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Das Leben zu Ende leben

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    #76
    Liebe just me, mir tut das Buch soooooo gut, wie Balsam tropft es in meine ausgebrannte Seele, weil es eben auch Gott nicht außen vor lässt, wie manche andere Bücher.

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      #77
      das finde ich toll

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        #78
        Dass ich Probleme habe, wisst ihr ja schon lange.
        Zur Zeit stecke ich in einem echten Dilemma und erhoffe mir von euch die richtigen Fragen oder Denkanstöße, um eine Entscheidungshilfe zu haben.

        Auf der einen Seite sagt mir mein Über-Ich immer noch, dass ich für das Wohlergehen meiner Schwester zuständig bin, dass ich auf gar keinen Fall Auslöser dafür sein darf, dass sie unglücklich ist, sich im Stich gelassen vorkommt, es ihr nicht gut geht. Dass ich sie in ihrer Situation nicht damit belasten darf, dass ich mit ihrer Lage Probleme habe.
        Ich möchte dieses Über-Ich nicht mehr haben; es macht mir ein schlechtes Gewissen und zwingt mich zu Handlungsweisen, die ich nicht möchte.

        Auf der anderen Seite möchte ich unbedingt mein eigenes Leben leben. Dieser Wunsch in mir ist so stark, dass ich auch kaum in der Lage bin, einen Kompromiss einzugehen.
        Ich bin selbst nicht gesund, weder physisch noch psychisch stabil, und diese Situation ist das pure Gift für mich. Alle Außenstehenden, samt meiner Ärztin warnen mich, mich noch weiter oder überhaupt in diesen negativen Strudel hineinziehen zu lassen.
        Ich bin bereits wieder soweit, dass ich lieber tot wäre, als diese "Verpflichtung" noch länger abarbeiten zu wollen.

        Lebe ich jetzt weitgehend mein Leben, habe ich ein so schlechtes Gewissen, dass ich es nicht aushalte. Ich halte mich für zu egoistisch, lieblos.

        Kümmere ich mich um meine Schwester, fühle ich mich hundsmiserabel, weil ich merke, dass ich hoffnungslos überfordert bin und mir immer mehr schade.


        Weiß jemand von euch was Hilfreiches?
        Ich kann mit meiner Schwester darüber nicht sprechen, weil sie sich dann an meiner Lage schuldig fühlt und dies auch äußert. Das will ich auch nicht.

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          #79
          Hallo liebe Menschin,

          Zur Zeit stecke ich in einem echten Dilemma und erhoffe mir von euch die richtigen Fragen oder Denkanstöße, um eine Entscheidungshilfe zu haben.
          ja, dann probiere ich es mal.
          Das Du zur Zeit ganz schön schwer zu tragen hast habe ich schon wahrgenommen und stelle es mir wirklich sehr schwer vor, in dieser Situation für Deine Schwester eine Stütze, und gleichzeitig liebevoll und verantwortungsvoll zu Dir selbst zu sein.

          Weiß jemand von euch was Hilfreiches?
          Ich kann mit meiner Schwester darüber nicht sprechen, weil sie sich dann an meiner Lage schuldig fühlt und dies auch äußert. Das will ich auch nicht.
          Ich denke mal, es wäre wichtig, erst mal bei Deinen inneren Kämpfen anzufangen, bevor Du mit Deiner Schwester sprichst, falls das überhaupt nötig ist.

          Auf der einen Seite sagt mir mein Über-Ich immer noch, dass ich für das Wohlergehen meiner Schwester zuständig bin, dass ich auf gar keinen Fall Auslöser dafür sein darf, dass sie unglücklich ist, sich im Stich gelassen vorkommt, es ihr nicht gut geht. Dass ich sie in ihrer Situation nicht damit belasten darf, dass ich mit ihrer Lage Probleme habe.
          Ich möchte dieses Über-Ich nicht mehr haben; es macht mir ein schlechtes Gewissen und zwingt mich zu Handlungsweisen, die ich nicht möchte.
          Weisst Du, ich gehe davon aus, dass jeder Anteil in uns, für uns etwas GUTES will und ich könnte mir vorstellen, dass diese Stimme Dein Verantwortungsbewusstsein und vielleicht auch Dein Perfektionsteil? oder? ist, der da so laut sich zu Wort meldet.

