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Die Kunst des Fliegens

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    komm in meinen Keller ;) dann können wir zusammen trauern.

    im Ernst.
    warum möchtest Du nicht einfach (es ist nicht leicht und tut weh, ich weiss) Deiner Trauer um alles, was Du Dir gewünscht hast und was nie war und auch nicht seitens Deiner Mutter sein wird Raum geben?

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      Dann trauere jetzt doch mal. Nimm dir die Zeit dafür. Der Schmerz wird nachlassen, wie bei jeder Trauer.
      Es ist nicht mehr zu ändern, wie es gelaufen ist.
      Aber du lebst im Jetzt.
      Und genau so, wie du es uns geschrieben hast, kannst du es auch deinem Mann sagen.

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        jannes, ich erzähl mal kurz von mir, vielleicht passt es, vielleicht auch nicht.

        ich lebe seit ein paar monaten ein neues muster - ich verhalte mich ganz bewust anders als ich es mein ganzes leben bisher getan habe. es war harte arbeit, dorthin zu kommen und ich bin überzeugt, dass ich auf dem richtigen weg bin.
        ABER: ich fühl mich *schlecht* dabei, ich hab das gefühl, das bin gar nicht ich, ich komm mir unehrlich, sogar unauthentisch vor...
        meine GEFÜHLE haben sich noch nicht an das neue muster gewöhnt.
        inzwischen kann ich es akzeptieren udn gebe mir zeit.
        aber am anfang hat mich das völlig verwirrt - ich müsste doch nun stolz auf mich sein, dass ich es endlich schaffe, anders zu reagieren, andere gratulieren mir (wie jetzt dir) zu meiner neuen art... nur ich fühl mich *komisch* dabei.

        vielleicht ist es jetzt bei dir auch ähnlich, vielleicht ist deine gefühlswelt einfach noch nicht soweit, dass du dich dran freuen kannst, dass es einfach gut und richtig und dran war, das auszusprechen und zu erleben, dass du in frieden und im gegenseitigen verständnis diese sachen mit deiner mutter besprechen kannst...

        nur ein angebot, vielleicht ist es bei dir ja ganz anders...

        Kommentar


          Momentan geht gar nichts emotional. Wenn ich könnte, würde ich vielleicht. Natürlich habe ich Angst davor, wer weiß, was dann passiert. Vielleicht kriege ich mich nicht mehr ein. Wut und Hass fallen aber nun weg. Schade.

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            Zitat von Tanzende Beitrag anzeigen
            ich lebe seit ein paar monaten ein neues muster - ich verhalte mich ganz bewust anders als ich es mein ganzes leben bisher getan habe. es war harte arbeit, dorthin zu kommen und ich bin überzeugt, dass ich auf dem richtigen weg bin.
            ABER: ich fühl mich *schlecht* dabei, ich hab das gefühl, das bin gar nicht ich, ich komm mir unehrlich, sogar unauthentisch vor...
            meine GEFÜHLE haben sich noch nicht an das neue muster gewöhnt.
            inzwischen kann ich es akzeptieren udn gebe mir zeit.
            aber am anfang hat mich das völlig verwirrt - ich müsste doch nun stolz auf mich sein, dass ich es endlich schaffe, anders zu reagieren, andere gratulieren mir (wie jetzt dir) zu meiner neuen art... nur ich fühl mich *komisch* dabei.

            vielleicht ist es jetzt bei dir auch ähnlich, vielleicht ist deine gefühlswelt einfach noch nicht soweit, dass du dich dran freuen kannst, dass es einfach gut und richtig und dran war, das auszusprechen und zu erleben, dass du in frieden und im gegenseitigen verständnis diese sachen mit deiner mutter besprechen kannst...

