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Schweigen ist ... ja was, außer Gold?

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    #31
    hallo Pippa,

    versteh ich dich richtig, mit innerem schweigen meinst du so eine art einklang, mit sich selbst im reinen zu sein, so dass eine wunderbare innere ruhe herrschen kann?

    meine inneren stimmen waren eine zeitlang so leise, dass ich sie kaum hören konnte und ich bin froh, dass sie jetzt lauter und selbstbewußter werden. da ist ordentlich was los! ich kann mir vorstellen, eines tages in ruhe und frieden mit ihnen zu leben, nicht das wir gerade nicht in frieden leben, aber da herrscht schon ordentlich aufregung von zeit zu zeit. aber die dürfen sich immer melden, die sollen sich melden, wenn sie mir was zu sagen haben...

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      #32
      Zitat von Pippa Beitrag anzeigen

      Kennt Ihr diese Erfahrung? Und wenn ja, wie geht Ihr damit um? Wie geht es weiter, wenn es innen "laut wird" vor Schweigen außen?
      Hallo Pippa,

      das kommt darauf an, ob ich das Schweigen außen begrüße oder ob es mich verunsichert.

      Wenn ich die Ruhe gesucht habe, das Schweigen außen endlich erreicht ist, dann freue ich mich auf den Dialog mit den inneren Stimmen, so, wie man sich die Zeit nimmt, mal wieder einen Brief an einen guten Freund zu schreiben.

      Wichtig ist aber zu unterscheiden, ob es sich bei den Stimmen um die eigenen handelt oder ob da die Glaubenssätze anderer Menschen als Echo in einem widerhallen. Vor langer Zeit bin ich da öfters drauf reingefallen, aber seit ein paar Jahren passiert mir das nicht mehr.

      Anders ist das, wenn mich das Schweigen von außen verunsichert. Nehmen wir an, Du änderst etwas in Deinem Leben und da, wo vorher Austausch mit den Menschen war, ist jetzt Schweigen.

      Dann kann es passieren, daß Dir die Stimmen in Dir "unangenehme" Fragen stellen, Dich auffordern, Position zu beziehen. Das Du Deine Position selbst bestimmen musst, weil Du von außen - mangels Feedback - keine Antworten mehr bekommst.

      Wenn es in solchen Situationen ganz hart kommt, versuche ich es schon mal mit Humor zu nehmen. Sage dem Geschwätz in mir, es soll jetzt erst mal den Schnabel halten, und gehe zwei Stunden in den Wald. (Andere legen sich in die Badewanne, kochen sich ein gutes Essen, gönnen sich eine Flasche Wein... was auch immer.)

      Danach bin ich meist wieder geerdet, ruhiger, und kann mich mit dem, was sich an Fragen in mir stellt, besser auseinander setzen.

      LG
      Spunk

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        #33
        Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
        hallo Pippa,

        versteh ich dich richtig, mit innerem schweigen meinst du so eine art einklang, mit sich selbst im reinen zu sein, so dass eine wunderbare innere ruhe herrschen kann?

        meine inneren stimmen waren eine zeitlang so leise, dass ich sie kaum hören konnte und ich bin froh, dass sie jetzt lauter und selbstbewußter werden. da ist ordentlich was los! ich kann mir vorstellen, eines tages in ruhe und frieden mit ihnen zu leben, nicht das wir gerade nicht in frieden leben, aber da herrscht schon ordentlich aufregung von zeit zu zeit. aber die dürfen sich immer melden, die sollen sich melden, wenn sie mir was zu sagen haben...
        Wenn ich lese, dass Du "eines Tages in Ruhe und Frieden" mit diesen unterschiedlichen inneren Stmmen leben willst, so passt das grade so gut zu meiner Lektüre, dass ich Dir kurz berichte:

        Habe eben über einen tibetischen Yogi (Milrepa) gelesen, der viele Jahre in der Abgeschiedenheit einer Berghöhle verbrachte, um dort den Inhalt seines Geistes in Form sichtbarer Projektionen zu betrachten.

        Nun zitiere ich - natürlich eine buddhistische Allerweltsweisheit, trotzdem -
        "Er lernte im Verlauf der Jahre intensiven Trainings, dass das Leiden nur daraus entsteht, dass man sich von den Dämonen verführen lässt oder gegen sie zu kämpfen versucht." -
        Mehr Leiden als Verführung verursacht nach der Erfahrung dieses Tibeters der Widerstand gegen die inneren Bilder und er erkennt: "Wenn aller Widerstand verflogen ist, sind die Dämonen verschwunden."

