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Schweigen ist ... ja was, außer Gold?

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    #76
    kollektives schweigen...
    dann bin ich wohl meist diejenige, die das bricht ...

    nee, im ernst. genauso wie ich helfe, wenn ich kann, egal ob ein schwarzer bepöbelt wird oder ein obdachloser stürzt, kann ich es nicht ertragen, wenn wo etwas unklar ist oder unrecht passiert.

    geht nicht immer unbedingt gut aus für mich, wobei, meist eigentlich schon...

    heute haben wir uns bei der arbeit darüber unterhalten, wie es ist, wenn menschen sich schämen, weil sie kein geld haben und ihre rechnung nicht bezahlen können. beschämtes schweigen...nein, ich könnte die rechnungen nicht zulassen und hoffen, dass es einfach so gut geht...ich würde da anrufen und sagen, ich hab ein problem, welche möglichkeiten gibt es?

    ich will auch die tabus brechen, den schweigenden mantel wegzerren und über dinge sprechen, über die MAN nicht spricht. darüber dass nicht alles perfekt läuft und meine kindheit fies war und ich damals geschlagen wurde und über mobbing und fiese chefs und panikattacken und falsche freunde und was es sonst noch so alles gibt...

    und wenn es sich gut anfühlt, dann schweige ich auch gerne mal mit jemand!

    SO!

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      #77
      Liebe Spunk,
      ich hab nicht wirklich das Gefühl dass Du mich verstanden hast.

      Liebe Anneliese,

      dann sollten wir es an dieser Stelle dabei belassen. Ich hoffe, Du mißverstehst mein Schweigen nicht. Es geht nicht gegen Dich, ich denke nur, Du hast vielleicht recht und wir können uns gegenseitig nicht verstehen. Somit ist an diesem Punkt alles gesagt, und es entsteht ein Schweigen, das nicht verletzend sein soll, sondern akzeptierend.

      LG
      Spunk

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        #78
        Zitat von Anneliese Beitrag anzeigen
        Liebe Spunk,

        ich weiß nicht was ich tun würde wenn ich "wüsste" dass ein Kind in der Nachbarschaft misshandelt/missbraucht wird. .....


        Der Unglücksfall: Vor vielen Jahren starben/ertranken drei Kinder im Winter im Olympiasee in München. An der Stelle an der sie starben/ertranken - sie brachen in dünnem Eis ein - war das Wasser nicht so tief, hätten Erwachsene noch stehen können. Es waren damals lt. Bericht viele Menschen vor Ort die zusahen aber nicht halfen. Und manche gingen auch einfach vorbei. Wenn ich mich noch recht daran erinnere, ging erst ein herbeigerufener Rettungsdienst durch ie dünne Eisschicht ins Wasser und barg die Kinder. Aber es war für sie zu spät.
        Warum hat niemand geholfen? Das war damals eine Frage die in den Medien diskutiert wurde. Warum sahen Menschen zu? Warum griff niemand ein? Warum wartete man nur auf den Rettungsdienst?
        Ich fühlte mich damals, als ich davon las, ohnmächtig und wütend - wenn es meine Kinder gewesen wären, mein Vertrauen in die Menschheit wäre restlos zerbrochen. Warum hat niemand geholfen?



        .....Ich weiß nicht ob ich die Eine wäre die anfangen würde zu helfen. Ich weiß es nicht!


        .....Im Moment macht mich das doch sehr nachdenklich!

        Liebe Grüße
        Anneliese

        Hallo Anneliese,

        das was Du schreibst, macht mich nachdenklich!

        Was hält Dich ab, zu helfen, wenn es nötig ist! Auch wenn man selbst gerade nicht den Mut hat, kann man Hilfe holen!

        ???

        LG Simon

        Kommentar


          #79
          @ Hubert: Und ich zweifle auch dran ob ich immer erkennen kann wann/warum jemand schweigt und wie ich dieses Schweigen verstehen soll.
          Wenn Schweigen eigentlich verstanden werden müsste - ist das nicht eine Erwartungshaltung des Schweigenden?

