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Das Leben zu Ende leben

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    Probieren wir es halt gemeinsam, liebe Kämpfer!
    Lass uns ab und zu mal zum Stolperstein werden, damit der andere Mensch mal stehenbleibt, sich umblickt und sagt: "Hoppala! Da muss ich aber beim nächsten Mal besser aufpassen, damit ich den Stein nicht übersehe!"

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      Ich dachte zuerst die Ärztin glaubt dir nicht, wo sie dich doch so gut kennt.
      Es geht um die anderen lieben Mitmenschen - das kenn ich auch - grrrrrrr.

      Werde mal gleich mit euch mitüben.

      Gestern hatte ich ein Erstgespräch, mit einer Therapeutin, die mir mein Arzt ans Herz gelegt hat - hat sich ganz gut angelassen. Spannend war, dass ich sehr offen für ein Erstgespräch sein konnte (mehr als sonst). Irgendwann sah ich dann Tränen in ihren Augen und sie meinte, sie haben schon ein sehr besonderes Leben geführt - jetzt dürfen und müssen sie definitiv auf sich schauen - das werden viele nicht verstehen.

      Also irgendwie kommen viele zu diesem Punkt - Neuausrichtung gefragt, oder??
      Gut, wenn wir uns da manchmal gegenseitig aufbauen!!

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        Nein, meine Ärztin kennt mich wirklich sehr gut und die glaubt mir nicht nur, die sieht es und weiß es.
        Die macht mir auch immer wieder Mut. Gott sei Dank!

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          Zitat von Mensch Beitrag anzeigen
          Der kleine Stein muss sich mal sichtbar machen! Er muss auf sich aufmerksam machen. Denn dann kommt die Flut, und das Meer des Lebens spült ihn auf den Strand, wo er sicher ist.Da macht es ihm auch nichts aus, wenn mal Wellen über ihn schwappen, das hat er ja schon immer überlebt!
          Dann ist es vielleicht die große Welle, die ihn endlich mal hochhebt und weit genug auf den Strand spült, dass er nicht mehr von jeder kleineren Welle gepackt und umhergeschubst wird.

          Dann müsstet ihr nur aufpassen, dass eure Steine nicht aus reiner Gewohnheit wieder ans Wasser zurückkullern. ;)

          Mygga

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            Der nächtliche Anrufer hat sich vorhin des langen und breiten entschuldigt; wir sind wieder klar miteinander.

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              Liebe Mensch,

              mir kommt leider vieles von dem Du schreibst aus eigener Erfahrung bekannt vor.

              Warum meinst Du, daß Du es alleine schaffen mußt, Deinen Angehörigen die Wahrheit über die Belastungen zu erzählen, denen sie Dich aussetzen?

              Warum ist dieses "es alleine schaffen müssen" wichtiger als das konkrete Ergebnis der Situation? Ich frage deshalb, weil ich mein eigenes Verhalten wiederzuerkennen meine - und das speist sich vermutlich aus Kindheitserfahrungen in Familie und Schule und dme späteren Berufsleben. Dem Funktionierenmüssen, sich auf niemanden verlassen können, weil alle so mit ihren eigenen Problemen beschäftigt waren, daß sie weder Aufmerksamkeit, Zeit noch Kraft darin investieren konnten meine Situation zu sehen und mir zu helfen.
              Später hat sich dann daraus vielleicht auch die Gewohnheit zum Alleingang und die Angst, sich auf andere nicht verlassen zu können, entwickelt.
              Das Harmoniebedürfnis kam vielleicht auch daher, daß die Welt um mich herum immer am Rande des Zusammenbruchs oder Alptraums zu sein schien. Jede Störung hätte sie vielleicht zum Einstürzen bringen können.
              Bitte verzeih mir, falls ich meine Situation auf Deine projiziert haben sollte.

              Ist vielleicht Dein Bedürfnis nach Autnonomie größer als einige andere Bedürfnisse? Ich kenne mich in der GfK nicht aus. Wäre das überhaupt ein echtes Bedürfnis?

              Liebe Grüße,

              Freundin der Weisheit

              Ich habe den Beitrag von Freundin der Weisheit mal aus Manes Faden hierher kopiert, um dort nicht den TR zu sprengen.


