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Die Kunst des Fliegens
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Gast -
Mir fällt momentan wirklich nichts sinnvolles mehr ein. Eine Kollegin ist gestern von uns gegangen.
An Arbeit war heute nicht zu denken. Ich frage mich, was das alles soll. Ich empfinde das Leben als unfair!!! Völlig sinnlos, wenn jemand geht, der sowieso schon genug zu tragen hatte und sich dringend den Jahreswechsel wünscht, in der Hoffnung, dass das neue Jahr besser wird. Diese Chance hat sie nicht mehr bekommen, wieso?!
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Gast -
Ich habe beschlossen, mich wieder einzukriegen, wie genau das funktionieren soll weiß ich noch nicht. Ich kämpfe immer noch jeden Tag sehr mit mir und kriege viel weniger auf die Reihe als zuvor. Es fängt früh beim Aufstehen an und endet abends mit Panikattacken. Das Spiel kenne ich schon, es erschreckt mich nur, dass man kaum zu einem realistischen Gedanken in der Lage ist, wenn man plötzlich wieder drin steckt.
Das ärgert mich. Ich bin hin und hergerissen, was meine derzeitige Lage angeht. Einerseits ärgere ich mich, dass ich einer Person bzw. einem Umstand in meinem Leben soviel Macht gebe, dass meinen Gemütszustand so rapide abstürzen lässt. Es ärgert mich auch, dass es mich so übermannt und ich es zudem auch zulasse. Es ärgert mich, dass diese Sache in seinen Ausläufern nicht nur meine Lebensqualität minimiert, sondern vor allem auch meine Beziehung so erschüttert. Mich ärgert außerdem, dass ich mich so verantwortlich fühle. Dieser ganze Ärger ist da und ich sehe momentan noch wenige Möglichkeiten etwas an der Situation zu verändern, was mich in letzter Zeit das Leben so nicht mehr lebenswert empfinden lässt.
Mich rettet derzeit der Gedanke, dass diese Gedanken und Stimmungen nicht rational sind, sondern durch die depressive Verstimmung entstehen. Schwer zu ertragen ist es trotzdem. Und schwer zu glauben immer noch, dass es auch anders geht.
Gestern am Tag hatte ich ein paar Momente, wo ich dachte, dass ich es schaffen kann. Dass es nur ein paar Stellschrauben sind, an denen ich drehen müsste. Doch ich empfinde mich schnell wieder als Last und Zumutung.
Trotzdem möchte ich, bzw. zwinge ich mich, die Gedanken von gestern kurz hier zu sammeln, damit sie nicht wieder im Dunkeln verschwinden.
Was würde passieren, wenn ich tatsächlich einen Weg finden würde, mein Verantwortungsgefühl nüchtern abzugeben? Im Grunde habe ich alles, was man zum Leben braucht und noch viel mehr. Einiges von dem ist für andere das Wünschenswerteste überhaupt. Objektiv gesehen, gibt es keinen Grund mein Leben nicht als lebenswert oder überflüssig zu betrachten, im Gegenteil.
Ich hatte gestern ein Gespräch mit meiner Mutter, in der ich ihr, nur kurz, schilderte, warum ich unter anderem auch ein schlechtes Gewissen habe. Ich weiß, das habe ich schon ein paar Mal geschrieben, aber es sitzt nun mal tief. Es geht mir schlecht und ich fühle mich nicht wohl dabei, dass ich ein so schönes Leben führen kann im Gegensatz zu meinen Eltern, denen andere Dinge „vergönnt“ waren. Meine Mutter versuchte mir diese Gedanken auszureden und meinte, dass sie froh und sehr glücklich sind, dass sie mir mit ihrem Zutun ein solches Leben ermöglichen konnten. Das wäre ihr Ziel gewesen.
Was bleibt ist nach wie vor das Gefühl, dem allen nicht gewachsen zu sein, es nicht wert zu sein, es nicht verdient zu haben. Und die Aussicht, wenn es wieder besser gehen sollte? Selbst bei Verstand kann ich mein Leben, meine Beziehung nicht genießen, weil ich mich selbst nicht ertrage und ich mich selbst nicht als wert empfinde. Offenbar muss man sich selbst wertschätzen, seinen Wert erkennen, um Wert im Miteinander und im Dasein zu finden. Solange mir das nicht gelingt, wird es weiter eine eher unbefriedigende Qual und Daseinsfristung sein.
