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Monat Juni: Veränderungen?!

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    #46
    Zitat von Mistral1 Beitrag anzeigen
    Ein Beförderer von Veränderung ist der auch hier im Forum gelegentlich thematisierte Leidensdruck.

    Wenn das Leiden und die Verzweifelung an der gegenwärtigen Situation größer sind als die Angst vor Veränderung, werden sie zum Motor, sich aus der Situation herauszubewegen.

    Aktive Veränderung beinhaltet die Übernahme von Verantwortung und Konsequenzen der angestrebten Veränderung. Dies ist ein großer Felsbrocken, der mitten auf dem Weg zur Veränderung liegt und abschreckend wirkt.
    Und dazu kommt, dass bekanntes Leid `besser´ ist, weil vertraut, als das unbekannte Leid.

    Der Ausdruck ` Mut der Verzweifelung´ drückt die Tatkraft und ihren Ursprung aus.
    Liebe Mistral,
    darin gebe ich Dir recht: Leidensdruck und übermächtig werdende Verzweiflung sind ein starker Motor, um aktiv zu werden und zu versuchen, eine unerträglich erscheinende Situation zu verändern.

    Natürlich ist es immer ein Risiko: Man hat keine Garantie, dass es nachher besser wird, aber es wird anders.

    Und ich bin überzeugt, dass schon der Versuch, eine Änderung zu erreichen, etwas bewirken kann. Mit kleinen Schritten kommt man auch voran, man entdeckt Möglichkeiten, die einem erst verborgen waren, weil man sich von der Stelle bewegt hat.

    Liebe Grüße von Nordwind


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      #47
      Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
      Veränderungen, die wir nicht bewusst herbeiführen wollen, die sich aber plötzlich in unser Leben schieben, erfordern unser Handeln. Hier erlebe ich Handeln und Tatkraft als Alternative zum Verzweifeln.
      Grundsätzlich sehe ich zwei Möglichkeiten: Erstarren oder Handeln.
      Das Handeln nimmt den immensen Druck, der auf uns liegt, wenn wir uns plötzlich mit etwas konfrontiert sehen. Wir haben das Gefühl aktiv etwas zu tun und nicht nur Spielball einer Situation zu sein. So versuchen wir uns unmittelbar den neuen Gegebenheiten anzupassen und eine mögliche Intervention zu erarbeiten. Die Veränderung wirkt dadurch weniger bedrohlich, weil wir das Gefühl haben, etwas tun zu können.
      Mir fällt heute auf, dass ich besonders aktiv auf Veränderungen reagiere, wenn andere unfähig dazu sind. Die Veränderung tritt so plötzlich ein und alle anderen scheinen mir derart hilflos, dass ich mich nicht auch zusätzlich in die Starre begeben kann. Jemand muss handlungsfähig bleiben!
      Gerade überlege ich, ob ich mich hierbei wieder oder immer noch in der Position befinde (bzw. mir diese Rolle zugeschoben wird) anstelle meiner Eltern für etwas Verantwortung zu übernehmen. Ich habe es mir heute mal schön geredet (aber vielleicht ist ja doch etwas Wahres dran): Ich bin nicht mehr das Kind meiner Eltern, das hier Verantwortung übernimmt, ich bin ein erwachsenes Familienmitglied mit grundsätzlich denselben Rechten und Pflichten meiner Familie gegenüber. Und es wird wohl immer Menschen geben, die eher Verantwortung übernehmen können als andere.
      Vielleicht sollte man einfach froh darüber sein, zur anderen Sorte zu gehören.
      Hallo Jannes,
      Du hast das sehr gut erkannt und die beiden Möglichkeiten beschrieben: Erstarren oder Handeln.

      Wobei gerade bei dramatischen, unerwarteten Ereignissen, die unser Leben beeinflussen, eine zeitweise Erstarrung, ein „neben sich stehen“ verständlich und wahrscheinlich normal ist. Das sollte allerdings kein Dauerzustand sein und ich weiß auch, dass man den Betroffenen oft keinen Gefallen tut, wenn man ihnen zu viele Wege und Entscheidungen abnimmt.

