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Monat Juni: Veränderungen?!

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    Monat Juni: Veränderungen?!

    Was verbindest Du mit dem Wort „Veränderungen“- was bedeutet es für Dich?
    Kannst Du benennen, wann/wodurch sich in Deinem Leben etwas grundlegend verändert hat bzw. sogar Du Dich verändert hast?

    Veränderungen – anstoßen, forcieren, zulassen, akzeptieren - in irgend einer Form wird wohl jeder damit konfrontiert.

    Zum Beispiel: Die Entscheidung für ein Kind bedeutet eine Verantwortung zu übernehmen.
    Schön, wenn es ein Wunschkind ist – heiß ersehnt und freudig begrüßt.
    Aber wie viel Respekt verdient diese Entscheidung, wenn es ungeplant und viel zu früh kommt, die Ausbildung erst mal erschwert und die Lebensplanung komplett verändert wird.
    Und nicht selten hört man hinterher von diesen jungen Frauen, dass sie ihr Leben zielstrebig in die Hand nehmen und dieser „ungeplante Nachwuchs“ sie geprägt und sehr schnell erwachsen gemacht hat.

    Veränderungen – bedeutet für viele aber auch eine Katastrophe, den Verlust der Arbeit, der Gesundheit, eines geliebten Menschen. Ein Unfall, eine schlimme Diagnose - von einem Moment auf den anderen wird Dein Leben verändert, nichts ist mehr wie vorher.
    Dieses: Nie wieder! – brennt sich in die Gedanken ein und beherrscht alles.
    Und was man dann schon gar nicht hören mag ist ein: „Das Leben geht weiter“ bzw. „Wer weiß wofür es gut ist“ oder Ratschläge, was man alles tun könnte um die Situation erträglicher zu machen.

    Trotzdem: Gerade nach einem Schicksalsschlag sind Veränderungen, die man zulässt oder anstößt, ein erstes Anzeichen, dass man wieder am Leben teilnimmt, es gestaltend in die Hand nimmt.

    Wenn Du etwas an Deiner Situation verändern willst musst Du Dich selbst verändern.

    Man schaut nicht nur zurück, sondern auch nach vorne. Vielleicht hat man sogar schon wieder eine Idee oder ein Ziel vor Augen, aber Hauptsache, etwas – Du selbst – bewegst Dich.

    Dein anderes Leben kann an Wert gewinnen, weil Du es bewusster lebst, Dir Zeit für andere Dinge nimmst, neue Fähigkeiten aneignest oder an Dir entdeckst.
    So dass durch einen erlittenen Verlust auch ein Gewinn entstehen kann...

    Veränderung = Verlust + Gewinn?

    Ein Widerspruch?

    Kannst Du benennen, was der Grund – der Auslöser war, dass Du nicht mehr die Opferrolle spielen und Du Dein Leben wieder selbst gestalten wolltest?

    Ich hoffe, es ist für Euch ein ebenso spannendes Thema, das zum Nachdenken und zum Schreiben anregt.

    Liebe Grüße von Nordwind



    #2
    Spannende Fragen liebe Nordwind.

    Ich möchte das Thema noch von einer anderen Seite beleuchten. Ich glaube, die Seele des Menschen hat zwei Grundbedürfnisse. Zum einen möchte sie wachsen und sie möchte gleichzeitig mit anderen verbunden sein.

    Wachstum bedeutet Veränderung.
    Verbundenheit, so glaubt man, funktioniert aber nicht bei Veränderung. Wie oft haben wir erlebt das man Menschen hinter sich lassen mußte, weil man sich "auseinanderentwickelt" hat.

    Deshalb wehrt man sich vielleicht oft gegen Veränderungen. Wir wollen das alles so bleibt wie es immer war, weil es uns die Sicherheit der Verbindung mit unserem aktuellen Umfeld gibt. Empfinden jede Veränderung als Gefahr.

    Ein Zwiespalt? Unlösbar?

    Ich glaube nicht. Vielleicht ist das alles auch nur eine Frage der Sichtweise. Wieso werden "innere Umbrüche" die entwicklungsbedingt sind, wie z.b. die Pubertät oder auch die Wechseljahre (auch die des Mannes), als negativ empfunden? Wieso feiert man nicht die Veränderungen die ja einen neuen Lebensabschnitt einleiten.

