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Die Kunst des Fliegens

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    Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
    Weil auch ich nicht einsehe, dass ich hier etwas ausbügeln muss, was ich nicht verschuldet habe. Das ist die Krux an der Geschichte. Dass in der Zwischenzeit über zwanzig Jahre vergangen sind, ist ihm nicht klar und mit diesem schreienden, weinenden und zerrenden Kind an meiner Seite, das ich nicht ignorieren kann und mit dem ich kaum auf einen grünen Zweig komme, ist es noch schwer meine heutigen Bedürfnisse zu vertreten.
    Du hast es nicht verschuldet, das ist richtig. Das Problem ist nur, daß deine Eltern nicht der Meinung sind, sie hätten etwas verschuldet. Somit ist keiner zuständig und das Kind bleibt schreiend, weinend und zerrend.

    Ich habe auch immer gedacht, es würde mich erleichtern, meiner Mutter mal meine Wahrheit ins Gesicht zu sagen, aber das ist es nicht. Ich habe es seinerzeit einmal gemacht und was wurde daraus? Sie erinnerte sich nicht, rechtfertigte sich dann und schob mir am Ende einen Großteil Mitschuld zu. Das ist in keiner Weise hilfreich. Jemand, der auch ansonsten sein Handeln nie reflektiert, wird es erst recht nicht tun, wenn man ihn dazu zwingen will. Das einzige was passiert ist, daß das Gegenüber in Abwehrhaltung geht - leugnet, rechtfertigt oder zum Gegenangriff ansetzt. Daher finde ich es gut, daß du diesen Brief schreiben willst. Gut für dich selbst, denn es ist deine Wahrheit und die kann dir nicht genommen werden. Deine Mutter hat ihre eigene Wahrheit und die wird sie natürlich verteidigen - wie hast du ja bereits geschildert.

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      @Nordhimmel: Ob ich ihn verbrenne, weiß ich noch nicht. Vielleicht, wenn ich irgendwann tatsächlich damit abgeschlossen habe und die Dinge im Brief sich erledigt haben und er somit überflüssig wird.


      @Chrysothemis: Für mich steht nicht im Vordergrund, ihr die Meinung zu sagen, nur um der Sache Willen. Denn wie du schreibst, ändert das nichts und es wäre ja nicht das erste Mal. Viele Jahre hat sie sich einiges von mir anhören können.
      Etwas in mir hat nur beschlossen, nicht mehr mit machen zu wollen.
      Wer weiß, vielleicht kommt es gar nicht zur Eskalation und alle meine Befürchtungen zerschlagen sich, weil meine Wut, mein Ärger und meine Traurigkeit mich soweit getrieben haben, mehr zu dem zu stehen, was ich will und brauche und das vielleicht schon ausreicht.
      Morgen wage ich mich erstmal in die Höhle des Löwen, aber die ist mir ja bekannt.

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        Schau mal meinen Avatar an: da siehst du eine gezähmte Löwin.
        Lass dir mal Mut machen!

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          Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
          (...) Morgen wage ich mich erstmal in die Höhle des Löwen, aber die ist mir ja bekannt.
          Es geht um Deine Mutter, oder? Eine Löwin gebiert keine Lämmchen. Soll heißen, setze Deine Löwinnen-Anteile für Dich und Dein Wohlergehen ein. Du kannst Dich wehren und Du darfst es auch.

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            Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
            @Nordhimmel: Ob ich ihn verbrenne, weiß ich noch nicht. Vielleicht, wenn ich irgendwann tatsächlich damit abgeschlossen habe und die Dinge im Brief sich erledigt haben und er somit überflüssig wird.


            @Chrysothemis: Für mich steht nicht im Vordergrund, ihr die Meinung zu sagen, nur um der Sache Willen. Denn wie du schreibst, ändert das nichts und es wäre ja nicht das erste Mal. Viele Jahre hat sie sich einiges von mir anhören können.
            Etwas in mir hat nur beschlossen, nicht mehr mit machen zu wollen.
            Wer weiß, vielleicht kommt es gar nicht zur Eskalation und alle meine Befürchtungen zerschlagen sich, weil meine Wut, mein Ärger und meine Traurigkeit mich soweit getrieben haben, mehr zu dem zu stehen, was ich will und brauche und das vielleicht schon ausreicht.
            Morgen wage ich mich erstmal in die Höhle des Löwen, aber die ist mir ja bekannt.
            Das würde ausreichen. Mir scheint nur, du willst die Erlaubnis dafür von deinen Eltern - nicht böse gemeint.

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              Liebe Jannes,
              ich hoffe, ich habe dich nicht verärgert mit meinem letzten Post.

              Hast du das Wochenende in der Höhle des Löwen unbeschadet überstanden?

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                Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
                Liebe Jannes,
                ich hoffe, ich habe dich nicht verärgert mit meinem letzten Post.