        Brune

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          #34
          Zitat von Brune Beitrag anzeigen
          Mehr Leiden als verführung verursacht nach der Erfahrung dieses Tibeters der Widerstand gegen die inneren Bilder und erkennt: "Wenn aller Widerstand verflogen ist, sind die Dämonen verschwunden."
          noch ne erkenntnis, boah, geht ganz schön ab bei mir

          liebe Brune, und ich dachte, ich hab das kämpfen aufgegeben. im aussen vielleicht, aber den "innenbereich" hab ich vergessen...feierlich friedensvertrag mit mir selber aufsetz!


          liebe Spunk, gar nicht einfach, die "guten" inneren stimmen und die alten glaubenssätze auseinanderzuhalten. genau darin liegt die kunst und ich glaube, das ist auch der grund, warum viele dies lieber vermeiden. weil es echt nicht einfach ist und man sich oft irrt...und kämpfen nichts bringt. siehe oben

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            #35
            Liebe Fortuna,

            je mehr Du Dich von dem Bild entfernst, das "die Menschen" vermutlich in Dir sehen möchten (mit dem Du Dich aber nicht wohlfühlst), um so mehr verstummen diese Stimmen, die nichts anderes sind als Glaubenssätze.

            Anfangs fühlt es sich dann manchmal sehr still, sehr einsam an. Aber je sicherer Du in Dir selbst wirst, um so öfter hörst Du Deine eigenen Stimmen.

            Nicht einfach, und nicht immer erfolgreich. Aber soooo wohltuend!

            Hab da gerade so spontan ein Bild vor Augen: wenn Du Dich in einer Menschenmenge befindest und Dir ihr Lärmpegel unangenehm ist... dann wendest Du Dich ja auch ab, verlässt diesen "Pulk", drehst Dich um und gehst Deinen eigenen Weg. Auf dem es viel stiller ist. Anfangs ist das sicher ungewohnt, aber mit der Zeit lernt man es zu schätzen.

            Alles Liebe Dir!
            LG
            Spunk

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              #36
              liebe Spunk,

              ich versuche immer mehr, mit meinem körper zu arbeiten. dieses gute gefühl, wenn ich mir bei etwas sicher bin, zu spüren und zu respektieren. und danach zu handeln.

              und die verspannungen zu fühlen, wenn es die inneren alten glaubenssätze sind, die mir etwas einflüstern wollen...

              manchmal geht es noch kreuz und quer und holterdipolter, aber ich erkenne doch sich anbahnende struktur. und gewinne immer mehr vertrauen in meine intuition.

              ich werde schon immer einsamer. und es macht mir kaum noch angst. weil ich qualität und keine quantität brauche. lange genug gesabbelt hab bis die stimme heißer war. dadurch ging es mir nicht unbedingt besser. doch, ich bevorzuge gerade die stille. die nachdenklichkeit.

              liebe grüße

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                #37
                Schweigen Konkret

                Jetzt liegt das Thema Schweigen ja wieder eher im „Jahreszeiten-Trend“, Fastenzeit...

                So machte ich einfach letzte Woche die Probe aufs Exempel: Einen ganzen Sonntag sich allein zurückziehen auf die eigenen vier Wände, nichts, kein Radio, keine Uhr, kein Telefonieren, kein Treffen, , nicht lesen, nicht schreiben, ja sogar der Verzicht aufs Hinausgehen oder auf geplante Ziele – das wollte ich versuchen.

                Und wie zu erwarten, aber im eigenen Erleben eben doch viel handfester, bestätigte sich, was Ihr in Euren Beiträgen angesprochen und viele kluge Lebensregeln schon auf den Punkt gebracht haben:

                Erstmal – wie Kap Horn ja ironisch prophezeite – die innere Geschwätzigkeit zu Höchstform auflaufend, nervtötend; das werte Innere führte sich auf wie ein wild gewordener Debattierclub widerstreitender Stimmen oder ein in verschiedene Richtungen zerrendes Gespann. Und mangels Planung auch kein die Sache entschärfendes: „Schluß, jetzt wird das gemacht...“

                Damit ging eine starke physische Unruhe einher. Hier hin, dort hin, das in die Hand nehmen, weglegen, jenes, weglegen, nichts wirklich anpacken, keine Idee, was tun ... Also die negative Kehrseite der „Ver-Körperung“, die Fortuna als mögliche positive Folge von Schweigen angesprochen hat.