    Ich habe in meinem Leben einige harte Umbrüche erfahren und eines daraus mitgenommen. Mit einer geschlossenen Hand die zwanghaft festhält, kann ich nichts "Neues" greifen. Erst wenn ich Loslassen kann, kann ich etwas anderes auf-greifen.

    Kommentar


      #3
      Ein Hallo in die Runde,

      Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen

      Ich glaube nicht. Vielleicht ist das alles auch nur eine Frage der Sichtweise. Wieso werden "innere Umbrüche" die entwicklungsbedingt sind, wie z.b. die Pubertät oder auch die Wechseljahre (auch die des Mannes), als negativ empfunden? Wieso feiert man nicht die Veränderungen die ja einen neuen Lebensabschnitt einleiten.

      Ich habe in meinem Leben einige harte Umbrüche erfahren und eines daraus mitgenommen. Mit einer geschlossenen Hand die zwanghaft festhält, kann ich nichts "Neues" greifen. Erst wenn ich Loslassen kann, kann ich etwas anderes auf-greifen.
      Das kann ich ebenfalls unterschreiben. Ich glaube, es dauert relativ lang, bis Mensch in der Lage ist Veränderungen als Chance zu begreifen.

      Auch ich habe relativ früh einige "harte Umbrüche" mitnehmen müssen und wollte danach keine Veränderungen mehr. Festhalten an dem, was mal war war für mich erstmal eine natürliche, später eine Trotzreaktion. Niemand nimmt mir weg, was ich brauche und ich haben will!
      Gerade erlebe ich Veränderungen noch ein wenig skeptisch, aber ich nehme auch wahr, dass die Dinge ihren Lauf nehmen und wir manches nicht beeinflussen können.
      Wie kommt man also vom Ablehnen von Veränderungen zum Annehmen und sich darauf einlassen?
      Abgesehen davon, dass das (jedenfalls bei mir) ein sehr langer Prozess war, sucht man in der aktuellen Lebenslage eine Möglichkeit, seine Bedürfnisse zu befriedigen, die man glaubte nur in der alten, vertrauten Situation befriedigen zu können. Das heißt, man hält schon noch ein Stück am Alten fest, erfährt aber vielleicht, dass man manches davon ins Heute integrieren kann, anderes wiederum nicht. Wenn man sich in dieser Phase des Ausprobierens (Was geht, was nicht) befindet, entdeckt man plötzlich auch völlig neue Möglichkeiten, die man zuvor vielleicht nicht hatte und auch nicht bedacht hat! Mit Veränderungen gehen nicht nur alte, vertraute Zustände, es kommen auch neue, interessante und lockende hinzu!
      Ich empfinde es nur persönlich schwierig, den Trotz auszuschalten. (Würde ich zugeben, dass die neue Situation ja doch nicht so verhasst, beängstigend und blöd ist wie ich befürchtet habe, dann ist mein ganzes Trara und der ganze Aufstand von zuvor ja umsonst und zunichte gemacht - und die Veränderung hat gewonnen ).
      Aber ich glaube ganz laaangsam wachse ich da raus!

      Liebe Grüße
      Jannes
      Zuletzt geändert von Jannes; 01.06.2013, 07:25.

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        #4
        Ich schleiche um dieses Thema herum wie der Hund um den Knochen.

        Wenn ich soweit bin, dass ich das, was eigentlich ein ganzes Buch füllen müsste, in Kurzform präsentieren kann, werde ich hier was schreiben.

        Kommentar


          #5
          Mein Leben war eine einzige Veränderung.

          Das war mir allerdings erst sehr spät bewusst.
          Ich habe mich ständig verändert. Habe es zunächst mit Anpassen versucht. Das hat mich nicht zufrieden gestellt.
          Nachdem ich zu Hause ausgezogen war, wollte ich Dinge im Außen verändern. Es gelang mir teilweise, da es sich um Entscheidungen im beruflichen Umfeld handelte.

          Ich merkte jedoch verhältnismäßig schnell, dass ich mich nicht gut fühlte.
          Noch in der Therapie war ich ständig dabei, andere Menschen ändern zu wollen.
          Bis zu dem Zeitpunkt, da mich ein Therapeut knallhart auf den Boden der Tatsachen holte und mir klar machte, dass ich mich ändern musste.
          Da war ich 47 Jahre alt.

          Von diesem Zeitpunkt an begann ich, bewusst an mir zu arbeiten. Es war ein steiniger Weg, mit vielen Misserfolgen, aber auch kleineren Schritten vorwärts.