          In solchen inneren Konflikten kannst Du Dich mal ruhig hinsetzen und mal diesen Stimmen wirklich Raum geben Ihnen genau zuhören, was sie für Dich selbst erst mal Gutes wollen. Bleib bei Dir und schau wirklich auf Deine Bedürfnisse, das hat jetzt nix mit Deiner Schwester zu tun.
          Vielleicht merkst Du nach einer Weile, was da los ist und kannst versuchen, diesen Stimmen zu antworten und mit ihnen zusammen nach Lösungen suchen.


          Manchmal hilft es wirklich sich selbst diesen Raum zu geben und wir haben alle Ressourcen in uns, mit allem selbst fertig zu werden, wir sind es uns nur oft nicht bewusst.

          Falls Du mit meinen Worten nix anfangen kannst, lass sie einfach auf dem Büffet...



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            #80
            Liebe Mensch,

            Zitat von Mensch Beitrag anzeigen
            Auf der einen Seite sagt mir mein Über-Ich immer noch, dass ich für das Wohlergehen meiner Schwester zuständig bin, dass ich auf gar keinen Fall Auslöser dafür sein darf, dass sie unglücklich ist, sich im Stich gelassen vorkommt, es ihr nicht gut geht. Dass ich sie in ihrer Situation nicht damit belasten darf, dass ich mit ihrer Lage Probleme habe.
            Ich möchte dieses Über-Ich nicht mehr haben; es macht mir ein schlechtes Gewissen und zwingt mich zu Handlungsweisen, die ich nicht möchte.
            das was Dich in diese für Dich miese Lage zwingt, sind die Glaubenssätze, Normen, Muster, die Dir von anderen Menschen anerzogen wurden und die kann man aber auch überwinden. Auch wenn es schwer ist.

            Die Frage für mich ist: Bist Du bereit, Deinem Über-Ich zu widersprechen? Bist Du bereit, es nicht länger als die mächtigere Instanz zu betrachten? Bist Du bereit, die Personen hinter den Glaubenssätzen zu enttarnen und Dich ihnen zu widersetzen? Oder willst Du ein Leben lang in dieser Beziehung das Kind bleiben, das den Erwachsenen ausgeliefert ist und unter Zwang tut, was sie wollen?

            Ich weiss, dass das sehr provozierend klingt, aber eines habe ich gelernt - entweder, man hört auf all die Ausreden zu suchen, um weiterzumachen wie bisher oder es verändert sich gar nichts. Das bedeutet auch, dass Du beginnen wirst müssen, Deinem Über-Ich und seinen ständigen Schuldgefühlen, die es Dir verursacht, zuwider zu handeln und zu denken.

            Nein, das fühlt sich nicht toll an, aber nach einiger Zeit lässt es nach.

            Als ich vor 2 Jahren aus meiner Familie sozusagen geflohen bin, war ich voller Schuldgefühle. Wochenlang hab ich mich täglich gequält, weil all die Schuldgefühle in mir tobten. Ich war kurz davor nachzugeben und zurückzugehen. Ich dachte, alles ist besser, als diese Schuldgefühle auszuhalten. Mir ging es da wohl so ähnlich wie Dir, denn ich fühlte mich verantwortlich - für meine Schwester aber vorallem auch für die Kinder meiner Schwester. Geholfen hat mir, mir immer wieder vor Augen zu halten, wo ich hinkomme, wenn ich so weitermache wie bisher. Jedesmal, wenn die Schuldgefühle hochkamen, hab ich mir das Schlimmste, was mir passieren kann, vor Augen gehalten und mich gefragt "will ich es wirklich so weit kommen lassen"? Das war mehr als ein einfaches "ich kann nicht mehr" - es war die Konfrontation mit dem, was unweigerlich folgen würde, wenn ich nichts veränderte. Da mir klar war - das will ich nun wirklich nicht - hab ich meinen Schuldgefühlen und all den vielen Glaubenssätzen, die wie in einer Gedankenspirale durch meinen Kopf rasten, zuwider gehandelt. Anfangs mit einem total miesen Gefühl, dass ich schon bald nicht mehr wusste, ob das wirklich die beste Strategie war - aber nach 3 Wochen ungefähr wurde es leichter für mich. Und von da an ging es Berg auf. Der Druck liess nach und ich konnte endlich auch mal die Zeit und den Raum geniessen, der dadurch für mich enstanden war.

