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    Zitat von FirstSunshine Beitrag anzeigen
    ----

    Ich habe sowas ähnliches wie die Ja/Nein-Übung auch mal gemacht und fand es furchtbar schwierig das "Nein, ich will das nicht" ohne das verbindliche "Ja, versteh das doch bitte" sondern mit einem "Oooooooh nein, da gibt's für Dich keinen Zweifel, respektier das!" rüber zu bringen.

    Boah, sunny, da sagste was!
    Dieses "um Verständnis huddeln", das ist in manchen Situationen eine "böse Falle".
    Gerade denke ich, erst einmal muss mein "Nein" akzeptiert sein, bevor ich mehr zu meiner Entscheidung rauslasse. Anders herum bleibt's ein Gezurre um Positionen. Hm.....


    .....

    Zurückweichen und den "Wohlfühlabstand" wieder herstellen, wenn der "Gegner" ihn unterschreitet, setzt nämlich auch ein falsches Signal - den "Reflex" muss man erst mal überwinden.

    Ist das Reflex?
    Was ist die Alternative?
    Was ist das "richtige Signal"?
    Magst du mir das klarer machen, sunny?


    Wie ist das in Deiner Gruppe? Schaffst Du es die "netten Leute" hart anzugehen bzw. keinen Lachflash zu bekommen, wenn die nette Lisa dich plötzlich wie ein Kampfhuhn anstarrt?

    Ich musste innerlich aus der "Beziehungsebene", also aus dem "Ich find dich okay" wie aussteigen, es wie in die "2. Reihe" schieben, um dann mit "wilder Entschlossenheit" loszurennen... Konnte einer Teilnehmerin auch sagen, dass ihr wie "eingefrästes" Lächeln" mich nicht gestoppt hat..... She was not amused

    Interessant war, dass es gefühlte minimale Unterschiede gab, mich "auszurichten", wenn meine Gegenüber so sanft lächelnd da standen.

    Dieses Umschalten von "angelernter weiblicher Freundlichkeit" auf "Los, los" braucht wirklich praktisches Ausprobieren.... Auch die eigene Stimme der inneren Intention anzupassen, brauchte bei mir 2, 3 Durchläufe....

    Toll, dass du einen so deutlichen Sensei hast..... Sicher nicht ganz angenehm, so anfangs....


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      Zitat von elandi Beitrag anzeigen
      ......

      Und zu der "verschiedenen Haltung" fällt mir ein, dass ich manchmal einfach übe, durch eine entsprechende Körperhaltung diese lästigen "Ankuschler" in der Kassenschlange im Supermarkt o. ä. auf Abstand zu bringen - das funktioniert meistens auch sehr gut!
      Jaaaaaa, stimmt, noch ein Übungsfeld....
      Danke elandi

      Kommentar


        Zitat von Anke56 Beitrag anzeigen
        ....Danke für den Anstoss!
        gerne

        Kommentar


          Boah, sunny, da sagste was!
          Dieses "um Verständnis huddeln", das ist in manchen Situationen eine "böse Falle".
          Gerade denke ich, erst einmal muss mein "Nein" akzeptiert sein, bevor ich mehr zu meiner Entscheidung rauslasse. Anders herum bleibt's ein Gezurre um Positionen. Hm.....
          Ich bin sooooooo oft in diese Falle getappt...

          Ist ja kein Thema, dem Gegenüber die eigenen Gründe zu erklären, damit er die Entscheidung nachvollziehen kann. Aber bitte als "Statement" und nicht als Diskussionsgrundlage, um nochmal mit irgendwelchen Gegenargumenten an der Entscheidung "zu rütteln". Als müsste ich den anderen von der Richtigkeit der Entscheidung überzeugen und sie widerrufen, wenn mir das nicht gelingt. Da bin ich Volholz immer wieder drauf reingefallen!