          Erst Anfang dieses Jahres kam der Durchbruch.
          Jetzt bin ich zwar nicht perfekt (möchte ich auch gar nicht sein), aber ich komme mit mir und der Mehrzahl meiner Mitmenschen sehr gut klar, fühle mich wohl, und es geht mir gut.

          Kommentar


            #6
            Erst mal einen schönen Dank an Nordhimmel, Jannes und Bonny, die den Anfang gemacht haben.

            Ich weiß, es ist ein Thema, das man erst mal „sacken“ lassen muss – und jeder hat seine individuellen Erfahrungen damit gemacht.

            Es ist ein Lernprozess, der nie aufhören wird / sollte...

            Ich werde wahrscheinlich „häppchenweise“ antworten bzw. das eine oder andere ergänzen, was mir dazu noch eingefallen ist.

            Liebe Grüße von Nordwind

            Kommentar


              #7
              Ich hab drei viertel meines lebens schon hinter mir und es gab immer Veränderungen vorfälle Erlebnisse die mein leben bis jetzt ausmachten. es gab gutes und auch schlechtes oder trauriges und manche Veränderungen haben auch positives bewirkt.
              aber heute bedeutet Veränderung für mich fast immer angst panik etwas nicht mehr zu schaffen ob geistig oder körperlich. obwohl der geist noch etwas stärker ist wie die körperliche kraft. oft sitze ich da und denke was wird kommen was will oder verlangt man von dir geht das überhaupt noch. und so was macht einen traurig selbst schönes kann einen in ein Meer der Gefühle stürzen und man kann sich oft garnicht richtig freuen im Moment erst wenn man es hat sacken lassen wird's was......was hatte ich früher für ein Selbstbewusstsein war lange jahre beruflich Kraftfahrer heute fahr ich nur noch selten im Urlaub vielleicht mal mal und das ist für mich auch eine Veränderung die bissel weh tut.....

              Kommentar


                #8
                Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen

                Ich möchte das Thema noch von einer anderen Seite beleuchten. Ich glaube, die Seele des Menschen hat zwei Grundbedürfnisse. Zum einen möchte sie wachsen und sie möchte gleichzeitig mit anderen verbunden sein.

                Wachstum bedeutet Veränderung.
                Verbundenheit, so glaubt man, funktioniert aber nicht bei Veränderung. Wie oft haben wir erlebt das man Menschen hinter sich lassen mußte, weil man sich "auseinanderentwickelt" hat.

                Ich habe in meinem Leben einige harte Umbrüche erfahren und eines daraus mitgenommen. Mit einer geschlossenen Hand die zwanghaft festhält, kann ich nichts "Neues" greifen. Erst wenn ich Loslassen kann, kann ich etwas anderes auf-greifen.
                Liebe Nordhimmel,
                ich stimme dir zu mit den zwei Grundbedürfnissen: wachsen und sich mit anderen verbunden fühlen.

                Die Geborgenheit in der Gemeinschaft ist natürlich wichtig, aber das eigene Wachstum sollte dadurch nicht erschwert werden. Eine gewisse Zeit ist es sicher auch sinnvoll, eine Richtung beizubehalten, alleine um sich seiner selbst und seiner Fähigkeiten bewusster zu werden.

                Aber birgt nicht der Trott in eingefahrenen Gleisen die Gefahr in sich, dass die Furchen immer tiefer werden und man sein Gleichgewicht nicht mehr findest, wenn der Lebenswagen aus der Spur gerät?

                Wenn dieses Ausbrechen aus der Gewohnheit aus eigenem Antrieb geschieht, muss es auch nicht zwingend bedeuten, dass man Menschen, denen man sich verbunden fühlt, aus den Augen verliert.
                Auch bei einem räumlichen Abstand kann man sehr gut in Kontakt bleiben.


                Wenn man loslässt hat man die Hände frei.
                Das hat auch etwas von Ballast abwerfen zu tun - mit leichtem Gepäck reist es sich bekanntlich besser

                Liebe Grüße von Nordwind



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                  #9
                  Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                  Das kann ich ebenfalls unterschreiben. Ich glaube, es dauert relativ lang, bis Mensch in der Lage ist Veränderungen als Chance zu begreifen.

                  Auch ich habe relativ früh einige "harte Umbrüche" mitnehmen müssen und wollte danach keine Veränderungen mehr. Festhalten an dem, was mal war war für mich erstmal eine natürliche, später eine Trotzreaktion. Niemand nimmt mir weg, was ich brauche und ich haben will!