            Auch heute denke ich noch oft an die Kinder und natürlich gibt es auch Momente, in denen die alten Schuldgefühle nochmal aufblitzen - aber ich halte mir sofort dagegen, was die Alternative wäre - nämlich zusammenzubrechen unter der Last und mein eigenes Leben zu ruinieren. Und da ich weiss, dass ich mit dieser Konsequenz definitiv nicht leben möchte, entscheide ich mich wieder für mich und mein Wohlergehen. Und je öfter ich das tue - so oft ist es inzwischen gar nicht mehr notwendig - aber je öfter ich mich für mich entscheide, desto leichter fällt es mir.

            Also liebe Mensch - entscheide Dich für Dich und gib Deinem Über-Ich nicht mehr Macht, als Deiner ureigenen, inneren Stimme.

            Lg
            Lane

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              #81
              Vielleicht bin ich ja auch einfach zu jung, um es zu verstehen, aber warum schließen sich deine Anteile eigentlich aus, liebe Mensch?

              Warum kannst du nicht eigentlich beide Anteile zufrieden stellen, die ja offensichtlich beide für gewisse Bedürfnisse stehen? Wäre es denn so undenkbar, dass du z.B. einen Tag Zeit für deine Schwester bereithälst, und die anderen Tage eben dein Leben lebst wie es dir passt? Ich sehe irgendwie nicht, wieso sich Schwesterliebe und eigenes Leben ausschließen müssen. Wenn du deine Schwester liebst, dann tu ihr Gutes. Wenn du dich selbst und dein Leben liebst, dann tu dir selbst Gutes. Es muss doch aber nicht beides in der gleichen Sekunde oder Minute sein?

              Oder verstehe ich da grundsätzlich was falsch?

              Wenn du z.B. deine Schwester besuchst, dann kannst du dich doch auch auf die nächsten Tage freuen, wo du dir Aktivitäten nur für dich vorgenommen hast? Und wenn du etwas für dich selbst tust und dich an einem schönen, freien Tag erfreust, und ihn lebst, wie auch immer du magst, wo ist das Problem, diesen zu genießen, wo du doch weißt, dass du deine Schwester liebst und sicher wieder Zeiten/Tage kommen werden, wo du ihr deine Liebe zeigst?

              Mir ist nicht ganz klar, wo genau deine Schwierigkeit liegt? Vielleicht magst mir das etwas genauer ausführen? Denn selbst wenn die Situation deiner Schwester schwierig ist, so heißt es nicht, dass du jeden Tag bei ihr sein musst, ihr jeden Tag das Händchen halten musst. Du kannst ihr beistehen, zu bestimmten Zeiten/Tagen und dann aber andererseits gleichzeitig dein Leben leben, wie du es magst und für richtig hälst.

              Oder nicht?

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                #82
                Und noch etwas fällt mir dazu ein.

                Wenn es dir schwer fällt, dein Leben ohne Gewissensbisse zu leben, dann kannst du auch Gott zu Hilfe rufen. Du bist doch stark gläubig. Bitte und bete für deine Schwester und bitte Gott darum, dass er sich für und um sie kümmert, in den Zeiten, wo du es nicht kannst/willst/magst. Er wird dir zuhören und dich verstehen. Und sowieso denke ich, dass Gott deine Schwester auch so in "Obhut" hat. Also gibt es nichts, wofür du dich schämen oder Gewissensbisse haben musst. Du hast ebenso dein Leben, wie deine Schwester das ihre hat. Gott möchte nicht, dass du dich aufopferst. Sicherlich mag er es gern sehen, wenn du deiner Schwester Gutes tust, aber du musst dafür nichts opfern oder dich kaputt machen, denn er liebt dich genauso sehr wie sie.

