Liebe Fortuna,
mir spukt dein folgender Satz immer noch durch den Kopf:
Echt? Ich kann mich an viele Situationen erinnern, wo ich so etwas gesagt habe, und es kam dennoch die Rückfrage "Wieso? Wovon bist du denn kaputt?".
Es mag ja durchaus ein ernsthaftes Interesse hinter der Frage stehen. Rübergebracht wird sie jedoch meist mit dem Unterton "Ich weiß gar nicht, was du hast, du siehst gar nicht so erschöpft aus, dir geht's doch noch recht gut, nun stell dich nicht so an...".
Oder bilde ich mir das alles nur ein, weil ICH glaube, dass ich noch nicht genug getan hätte? Dass andere viel mehr Grund haben, kaputt zu sein? Die Freundin von nebenan mit zwei kleinen Kindern, Ehemann, großem Haus, eigenem Job, die nie Zeit hat? Der Kollege, der Tag und Nacht arbeitet, weil terminierte Projekte falsch geplant wurden und nun alles an ihm hängt?
Ich weiß nicht, ich bin es so unsagbar satt, jedem immer wieder etwas erklären zu müssen - egal, ob das meine Eltern sind oder sonst wer. Es kann doch nicht sein, dass Kommunikation unter Menschen sich nur noch damit beschäftigt, einander zu erklären, warum man sich so und so fühlt und "wieso, du hast doch neulich gesagt, dass du ...?" - "Ja, aber jetzt ist es anders." - "Wieso, das verstehe ich nicht, du könntest doch...?" ... Mann, da könnte ich inzwischen ausrasten! Da möchte ich schreien: "Nun halt doch mal einfach die Fresse und höre zu!"
Ist es das, was mich so annervt an meiner Mutter? Und auch an anderen? Dass nicht mehr zugehört wird? Dass nichts mehr einfach mal so stehen bleiben darf? Dass jeder Furz und Feuerstein immer und immer und immer und immer wieder bis zum Erbrechen hinterfragt wird? "Mann, ich weiß nicht, warum ich kaputt bin! Das ist einfach so... ja, die Reise mag ein Grund sein, ich habe sie aber nicht als anstrengend empfunden, denn ich hatte nette Mitreisende. Nein, auf der Arbeit war es auch nicht stressig und nein, ich habe gut und ausreichend geschlafen... ich weiß nicht, warum ich kaputt bin, aber ich bereue es gerade, dir überhaupt davon berichtet zu haben. Warum pflückst du das jetzt so auseinander? Was bringt dir das? Was soll mir das bringen? Welchen Sinn hat das Zerpflücken?"
Wie soll ich denn auf so etwas reagieren? Was ist die adäquate Reaktion auf so ein Nachbohren? Welchen Wert hat dieses verbale Geplätscher? Wen interessiert's, wovon ich kaputt bin? Ich bin kaputt. Punkt!!!
Und dann kommt mir wieder in den Sinn, dass meine Mutter mir mal gesagt hat (und sie hat es nicht vorwurfsvoll, sondern eher hilflos-mitfühlend gesagt), dass ich schon als Kind nie jemanden an mich herangelassen hätte. Und so denke ich, dass es zwar nicht meine Schuld ist, dass das Verhältnis zwischen ihr (und vielen anderen Menschen) und mir so ist, wie es ist, dass es aber sehr wohl an mir liegt. Und wenn ich das Verhältnis ändern will, muss ich etwas ändern. Meine Mutter wird nichts änfdern. Denn dazu müsste sie ja erst einmal verstehen, worum es geht. Das kann ich aber nicht erklären. Das ist ja der Scheiß... ich verstehe doch selber nicht, wie es zusammenhängt. Ich kann es doch nicht beschreiben und erklären. Also was soll ich tun? Ich fühle mich hilflos jemandem ausgeliefert, der immer nur Erklärungen will. Ich habe aber keine Erklärungen. Ohne Erklärungen werden wir aber nicht zusammen kommen. Ein Teufelskreis! Ein Teufelskreis, aus dem ich raus will! Aber wie???
Ich glaube, was mich zudem an dem oben zitierten Absatz (bzw. an der dort beschriebenen Situation) stört ist, dass die Aussage "Ich bin kaputt!" doch auch nicht wahr ist. Also so habe ich das jedenfalls verstanden, dass du das auch durchaus mal benutzt, um deine Ruhe zu haben. Was ich verstehe und auch nachvollziehen und gutheißen kann.
Aber: gibt es dir Frieden, so, - nämlich unaufrichtig - reagiert zu haben? Ich meine, klar, es ist in dem Moment sicher die beste Reaktion. Aber ist es die, die du möchtest? Möchest du so reagieren? Oder möchtest du nicht viel lieber anders reagieren können und dürfen, ohne dass wieder von dem, was du sagst, ein Fass aufgemacht wird und sich endlose Jammereien und Vorwürfe über dich ergießen?
Wäre es nicht schön, wenn du so sein dürftest, wie du bist?
mir spukt dein folgender Satz immer noch durch den Kopf:
und manchmal fährt man auch mit der wahrheit am besten, wie ich zuletzt bei meinen eltern: ich bin erschöpft hoch zehn, ich kann nicht. da wagen die wenigsten zu sagen: ach komm, stell dich nicht so an.
Es mag ja durchaus ein ernsthaftes Interesse hinter der Frage stehen. Rübergebracht wird sie jedoch meist mit dem Unterton "Ich weiß gar nicht, was du hast, du siehst gar nicht so erschöpft aus, dir geht's doch noch recht gut, nun stell dich nicht so an...".
Oder bilde ich mir das alles nur ein, weil ICH glaube, dass ich noch nicht genug getan hätte? Dass andere viel mehr Grund haben, kaputt zu sein? Die Freundin von nebenan mit zwei kleinen Kindern, Ehemann, großem Haus, eigenem Job, die nie Zeit hat? Der Kollege, der Tag und Nacht arbeitet, weil terminierte Projekte falsch geplant wurden und nun alles an ihm hängt?
Ich weiß nicht, ich bin es so unsagbar satt, jedem immer wieder etwas erklären zu müssen - egal, ob das meine Eltern sind oder sonst wer. Es kann doch nicht sein, dass Kommunikation unter Menschen sich nur noch damit beschäftigt, einander zu erklären, warum man sich so und so fühlt und "wieso, du hast doch neulich gesagt, dass du ...?" - "Ja, aber jetzt ist es anders." - "Wieso, das verstehe ich nicht, du könntest doch...?" ... Mann, da könnte ich inzwischen ausrasten! Da möchte ich schreien: "Nun halt doch mal einfach die Fresse und höre zu!"
Ist es das, was mich so annervt an meiner Mutter? Und auch an anderen? Dass nicht mehr zugehört wird? Dass nichts mehr einfach mal so stehen bleiben darf? Dass jeder Furz und Feuerstein immer und immer und immer und immer wieder bis zum Erbrechen hinterfragt wird? "Mann, ich weiß nicht, warum ich kaputt bin! Das ist einfach so... ja, die Reise mag ein Grund sein, ich habe sie aber nicht als anstrengend empfunden, denn ich hatte nette Mitreisende. Nein, auf der Arbeit war es auch nicht stressig und nein, ich habe gut und ausreichend geschlafen... ich weiß nicht, warum ich kaputt bin, aber ich bereue es gerade, dir überhaupt davon berichtet zu haben. Warum pflückst du das jetzt so auseinander? Was bringt dir das? Was soll mir das bringen? Welchen Sinn hat das Zerpflücken?"
Wie soll ich denn auf so etwas reagieren? Was ist die adäquate Reaktion auf so ein Nachbohren? Welchen Wert hat dieses verbale Geplätscher? Wen interessiert's, wovon ich kaputt bin? Ich bin kaputt. Punkt!!!
Und dann kommt mir wieder in den Sinn, dass meine Mutter mir mal gesagt hat (und sie hat es nicht vorwurfsvoll, sondern eher hilflos-mitfühlend gesagt), dass ich schon als Kind nie jemanden an mich herangelassen hätte. Und so denke ich, dass es zwar nicht meine Schuld ist, dass das Verhältnis zwischen ihr (und vielen anderen Menschen) und mir so ist, wie es ist, dass es aber sehr wohl an mir liegt. Und wenn ich das Verhältnis ändern will, muss ich etwas ändern. Meine Mutter wird nichts änfdern. Denn dazu müsste sie ja erst einmal verstehen, worum es geht. Das kann ich aber nicht erklären. Das ist ja der Scheiß... ich verstehe doch selber nicht, wie es zusammenhängt. Ich kann es doch nicht beschreiben und erklären. Also was soll ich tun? Ich fühle mich hilflos jemandem ausgeliefert, der immer nur Erklärungen will. Ich habe aber keine Erklärungen. Ohne Erklärungen werden wir aber nicht zusammen kommen. Ein Teufelskreis! Ein Teufelskreis, aus dem ich raus will! Aber wie???