                  Wie kommt man also vom Ablehnen von Veränderungen zum Annehmen und sich darauf einlassen?
                  Abgesehen davon, dass das (jedenfalls bei mir) ein sehr langer Prozess war, sucht man in der aktuellen Lebenslage eine Möglichkeit, seine Bedürfnisse zu befriedigen, die man glaubte nur in der alten, vertrauten Situation befriedigen zu können. Das heißt, man hält schon noch ein Stück am Alten fest, erfährt aber vielleicht, dass man manches davon ins Heute integrieren kann, anderes wiederum nicht. Wenn man sich in dieser Phase des Ausprobierens (Was geht, was nicht) befindet, entdeckt man plötzlich auch völlig neue Möglichkeiten, die man zuvor vielleicht nicht hatte und auch nicht bedacht hat! Mit Veränderungen gehen nicht nur alte, vertraute Zustände, es kommen auch neue, interessante und lockende hinzu!
                  Ich empfinde es nur persönlich schwierig, den Trotz auszuschalten.

                  Jannes
                  Hallo Jannes,
                  gerade wenn man – Du bist ja noch sehr jung – schon so früh Turbulenzen und Umbrüche erleben musste, ist der Bedarf an „unerwünschten“ Veränderungen erst mal gedeckt. Da braucht man etwas Vertrautes, das einem ein Nestgefühl vermittelt. Jede weitere Veränderung wird dann erst mal als Bedrohung empfunden und abgelehnt.

                  Dass damit auch Chancen und Möglichkeiten verbunden sein können, diese Erkenntnis kommt erst nach und nach – so wie beim Schälen einer Zwiebel (und ist wohl oft auch mit entsprechenden Tränen verbunden).

                  Du schreibst von Trotz - warum die Energie nicht anders einsetzen?
                  Beim Blinkwinkel kommt es auf den jeweiligen Standort an - warum nicht mal ein paar Schritte nach links oder rechts gehen?

                  Versuche Dir doch einfach folgendes vorzustellen: Du läufst auf dem Dir vertrauten Weg und plötzlich ist dieser von einem dicken Stein versperrt.

                  Was für Möglichkeiten hast Du?

                  Du kannst nun vor dem Hindernist stehen bleiben und die Situation beklagen.

                  Du könntest auch umkehren, Dir Hammer und Meißel besorgen und den Stein kleinklopfen.

                  Du kannst aber auch versuchen, einen neuen Weg zu finden, wenn er auch anfangs steinig, steiler oder voller Dornen erscheint. Du musst wacher sein und achtsamer, wohin Du Deine Schritte lenkst.
                  Vielleicht merkst Du aber plötzlich, dass eine kleine Biegung weiter hübsche Blümchen wachsen, die Dir früher nie aufgefallen sind, weil Du in Deinem gewohnten Trott gar nicht mehr auf den Weg geachtet hast? Und Du wirst irgendwann einen Punkt erreichen, wo Du stolz bist und sagst: Donnerwetter, das hätte ich mir gar nicht zugetraut.

                  Eines ist mir inzwischen bewusst geworden – man sollte bei dem Wunsch nach Veränderung auf sein Bauchgefühl hören und muss es auch selbst wollen.

                  Liebe Grüße von Nordwind

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                    #10
                    Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
                    Mein Leben war eine einzige Veränderung.

                    Das war mir allerdings erst sehr spät bewusst.
                    Ich habe mich ständig verändert. Habe es zunächst mit Anpassen versucht. Das hat mich nicht zufrieden gestellt.
                    Nachdem ich zu Hause ausgezogen war, wollte ich Dinge im Außen verändern. Es gelang mir teilweise, da es sich um Entscheidungen im beruflichen Umfeld handelte.

                    Ich merkte jedoch verhältnismäßig schnell, dass ich mich nicht gut fühlte.
                    Noch in der Therapie war ich ständig dabei, andere Menschen ändern zu wollen.
                    Bis zu dem Zeitpunkt, da mich ein Therapeut knallhart auf den Boden der Tatsachen holte und mir klar machte, dass ich mich ändern musste.
                    Da war ich 47 Jahre alt.

                    Von diesem Zeitpunkt an begann ich, bewusst an mir zu arbeiten. Es war ein steiniger Weg, mit vielen Misserfolgen, aber auch kleineren Schritten vorwärts.