                Dann das Lauschen nach draußen. Wenn doch das Telefon läutete. Könnte ich nicht... Ach, ich möchte... Zweifel: Was soll das ganze denn?

                Die innere Uhr erwies sich als nicht sonderlich zuverlässig – die Kirchturmuhr hörte ich schlagen, wußte also die Uhrzeit, obwohl ich die Armbanduhr abgelegt hatte.
                War es nun Zeit z.B. Mittagessen zu kochen? Hatte ich Hunger oder nicht? Kaffee – war mir danach oder eigentlich nicht? Wenn essen, was? Eigentlich hatte ich auf nichts wirklich Lust.

                Am verunsicherten Zeitempfinden hielten sich die Gedanken dann allmählich fest. Plötzlich stellte ich fest, daß ich schon länger mich gesetzt und auch ruhig sitzen geblieben war. Und im Betrachten des wahrlich nicht spannenden Fensterausschnitts immer wieder den gleichen Linien mit den Augen folgte: Dachfirst, Baumkrone ... Ein vorbeifliegender Vogel war schon „aufregend“. Dem Wandern der Augen folgte allmählich jenes der Gedanken. Waren Gedanken auch Stimmen, wenn, nicht welche Qualität unterschied beides? Irgendwann wurde der Atem bewußt. Oder war es umgekehrt, erst ruhigerer, tieferer Atem, dann das Ordnen und leiser werden der inneren Stimmen? Wie wenig verläßlich war die Wahrnehmung.

                Dann plötzlich merken, der Fuß ist eingeschlafen, dafür kribbeln die Finger, daußerdem friert`s mich. Eine Runde durch die Wohnung drehen. Die innere Stimme drängt vor:“Was soll der Unsinn, die Fenster gehören geputzt, der Schreibtisch aufgeräumt, Unsinn so einen Tag vergeuden mit Nichtstun, die Zeit fehlt dann hinten und vorn... Firlefanz, Schnapsidee!“

                Wenig später:“Gut, einfach nur Zeit und Ruhe zu haben, was alles sich an Stimmen meldet. Sollte man wirklich öfter machen...“ Anstrengend dieses Hin und Her von Ruhe und Aufruhr.

                Gedanken spannen sich darum, welchen Rhythmus eigentlich der gewohnte Sonntagsverlauf bedeutete? Und wie verhielt sich dieser Rhythmus zu dem der Arbeitstage? Wie war es mit Aufstehen und Bettgehen? Wie mit den Pausen? Gab es die überhaupt „innengesteuert“ oder nur vorgegeben? War es nicht, als lägen verschiedene Zifferblätter übereinander, die der längeren Rhythmen und die der kürzeren, die der Kreisläufe wie der Jahreszeiten und die der linearen wie von Neujahr zu Silvester, von Geburtstag zu Geburtstag. Und da war dieser Tag also ein ganz speziell ausgeschnittenes Fenster mit bestimmten Koordinaten und unverwechselbarer Eigenart.

                Wie war es mit dem „Geschmack“ der verschiedenen Tageszeiten? Was genau ließ eigentlich außer dem Licht und Außenreizen erkennen, ob es früher Morgen war oder Abend? Wie war es damit im Verlauf der Jahreszeiten? Wie unterschieden sich Fest-, Urlaubs- und Arbeitsphasen? Seltsam, die Ruhe außen wurde plötzlich wie Watte, wie schalltoter Raum. Dabei doch sonst die Hellhörigkeit des Hauses, die so nervte. Der Hund der Nachbarn – heute kein Laut. Kein Kinderlärm vom Spielplatz. Wann eigentlich begannen die Vögel im Frühjahr zu zwitschern? Wie wenig Ahnung man doch hat, das Wissensdefizit ein Faß ohne Boden. Eine neue Runde des Gezänks der inneren Stimmen.