      Du hast bemerkt, dass gerade die Erstarrung, die Untätigkeit der anderen Dich zur Aktivität antreibt.

      Besteht da aber nicht die Gefahr, dass sich dann aus Bequemlichkeit oder Unsicherheit auf die verlassen wird, „die das ja sowieso besser können“?

      Erst sind es Gefälligkeiten, später ist es selbstverständlich und zum Schluss wird es erwartet und gefordert.

      Irgendwann wird man die Geister nicht mehr los, die man rief.

      Da ziehe ich eher die Hilfe zur Selbsthilfe vor. Halt und Stütze ja, sich aber nicht auf Dauer als Krücke missbrauchen lassen.
      Ist es nicht ein gutes Gefühl, wenn man aus eigener Kraft einen Ausweg gefunden hat, etwas auf das man stolz sein kann?

      Warum soll man dieses Erfolgserlebnis anderen vorenthalten?


      Liebe Grüße von Nordwind

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        #48
        Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
        Das wundert mich jetzt. Je älter ich werde, desto leichter fällt es mir, weil ich es als ungemein beglückend empfinde, endlich so zu sein, wie ich wirklich bin.

        Was ist für dich so schwierig dabei?
        Zitat von Muttutgut Beitrag anzeigen
        Je älter ich werde um so vorsichtiger,
        da der Mut der Jugend verflogen ist.

        Ist interessant, das du das anders erlebst bonny.

        da ist ein Schlüssel.
        Sich so annehmen wie man ist, das ist zur Zeit nicht gerade meine Stärke.
        Da kann man, je älter man wird noch hinkommen,
        das finde ich beruhigend.

        Liebe Muttutgut,

        Manchmal bleibt einem gar nichts anderes übrig, wenn man nicht untergehen will. Im Laufe des Lebens kommen Situationen, die so einschneidende Veränderungen mit sich bringen, dass man sich nur am eigenen Schopf wieder aus dem Sumpf ziehen kann.

        Ich habe dieses Gefühl im Jahr 2004 nach dem plötzlichen und unerwarteten Tod meines ersten Mannes kennen gelernt.
        Wir waren völlig unterschiedlich in Temperament und Wesen (eine total beknackte Mischung!) und trotzdem – oder gerade deswegen haben wir uns so gut ergänzt. Wir waren ein eingespieltes Team, wie zwei Zahnräder, die ineinander greifen und sich gegenseitig antreiben. Wir wollten gemeinsam alt werden.

        Und dann, nach 34 Jahren Ehe, verlierst du den Partner.
        Plötzlich stellst du fest: Ich bin kein Paar mehr, mir fehlt eine Hälfte.
        Meine Identität ist weg, ich muss meine neue Rolle im Leben noch finden.
        Ich bin nicht mehr so wie ich war und werde es auch nie wieder sein.

        Gerade wenn der Verlust noch so frisch und schmerzhaft ist, bist du kaum in der Lage, dich selbst einzuordnen. Du siehst nur das, was fehlt, was den Partner so besonders und liebenswert gemacht hat. Die Lücke, die er hinterlässt, erscheint riesengroß und die eigene Rolle winzig und unbedeutend. Du fühlst dich schwach und hilflos und bist überrascht, wenn du erfährst, wie stark und eigenständig du von anderen gesehen wirst.

        Was hat geholfen? Ich bin mit 52 Jahren Witwe geworden. Geholfen hat sicher mein „gelebtes Leben“ – die langjährige Ehe, keine Routine, immer neue Planungen und Aktivitäten, meine Berufstätigkeit, 2 Kinder zu erwachsenen und selbstständigen Menschen erzogen, meine Oma und meine Eltern im Haushalt (mit)betreut und ihr Tod wenige Jahre zuvor. Gerade hatte man den Eindruck, das Leben ist wieder in ruhige Bahnen gekommen und wir könnten endlich mal an uns selbst denken.

        Dazu übernehme ich mal einen Beitrag, den ich im Faden von Shepherd: „Wer mag, der darf“ geschrieben habe.