                    Erst Anfang dieses Jahres kam der Durchbruch.
                    Jetzt bin ich zwar nicht perfekt (möchte ich auch gar nicht sein), aber ich komme mit mir und der Mehrzahl meiner Mitmenschen sehr gut klar, fühle mich wohl, und es geht mir gut.
                    Liebe Bonny,
                    gerade in jungen Jahren versucht man oft, sich anzupassen, will möglichst den Erwartungen von Eltern, Lehrern, Ausbildern entsprechen. Man hat ja noch keine Vorstellung, was für einem selbst „richtig“ ist, muss sich und seine Fähigkeiten und Grenzen erst kennen lernen.

                    In dieser Zeit ist man ständig auf der Suche nach dem passenden Weg, muss Entscheidungen treffen, beruflich und im privaten Umfeld. Und natürlich macht man Fehler, aber aus Fehlern kann man lernen und die Situation ändern bzw. es das nächste Mal besser machen.

                    Wobei – für mich persönlich empfinde ich die Jugendjahre weniger als ein Verändern meiner Persönlichkeit (welcher?), sondern mehr als eine Entwicklung, ein ständiges Lernen auf dem Weg zum Erwachsen werden.

                    Auch die ersten Jahre meiner Ehe – ich habe meinen Mann mit 16 Jahren kennen gelernt und bereits mit 18 Jahren geheiratet – war natürlich noch eine Zeit der Entwicklung, ein ständiges dazu-lernen, obwohl Heirat und eigener Haushalt schon eine gewaltige Veränderung waren.
                    Stark verändert haben mich meine Kinder, die ich im Alter von 22 und 25 Jahren bekam. Zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich reif, gemeinsam mit meinem Mann die Verantwortung zu übernehmen. Es folgten Jahre, in der man sie erst beschützen und versorgen, dann anleiten, Wege zeigen und danach loslassen und ihre eigenen Fehler machen lassen sollte.
                    Das geht nicht mit starren Prinzipien, sondern man musste sich und seine Ansichten, Einstellungen immer wieder infrage, auf den Prüfstand stellen und der jeweiligen Situation – der eigenen und der des Kindes anpassen.
                    Meine Kinder bestätigen mir immer wieder, dass sie ihre liebe Last hatten, bis sie ihre Eltern endlich erzogen hatten…..

                    Bonny, schön dass Du es geschafft hast und Du Dich jetzt „stimmig“ fühlst.

                    Liebe Grüße von Nordwind

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                      #11
                      Zitat von monali Beitrag anzeigen
                      Ich hab drei viertel meines lebens schon hinter mir und es gab immer Veränderungen vorfälle Erlebnisse die mein leben bis jetzt ausmachten. es gab gutes und auch schlechtes oder trauriges und manche Veränderungen haben auch positives bewirkt.
                      aber heute bedeutet Veränderung für mich fast immer angst panik etwas nicht mehr zu schaffen ob geistig oder körperlich. obwohl der geist noch etwas stärker ist wie die körperliche kraft. oft sitze ich da und denke was wird kommen was will oder verlangt man von dir geht das überhaupt noch. und so was macht einen traurig selbst schönes kann einen in ein Meer der Gefühle stürzen und man kann sich oft garnicht richtig freuen im Moment erst wenn man es hat sacken lassen wird's was......was hatte ich früher für ein Selbstbewusstsein war lange jahre beruflich Kraftfahrer heute fahr ich nur noch selten im Urlaub vielleicht mal mal und das ist für mich auch eine Veränderung die bissel weh tut.....
                      Liebe Monali,
                      Deine Erzählung stimmt mich ein wenig traurig. Schade, dass Du inzwischen mit dem Begriff Veränderung mehr negatives wie Schönes verbindest.
                      Magst Du darüber sprechen, wieso es Dir so schwer fällt, selbst bei schönen Momenten Freude zu empfinden?Was macht Dir Angst?

                      Du schreibst, dass Du früher beruflich als Kraftfahrer tätig warst, das ist (war?) ein schöner aber auch schwerer Beruf. Mein 2004 verstorbener Mann war auch 40 Jahre „auf dem Bock“ – das waren oft lange Tage und kurze Nächte. Wenn ich es einrichten konnte, bin ich gerne mal mitgefahren.