                Plötzlich schrak ich aus den Gedanken auf vom Schlagen der Turmuhr – ich hatte wieder eine geschlagene Stunde ganz ruhig gesessen und war mit den Gedanken weit, weit weg gewandert. Wann war ich aus dem Wespennest der lärmenden inneren Stimmen wieder in das ruhige Gedankenfahrwasser gelangt und wodurch? Wieder: die Wahrnehmung war nicht aufmerksam gewesen.

                Jetzt hatte ich Durst und ich wußte auch worauf, schlicht eiskaltes Wasser und dann eine Orange...

                Und dann wollte ich bügeln, Sonntag hin oder her. Einen Haufen Wäsche in einen geordneten Stapel schön glatter Pullover und T-Shirts verwandeln, ja. Die Hände bewußt benutzen. Wie würden darauf die inneren Stimmen reagieren?

                Später noch einmal eine Stunde in den Himmel träumen, als es langsam dunkel wurde, das Blau sich wandeln sehen in durchsichtig helles, wie luftleeres Nichtblau, dann rasches Eindunkeln und schließlich Nachtblau ... Dabei plötzlich sich fragen und keine Antwort finden:“Wann an diesem Tag hatte sich der lärmende innere Stimmenhaufen eigentlich zum manierlichen Miteinander, ja für Momente sogar zu einem angenehmen Kammermusikensemble beruhigt? Und seit wann war es auch zeitweise ganz still, ohne leer oder innerlich taub zu sein? Welches Bild paßte für dieses nicht leer, aber still?

                Spät abends – ja, sehr unvernünftig, da der nächste Morgen die Quittung mit Müdigkeit präsentieren würde, aber einfach stimmig: Der Griff zum Füller und schreiben, obwohl ich doch an diesem Tag nicht hatte schreiben wollen. Schreiben auf schönem, griffigem Papier, schreiben nach einem Tag lang schweigen versuchen. Doch nicht wie sonst, mit Knoten im Satzfaden und Herausquälen der Worte und entnervt streichen und aufgeben. Nein, friedlich gehen innere leise, langsame Stimmen, Gedanken und Worte im Geschirr. Nur eine einzige Seite schreiben – aha, kein „Geschwätz“, konzentrierte Kürze - dazwischen in die Kerze schauen. Zuletzt bettschwer den Füller zuschrauben.
                Die inneren Stimmen ganz leise, außen alles lebendig, nicht wattig ruhig – Einschlafen kein Problem...

                Diese paar Impressionen bestätigen wie gesagt nur, was natürlich viele Lebensregeln schon mehr oder minder knapp auf den Punkt gebracht haben.
                - So etwa die vielen Ordensregeln, die Schweigen immer mit (Hand)arbeit verknüpfen und einen streng gefügten Tagesrhythmus als Gerüst vorgeben.
                - Andererseits kann aus Schweigen, allerdings mühsam, sich auch herauskristallisieren, was jetzt anstünde an Tätigkeiten. Schweigen als gutes „Mistbeet“ Wünsche zu entdecken und Ziele.
                - Schweigen wirkt anfangs zerstreuend, dann erst, nachdem sich das Stimmendurcheinander innerlich ausgetobt hat, konzentrierend. Mit "Rückfällen" ist jederzeit zu rechnen.
                - Die vom äußeren Reden sonst überdeckten „Körper-Stimmen“ reden präziser bzw. können sich besser Gehör verschaffen beim Schweigen.
                _ Die Wahrnehmung wird leichter, aber auch die mangelnde Übung darin einem bewußter. Das Abschweifen fällt einem stärker auf.
                - Ärger, wenn das innere Stimmenkonzert nicht nach der gewünschten Partitur abläuft, legt sich im Lauf der Zeit und etwas wie freundliche Geduld mit der Unzulänglichkeit kann einziehen.
                Die Reihe ließe sich fortsetzen.

                Gut Bekanntes? Freilich – und doch, die konzentrierte Erfahrung läßt es eben plastisch werden und weckt die Lust: Häufiger und tiefer ins Schweigen eintauchen. Denn dort noch tiefer warten bestimmt noch viele spannende und förderliche Entdeckungen...

                Was meint Ihr? Oder wollt Ihr lieber schweigen ?

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                  #38
                  Zitat von Pippa Beitrag anzeigen
                  ... Oder wollt Ihr lieber schweigen ?
                  Ja.

