Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Die Kunst des Fliegens

Einklappen
Dieses Thema ist geschlossen.
X
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Es hat doch keinen Sinn, eine Fassade aufrecht zu erhalten, die dich so belastet, dass du 2 Wochen dran rumknabberst hinterher und schon 6 Wochen vorher.
    Tu es einfach! Sprich dich mit deinem Mann ab und dann macht ihr es so.
    Ihr dürft durchaus eigene Vorstellungen vom Fest haben, auch wenn eure Eltern noch leben.
    Alleine dein Ausdruck" herhalten" sagt doch schon alles.
    Sei dir mehr wert!!!!

    Kommentar


      "Ich weiß, dass eine Auseinandersetzung in dieser Hinsicht nicht anzustreben ist, da völlig sinnlos. Aber ich fühle mich, als würde sie mir das alles immer und immer wieder antun, wenn sie davon so überzeugt berichtet."

      Lässt du, was sie erzählt, unkommentiert stehen? Das habe ich lange Zeit bei meiner Mutter gemacht, auch weil ich teilweise sprachlos war. Inzwischen fahre ich für mich besser, wenn ich kurz und knapp meine Sicht der Dinge darstelle. Ich bringe damit einen Teil meiner Wut ihr gegenbüber zum Ausdruck und dadurch wird sie ein wenig kleiner.

      Ich sehe viele Ähnlichkeiten. Erst als Fußabtreter herhalten und sich dann selbst einladen, weil sie nicht weiß wohin - das kenne ich. Ich fürchte, da hilft nur klare Ansage, was Weihnachten betrifft und ein genügend langer Rückzug. Du bist nicht für deine Mutter verantwortlich. Du bist für dich selbst verantwortlich.

      Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben.

      Liebe Grüße, mikie

      Kommentar


        Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
        Tu es einfach! Sprich dich mit deinem Mann ab und dann macht ihr es so.
        Ihr dürft durchaus eigene Vorstellungen vom Fest haben, auch wenn eure Eltern noch leben.
        Ich schaffe es, mir Freiraum zu nehmen, indem ich das Treffen auf einen anderen Tag lege, aber ich kann es nicht wegfallen lassen. Es ist möglich, ein Essen mit den anderen Eltern zu arrangieren, wenn die da sind, muss ich mich nicht um Gespräche oder meine Eltern kümmern. Das ist der größte Kompromiss, den ich mit mir eingehen kann.

        Zitat von mikie Beitrag anzeigen
        Lässt du, was sie erzählt, unkommentiert stehen? Das habe ich lange Zeit bei meiner Mutter gemacht, auch weil ich teilweise sprachlos war. Inzwischen fahre ich für mich besser, wenn ich kurz und knapp meine Sicht der Dinge darstelle. Ich bringe damit einen Teil meiner Wut ihr gegenbüber zum Ausdruck und dadurch wird sie ein wenig kleiner.

        Ich sehe viele Ähnlichkeiten. Erst als Fußabtreter herhalten und sich dann selbst einladen, weil sie nicht weiß wohin - das kenne ich. Ich fürchte, da hilft nur klare Ansage, was Weihnachten betrifft und ein genügend langer Rückzug. Du bist nicht für deine Mutter verantwortlich. Du bist für dich selbst verantwortlich.

        Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben.
        Nein, ich muss es nicht unkommentiert stehen lassen. Allerdings kann meine Mutter das auch nicht und wenn ich, selbst wenn nur kurz und knapp, meine Sicht der Dinge darlege, wird sie nachlegen und dabei unterstelle ich ihr keinen bösen Willen, nur Unvermögen.

        Sehe ich mich denn tatsächlich so wenig? Darf man denn so egoistisch/ egozentrisch sein?

        Kommentar


          Deiner Mutter gestehst du es jedenfalls zu, warum nicht dir?
          Ganz abgesehen davon, dass es nicht egoistisch oder egozentrisch ist, wenn du deine Sicht der Dinge äußerst.