          Zurückweichen und den "Wohlfühlabstand" wieder herstellen, wenn der "Gegner" ihn unterschreitet, setzt nämlich auch ein falsches Signal - den "Reflex" muss man erst mal überwinden.

          Ist das Reflex?
          Was ist die Alternative?
          Was ist das "richtige Signal"?
          Magst du mir das klarer machen, sunny?
          Ich weiß nicht, ob ich das klarer machen kann.

          Ich denke schon, dass es ein Reflex ist, wieder einen "angenehmen" Abstand herzustellen, wenn das Gegenüber ihn unterschreitet. Und da es einfacher ist, sich selbst zu bewegen als den anderen, macht man eben einfach einen Schritt rückwärts.

          Das ist nur blöd, wenn es ein Einschüchterungsversuch ist und man mit dem Zurückweichen sagt "oh ja, du großer Böser, von DIR lass ich mich einschüchtern, vor Dir hab ich Angst".

          Diese Einschüchterungstaktik wird ziemlich oft angewandt: jemand beugt sich vor und dringt in den persönlichen "Sicherheitsabstand" ein, um seinen Argumenten "Nachdruck" zu verleihen. Lehrer machen das gerne, wenn sie sich auf den Tisch des Schülers abstützen und ihn praktisch "Nase an Nase" abkanzeln. Da kann der Ton ganz "freundlich" bleiben, die "Demütigung" liegt im Signal "ich komme Dir so nahe wie ich will und Du kannst mir nicht entkommen - also leg Dich nicht nochmal mit mir an!"

          Wenn Dich jemand aus zwei Metern Entfernung anbrüllt oder auch nur böse anstarrt, dann kann das ja noch putzig bis lächerlich wirken - aber wenn sein Gesicht näher als eine Armlänge am eigenen ist, wirkt das erschreckend und löst den Impuls aus zu flüchten.

          Wenn ein "Angreifer" nicht gerade ein total Betrunkener ist, der sowieso auf alles und jeden losgeht, wird er erst mal antesten, ob das Gegenüber überhaupt als Opfer taugt und ein lohnendes Ziel darstellt. Wenn man dann zurückweicht, ist das die "Einladung" weiterzumachen und nachzusetzen.

          Die Alternative ist - je nach bereits sichtbarem Aggressionspotential - zum Beispiel gelassen lächelnd oder auch ernst zu sagen "Das ist mir zu dicht, mach mal einen Schritt zurück" und gegebenfalls dabei die Arme locker hochzunehmen und zu signalisieren "und wenn Du's nicht tust, helfe ich Dir zur Not auch dabei". Am besten tritt man nicht zurück sondern weicht zur Seite aus. Oder man sagt direkt "wenn Du mir so auf die Pelle rückst, fühle ich mich bedroht. Lass das oder ich wehre mich". Das ist dann auch gleich die "rechtliche Absicherung", damit der andere hinterher nicht sagen kann "ja und ganz plötzlich ist die Kleine ausgeflippt und hat zugeschlagen, ich wusste gar nicht, was los ist, Herr Richter! Die hat das alles to-tal missverstanden, ich bin nämlich ein ganz Lieber!"

          Empfiehlt sich besonders für Kampfsportler, weil an die "höhere Maßstäbe" angelegt werden, was Notwehrsituationen angeht. Da finde ich persönlich den "Täterschutz" manchmal hanebüchen. "Ja, wenn ich gewusst hätte, dass die mir die Nase brechen und mich k.o. treten kann, hätte ich gar nicht erst angegriffen, die hat mich aber gar nicht gewarnt, die Böse!!! Ich bin hier das Opfer!!!" Und so eine Scheiße geht vor deutschen Gerichten teilweise durch. Wenn ein hilfloses Frauchen es durch Zufall schafft, sich effektiv zu verteidigen, ist das ja noch ok. Hat sie fein gemacht! *kopftätschel* Wenn sie weiß, was sie tut, und den Angreifer gezielt ausschaltet, ist das schon nicht mehr ganz so ok. Dabei sollte jeder Frau klar sein: in einem auf Ausdauer ausgelegten Kampf wird sie gegen praktisch jeden Mann verlieren, weil er grundsätzlich allein durch Größe und Gewicht körperlich überlegen ist und seine "Chance" abwarten kann. Ein k.o. in der ersten Runde ist das einzig "sichere". Ok... genug abgeschweift, gemeckert und belehrt... T'schuldigung!