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Chrysothemis
Liebe Jannes,Zitat von Jannes Beitrag anzeigenIch hatte gestern ein Gespräch mit meiner Mutter, in der ich ihr, nur kurz, schilderte, warum ich unter anderem auch ein schlechtes Gewissen habe. Ich weiß, das habe ich schon ein paar Mal geschrieben, aber es sitzt nun mal tief. Es geht mir schlecht und ich fühle mich nicht wohl dabei, dass ich ein so schönes Leben führen kann im Gegensatz zu meinen Eltern, denen andere Dinge „vergönnt“ waren. Meine Mutter versuchte mir diese Gedanken auszureden und meinte, dass sie froh und sehr glücklich sind, dass sie mir mit ihrem Zutun ein solches Leben ermöglichen konnten. Das wäre ihr Ziel gewesen.
dazu muß ich etwas schreiben. Deine Eltern denken da, wie ich und du annähernd wie meine Tochter. Sie sagt mir manchmal "wegen mir mußt du so viel mitmachen". Und ich sage ihr: "Du bist für mich das wichtigste auf der Welt und ich bin sehr froh, daß ich dich habe. Ohne dich wäre ich nicht glücklich."
Und das denke ich wirklich und ich finde, sie ist ganz toll und hat alles Glück verdient.
Deine Eltern werden es genauso sehen und dir alles Glück gönnen. Es wäre ziemlich traurig, wenn du das nicht annehmen könntest. Sieh es doch als ein Geschenk und freu dich drüber.
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Das gelingt mir nicht, weil ich ihnen im Grunde genau dasselbe wünsche. Dass sie mir Glück gönnen ist lieb, aber ich gönne es ihnen ebenso und bin unglücklich, wenn sie es nicht erhalten.Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigenDeine Eltern werden es genauso sehen und dir alles Glück gönnen. Es wäre ziemlich traurig, wenn du das nicht annehmen könntest. Sieh es doch als ein Geschenk und freu dich drüber.
Ich frage mich, woher das alles kommt. Gerade stieg ein Fetzen auf, woher das kommt, weiß ich nicht, aber es war mir völlig entfallen.
Schon als Kind hatte ich den Gedanken: Was wäre, wenn meine Eltern nicht mich bekommen hätten, sondern ein anderes Kind? Sie würden mich nicht vermissen. Mit meinem kindlichen Verstand kam ich zu dem Schluss, dass es egal ist, ob ich da bin oder jemand anderes. Ich bin völlig überflüssig. Ich habe mir ausgemalt, wie glücklich meine Eltern ohne mich gewesen wären. Warum ich das schon als Kind getan habe weiß ich nicht. Ich habe mich als Zuschauer dieser Szene gesehen, wie ich traurig beobachte, wie alle glücklich sind, ohne mich. Ich habe mich schon immer in dieser Rolle gesehen und weiß einfach nicht, warum. Sicher auch eine Form der Selbstabwertung, des Wegdividierens.
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Liebe Jannes,
ich habe den Faden nicht ganz gelesen. Aber was ich gelesen habe, lässt für mich darauf schließen, dass du dir dein schönes Leben vor allem selbst erarbeitet hast, und es damit mehr als verdienst!
Bei deiner schwierigen Kindheit hätte deine Entwicklung in eine ganz andere Richtung gehen können, aber du hast etwas aus dir gemacht! Natürlich haben deine Eltern dich großgezogen, genährt und alles getan, damit du aufwächst. Aber deine Mutter hat es auch an vielem fehlen lassen, gelinde ausgedrückt.
Mir kommt dieser Gedanke, weil auch ich aus eher bescheidenen Verhältnissen bezüglich Mutterliebe komme. Ich habe meine Ausbildung ohne das Gutheißen meiner Eltern gemacht und hatte oft das Gefühl, dass meine Mutter mir den Erfolg nicht gönnt. Weil sie sich selbst nicht getraut hat. Für mich gab es damals nur einen Weg - nichts mehr sehen und hören vom Elternhaus.
Inzwischen ist der Kontakt wieder da, und seit ich Familie habe und noch etwas mehr Zeit drauf, habe ich das Gefühl, dass meine Mutter mir doch mein jetziges Leben gönnt.
Eigentlich wollte ich zwei Dinge sagen:
Du hast dein jetziges Leben ganz bestimmt verdient.
Vielleicht würde dir etwas mehr Abstand zu deiner Mutter gut tun.
Vielleicht liege ich auch in meinen Äußerungen total daneben, dann ignoriere sie.
Aber du bist eine starke Frau, hast viel erreicht und hast das verdient. Davon bin ich überzeugt!