          Kommentar


            Zitat von Jannes
            Nein, ich muss es nicht unkommentiert stehen lassen. Allerdings kann meine Mutter das auch nicht und wenn ich, selbst wenn nur kurz und knapp, meine Sicht der Dinge darlege, wird sie nachlegen und dabei unterstelle ich ihr keinen bösen Willen, nur Unvermögen.
            ... und du wirst so oder so nicht vermeiden können, dass sie nachlegt, ... immer wieder. Ob das an ihrem Unvermögen liegt oder an einem bösen Willen oder an Ignoranz, spielt keine Rolle: die Wirkung auf dich ist (oder sollte) dein Thema (sein).
            Wie Mikie schrieb, bis du er wichtigste Mensch in deinem Leben. und den Egoismus solltest du dir gönnen.
            Es geht nicht um deine Mutter, es geht um dich.

            LG

            Kommentar


              Wir haben uns dazu entschlossen den heiligen Abend allein verbringen. In den Tagen danach wird es ein Essen mit den Eltern(mit seinen und meinen) geben und das wars. Das ist erträglich und danach kommt auch erstmal kein "Pflicht"termin mehr. Das klingt jetzt nicht nach einer Radikallösung, allerdings habe ich Weihnachten noch nie ohne Familie gefeiert. Es ist also schon ein Schritt in die richtige Richtung, mehr geht jetzt nicht.

              Kommentar


                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                Wir haben uns dazu entschlossen den heiligen Abend allein verbringen. In den Tagen danach wird es ein Essen mit den Eltern(mit seinen und meinen) geben und das wars. Das ist erträglich und danach kommt auch erstmal kein "Pflicht"termin mehr. Das klingt jetzt nicht nach einer Radikallösung, allerdings habe ich Weihnachten noch nie ohne Familie gefeiert. Es ist also schon ein Schritt in die richtige Richtung, mehr geht jetzt nicht.
                Ich kann dich gut verstehen. Wie man es anstellt, es fühlt sich immer verkehrt an. Vielleicht mußt du es wirklich ganz langsam angehen lassen, deiner Mutter die Verantwortung für ihr Leben zurück geben und auch deinem Vater, schließlich hat er sie freiwillig in seinem Leben - diese Wahlmöglichkeit hattest du ja nicht.

                Manchmal denke ich mir, wäre es angebracht, in jemandes Haut schlüpfen zu können, um für denjenigen Dinge zu erledigen, die er nicht fertig bringt. Und das wäre dann möglich, weil ich als die andere Person keinerlei Beziehungsgeflecht zu berücksichtigen hätte. Ich könnte also in deiner Haut absolut kaltschnäuzig zu deiner Mutter sein, ohne dabei Schuldgefühle zu haben. Ich meine damit: Es ist immer alles leicht, wenn man anderen sagt, wie sie sich verhalten sollen und es ist schwer, wenn man selbst involviert ist.

                Kommentar


                  @ Jannes

                  Ich kann mir denken, dass diese Entscheidung(en) dir (wahrscheinlich) nicht leicht gefallen sind und du vielleicht sogar "über deinen Schatten" - sozusagen die Schatten deiner Vergangenheit - gesprungen bist.

                  Es erfordert Mut und Überwindungskraft um die Widerstände (Angst und Unsicherheitsgefühle) fürs erste mal zu ignorieren und dadurch die Chance zu bekommen, neue Erfahrungen zu machen. Erfahrungen über die du jetzt noch keine Grübeleien anzustellen brauchst, die du dir nicht im Voraus auszumalen brauchst, von denen du dir jetzt noch keine Vorstellungen zu machen brauchst.
                  Tu einfach so, als ob es schon gelungen wäre. Anschließend darfst du dir dann erlauben, deine Zukunft auszumalen, deine Träume wieder auszugraben und neu zu träumen ...