          Als "Fehler" betrachte ich auch die "U-Bahn-Strategie", die man für gewöhnlich anwendet, wenn Fremde einem zu nahe kommen, man es aber nicht ändern kann, weil z.B. die Bahn so voll ist: man schaut weg, tut so als sei der andere (oder man selbst) "gar nicht da". "Ich bin nicht da, nimm mich nicht für voll, ich tu's ja auch nicht" ist auch eine "Einladung"

          Wenn der Gegner antestet, wie weit er gehen kann, dann sollte man ihn durchaus anschauen und zeigen "ich seh genau, was Du da tust!" Und zwar mit möglichst "kalten" Blick und nicht mit unsicheren, suchenden.

          Das "richtige" Signal ist, zu zeigen, dass man selbst auf genau der richtigen Position steht und nicht gedenkt, sich was anderes einreden und sich in die Defensive treiben zu lassen. Wer rückwärts läuft, kann keine oder nur wenig Energie in einen vorwärtsgerichteten Schlag oder Tritt legen, daamit überlässt man dem anderen die Führung. Er bestimmt die Situation, man selbst kann nur noch weiter zurückweichen, aber nicht mehr effektiv dagegenhalten.

          Wobei man im Kampf selbst natürlich nach Möglichkeit Angriffe ins Leere laufen lässt, indem man ausweicht, aber eben nur weit genug, um nicht getroffen zu werden, und möglichst nicht rückwärts sondern zur Seite, so dass er "vorbeistolpert" und man dann den ungeschützten, verletzlichen Rücken in Reichweite hat. Die Wirbelsäule ist empfindlicher als man annehmen könnte. Die kann man mit einem Ellenbogenstoß ziemlich leicht verletzen (weshalb solche Techniken im Kampfsport zwar gezeigt werden, in Wettkämpfen aber - soweit ich weiß - in jeder Diszplin verboten sind).

          Ich musste innerlich aus der "Beziehungsebene", also aus dem "Ich find dich okay" wie aussteigen... [...]

          Dieses Umschalten von "angelernter weiblicher Freundlichkeit" auf "Los, los" braucht wirklich praktisches Ausprobieren....

          Das kommt mir auch bekannt vor.

          Ich bin mir anfangs so lächerlich vorgekommen, wenn ich so tun musste, als sei mein Gegenüber "ein Böser", nachdem wir uns gerade so angenehm unterhalten hatten - und als sei ich mindestens genau so "böse".

          Toll, dass du einen so deutlichen Sensei hast..... Sicher nicht ganz angenehm, so anfangs....
          Oh nein. Gar nicht angenehm. Der Gute provoziert immer wieder raus, wie weit man ihn gehen lässt und ab wann man sich "auf die Hinterbene stellt".

          Kommentar


            Zitat von FirstSunshine Beitrag anzeigen
            .....

            Ich weiß nicht, ob ich das klarer machen kann.

            ....

            Diese Einschüchterungstaktik wird ziemlich oft angewandt: jemand beugt sich vor und dringt in den persönlichen "Sicherheitsabstand" ein, um seinen Argumenten "Nachdruck" zu verleihen. Lehrer machen das gerne, wenn sie sich auf den Tisch des Schülers abstützen und ihn praktisch "Nase an Nase" abkanzeln. Da kann der Ton ganz "freundlich" bleiben, die "Demütigung" liegt im Signal "ich komme Dir so nahe wie ich will und Du kannst mir nicht entkommen - also leg Dich nicht nochmal mit mir an!"