          Ja, das gibt es, vielleicht ist es auch fehlende Sensibilität aus welchen Gründen auch immer. Es gibt ja auch Situationen, wo jedes weitere Wort nur Peinlichkeit bedeutet und trotzdem wird geredet, geredet und geredet.
          Ja, und es ist eine Erwartungshaltung, die ich an Anderen habe, an mich selber im Übrigen auch.
          Mir ist aber auch schon klar, dass ich die gerne haben kann, aber deshalb nicht unbedingt erfüllt werden muss. Aber das ist wie mit einigen meiner Erwartungshaltungen: Die Welt dreht sich halt nicht nach mir, schon eher mit mir oder besser, ich mich mit ihr. Aber vielleicht ist es wie mit schlechten Eigenschaften, wie Unhöflichkeit, Unaufmerksamkeit, lautem polteriges Auftreten,vordrängeln, Plattheiten, usw. usw. Die gibt es immer und wird es immer geben. Aber man versucht sie halt zu meiden.

          Kommentar


            #80
            Zitat von Simon Beitrag anzeigen
            Hallo Anneliese,

            das was Du schreibst, macht mich nachdenklich!

            Was hält Dich ab, zu helfen, wenn es nötig ist! Auch wenn man selbst gerade nicht den Mut hat, kann man Hilfe holen!

            ???

            LG Simon
            Ach Simon, wie kann ich es erklären?

            Die Erinnerung an das damalige Unglück und das Nichthandeln der Menschen hat vieles in mir aufgewühlt. Ja, ich frage mich ernsthaft ob ich nicht auch 'nicht handeln' würde, ob ich nicht auch zu den Menschen gehören könnte die nicht mal Hilfe holen sondern zB schockiert einfach nur wegschauen, weitergehen, nichts damit zu tun haben wollen.
            Wie viele Menschen fahren an Autounfällen vorbei ohne zu helfen?
            Wie viele Menschen schreiten nicht ein wenn sich andere prügeln oder wenn Frauen oder Kinder auf offener Straße misshandelt werden?

            Warum helfen diese Menschen nicht? Was bewegt sie zu schweigen, wegzuschauen?
            Warum haben Menschen zu Hitlers Zeiten geschwiegen?
            Warum schweigen Menschen heute noch wenn sie Ungerechtigkeiten/Unmenschliches miterleben?

            Bin ich so anders als diese Menschen? Habe ich wirklich mehr Mut? Mehr Courage? Oder würde ich nicht auch wegschauen aus Angst? Ist meine Angst vielleicht nicht auch mal größer als mein Mut? Könnte mich meine Angst vielleicht auch mal beherrschen?

            Woher nehmt ihr/Du die Sicherheit immer zu helfen?

            Bisher habe ich immer geholfen wenn ich sah dass jemand Hilfe brauchte - dennoch zweifle ich ob ich es auch in besonders schwierigen Situationen tun würde, ob ich eingreifen oder zumindest Hilfe holen würde.

            Schweigen ist für mich oft ein Ausdruck von Angst.
            Angst sich 'um Kopf und Kragen zu reden',
            Angst verkehrt verstanden zu werden,
            Angst andere mit Worten zu verletzen,
            Angst durch reden sich verletzlich/angreifbar zu machen

            Und Schweigen (nicht handeln) empfinde ich teilweise auch als Flucht vor Konsequenzen, Flucht vor dem Tragen der Verantwortung.
            Schweigen (nicht handeln) empfinde ich in manchen Fällen auch als Flucht vor der Angst 'sich ohnmächtig' zu fühlen.

            Damit verbinde ich Schweigen teilweise auch mit 'sich machtlos fühlen', 'sowieso nichts ändern können'.

            Das negativ betrachtete Wort 'Schweigen' hat in mir ein ziemliches Chaos ausgelöst, hat vieles in mir aufgewühlt, viele Fragen aufgeworfen.
            Vielleicht brauche ich jetzt ein 'positives' Schweigen um wieder zur Ruhe zu finden, in die Leere zu kommen, zu mir selbst/zu meinem Sein zurück zu finden. Ich wünsch euch was!

