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Die Kunst des Fliegens

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    @ Jannes

    Wenn du genug Adrenalin und Noradrenalin produzierst ... und sofort mit deinem Argumenten aufwartest (und nicht wartest, bis die verkackte Moral dich wieder packt), wirst du es schaffen.

    Tomorrow´s another day

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      Zitat von Chrysothemis
      Deine Eltern sind doch erwachsen und für die Befriedigung ihrer Bedürfnisse selbst verantwortlich. Sie wissen das noch nicht und das müssen sie lernen - gib ihnen die Chance dazu. Du kannst sie nicht retten, das müssen sie selber tun und wollen.

      Dazu hast du jedes Recht. Schneide die Fäden durch und verabschiede dich vom Marionetten-Dasein.

      Und woher kommt die Hilflosigkeit? Vielleicht daher, daß du es nicht schaffen kannst/wirst, deinen Eltern so zu helfen, wie sie es bräuchten?

      Deine Moral kann dir helfen. War es moralisch einwandfrei, wie sich deine Eltern dir als Kind gegenüber verhielten? Hat dich dein Vater z.B. vor der hysterischen Mutter bewahrt? Wo war ihre Moral?

      Weshalb mußt du dem Patenonkel dein Wohlverhalten demonstrieren? Deine Eltern leben in seinem Haus, nicht du. Es wäre angesagt, daß sie das selbst mit ihm klären.

      Und deshalb räumst du jetzt mal ordentlich auf
      Verstandesgemäß weiß ich das alles und stimme sofort und ohne Einwand zu. Nicht zuletzt erscheint es auch alles logisch.

      Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
      @ Jannes

      Wenn du genug Adrenalin und Noradrenalin produzierst ... und sofort mit deinem Argumenten aufwartest (und nicht wartest, bis die verkackte Moral dich wieder packt), wirst du es schaffen.

      Tomorrow´s another day
      Ja, man sollte diese Stimmungslage, Entschlossenheit und Klarheit nutzen. Konkret bot sich diesmal so aber gar nicht wirklich die Gelegenheit, weil das alles nur in meinem Kopf Thema war und gar nichts auf den Tisch kam. Aber selbst dann - was solls - dann erscheint es eben zusammenhangslos.
      Im nächsten Moment würde ich es sicher bereuen, aber wenigstens wäre es dann raus.

      Auf Dauer kann es nicht gesund sein diesen inneren Konflikt innen zu lassen und gleichzeitig doch massive Veränderungen anzustreben. Wahrscheinlich fahre ich deswegen im Traum mit angezogener Handbremse oder breche den Schlüssel vor lauter Hartnäckigkeit und Ungeduld im Schloss ab.
      Zuletzt geändert von Jannes; 17.01.2014, 01:39. Grund: Ergänzung

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        Liebe Jannes,

        vielleicht solltest du dir einfach noch einmal klar machen, dass du niemandem Rechenschaft schuldig bist für dich, für deine Entwicklung und für das, was du in deinem künftigen Leben so tun wirst.

        Auf der anderen Seite haben Menschen die dich kennen und aus ihrer Sicht genau so schätzen wie du bislang warst (ihren Wünschen entsprechend), alles Recht der Welt von deiner Entwicklung nicht begeistert zu sein. Jeder Mensch ist erst mal sauer, wenn er etwas "verliert".

        Woher kommt deine Wut? Ist sie auf die Vergangenheit gerichtet? Also ist es das innere Kind in dir das immer noch tobt? Ist sie auf die Zukunft gerichtet? Hast du Angst dich wieder "einfangen" zu lassen? Oder ist sie darin begründet dass du willst, das auch deine Mutter sich ändert?

        Je nachdem solltest du nämlich anders mit dieser Wut umgehen.

        Ich glaube, Gespräche bringen über so ein Thema nicht viel. Also z.b. ein Gespräch mit deiner Mutter. Die Wut mal rauslassen kann dich befreien, dir den Druck nehmen doch vermutlich hast du dann danach ein schlechtes Gewissen. Damit ist es fraglich, ob es dir wirklich so viel bringt.

