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Die Kunst des Fliegens

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    Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
    Könnte bis auf eine Passage von mir sein. Vor ein paar Jahren schrieb ich eine "Geschichte" dazu. Ich fühlte mich damals ganz genau so wie du

    Was soll ich sagen. Es wird besser. Die Gefühle schwanken weiterhin aber du verlierst deine Ruhe nicht mehr. Es ist verflixt schwer zu beschreiben was genau sich ändert.

    Am schnellsten geht es, wenn du dich weder hetzt noch bremst.
    Es beruhigt mich immer, wenn ich lese, dass es anderen auch so geht/ ging. Man kann keinen Blick in die Menschen werfen und daher habe ich immer das Gefühl, dass ich die einzige bin, die so spinnt. Wobei andere bei mir vermutlich auch nicht auf diese Idee kämen.
    Es ist nur so unglaublich anstrengend, nicht nur für mich. Und manchmal auch wie ein Glücksspiel, wer weiß schon, was als nächstes passiert - ja, ok, das weiß man nie. Es wäre nur schön, wenn man sich auf sich selbst verlassen könnte. Bislang kann ich mich nur auf meine Unbeständigkeit verlassen. Alles andere steht in den Sternen. Ich hoffe nur, dass ich diesen "Ritt" durchhalte und mein Partner auch.

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      liebe Jannes.

      Du drehst Dich im Kreis, weil der Hintergrund hartnäckig ist.
      na, dann will da etwas in Dir Aufmerksamkeit für Deine wahren Bedürfnisse.

      Du drehst Dich im Kreis - weil Du es logisch angehst (aber die Veraenderung der Parameter im Grunde gar nicht kennst. von den anderen auf Dich zu schließen, mag ein Fehler in der Formel sein)

      weisst Du, was Du Dir wirklich wünschst?
      weisst Du, ob Du Dir das (was Du wirklich möchtest) durch Gedanken / Gefühle kaputt machst?

      vielleicht hilft mal ein Ausbrechen - kleine Auszeit an frischer Luft. ein Samstag / ein WE. nir für Dich klarer zu werden.
      einfach mal in die Emotion gehen. Dich hinterfragen. selbstehrlich. und dann sagen. okay. das ist mein Weg. (jetzt oder in 2 Monaten, wie auch immer).

      das wäre so der Ansatz, wie ich im Moment ein Durcheinander in mir anginge / angehe.

      es gibt Themen, da weiss ich, Sie werden ein Ende haben und wo (wie auch immer) neue Türen aufgehen. aber der Zeitpunkt ist nicht reif. auch gut. dann warte ich.
      aber damit bin ich emotional gefestigter als ohne meine Selbstehrlichkeit.

      liebe Gruesse & viel kraft für Dich & Deinen Partner.

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        Danke für deine Gedanken, liebes Kuestenkind.

        Zitat von Kuestenkind Beitrag anzeigen
        weisst Du, was Du Dir wirklich wünschst?
        weisst Du, ob Du Dir das (was Du wirklich möchtest) durch Gedanken / Gefühle kaputt machst?
        Ich weiß, dass ich mir völlig unterschiedliche Dinge wünsche. Was dahinter liegt, meinem wahren Wunsch entspricht, weiß ich nicht. Definitiv spielen meine Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und überhaupt wieder mein Zerdenken eine große Rolle.

        Aber du hast mich auf eine Idee gebracht. Es gibt sicher Gründe, warum ich mich nicht fürs Weitergehen entscheiden kann und dafür, was mich zurück hält.
        Vielleicht hilft es, zu schauen, was es bräuchte, um mich eindeutig in die eine oder in die andere Richtung entscheiden zu können. Welche Faktoren erschweren es mir, in welcher Situation würde mir eine Entscheidung besonders leicht fallen? So mache ich die entscheidenden Stellschrauben aus und kann mir dann überlegen, ob ich dran drehen kann und möchte. Danke!

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          Würde es dir leichter fallen, die Treppen hinauf zu steigen, wenn du jemand hättest, der mit geht?
          Hast du den nicht schon an deiner Seite?

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            Ich muss die Treppen nicht alleine gehen, da hast du recht. Und er würde definitiv mit mir kommen, momentan wartet er, bis ich mich entschieden habe. Dabei hab ich keine Ahnung, ob es für ihn eine falsche Richtung gibt.

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              Das entscheidet er doch, oder? Darum musst du dir keine Gedanken machen.
              Die Liebe trägt euch, glaub es mir.