Ich glaube, was mich zudem an dem oben zitierten Absatz (bzw. an der dort beschriebenen Situation) stört ist, dass die Aussage "Ich bin kaputt!" doch auch nicht wahr ist. Also so habe ich das jedenfalls verstanden, dass du das auch durchaus mal benutzt, um deine Ruhe zu haben. Was ich verstehe und auch nachvollziehen und gutheißen kann.
Aber: gibt es dir Frieden, so, - nämlich unaufrichtig - reagiert zu haben? Ich meine, klar, es ist in dem Moment sicher die beste Reaktion. Aber ist es die, die du möchtest? Möchest du so reagieren? Oder möchtest du nicht viel lieber anders reagieren können und dürfen, ohne dass wieder von dem, was du sagst, ein Fass aufgemacht wird und sich endlose Jammereien und Vorwürfe über dich ergießen?
Wäre es nicht schön, wenn du so sein dürftest, wie du bist?



ich behandle es heute so, wie wenn andere von lästigem schnupfen erzählen.


Es ist einem Menschen unmöglich, einen anderen derart "zu lenken", auch wenn der seine eigenen - bewussten oder unbewussten - Entscheidungen mit dieser Ausrede "begründet", um einem den schwarzen Peter zuzuschieben. Aber auch da musste mein rationaler Anteil dem emotionalen immer wieder versichern, dass dem so ist und das schlechte Gefühl "versagt" zu haben nicht auf der eigenen Uzulänglchkeit beruht sondern auf der Lüge, ich müsse diese Fähigkeit besitzen (genau genommen auf der Lüge, es sei überhaupt irgendeinem Menschen möglich, diese Fähgkeit zu besitzen), die ich naiverweise geglaubt hatte. Wobei "naiverweise" nicht abwertend gemeint ist sondern "für ein Kind, das seinen Eltern natürlich vertraut, ganz normal" bedeuten soll.
Kommentar