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Die Kunst des Fliegens

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    Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
    Leider kenne ich derzeit niemanden, der Motorrad fährt.
    Ach, zumindest Eine aus dem Forum kennst Du da.

    Bei Bedarf einfach mal melden.

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      Ob das was wird mit unseren gesprungenen Brillen?

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        Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
        Ob das was wird mit unseren gesprungenen Brillen?
        Wo sind sie denn hingesprungen?

        Nee, nicht schon in aller Herrgottsfrühe scherzen, heute bin ich wieder ernsthaft!

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          Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
          Ob das was wird mit unseren gesprungenen Brillen?
          Versuch macht kluch!

          Solange Du so nen silbernen Fleck in Kopfhöhe erkennen kannst, ist alles gut: das ist mein Helm und das Zeichen für Dich, dass Du noch an Bord bist!

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            liebe jannes,
            ich schau ab und an in deinen faden hier und just heute springt mich das
            motorradfahren an

            ich wurde auch mit ~37 jahren Sozius. ich hab das fallen lassen und vertrauen wollen gut 3 jahre erfahren. war eine schöne zeit bis ich beschloss, den Asphalt und den gummi lieber selber spüren zu wollen.

            ich hab mir eine kleine chopper gekauft und nach 1 jahr den A-schein gemacht.
            und dann hatte ich das riesen glück eine gebrauchte 650er zur verfügung
            gestellt zu bekommen.
            ein Oldtimer mit viel biss im unteren tourenbereich aber du bist halt ewig am schalten.
            aber was ich dabei gelernt habe war,
            ich bestimme über mein leben, meinen Rhythmus, meine Balance,
            meine Geschwindigkeit, mein auftreten, ich spüre die Vibrationen selbst
            und muss mich auf die Begebenheiten (strassenbelag) einstellen.
            ich bin herr über mein leben.
            ich kanns auch flugs gegen die mauer setzen.
            schneller und wirkungsvoller als mit einem Auto.
            oder auch genießen, den wind unters vesier blasen lassen, an der roten
            Ampel ins schwitzen kommen, ich kann den leuten die mich mit überhöhter
            Geschwindigkeit vor der kurve noch überholen ein schönes restliches leben
            wünschen und sie von dannen ziehen lassen.
            ich kann mich bei rettungsfahrzeugen still und leise für deren Einsatz
            bedanken, der hoffentlich niemals mir gilt.

            das gefühl, wenn du selbst lenkst, das kannst du in alle lebenslagen übertragen.
            manchesmal kommen wir ins schwitzen, manchesmal jubeln wir,
            manchesmal geht es uns zu schnell, manchesmal können wir es gar nicht erwarten.
            aber eines sollten wir uns immer bewußt sein. wir sollten unser leben selber lenken.

            hoffe das war nicht zu abschweifend

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              Hallo ihr Lieben,

              ich habe selbst noch vor dem Autoführerschein den Führerschein A1 gemacht und bin so schon zeitig in den von dir beschriebenen Genuss, liebe Ulrike, gekommen. Es ist genauso wie du es beschreibst und ein wenig vermisse ich das auch. Allerdings wurde mir zweimal die Vorfahrt genommen und ich habe zweimal dermaßen den Asphalt und das jeweilige Auto geküsst, dass ich davon geheilt bin.