            nur ein angebot, vielleicht ist es bei dir ja ganz anders...
            Interessant. Das, was du beschreibst, konnte ich selbst die letzten Jahre beobachten, zwar habe ich mich nicht bewusst entschieden, anders zu sein, aber ich habe mir erlaubt, nicht so zu sein, wie ich sonst immer war. Da ich in dieser Zeit sowieso mit neuen Leuten in Kontakt war, war es ein Leichtes. Aber es ging mir, wie dir, schlecht, wenn Bekannte und Freunde aus meinem alten Kreis dabei waren. Es überraschte sie, ich überraschte mich selbst und ihre Überraschung überraschte mich wiederum.
            Ich weiß nicht, ob das in Sachen Emotionen auch so funktioniert. Ich sperre mich.
            Vielleicht funktioniert es in dem Punkt, mich anzunehmen, wenn ich auch meiner Mutter sage, was ich denke und wie es mir geht und nichts mehr schön zu reden oder zu ihrem Schutz zu verbergen. Danke für den Hinweis!

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              Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
              Momentan geht gar nichts emotional. Wenn ich könnte, würde ich vielleicht. Natürlich habe ich Angst davor, wer weiß, was dann passiert. Vielleicht kriege ich mich nicht mehr ein. Wut und Hass fallen aber nun weg. Schade.

              neeee.
              wenn meine Erfahrung uebertragbar ist, würde ich sagen, da kann auch noch Wut und Hass in Dir sein.
              die darf auch raus, wenn sie möchte.
              aber es ist weniger notwendig, kausal im Jetzt alles zu verbinden.
              wenn Dein Bauch sagt: ich bin jetzt aber wütend. .. und zwar, weil ich immer ausgenutzt wurde und das kotzt mich richtig an. dann sei wütend. es will raus. es reinigt auch super :) aber deswegen heisst es noch lange nicht, dass Du im Jetzt Deiner Mutter sagen musst 'ich hasse Dich'. das magst Du beim Gefühl loslassen aber durchaus empfinden - nur dass es andere Zeitpunkte sind.

              ansonsten kann ich Dir empfehlen m einfach im Jetzt die Tränen kullern zu lassen, wenn Dir nach Trauern ist.
              dich nnicht zurück halten. keine Angst haben. wenn es geht (also im privaten Bereich) geniesse ich es mittlerweile, Gefuehle sofort zu leben. wenn ich traurig bin oder Angst habe, ist es in Ordnung. mit den alten, unterdrückten Sachen ist es ja meist nicht so einfach.

              alles Liebe

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                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                Nein und das ist das Problem. Tatsächlich war ich kurz traurig, mit meiner Mutter gemeinsam, als sie mich umarmte. Da kam kurz hoch, warum es so ist wie es ist und es kam mir vor als ob sie genau um dasselbe trauerte. Wissend, dass sie mir nicht die Dinge geben konnte, die sie vielleicht wollte, die ich allem voran aber brauchte. Und die jetzige Trauer darüber dass es so ist wie es nun mal ist.
                In Konfrontation bin ich gut. Aber das war hier nicht nötig. Ich habe niemals darüber nachgedacht, was passieren würde, wenn sie es eingesteht oder es "zugibt" und Dinge einräumt. Und ihre Reaktion kommt einer solchen ziemlich gleich. Ich bin aufgeschmissen, ich könnte jetzt tatsächlich einfach nur trauern - schlimmer, das ist das einzige, was mir jetzt noch übrig bleibt!!!
                Das ist ein interessanter Punkt. Du dachtest die ganze Zeit - vor dem Gespräch - daß es zur Katastrophe kommen würde, deine Mutter wieder mit Selbstmord drohen würde und es einfach ein Desaster werden würde. Dabei warst du überhaupt nicht darauf vorbereitet, daß sie anders reagieren könnte.

                Aber insgesamt ist es sehr gut gelaufen. Deine Beziehung zu deiner Mutter ist jetzt auf einem neuen Level, sozusagen auf Augenhöhe. Sie akzeptiert deine Gefühle und das ist gut so.