            Gute Nacht
            Anneliese

            Kommentar


              #81
              Vielleicht haben wir nur verschiedene Perspektiven?
              Ich sehe einen anderen schweigenden Menschen vor mir und frage mich was das Schweigen bedeuten könnte, wie ich es verstehen könnte.

              Natürlich ist Schweigen nichts eindimensionales und: Klar muß man beim Thema Schweigen auch den Kontext betrachten.

              Hier was zum Thema Schweigen:


              und hier auch noch was:



              Übrigens ein sehr sehenswerter Film. Ich weiß nicht, ob Du ihn schon gesehen hast
              .






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                #82
                Zitat von Anneliese Beitrag anzeigen
                Das negativ betrachtete Wort 'Schweigen' hat in mir ein ziemliches Chaos ausgelöst, hat vieles in mir aufgewühlt, viele Fragen aufgeworfen.
                Vielleicht brauche ich jetzt ein 'positives' Schweigen um wieder zur Ruhe zu finden, in die Leere zu kommen, zu mir selbst/zu meinem Sein zurück zu finden. Ich wünsch euch was!

                LIebe Anneliese, die Runde!

                Dir / Euch auch beste Wuensche.

                Nicht zum Stichwort untaetiges Schweigen (habe bisher immer was gesagt), sondern letztlich doch dem negativ konnotierten Schweigen:
                ja, bisher ging es mir meistens so, dass ich immer die Stille fuellen musste. Mit Worten. Handlungen. Aktivismus.

                Nunmehr spuere ich, dass ich anders 'schwinge'. Mehr in mir ruhe. Und damit durchaus das Beduerfnis habe, mal nix zu sagen. Grade heute ist wieder so ein Tag. Ich koennte einfach nur so da sitzen und traeumen. Ein Buch lesen. Schweigen. zur Ruhe kommen. Aber nein... es heisst ja arbeiten. Somit laechele ich alle freundlich an, und freue mich, wenn sie zuruecklaecheln. Aber reden, nun, das werde ich heute nur, wenn ich muss, wo ich muss. Aber mir geht es gut... ich mag meine Kollegen, die Leute auf der Strasse, schenke ihnen Licht.
                Ich glaube, jeder der spuert, der weiss es. Jeder der selbst die Stille als ungemuetlich empfindlich, ruht noch nicht in sich? Sucht vielleicht etwas?

                In diesem Sinne heitere, stille aber durchaus sonnige Gruesse aus dem verregneten Shanghai vom
                Kuestenmaedel

                (die normal die Eloquenz in XXL ist)

                PS (siehe oben in blau) ach nee... doch schon wieder 'muss'
                dabei nehme ich mir schon die freiheit, zu schweigen... aber in einigen situationen ist man doch so sehr teil der gesellschaft, dass man 'muss' @ least fuer die rolle 'mitarbeiter/teamkollege'
                Zuletzt geändert von Kuestenkind; 09.06.2009, 02:26. Grund: PS

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                  #83
                  Zitat von Hubert1 Beitrag anzeigen
                  Vielleicht haben wir nur verschiedene Perspektiven?
                  Ich sehe einen anderen schweigenden Menschen vor mir und frage mich was das Schweigen bedeuten könnte, wie ich es verstehen könnte.

                  Natürlich ist Schweigen nichts eindimensionales und: Klar muß man beim Thema Schweigen auch den Kontext betrachten.

                  Hier was zum Thema Schweigen:


                  so ungefähr gings mir und meinem Mann im Kurzurlaub in der letzten Woche! Länger als die drei Tage hätte ich diese Art 'Schweigen' nicht mehr ausgehalten!

                  und hier auch noch was:



                  Übrigens ein sehr sehenswerter Film. Ich weiß nicht, ob Du ihn schon gesehen hast.
                  Nein, kenn ich nicht, aber ich werde ihn mir besorgen, klingt sehr interessant und aufschlußreich. Vielen Dank für Deinen Tipp!

