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Jetzt kann ich sagen, Gott sei Dank, dass die Kinder dabei waren. Meine Mutter hat sich heute ein paar Dinger geleistet, dass ich mich stark zusammen reißen musste. Unglaublich, ein und dieselbe Geschichte klingt bei uns wie Himmel und Hölle. Dass man die Welt unterschiedlich wahrnimmt und sie interpretiert ist ja normal. Aber dass die Wahrnehmung soweit auseinander geht, erklärt mir einiges. Ich habe heute viel über die Fähigkeit meiner Mutter gelernt, feinfühlig mit Kindern umzugehen. Dass sie in dieser Sache Probleme hat, war mir ja klar. Es ist immer wieder erschütternd sich Geschichten aus der eigenen Kindheit aus ihrem Mund und ihrer Sicht anhören zu müssen. Es ist schlimm, das nahezu unkommentiert lassen zu müssen. Es ist nicht so, als hätte ich nicht mal versucht zu beschreiben, wie ich mich selbst damals gefühlt habe. Aber das scheint gar nicht bei ihr anzukommen. Und es ist schwierig, sich dann immer zurück zu halten, weil man ja weiß, dass sie es beim 50. Mal immer noch nicht begreifen wird. Es ihr vehementer zu sagen, würde nur dazu führen, dass sie sich angegriffen fühlt und sich Vorwürfe macht und wer weiß, was noch. Aber so bleibe ich mit diesem Problem zurück, allein und es hilft dann auch nicht, sich zu sagen, es ist ja vorbei. Es tut auch heute noch weh zu sehen, dass sie auch mal rückblickend die Bedürfnisse des eigenen Kindes völlig falsch einschätzt. Es hilft auch nicht, mir zu sagen, sie kann und weiß es nicht besser, weil sie völlig überzeugt ist, alles richtig gemacht zu haben. Ich weiß, dass eine Auseinandersetzung in dieser Hinsicht nicht anzustreben ist, da völlig sinnlos. Aber ich fühle mich, als würde sie mir das alles immer und immer wieder antun, wenn sie davon so überzeugt berichtet.
Jetzt kann ich sagen, Gott sei Dank, dass die Kinder dabei waren. Meine Mutter hat sich heute ein paar Dinger geleistet, dass ich mich stark zusammen reißen musste. Unglaublich, ein und dieselbe Geschichte klingt bei uns wie Himmel und Hölle. Dass man die Welt unterschiedlich wahrnimmt und sie interpretiert ist ja normal. Aber dass die Wahrnehmung soweit auseinander geht, erklärt mir einiges. Ich habe heute viel über die Fähigkeit meiner Mutter gelernt, feinfühlig mit Kindern umzugehen. Dass sie in dieser Sache Probleme hat, war mir ja klar. Es ist immer wieder erschütternd sich Geschichten aus der eigenen Kindheit aus ihrem Mund und ihrer Sicht anhören zu müssen. Es ist schlimm, das nahezu unkommentiert lassen zu müssen. Es ist nicht so, als hätte ich nicht mal versucht zu beschreiben, wie ich mich selbst damals gefühlt habe. Aber das scheint gar nicht bei ihr anzukommen. Und es ist schwierig, sich dann immer zurück zu halten, weil man ja weiß, dass sie es beim 50. Mal immer noch nicht begreifen wird. Es ihr vehementer zu sagen, würde nur dazu führen, dass sie sich angegriffen fühlt und sich Vorwürfe macht und wer weiß, was noch. Aber so bleibe ich mit diesem Problem zurück, allein und es hilft dann auch nicht, sich zu sagen, es ist ja vorbei. Es tut auch heute noch weh zu sehen, dass sie auch mal rückblickend die Bedürfnisse des eigenen Kindes völlig falsch einschätzt. Es hilft auch nicht, mir zu sagen, sie kann und weiß es nicht besser, weil sie völlig überzeugt ist, alles richtig gemacht zu haben. Ich weiß, dass eine Auseinandersetzung in dieser Hinsicht nicht anzustreben ist, da völlig sinnlos. Aber ich fühle mich, als würde sie mir das alles immer und immer wieder antun, wenn sie davon so überzeugt berichtet.