                      Ich wünsche Dir Zuversicht und alles Gute –


                      liebe Grüße von Nordwind

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                        #12
                        Hallo Nordwind,
                        Zitat von Nordwind Beitrag anzeigen

                        Du schreibst von Trotz - warum die Energie nicht anders einsetzen?
                        Beim Blinkwinkel kommt es auf den jeweiligen Standort an - warum nicht mal ein paar Schritte nach links oder rechts gehen?

                        Versuche Dir doch einfach folgendes vorzustellen: Du läufst auf dem Dir vertrauten Weg und plötzlich ist dieser von einem dicken Stein versperrt.

                        Was für Möglichkeiten hast Du?

                        Du kannst nun vor dem Hindernist stehen bleiben und die Situation beklagen.

                        Du könntest auch umkehren, Dir Hammer und Meißel besorgen und den Stein kleinklopfen.

                        Du kannst aber auch versuchen, einen neuen Weg zu finden, wenn er auch anfangs steinig, steiler oder voller Dornen erscheint. Du musst wacher sein und achtsamer, wohin Du Deine Schritte lenkst.
                        Vielleicht merkst Du aber plötzlich, dass eine kleine Biegung weiter hübsche Blümchen wachsen, die Dir früher nie aufgefallen sind, weil Du in Deinem gewohnten Trott gar nicht mehr auf den Weg geachtet hast? Und Du wirst irgendwann einen Punkt erreichen, wo Du stolz bist und sagst: Donnerwetter, das hätte ich mir gar nicht zugetraut.

                        Eines ist mir inzwischen bewusst geworden – man sollte bei dem Wunsch nach Veränderung auf sein Bauchgefühl hören und muss es auch selbst wollen.

                        Liebe Grüße von Nordwind

                        Tatsächlich habe ich mich lange vor dem von dir beschriebenen dicken, großen Stein abgestrampelt. Ich habe mich verweigert ihn anzusehen, vorbeizusehen oder drüber zu schauen. Das Schlimme ist, dass der Stein im Weg davon ja nicht verschwindet, im Gegenteil, ich mache ihn dadurch ja nur noch größer! Ich schenke ihm eine Aufmerksamkeit, die er gar nicht verdient und sehe währenddessen so wenig vom Rest des Weges.
                        Noch schöner bzw. passender finde ich eine Straße, die plötzlich an einer Stelle stillgelegt ist, man kommt dort nicht mehr weiter. Alternativ kann man aber eine Umleitung fahren. JUCHU! Umleitungen dauern in der Regel länger, die Wege sind unwegsam und unbequem und meistens wird es auch noch sehr eng und ungemütlich. Aber grundsätzlich wird gewährleistet, dass ich am Ende an mein erwünschtes Ziel komme und das im besten Fall auf einer asphaltierten Straße.
                        Man kann sich darauf einlassen und vielleicht mal eine Strecke fahren, die einem noch ubekannt ist. So lernt und sieht man mehr von der Welt als immer nur die festgetretenen Pfade zu nutzen!
                        Ich bin ganz lange erstmal an der Biegung stehen geblieben und habe, soweit es ging, versucht meinen alten Weg zu nehmen. Ich wollte mich davon nicht lösen, musste aber feststellen, dass der Weg nicht umsonst gesperrt war. Und so ein stillgelegter Weg verrottet auch irgendwann, das Gras wächst immer höher und irgendwann steht man in der Pampa und wundert sich, wo man eigentlich ist.
                        Ok, das war jetzt eine wilde Geschichte, tatsächlich habe ich aber lange an alten Überzeugungen, Denkmustern und Wünschen festgehalten. Und dadurch leider soviel Zeit verschenkt Ich habe langsam eine Ahnung, dass man auch so glücklich sein kann, wenn man einen anderen Weg nimmt. Keiner weiß, welches unser nächster Weg sein wird, woher auch? Aber seit nicht allzulanger Zeit kann ich mich mit dem Gedanken anfreunden, dass sich Dinge eben verändern und alles nach einer gewissen Zeit wieder zur Ruhe kommt.
                        Innerlich habe ich damit aber immer noch extrem zu tun, mein Trieb, dann davon zu rennen und alles hinzuschmeissen, ist nach wie vor sehr groß!
                        Wenigstens kenne ich diese Reaktion inzwischen von mir und kann sie aushalten, aussitzen und es geht vorbei! Aber ein angenehmer bzw. einfacher Zeitgenosse bin ich dann nicht gerade

                        Liebe Grüße
                        Jannes

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                          #13
                          Veränderungen annehmen

                          Meine Geschichte zum Wort "Veränderungen":

                          Das Jahr 2008 war für mich ein Jahr der persönlichen Katastrophen:
                          Ich habe mir im Frühjahr durch einen Sturz einen Wirbel gebrochen und lag wochenlang im Krankenhaus. Nach mühsamer Rekonvaleszenz verlor ich im gleichen Jahr mein Haus durch einen Erbstreit und wurde im Beruf heftig gemobbt.
                          Ich dachte damals, dass ich es nicht schaffe, weiterzumachen....