                Es muß dir aber nicht nur die Trauer bleiben. Die Wut über das, was du entbehren mußtest, ist ja nicht plötzlich weg. Du kannst noch immer wütend sein, vielleicht auf die Mutter von früher, oder auf die Umstände, oder darüber, wie viel Zeit, Kraft und Energie das alles dich gekostet hat. Dabei kannst du deine heutige Mutter völlig außen vor lassen und die Wut ganz für dich allein ausleben.

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                  Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
                  Aber insgesamt ist es sehr gut gelaufen. Deine Beziehung zu deiner Mutter ist jetzt auf einem neuen Level, sozusagen auf Augenhöhe. Sie akzeptiert deine Gefühle und das ist gut so.
                  Das wäre schön, wenn es ein neues Level erreicht hätte. Allerdings bezweifle ich das. Meine Mutter war und ist sehr sprunghaft und unberechenbar. Vielleicht konnte sie den Tag Traurigkeit darüber empfinden und ein Bedauern zum Ausdruck bringen, aber auch nur, weil sie direkt davon betroffen war, vor allem sich selbst in ihrer Position mit bedauerte. Wird sie ihre Bedürfnisse erfüllt bekommen, anderweitig, sieht es schon wieder ganz anders aus. Oder es entsteht ein solcher Mangel, dass es vorbei ist mit dem "Verstehen".
                  In bestimmten Punkten wird sie sich nie ändern und das betrifft ihren Egozentrismus und das fehlende Empathievermögen. Je nachdem, wie der Wind steht, wird sie sich also drehen.
                  Es ist an mir, meine Position zu bewahren, unabhängig davon, wie sie im Wind steht.

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                    Das ist eine wichtige Erkenntnis, Jannes.
                    Lass die Unberechenbarkeit bei deiner Mutter. Es ist ihre Sache, nicht deine.
                    Mach dich in deinem Denken und Fühlen unabhängig von ihr. Du hast eh keinen Einfluss auf die Gefühlswelt deiner Mutter.
                    Und genau dafür brauchst du auch kein schlechtes Gewissen zu haben. Du weißt, dass du sie nicht ändern kannst.
                    Schneide die innere Nabelschnur durch; durch sie bekommst du nicht das, was du brauchst. Das tut jetzt weh, das zu lesen, aber so ist die Realität.
                    Gib dir selbst das, was du brauchst. Du kannst es!

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                      Jetzt muss es nur noch ankommen, Bonny

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                        Öffne dein Herz für dich selbst, es wird dir dankbar sein und eine innere Wärme wird dich umhüllen.........

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                          Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                          Das wäre schön, wenn es ein neues Level erreicht hätte.
                          Es hat ein neues Level erreicht. Deine Mutter hat verinnerlicht, dass ihr Verhalten heute Konsequenzen hat. Es ist ihre Entscheidung, was sie damit macht. Und sie wird sich nur zu "Teilen" ändern. Doch sie wird sich ändern weil sie nun erfahren hat, dass du dich geändert hast.

                          Es zeigt schön auf, dass man zwar die Welt nicht verändern kann, aber man durch die eingen Veränderung die Umwelt dazu "zwingt" zu reagieren. Wie die Reaktion ausfällt, darauf hat man dann wieder keinen Einfluss.

                          Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                          Es ist an mir, meine Position zu bewahren, unabhängig davon, wie sie im Wind steht.
                          Ja, das hast du gut erkannt.
                          Was deine Emotionslosigkeit angeht vielleicht noch ein Gedanke. Es war ein langer Weg und in vielerlei Hinsicht ein Kampf. Nun hat sich einiges gelöst.
                          Wenn eine Sache beendet ist (ist sie hier noch nicht, aber es ist eine gravierende Änderung), ist es bei mir auch oft so, dass ich mich emotionslos fühle. Ich habe mich so verausgabt, dass erstmal nichts mehr übrig ist.
                          Es ist ähnlich wie bei einer Gefahr, wenn der Körper Adrenalin ausstößt und man in sekundenschnelle bereit ist zu kämpfen oder wegzulaufen.
                          Lässt dann dieses Gefühl nach, bleibt eine gewisse Taubheit für eine Zeit. Es war "zu viel". Man braucht einen Ausgleich.
                          Evt. kommt die Trauer noch später. Vielleicht brauchst du nun einfach mal Ruhe und keine weiteren seelischen Erschütterungen.