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                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                Noch etwas ist mir aufgefallen. Meine Konflikte in sich sind selbst schon sehr hartnäckig. Aber ich stehe mir beim Lösen dieser Konflikte auch zusätzlich zu meiner Blindheit im Weg: Was wäre ich ohne sie, ohne meine Probleme?
                Ich frage mich das nicht im positiven Sinn. Etwas in mir fürchtet diese Probleme und Konflikte zu brauchen, um zu sein, umsonst würde ich mich selbst nicht so unnötig quälen. Da ruft jemand immer noch ziemlich laut, um gehört zu werden und fürchtet nie mehr gehört zu werden, wenn es mir, der erwachsenen Jannes, gut geht und gelingt diese Probleme hinter sich zu lassen.
                Liebe Jannes,
                das ist mir besonders aufgefallen in deinem Beitrag.
                Probleme, um zu sein - du warst schon, bevor es Probleme für dich gab und ich nehme an, du warst sehr zufrieden. Du hast allerdings schon so lange Probleme (sagen wir Sorgen?), daß du gar nicht mehr weißt, wie du ohne zurecht kommen sollst. Ich schätze, ich habe das schon öfter beobachtet, das Leute unzufrieden waren, bis sie endlich ein Haar in der Suppe gefunden haben. Sicher bin ich mir nicht, aber ich könnte mir vorstellen, daß diese Menschen sich unwohl fühlen, sobald sie sich wohl fühlen (also keine Probleme, Sorgen, Konflikte vorhanden sind), weil sie das Gefühl haben, Zufriedenheit nicht zu verdienen. Dahinter kann etwas stecken wie "warte nur, noch lachst du, aber... ".

                Das Ganze funktioniert nur, weil wir entweder in der Vergangenheit oder der Zukunft leben und nicht im Jetzt. Wir machen uns jetzt Sorgen wegen Dingen, die kommen oder mal waren. Vernünftiger wäre es, jetzt zu tun, was uns möglich ist und auch das Jetzt einfach mal zu genießen, da wir die Vergangenheit nicht ändern können und die Zukunft nicht voraussehen. Sobald ich das selbst gemeistert habe, gebe ich es bekannt .

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                  Liebe Chrysothemis,

                  Zitat von Chrysothemis Beitrag anzeigen
                  Liebe Jannes,
                  das ist mir besonders aufgefallen in deinem Beitrag.
                  Probleme, um zu sein - du warst schon, bevor es Probleme für dich gab und ich nehme an, du warst sehr zufrieden. Du hast allerdings schon so lange Probleme (sagen wir Sorgen?), daß du gar nicht mehr weißt, wie du ohne zurecht kommen sollst. Ich schätze, ich habe das schon öfter beobachtet, das Leute unzufrieden waren, bis sie endlich ein Haar in der Suppe gefunden haben. Sicher bin ich mir nicht, aber ich könnte mir vorstellen, daß diese Menschen sich unwohl fühlen, sobald sie sich wohl fühlen (also keine Probleme, Sorgen, Konflikte vorhanden sind), weil sie das Gefühl haben, Zufriedenheit nicht zu verdienen. Dahinter kann etwas stecken wie "warte nur, noch lachst du, aber... ".

                  Das Ganze funktioniert nur, weil wir entweder in der Vergangenheit oder der Zukunft leben und nicht im Jetzt. Wir machen uns jetzt Sorgen wegen Dingen, die kommen oder mal waren. Vernünftiger wäre es, jetzt zu tun, was uns möglich ist und auch das Jetzt einfach mal zu genießen, da wir die Vergangenheit nicht ändern können und die Zukunft nicht voraussehen. Sobald ich das selbst gemeistert habe, gebe ich es bekannt .
                  du sprichst hier sicher einen wichtigen Punkt an. An eine Zeit ohne Probleme und Sorgen erinnere ich mich nicht. Meine Lebenserkenntnis lautete daher lange: sei vorbereitet und vertraue dem Frieden nicht. Für mich war alles immer nur Ruhe vor einem Sturm. In den letzten Jahren bin ich das ziemlich leid. Seit ich von meinen Eltern unabhängig bin, genieße ich die Zeit ohne sie und solange sie ihr Leben leben, ertappe ich mich dabei, wie es mir ohne sie gut geht und ich kein Bedürfnis habe, Kontakt aufzunehmen. Somit hat sich diese Lebenseinstellung schon ein Stück verändert, weil ich auch aus diesem "Sumpf" des Schlechtredens und Jammerns raus bin.
                  Leider gibt es nach wie vor Verstrickungen, die sich nicht so leicht lösen lassen und in die ich verfitzt bin. Sobald eines davon in meinem Alltag auftaucht, triggert mich das extrem.
                  Im Hier und Jetzt leben, das gelingt mir noch nicht, ich schwanke eher zwischen dem Vergangenem und dem, was kommen mag