                          Als ich dabei war, mein Haus zu räumen, schredderte ich auch eine Menge überflüssig gewordener Unterlagen. Ab und zu leerte ich den Schredder aus, dabei fielen einige der Schnipsel neben das Gerät. Als ich sie zusammenfegen wollte, fiel mein Blick auf einen dieser winzigen Schnipsel. Darauf stand als einziges Wort: "Veränderungen". Ich weiß noch, dass ich neben dem Schredder auf dem Fußboden zusammengesunken bin und fassungslos dieses Wort angestarrt habe.
                          Ich habe es damals wie heute als Wink des Himmels und als Aufforderung verstanden, nicht nur die Veränderungen anzunehmen, die mir das Schicksal aufgedrückt hat und daraus das Beste zu machen, sondern auch zu schauen, wo ich aktiv etwas verändern kann, um glücklicher zu werden.

                          Heute lebe ich zur Miete in einer wunderschönen, großzügigen Wohnung mit offenem Kamin und riesiger Sonnenterrasse mitten im Grünen. Ich muss mir nicht mehr den Kopf darüber zu zerbrechen, woher ich das Geld für notwendige Reparaturen nehmen soll und ich muss keine rückenschmerzträchtige Gartenarbeit mehr erledigen. Mein Leben ist dadurch viel freier und sorgloser geworden. Da es den "Streitwert", also mein Haus nicht mehr gibt, gibt es auch keinen Grund mehr für die Auseinandersetzungen mit meinen Geschwistern, das ist sehr erholsam für meinen Seelenfrieden. Ich habe die Arbeitsstelle gewechselt, bin in meine Wunschgegend gezogen und bin jetzt hier sehr glücklich.

                          Ich habe also in einer Lebensphase, in der viele bequem den breiter werdenden Hintern zurechtrücken, um sich bis zur letzten Ruhestätte nicht mehr vom Fleck zu rühren , gezwungen gewesen, mich noch mal vollkommen neu zu sortieren und zu orientieren: VERÄNDERUNGEN.
                          Im Rückblick kann ich sagen, dass mir gar nichts Besseres hätte passieren können als die vermeintlichen Katastrophen in 2008.

                          Den Schnipsel habe ich aufgehoben. Ich habe ihn gerahmt in meinem Arbeitszimmer stehen und immer, wenn ich daran vorbeigehe, schmunzele ich und freue mich....

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                            #14
                            Einschneidende Veränderungen, das an das Existenzielle Heranreichende wird begleitet von aneinandergereihten Worten, Sätzen wie `alles wird gut, positiv denken, an Wunder glauben, die Hoffnung nicht aufgeben´, die deutlich machen, dass es schlecht um einen bestellt ist. Begleitet von Gesten wie das mitleidige, mitfühlende Auf- und Abstreicheln des Oberarms.

                            Es ist aber auch die Sprachlosigkeit des vor Glück überquellenden Herzens oder das wortlose Vertrauen, die Hingabe. Begleitet von Gesten wie die in die offene Hand des anderen gelegte Wange.

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                              #15
                              Konnte ich zwar auch im Zitate-Faden reinstellen, passt aber so gut zum Thema:

                              "Allen Veränderungen, selbst jenen, die wir ersehnt haben, haftet etwas Melancholisches an, denn wir lassen einen Teil von uns selbst zurück.
                              Wir müssen ein Leben sterben, ehe wir ein anderes beginnen können."

                              @Anatole France


                              "Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen"

                              (chinesisches Sprichwort)

                              · Für Wunder muß man beten,
                              für Veränderungen muß man arbeiten.



                              Thomas von Aquin (1224 - 1274), eigentlich Thomas Aquinas,

                              italienischer Philosoph und Dominikanerpater

                              Grüße von Nordwind

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