Klarer sehen heißt auch, die eigentlichen Probleme eher ausmachen zu können. Erkennen können, was unter all dem liegt, was gerade beiseite geschoben wurde. Und damit auch zu verstehen, wozu das alles eigentlich nutzt, der Streit, das aus der Haut fahren, die Stimmungsschwankungen. Es ist, als würde man eine Decke anheben, um zu schauen, was darunter liegt. Nur wird es ohne Decke auch unangenehm kühl. Ich komme trotzdem nicht um das Gefühl drumrum, dass ich mich immer wieder um dieselben Probleme drehe. Aber offensichtlich sind es eben entscheidende Dinge, die mir da immer wieder begegnen. Eine richtige Idee, wie ich an der Stelle weiter machen kann, habe ich noch nicht. Allerdings eben nun eine Erklärung, warum ich mich im Kreis drehe. Mehr geht wohl gerade nicht (bzw. ist das ja auch schon was).
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Sie sind "entscheidend" für die jeweilige Situation, d.h. "sie" entscheiden aufgrund deines Verhaltensmusters, "was" nun zu geschehen hat. Genau hier beginnt dann der Teufelskreis, die Spirale, in der sich "aus dem Einen das Nächste ergibt und alles beim Alten bleibt".Aber offensichtlich sind es eben entscheidende Dinge, die mir da immer wieder begegnen.
Um aus solchen Mustern auszusteigen, ist es hilfreich, dass du "etwas anderes" tust als das, was du "normalerweise" in solchen Situationen quasi aus Gewohnheit - sozusagen auf Befehl deiner Verhaltensmuster in der Regel tust. Das kann eine konträre Handlung sein, vielleicht etwas völlig Unsinniges, etwas Lächerliches, etwas Unterwartetes ...
Beispiel: In einer "Normal"Situation hättest du vielleicht jemand arg beschimpft oder ihm sogar eine runter gehauen. Das tust du dann nicht, sondern ... du bohrst obstentativ und demonstrativ in der Nase, ... und fängst dann vielleicht angesichts der "völlig unsinnigen Situation" spontan an zu lachen ...
In deinem Kopf purzeln dann die Synapsen hilflos durcheinander, meist verraucht die Wut im Nu und macht vielleicht einer "verdutzten Erleichterung" Platz.
Du hast "dich selbst deseskaliert", sozusagen einen "cut" gemacht, einen "brake" und damit der Eskalation Einhalt geboten.
Das wäre dann eine bewusste, kognitive "Zuwiderhandlung", ... die dich erst mal in eine neue und dir vielleicht unbekannte Situation bringt, in der Folge dann Emotionen auslöst und sich "als neue unbekannte Situation" entwickelt. Da diese neue Situation dir auch neue Erfahrungen bringt und sich daraus Erkenntnisse ableiten lassen, wird die Zuwiderhandlung zum Auslöser eines Prozesses, der dich in eine "neue Richtung" leitet, ...
Dein Gegenüber, der auf dein "altes Verhaltensmuster" eingespielt ist, wird möglicherweise überrascht sein, vielleicht sogar durcheinander (aus "seinem Konzept, seinen eigenen Verhaltensmuster" geworfen). Er wird seinerseits ebenfalls neue Erfahrungen und Erkenntnisse machen und lernen, dann auch entsprechend "anders" zu reagieren.
Die Entwicklung, die ich hier beschrieben habe, ist dir nicht neu. Nur - meist "kennen" wir solche Lebenslagen und Entwicklungen kognitiv schon längst, ... es geht mit uns nur nicht vorwärts, weil wir die Entwicklung "nicht in Gang bringen" ... durch Handlungen, durch Taten.
Es bleibt dann - wie in der Gesetzgebung - beim Gesetz, ... das gar nichts taugt, weil es keine Ausführungsbestimmungen gibt und das Gesetz ergo nicht ausgeführt wird, werden kann.
lG
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Das leuchtet ein, allerdings gibt es für manche Situationen vielleicht keine adäquaten Alternativen. Wenn ich mir in einer Situation unsicher bin oder mich unwohl fühle, kann ich sie entweder aushalten, die Situation verlassen oder wenn es mir zuviel wird und ich die Situation nicht verlassen kann, werde ich womöglich unangenehm (die letzten beiden Varianten zählen zu meinen Favoriten). Nun ist es aber so, dass ich Unwohlsein und Unsicherheit nicht wegreden/-denken und -albern kann und will. Ich könnte es direkt ansprechen, das wäre eine Alternative. Und abwarten, was passiert.Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
Um aus solchen Mustern auszusteigen, ist es hilfreich, dass du "etwas anderes" tust als das, was du "normalerweise" in solchen Situationen quasi aus Gewohnheit - sozusagen auf Befehl deiner Verhaltensmuster in der Regel tust. Das kann eine konträre Handlung sein, vielleicht etwas völlig Unsinniges, etwas Lächerliches, etwas Unterwartetes ...