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                            Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                            Es hat ein neues Level erreicht. Deine Mutter hat verinnerlicht, dass ihr Verhalten heute Konsequenzen hat. Es ist ihre Entscheidung, was sie damit macht. Und sie wird sich nur zu "Teilen" ändern. Doch sie wird sich ändern weil sie nun erfahren hat, dass du dich geändert hast.

                            Es zeigt schön auf, dass man zwar die Welt nicht verändern kann, aber man durch die eingen Veränderung die Umwelt dazu "zwingt" zu reagieren. Wie die Reaktion ausfällt, darauf hat man dann wieder keinen Einfluss.



                            Ja, das hast du gut erkannt.
                            Was deine Emotionslosigkeit angeht vielleicht noch ein Gedanke. Es war ein langer Weg und in vielerlei Hinsicht ein Kampf. Nun hat sich einiges gelöst.
                            Wenn eine Sache beendet ist (ist sie hier noch nicht, aber es ist eine gravierende Änderung), ist es bei mir auch oft so, dass ich mich emotionslos fühle. Ich habe mich so verausgabt, dass erstmal nichts mehr übrig ist.
                            Es ist ähnlich wie bei einer Gefahr, wenn der Körper Adrenalin ausstößt und man in sekundenschnelle bereit ist zu kämpfen oder wegzulaufen.
                            Lässt dann dieses Gefühl nach, bleibt eine gewisse Taubheit für eine Zeit. Es war "zu viel". Man braucht einen Ausgleich.
                            Evt. kommt die Trauer noch später. Vielleicht brauchst du nun einfach mal Ruhe und keine weiteren seelischen Erschütterungen.
                            Da erkennt man wieder gut, dass Familie eben als System funktioniert. Verändert man ein Rädchen hat das automatisch Einfluss auf den Rest der Apparatur. Aber welche Veränderungen eintreten, lassen sich nicht unbedingt vorhersagen.

                            Was die Emotionen angeht, geht da immer noch nichts, leider noch weniger als vorher. Das hat leider wieder große Auswirkungen auf meine Partnerschaft und auf mein Gefühl für ihn. Ich muss wieder stark meinen Verstand beanspruchen, weil ich lieber die Beine in die Hand nehmen würde und meine Gefühle gerade nicht positiver Natur sind.

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                              Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                              Da erkennt man wieder gut, dass Familie eben als System funktioniert. Verändert man ein Rädchen hat das automatisch Einfluss auf den Rest der Apparatur. Aber welche Veränderungen eintreten, lassen sich nicht unbedingt vorhersagen.

                              Was die Emotionen angeht, geht da immer noch nichts, leider noch weniger als vorher. Das hat leider wieder große Auswirkungen auf meine Partnerschaft und auf mein Gefühl für ihn. Ich muss wieder stark meinen Verstand beanspruchen, weil ich lieber die Beine in die Hand nehmen würde und meine Gefühle gerade nicht positiver Natur sind.
                              Was wäre eigentlich dann, wenn du nicht die Beine in die Hand nehmen würdest? Wie würdest du dann aus dem Bauch heraus reagieren auf ihn?

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                                Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
                                Was wäre eigentlich dann, wenn du nicht die Beine in die Hand nehmen würdest? Wie würdest du dann aus dem Bauch heraus reagieren auf ihn?
                                So, wie es momentan leider läuft: aggressiv, ihm aus dem Weg gehen, streitsuchend und seine Nähe meidend. Und dabei gleichzeitig unheimlich unglücklich und unzufrieden sein.

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