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                Vor zwei Wochen ergab sich ein Gespräch zwischen mir und meinem Bruder, welches er spontan begann. Ausgelöst durch eine aktuelle Situation sprachen wir über unsere Mutter und wie wir sie wahrnehmen. Es war das erste Mal überhaupt, dass er von sich aus dieses Thema anschnitt. Ich nutzte diese Chance um zu sagen, dass ich sowieso schon lange gerne mal mit ihm darüber sprechen würde, ob er ähnliche Dinge mit unserer Mutter erlebt hat wie ich als Kind und als Jugendliche und wie er das erlebt hat. Nun weiß ich, dass er es auch miterlebt hat, wie sie sich wohl früher aus dem Fenster stürzten wollte. Uns blieb an diesem Tag nicht viel Raum und es war nicht der passende Moment, das weiter auszuweiten. Daher haben wir uns verabredet, um ausschließlich über all diese Dinge zu sprechen und das wird morgen passieren. Ich bin gespannt, aufgeregt, aber auch etwas besorgt.
                Bislang konnte ich mir vorstellen, dass er wohl seine eigenen Erfahrungen mit ihr gesammelt hatte. Da es ihm aber heute nicht so schwer fällt sie in sein Leben einzubinden und sie teilhaben zu lassen und überhaupt mit ihr umzugehen, dachte ich bisher, dass diese Erfahrungen andere waren oder er einfach schon älter war, als ich. Was genau und wann passiert ist, das wird sich morgen zeigen. Was ich bislang, vor allem direkt nach dem Gespräch, aber auch gestern wieder, als wir uns endlich für morgen entschlossen, merke, ist, dass ich mit diesen Erfahrungen nicht mehr alleine bin. Dieses Gefühl kenne ich gar nicht und es ist mir völlig neu. Ich muss das alles nicht mehr allein tragen. Plötzlich ist da jemand, der genau weiß, wovon ich spreche. Vielleicht haben wir nicht exakt dieselben Erfahrungen, aber er kennt meine Mutter und hat sie erlebt. Es geht nicht darum, gemeinsam über alles herzuziehen und alles schlecht zu reden. Ich fühlte mich aber seit langem so verstanden wie lange nicht, wer sonst könnte mir sagen, dass er weiß, wie es sich anfühlt, wenn nicht jemand, der mit dabei war. Und vor allem weiß ich, dass mein Kopf die Dinge rückblickend nicht überzeichnet hat, diese Sachen sind passiert und sie waren so schlimm, ich mache es nicht schlimmer, als es ist.
                Ich will ihm gerne soviel sagen, mich auch für einiges entschuldigen. Mein Bruder, das schwarze Schaf (in den Augen meiner Mutter), derjenige, der den Familienfrieden fundamental erschüttert hat und derjenige, den es zu bekämpfen galt... Ich als Kind und später als Jugendliche übernahm dieses "Feindbild" und ich weiß heute auch, warum. Meine größte Angst war es, meine Mutter zu verlieren. Es war absolut zu vermeiden, dass es ihr schlecht ging und alles und jeder, der einen nicht vertretbaren Zustand ihrerseits herbeiführte war für sie und damit auch für mich nicht gut. Es dauerte eine Weile, ehe ich das durchstiegen hatte und das Spiel nicht mehr mitspielte.

                Ich hoffe, er kann tragen, was ich ihm erzählen will und werde. Ich mache mir auch Sorgen darum, was das mit ihm machen wird. Vor allem habe ich Angst davor, dass es seine Art, mit unserer Mutter umzugehen, verändern wird.
                Ich hoffe sehr, er kann es einfach so nehmen, wie es ist. Ich hoffe, dass er mir glaubt (eine widersinnige Angst, wieso sollte er es mir nicht glauben...) und ich hoffe, er nimmt mir hinterher nicht übel, dass ich ihm das alles erzählt habe. Einige Bedenken kommen da plötzlich hoch, die ich so auch noch nicht kannte. Es zeigt mir, wie viel es mir doch bedeutet. Ich hätte nie damit gerechnet, dass dieser Zeitpunkt jemals kommt. Seitdem habe ich eine Ahnung davon, wie es sich anfühlt, nicht allein zu sein. Dabei bin ich nicht allein, ich habe einen ganz lieben Partner, der schon viel mit mir trägt. Und doch ist es eben etwas anderes, er ist mehr oder weniger Zuschauer und plötzlich steht ein Akteur mit mir auf der Bühne. So muss sich Familie anfühlen

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                  Liebe Jannes,

                  ich freu mich ja so zu lesen, dass Du mit Deinem Bruder reden und frühere Begebenheiten für Dich klären kannst.

                  Mach Dir bitte keine "Sorgen", was diese Gespräche auslösen könnten. Was auch immer Deinem Bruder "klar werden" könnte und einen Einfluss auf sein weiteres Verhalten hat, ist die Folge der früheren Geschehnisse und nicht Deines aktuellen Handelns, also Deines "Darüberredens".

                  Ich drück Dir die Daumen, dass Ihr Eure Verbindung durch die Gespräche vertiefen könnt und dass Du das Gefühl, nicht mit allem alleine zu sein, dauerhaft genießen kannst, so dass es vom Gefühl zur Gewissheit wird.

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                    Liebe FirstSunshine,
                    Zitat von FirstSunshine Beitrag anzeigen
                    Mach Dir bitte keine "Sorgen", was diese Gespräche auslösen könnten. Was auch immer Deinem Bruder "klar werden" könnte und einen Einfluss auf sein weiteres Verhalten hat, ist die Folge der früheren Geschehnisse und nicht Deines aktuellen Handelns, also Deines "Darüberredens".
                    danke! Diese Perspektive hilft mir, denn ich habe mich mittlerweile schon gefragt, ob ich das eigentlich darf, über alles sprechen, weil nicht abzusehen ist, welche Folgen das hat.