        Du bist momentan in einem Zwischenstadium. Du hast dich verändert. Deine Mutter wehrt sich allerdings dagegen das zu sehen, weil es für sie mit Nachteilen verbunden ist. Mit der Zeit wird sie es sehen müssen und auch reagieren. Sie wird einfordern, oder andere neue Wege versuchen um dich wieder zur "Alten" zu machen. Das ist dann für dich die Zeit wo du überprüfen kannst, wie standfest du geworden bist. Und noch ein wenig später wird es "zähneknirschend" akzeptiert werden weil es einfach keine andere Möglichkeit gibt. Und dann wird es einfacher für dich.

        Hmmm...was deinen inneren Konflikt angeht, er ist Teil deines Lösungsprozesses. Alles was du nun nach außen tragen könntest, würde vermutlich nur Porzellan zerschlagen und dir bei deiner Entwicklung nicht helfen sondern sie eher behindern da du dann wieder mit deinem schlechten Gewissen kämpfst. Die Grenzen die du setzen möchtest kannst du am besten durch dein Verhalten aufzeigen.

        Deshalb denke ich, solltest du deine Wut durch Holzhacken oder ähnliches loswerden, zumindest so lange, wie du selbst noch nicht weißt, wieviel Kontakt du in Zukunft zu deinen Eltern haben möchtest.

        Kommentar


          Liebe Nordhimmel,

          Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
          Woher kommt deine Wut? Ist sie auf die Vergangenheit gerichtet? Also ist es das innere Kind in dir das immer noch tobt? Ist sie auf die Zukunft gerichtet? Hast du Angst dich wieder "einfangen" zu lassen? Oder ist sie darin begründet dass du willst, das auch deine Mutter sich ändert?

          Je nachdem solltest du nämlich anders mit dieser Wut umgehen.

          Ich glaube, Gespräche bringen über so ein Thema nicht viel. Also z.b. ein Gespräch mit deiner Mutter. Die Wut mal rauslassen kann dich befreien, dir den Druck nehmen doch vermutlich hast du dann danach ein schlechtes Gewissen. Damit ist es fraglich, ob es dir wirklich so viel bringt.

          Du bist momentan in einem Zwischenstadium. Du hast dich verändert. Deine Mutter wehrt sich allerdings dagegen das zu sehen, weil es für sie mit Nachteilen verbunden ist. Mit der Zeit wird sie es sehen müssen und auch reagieren. Sie wird einfordern, oder andere neue Wege versuchen um dich wieder zur "Alten" zu machen. Das ist dann für dich die Zeit wo du überprüfen kannst, wie standfest du geworden bist. Und noch ein wenig später wird es "zähneknirschend" akzeptiert werden weil es einfach keine andere Möglichkeit gibt. Und dann wird es einfacher für dich.

          Hmmm...was deinen inneren Konflikt angeht, er ist Teil deines Lösungsprozesses. Alles was du nun nach außen tragen könntest, würde vermutlich nur Porzellan zerschlagen und dir bei deiner Entwicklung nicht helfen sondern sie eher behindern da du dann wieder mit deinem schlechten Gewissen kämpfst. Die Grenzen die du setzen möchtest kannst du am besten durch dein Verhalten aufzeigen.

          Deshalb denke ich, solltest du deine Wut durch Holzhacken oder ähnliches loswerden, zumindest so lange, wie du selbst noch nicht weißt, wieviel Kontakt du in Zukunft zu deinen Eltern haben möchtest.
          wütend ist vor allem mein inneres Kind, die Wut richtet sich also viel in die Vergangenheit. Aber ich bin es mittlerweile auch, wütend auf die anderen und wütend auf mich selbst, weil ich es mit mir machen lasse.
          Dabei frage ich mich, ob das alles für die anderen überhaupt ein Thema ist und das tatsächlich so stattfindet, wie ich es empfinde. Aber das ist letztendlich auch egal, ich empfinde es nun mal so.
          Was die Zukunft betrifft bin ich nicht wütend, eher ängstlich.