                  Dein Bewusstsein mag noch zweifeln und du magst vielleicht hibbelig werden, wenn der Tag näher kommt. Das ist eine normale Reaktion, denn dein/euer Vorhaben weist einen hohen Spannungsbogen auf, so dass auch dein Körper mit in das Abenteuer einbezogen wird. Ein bisschen ist es wie vor einer wichtigen Prüfung - Fracksausen - da du jedoch in diesem Fall sowohl Lehrerin als auch Schülerin bist, bist du bestens gewappnet.

                  Du hast alle deine Ressourcen und Potentiale zu deiner Verfügung und wirst sie ungehemmt und unbegrenzt nutzen. Nichts und niemand kann dich daran hindern. Nicht jetzt und nicht später. Auch das wird eine neue Erfahrung sein, dich selbst in einer völlig neuen Situation wachsen zu sehen, in gewisser Weise sogar über dich - so wie du in der Vergangenheit warst - hinaus wachsen zu sehen und zugleich in dich hinein zu wachsen.

                  Es ist ein erster Schritt über eine Schwelle ... in ein neues Land, sogar in ein neues Leben. Das klingt zwar ein bisschen bombastisch, ich bin jedoch geneigt, das so zu sehen.

                  Wie hast du geschrieben:
                  Es ist also schon ein Schritt in die richtige Richtung, mehr geht jetzt nicht.
                  Für den Anfang genügt der erste Schritt, ... mehr braucht es dazu nicht.

                  lG

                  Kommentar


                    @Chrysothemis: Wenn es so leicht ginge, würde ich dabei gerne mitmachen Wir tauschen die Mütter und haben unseren "Spaß".

                    Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                    @ Jannes

                    Ich kann mir denken, dass diese Entscheidung(en) dir (wahrscheinlich) nicht leicht gefallen sind und du vielleicht sogar "über deinen Schatten" - sozusagen die Schatten deiner Vergangenheit - gesprungen bist.

                    Es erfordert Mut und Überwindungskraft um die Widerstände (Angst und Unsicherheitsgefühle) fürs erste mal zu ignorieren und dadurch die Chance zu bekommen, neue Erfahrungen zu machen. Erfahrungen über die du jetzt noch keine Grübeleien anzustellen brauchst, die du dir nicht im Voraus auszumalen brauchst, von denen du dir jetzt noch keine Vorstellungen zu machen brauchst.
                    Tu einfach so, als ob es schon gelungen wäre. Anschließend darfst du dir dann erlauben, deine Zukunft auszumalen, deine Träume wieder auszugraben und neu zu träumen ...

                    Dein Bewusstsein mag noch zweifeln und du magst vielleicht hibbelig werden, wenn der Tag näher kommt. Das ist eine normale Reaktion, denn dein/euer Vorhaben weist einen hohen Spannungsbogen auf, so dass auch dein Körper mit in das Abenteuer einbezogen wird. Ein bisschen ist es wie vor einer wichtigen Prüfung - Fracksausen - da du jedoch in diesem Fall sowohl Lehrerin als auch Schülerin bist, bist du bestens gewappnet.
                    Die Entscheidung selbst ist mir nicht schwer gefallen, aber ich habe jetzt schon ein schlechtes Gewissen und alte Ängste klopfen an die Tür (sie werden enttäuscht sein, sich nicht gewollt fühlen, einsam sein, ich bin schuld, wenn es ihnen schlecht geht, wenn sie keinen schönen Abend haben...). Unabhängig davon schaffen es Milliarden anderer Menschen, oho, auch ihr Weihnachten ohne mich zu feiern (was nicht heißt, dass das nicht ein grandioses Erlebnis mit mir wäre....haha).
                    Abgesehen davon, welche Vorwürfe ich mir mache, ist da ja noch der Abend selbst. Es ist komisch, dass das erste mal zu zweit zu feiern und auch eine liebe Geste, dass er dazu bereit ist. Aber was daraus wird liegt wohl an uns.

                    Kommentar


                      Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                      @Chrysothemis: Wenn es so leicht ginge, würde ich dabei gerne mitmachen Wir tauschen die Mütter und haben unseren "Spaß".