                    Liebe Grüße
                    Jannes

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                      Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                      [...] ich habe mich mittlerweile schon gefragt, ob ich das eigentlich darf, über alles sprechen, weil nicht abzusehen ist, welche Folgen das hat.
                      Um's mal überspitzt zu formulieren:

                      Würdest Du in einem Prozess gegen einen Mörder aussagen, der für seine Tat wahrscheinlich eingebuchtet wird - oder würdest Du Dir überlegen, ob Du das "darfst", weil DU (!?) dem armen Mann mit Deiner Aussage (?!) vielleicht ein Leben hinter Gittern zumutest? Du bist hier weder Kläger noch Richter noch Täter sondern eine schlichte Zeugin, die ihre Wahrnehmung schildert.

                      Meine Überzeugung: vergiss Deine Frage! Natürlich darfst Du über alles reden, was Dich beschäftigt!

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                        Liebe Jannes,

                        es freut mich, dass Du mit Deinem Bruder endlich über diese Themen reden kannst!

                        Dieser Abgleich von Erinnerungen kann sehr hilfreich sein.
                        Es kann aber auch durchaus passieren, daß Ihr Euch anders an dasselbe Ereignis erinnert oder daß Du Dich an etwas erinnerst, er aber nicht und umgekehrt - weil unser Gedächtnis selektiv und plastisch ist (Geschichten sich z.B. durch mehrmaliges Erinnern und Wiedererzählen verändern).
                        Was dem einen aufgrund seiner eigenen damaligen oder späteren Gefühlslage besonders eindrucklich in Erinnerung geblieben ist, kann dem anderen entfallen sein, weil er oder sie diese Gefühlslage nicht teilte - und nicht zwangsläufig, weil diese Person etwas verdrängen wollte.
                        Ich schreibe das, weil ich das bei mir, Familie und Freunden beobachten konnte und weil die Kriminalistik weiß, daß das menschiche Gedachtnis sehr unzuverlässig sein kann.

                        Was mir auch immer wieder aufgefallen ist: in dysfunktionalen Familien findet oft eine Lagerbildung statt und oft fühlen sich Personen völlig allein (gelassen). Diese Isolierug zumindest jetzt durchbrechen zu können finde ich sehr wertwoll. Das tust Du gerade mit Deinem Bruder.

                        Ich wünsche Euch beiden alles Gute!

                        Liebe Grüße,

                        Freundin der Weisheit

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                          Hallo liebe Jannes,

                          na wie ist das Gespräch mit Deinem Bruder gelaufen? Konntest Du es schon für Dich "sortieren"?

                          Ich hoffe, Deine positiven Erwartungen wurden erfüllt!

                          Lass Dich aber mit Deiner Antwort nicht "hetzen", falls sie noch nicht "reif" ist oder Du nichts dazu schreiben möchtest. Bin halt ein schrecklich neugieriger Mensch.

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                            Liebe Freundin der Weisheit, liebe FirstSunshine,