          Was die "Lösung" dieses Dilemmas angeht, sehe ich es ähnlich wie du. Gespräche führen mich nicht weiter, weil sie zu emotional geführt werden würden und ich die Reaktionen meiner Mutter nicht abschätzen kann. Irgendwann würde die moralische Keule schon kommen, das konnte sie bislang immer gut. Dann lade ich Schuld auf mich, die nicht nötig ist, denn ich mache sie zu der Frau, die sie schon einige Zeit nicht mehr ist und das hätte unweigerlich Folgen auch für ihre anderen familiären Beziehungen. Mir ist klar, dass ich nicht für das Sein meiner Mutter verantwortlich bin, aber ich muss den Teufel nicht herauf beschwören.
          Sollte die Wut aber doch einmal im richtigen Moment an die Tür klopfen, dann kann ich es nicht ändern, aber dann würden wir mit offenen Karten spielen, das Ganze muss ja nicht zwangsläufig eskalieren.
          Es ist schwierig voraus zu sehen, wie ein Treffen mit ihr laufen wird, ich durchblicke sie auch heute noch nicht ganz. Wenigstens ist mein Gefühl, was das Wochenende angeht, heute nicht mehr so dramatisch wie gestern.

          Kommentar


            Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
            Liebe Nordhimmel,



            wütend ist vor allem mein inneres Kind, die Wut richtet sich also viel in die Vergangenheit. Aber ich bin es mittlerweile auch, wütend auf die anderen und wütend auf mich selbst, weil ich es mit mir machen lasse.
            Dabei frage ich mich, ob das alles für die anderen überhaupt ein Thema ist und das tatsächlich so stattfindet, wie ich es empfinde. Aber das ist letztendlich auch egal, ich empfinde es nun mal so.
            Was die Zukunft betrifft bin ich nicht wütend, eher ängstlich.

            Was die "Lösung" dieses Dilemmas angeht, sehe ich es ähnlich wie du. Gespräche führen mich nicht weiter, weil sie zu emotional geführt werden würden und ich die Reaktionen meiner Mutter nicht abschätzen kann. Irgendwann würde die moralische Keule schon kommen, das konnte sie bislang immer gut. Dann lade ich Schuld auf mich, die nicht nötig ist, denn ich mache sie zu der Frau, die sie schon einige Zeit nicht mehr ist und das hätte unweigerlich Folgen auch für ihre anderen familiären Beziehungen. Mir ist klar, dass ich nicht für das Sein meiner Mutter verantwortlich bin, aber ich muss den Teufel nicht herauf beschwören.
            Sollte die Wut aber doch einmal im richtigen Moment an die Tür klopfen, dann kann ich es nicht ändern, aber dann würden wir mit offenen Karten spielen, das Ganze muss ja nicht zwangsläufig eskalieren.
            Es ist schwierig voraus zu sehen, wie ein Treffen mit ihr laufen wird, ich durchblicke sie auch heute noch nicht ganz. Wenigstens ist mein Gefühl, was das Wochenende angeht, heute nicht mehr so dramatisch wie gestern.
            Liebe Jannes,
            deine Wut ist erst mal etwas Positives, denn sie zeigt dir, daß etwas nicht so ist, wie es sein sollte. Ich finde, du solltest aber auf die Wut auf dich selbst verzichten (ist schwer, ich weiß). Du läßt etwas mit dir machen, das dir gegen den Strich geht und das macht dich wütend. Was steckt hinter dieser Wut? Vielleicht zunächst Angst, zurück gewiesen zu werden, wenn du nicht mehr "mit dir machen läßt". Und was steckt hinter der Angst? Vielleicht die traurige Erkenntnis, daß du nur dann "akzeptiert" wirst, wenn du wunschgemäß funktionierst. Das nennt man dann "Liebe" mit Bedingungen. Da wir nichts anderes kennen, klammern wir uns daran und merken nicht, daß es nur eine Fatamorgana ist (ich genau wie du). Wenn Liebe mit Bedingungen verbunden ist, ist es schlichtweg keine Liebe. Wir können uns selbst bedingungslos lieben, uns so akzeptieren wie wir sind, mit allen Stärken und Schwächen und ich denke, das Mindeste, was man von seinen Mitmenschen (oder auch Eltern) erwarten kann ist, als eigenständiges Individuum akzeptiert zu werden ohne Wenn und Aber. Das heißt, sie müssen einen nicht übermäßig lieben, aber so nehmen und lassen, wie man ist.