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                  #83
                  @ Vespi:

                  Ich war ja bis jetzt jeden Tag da; hier aus dem Urlaub telefoniere ich jeden Tag und bekomme mit, dass es hinten und vorne nicht klappt, weil die beiden es organisatorisch nicht auf die Reihe kriegen.
                  Alle warten darauf, dass ich zurückkomme. Meine Schwester fühlt sich ohne mich wie ein Vögelchen, das aus dem Nest gefallen ist und darauf wartet, dass ich es wieder reinsetze. Und so mutlos äußert sie sich auch.
                  Natürlich kann ich 1 oder auch 2 Tage die Woche hinfahren, aber dafür, was nötig wäre, reicht das eben nicht.


                  Von meiner Warte aus müsste ich sagen: Leute, das, was ihr von mir erwartet, kann ich nicht mehr leisten. Auch nicht solange, bis ihr zu Potte gekommen seid.


                  Natürlich weiß ich, dass mein Über-Ich mit all seinen Mustern und Gefühlen anerzogen ist. Angeblich bin ich ja austherapiert, habe alles begriffen.
                  Es ist mein Grund-Problem.
                  Ich habe diese Situationen bereits 2x mitgemacht, und bin beim 2. Mal beinah dabei draufgegangen. Da ging es auch nur noch darum: meine Mutter oder ich.
                  Mich hat damals die Tatsache gerettet, dass meine Mutter an dem Vormittag des Tages unerwarteterweise verstarb, an dem ich mich abends umbringen wollte.
                  Ich möchte in diese Lage nicht mehr geraten und weiß, dass ich diese Handlungsweise ein 3. Mal nicht mehr durchleben darf.

                  Ich habe versucht, euch klar zu machen, dass ich mich im Grunde genommen gleich schlecht fühle, egal ob ich jetzt mein Leben lebe oder das meiner Schwester.
                  Und das ist nicht in Ordnung.

                  Das einzige, was mir von religiöser Seite aus dazu einfällt, ist Gottes Frage: Kain, wo ist dein Bruder Abel?
                  Und Kains Antwort: Bin ich der Hüter meines Bruders?


                  Bin ich die Hüterin meiner Schwester? Lasse ich meine Schwester emotional sterben, wenn ich mehr Wert auf mein eigenes Leben lege?
                  Beides zusammen in dieser Intensität bekomme ich nicht hin.
                  Ich liebe meine Schwester, aber ich liebe auch meinen Mann und ich liebe auch mich.

                  Momentan fühle ich mich nur von unzähligen Krakenarmen erdrückt.
                  Muss ich wirklich einen scharfen Schnitt machen, um mich zu befreien? Das tut (um im Bild zu bleiben) doch dem Kraken weh!

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                    #84
                    Liebe Mensch,

                    ich finde das Bild mit dem Kraken sehr interessant, da es sehr aussagefähig für Deine jetzige Situation ist. Meine Frage an Dich: Angenommen du machst diesen scharfen Schnitt und tust dem Kraken weh, was passiert dann mit Dir? Wie würdest Du Dich danach fühlen?

                    Brancusi

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                      #85
                      Miserabel würde ich mich fühlen.
                      Das ist ja mein Problem, ich kann niemandem weh tun, um selbst einen "Vorteil" zu haben, selbst wenn es mich das Leben kostet.

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                        #86
                        Auf der einen Seite miserabel und auf der anderen Seite? Was würde passieren, wenn Dich die Krakenarme nicht mehr erdrücken?

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                          #87
                          Was könntest Du noch spüren?

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                            #88
                            Natürlich wäre ich frei, ich hätte dem Kraken aber Schmerzen zugefügt.
                            Du kannst argumentieren, ob ich nicht zur Notwehr in der Lage wäre. Aus einem Reflex heraus sicher, in einer bewussten Handlung...weiß ich nicht.
                            Ich weiß ja nicht, ob die Situation, von der ich mich derzeit so in meinem Leben bedroht fühle, objektiv gesehen tatsächlich so bedrohlich ist.
                            Subjektiv für mich schon; aber rechtfertigt das eine Handlungsweise, durch die andere sich verletzt fühlen und wofür ich der Auslöser bin?

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                              #89
                              Okay, Du wärst frei. Wo in Deinem Körper könntest Du diese Freiheit spüren, wo würde sich das bemerkbar machen?

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                                #90
                                Oder anders gefragt, wenn Du frei wärst, wie würde sich das in Deinem Leben bemerkbar machen. Was würde sich verändern?

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