            Wird mir klarer, sunny. Dein Beispiel kommt mir doch bekannt vor .... Blöd, wenn es um sowieso schon vorhandene Gefälle geht: Lehrer/Chef etc. Zweimal blöd, dass die sowas nötig zu haben scheinen. Aber ja, "shit happens". Dann gerade nicht zurückzuweichen, sondern cool standzuhalten, kann dann erst recht etwas lostreten....

            ...

            Die Alternative ist - je nach bereits sichtbarem Aggressionspotential - zum Beispiel gelassen lächelnd oder auch ernst zu sagen "Das ist mir zu dicht, .....!"

            Bingo: Das scheint so einfach, fällt einem spontan aber oft gar nicht ein. Allein, diese Feststellung rauszulassen, mit unterstreichender Mimik, kann schon einiges ändern/klar stellen, denke ich....

            ...... Ein k.o. in der ersten Runde ist das einzig "sichere". Ok... genug abgeschweift, gemeckert und belehrt... T'schuldigung!

            Deine Abschweifungen/Meckerungen/Belehrungen machen mir innere "Möglichkeiten" deutlicher.... Danke dafür!

            Als "Fehler" betrachte ich auch die "U-Bahn-Strategie", die man für gewöhnlich anwendet, wenn Fremde einem zu nahe kommen, man es aber nicht ändern kann, weil z.B. die Bahn so voll ist: man schaut weg, tut so als sei der andere (oder man selbst) "gar nicht da". "Ich bin nicht da, nimm mich nicht für voll, ich tu's ja auch nicht" ist auch eine "Einladung"

            "Ich bin da, nehme meinen Platz ein" ist da für mich die Info. Yes, yes, yes

            ....

            Das "richtige" Signal ist, zu zeigen, dass man selbst auf genau der richtigen Position steht und nicht gedenkt, sich was anderes einreden und sich in die Defensive treiben zu lassen. Wer rückwärts läuft, kann keine oder nur wenig Energie in einen vorwärtsgerichteten Schlag oder Tritt legen, daamit überlässt man dem anderen die Führung. Er bestimmt die Situation, man selbst kann nur noch weiter zurückweichen, aber nicht mehr effektiv dagegenhalten.

            Ja, alles in mir nickt! Das von mir fett unterlegte werde ich mir als innere Haltung gern in die nächste Polizei-Runde mitnehmen. Beim nächsten Mal sind "Rollenspiele" angesagt. Da mag ich die "nicht Umschubsbare" probieren....

            Wobei man im Kampf selbst natürlich nach Möglichkeit Angriffe ins Leere laufen lässt, indem man ausweicht, aber eben nur weit genug, um nicht getroffen zu werden, und möglichst nicht rückwärts sondern zur Seite, so dass er "vorbeistolpert" und man dann den ungeschützten, verletzlichen Rücken in Reichweite hat. .....

            Das scheint mir schon für Fortgeschrittene zu sein.... Das erinnert mich an eine kleine Aikido-Vorführung/Übung, die ich mal "genießen" durfte. Das macht mir gerade Lust auf mehr davon...

            ...
            Ich bin mir anfangs so lächerlich vorgekommen, wenn ich so tun musste, als sei mein Gegenüber "ein Böser", nachdem wir uns gerade so angenehm unterhalten hatten - und als sei ich mindestens genau so "böse".

            Die meisten "Übergriffe" passieren ja bekanntlich nicht mit Fremden, sondern mit ... hm... "Vertrauten"... dieses "so tun, als ob" trainiert das Wahrnehmen von "hier stimmt gerade was nicht mehr"...
            Wahrnehmen, der Wahrnehmung vertrauen und handeln, das war auch das, was uns die Polizei-Ladies des letzten Abends immer wieder ans Herz gelegt haben....

            ......

            Oh nein. Gar nicht angenehm. Der Gute provoziert immer wieder raus, wie weit man ihn gehen lässt und ab wann man sich "auf die Hinterbene stellt".