            Kommentar


              Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
              Sollte die Wut aber doch einmal im richtigen Moment an die Tür klopfen, dann kann ich es nicht ändern, aber dann würden wir mit offenen Karten spielen, das Ganze muss ja nicht zwangsläufig eskalieren.
              (fett von mir)

              Stimmt: eskalieren muss es nicht, ... und auch das hast du in der Hand.

              Wenn es aus dir rausbricht und egal, wie du es darbringst und egal was du sagst (ist niemals ungerechter als das, was sie dir entgegenhalten wird), wirst du "es" merken, während es geschieht ... und wenn "es" raus ist, kannst dann sowas ähnliches hinzufügen, wie dies:
              "DAS will ich dir schon lange sagen ... und will keine deiner Antworten darauf hören !! Deshalb gehe ich jetzt und lasse dich mit deinen Gedanken und Gefühlen allein ... so wie du mich mit meinen Gedanken und Gefühlen allein gelassen hast!!"
              ... stehst auf und gehst! Ohne jeden zusätzlichen Kommentar. Einfach so. Konsequent. Gehst "richtig" weg, nicht nur "aus der Schußlinie", sondern richtig weg, ... nach hause. Weg "von da" ! Weg aus der Tretmühle! Raus aus der Opferrolle. Jetzt bist du Täter, ... in deinem Interesse. Für deine Belange!

              Dass nennt man auch noch "persönliche" Deseskalation ... und Selbstschutz.


              Unterwegs nach hause wirst du mit dir selbst zu kämpfen haben und daran zweifeln, ob das richtig war, was du getan hast. Wie du in deinem Beitrag weiter oben geschrieben hast, werden dich deine "Prägungen" quälen. Deine Dämonen.

              Es ist nicht wichtig, ob das, was du getan hast richtig und redlich war. Wichtig ist nur, dass du es getan hast, ... dass du "diesen Schritt gemacht hast" ... und dir selbst damit zeigst, "dass du es kannst" und dass davon die Welt nicht untergehen wird.

              Dein Dämon namens "du sollst" wird einen nachhaltigen Dämpfer erfahren und dir als Gegenwehr nachträglich noch Adrenalin in den Körper pumpen.
              Doch auch das Adrenalin ebbt ab und einmal zuhause, wirst du dich freier fühlen ... wie jemand, der entsetzliche Blähungen hatte und nun endlich den Mut fand, einen gehörigen zu lassen ... und zwar genau dort, wo er die Blähungen "erhalten" hatte. Der Gestank kehrt an den Auslöser zurück. Bei der Post heisst das: Vom Empfänger abgelehnt. Zurück an den Absender.

              Das ist keine böswillige Rache. Das ist blanke Selbstverteidigung.

              Solange deine Mutter (und dein Patenonkel) nicht in ihrem eigenen Sud braten, werden sie nicht erfahren, wie er schmeckt. Ob sies jemals lernen, ist nicht dein Auftrag und nicht deine Pflicht. Du brauchst die Gläser der anderen nicht auszutrinken. Du brauchst nicht länger den Mist der anderen zu karren und dir den Gestank um die Nase wehen zu lassen.

              Vielleicht wirst du dich im Nachhinein über dich selber wundern, ... dass du die Kraft und den Willen hattest, ... und dich (über dich selbst) ein wenig verärgert fragen, wo der Deibel du beide bislang versteckt hattest. Dabei waren sie schon immer da.