                      Die Entscheidung selbst ist mir nicht schwer gefallen, aber ich habe jetzt schon ein schlechtes Gewissen und alte Ängste klopfen an die Tür (sie werden enttäuscht sein, sich nicht gewollt fühlen, einsam sein, ich bin schuld, wenn es ihnen schlecht geht, wenn sie keinen schönen Abend haben...). Unabhängig davon schaffen es Milliarden anderer Menschen, oho, auch ihr Weihnachten ohne mich zu feiern (was nicht heißt, dass das nicht ein grandioses Erlebnis mit mir wäre....haha).
                      Abgesehen davon, welche Vorwürfe ich mir mache, ist da ja noch der Abend selbst. Es ist komisch, dass das erste mal zu zweit zu feiern und auch eine liebe Geste, dass er dazu bereit ist. Aber was daraus wird liegt wohl an uns.
                      Oh ja, laß uns Mütter tauschen. Mal sehen, wer zuerst zurück tauschen will .

                      Jannes, ich finde nicht, daß du ein schlechtes Gewissen haben solltest. Du sagst ja nicht "verschwindet aus meinem Leben".

                      Und ob sie einen schönen Abend haben, wird auch von ihnen abhängen.

                      Kommentar


                        Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen

                        Jannes, ich finde nicht, daß du ein schlechtes Gewissen haben solltest. Du sagst ja nicht "verschwindet aus meinem Leben".
                        Ist es nicht fast dasselbe, wenn ich kein Bedürfnis danach habe, sie in meinem Leben zu haben...

                        Kommentar


                          Liebe Jannes,

                          ich lese gern und aufmerksam in Deinem Faden mit. Du und wie du deine Situation und Gefühle im Zusammenhang mit deiner Familie und insbesondere deiner Mutter beschreibst, das erinnert mich.... an mich in ähnlichen Stationen meines Lebens.

                          Sich für das emotionale Wohlergehen der eigenen Mutter verantwortlich fühlen, das ist nach meiner Erfahrung, meinem Erleben, nur schwer über Logik, sprich "den Kopf" zu lösen. Jahrelang habe ich geackert, die verschiedensten "Formen" ausprobiert, um diese lange Zeit scheinbar noch immer bestehende emotionale Nabelschnur zu lösen.

                          Einige "Therapeuten/Trainer/Coaches " habe ich verschlissen, die meinten, "jetzt" sei es durch... Ich meinte, dachte, hoffte das auch.... Dann gab es Begegnungen mit meiner Mutter, die irgendwie alles wieder auf Anfang schalteten. Sie, meine Mutter, wollte einfach nicht mit ihren Spielchen aufhören, was immer ich auch dafür/dagegen tat.

                          Ich lese gerade deine Gedanken bezüglich "verschwinde aus meinem Leben" und deinem mulmigen Gefühl diesbezüglich.... Und ich mag jetzt keine eigenen alten Erinnerungs-Lieder-Strophen dazu bringen. Du fürchtest, "sie werden enttäuscht sein, sich nicht gewollt fühlen, einsam sein"... Ja, gut möglich! Wenn sie das als Gewohnheit auf ihrer inneren Festplatte haben, kann es sein, dass sie das so aktivieren, wenn du sie nicht anderweitig "entertainst". Und das du da hinschielst und mit deiner gewohnheitsmäßigen "Oh, jetzt bin ich schuld/verantwortlich" Strophe konterst: Auch möglich! Aber mal nebenbei bemerkt: Doch auch stinkelangweilig, immer dieselben Dinger zu re-aktivieren, hm?