Liebe Grüße, mikie
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Och Jannes, warum ist alles so schwierig im Leben ?
An Deinem Selbstwert/Wertschätzung kannst nur Du selbst arbeiten. Du hast das OK Deiner Mutter zu einem glücklichen, selbstbestimmten Leben. Obwohl es Deinen Eltern offenbar nicht so gut geht, wie objektiv gesehen Dir.
Deine Mutter hat Dich losgeschickt...... werde glücklich Kind..... wir kommen auch ohne Dich zurecht. Und Du kannst ihr glauben. Es geht ihr gut, wenn sie weiß, dass Du zufrieden mit Deinem Leben bist. Jede liebende Mutter empfindet das so. Hat sie Dir mal erzählt, wie sie sich während der Schwangerschaft auf Dich gefreut hat?
Und letztlich ist jeder Mensch selbst für sein Leben verantwortlich. Deine Eltern haben es bis hierher geschafft zu leben und sie werden es weiter können auch ohne Dich. Sie freuen sich und sind stolz darüber, was Du alles geschafft hast, sie sehen es ja auch mit als ihr Verdienst an (wie Du schriebst)
Deine Mutter weiß wahrscheinlich selbst, dass sie Dir mit ihrem Verhalten eine Bürde mitgegeben hat. Nun darfst Du sie (Deine Eltern) loslassen und Dich ganz Dir selbst zuwenden. Ohne schlechtes Gewissen.
Dich selbst wertzuschätzen kannst Du lernen.
Überleg doch mal, welche Wertschätzung Du von außen schon bekommst. Die Kinder in der Schule werden Dir sicherlich viel positives feedback geben. Du bist eine wichtige Person in ihrem Leben.
Wenn Du noch mal überlegst, für wen Du alles eine wichtige, verläßliche Person bist, dann fallen Dir sicherlich noch andere Menschen ein. Versuche, Dir ihre Sichtweise auf Dich vor Augen zu halten. Und fange an zu glauben, dass die anderen recht haben, Du bist liebenswert und wertvoll.
(Ich bin selbst Mutter zweier erwachsener Kinder)
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Liebe mikie,
das habe ich schon hinter mir. Nachdem ich jahrelang nicht ohne meine Mutter konnte (es war wie eine Droge-der Kontakt musste sein, tat mir aber nicht gut und hat mich gequält), baute ich den Kontakt immer mehr zurück. Seit ich mit meinem Partner zusammen lebe, ist es noch weniger geworden. Wenn ich sie (höchstens!!!) einmal im Monat sehe oder höre, dann ist das ok, mehr kann ich aber nicht ertragen. Einmal im Monat kann ich halbwegs freundlich sein. Seither ist unser Kontakt auch wieder besser, auch, seit sie nun Großeltern sind. Das sind völlig neue Umstände, unter denen ich meine Eltern kennen lerne und vor allem liegt die Aufmerksamkeit dann nicht nur aufeinander.Zitat von mikie Beitrag anzeigenFür mich gab es damals nur einen Weg - nichts mehr sehen und hören vom Elternhaus.
Inzwischen ist der Kontakt wieder da, und seit ich Familie habe und noch etwas mehr Zeit drauf, habe ich das Gefühl, dass meine Mutter mir doch mein jetziges Leben gönnt.
Eigentlich wollte ich zwei Dinge sagen:
Du hast dein jetziges Leben ganz bestimmt verdient.
Vielleicht würde dir etwas mehr Abstand zu deiner Mutter gut tun.
Danke, dass ich viel erreicht habe - ja, vielleicht. Mit dem verdienen hab ich allerdings Probleme.Zitat von mikie Beitrag anzeigenAber du bist eine starke Frau, hast viel erreicht und hast das verdient. Davon bin ich überzeugt!
Liebe Grüße, mikie
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Chrysothemis
Es ist aber doch so, daß deine Eltern ganz allein entscheiden, ob sie glücklich sein wollen. Du kannst es ihnen gönnen oder nicht, sie selbst bestimmen ihre Sicht auf das Leben. Das ist auch einfach eine Einstellungssache.Zitat von Jannes Beitrag anzeigenDas gelingt mir nicht, weil ich ihnen im Grunde genau dasselbe wünsche. Dass sie mir Glück gönnen ist lieb, aber ich gönne es ihnen ebenso und bin unglücklich, wenn sie es nicht erhalten.
Ich frage mich, woher das alles kommt. Gerade stieg ein Fetzen auf, woher das kommt, weiß ich nicht, aber es war mir völlig entfallen.