              Kommentar


                Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
                Was steckt hinter dieser Wut? Vielleicht zunächst Angst, zurück gewiesen zu werden, wenn du nicht mehr "mit dir machen läßt". Und was steckt hinter der Angst? Vielleicht die traurige Erkenntnis, daß du nur dann "akzeptiert" wirst, wenn du wunschgemäß funktionierst. Das nennt man dann "Liebe" mit Bedingungen. Da wir nichts anderes kennen, klammern wir uns daran und merken nicht, daß es nur eine Fatamorgana ist (ich genau wie du). Wenn Liebe mit Bedingungen verbunden ist, ist es schlichtweg keine Liebe. Wir können uns selbst bedingungslos lieben, uns so akzeptieren wie wir sind, mit allen Stärken und Schwächen und ich denke, das Mindeste, was man von seinen Mitmenschen (oder auch Eltern) erwarten kann ist, als eigenständiges Individuum akzeptiert zu werden ohne Wenn und Aber. Das heißt, sie müssen einen nicht übermäßig lieben, aber so nehmen und lassen, wie man ist.
                Die Angst verbreitet mein inneres Kind. Wenn ich diesen weiteren, für mich wichtigen und entscheidenden Schritt gehe und endlich meinen Standpunkt einnehme und ihn auch vertrete, dann stirbt die Hoffnung auf Liebe, die mein inneres Kind sowieso nicht mehr so in dieser Weise von meinen Eltern zu erwarten hat. Es hofft insgeheim all das mit ihnen nachholen zu können, was es vermisst hat. Es ist der Mangel, der es traurig macht und der Trotz, der es daran festhalten lässt. Ich habe bislang nicht geschafft, ihm an ihrer statt das zu geben, was es braucht. Weil auch ich nicht einsehe, dass ich hier etwas ausbügeln muss, was ich nicht verschuldet habe. Das ist die Krux an der Geschichte. Dass in der Zwischenzeit über zwanzig Jahre vergangen sind, ist ihm nicht klar und mit diesem schreienden, weinenden und zerrenden Kind an meiner Seite, das ich nicht ignorieren kann und mit dem ich kaum auf einen grünen Zweig komme, ist es noch schwer meine heutigen Bedürfnisse zu vertreten.
                Das, was du beschreibst, die Angst, dann nicht mehr so geliebt zu werden, wie man ist und dass Liebe, Zuneigung und Anerkennung an Bedingungen geknüpft sind, kommt erst in zweiter Instanz.

                Kommentar


                  Hi Jannes,

                  mir hat es mal geholfen, mir zu erlauben, meine Wut wenigstens ganz für mich allein herauszulassen. In einem Brief, von dem ich wusste, dass ihn niemand außer mir lesen würde, in einem Gespräch, in dem derjenige, auf den ich wütend war, nur in meiner Vorstellung anwesend war, auf einem Waldspaziergang, bei dem Bäume die Rolle meines Gegenübers übernommen haben.
                  Selbst dann fand ich es schwer, diese Wut herauszulassen, weil mein Verstand immer wieder ein Aber dazwischen warf "aber das tut man doch nicht", "aber er/sie konnte es einfach nicht besser", "aber das hilft doch jetzt auch nichts (mehr)" etc.
                  Getan habe ich es dann doch und geholfen hat es in dem Sinn, dass ich dadurch an die Traurigkeit herankam, die noch hinter der Wut versteckt war. Ich konnte um das trauern, was ich gern gehabt hätte, was aber nicht möglich gewesen war. Und das hat richtig gut getan.

                  Kommentar


                    Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                    (fett von mir)
                    Wenn es aus dir rausbricht und egal, wie du es darbringst und egal was du sagst (ist niemals ungerechter als das, was sie dir entgegenhalten wird), wirst du "es" merken, während es geschieht ... und wenn "es" raus ist, kannst dann sowas ähnliches hinzufügen, wie dies:
                    "DAS will ich dir schon lange sagen ... und will keine deiner Antworten darauf hören !! Deshalb gehe ich jetzt und lasse dich mit deinen Gedanken und Gefühlen allein ... so wie du mich mit meinen Gedanken und Gefühlen allein gelassen hast!!"
                    ... stehst auf und gehst! Ohne jeden zusätzlichen Kommentar. Einfach so. Konsequent. Gehst "richtig" weg, nicht nur "aus der Schußlinie", sondern richtig weg, ... nach hause. Weg "von da" ! Weg aus der Tretmühle! Raus aus der Opferrolle. Jetzt bist du Täter, ... in deinem Interesse. Für deine Belange!