Und ich frage mich: Wenn ich mich in irgendeiner Art und Weise in die Ecke gedrängt fühle, muss ich mich tatsächlich anders verhalten? Sicher könnte ich meine Bedürfnisse auch anders sichern, als ich es derzeit dann tue, aber in so einem Fall käme es mir nicht "richtig" vor. Da habe ich das Gefühl, als würde ich mich selbst nicht ernst genug nehmen.
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Mein Vorschlag war eigentlich keine ALternative, sondern an sich nur ein Rettungsring, um eine Situation nicht eskalieren zu lassen - ein Schnitt, ein Abbruch > Deseskalierung.Zitat von Jannes Beitrag anzeigenallerdings gibt es für manche Situationen vielleicht keine adäquaten Alternativen. Wenn ich mir in einer Situation unsicher bin oder mich unwohl fühle, kann ich sie entweder aushalten, die Situation verlassen oder wenn es mir zuviel wird und ich die Situation nicht verlassen kann, werde ich womöglich unangenehm (die letzten beiden Varianten zählen zu meinen Favoriten).
Das heisst, dass du aus der momentanen Situation "aussteigst", die Problematik jedoch nicht "verlässt", sondern sie auf einen Moment verschiebst, in dem du mit dem jeweiligen involvierten Gegenüber "in Ruhe und sachlich darüber reden kannst".
Das wäre denkbar, wird aber durch "die Aufregung, die Betroffenheit" oft in die Hose gehen... weil der Gegenüber vielleicht nicht von "seiner Aufregung frei gekommen ist".Nun ist es aber so, dass ich Unwohlsein und Unsicherheit nicht wegreden/-denken und -albern kann und will. Ich könnte es direkt ansprechen, das wäre eine Alternative. Und abwarten, was passiert.
Das "Nasenbohren" war keine Veralberung oder ein Wegblödeln, sondern ein Schnitt. Anstatt in der Nase zu bohren, könntest du genausogut nachdrücklich sagen, dass ihr unbedingt noch einen Weihnachtsbaum bräuchtet.
Es geht nicht um das, was du in dem Moment tust oder sagst, sondern um das Ergebnis.
(fett von mir)Das "nicht wegreden wollen" ist verständlich. In einem hitzigen Streit(Gespräch) würde ich das jedoch als "Begleiterscheinung" der gegebenen Aufregung (bspw. der Kampf ums Recht haben, um Gerechtigkeit, um Verständnis und Anteilnahme) und als vertrackten Widerstand gegen eine Deseskalierung bewerten. Fälschlicherweise wird ein solches Verhalten gerne als "Streitsucht" ausgelegt. In Wirklichkeit steht dahinter jedoch "nur" Wut und in der Regel eine starke HIlflosigkeit ... wie meistens in solchen und ähnlichen Fällen.
Es ist schwierig in solchen adrenalinschwangeren Situationen mit seinen vermeintlichen und seinen wahren Bedürfnissen klar zu kommen. Der Kopf "steht dann nicht immer dazu ... und die Emotionen auch nicht".Und ich frage mich: Wenn ich mich in irgendeiner Art und Weise in die Ecke gedrängt fühle, muss ich mich tatsächlich anders verhalten? Sicher könnte ich meine Bedürfnisse auch anders sichern, als ich es derzeit dann tue, aber in so einem Fall käme es mir nicht "richtig" vor. Da habe ich das Gefühl, als würde ich mich selbst nicht ernst genug nehmen.
Trotzdem gibt es in hitzigen Auseinandersetzungen zwischendurch immer auch luzide Momente (du bist ja kein Berserker
), in denen die Vernunft auf sich aufmerksam macht. Die sollte man nicht "wegwischen", sondern sie benutzen.
Die Vernunft fragt nach dem langfristig angelegten "eigentlichen" Ziel, nicht nach dem kurzfristigen (dem, im Streit zu siegen). Sie fragt, ob es nützlicher sei "aus der Ecke den Gegner anzuspringen und zu beissen", oder ob es angebrachter und nützlicher sei, "Stop" zu sagen und infolge bspw.: "Diese Auseinandersetzung führt uns nicht an unser beider angestrebtes Ziel. Sie ist unproduktiv und nicht konstruktiv. Stop. Lass uns in Ruhe ein ander Mal darüber weiter reden. Ich bin jetzt nicht dazu in der Lage."