Schon als Kind hatte ich den Gedanken: Was wäre, wenn meine Eltern nicht mich bekommen hätten, sondern ein anderes Kind? Sie würden mich nicht vermissen. Mit meinem kindlichen Verstand kam ich zu dem Schluss, dass es egal ist, ob ich da bin oder jemand anderes. Ich bin völlig überflüssig. Ich habe mir ausgemalt, wie glücklich meine Eltern ohne mich gewesen wären. Warum ich das schon als Kind getan habe weiß ich nicht. Ich habe mich als Zuschauer dieser Szene gesehen, wie ich traurig beobachte, wie alle glücklich sind, ohne mich. Ich habe mich schon immer in dieser Rolle gesehen und weiß einfach nicht, warum. Sicher auch eine Form der Selbstabwertung, des Wegdividierens.
Deine Gedanken als Kind kenne ich so ähnlich. Ich habe oft "gesehen", wie meine Familie glücklich ist und auf meinem Grab tanzt. So hat sich die Familiensituation für mich dargestellt - alle wären froh, wenn es mich nicht mehr gäbe.
Nun, ich bin, wie du vielleicht auch, trotzig und habe weitergelebt
. Ich habe niemanden gebeten, geboren zu werden, es gibt genügend Methoden der Verhütung und daher liegt die Verantwortung für meine Geburt bei jenen, die unbedingt ungeschützten Sex haben mußten - ich glaube, deutlicher habe ich es noch nie gesagt. Ich habe es als Teenager auch voller Zorn meiner Mutter gesagt und es war und ist meine Meinung.
Aber, was wir, trotz der vielen seelischen Schläge erreicht haben, ist unser Verdienst. Nachdem ich gerade gelesen habe, was du in meinem Faden geschrieben hast, ist es wirklich großzügig von dir, mit deiner Mutter überhaupt noch Umgang zu haben. Wie kann eine Mutter mit Selbstmord drohen? Da sind doch ziemlich viele Sicherungen durchgebrannt (sorry, aber einem Kind gegenüber so grausam zu sein, macht mich wütend). Du hast trotz aller Widrigkeiten deinen Weg gefunden und darauf kannst du sehr stolz sein. Hier und da gibt es noch etwas, das du ändern willst, aber das Gesamtwerk ist absolut okay.
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Sicher ist es das. Oft genug höre ich aber eben auch das Gegenteil und ich denke meine Mutter spielt auch oft damit, dass ich emotional so an sie gebunden bin. Immerhin habe ich jahrelang unter einem Dach mit ihnen gewohnt und das teilweise unter sehr miserablen Bedingungen. Ich weiß, wie es ist, nichts zu Essen zu haben und wenn meine Mutter nun heute über eine Situation klagt, schrillen bei mir alle Alarmglocken. Ich springe dann ein und helfe, allerdings bin ich mir manchmal nicht so sicher, ob ihre Äußerungen auch den Tatsachen entsprechen, sie ist gerne oben drüber.Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigenEs ist aber doch so, daß deine Eltern ganz allein entscheiden, ob sie glücklich sein wollen. Du kannst es ihnen gönnen oder nicht, sie selbst bestimmen ihre Sicht auf das Leben. Das ist auch einfach eine Einstellungssache.
Mir geht es heute noch manches Mal so, dass der Hass wieder hoch kommt. Schon damals habe ich sie irgendwann nicht mehr ernst genommen, wenn es wieder so weit war. Ich habe ihr gesagt, sie solle es doch tun, irgendwann wäre es eine Erlösung gewesen, manchmal wäre das auch heute noch. Das zerreißt mich, einerseits der Wunsch, dass es ihnen gut geht und andererseits dieser Hass.Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigenNachdem ich gerade gelesen habe, was du in meinem Faden geschrieben hast, ist es wirklich großzügig von dir, mit deiner Mutter überhaupt noch Umgang zu haben. Wie kann eine Mutter mit Selbstmord drohen? Da sind doch ziemlich viele Sicherungen durchgebrannt (sorry, aber einem Kind gegenüber so grausam zu sein, macht mich wütend). Du hast trotz aller Widrigkeiten deinen Weg gefunden und darauf kannst du sehr stolz sein. Hier und da gibt es noch etwas, das du ändern willst, aber das Gesamtwerk ist absolut okay.