                  Herzliche Grüße
                  Anneliese

                  Kommentar


                    #84
                    Zitat von Anneliese Beitrag anzeigen
                    Schweigen ist für mich oft ein Ausdruck von Angst.
                    Angst sich 'um Kopf und Kragen zu reden',
                    Angst verkehrt verstanden zu werden,
                    Angst andere mit Worten zu verletzen,
                    Angst durch reden sich verletzlich/angreifbar zu machen

                    Und Schweigen (nicht handeln) empfinde ich teilweise auch als Flucht vor Konsequenzen, Flucht vor dem Tragen der Verantwortung.
                    Schweigen (nicht handeln) empfinde ich in manchen Fällen auch als Flucht vor der Angst 'sich ohnmächtig' zu fühlen.

                    Damit verbinde ich Schweigen teilweise auch mit 'sich machtlos fühlen', 'sowieso nichts ändern können'.
                    hallo zusammen,

                    ist das nicht des pudels kern? die angst, etwas FALSCH zu machen? ich kann ja eh nichts ändern...
                    DOCH- könnte man eben doch.

                    und es kann schiefgehen, man kann sich unbeliebt machen oder auch mal einen fehler machen!
                    und? lieber rette ich einmal ein kind "zuviel" vor seinen peinigern als eines zu wenig, mal ganz drastisch ausgedrückt!

                    ich durfte die letzten circa 2 jahre die erfahrung machen, dass konflikte mich auch mit anderen menschen enger zusammenbringen, dass ich fehler machen darf. und ich mach lieber was falsch als nichts zu tun. lieber die schnauze aufgerissen als nichts dazu gesagt, was mir das herz schwer macht. das thema geht mir echt zu herzen, merk ich!

                    und Hubert,
                    ich seh das auch so, ganz bestimmt haben menschen verschiedene schweige-bedürfnisse, und an dem punkt wo du schon längst nichts mehr sagen willst, hab ich vielleicht noch redebedarf- dass muss dann individuell abgestimmt werden- da ist keiner richtig oder falsch...

                    herzliche grüße

                    Kommentar


                      #85
                      Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
                      ich seh das auch so, ganz bestimmt haben menschen verschiedene schweige-bedürfnisse, und an dem punkt wo du schon längst nichts mehr sagen willst, hab ich vielleicht noch redebedarf- dass muss dann individuell abgestimmt werden- da ist keiner richtig oder falsch...
                      angenommen, Du stehst vor Gericht, ich finde schon, das es da so etwas wie richtig oder falsch gibt, im Hinblick darauf, ob Du noch Redebedarf hast oder nicht, es sei denn es ist Dir egal, ob Du in Kürze noch mal umziehst mit nicht ganz frei gewählter Nachbarschaft.
                      Aber ich weiß schon, was Du meinst.
                      Ob der Rest so indiviuell ist? Mag sein. Ich bin mal an einem Sonntagmorgen irgendwo im Grenzgebiet zwischen Kanada und den USA morgens völlig abgelegen mit jemanden in einem Kanu auf einen See gerudert.
                      Fast völlige Stille, der See bewegte sich im Grunde nicht. Als das Ufer kaum noch in Sichtweite war, haben wir gehalten. Fast absolute Stille.
                      Wenn jetzt jemand was gesagt hätte, wäre diese Stimmung für meine Begriffe zerstört gewesen, oder hättest Du, wenn Du mit mir in dem Boot gesessen hättest, dann gesagt: Sag mal, fandest Du nicht, dass die Rühreier heute morgen irgendwie etwas zu salzig waren??

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                        #86
                        Liebe Fortuna, hallo zusammen,

                        in meinem Kopf rattert es - nichts schweigt

                        Ich glaube mit dem Schweigen verhält es sich wie mit vielen anderen Handlungen.
                        Ich bin geprägt durch das, was ich erlebt habe, durch meine Erfahrungen, meine Glaubenssätze.
                        Durch dieses Erleben wird mein Handeln beeinflusst - und eben auch beeinflusst ob ich schweige, rede, handle.