        Liebe Grüße von Nordwind

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          #49
          Zwei Bäume im Park

          Gerade in der Trauerbegleitung ist das Beispiel / Sinnbild eines Baumes weit verbreitet. Wenn man sich selbst in Form eines Baumes zeichnen soll, kommt bei Verwitweten sehr häufig ein einseitiges, windschiefes Gebilde heraus.

          Dazu gibt es eine sehr berührende Geschichte von Doris Wolf: Zwei Bäume im Park.

          Einen geliebten Menschen verlieren - Vom schmerzlichen Umgang mit der Trauer

          In Kurzform erzählt: Zwei große Bäume stehen dicht beieinander, haben sich aneinander angepasst, geben sich gegenseitig Schutz und teilen Licht und Nahrung. Da, wo die Äste des einen sich weiter ausdehnen, hält sich der andere zurück.
          Nun schlägt ein Blitz in den einen Baum und fällt diesen.

          Der andere Baum bleibt allein zurück und ihm wird bewusst, dass er all die Jahre von dem anderen Baum Schutz geboten bekommen hat, ist hallbkahl, fühlt sich einseitig und schief.

          Er hadert mit dem Schicksal – hätte der Blitz nicht uns beide treffen können? Er spürt nicht die Sonne und es wird Winter.

          Irgendwann kommt ihm die Idee, dass er sich ja im nächsten Frühjahr besonders anstrengen könnte, besonders die Äste seiner schwachen Seite wachsen zu lassen. Er hat ja jetzt mehr Platz, um sich auszubreiten.

          Es dauert lange, bis seine Krone sich gleichmäßig entwickelt aber er hat ja Zeit. Er weiß, dass er nie wieder so aussehen wird wie früher, aber er gefällt sich so wie er jetzt ist inzwischen sehr gut; manchmal ist er sogar ein wenig stolz auf sich.
          .
          Aber er weiß auch, dass er jetzt mehr Raum für sich beansprucht. Wenn sein alter Nachbar wiederkommen würde oder ein neuer Nachbar hätte wohl nicht mehr so viel Platz zu Verfügung wie früher.


          (Ich hoffe, in dieser Form ist es erlaubt zu zitieren?)

          Genau dieses Gefühl habe ich kennen gelernt und ich finde, besser und eindringlicher kann man es nicht beschreiben.
          Es gibt den Verlust, die fühlbare Lücke, die hinterlassen wurde, aber auch neue Möglichkeiten. Man verändert sich, gewinnt neue Fähigkeiten dazu, wird eigenständiger.
          In der neuen Partnerschaft beanspruche ich mehr Zeit und Raum für mich und meine Interessen und das ist gut so. [

          Grüße von Nordwind

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            #50
            Hallo Nordwind,

            danke für deine Rückmeldung zu meinem Zitat.

            LG,
            success.

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              #51
              Veränderungen durch selbst erzeugten Druck.

              Veränderungen durch selbst erzeugten Druck,
              z.B. der persönlichen Bequemlichkeit entrinnen,
              indem man aktiv wird in einer einem bestimmten Vereinigung,
              oder einem Verein.

              Diese Erfahrung habe ich kürzlich gemacht,
              und persönlich sehr positiv erlebt.

              Der Terminkalender ist zwar voller geworden,
              aber ich habe zusätzlich tolle Erfahrungen gemacht,
              und neue, nette Menschen kennen gelernt.

              Auch kann ich dabei einen zusätzlichen Teil meiner Talente einbringen,
              was mir große Freude macht.

              Eine persönliche Erfahrung, die weitergeben möchte als Anregung.

              Welche ähnlichen Erfahrungen habt ihr mit selbst erzeugtem Druck
              bei Veränderungen?

              Wäre selbst erzeugter Druck für euch ein Weg,
              um persönliche Veränderungen zu erreichen?

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                #52
                Damit scheitere ich regelmäßig.
                Der selbst erzeugte Druck kommt vom Kopf, das funktioniert bei mir nicht.

                Leidensdruck, auf den ich reagiere, kommt von der Seele; da klappt das.
                Vernunftgründen gegenüber sperre ich mich oft. Denn die sind sehr stark von außen beeinflusst, das mag ich nicht so.