                    Dass nennt man auch noch "persönliche" Deseskalation ... und Selbstschutz.


                    Unterwegs nach hause wirst du mit dir selbst zu kämpfen haben und daran zweifeln, ob das richtig war, was du getan hast. Wie du in deinem Beitrag weiter oben geschrieben hast, werden dich deine "Prägungen" quälen. Deine Dämonen.

                    Es ist nicht wichtig, ob das, was du getan hast richtig und redlich war. Wichtig ist nur, dass du es getan hast, ... dass du "diesen Schritt gemacht hast" ... und dir selbst damit zeigst, "dass du es kannst" und dass davon die Welt nicht untergehen wird.
                    Ich weiß und ich merke, dass ich nicht mehr mitmachen will. Das ist schon mehr, als ich erwartet habe. Lieber habe ich mir sonst Gedanken darüber gemacht, alles unter einen Hut zu kriegen und die Füße still zu halten.

                    Sie wird es von mir hören, wie, wann und wo ist noch unklar. Und dennoch muss ich aufpassen, weil ich mir nach wie vor nicht vorwerfen will, dass sie wieder durchdreht und wieder droht sich umzubringen oder wer weiß was noch für Blödsinn treibt.
                    Und diese Befürchtungen sind es auch, die mir wohl erst verbieten, mich hinterher besser zu fühlen. Danach heißt es erstmal abwarten, ob das Telefon still bleibt.

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                      Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
                      Selbst dann fand ich es schwer, diese Wut herauszulassen, weil mein Verstand immer wieder ein Aber dazwischen warf "aber das tut man doch nicht", "aber er/sie konnte es einfach nicht besser", "aber das hilft doch jetzt auch nichts (mehr)" etc.
                      Getan habe ich es dann doch und geholfen hat es in dem Sinn, dass ich dadurch an die Traurigkeit herankam, die noch hinter der Wut versteckt war. Ich konnte um das trauern, was ich gern gehabt hätte, was aber nicht möglich gewesen war. Und das hat richtig gut getan.
                      Danke hobbes Genau das war es, was ich gestern auf meiner Autofahrt auch beobachten konnte, du hast es nun nochmal viel verständlicher ausgedrückt. Gefühle überdecken sich so geschickt, eines versteckt sich hinter dem anderen. Was hast du dann mit deiner Traurigkeit angefangen? (jetzt wollte ich fragen, wie du sie gebändigt hast, aber bändigen soll man sie ja nicht) Wie hast du sie ertragen?

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                        Zitat von jannes
                        Und diese Befürchtungen sind es auch, die mir wohl erst verbieten, mich hinterher besser zu fühlen. Danach heißt es erstmal abwarten, ob das Telefon still bleibt.
                        Befürchtungen sind unter anderem Reaktionen auf Druck, Angst vor dem, was "passieren könnte", was jedoch nicht auch zwingend passieren muss.
                        Der "worst case" wird meiner Einschätzung nach nicht eintreffen, da deine Mutter dann "ihren Trumpf" ausspielen müsste, ... und ich denke, sogar sie wäre sich dann bewusst, dass sie ihn danach nie mehr würde auspielen können, ... und offensichtlich hat sie doch "viel Spaß" daran, ihn immer wieder auszuspielen.

                        Damit und mit anderen Drohungen hält sie dich an der Kandare.

                        Wir sind - jeder auf seine Art - konditioniert. Und jede Konditionierung hat eine Achillesferse, ... die manchmal weh tut ... und uns damit mal wieder auf eine Gelegenheit hinweist, die Konditionierung zu unseren Gunsten zu modifizieren, ... damit die Achillesferse ihrem Zweck gerecht wird.

                        Deine Mutter kann nicht wissen, dass alles (deine Erziehung) nicht nur in eine Richtung wirkt. Nur durch Erfahrung kann sie es vielleicht noch lernen. Wenn nicht, ... dumm gelaufen.
                        Die Welt ist voll von Müttern und Vätern, deren Kinder sich nicht wehren können, ... deshalb geschieht nicht viel Neues unter der Sonne.