              Vielleicht hast du Recht, Freundin der Weisheit; ich fühle nur, dass es für mich sehr wichtig ist, gerade diesen Punkt alleine zu bewältigen, weil es sich dabei um das Verhaltensmuster handelt, das am tiefsten bei mir eingeprägt ist.
              Es handelt sich um mein Verhaltensmuster, das nur ich ändern kann. Ändert es jemand anderes, hat sich ja bei mir nichts getan. Das Problem wird immer wieder auftauchen.
              Es geht mir also um beides: um die Problemlösung kombiniert mit der Tatsache, dass ich die Lage in den Griff bekomme, und zwar nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich.
              Anders kann ich meinen Frieden nicht finden.
              Auch die Tatsache, dass das Leben oder wer auch immer mir diesen dicken Brocken jetzt zum 3.Mal hindonnert, zeigt mir, wie wesentlich es ist, dass mich endlich frei mache.
              Überlasse ich diese Aufgabe jemand anderem, bin ich innerlich immer noch in Fesseln.

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                Liebe Mensch,

                Deine Antwort begreife ich so, dass Du dieses Problem selbst loesen willst, damit es Dir in Zukunft nicht wieder so ergeht.

                Das ist sicher der beste Weg. Kein Ausweichen oder ganz auf andere abschieben, sondern eigenes Begreifen und Anpacken.

                Mir ging es darum, dass ein uebertriebenes "alles alleine schaffen muessen" unglaublich anstrengend ist und ein sehr einsamer Zustand sein kann. Gerade wenn man am Ende seiner Kraefte ist, kann man manches nicht mehr alleine stemmen.
                Insofern meinte ich nicht, dass andere Deine Probleme fuer Dich loesen sollen, sondern Dich bei Deiner Probemloesung unterstuetzen, wenn die Kraefte dafuer nicht zu reichen scheinen.
                Solche anstrengenden Situationen koennen einen regelrechten Tunnelblick produzieren. Den befuerchtete ich bei Dir im bezug auf das "es alleine schaffen muessen", weil ich das selbst schon bei mir erlebt habe. Nun verstehe ich, wie Du es meinst.

                Ich wuensche Dir alles Gute und dass Du es schaffst, Dich von diesem alten Muster zu loesen, das Dich in eine gefaehrliche Selbstaufgabe manoevrieren koennte. mein Eindruck ist, dass Du das sehr genau weisst. Dir scheinen nur manchmal die Mittel zu fehlen, das in die Tat umzusetzen, weil dann wieder die Sorge um andere wichtiger ist und das schlechte Gewissen zuschlaegt.


                Ich bin selbst verbluefft, wie lange solche Muster wirken koennen. Oft komme ich garnicht auf die Idee, dass mir jemand helfen koennte... Manchmal frage ich mich, warum wir auf andere soviel mehr Ruecksicht nehmen und sie schonen wollen - waehrend wir uns selbst soviel aufbuerden (lassen)...

                Liebe Gruesse und alles Gute,

                Freundin der Weisheit

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                  Das ist eine Frage der Konditionierung, liebe Freundin der Weisheit.
                  Von Kindesbeinen an habe ich in der Familie gelernt, dass ich zuständig bin für die Gefühle der anderen und dass ich mich so zu verhalten habe, dass es anderen gut geht. Deshalb wirkt diese Konditionierung auch nur in meiner Kernfamilie.
                  Ansonsten habe ich nämlich keine Probleme damit.
                  Verstärkend hinzu kam dann die katholische Kirche mit ihrem Schuldbegriff.
                  Eine fatale Kombination.

                  Meine Ärztin sagte mir, wenn ich an einen liebenden Gott glaube, dann solle ich mich von dem Schuldbegriff mal ganz lösen, denn bei einem liebenden Gott gebe es keine Schuld.

                  Die Schwierigkeit bei mir besteht darin, dass meine Schwester die Erkenntnisse nicht hat, die ich habe, und weiterhin in der gleichen Konditionierung denkt.
                  Das bedeutet für mich, dass sie mir die Schuld an ihrem emotionalen Zustand zuschiebt, wenn ich mich nicht so verhalte, wie wir es beide gelernt haben.
                  Die Frage ist, ob ich mir die Schuld zuschieben lasse, und dabei kann mir eben niemand helfen, weil das eine innere Angelegenheit von mir selbst ist, die nur ich alleine verändern kann.

                  Als meine Schwester noch gesund war, hatten wir diese Probleme nicht; aber jetzt in ihrer schweren Krankheit, mit ihrer körperlichen Behinderung und in ihrer Abhängigkeit von anderen Menschen erweist sich diese Konditionierung als fatal.

                  Man könnte sagen, das Problem löst sich irgendwann von selbst, da meine Schwester das letzte Mitglied meiner Kernfamilie ist.

                  Ich empfinde das anders. Ich möchte diese Konditionierung selbst aufheben, denn nur dann habe ich mich endgültig aus den Fesseln meiner Kindheit befreit.