                            wir haben uns den Tag recht lange unterhalten. Mein Bruder ist kein Mann der großen Worte, das ist nichts neues, aber ich hatte wohl erwartet, dass es etwas fließender wird Die Quintessenz unseres Gespräches ist, dass unsere Mutter schon immer war, wie sie ist. Das hat sich nicht erst entwickelt, nachdem er auszog, nur war mein Bruder zuvor eher Zielscheibe als ich und nachdem er weg war blieben nur mein Vater und ich und vor allem ich, weil ich die Dinge eben nicht immer so mit machte, wie sie es sich vorstellte. Er kennt ähnliche Situationen, allerdings war er nie so essentiell davon betroffen, wie ich, kam also nie direkt dazu und gewann auch nicht in solch jungen Jahren die Erkenntnis, was sie mit ihrem Verhalten bezweckte bzw. was daraus hätte folgen können (nämlich sich das Leben zu nehmen). Aber sie lief schon damals weg, wenn es ihr zuviel wurde, schloss sich schon damals ein, kippte schon damals einfach um, wenn es ihr zuviel wurde.
                            Interessant war für mich, seine Sicht der Dinge zu hören zu der Zeit, in der er bewusst seine Grenzen austeste (in seiner Jugend), was meine Mutter damals in ein Loch stürzten ließ. Mir ist jetzt klar, dass alles nie so schlimm war, wie sie es machte. Ein Problem ist immer so groß, wie man es macht und je mehr Aufmerksamkeit ich einer Sache schenke, desto größer wird sie. Ich weiß aber auch, warum ich mich damals so bedroht fühlte, weil ich ungefiltert ihre Gefühle übernahm, wie sie waren. Mir blieb auch nichts anderes übrig, sie war die treibende Kraft in der Familie, sie gab den Ton an, sagte wo es lang ging und was man zu tun und zu lassen hatte. Und wenn sie der Meinung war, die Erde tut sich auf, dann musste ich mich fürchten, weil sie es auch tat. Sie gab ihre völlig überzogene Weltsicht mit alle den enormen Gefühlen an mich weiter. Sie tat das, damit sie damit nicht allein war und damit sie jemanden hatte, der ihr den Rücken stärkte. Aber ihr Tun war schon damals manipulativ, denn so konnte sie immer auch mit einem Fingerzeig auf mich behaupten, dass es mich verängstigen würde. Dabei waren es nie die anderen, weswegen ich mich schlecht fühlte und es mir nicht gut ging, sondern letztendlich war sie es. Sie war es, die mir diese Angst einredete. Das Absurde daran ist, dass ich glaube, dass sie die Dinge derart groß machte, damit sie sich selbst einen Wert gab, damit sie (scheinbar) die Welt retten konnte. Denn das tat sie in meinen Augen. Absurd ist es deswegen, weil sie, bevor sie das konnte, jedes Mal so am Boden war, so hilflos und handlungsunfähig, dass ich ihr aus tiefer Existenzangst heraus beistehen musste. Ich befähigte sie jedes Mal dazu, den Durchblick zu behalten. Das klingt jetzt bemessen, aber im Grunde rettete ich sie (nicht nur ich, auch mein Vater und mein Bruder). Sie schafft ihre Dramen, damit sie im Mittelpunkt dessen Mitleid erhält und daraus gestärkt hervor gehen und sich selbst als Heldin fühlen kann. Ich glaube, sie fühlt sich sehr klein in dieser Welt und weiß nicht, wer sie ist. Ich kann nicht sagen, wer sie wirklich ist, da sie bislang immer versuchte, etwas anderes zu sein. Aber wer sie unter all diesen Dinge ist, wer sie hätte sein können? Das werde ich wohl nicht erfahren und sie durchschaut sich selbst nicht. Es wäre ihr Ende, würde sie realisieren, dass sie alles, was sie tut, nur in ihrer Fantasie erschaffen hat und sich die Dinge nur bei anderen zusammenklaubt. Sie lebt in einem Luftschloss und ich nehme an, sie wird es auch nicht verlassen wollen. Das würde ich auch nicht, wenn ich mir vorstelle, an einer Stelle meines Lebens zu realisieren, dass alles nicht echt ist und ich eigentlich gar nicht weiß, wer ich bin und was mich ausmacht, was ich kann und wozu ich fähig bin. Es ist ein bedauernswerter Zustand.
                            Als Kinder mussten wir mitspielen. Wir kannten es auch nicht anders, es war normal. Und es ist schwierig, wenn man keinen Außenstehenden hat, der einem eine andere Perspektive eröffnet, so dass man eine Ahnung davon haben könnte, dass die Welt auch anders funktioniert.
                            Mein Bruder und ich denken in dieser Sache ziemlich gleich. Es freut mich, dass wir uns darin einig sind, aber auch in dem Punkt, dass sie nicht anders konnte und nach wie vor nicht anders kann. Es würde auch nichts bringen, sie mit der Nase darauf zu stoßen, es ist wohl zu spät, sie würde daran zerbrechen.
                            Mein Bruder sprach darüber, bei sich viele Dinge von unserer Mutter wieder zu entdecken. Das kann ich so nicht bestätigen, aber dafür haben wir auch bislang zu wenig Zeit miteinander verbracht. Diese Dinge will er aktiv bearbeiten. Er wiederum sieht in mir keine Ähnlichkeit mit meiner Mutter, das wiederum verblüffte mich, weil ich wiederum viel an mir sehe (leider ), in dem ich so bin, wie sie.
                            Interessant fand ich auch, dass er sich irgendwann bewusst nicht mehr wegduckte, als sie aus Wut darüber, dass er sich nicht an ihre Regeln hielt, wieder übergriffig wurde. Er suchte genau wie ich später die Konfrontation, er hatte sie genauso durchschaut wie ich. Damals ging unser Vater wohl dazwischen, wer weiß, was passiert wäre.
                            Er erinnerte mich auch an ein Gespräch, was wir wohl führten, kurz bevor er damals auszog. Damals unterhielten wir uns das erste mal nicht als Bruder und Schwester, in unserer Rivalität, wie sie damals bestand, sondern als die Menschen, die wir waren. Ich erinnere mich nur dunkel daran, er beschrieb mir aber seine Sicht der Dinge und das diese Dinge nunmal nicht so waren, wie sie es Glauben machen wollte. Ich erinnere mich aber sehr wohl an das Gefühl, dass dieses kurze Gespräch hinterließ: denn ich realisierte Wohl, dass er recht hatte und fühlte mich dann unendlich allein mit der Aussicht, dass er nun gehen würde und ich mit ihr zurück blieb. Ein wirklich schrecklicher Moment.
                            Auch er hat unseren Vater in dieser Familie als zu wenig präsent erlebt. In Sachen Erziehung war er raus, was für uns vor allem bedeutete, wenn wir es uns mit unserer Mutter verscherzten, völlig allein und verloren auf weiter Flur zu stehen. Auch diesen Punkt hat er sich vorgenommen, ganz bewusst anders zu machen. Man nimmt sich wohl immer vor, dieses oder jenes nicht so wie die Eltern zu machen. Natürlich wird man andere Fehler machen, ich finde aber erstaunlich, dass uns diese Dinge ähnlich wichtig erscheinen.
                            Leider habe ich mich nicht getraut, ihm alles zu erzählen, für manches ergab sich einfach nicht die passende Gelegenheit. Insofern fühle ich mich nicht so erleichtert, wie ich es gehofft hatte. Aber was solls, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Wir fanden es beide angenehm, mal so miteinander zu sprechen und sind uns einig, dass wir das beibehalten wollen. Wir müssen ja nicht jedes Mal Probleme wälzen. Aber miteinander über Gefühle und Erlebnisse zu sprechen und das sachlich und die Dinge so stehen lassen zu können, wie der andere sie sieht, das gab es bislang nicht in unserer Familie. Denn es gab immer eine Sicht, die schwerer wog und zwar die meiner Mutter. Da kam immer ein "Aber...". Und schließlich musste man die Dinge so hinbiegen, dass sie nicht wieder durchdrehte.
                            Ich denke, es wird noch etwas dauern, bis das alles richtig sacken kann und sich in mich eingefunden hat. Ich glaube, dass es sehr schön sein kann, mit ihm ein Stück näher zusammen zu rücken, wir sind auf einer Wellenlänge, das waren wir immer, nur war nie der richtige Rahmen dafür vorhanden. Wahrscheinlich sind es seine Kinder, die es nun irgendwie in uns ankurbeln Die Bedeutung von Familie wird einem dann noch einmal ganz anders bewusst.
                            Zuletzt geändert von Jannes; 26.04.2014, 20:53.