                  Ich glaube schon, dass irgendetwas sich stark in mir bewegt. Dieser Kampf mit mir selbst ist wie ein Feilschen, da werden gerade wieder versucht vehement Territorien abzustecken. Ich muss aufpassen, mich nicht selbst noch tiefer reinzureiten oder mich selbst zu überrumpeln.

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                    liebe Jannes.

                    wenn Du Deinen wahren Bedürfnissen folgst (zB keine Kontaktaufnahme) befindest Du Dich auf dem Weg zu Dir.
                    damit kannst Du Dich nicht tiefer rein reiten.
                    aber niemand sagt, dass dieser Ritt nur im Sonnenschein stattfindet ;)

                    wenn es irgendwie geht.
                    lass mal alle Glaubenssaetze beiseite.
                    wenn es so ist, dass wir an erster Stelle für uns selbst verantwortlich sind und es ratsam ist, uns erst mal selbst zu lieben.

                    dann darfst Du getrost sagen, Deine Eltern sind alt genug, ihre Verantwortung selbst zu tragen.

                    wenn Du in Dir Wünsche verspürst, dann ist es nicht nur Dei Recht sondern fast schon Deine Pflicht, so zu handeln, dass es Deinen Bedürfnissen & Vorstellungen genügt.

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                      Liebes Küstenkind.
                      Meine Eltern außen vor zu lassen gelingt mir die meiste Zeit, solange keine größeren Probleme auftreten.
                      Mein derzeitiges Problem, um das ich mich drehe, bezieht sich daher ausnahmsweise auch mal tatsächlich nicht auf meine Eltern und auch nicht auf andere. Ich stehe in einem reinen Interessenkonflikt mit mir selbst. Und in diesem Konflikt stehe ich, gerade weil ich nicht einsehe bestimmte Dinge für mich selbst aufzugeben.
                      An sich wäre das kein Problem, aber ich diesem speziellen Fall gibt es keinen Kompromiss, den ich eingehen kann. Ich will mir schlichtweg die Möglichkeit nicht nehmen lassen, wann immer mir danach ist und wann immer ich es will all meinen Bedürfnissen nach zu gehen, welche das auch sein mögen.
                      Ich will nur für mich da sein. Wenn ich mir das selbst so durchlese, klingt das in erster Linie nach jemandem, in dessen Leben weitere Personen keinen Platz haben oder die sich zumindest ziemlich anpassen müssen. Was für ein Glück, dass ich tatsächlich einen Partner habe, der mir viel Freiraum lässt, weil er selbst auch seinen Freiraum braucht und liebt.
                      Mir ist klar, woher dieser Wunsch bei mir rührt, ich weiß aber auch, dass ich andere Wünsche in meinem Leben habe, die ganz eindeutig mit diesem Lebensentwurf kollidieren. Das ist mein aktuelles Problem. Ich fürchte ich muss mich selbst dafür aufgeben. In einem gewissen Umfang bin ich bereit dafür, aber ich kann nicht dafür garantieren, dass das auch so bleibt.

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                        au weh. das klingt nach dem Gewissenskonflikt Kind oder Karriere, Auslandseinsatz oder Partnerschaft.

                        ich gehe für mich da recht lapidar vor. was noch nicht stimmig ist, wird verschoben.
                        wenn es doch sein soll, kommt es auch ungefragt.
                        und ansonsten denke ich eben zu einem spaeteren Zeitpunkt noch mal nach.

                        von aussen betrachtet, Du bist so schön auf dem Weg zu Dir und hast Sorge, Dich mit besagter Entscheidung aufzugeben?
                        dann wäre bei mir klar: noch nicht... erst mal kräftige ich mich.

                        alles Liebe, dass Du den für Dich richtigen Weg findest und damit stimmig leben kannst!
                        liebe grüße

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                          Das klingt jetzt bei dir so einfach, aber so einfach hab ichs nun auch gebraucht. Danke!

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                            Schön, das freut mich.