                Ich fühle lieber in mich rein, was ich brauche und was mir gut tut.

                Kommentar


                  #53
                  Zitat von Muttutgut Beitrag anzeigen
                  Je älter ich werde um so vorsichtiger,
                  da der Mut der Jugend verflogen ist.
                  Verflogen? Mut "verfliegt" nicht, er wird allenfalls gedämpft, oder auf Eis gelegt ... und manchmal vergisst der/die Betreffende, ihn wieder anzuheizen oder aufzutauen. Mut braucht Motivation um wirksam zu werden. Ent-täuschungen während den sogenannten "aktiven Jahren" ("aktive Jahre" ist zwar reiner Quatsch, sie werden jedoch so genannt) dämpfen die Motivation und damit auch den Antrieb zum Mut, zu mutigen Entscheidungen. Der Mut selbst- wiewohl es noch da ist - kommt somit nicht zum Zug und der Mensch wird "zögerlich". Er traut sich "nicht mehr soviel zu", wiewohl er noch immer imstande ist, seinen Mut und dadurch auch seine Ressourcen zu mobilisieren und "Taten zu vollbringen", um Entscheidungen zu treffen, die ihm ihrerseits sehr deutlich beweisen, dass er "noch immer genauso mutig ist, wie damals, als er noch jung und dynamisch war. Fehlender Mut ist ergo auch fehlende Dynamik. Das alles hat mit Alter nichts zu tun, sondern mit der inneren Einstellung zu sich selbst und dem Leben.
                  Manchmal braucht es nur "die richtige" Herausforderung ... zum Beispiel erfordert es Mut "um alt zu werden", weshalb leider auch (noch) so viele Menschen im Alter nur noch "funktionieren", bzw. auf Sparflamme leben, um nicht zu sagen "dahin vegetieren".

                  Sich so annehmen wie man ist, das ist zur Zeit nicht gerade meine Stärke.
                  Da kann man, je älter man wird noch hinkommen,
                  das finde ich beruhigend.
                  Sich anzunehmen wie man ist, kann einen auf den Holzweg führen, ... wenn man nicht genau weiss "wie man ist" und nur davon ausgeht, dass man so sei, wie es der innere Schweinehund einem weismachen will ... oder dass man den eigenen Glaubenssätzen zufolge, halt so ist wie man ist und ja sowieso nicht mehr daran ändern kann. Glaubenssätze sind neben den Ent-täuschungen so mit die wirksamsten Mittel um nicht herausfinden zu können(zu wollen), wie man denn nun wirklich sei.

                  Wir haben Ressourcen, die uns weit über das hinausführen können, was wir "glauben zur Zeit imstande zu sein". Es ist wie mit unserem Verstand: wir haben ihn nicht genug trainiert. Wir nutzen unsere intellektuellen Kapazitäten nur knapp zu dreissig Prozent. Dito für unsere Ressourcen.

                  Das können wir ändern ! Und das Alter steht uns da nicht im Weg. Wir sind dauernd lernfähig, ... allerdings ist nicht jeder auch lernwillig.





                  Veränderungen "unter Druck"
                  sind nicht "freiwillig", auch nicht dann, wenn wir uns selbst unter Druck setzen. Wir handeln damit rein kognitiv/rational und im Grund ohne Bezug zu unserem ganzen Wesen, so wie es sich in dem Moment zeigt.

                  Ob das nun Zeitdruck, Leistungsdruck ("künstlich" erzeugte Motivation) oder Umstände-Zwang ist, ist unerheblich. Solange der Antrieb kognitiv produziert, angetrieben und unterhalten wird, bleiben die erwarteten Veränderungen halbherzig, weil die Emotionen und unsere Anteile nicht mit einbezogen werden. Dabei sind sie es vor allem, die uns dazu befähigen (motivieren, anspornen, fordern, ...) die erwünsche Veränderung in uns zu vollziehen.
                  Durch kognitiv gesteuerten Druck verändern wir vielleicht etwas "an uns" , jedoch nicht wirksam "in uns". Wir kratzen allenfalls an der Fassade.
                  Zuletzt geändert von Shepherd; 26.06.2013, 10:36. Grund: kleiner Nachtrag