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                              Wow. Jannws. Das klingt nach einem intensiven Austausch.
                              Schön, dass Ihr diese Gelegenheit geschaffen und genutzt habt.

                              Wie Du das schreibst, bekomme ich ein Bild von Euren (insbesondere DEINER) Sichtweise, die erstmalig Raum bekommt. Auszuprobieren sich als 'Richtig' zu behaupten.
                              Geht Dir das so? Erstmalig ruhig da zu stehen und zu fühlen: was Ich wahrnehme und denke ist okay so - Ich brauche es (mich) nicht zu verbiegen? Es (ich) ist richtig so und hat den Raum.

                              Wünsche Dir einen friedlichen Sonntag!
                              Liebe Grüße

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                                Liebe Jannes,

                                das klingt für mich wie wie der wunderbare Anfang von etwas "Großem".

                                Ihr beiden habt Eure Basis gefunden und erkannt, dass sie tragfähig ist, und darauf könnt ihr gemeinsam etwas Neues aufbauen - eine "familiäre Gemeinschaft" aus Eurer Sicht, die eine gemeinsame ist und sich nicht gegenseitig ausschließt.

                                Betrachte es als ein Pflänzchen, das erst mal heranwachsen muss. Ich denke ihr werdet es ausreichend gießen und pflegen, so dass es ein großer Baum mit starken Wurzeln und einem schützenden Blätterdach werden kann. Und unter diesem Baum finden bestimmt noch ein paar Nichten und Neffen (und vielleicht auch eigene Kinder) Platz.

                                Ich glaube das Bäumchen, das da wächst, verdient den Namen "Familie".

                                Ich freu mich so sehr für Dich, dass der Anfang so gut gelaufen ist und Deine Erleichterung wird kommen, denn alles was ihr Euch zu sagen habt, wird bestimmt seinen passenden Moment bekommen.

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