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Chrysothemis
Kommt daher das schlechte Gewissen?Zitat von Jannes Beitrag anzeigenMir geht es heute noch manches Mal so, dass der Hass wieder hoch kommt. Schon damals habe ich sie irgendwann nicht mehr ernst genommen, wenn es wieder so weit war. Ich habe ihr gesagt, sie solle es doch tun, irgendwann wäre es eine Erlösung gewesen, manchmal wäre das auch heute noch. Das zerreißt mich, einerseits der Wunsch, dass es ihnen gut geht und andererseits dieser Hass.
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Liebe Tamina,
Das versuche ich und ich glaube die Arbeit mit Menschen ist eine der wertvollsten und erfüllendsten, die es geben kann. Wenn ich hier keine Wertschätzung erfahre, dann weiß ich nicht. Dies ist vermutlich auch ein Grund, warum Menschen insgeheim mit Menschen arbeiten. Menschen arbeiten mit Menschen, um sich selbst gebraucht zu fühlen und einen Wert im Leben anderer zu erfüllen. Mir fällt gerade auf, dass doch "Wert haben" nur am Anderen geschehen kann. Wie kann ich mit mir selbst etwas wert sein? Vielleicht liegt hier ein Fehler. Mir aber selbst Wert zuzuschreiben klingt immer wie eine Lüge. Das Problem daran ist nur, dass, wenn ich meinen Wert am Miteinander mit anderen festmache, ich selbst gar nichts wert bin.Zitat von Tamina Beitrag anzeigen
Dich selbst wertzuschätzen kannst Du lernen.
Überleg doch mal, welche Wertschätzung Du von außen schon bekommst. Die Kinder in der Schule werden Dir sicherlich viel positives feedback geben. Du bist eine wichtige Person in ihrem Leben.
Wenn Du noch mal überlegst, für wen Du alles eine wichtige, verläßliche Person bist, dann fallen Dir sicherlich noch andere Menschen ein. Versuche, Dir ihre Sichtweise auf Dich vor Augen zu halten. Und fange an zu glauben, dass die anderen recht haben, Du bist liebenswert und wertvoll.
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Vielleicht ist es ein Teil davon. Ein Großteil rührt sicher auch daher, als Kind eben eingeredet (bzw. vermittelt) bekommen zu haben, dass ich das Leben meiner Mutter teilweise unerträglich gemacht habe. Was soll man denn denken, wenn man offenbar dazu fähig ist, die Mutter soweit zu bringen das Messer zu nehmen.Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigenKommt daher das schlechte Gewissen?
Nichts wert zu sein... dazu fällt mir noch etwas ein... der Gedanke des Kindes, so wenig wert zu sein, dass die Mutter bereit ist aus dem Leben zu scheiden. Ich erinnere mich deutlich an die Angst, sie zu verlieren und die Erkenntnis, dass sie mich im Stich gelassen hätte.
Ich danke euch, zwar war ich schon oft an dieser Stelle, aber das scheine ich immer wieder ganz gut zu verdrängen.
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Chrysothemis
Dann verdränge nicht mehr, das scheint sehr wichtig, wenn es immer wieder kommt.Zitat von Jannes Beitrag anzeigenVielleicht ist es ein Teil davon. Ein Großteil rührt sicher auch daher, als Kind eben eingeredet (bzw. vermittelt) bekommen zu haben, dass ich das Leben meiner Mutter teilweise unerträglich gemacht habe. Was soll man denn denken, wenn man offenbar dazu fähig ist, die Mutter soweit zu bringen das Messer zu nehmen.
Nichts wert zu sein... dazu fällt mir noch etwas ein... der Gedanke des Kindes, so wenig wert zu sein, dass die Mutter bereit ist aus dem Leben zu scheiden. Ich erinnere mich deutlich an die Angst, sie zu verlieren und die Erkenntnis, dass sie mich im Stich gelassen hätte.
Ich danke euch, zwar war ich schon oft an dieser Stelle, aber das scheine ich immer wieder ganz gut zu verdrängen.
Sehen wir es doch mal so: Unsere fürsorglichen, uns über alles liebenden, das Bundesverdienstkreuz verdienenden Mütter
ok, jetzt ohne Ironie - haben uns geimpft. Wir haben etwas injiziert bekommen, was uns innerlich langsam aushöhlt, unentwegt an unserem Hirn knabbert. Es wird Zeit, uns selbst eine Gegenimpfung zu verpassen.
Du warst nur ein Kind und zwar ein ganz normales, wie jedes andere süße kleine Kind. Du hast deine Mutter nicht zu irgendwas gebracht, das hat sie ganz allein. Und denk bitte daran - du hast deine Mutter nicht geschwängert.
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