Das kenne ich auch. Und es kann einen auf die Palme bringen. Ohnehin, machen mich Menschen, die ihr Verhalten nicht reflektieren können/wollen, wütend. Die würden auch als Geisterfahrer immer davon ausgehen, daß alle anderen falsch fahren.
Vielleicht könnte es beim nächsten Mal helfen, ihr zu sagen, daß du dich daran nicht erinnern kannst, oder, daß du es ganz anders in Erinnerung hast. Oder - ein bißchen grober - ob sie das was sie da erzählt in einer Fernsehsendung gesehen hat.
Übrigens, genau aus dem von dir genannten Grund sehe ich eine Auseinandersetzung mit meiner Mutter auch als Zeitverschwendung an. Sie ist felsenfest davon überzeugt, alles richtig gemacht zu haben, sie stellt sich niemals in Frage und nicht zuletzt möchte sie immer die erste Geige spielen. Deshalb würde sie auch nie sagen "erinnerst du dich noch...", sondern "es war so und so..." - egal ob es stimmt oder nicht, denn sie hat ja immer Recht.
Vielleicht könnte es beim nächsten Mal helfen, ihr zu sagen, daß du dich daran nicht erinnern kannst, oder, daß du es ganz anders in Erinnerung hast. Oder - ein bißchen grober - ob sie das was sie da erzählt in einer Fernsehsendung gesehen hat.
Es gibt eigentlich keine Möglichkeit, mit der ich mich wohl fühle. Es ist völlig gleich, was ich tue, am Ende geht es mir nicht gut. Ich kann es mir anhören, es überhören, es ignorieren, darauf sensibel eingehen oder grober. Der Unterschied ist doch nur, ob und in welchem Ausmaß ich mir Luft mache und ob es ihr hinterher auch schlecht geht oder nicht.
Ich habe alles schon versucht. Selbst wenn ich sage, ich hätte es anders in Erinnerung - sie hat für alles eine "Erklärung" und auch Begründung. Auf die Frage, warum ich immer bei Fremden abgegeben wurde, obwohl sie doch wusste, dass man das mit mir nicht machen konnte (ich habe mich die ganze Zeit nicht vom Fleck bewegt, bin offenbar erstarrt, habe nicht gespielt, nicht gegessen und nicht gesprochen und nur gewartet, bis meine Eltern wieder da waren - wenn es sein musste, stundenlang) bekomme ich die Begründung, dass sie nur etwas mit meinem Bruder machen wollten, ohne mich. Und das eben schon im Kleinstkindalter. Für sie ist das logisch und es besteht offenbar auch rückblickend kein Grund, dass man das hätte anders machen können.
Sie hat heute gemeint, sie verstehe gar nicht, warum ich überhaupt nicht gerne zu meinen Großeltern gegangen bin, sie hätte das als Kind geliebt. Es ist völlig sinnlos zu erklären, dass man zu Menschen, von denen man ständig umgeben ist, ein völlig anderes Verhältnis hat. Wenn meine Großeltern drei Stunden entfernt wohnen, ich die nur dreimal im Jahr gesehen habe und dann quasi für mehrere Wochen dort abgeliefert wurde (so, wie ich nunmal war), dann muss ich mir doch ausmalen können, was dann passiert. Sie zu fragen, ob sie sich vorstellen kann, wie ich mich gefühlt habe, ist völlig sinnlos und abwegig. Sie lebt absolut in ihrer eigenen Welt.
Es hilft auch nicht, mir zu sagen, sie kann und weiß es nicht besser, weil sie völlig überzeugt ist, alles richtig gemacht zu haben. Ich weiß, dass eine Auseinandersetzung in dieser Hinsicht nicht anzustreben ist, da völlig sinnlos. Aber ich fühle mich, als würde sie mir das alles immer und immer wieder antun, wenn sie davon so überzeugt berichtet.
Leider scheint es aber tatsächlich so zu sein, dass sie nicht anders handeln kann. Sie ist nicht bereit und wahrscheinlich nicht in der Lage, eine andere als ihre eigene Sichtweise zuzulassen.
Ich würde Dir gern was Hilfreiches schreiben, aber ich bin ratlos.....