                        Grade kam in mir die Erinnerung hoch wie es sich für mich anfühlte, wenn mein Mann mal unsere Söhne anschrie/schimpfte. Ich empfand es schrecklich. Es erinnerte mich an meinen Vater der cholerisch reagierte und dessen Verhalten in mir oft Angst erzeugte. Wenn mein Mann unsere Jungs anschrie, konnte ich nicht schweigen. Ich konnte es nicht weil ich nicht wollte dass sie ebenfalls diese Angst verspüren müssten wie ich sie bei meinem Vater empfand.
                        Ich schwieg nicht, trat zwischen meinen Mann und den Jungs und mein Mann fühlte sich damit angegriffen und sagte dass ich ihm damit ,in den Rücken falle'.
                        Aber ICH konnte nicht anders, ICH konnte es nicht aushalten zu schweigen, weil ICH die Erfahrung gemacht hatte dass Schreien Angst auslöst.
                        Aber vielleicht war es für meine Jungs gar nicht so 'angstauslösend'? Vielleicht hätten sie auch mal den wütenden Vater gebraucht um zu lernen mit Wut/Schreien umzugehen?
                        Manchmal wäre mein Schweigen 'sinnvoller' gewesen - so empfinde ich heute. Aber ich konnte es nicht, weil ich es nicht aushalten konnte an MEINEN Schmerz, an MEINE Angst erinnert zu werden?

                        Langsam wird es mir bewusst warum ich schweige oder nicht schweige - wann und ob es etwas mit mir, mit alten Erfahrungen und Ängsten zu tun hat. Und ich denke dass ich ab jetzt auch mal Schweigen aushalten kann wenn ich spüre dass durch mein Reden/Handeln 'nur' meine Verletzungen - verursacht durch alte Erfahrungen - ausgedrückt werden wollen und es im Grunde nicht mit dem JETZT zu tun hat.

                        Liebe Grüße
                        Anneliese

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                          #87
                          Zitat von Hubert1 Beitrag anzeigen
                          Fast völlige Stille, der See bewegte sich im Grunde nicht. Als das Ufer kaum noch in Sichtweite war, haben wir gehalten. Fast absolute Stille.
                          Wenn jetzt jemand was gesagt hätte, wäre diese Stimmung für meine Begriffe zerstört gewesen, oder hättest Du, wenn Du mit mir in dem Boot gesessen hättest, dann gesagt: Sag mal, fandest Du nicht, dass die Rühreier heute morgen irgendwie etwas zu salzig waren??
                          Was hättest Du dann getan?

                          Ich kann sehr gut nachvollziehen wie zer-störend es gewesen wäre, aber war es im Grunde nicht 'nur' DEINE empfundene Stille? Vielleicht hätte jemand anderes im Boot die Stille als unerträglich empfunden und wäre damit nicht zurechtgekommen? Was dann?
                          Wie könnte man damit umgehen wenn jemand ein Schweigen/eine Stille bricht? Wie damit umgehen ohne den anderen dafür zu verurteilen - denn er/sie kann die Stille vielleicht ja nicht aushalten?
                          LG
                          Anneliese

                          Kommentar


                            #88
                            Zitat von Hubert1 Beitrag anzeigen
                            Ich bin mal an einem Sonntagmorgen irgendwo im Grenzgebiet zwischen Kanada und den USA morgens völlig abgelegen mit jemanden in einem Kanu auf einen See gerudert.
                            Fast völlige Stille, der See bewegte sich im Grunde nicht. Als das Ufer kaum noch in Sichtweite war, haben wir gehalten. Fast absolute Stille.
                            Wenn jetzt jemand was gesagt hätte, wäre diese Stimmung für meine Begriffe zerstört gewesen, oder hättest Du, wenn Du mit mir in dem Boot gesessen hättest, dann gesagt: Sag mal, fandest Du nicht, dass die Rühreier heute morgen irgendwie etwas zu salzig waren??
                            Ich bin nicht Fortuna, aber das springt mich an... Wenn mich in dem Moment jemand etwas so profanes gefragt (oder auch was anderes gesagt) hätte... dann hätte es eine kleine Weile gedauert, bis ich aus der Versunkenheit (der Stille) soweit aufgetaucht wäre, daß ich begriffen hätte, was er da gesagt hat, daß er überhaupt gesprochen hat... und anschließend... hätte ich ihn wohl ohne ein weiteres Wort über Bord gehen lassen....