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                          Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                          Wie hast du sie ertragen?
                          Ertragen, das hört sich so schmerzlich und leidvoll an. Dabei war es im Gegenteil herrlich erleichternd. Ich war in dem Moment so richtig traurig, ich habe aus tiefstem Herzen geweint und gleichzeitig habe ich gespürt, wie gut mir das gerade tut, wie erleichternd das ist, diese Trauer so richtig und hemmungslos und sogar voller Genuss auszuleben. So ein: "ich weine, ich bin traurig, und das tut so unglaublich gut."

                          Ich habe mich in deiner Beschreibung vom trotzigen Kind gut wiedergefunden, dieses "ich will aber, ich will, ich will" und wollen will ich etwas unmögliches. Dieses Wollen zuzulassen und dann darüber traurig sein zu dürfen - wow. Das hat bei mir einiges bewegt und geheilt.

                          Kommentar


                            @ hobbes

                            Zitat von hobbes
                            In einem Brief, von dem ich wusste, dass ihn niemand außer mir lesen würde, in einem Gespräch, in dem derjenige, auf den ich wütend war, nur in meiner Vorstellung anwesend war, auf einem Waldspaziergang, bei dem Bäume die Rolle meines Gegenübers übernommen haben.
                            Zitat von hobbes
                            Ertragen, das hört sich so schmerzlich und leidvoll an. Dabei war es im Gegenteil herrlich erleichternd. Ich war in dem Moment so richtig traurig, ich habe aus tiefstem Herzen geweint und gleichzeitig habe ich gespürt, wie gut mir das gerade tut, wie erleichternd das ist, diese Trauer so richtig und hemmungslos und sogar voller Genuss auszuleben. So ein: "ich weine, ich bin traurig, und das tut so unglaublich gut."
                            (fett von mir)
                            Diejenigen, die das wie du "gemacht" haben, sei es - wie du - im Alleingang, sei es in einer gestalt-therapeutischen Sitzung oder mittels bioenergetischen Übungen, sei es mittel "fernöstlicher Techniken", ... werden dir das unbedingt bestätigen können.
                            Das tut "einfach nur gut".

                            Kommentar


                              Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                              Die Welt ist voll von Müttern und Vätern, deren Kinder sich nicht wehren können, ... deshalb geschieht nicht viel Neues unter der Sonne.
                              Das lese ich jetzt als kleine Provokation Aber recht hast du.
                              Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
                              Ertragen, das hört sich so schmerzlich und leidvoll an. Dabei war es im Gegenteil herrlich erleichternd. Ich war in dem Moment so richtig traurig, ich habe aus tiefstem Herzen geweint und gleichzeitig habe ich gespürt, wie gut mir das gerade tut, wie erleichternd das ist, diese Trauer so richtig und hemmungslos und sogar voller Genuss auszuleben. So ein: "ich weine, ich bin traurig, und das tut so unglaublich gut."

                              Ich habe mich in deiner Beschreibung vom trotzigen Kind gut wiedergefunden, dieses "ich will aber, ich will, ich will" und wollen will ich etwas unmögliches. Dieses Wollen zuzulassen und dann darüber traurig sein zu dürfen - wow. Das hat bei mir einiges bewegt und geheilt.
                              Gut zu wissen, dass es möglich ist und dass die Traurigkeit darüber, etwas nicht mehr bekommen zu können, auch abebbt. Dass man sich wohl dabei fühlt, kann ich mir noch nicht vorstellen, aber es erscheint logisch, dass Druck abzulassen erleichternd ist.
                              Das mit dem Brief werde ich nun einmal umsetzen und schauen, was passiert.

                              Kommentar


                                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                                Das mit dem Brief werde ich nun einmal umsetzen und schauen, was passiert.
                                Du kannst ein schönes Ritual draus machen. Den Brief danach verbrennen und die Asche in den Wind streuen...oder ins Wasser...was immer dir gut gefällt.

                                Kommentar

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