Jannes, dann fahre den Kontakt mit ihr zurück. Wenn er Dir so gar nicht gut tut... Und fühl Dich nicht immer verantwortlich für sie/Eltern. Offenbar leidet sie ja nicht.... weshalb dann Dein Verantwortungsgefühl?
Leider scheint es aber tatsächlich so zu sein, dass sie nicht anders handeln kann. Sie ist nicht bereit und wahrscheinlich nicht in der Lage, eine andere als ihre eigene Sichtweise zuzulassen.
Ich würde Dir gern was Hilfreiches schreiben, aber ich bin ratlos.....
Das kann ich sogar so akzeptieren, dass sie nicht anders kann. Ich kann ihr leider nicht verbieten, über das alles zu sprechen. Das muss sie auch nicht, sie missinterpretiert auch manche Signale der Zwillinge. Es war neu für sie, dass Kinder Stress nicht nur durch Weinen und Schreien zeigen...Und sie interpretiert manches beginnendes Weinen als Lachen, wobei an der Mimik eindeutig abzulesen ist, dass da keine Freude im Spiel ist. Ich weiß, dass es Menschen gibt, die wohl selbst als Kinder keine feinfühligen Eltern hatten und es dementsprechend nie gelernt haben. Aber ich weiß nicht wohin mit meinem Frust und dem Gefühl wieder nicht wahrgenommen zu werden. Ich bin auch ratlos.
Ablehnung total, von einer Mutter, für die es nur 1 objektive Wahrheit gab, die sie gepachtet hatte..........das war die Scheiße, in der ich saß, bis meine Mutter starb.
Und leider muss ich sagen: Ich wüsste auch heute noch nicht, wie ich mich damals daraus hätte befreien können.
Wahrscheinlich kann man sich daraus nicht befreien. Ich bin aber heilfroh, dass mein Bruder und seine Frau so sensibel und feinfühlig mit ihren beiden umgehen. Woher mein Bruder das hat - keine Ahnung, vielleicht war meine Mutter bei ihm noch anders drauf. Aber sie geben ihnen alles, was sie haben und achten auch sehr auf die beiden, wenn sie andere auf dem Arm haben oder sich andere ihnen widmen. Zur Not greifen sie auch ein, das finde ich gut.
Das kannst rückwirkend bei dir selbst auch noch, beispielsweise in Bezug auf das Verhalten deiner Mutter gegenüber dir.
Da du es heute "besser weisst" und es auch "fühlst" (dein Verständnis für die Aufmerksamkeit deines Bruders uns seiner Frau bezgl ihrer Kinder lassen darauf schließen), kannst du dich sogar definitiv von deiner Mutter "verabschieden", besonders weil sie (was nicht so selten ist) was ihre "Lernfähigkeit" angeht, offenbar unzugänglich ist und wohl auch bleiben wird. Um ein Sprichwort anzuwenden, ist sie "ein alter Affe, den man keine neuen Grimassen mehr lehren kann".
Aus ihrem Verhalten (so wie du es schilderst) heraus, sehe ich absolut keinen Grund, warum du dich auch nur ansatzweise ihr gegenüber "schuldhaft zu etwas verpflichtet siehst".
Um es mal rein rational zu betrachten, steht das, was sie dir an Hilfreichem angeboten und dargebracht hat, in keinem Verhältnis zu dem, was du glaubst ihr zu schulden ... wie immer auch deine persönliche Verstrickung, die mit der Begleichung dieser vermeintlichen Schuld einher geht, auch aussehen mag.
Du hast gewissermaßen deine Not zu deiner Tugend gemacht und in deiner Entwicklung trotz aller Widrigkeiten "berechtigterweise" für dich das "herausgeholt", was dir nützlich ist/war.
Den Rattenschwanz an Unnützem und für dich Hinderlichem (z.B. dein schon fast selbstquälerisches Verständnis für das Verhalten deiner Mutter) kannst du abzwacken. Den Rattenschwanz brauchst du nicht. Du schleppst ihn hinter dir her und er behindert dich nur in deiner eigenen Entwicklung.
Anstatt dich selbst zu verachten und zu hassen, darfst du ohne dadurch neue Schuldgefühle zu schaffen, auch mal diejenigen hassen und verachten, , die dir so oder so deine kindliche Entfaltung vers... haben. Damit wendest du Hass und Verachtung von dir ab und gibst ihnen ein neues Ziel, von vorneherein eigentlich das "passende" Ziel. Du wirst dadurch sicher nichts mehr ändern, doch deine "innere Entzündung", die dein Hass und deine Verachtung auf dich selbst bei dir bewirkt haben, wird abklingen.