                          Was mir geholfen hat, Stück für Stück neue Lieder zu "erfinden", davon mag ich erzählen:
                          Es gab ein Familientreffen, als mein "Nefferich" so ca. 3, 4 Jahre alt war, da sah ich ganz nebenbei, wie meine Mutter ihn, ihren geliebten Enkel ganz spielerisch am Wickel hatte. Sie hockte sich vor ihn hin, verzog das Gesicht und tat (ohne äußeren Anlaß!) so, als ob sie weinte und sprach ihn dann in jammerndem Ton an: "Omi ist ganz traurig. Siehst du das? Du musst die Omi jetzt ganz fest drücken und sie liebhaben, damit sie wieder fröhlich ist!" - Ich traute Augen und Ohren nicht! Was für ein "Spiel!" - Mein Neffe schaute mich völlig perplex an und in seinem kleinen Köpfchen arbeitete es fieberhaft... Meine Nackenhaare standen mir zu Berge, und alles in mir war auf "Alarm" ... und ich hörte mich laut und bestimmt "NEIN" sagen und dazwischen gehen! Beide schauten mich an und ich sagte zu meinem Neffen: "Das musst du n i c h t !. Die Omi hat sich gerade ganz alleine traurig gemacht, und kann sich auch alleine wieder fröhlich machen. Wetten?" - Dann schauten wir beide meine Mutter an und siehe da, sie fühlte sich ertappt und lachte wie auf Knopfdruck wieder!

                          Mein Neffe war sichtlich erleichtert - ich auch....

                          Das Dingens hat mir sehr zu denken gegeben. So was spielte man/frau gern mit kleinen Kindern, am liebsten so oft, bis das kleine Menschlein "gelernt" hat, dass es für das Fröhlichsein der Mutter/Oma verantwortlich ist...

                          Es bekommt spielerisch die ganze Macht - und auch die ganze Wucht der Verantwortung. Und fühlt sich irgendwann ganz mulmig, wenn ungute Gefühle bei den anderen auftauchen. So und/oder anders werden Mechanismen gesetzt, die mit 3, 4 Jahren noch völlig ungefiltert und pur in die Kurzen "gedrückt" werden... Meistens kann "Mensch" sich gar nicht an diese Anfänge erinnern, aber das gesetzte Gefühl "ploppt" einfach munter jahre-, jahrzehntelang hoch, wenn die "Stimmung" entsprechend ist. Und solche Merkwürdigkeiten kriegt man über den logischen Verstand kaum später "neutralisiert".

                          Diese Begebenheit mit meinem Neffen fiel mir wieder ein, als Jahre später meine Mutter seufzend und traurig versuchte, bei mir entsprechende Knöpfe zu re-aktivieren.... Ich konnte zwar von meiner Reaktion her glasklar damit umgehen, aber das mulmige Gefühl/schlechte Gewissen ploppte hoch - "alles auf Anfang"...

                          Und ich bekam so etwas wie zumindest "gefühlten Kontakt" zu einem Anteil in mir, der sich fühlte, als hätte er mit meiner getroffenen Entscheidung etwas ganz "Böses" getan.... Und ging in Dialog: Was ist jetzt böse? - Na, die Mama, dass ich ihre Einladung nicht angenommen habe.... Ja, vielleicht... Und ich will nicht, dass sie mir böse ist... - Sie will das aber! - Ja, und dann bin ich böse! - Auf wen? Auf die Mama? - Nein, die Mama macht, dass ich die Böse bin!

                          Und dann habe ich die Erwachsene in mir gefragt, ob sie dem Kind, das sich da gerade in mir gemeldet hat, böse ist... "Nein"! - Okay. Und habe weiter gefragt, ob dieser Anteil jetzt böse auf die Mama sein muss. "Nein".
                          Und ihm, dem "mulmigen" Anteil in mir erklärt, dass es allein die Mama ist, die das jetzt "spielt", und die das spielen darf, wenn sie will...und dass es/ich das nicht mehr weiter mitspielen muss. - Damit war die Nummer in mir durch! Endlich! Ich konnte ihr ihre Spiele lassen - und konnte mich mit meinen Entscheidungen endlich für okay erklären.

                          Du, Jannes, beschreibst ja weiter oben auch, dass du ähnliche Beobachtungen im Verhalten deiner Mutter mit ihren Enkelkindern machst. Und dass dein Bruder und deine Schwägerin darauf achten, dass die Kurzen geschützt bleiben. Wundervolle Beobachtungen, finde ich.

