Trotzdem nicht verzagen!
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Bonnys Diskutiereckchen
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Gast -
Keine. Verzagen kannst du, wenn es soweit ist. Sonst weiß ich auch nichts.
Ich weiß, ich habe gut reden. Man macht sich bekloppt und die Gedanken kreisen wie ein Dilldopp im Kopf. Die Ungewissheit zermürbt. Wahrscheinlich würde ich mir eine Ladung Tramal reinhauen und die Zeit verschlafen. Da wird mir bloß immer so schlecht von. Also kein guter Tipp. Vielleicht besser mit jemandem reden.
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Gast
Das Schlimme ist ja, dass es da gar nichts zu reden gibt. Was willst du da noch sagen?
Was soll ich dazu sagen? Was sollen andere dazu sagen?
Keiner denkt gern ans Sterben, und dann steht die Gefahr plötzlich dicht vor dir. Da nutzt gar nichts.Nur der Wunsch, dass es schnell und schmerzlos geht.
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Gast
Eher der Wunsch, dass die Gefahr vorüberzieht.Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigenKeiner denkt gern ans Sterben, und dann steht die Gefahr plötzlich dicht vor dir. Da nutzt gar nichts.Nur der Wunsch, dass es schnell und schmerzlos geht.
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Ich weiß nicht. Mir hilft es, wenn ich etwas, was mich beschäftigt, erzähle. Meist drücke ich mich davor, weil ich auch denke, ach, hilft ja doch nicht, was willst du da noch groß drüber reden. Aber es hilft dann erstaunlicherweise doch.
Ich kann mir gut vorstellen, dass dich die Angst vor dem Sterben plötzlich im Griff hat. Und bis Dienstag ist ja auch noch ein paar Tage. Ich glaube aber, dass sie selber eine sehr dünne Datenlage haben und finde es schon den Hammer, dass dein Arzt dir solche Angst macht. Wenn es so aussichtslos wäre wie du denkst, hättest du doch eine Diagnose. Aber ich hatte es verstanden, dass sie sich erst auf die Suche machen müssen. Das klingt sehr wage.
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Gast
Jetzt dürft ihr wirklich diskutieren.
Würdet ihr euch behandeln lassen auf Teufel komm raus, mit Chemo und allem Pi,Pa,Po, wenn ihr selbst das eigentlich gar nicht möchtet, sondern nur deshalb, um euren Mann nicht im Stich zu lassen und weil er euch nicht verlieren möchte?
@Immerglut:
Mein Arzt macht mir keine Angst. Er ist fest von einem Tumor überzeugt, es geht im Moment lediglich darum festzustellen, wo der sitzt, der diese Symptome auslöst.
Untersuchen lasse ich das ja, aber dann?
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Gast
Schwierig. Ob ich das möchte, hängt ja zunächst mal vom Ergebnis und der Prognose ab. Ist tatsächlich noch Lebensqualität zu erwarten oder quäle ich mich nur auf dem letzten Loch pfeifend durch "geborgte Zeit"? Ist es für meine Familie "einfacher", wenn es schnell zu Ende geht oder will ich sie jahrelang zusehen lasse, wie ich sterbe und mit meinem "Elend" ihren Alltag bestimmen? Da würde ich mit dem Untersuchungserebnis in der Hand dann auch sicher tagelang im Internet nach Erfahrungsberichten suchen, Hinz und Kunz fragen und erst entscheiden, wenn ich mir sicher bin, dass ich eine (zumindest gefühlt) ausreichend sichere Informationsbasis habe.Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigenWürdet ihr euch behandeln lassen auf Teufel komm raus, mit Chemo und allem Pi,Pa,Po, wenn ihr selbst das eigentlich gar nicht möchtet, sondern nur deshalb, um euren Mann nicht im Stich zu lassen und weil er euch nicht verlieren möchte?
Bei mir kommt noch "erschwerdend" ein Kind hinzu: Was möchte ich dem vorleben? "Gib nicht auf, auch wenn es aussichtslos erscheint, es tun sich immer wieder Chancen auf, die Du vorher nicht absehen kannst" oder doch eher "Quäl Dich nicht in einem aussichtslosen Kampf. Wenn Du sicher bist, dass es keinen Sinn hat, dann hast Du das Recht keine weitere Energie zu verschwenden."
Falls ich nach allen Abwägungen zu dem Schluss komme, dass ich keine (weitere) Behandlung möchte, würde ich mich vermutlich darauf verlasen, dass mein Umfeld stark genug ist, damit fertig zu werden. Dann würde ich mich auch nicht aus falsch verstandenem Mitleid gegen meine Überzeugung behandeln lassen.
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Gast
Ich habe jetzt schon ein schlechtes Gewissen, weil ich genau weiß, was ich möchte und was nicht.