Gib deinen Gefühlen - den "guten und den schlechten" - die Freiheit. Befreie sie von deiner intellektuellen Kontrolle.
Geistige Überlegenheit ist schön und gut, sie verhindert jedoch nicht, dass Schuldgefühle weiter wachsen, bis sie irgendwann unerträglich werden.
Wäre ich du, würde ich - so wie ich mich kenne - wahrscheinlich laut herausbrüllen: Das Maß ist voll ! Ich stehe für eure Spielchen nicht mehr zur Verfügung.
Anstatt Dein Leben abzuhaken, befreie dich von jenen, die dich (gewollt oder ungewollt) durch ihre Verhalten an diesen Punkt gebracht haben ... und allein schon durch ihre weitere (physische) Präsenz in deinem Leben dazu beitragen, dass du immer wieder sehr schmerzhaft daran erinnert wirst, ... dass du immer wieder zurückgeworfen wirst. Du bist ihnen nicht einmal eine Erklärung schuldig ...
Das ist reiner Selbstschutz.
Du hast die Wahl zwischen einem Ende mit verhältnismäßig kleinem Schrecken und einem Schrecken ohne Ende. Die Erinnerung an die implizierten Menschen wird bleiben, doch die Schmerzen werden verblassen und du wirst nicht mehr der kleine Neger sein, der an der Krippe ergeben und dankbar nicken muss.
Manchmal braucht es die harte Tour, um den Weg für eine anschließend sanfte zu ebnen.
Es gibt eigentlich keine Möglichkeit, mit der ich mich wohl fühle. Es ist völlig gleich, was ich tue, am Ende geht es mir nicht gut. Ich kann es mir anhören, es überhören, es ignorieren, darauf sensibel eingehen oder grober. Der Unterschied ist doch nur, ob und in welchem Ausmaß ich mir Luft mache und ob es ihr hinterher auch schlecht geht oder nicht.
Ich habe alles schon versucht. Selbst wenn ich sage, ich hätte es anders in Erinnerung - sie hat für alles eine "Erklärung" und auch Begründung. Auf die Frage, warum ich immer bei Fremden abgegeben wurde, obwohl sie doch wusste, dass man das mit mir nicht machen konnte (ich habe mich die ganze Zeit nicht vom Fleck bewegt, bin offenbar erstarrt, habe nicht gespielt, nicht gegessen und nicht gesprochen und nur gewartet, bis meine Eltern wieder da waren - wenn es sein musste, stundenlang) bekomme ich die Begründung, dass sie nur etwas mit meinem Bruder machen wollten, ohne mich. Und das eben schon im Kleinstkindalter. Für sie ist das logisch und es besteht offenbar auch rückblickend kein Grund, dass man das hätte anders machen können.
Sie hat heute gemeint, sie verstehe gar nicht, warum ich überhaupt nicht gerne zu meinen Großeltern gegangen bin, sie hätte das als Kind geliebt. Es ist völlig sinnlos zu erklären, dass man zu Menschen, von denen man ständig umgeben ist, ein völlig anderes Verhältnis hat. Wenn meine Großeltern drei Stunden entfernt wohnen, ich die nur dreimal im Jahr gesehen habe und dann quasi für mehrere Wochen dort abgeliefert wurde (so, wie ich nunmal war), dann muss ich mir doch ausmalen können, was dann passiert. Sie zu fragen, ob sie sich vorstellen kann, wie ich mich gefühlt habe, ist völlig sinnlos und abwegig. Sie lebt absolut in ihrer eigenen Welt.
Sie lebt in einer seltsamen Welt, aber da lebt sie nicht allein. Aber es gibt auch Mütter, denen ihre Kinder, deren Ängste und Sorgen, wichtig sind.
Dein Bruder ist ganz anders wie du schreibst und ich bin mir sicher, du wirst auch anders sein. Ich habe in meiner Kindheit auf Zuneigung fast gänzlich verzichten müssen, weiß wie schlimm das ist und mache es aus diesem Grund anders. Aber - vor einigen Jahren fragte ich meine Mutter, weshalb sie mich nie umarmt, oder gestreichelt hat. Ihre Antwort war: Weil ich das auch nicht bekommen habe.