                  Es war mir ein Genuss, deinen Bericht zu lesen und es wird mir ein Genuss sein, ihn zu beschweigen und mit in meine Träume zu nehmen...

                  Kommentar


                    #39
                    O - das sollte aber nicht das Ergebnis eines Schweige-Versuchs sein!

                    Vielmehr... Anregung für eine neue Runde!

                    Vielleicht kommt nach den Träumen, noch etwas außer Schweigen

                    von Dir liebe Tintenweberin, der ich erzähl-fördernde Träume wünsche,

                    und anderen

                    hofft Pippa

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                      #40
                      Hallo Pippa,

                      spannende Kurzgeschichte über das Schweigen. Hat Spaß gemacht zu Lesen!
                      Ich könnte mir vorstellen, dass das Schweigen in einem Kloster leichter fällt.
                      Auf der anderen Seite ist es vielleicht, wie der Einstieg in ein Heilfasten: Die ersten beiden Tage sind die schwierigsten?

                      Ich sollte es einfach auch mal ausprobieren.

                      LG Simon

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                        #41
                        Hej Pippa!

                        Auch hier macht die Uebung den Meister und als ich Deine Beschreibung las, so erkannte ich mich wieder und sah gleichzeitig, dass mir das Haus im Wald schon viel Uebung im Schweigen geschenkt hat.

                        Es stimmt auch fuer mich, tagsueber ist es leichter bei einer Tätigkeit zu schweigen und ich habe noch einen phantastischen "Verbuendeten" und das ist die mich umgebende Natur.

                        Es ist so viel natuerlicher im Wald schweigsam zu sein, als in einer Stadt.
                        Schwingt doch schon das Pendel der Umgebung schon in einem langsameren Takt.

                        Und ja, es öffnen sich neue innere Welten, und wer einmal "Geschmack" daran gefunden hat, kann nur schwer wieder davon ablassen.
                        Es ist nicht nur Honigschlecken, weder fuer einen See- noch fuer einen Waldbären, es kann auch Wermut sein.
                        Aber der ist ja in Massen genossen sogar gut fuer die Verdauung.

                        Danke fuer Dein mit-teilen, Pippa!

                        Kap Horn
                        der nicht mehr gar so ein "blutiger" Anfänger ist wie vor drei Jahren.

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                          #42
                          Hej Pippa!

                          Auch hier macht die Uebung den Meister und als ich Deine Beschreibung las, so erkannte ich mich wieder und sah gleichzeitig, dass mir das Haus im Wald schon viel Uebung im Schweigen geschenkt hat.

                          Es stimmt auch fuer mich, tagsueber ist es leichter bei einer Tätigkeit zu schweigen und ich habe noch einen phantastischen "Verbuendeten" und das ist die mich umgebende Natur.

                          Es ist so viel natuerlicher im Wald schweigsam zu sein, als in einer Stadt.
                          Schwingt doch schon das Pendel der Umgebung schon in einem langsameren Takt.

                          Und ja, es öffnen sich neue innere Welten, und wer einmal "Geschmack" daran gefunden hat, kann nur schwer wieder davon ablassen.
                          Es ist nicht nur Honigschlecken, weder fuer einen See- noch fuer einen Waldbären, es kann auch Wermut sein.
                          Aber der ist ja in Massen genossen sogar gut fuer die Verdauung.

                          Danke fuer Dein mit-teilen, Pippa!

                          Kap Horn
                          der nicht mehr gar so ein "blutiger" Anfänger ist wie vor drei Jahren.

                          Kommentar


                            #43
                            Zitat von Pippa Beitrag anzeigen
                            O - das sollte aber nicht das Ergebnis eines Schweige-Versuchs sein!
                            liebe pippa,

                            das, was du mit uns geteilt hast, lässt mich auch gerade nur verstummen.
                            ich will es einfach "sich setzenlassen".

                            danke!