            "Pfui Teufel!" - das trainiert langfristig sicherlich die Muckies der Hinterbeine .../


            Lieben Dank, sunny, in deiner Antwort ist ganz viel "Ahhh, ja" für mich drin....

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              Umgekehrt funktioniert es aber auch:
              Ich habe stets räumlichen Abstand zu meinen Schülern gehalten, weil ich meine Aggressivität kenne, je nachdem, was anliegt.
              Zweimal (ist ja wenig) war ich mir selbst dankbar, denn hätte ich direkt vor dem Schüler gestanden, hätte ich im Reflex zugeschlagen.
              So ist mir das Gott sei Dank nie passiert.

              Kommentar


                Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
                Umgekehrt funktioniert es aber auch:
                Ich habe stets räumlichen Abstand zu meinen Schülern gehalten, weil ich meine Aggressivität kenne, je nachdem, was anliegt.
                Zweimal (ist ja wenig) war ich mir selbst dankbar, denn hätte ich direkt vor dem Schüler gestanden, hätte ich im Reflex zugeschlagen.
                So ist mir das Gott sei Dank nie passiert.
                Respekt vor deiner Ehrlichkeit, Bonny

                Dieses "Zuschlagenwollen" obwohl du/man eigentlich in Führungs-Position bist/ist, geht ja über "Kräftemessen" weit hinaus.... Donnerwetter....

                Kommentar


                  Das waren aber auch wirklich Extremsituationen, Pitti.
                  Ich bin stattdessen verbal so geplatzt, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören, nachdem ich fertig war. Vor allem weil ich mich der Sprache des betroffenen Schülers bedient habe, die einzige offenbar, die er verstand.
                  Immerhin hat es so gewirkt, dass er aufstand, beide Hände erhob und sagte: Ich entschuldige mich, ich entschuldige mich in aller Form.

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                    Wow, das muss ihn beeindruckt haben...
                    Lehrer kann "Slang" - und wenn's sein muss, besser als der Schüler.

                    Jooooooo

                    Kommentar


                      Liebe Pitti.

                      Zitat von Pitti Beitrag anzeigen
                      Dann gerade nicht zurückzuweichen, sondern cool standzuhalten, kann dann erst recht etwas lostreten....
                      Ja, kann es. Und meist geht man vom "worst case" aus, lässt sich von der Angst davor leiten und zieht gar nicht in Betracht, dass man auch eine ganz andere Entwicklung lostreten könnte.

                      Ist mir als Azubi mal mit nem Abteilungsleiter passiert, der ziemlich übel drauf war. Was hat der mich getrietzt und irgendwas fachlich Korrektes wegen einer Formulierung, die ihm nicht gepasst hat, nochmal ändern lassen und nochmal und nochmal... Und irgendwann hab ich dann dagegengehalten, weil ich's einfach nicht mehr "schlucken" konnte. Ich habe ihm gesagt, dass er "absoluten Quatsch" redet und dass ich lieber die schlechteste Beurteilungen aller Zeiten mit nach Hause nehme, als mich länger mit so was Lächerlichem rumzuplagen. Ich bin nach meiner Antwort selbst vor Schreck erstarrt und dachte "jetzt frisst er Dich!!! Hättest Du doch bloß Deine dumme Klappe gehalten!!!" Und plötzlich waren wir "Freunde" - er hatte unter all den verachtenswerten, duckmäusernden, erbärmlichen, frustrierenden Schwächlingen, mit denen er sich jeden Tag acht Stunden rumplagen musste, endlich jemanden gefunden, der sich getraut hat, ihm die Grenze zu setzen, und den er dadurch "ernst nehmen" konnte.

                      Empfehle ich zwar nicht bei jedem Gegenüber zum Nachmachen, aber manchmal lohnt es sich vielleicht, die erwartete Reaktion und die Angst davor auf die Eintrittswahrscheinlichkeit und die "Dramatik" der Konsequenzen beim tatsächlichen Eintritt zu hinterfragen. Muss ich mir auch für mich nochmal gut sichtbar irgendwo notieren!