                            Die Momente so absoluter, fast greifbarer Stille in der Natur sind mittlerweile so selten geworden, daß sie für mich sehr kostbar sind. Sie sind ein Geschenk. (Ähnlich geht es mir mit einem nachtschwarzen Himmel voller sichtbarer Sterne... "dank" Lichtverschmutzung fast unmöglich.) Solche Momente durch reden zu zerstören ist für mich genau so unvorstellbar, wie z. B. der Gedanke, daß jemand in den Louvré stiefelt und das Original der Mona Lisa mit einem aufgemalten Bart versieht...

                            LG
                            Spunk,
                            der die Vorstellung dieses ruhigen, spiegelglatten Sees gerade jetzt in der Mittagspause unheimlich gut tut... und die gerade denkt, daß in so einem Moment absoluter Stille nichts anderes als ungläubiges Staunen, atmen und ein Lächeln Platz in ihr hätten...

                            Kommentar


                              #89
                              Zitat von Spunk Beitrag anzeigen
                              ...
                              Spunk,
                              der die Vorstellung dieses ruhigen, spiegelglatten Sees gerade jetzt in der Mittagspause unheimlich gut tut... und die gerade denkt, daß in so einem Moment absoluter Stille nichts anderes als ungläubiges Staunen, atmen und ein Lächeln Platz in ihr hätten...

                              Was gäbe ich drum, mit im Boot sitzen zu dürfen...

                              Kommentar


                                #90
                                Zitat von Anneliese Beitrag anzeigen
                                ...
                                Woher nehmt ihr/Du die Sicherheit immer zu helfen?

                                Bisher habe ich immer geholfen, wenn ich sah dass jemand Hilfe brauchte - dennoch zweifle ich ob ich es auch in besonders schwierigen Situationen tun würde, ob ich eingreifen oder zumindest Hilfe holen würde.
                                ...
                                OT werde ich, liebe Anneliese,

                                weil ich das Gefühl habe, Du quälst Dich theoretisch mit Fragen und Zweifeln, von denen Du mehrfach hier und in anderen Postings beschrieben hast, wie Du sie praktisch (durch Handeln) längst beantwortet hast.

                                Du hast offenbar die Erfahrung gemacht, dass Du Dich auf Dich "verlassen" kannst, denn, wenn nötig, hast Du geholfen.
                                Warum dann die Frage stellen, was wäre wenn... (in schwierigeren bis extremen Situationen wie der Diktatur), wenn es Dich in "inneres Chaos" stürzt? Warum nicht darauf vertrauen, dass Du schon die richtige Antwort findest, sollte eine schwierigere Situation sie Dir abverlangen.
                                Was fügt es Deiner offenbar gut gefestigten eigenen Handlungs-Sicherheit hinzu, wissen zu wollen, woher die anderen ihre Sicherheit nehmen? Dein Anliegen, wenn ich recht verstehe, ist doch, jedem "das Seine" ohne Bewerten zu lassen, also warum Dir nicht "das Deine" ohne weiteres Hinterfragen?

                                Bitte nimm mir diese rhetorischen Fragen nicht übel. Aber ich bin selbst eine geübte "Nachbohrerin", der durch eine schlichte Frage ein ganzer Kronleuchter aufgegangen ist:

                                Zitat von Kap Horn Beitrag anzeigen
                                Hej Pippa!

                                Schön zu lesen, dass Du Dir den Ast auf dem Du sitzt nicht weiter abersägst
                                ...
                                Wir haben die Möglichkeit alles hinterfragen zu wollen, und da kam mir gerade die Frage: "Warum willst Du alles in Frage stellen?"...
                                In diesem Sinn: Fühl Dich eingeladen zu einer Bootsfahrt in einvernehmlichem, fraglosem, entlastendem Schweigen!

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