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                              #44
                              Oh danke, Pippa, für Deinen Text. Er macht Mut zum Nachmachen. Ich habe vor ein paar Jahren ungeplante derartige Sonntage gehabt. Leider nicht bewusst genossen. Aber viele Deiner Gedanken hatte ich auch. Mir geht in letzter Zeit auch immer häufiger eine Woche "Schweigekloster" durch den Kopf.
                              Ich hatte ungeplant plötzlich ein leeres Wochenende vor mir und es gab immer wieder Momente der Stille. Sonnenuntergang im Wald auf einer Seite, wo nichtmal Vögel zu hören waren. Sonnenaufgang bei dichtem Nebel, der auch optisch alles verstummen lässt.
                              Im Winter ist es so still in der Pfalz, dass ich die Stille zu hören vermeine, immer wieder muss ich still stehen und lauschen. Wir stehen zu zweit still und lauschen.
                              Aber auch die 45 Minuten morgens im Auto entwickeln sich derzeit manchmal zu einem genussvollen gemeinsamen Schweigen. Die Gedanken fliegen neben dem Auto her...
                              Schon zu Schulzeiten hatte ich eine mind. 45 Min lange Anfahrt (meist schweigend im Auto mit anderen zusammen), und das 12 Jahre lang - das prägt wohl. Im Studium war ich in 10 Minuten im Hörsaal, das hat mich am Anfang sehr irritiert. Mir fehlte diese Zeit für mich. In mir.
                              @Kap Horn: bzgl. Schweigen in der Stadt. Es ist natürlich etwas ganz was anderes, aber das "anonyme Baden in der Masse" hat auch eine eigene Qualität, stelle ich manchmal fest (hängt von meiner Verfassung ab). Einfach ganz still, schauend, schlendernd, über einen gut besuchten Jahrmarkt zu gehen. Als fast unbeteiligte Zuschauerin, um mich herum tönt und wuselt es, gehe ich in meiner persönlichen Kuschelblase durch die Menge, lasse es als Kunstwerk wirken.

                              Nomada

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                                #45
                                Vielen Dank!

                                Jetzt bin ich wirklich erleichtert, daß ich Euch nicht mit Schweigen totgeredet habe...

                                @ Nomada
                                und
                                @ Simon

                                das Schweigen in einem Kloster stelle ich mir persönlich noch schwieriger vor: a) nicht die eigene Umgebung, also noch einen Fremdheitsfaktor mehr und b) vor allem die Möglichkeit zum Austausch mit anderen haben und ihn nicht nutzen dürfen c) sich ohne Worte mit Fremden "auseinandersetzen" und zusammensein zu müssen

                                All das fiele mir noch schwerer, wenn womöglich noch ein außenbestimmter "fremder" Tagesablauf vorgegeben wäre. Also die Qualität von Öffentlichkeit und Fremdheit zur Erfahrung des und Auseinandersetzung mit dem Schweigen noch dazu, ohne das übliche Instrumentarium der Begegenung und Verarbeitung, also reden, würde mich wohl überfordern.

                                @ Kap Horn

                                Ja, mit Natur rundum stelle ich mir vor, würde das Mitschwingen mit dem natürlichen Rhythmus das Rhythmisieren der inneren Stimmen und ihr Beruhigen unterstützen. So kamen mir an dem Sonntag immer wieder Bilder und Töne von Wasser (einem durchsonnten, rasch hinschießenden Bach mit Kieseln auf dem Grund oder im Landregen unterwegs, das Gesicht den Tropfen ausgesetzt) in den Sinn.

                                Aber das ist ja eigentlich auch wieder Ablenkung, womöglich in Träumen schwelgen, nicht wirkliches inneres Schweigen, das federnd-gespannte Ruhe ist im Sinn von keine Gedanken mehr und doch hellwach und aufmerksam sein ... Die Ahnung von der Wirkmacht dieses Zustandes streift einen vielleicht manchmal sekundenlang, entzieht sich aber sofort, will man ihn "machen", läßt einen noch sehnsüchtiger nach gelungenem Schweigen zurück... Und doch ist zähe Übung der einzige Weg, ein mühsamer Weg.

                                Interessant scheinen mir daher Angebote, die Wandern und Schweigen verbinden.

                                Und was passiert eben: Die Gefahr "geschwätzig" zu werden, mit breitem Wort-Pinsel zu malen
                                - @ Pinu-Leon, das schöne sonnige Avatar-Bild verleitet aber auch zu sehr!
                                Die Meister setzen ein-fach an und eine einzige - da tausendfach geübt - vollkommene Tuschlinie sagt alles ...

                                Pippa,
                                die sich allein beim Gedanken ans Schweigen doch als sehr blutige Anfängerin erlebt

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