ganz gut aus, es roch gut in meiner Küche.

                    Meinen Kleiderschrank habe ich versucht neulich neu zu sortieren, habe auch ein paar Kleider aussortiert. Trotzdem erscheint er mir rappelvoll - nur: ich kann mich so schlecht trennen von vielem. Dieses Jahr habe ich eh schlecht sortiert. Sämtliche Winterpullis sind - anstatt im Keller - weiterhin im Schrank.

                    Wenn ich überlege, wieviel Platz ich für mich selber hier verbrauche/benötige, das ist nicht mehr feierlich ...

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                      Und manchmal, ganz urplötzlich, überkommt mich wieder der Gedanke an meine 8-wöchige Kur im wunder-, wunder-, wunderschönen Allgäu. Wie gerne möchte ich dorthin wieder zurück ...

                      Es ist nicht so weit von mir entfernt. Und trotzdem - ich habe mich bisher "nicht getraut" wieder dorthin zu fahren. Hört sich jetzt seltsam an, was? Irgendeinen besonderen Zauber hatte es für mich, auch wenn es kein Urlaub und nicht immer einfach war ...

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                        Liebe Traeumerin. ..

                        Einfach mal so eingeworfen.

                        Nicht denken oder planen. Einfach ins Auto steigen und rollen lassen.
                        Dann gibt es keine Hemmschwelle.

                        Und auch keine ehemals geliebten Geisterstaedte.

                        Suesse Träume und weiter so auf Deinem Weg

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                          Zitat von Träumerin!? Beitrag anzeigen

                          @alle: So oft/immer wieder spüre ich einen inneren Schmerz (also keine körperlichen Schmerzen!). Nur wenn ich mich ständig beschäftige/ablenke, dann geht's mir (kurzfristig) besser.
                          Hast du überlegt, wie es wäre, den Schmerz einfach zuzulassen und zu erfahren, dass er auch wieder geht statt mit "Betäuben" darauf zu reagieren? Nach meiner Erfahrung wird der Schmerz durch Widerstand viel größer. Wenn ich versuche, ihn anzunehmen, geht es besser.

                          Alles Gute!

                          jule

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                            Zitat von Träumerin!? Beitrag anzeigen
                            Und @hobbes, warst du dann im Wald?
                            Nein, das nicht, aber im Garten. Da wars aber auch nass


                            Zitat von jule_l Beitrag anzeigen
                            Hast du überlegt, wie es wäre, den Schmerz einfach zuzulassen und zu erfahren, dass er auch wieder geht statt mit "Betäuben" darauf zu reagieren? Nach meiner Erfahrung wird der Schmerz durch Widerstand viel größer. Wenn ich versuche, ihn anzunehmen, geht es besser.
                            Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Hat aber tatsächlich nur dann "funktioniert", wenn ich den Schmerz so richtig von Herzen willkommen geheißen habe.

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                              Zitat von hobbes Beitrag anzeigen


                              Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Hat aber tatsächlich nur dann "funktioniert", wenn ich den Schmerz so richtig von Herzen willkommen geheißen habe.
                              Auf der einen Seite richtig. Doch wie sollen die Menschen damit umgehen, wo der Schmerz, wenn man ihn zulässt, überhand nimmt? Ich denke, es gilt den Weg daraus und eine Lösung zu finden. Wenn man nur noch Schmerz zulässt und deswegen nur noch Schmerzen hat, ist eine Depression vorprogrammiert, oder etwa nicht?

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                                Wenn man den Schmerz nicht zulässt, aber auch.

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