                          Und du, Jannes, darfst, wenn du es dir "genehmigst" auch deine innere Erwachsene ins Boot holen, dich zu schützen, deine Zeit mit den Menschen verbringen, die dir wohlgesonnen sind.

                          Und ein "verschwinde aus meinem Leben" ist das nicht. Sie, deine Mutter, wird immer Teil deines Lebens sein, einfach, weil sie deine Mutter ist. Und du, Jannes, die sich in der Kunst des Fliegens übt, kannst immer neue Flügelschläge ausprobieren.... Ob es deiner Mutter gefällt oder nicht, sie wird auch immer deine Mutter bleiben... Ob du in Timbuktu "fliegst", oder Weihnachten bei dir zu Hause... wohlig egal....

                          Kommentar


                            Liebe Pitti,

                            schön, dass du dich in meinen Faden verirrst! Ehrlich gesagt war ich ziemlich geplättet, als ich deinen Beitrag gelesen habe und musste mir auch erst gut überlegen, wie ich darauf eingehen kann.
                            Deine Erinnerungen und Beschreibungen, welche Instanzen sich in bestimmten Situationen auch bei dir melden (bzw. gemeldet haben) sprechen mich sehr an. Deinen inneren Dialog zwischen deinem Kind und dem Erwachsenen ist etwas, was ich oft versuche, mir aber leider eher selten gelingt. Oft bin ich sofort so gefangen in der Situation, das Kind ist so präsent, dass ich gar nicht auf die Idee komme, alles kritisch zu hinterfragen. Dafür brauche ich immer noch eine sehr lange Anlaufzeit und muss Schwung holen. Viel zu oft bin ich davon überzeugt, dass die Anforderungen, die an mich herangetragen werden, gerechtfertigt sind. Ich komme kaum auf die Idee, dass es auch anders sein könnte.

                            Zitat von Pitti Beitrag anzeigen
                            Du fürchtest, "sie werden enttäuscht sein, sich nicht gewollt fühlen, einsam sein"... Ja, gut möglich! Wenn sie das als Gewohnheit auf ihrer inneren Festplatte haben, kann es sein, dass sie das so aktivieren, wenn du sie nicht anderweitig "entertainst". Und das du da hinschielst und mit deiner gewohnheitsmäßigen "Oh, jetzt bin ich schuld/verantwortlich" Strophe konterst: Auch möglich! Aber mal nebenbei bemerkt: Doch auch stinkelangweilig, immer dieselben Dinger zu re-aktivieren, hm?


                            .....


                            Ob es deiner Mutter gefällt oder nicht, sie wird auch immer deine Mutter bleiben... Ob du in Timbuktu "fliegst", oder Weihnachten bei dir zu Hause... wohlig egal....
                            Du sagst es damit selbst: wer sagt eigentlich, dass ich diejenige sein muss, die schaut, wo sie bleibt. Warum können andere das nicht auch leisten, sich einmal anpassen und schauen, was und wie sie aus einer Situation das Beste machen können. Die Betroffenen sind alle erwachsen und grundsätzlich in der Lage, für sich selbst zu sorgen.
                            Ich möchte es mal umdeuten: Schaue ich mehr auf mich selbst, kann das zwar augenscheinlich Konsequenzen haben, die die davon Betroffene zunächst als negativ empfinden. Ich biete ihnen somit aber auch eine Möglichkeit, sich selbst neu zu erfinden. Oder ist das schon wieder zu sehr auf das Wohl der anderen gemünzt.... Naja, jedenfalls kann das für alle auch etwas Positives bedeuten. Nennen wir es ein Upgrade nach einer Systembereinigung.

                            Danke für deinen Input. Ich lasse es weiter wirken.