                      Zitat von Pitti Beitrag anzeigen
                      Bingo: Das scheint so einfach, fällt einem spontan aber oft gar nicht ein. Allein, diese Feststellung rauszulassen, mit unterstreichender Mimik, kann schon einiges ändern/klar stellen, denke ich....
                      Ja. Es ist so "einfach", erst mal gar nicht auf den Eindruck der Situation zu reagieren, sondern ihn nur auszusprechen und zu sehen, wie der andere reagiert. Vielleicht zu einfach, um drauf zu kommen, wo man doch schon mitten im gedanklichen "und was mach ich, wenn's so ist, und was, wenn's doch nicht so ist? Ojeoje, ich weiß nicht, was ich machen soll, aber irgendwas muss ich doch machen!" steckt. Und wie oft entfällt mir der Gedanke an die "einfache Lösung" im entscheidenden Moment.

                      Zitat von Pitti Beitrag anzeigen
                      Beim nächsten Mal sind "Rollenspiele" angesagt. Da mag ich die "nicht Umschubsbare" probieren....
                      Da mag ich hören, wie es gelaufen ist.

                      Zitat von Pitti Beitrag anzeigen
                      Wobei man im Kampf selbst natürlich nach Möglichkeit Angriffe ins Leere laufen lässt, indem man ausweicht, aber eben nur weit genug, um nicht getroffen zu werden, und möglichst nicht rückwärts sondern zur Seite, so dass er "vorbeistolpert" und man dann den ungeschützten, verletzlichen Rücken in Reichweite hat. .....

                      Das scheint mir schon für Fortgeschrittene zu sein....
                      Jein.

                      Es ist eine einfache Technik, die sehr effektiv ist, die man aber (wie alles!) üben muss, bis sie sitzt. "Anfänger" denken oft "Poah... Das kann ich nicht..." bis man ihnen den Trick erklärt und sie geübt haben. Lieber eine effektive, fortgeschrittene Technik üben, als beispielsweise einen einfach aussehenden Schlag, von dem jeder denkt "das bekomme ich hin" ohne zu wissen, dass man für den "Effekt" eine gewisse Muskelkraft oder Schnelligkeit braucht, die man eben nicht hat. Nur weil es leicht oder schwer aussieht, heißt das nicht, dass dem auch so ist. Da werden Eure Polizistinnen Euch bestimmt ganz spannende Sachen zeigen.

                      Mach's nur nicht so, wie sie es vor ein paar Wochen in einer TV-Sendung gezeigt haben (ich glaube es war Stern-TV): die Frau hat versucht, bei einem Angriff von hinten mit einem sinnlosen Gefuchtel mit der Faust über den eigenen Kopf hinweg Richtung Gesicht des Angreifers, irgendwas auszurichten. Total kraftlos, sinnlos und im Ernstfall verlorene Zeit! Und der Trainer meinte dazu ungefähr "nicht ganz so wie wir es geübt haben, aber trotzdem gut". Da war ich echt versucht, eine bitterböse Mail zu schreiben, dass die Frauen mit solchen Falschinformationen "auf die Straße schicken" und ihnen dabei das Gefühl geben, sie könnten damit mehr erreichen, als den Angreifer zu ärgern, so dass er womöglich noch brutaler vorgeht.

                      Ja, ich merk's, ich reg mich wieder auf und mecker rum.

                      Zitat von Pitti Beitrag anzeigen

                      Wahrnehmen, der Wahrnehmung vertrauen und handeln, das war auch das, was uns die Polizei-Ladies des letzten Abends immer wieder ans Herz gelegt haben....
                      Daran muss ich noch tüchtig arbeiten.