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                              Nachdem ich wieder mal eine Fahrt mit Tränen hinter mir habe, möchte ich hier "konservieren", was ich beobachtet habe:

                              Es hat tatsächlich keine fünf Minuten Telefonat mit meiner Mutter gebraucht, um mich auf die Palme zu bringen. Der Auslöser ist erstmal zweitens, hätte ich das Gespräch mit jemand anderem geführt, wäre ich sicher nicht wütend geworden.
                              Jedenfalls hatte ich auf einmal eine riesen Wut in meinem Bauch. Einher damit ging das Gefühl, das alles nicht mehr länger so mitmachen zu wollen. Auf keinen Fall mehr Dinge in Kauf nehmen um dem Wohlbefinden meiner Mutter Willen und mich dabei schlecht fühlen.
                              Und schon begannen die Gedanken zu kreisen. Es wird zum Eklat kommen, früher oder später, definitiv. Wenn ich meine eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund stelle stehen die meiner Eltern automatisch hinten an. Definitiv wird es einen Zeitpunkt geben, zu dem (vor allem meine Mutter) sie mein bisheriges Verhalten/ meine bisherigen Haltungen einfordern werden. Ihre Argumente dabei sind unschlagbar. Heute, mit der Wut, fühlte es sich kurzzeitig so an, als könnte ich das dann durchstehen. Das hielt aber nicht sonderlich lang an. Tatsächlich kroch die Angst wieder herein und der Zweifel. Habe ich das Recht dazu? Darf ich das? Wie geht es mir damit, dass es meinen Eltern vielleicht nicht gut geht und sie sich um sich selbst kümmern müssen? Wie kommen sie mit einer Situation zurecht, in der ich sie im Stich lasse?
                              Nach all diesen Gedanken kam dann die Traurigkeit. Alles ist so kompliziert und so leicht ist die Situation nicht zu lösen und das ist belastend.

                              Das erste Gefühl, die Wut, zeigte mir den wahren Kern, das ursprüngliche und dringendste Bedürfnis: Ich will das nicht mehr! Hier erschien die Lösung ganz leicht: einfach nicht mehr mit machen!

                              Die Aussicht, dass diese Entscheidung ein langer Kampf ist, der sich da noch vollziehen wird und der sicher nicht ohne Blessuren abgeht, rief dann die Angst und den Zweifel.
                              Die Traurigkeit zum Schluss kam durch das Gefühl der Hilflosigkeit.

                              Egal, ob ich nun gerade nur traurig bin, Wut ist immer noch dabei. Und auch wenn ich zweifle und mir Sorgen mache, wie sich das entwickeln wird, ich merke, dass sich etwas in mir stärkt, das das Spiel nicht mehr mit spielen mag und sagt: das ist dein gutes Recht! Und das mir sagt, wenn ich dahinter stehe, gibt es tatsächlich auch keine handfesten Argumente, schnell würde die andere Seite an die Grenzen ihrer Argumentation kommen. Man kann mich nur auf der moralischen Schiene erwischen, dafür bin ich leider sehr empfänglich.

                              Wenn ich jetzt daran denke, dass ich leider am Wochenende zu meinen Eltern muss, krieg ich die Krise. Diese Frau macht mich wahnsinnig und wahnsinnig wütend und aggressiv. Sie muss nichts dafür tun.
                              Ich glaube sogar, dass es nur diese moralische Verstrickung ist. Da ich glaube, dass hier immer nicht so richtig verstanden wird, warum ich mich damit so schwer tue eine Randnotiz: Meine Eltern leben in einem Haus, das meinem "Patenonkel" gehört. Die Situation bei meinen Eltern definiert sich von Zeit zu Zeit stark über mein "Wohlverhalten" diesem Patenonkel gegenüber.
                              Es ist ein schwieriges Verhältnis und eine denkbar blöde Verstrickung, die sich so einfach nicht auflösen lässt.
                              Fazit des Tages: Ich will das nicht mehr

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                                Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                                Nachdem ich wieder mal eine Fahrt mit Tränen hinter mir habe, möchte ich hier "konservieren", was ich beobachtet habe:

                                Es hat tatsächlich keine fünf Minuten Telefonat mit meiner Mutter gebraucht, um mich auf die Palme zu bringen. Der Auslöser ist erstmal zweitens, hätte ich das Gespräch mit jemand anderem geführt, wäre ich sicher nicht wütend geworden.
                                Jedenfalls hatte ich auf einmal eine riesen Wut in meinem Bauch. Einher damit ging das Gefühl, das alles nicht mehr länger so mitmachen zu wollen. Auf keinen Fall mehr Dinge in Kauf nehmen um dem Wohlbefinden meiner Mutter Willen und mich dabei schlecht fühlen.
                                Und schon begannen die Gedanken zu kreisen. Es wird zum Eklat kommen, früher oder später, definitiv. Wenn ich meine eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund stelle stehen die meiner Eltern automatisch hinten an.
                                Deine Eltern sind doch erwachsen und für die Befriedigung ihrer Bedürfnisse selbst verantwortlich. Sie wissen das noch nicht und das müssen sie lernen - gib ihnen die Chance dazu. Du kannst sie nicht retten, das müssen sie selber tun und wollen.
                                Definitiv wird es einen Zeitpunkt geben, zu dem (vor allem meine Mutter) sie mein bisheriges Verhalten/ meine bisherigen Haltungen einfordern werden. Ihre Argumente dabei sind unschlagbar. Heute, mit der Wut, fühlte es sich kurzzeitig so an, als könnte ich das dann durchstehen. Das hielt aber nicht sonderlich lang an. Tatsächlich kroch die Angst wieder herein und der Zweifel. Habe ich das Recht dazu? Darf ich das? Wie geht es mir damit, dass es meinen Eltern vielleicht nicht gut geht und sie sich um sich selbst kümmern müssen? Wie kommen sie mit einer Situation zurecht, in der ich sie im Stich lasse?
                                Nach all diesen Gedanken kam dann die Traurigkeit. Alles ist so kompliziert und so leicht ist die Situation nicht zu lösen und das ist belastend.

                                Das erste Gefühl, die Wut, zeigte mir den wahren Kern, das ursprüngliche und dringendste Bedürfnis: Ich will das nicht mehr! Hier erschien die Lösung ganz leicht: einfach nicht mehr mit machen!
                                Dazu hast du jedes Recht. Schneide die Fäden durch und verabschiede dich vom Marionetten-Dasein.
                                Die Aussicht, dass diese Entscheidung ein langer Kampf ist, der sich da noch vollziehen wird und der sicher nicht ohne Blessuren abgeht, rief dann die Angst und den Zweifel.
                                Die Traurigkeit zum Schluss kam durch das Gefühl der Hilflosigkeit.
                                Und woher kommt die Hilflosigkeit? Vielleicht daher, daß du es nicht schaffen kannst/wirst, deinen Eltern so zu helfen, wie sie es bräuchten?
                                Egal, ob ich nun gerade nur traurig bin, Wut ist immer noch dabei. Und auch wenn ich zweifle und mir Sorgen mache, wie sich das entwickeln wird, ich merke, dass sich etwas in mir stärkt, das das Spiel nicht mehr mit spielen mag und sagt: das ist dein gutes Recht! Und das mir sagt, wenn ich dahinter stehe, gibt es tatsächlich auch keine handfesten Argumente, schnell würde die andere Seite an die Grenzen ihrer Argumentation kommen. Man kann mich nur auf der moralischen Schiene erwischen, dafür bin ich leider sehr empfänglich.
                                Deine Moral kann dir helfen. War es moralisch einwandfrei, wie sich deine Eltern dir als Kind gegenüber verhielten? Hat dich dein Vater z.B. vor der hysterischen Mutter bewahrt? Wo war ihre Moral?
                                Wenn ich jetzt daran denke, dass ich leider am Wochenende zu meinen Eltern muss, krieg ich die Krise. Diese Frau macht mich wahnsinnig und wahnsinnig wütend und aggressiv. Sie muss nichts dafür tun.
                                Ich glaube sogar, dass es nur diese moralische Verstrickung ist. Da ich glaube, dass hier immer nicht so richtig verstanden wird, warum ich mich damit so schwer tue eine Randnotiz: Meine Eltern leben in einem Haus, das meinem "Patenonkel" gehört. Die Situation bei meinen Eltern definiert sich von Zeit zu Zeit stark über mein "Wohlverhalten" diesem Patenonkel gegenüber.
                                Weshalb mußt du dem Patenonkel dein Wohlverhalten demonstrieren? Deine Eltern leben in seinem Haus, nicht du. Es wäre angesagt, daß sie das selbst mit ihm klären.
                                Es ist ein schwieriges Verhältnis und eine denkbar blöde Verstrickung, die sich so einfach nicht auflösen lässt.
                                Fazit des Tages: Ich will das nicht mehr Und deshalb räumst du jetzt mal ordentlich auf .

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