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                    Liebe Mensch,

                    da Du mich in einem anderen Faden um einen Rat bzgl. gewaltfreier Kommunikation nachgefragt hast, möchte ich Dir noch etwas dazu schreiben.

                    Wenn wir unsere Bedürfnisse nicht ernst nehmen, tun es andere auch nicht. Dazu lenken wir unsere Aufmerksamkeit:

                    - auf das was wir selbst brauchen, und nicht auf das, was mit anderen nicht stimmt,

                    - auf das, was wir tun wollen, und nicht auf das, was schiefgelaufen ist,

                    - auf die eigenen Gefühle statt auf die Vorwürfe und Sorgen anderer.

                    Gewaltfrei schreien: "Ich habe gerade viel Schmerz in mir," auch in Gegenwart eines anderen.
                    In einem Brief die eigenen Gefühle und Bedürfnisse schildern.

                    Außerdem habe ich eine andere Sichtweise in Wolfgang Schmidbauers Buch "Der hilflose Helfer" gefunden. Nach Schmidbauer trägt der helfende Mensch "ein verwahrlostes, hungriges Baby" in sich. Es verkörpert jenes Preisgegebensein und jene Ohnmacht, die er als kleines Kind erlebt hat. Wenn dieses sich in Momenten intensiver Bedürftigkeit nach Schutz und liebevoller Zuwendung, nach Versorgtwerden und menschlicher Nähe alleingelassen oder abgelehnt fühlte, hatte es einen gewaltigen Urschmerz zu erfahren und zu verkraften.

                    Sich daraus zu befreien ist nicht einfach. Der erste Schritt besteht nämlich darin, zu erkennen und zu akzeptieren, dass sich hinter der Hilfsbereitschaft auch ein "eigennütziges" Motiv verbirgt. Wir wollen uns wichtig und gebraucht fühlen und so unser Selbstwertgefühl aufbauen. Wir brauchen den Hilfsbedürftigen ebenso, wie er uns braucht.

                    Dann gilt es herauszufinden, wie wir das Bedürfnis nach Anerkennung auf anderem Wege als durch Helfen erfüllen können. Es gilt aus dem Helfer-Muster herauszufinden und zu erreichen, dass wir uns wertvoll fühlen, ohne etwas dafür zu tun, ohne anderen helfen zu müssen.


                    Liebe Menschin, Du schreibst, dass Du diese Verantwortung für die Gefühle und das Wohlbefinden nur in Deiner Familie verspürst. Dann würde dieser Text wohl nicht passen. Ich wollte ihn Dir trotzdem schreiben. Vielleicht ist er ein Mosaiksteinchen zu einem großen Ganzen.

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                      Die Situation eskaliert.
                      Heute ist etwas passiert (was ich nicht näher hier schreiben möchte), was mir zeigt, dass mein Schwager mich abgrundtief hasst.
                      Zum Glück gehört meiner Schwester das Haus alleine, sonst dürfte ich es wahrscheinlich überhaupt nicht mehr betreten.

                      Ich bin sehr verletzt und sehr traurig.

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                        Das ist bitter. Ich hoffe nur, es schränkt den Kontakt zu deiner Schwester nicht zu sehr ein.

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                          Zitat von Mensch Beitrag anzeigen
                          Die Situation eskaliert.
                          Heute ist etwas passiert (was ich nicht näher hier schreiben möchte), was mir zeigt, dass mein Schwager mich abgrundtief hasst.
                          Zum Glück gehört meiner Schwester das Haus alleine, sonst dürfte ich es wahrscheinlich überhaupt nicht mehr betreten.

                          Ich bin sehr verletzt und sehr traurig.
                          Das kann ich mir vorstellen, liebe Mensch. jetzt, wo Dein Schwager die Katze aus dem Sack gelassen hat, wie willst Du weiter vorgehen? Könnte Dir ja niemand böse nehmen, wenn Du Dich wegen dieser Aussage jetzt zurückziehst.

                          Aber ich fühle mit Dir mit

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                            Das ist hart - wie wird es weitergehen?

                            Lass dich umarmen......

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                              Er will meine Schwester wahrscheinlich ganz für sich alleine haben. Er war von Anfang an eifersüchtig auf unsere Beziehung.
                              Aber diesen Gefallen tue ich ihm nicht, schon wegen meiner Schwester nicht.
                              Ich lasse sie nicht mit diesem "Verrückten" alleine.

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                                Meine Schwester hat zu mir gesagt: Ärgere dich nicht!

                                Nein, ich ärgere mich nicht, ich bin verletzt, das ist viel schlimmer!

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