                      Wie peinlich wäre es, jemandem wegen eines Missverständnisses die Nase zu brechen oder auch nur versehentlich zu unterstellen, er hätte andere Absichten als seine tatsächlichen gehabt. Aber wenn man sich zu lange hinterfragt und wegen seiner Zweifel zögerlich reagiert, verspielt man bei einer tatsächlichen Gefahr vielleicht seine einizge Chance, heil aus der Sache raus zu kommen.

                      Ist für mich immer noch "dünnes Eis". Ich lasse mich zu leicht verunsichern, um nur ja niemandem "Unrecht zu tun" oder in meiner Reaktion über's Ziel hinaus zu schießen..

                      Zitat von Pitti Beitrag anzeigen
                      "Pfui Teufel!" - das trainiert langfristig sicherlich die Muckies der Hinterbeine .../
                      Hm... Vielleicht sind ja gar nicht die Kalorien schuld, dass ich nicht mehr in meine Lieblingshose passe, sondern die neuen Muckis.

                      Aber es bringt tatsächlich was. Ich lasse mir deutlich weniger "gefallen" oder mich von "enschüchterndem Verhalten" verunsichern, bis ich mir über meine Grenzen klar bin und sie auch klar vertrete, seit ich wieder "aktiv bin". Das hat er als Sensei natürlich pädagogisch wertvoll genau so geplant.


                      Zitat von Pitti Beitrag anzeigen
                      Lieben Dank, sunny, in deiner Antwort ist ganz viel "Ahhh, ja" für mich drin....
                      Das freut mich. Ich nehme aus Deinen Überlegungen dazu auch noch einiges für mich mit!

                      Kommentar


                        Mein kurz und kleines Kurz-Fazit für heute:

                        Sch.... auf "worst-case"-Gedanken und: Sinnloses Gefuchtel weglassen ... *räusperundwiederernstguck*

                        Kommentar


                          Von Geduld .... und dem Halten der eigenen Spur....

                          Neulich das einzige Tierchen, dass meinen hektischen Foto-Schnapp-Aktivitäten nicht wirklich ausweichen konnte:




                          Ich habe das Bild lange und immer wieder betrachtet
                          (Klein-Brax lief schon der Sabber - ich glaube, er hätte das Teilchen gern auf "Knusprigkeit" getestet)....
                          bis "M'am Kriecher" mir was von "Geduld und Beharrlichkeit" flüsterte.....

                          Ach je....

                          Viele meiner (mir bis dahin nicht wirklich bewussten Vorurteile) ploppten hoch und ich fragte nach der ollen Schleimspur.

                          M'am erklärte mir, dass das eine ganz und gar menschliche Betrachtungsweise sei, in ihren Kreisen gehe es u. a. darum, sich beim eigenen Spur-Halten nicht zu verletzen....

                          Ach so? ...

                          Dann flüsterte sie davon, dass ich darauf achten solle, mehr zu trinken... (und ja: ich trinke einfach zu wenig.... woher weiß die das???)

                          Oh ha....

                          Und wenn man/ich erst mal auf "Spur bin", dann sehe ich nach einer Weile nicht nur



                          das Offensichtliche.....

                          sondern auch noch, wie manches mit manchem verbunden ist ....

                          Kommentar


                            Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
                            Es lebe das Furchtgemüse! Denn es ist ein Gemüse, das dir jegliche Furcht vor allem nimmt, weil es dermaßen Blähungen verursacht, dass es jeden und alles Furchterregende weit, weit in die Flucht schlägt!
                            'schuldigung Bonny...... aber das musste ich einfach mal hier herschleppen.....

                            Mir mit einer Freundin wirklich passiert:
                            Wir waren in einem Wald-Lokal essen, und sie muss einfach zuviel "Furchtgemüse" gehabt haben, denn auf unserem Weg zum Auto (inzwischen war es bereits dunkel draußen) bat sie mich, schon mal vor zu gehen....

                            Ich war ahnungslos und ein bisschen verdattert, marschierte aber schon mal allein weiter Richtung Auto...