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Gast
Naja, es wäre schon "gerecht", wenn Du für Deinen Mann "um's Leben kämpfen" würdest wie Du es Dir im gleichgelagerten Fall von ihm wünschsen würdest. Du weißt, wie wenig Du ihn verlieren wolltest. Da ist eben die Frage, ob Du Dir zugestehn kannst, in diesem Fall "ungerecht" zu sein und Deine "Freiheit von Leid" über seine zu stellen.
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packs
Ich war gestern auf der Beerdigung eines Mannes, 52, seit einem Jahr Darmkrebs, ein halbes Jahr STOMA-Patient. Stoma wurde auf sein Bestreben hin rausgenommen - dann fingen massive Magenprobleme an. Vor 10 Tagen haben ihm die Ärzte klar gesagt: entweder wieder stoma und sofort Chemo oder es dreht sich nur noch um Tage. Er hat entschieden: Stoma mindert seine Lebensqualität zu sehr, also hat er alle Behandlungen absetzen lassen, Schmerzmittel nur so viel, dass er es noch ausgehalten hat. Dann hat er überlegt, wen er noch sehen will und denen bescheid gesagt, dass sie 2 Tage Zeit haben, ihn zu besuchen. Alle kamen. Am Ende des zweiten Tages hat dne Krankenschwestern gesagt, dass sie mit der Sedierung beginnen können. Sein Sohn (junger Erwachsener) hat zwei Tage später eine Prüfung bestanden. Er hat sich aus dem Bett holen lassen, um mit seinem Sohn mit Bier anzustossen - nur ein kleiner Schluck. Am nächsten Tag ist er gestorben. Er hatte noch die Beerdigung vorbereitet, Lieder rausgesucht etc. Für seine Partnerin und seine Familie ist es hart. Aber ALLE haben gestern gesagt, wie dankbar sie sind, dass er so klar war. Ich habe ganz grossen Respekt vor ihm.
Zugleich kam letzte Woche jemand aus meinem näheren Kreis ins Spital - akute Leukämie. Sie hat zwei kleine Kinder. Zuerst wollte sie keine Chemo, Freunde haben ihr klar gemacht, sie muss jede Chance ergreifen - ihrer Kinder zuliebe... Wir hoffen und beten.
Es bleibt deine Entscheidung, Bonny. Und dein Empfinden, was für die Lebensqualität heisst.
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Ganz schwierig, so etwas aus der Theorie heraus zu beantworten. Ich habe meinen Vater an Krebs sterben sehen und im Moment hat ein enger Freund von mir die Diagnose "Darmkrebs, unheilbar, zwei Jahre". Das erste Jahr ist um. Ich sehe, was die Chemo mit ihm macht und im Moment denke ich, dass ich mir das nicht antun würde. Mein Schwiegervater hat sein Leben nach der Diagnose noch 10 Jahre gelebt, davon mindestens 9 recht gut. Er hat um jeden einzelnen Tag gekämpft und für ihn war dieser Weg offensichtlich genau richtig.Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigenJetzt dürft ihr wirklich diskutieren.
Würdet ihr euch behandeln lassen auf Teufel komm raus, mit Chemo und allem Pi,Pa,Po, wenn ihr selbst das eigentlich gar nicht möchtet, sondern nur deshalb, um euren Mann nicht im Stich zu lassen und weil er euch nicht verlieren möchte?
Vielleicht hat es auch etwas damit zu tun, wie gut ich mein eigenes Leben gelebt habe, mit den Fragen: Was ist noch offen? Was fehlt, um mein Leben "rund" zu machen, was ist für mich noch zu klären?
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Ich würde mich erst entscheiden, wenn ich die Fakten und nicht nur "Überzeugungen" hätte.Er ist fest von einem Tumor überzeugt, es geht im Moment lediglich darum festzustellen, wo der sitzt, der diese Symptome auslöst.
Untersuchen lasse ich das ja, aber dann?
Und nach den Fakten würde ich die Meinung des behandelnden Arztes und eines zweiten wissen wollen.
Dass ich die ganze Zeit darüber nachdenke, klar.
Aber entscheiden würde ich mich erst nach diesen Schritten.
Außerdem hätte ich immer im Hinterkopf: aufgeben kann ich immer noch jederzeit. Ich kann jeden Tag meine Entscheidung ändern.
Ich kann sofort mit Chemo anfangen und nach 1 Woche damit weiter machen oder aufgeben.
Und ich kann auch erst 1 Woche aufgeben / Kraft sammeln und dann mit Chemo anfangen.
So etwas weiß man nicht im Voraus, denke ich.
Man hat Tendenzen, weiß, was man ungefähr will oder nicht - aber selbst das muss nichts heißen.
Nur ohne Fakten und nur mit Vermutungen, das wäre für mich keine Basis für eine Entscheidung.
Alles Gute, sky
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