                            Kommentar


                              Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                              Du sagst es damit selbst: wer sagt eigentlich, dass ich diejenige sein muss, die schaut, wo sie bleibt. Warum können andere das nicht auch leisten, sich einmal anpassen und schauen, was und wie sie aus einer Situation das Beste machen können. Die Betroffenen sind alle erwachsen und grundsätzlich in der Lage, für sich selbst zu sorgen.
                              Ich möchte es mal umdeuten: Schaue ich mehr auf mich selbst, kann das zwar augenscheinlich Konsequenzen haben, die die davon Betroffene zunächst als negativ empfinden. Ich biete ihnen somit aber auch eine Möglichkeit, sich selbst neu zu erfinden. Oder ist das schon wieder zu sehr auf das Wohl der anderen gemünzt.... Naja, jedenfalls kann das für alle auch etwas Positives bedeuten. Nennen wir es ein Upgrade nach einer Systembereinigung.

                              Danke für deinen Input. Ich lasse es weiter wirken.
                              Ich finde Pittis Beitrag auch immens interessant. Vor allem das Gespräch zwischen Kind und Erwachsenem.

                              Gib die Verantwortung an deine Eltern zurück. Sie sind schließlich schon lange erwachsen und sollten dazu in der Lage sein, für ihr eigenes Wohlergehen zu sorgen. Und damit bekommst du Zeit und Raum, um dich um dein Wohlergehen zu sorgen.

                              Kommentar


                                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                                Ist es nicht fast dasselbe, wenn ich kein Bedürfnis danach habe, sie in meinem Leben zu haben...
                                Wenn ich deinen Begriff nehme (Bedürfnis) und tausche ihn mit (Lust) aus ??

                                Würde es dich weniger stören, wenn du sagst, dass du keine Lust darauf hast, deine Mutter - jedenfalls nicht in dieser Zeit - in deinem Leben zu haben?

                                Das wäre nicht nur eine sehr verständliche und menschliche (Un)Lust, sondern auch das, was du zur Zeit willst und wahrscheinlich auch brauchst.

                                Wenn du keine Lust auf Schokolade hast, ist das doch auch kein Verbrechen, sondern deine persönliche Entscheidung?
                                Wenn du nun sagst, das sei nicht das Gleiche, dann bleibe ich stur und sage doch. Das einzige was den Unterschied machen könnte, ist deine "moralische Verhaftung" an deine Mutter, eine Verhaftung, die von ihr auf Schuld aufgebaut wurde und das zu einem großen Teil wahrscheinlich sogar bewusst. (Siehe dazu Chrisothemis letzten Post)

                                Da du dir inzwischen klar geworden bist, dass diese moralische Verhaftung auf eine sehr fragwürdige Moral-Erziehungs-Praxis seitens u.a. deiner Mutter zurückzuführen ist, dürfte es dir leichter fallen, sie abzulegen.



                                Die Schwierigkeiten, die dir das bereitet, sowohl emotional als auch körperlich, sind vergleichbar einem Entzug. Wenn du das (von dir selbst nicht verschuldete) "Gift" in dir loswerden willst, wirst du nicht um eine Entgiftung herumkommen ... bildhaft gesprochen. Mit Aussitzen geht das nicht.

                                Es ist immer wieder frustrierend, feststellen zu müssen, dass - wie es nicht nur scheint - die Verursacher mit ihrem Tun mehr oder weniger gut leben, während die, die betroffen wurden/sind, den Kelch leeren dürfen, der eigentlich den Verursachern zustünde.

                                Wie sagte der Autor des Buches "Irre".
                                "Wir therapieren die falschen".
                                Ironie des Lebens ?

                                Tu DU was für dich, sonst tuts keiner.

                                zu Pittis sehr hilfreichem Post.
                                Zitat von Jannes

                                Schaue ich mehr auf mich selbst, kann das zwar augenscheinlich Konsequenzen haben, die die davon Betroffene zunächst als negativ empfinden. Ich biete ihnen somit aber auch eine Möglichkeit, sich selbst neu zu erfinden. Oder ist das schon wieder zu sehr auf das Wohl der anderen gemünzt.... Naja, jedenfalls kann das für alle auch etwas Positives bedeuten. Nennen wir es ein Upgrade nach einer Systembereinigung.
                                Dein letzter Vergleich macht mein Schokoladenbeispiel direkt salonfähig.
                                Zuletzt geändert von Shepherd; 21.11.2013, 18:37.

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X