                            Nach einer Weile habe ich mich nach ihr umgeschaut....
                            und sah in 2, 3 m Entfernung von ihr eine Gestalt hinter/neben einem Baum stehen....

                            Dann hörte ich gar fürchterliche Geräusche aus meiner Freundin entweichen *staun*, sah noch, wie der Baum-Schemen sofort ganz hinter dem Baum verschwand.

                            Mit einem fröhlichen "Sooooo!" kam meine Freundin zum Auto; wir stiegen ein. Und es hat ein paar Fahr-Kilometer gedauert, bis ich vor lauter Lachen meine Bewunderung darüber artikulieren konnte, wie sie so "mir nichts/dir auch nichts" einen möglichen Anschleicher auf Abstand gehalten hatte. Meine Freundin hatte den Baum-Menschen überhaupt nicht wahrgenommen. ....

                            Furchtgemüse eben!

                            PS
                            Ob das Essen von Furchtgemüse zur Abschreckung potentieller Angreifer auf die Liste der "von der Polizei empfohlene Maßnahmen" gelangen kann, bleibt abzuwarten
                            Zuletzt geändert von Pitti; 17.09.2016, 14:05. Grund: PS eingefügt

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                              Gestern abend wurden wir im Kurs „Selbstbehauptung für Frauen“ noch mal mehr sensibilisiert, unserer Wahrnehmung zu vertrauen.

                              Zum Spüren „was nehme ich denn wie wahr, wenn ich unterwegs bin“, wurden wir angeleitet, uns im Gruppenraum zu bewegen, nach Ansage mal langsam, noch langsamer, dann schnell und schneller.…

                              Für einen Moment, als ich ein mir angenehmes Tempo hatte, war der Spür-Radius für mich größer, der Raum wirkte groß, fast riesig; das Wahrnehmen von „wo bin ich gerade selbst im Raum“ und „wo sind die anderen gerade“ und „wie ist der Abstand zum jeweils anderen in meiner Nähe“ war deutlich…. Ich fühlte mich dabei sehr präsent, knallwach...

                              Beim schnellen Gehen gab es „Fast-Zusammenstöße“, der Fokus war nur noch auf vorn ausgerichtet, ein bisschen wie „auf der Flucht“, stressig fand ich das…

                              Interessant fand ich, dass andere Teilnehmer das langsame Unterwegssein langweilig fanden, fast wie in Trance waren, sich der anderen kaum bewusst, während sie das „Hasten“ als ihnen gemäßer empfanden… So verschieden ist das jeweilige Wohlfühl-Tempo…

                              Für die Folgerunde sollten wir uns jeweils einen Teilnehmer ausgucken und ihn während des Gehens durch den Raum im Fokus behalten, und zwar möglichst so, dass er es nicht bemerkt… und auch mal wie an seine Fersen heften…. Ulkig, das zu tun, während man gleichzeitig versucht herauszufinden, wer einem selbst „am Hacken klebt“…. Die anschließende „Auflöse-Runde“ war genial: Kaum einer konnte jemand anderen fixieren und gleichzeitig deutlich „spüren“, auf wessen Zettel er selbst stand….

                              Das war als „Opening“ für die folgenden Rollenspiele ein guter Einstieg….

                              Situationen von uns Teilnehmerinnen, die wir als „mulmig/bedrohlich“ empfinden, wurden von anderen Teilnehmerinnen nachgestellt, spielerisch Alternativen im Umgang damit „geprobt“; Haltungen (leicht) geändert, Auswege gesucht und z. T. auch gefunden….

                              Unsere kleine Gruppe bildet nach nur 3 Abenden miteinander einen sich vertrauenden Raum, auch sehr Persönliches und Unangenehmes zum Thema zu machen und Veränderungen miteinander zu „proben“…. Die Kurs-Leiterinnen sind toll und machen es uns leicht…

                              Ein sehr bewegender Abend für mich….

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                                Klingt toll!

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