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                    #54
                    Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen

                    Veränderungen "unter Druck"
                    sind nicht "freiwillig", auch nicht dann, wenn wir uns selbst unter Druck setzen.
                    Ob das nun Zeitdruck, Leistungsdruck ("künstlich" erzeugte Motivation) oder Umstände-Zwang ist, ist unerheblich. Solange der Antrieb kognitiv produziert, angetrieben und unterhalten wird, bleiben die erwarteten Veränderungen halbherzig, weil die Emotionen und unsere Anteile nicht mit einbezogen werden. Dabei sind sie es vor allem, die uns dazu befähigen (motivieren, anspornen, fordern, ...) die erwünsche Veränderung in uns zu vollziehen.
                    Durch kognitiv gesteuerten Druck verändern wir vielleicht etwas "an uns" , jedoch nicht wirksam "in uns". Wir kratzen allenfalls an der Fassade.
                    Gilt das in deinen Augen auch für reine Verhaltensänderungen die z.B eine eingeschliffene Gewohnheit verändern?
                    Ich mag das Wort Druck nicht, da es für mich negativ belegt ist. Doch wenn ich etwas ändern möchte, dann setze ich mir schon mal ein Ziel und auch einen Zeitpunkt an dem ich das Ziel erreicht haben möchte. Und im Normalfall funktioniert das auch. Außer und da stimme ich dir dann wieder zu, wenn ich gegen irgendwelche inneren Widerstände ankämpfen muss, dann ist die Veränderung nicht nachhaltig.

                    Kommentar


                      #55
                      Veränderungen unter Druck.

                      Druck ist schlecht gewählt.

                      Der Kommentar von Nordhimmel

                      zu meinem Beitrag zur Veränderung
                      ( Stichworte "Ziel, Zeitpunkt, nicht gegen innere Widerstände ankämpfen")
                      trifft genau das, was ich rüberbringen wollte,
                      und selbst sehr positiv erfahren habe.

                      Ich verändere mich freiwillig und überzeugt,
                      muss aber meine Komfort-Zone verlassen,
                      und aktiv werden.

                      Dadurch habe ich neue interessante Erlebnisse,
                      die mir sonst verschlossen blieben.

                      Aber, wie gesagt, dass ist meine persönliche Erfahrung,
                      die ich nur selbst beurteilen kann.
                      Zuletzt geändert von success; 26.06.2013, 12:54.

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                        #56
                        Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                        Gilt das in deinen Augen auch für reine Verhaltensänderungen die z.B eine eingeschliffene Gewohnheit verändern?
                        Im Prinzip gilt das für alle "gewollten" Veränderungen. Selbstverständlich kannst du eine "reine Verhaltensänderung" mit einem gewissen Druck kognitiv so kontrollieren, dass du sie infolge verändern kannst. Das erfordert zwar eine Portion "Selbstkontrolle" und einen nachhaltig starken Willen, wenn sich die neue Verhaltensweise "einfleischen" soll - womit schon gleichzeitig gesagt ist, dass die Veränderung "oberflächlich" ist und nicht an die Wurzel des "zu verändernden Verhaltens" geht. Das Ergebnis entspräche in seiner Qualität dann dem, was ich "an uns" nannte. Nicht "in uns".
                        (Beispiel: Geistesabwesendes in-der-Nase-bohren kann durch Kontrolle abgewöhnt werden. Die Ursache, die nicht selten sehr nahe an der Sexualität zu finden ist, bleibt dadurch hingegen unberührt. Ergo kann es durchaus sein, dass der Betroffene in einer seinem Wesen entsprechend provokativen Situation die "Kontrolle verliert" und wieder in der Nase bohrt.
                        Ähnliche "Rückfälle" kennen sicher jene, die ihre Nägel beissen, die Hände, Oberarme oder Knie kneten, sich im Schritt kratzen (obwohl es nicht juckt), oder sich in irgendeiner nicht situationsbezogenen Weise "körperlich beschäftigen" = Körpersprache )