                Hast du das Wochenende in der Höhle des Löwen unbeschadet überstanden?
                Oh nein Ich versuche mich nur nach diesem Wochenende zu sammeln. Danke der Nachfrage.
                Es ist zu keinem Eklat gekommen, dennoch haben wir irgendwie über alles gesprochen, wenn auch nur kurz. Und ich kam dazu meine Meinung klar zu äußern. Von Seiten meiner Mutter erfolgte eine Reaktion, mit der ich nicht gerechnet hatte.
                Ich habe etwas gesagt, was mir im Nachhinein leid tut, was aber der absoluten Wahrheit entsprach. Immer öfter kam die letzten Male die Frage, warum ich so ruhig und ernst bin, wenn ich sie besuche. Diesmal kam noch der Wunsch hinzu, sie öfter zu besuchen. Meine Antwort: Was soll ich denn hier?
                Es verbindet sich soviel mit dieser Aussage und diese Frage stand schon so lange im Raum, dass diese Antwort implizit schon mit gegeben war. Ich vermute die Antwort war irgendwie auch die, die meine Mutter erwartete, befürchtete. Ihr folgender Gefühlsausbruch (Weinen, mich umarmen) geschah plötzlich. Gleich drückte sie ihre Befürchtungen aus, zu glauben, ich würde beide(meine Eltern) nicht mehr mögen und nicht mehr lieben. Ich sagte ihr noch, dass sie sehr wohl wüsste, warum ich ungerne zu ihnen komme. Und sagte ihr auch, dass ich keine Lust mehr auf all das, was zwischen uns steht, habe. Wir haben über ihre finanzielle Lage gesprochen und ich konnte klar äußern, in welchen Punkten ich nicht mehr bereit bin mitzumachen. Wir haben uns im Guten verabschiedet. Ich glaube fast, es hat sie auch schon lange belastet.
                Jetzt muss ich sehen, wie ich damit zurecht komme. Wenn ich daran denke, wird mir schlecht.

                Kommentar


                  Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                  Oh nein Ich versuche mich nur nach diesem Wochenende zu sammeln. Danke der Nachfrage.
                  Es ist zu keinem Eklat gekommen, dennoch haben wir irgendwie über alles gesprochen, wenn auch nur kurz. Und ich kam dazu meine Meinung klar zu äußern. Von Seiten meiner Mutter erfolgte eine Reaktion, mit der ich nicht gerechnet hatte.
                  Ich habe etwas gesagt, was mir im Nachhinein leid tut, was aber der absoluten Wahrheit entsprach. Immer öfter kam die letzten Male die Frage, warum ich so ruhig und ernst bin, wenn ich sie besuche. Diesmal kam noch der Wunsch hinzu, sie öfter zu besuchen. Meine Antwort: Was soll ich denn hier?
                  Es verbindet sich soviel mit dieser Aussage und diese Frage stand schon so lange im Raum, dass diese Antwort implizit schon mit gegeben war. Ich vermute die Antwort war irgendwie auch die, die meine Mutter erwartete, befürchtete. Ihr folgender Gefühlsausbruch (Weinen, mich umarmen) geschah plötzlich. Gleich drückte sie ihre Befürchtungen aus, zu glauben, ich würde beide(meine Eltern) nicht mehr mögen und nicht mehr lieben. Ich sagte ihr noch, dass sie sehr wohl wüsste, warum ich ungerne zu ihnen komme. Und sagte ihr auch, dass ich keine Lust mehr auf all das, was zwischen uns steht, habe. Wir haben über ihre finanzielle Lage gesprochen und ich konnte klar äußern, in welchen Punkten ich nicht mehr bereit bin mitzumachen. Wir haben uns im Guten verabschiedet. Ich glaube fast, es hat sie auch schon lange belastet.
                  Jetzt muss ich sehen, wie ich damit zurecht komme. Wenn ich daran denke, wird mir schlecht.
                  Du, ich finde das total toll .
                  Es ist gut, daß jetzt vieles klarer ist. Da kannst du mit Recht stolz auf dich sein, vor allem, daß du deine Meinung aussprechen konntest.
                  Ist die Reaktion eigentlich normal - das Weinen und Umarmen?

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                    Aber wieso denn?
                    Es ist doch prima gelaufen.

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                      Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
                      Aber wieso denn?
                      Es ist doch prima gelaufen.
                      Das sehe ich auch so.

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                        Glückwunsch zum Abgrenzen!

                        wie geht es Dir jetzt damit?

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                          Mein Kopf weiß, dass es gut und wichtig war und gelungen ist. Es war die Vorarbeit, die mich quasi emotionslos meine Stellung hat verteidigen lassen.
                          Aber ich habe meine Probleme damit, kann auch nicht mit meinem Partner darüber sprechen, der merkt, dass etwas nicht stimmt. Er würde genau dieselbe Frage stellen: Wieso geht es dir schlecht, das ist doch gut gelaufen. Ich kann ihm nicht erklären, was damit alles verbunden ist und wieso es mir jetzt nicht gut geht.

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                            kannst Du Dich einfach hinsetzen und zulassen, dass es Dir schlecht geht?
                            solange weinen oder schluchzen bis es sich langsam beruhigt?

                            Kommentar


                              Kommen deine Gefühle mit deiner Kopfentscheidung nicht klar?

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                                Zitat von Kuestenkind Beitrag anzeigen
                                kannst Du Dich einfach hinsetzen und zulassen, dass es Dir schlecht geht?
                                solange weinen oder schluchzen bis es sich langsam beruhigt?
                                Zitat von Bonny123 Beitrag anzeigen
                                Kommen deine Gefühle mit deiner Kopfentscheidung nicht klar?

                                Nein und das ist das Problem. Tatsächlich war ich kurz traurig, mit meiner Mutter gemeinsam, als sie mich umarmte. Da kam kurz hoch, warum es so ist wie es ist und es kam mir vor als ob sie genau um dasselbe trauerte. Wissend, dass sie mir nicht die Dinge geben konnte, die sie vielleicht wollte, die ich allem voran aber brauchte. Und die jetzige Trauer darüber dass es so ist wie es nun mal ist.
                                In Konfrontation bin ich gut. Aber das war hier nicht nötig. Ich habe niemals darüber nachgedacht, was passieren würde, wenn sie es eingesteht oder es "zugibt" und Dinge einräumt. Und ihre Reaktion kommt einer solchen ziemlich gleich. Ich bin aufgeschmissen, ich könnte jetzt tatsächlich einfach nur trauern - schlimmer, das ist das einzige, was mir jetzt noch übrig bleibt!!!

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