Allein schon die "übersachliche" und "überkorrekte" Formulierung dieses Vorschlags hilft dabei, den Fokus auf "das Streiten" zu verwischen und dabei "das Feuer zu löschen", weil der Fokus sich vom Hitzigen auf das streng Vernünftig-Sachliche verlagert ... und die Auseinandersetzung oder der Streit "plötzlich" eine andere Qualität erhält.
Das sind nur kognitive Deseskalations-Strategien, Wege und Möglichkeiten um den "worst case" zu vermeiden, will sagen: zu vermeiden, dass starke emotionale Scherben entstehen .. die im Nachhinein nur sehr schwer wieder zu kitten sind.
Nachgeben und Deseskalieren sind zwei verschiedene Dinge. Beim Deseskalieren brauchst du dich nicht zu verbiegen. Beim Nachgeben schon.
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Ok - angekommen. Meine Deeskalationsstrategien sind ausbaufähig, weil ich tatsächlich bislang nicht deeskalieren wollte. Ich werde mich hoffentlich daran erinnern und mich kreativ in dieser Sache erproben.
Ich meinte allerdings nicht nur die Konfliktsituation selbst, die ich verändern will. Der Konflikt ist ja lediglich ein Symptom für ein darunter liegendes Problem. Es ist das Problem, welches ich lösen möchte und wofür ich nach Lösungen suche. Der Husten verschwindet nicht, wenn der Infekt nicht behandelt wird. Mir ist allerdings auch klar, dass sich einige Probleme nicht von heute auf morgen lösen lassen. Jetzt, wo sie aber frei liegen, muss ich sie mir ständig anschauen. Völlig klar, warum ich mir das nicht ansehen wollte, es ist viel praktischer das Problem zu "verschieben".
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Und wieder etwas Neues, was sich nun vermehrt zeigt: Angst. Angst meinen Partner zu verlieren. Diese Angst habe ich bei ihm noch nie so empfunden. Dabei ist es keine irrationale Angst, wie ich sie von früher kenne, die gepaart mit haarsträubenden Fantasien war, wie jemand ums Leben kommen könnte. Da war zunächst einfach die Erkenntnis, dass das, was wir haben, nicht selbstverständlich ist. Nicht nur, weil er es nicht hätte aushalten müssen, sondern weil so eine Beziehung auf so vielen Zufälligkeiten und Gelegenheiten beruht: man lernt sich irgendwie zufällig kennen, zufälligerweise passt es auch, zufälligerweise entwickelt sich alles ganz gut... Zufällig ist er derjenige, bei dem ich nun soweit und bereit bin, daran zu arbeiten und derjenige, bei dem ich erkannt habe, dass man überhaupt an einer Beziehung arbeiten kann und dass es nicht nur einfach passt oder nicht passt und man gleich einen Schlussstrich nach den ersten Problemen zieht. Zufällig ist er derjenige, bei dem ich Hoffnung habe.
Zufälle gibts, dass ich eigentlich nicht dran glaube und ich darin eigentlich sehe, dass er der Richtige ist und alles zur rechten Zeit am rechten Ort passiert.
Ich habe es derzeit geschafft, das dicke Gewand beiseite zu legen. Die Angst zeigt mir nochmal mehr, warum ich das überhaupt getragen habe/ trage. Es fühlt sich vielleicht nicht gut an, hinzuschauen und es auszuhalten, aber es erklärt mir wieder um einiges mehr, warum ich so bin. Ich versinke nun auch nicht in der Angst, ich habe die Möglichkeit, mich in alles zu kleiden, was ich möchte. Es muss nicht mehr das dicke Gewand sein, an dem alles abprallt und mit dem ich auch nicht soviel spüre, vielleicht suche ich mir für die Zukunft etwas anderes aus.
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Vielleicht lege ich mir aber auch etwas ganz Neues zu! Es gibt heutzutage hervorragende Funktionskleidung, die einen draußen nicht allzu sehr frieren lässt und mit der man dennoch den Wind und den Regen spüren kann, das wär doch was
Ich werde mal schauen, was da ist und was sich daraus machen lässt!
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Gast
Am besten wäre was Selbstgeschneidertes!
Darin bist du doch eine wahre Künstlerin.
Und es wäre ein Einzelstück, das niemanden sonst so schön umhüllt wie dich!
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Zitat von Jannes Beitrag anzeigenVielleicht lege ich mir aber auch etwas ganz Neues zu! Es gibt heutzutage hervorragende Funktionskleidung, die einen draußen nicht allzu sehr frieren lässt und mit der man dennoch den Wind und den Regen spüren kann, das wär doch was
Ich werde mal schauen, was da ist und was sich daraus machen lässt!
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Gast


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