                        Ich mag das Wort Druck nicht, da es für mich negativ belegt ist. Doch wenn ich etwas ändern möchte, dann setze ich mir schon mal ein Ziel und auch einen Zeitpunkt an dem ich das Ziel erreicht haben möchte. Und im Normalfall funktioniert das auch. Außer und da stimme ich dir dann wieder zu, wenn ich gegen irgendwelche inneren Widerstände ankämpfen muss, dann ist die Veränderung nicht nachhaltig.
                        Über eines sollten wir uns klar sein. Jedwede Veränderung, die nicht spontan oder freudig angegangen wird, ist mit Widerständen verbunden. Widerstände kann man selbstverständlich (mit relativem Erfolg) bekämpfen, man kann sie allerdings auch identifizieren, akzeptieren und dadurch quasi auflösen - was bei starken Widerständen in der Regel eine "kurze" therapeutische Hilfeleistung erfordert.
                        Zuletzt geändert von Shepherd; 26.06.2013, 14:16. Grund: Fehler

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                          #57
                          Der Monat geht zu Ende und damit wird es auch Zeit, sich ein neues Thema des Monats auszudenken.
                          Also – ran an die Tasten!

                          Das Thema Veränderungen wird für mich aber immer aktuell bleiben.

                          Deshalb hänge ich noch eine Frage dran:


                          Habt ihr erwartet, dass der neue Papst wirklich den Mut hat und so viele Veränderungen anstößt?
                          Im Äußeren: Blech statt Gold, Stoff statt Pelz, Galoschen statt roten Leder.
                          Im Auftreten und Erscheinen: Bus statt Nobelkarosse, Gästehaus statt Palast, Speisesaal statt Tafel.
                          Und er fängt an, aufzuräumen und die Probleme beim Namen zu nennen – Sex und Geld. Er hat eingestanden, dass Korruption und Seilschaften Homosexueller im Innersten des Vatikans keine Ausgeburten der Medien sind und er noch nicht weiß, wie er mit diesen Kräften umgehen soll.
                          Den Kardinälen, die die Aufsicht über die Vatikanbank führen sollten, hat er die Boni gestrichen.

                          Ich finde, das verdient Respekt und Bewunderung – was meint ihr?

                          (Wahrscheinlich lebt er gefährlich….)

                          Kommentar


                            #58
                            Zitat von Nordwind
                            (Wahrscheinlich lebt er gefährlich….)
                            Wer sich mit der (Kirchen)Mafia anlegt und an der (Kirchen)Omerta knabbert, lebt "wahrscheinlich" gefährlich. Aber vielleicht kann er sich das als "Proletenpapst" sogar leisten, da er "wahrscheinlich" keine eigenen Lobbyisten zu bedienen hat.
                            Da er allerdings "noch nicht weiß, wie er mit diesen Kräften umgehen soll", wird sich sicherlich jemand finden, der ihm diesbezüglich den "richtigen Weg" weist.
                            In feudalistischen Systemen rollen die Köpfe mitunter schnell ... und in solchen Systemen scheißt man nicht ungestraft ins eigene Nest.

                            Kommentar


                              #59
                              Mir ist das schnurzpiepe, was der Papst tut oder lässt. Er ist das Oberhaupt eines verrotteten Systems. Die katholische Kirche ist von innen her faul und krank und gehört auf den Müll der Geschichte. Werden wir aber leider wohl nicht mehr erleben, dass das tatsächlich passiert.

                              Kommentar


                                #60
                                na, schnucke, dafür, dass es dir "schnurpiepe" ist, was der papst tut, hast du ganz schön deftige worte....

                                ich finde die gesten von franziskus sympathisch - aber bisher sind es gesten. er ist südamerikaner, z. b. in frauenfragen wird sich da wohl nicht so viel ändern... höchstens wenn er den kirchen in den kontinenten und ländern mehr macht gäbe, dann könnte sich was bewegen - das wäre noch radikaler wie der rücktritt eines papstes...

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