Einige lernen aus schmerzhaften Erfahrungen und wollen sie ihren Kindern ersparen. Andere machen es genauso wie sie es erfahren haben. Wären alle so, würden wir jetzt noch in der Steinzeit leben und hätten noch nicht mal Feuer, weil die Vorfahren das ja auch nicht hatten.
Ich denke, dir wird einige Zeit Abstinenz von deiner Mutter wirklich sehr gut tun. Wer weiß, beim nächsten Treffen lachst du vielleicht aus vollem Hals, wenn sie wieder ihre Erinnerungen zum Besten gibt. Aber dafür brauchst du dringend einige Monate Funkstille.
Du hast gewissermaßen deine Not zu deiner Tugend gemacht und in deiner Entwicklung trotz aller Widrigkeiten "berechtigterweise" für dich das "herausgeholt", was dir nützlich ist/war.
Den Rattenschwanz an Unnützem und für dich Hinderlichem (z.B. dein schon fast selbstquälerisches Verständnis für das Verhalten deiner Mutter) kannst du abzwacken. Den Rattenschwanz brauchst du nicht. Du schleppst ihn hinter dir her und er behindert dich nur in deiner eigenen Entwicklung.
Ich frage mich die ganze Zeit warum und wozu ich das mache, mich verantwortlich fühlen und sie in ihrem Tun zu verteidigen. Das warum kann ich klären, wozu fühle ich mich für das Wohl meiner Eltern, insbesondere meiner Mutter, verantwortlich? Ich glaube, dass sie mir unbewusst mütterliche Aufgaben übertragen hat (warum), um sich selbst geliebt zu fühlen (wozu). Die Frage des "wozu dient das" dreht sich denke ich nicht vordergründig um mich, sondern um das Wohl und die Bedürfnisse meiner Mutter. Parentisierung im Fachjargon. Wiederum diente es auch meinem Wohl, das Wohl meiner Mutter zu sichern. Es war meine Aufgabe und scheinbar die einzige Möglichkeit, Aufmerksamkeit und Anerkennung zu erlangen.
Das "fast quälerische Verständnis", wie du es bezeichnest, musste ich mir schwer erarbeiten und ist meiner Meinung nach ein Produkt meiner Therapie. Da ging es immer darum, die Eltern zu verstehen und zu verstehen, warum sie etwas taten oder sie etwas nicht tun konnten. Erst dadurch konnte ich meinen hässlichen Umgang mit meiner Mutter, der mich übrigens noch mehr gequält hat, allmählich runter schrauben. Gibt es einen Mittelweg? Ich dachte es geht darum, anhand von Verständnis zu verstehen und die entsprechenden Gefühle zu relativieren. Natürlich macht es Sinn, dass diese unausgelebt Schwierigkeiten bereiten.
Anstatt dich selbst zu verachten und zu hassen, darfst du ohne dadurch neue Schuldgefühle zu schaffen, auch mal diejenigen hassen und verachten, , die dir so oder so deine kindliche Entfaltung vers... haben. Damit wendest du Hass und Verachtung von dir ab und gibst ihnen ein neues Ziel, von vorneherein eigentlich das "passende" Ziel. Du wirst dadurch sicher nichts mehr ändern, doch deine "innere Entzündung", die dein Hass und deine Verachtung auf dich selbst bei dir bewirkt haben, wird abklingen.
Gib deinen Gefühlen - den "guten und den schlechten" - die Freiheit. Befreie sie von deiner intellektuellen Kontrolle.
Geistige Überlegenheit ist schön und gut, sie verhindert jedoch nicht, dass Schuldgefühle weiter wachsen, bis sie irgendwann unerträglich werden.
Ich will meine Mutter nicht wieder hassen und verachten. Nach wie vor denke ich, dass sie das nicht verdient hat.
Anstatt Dein Leben abzuhaken, befreie dich von jenen, die dich (gewollt oder ungewollt) durch ihre Verhalten an diesen Punkt gebracht haben ... und allein schon durch ihre weitere (physische) Präsenz in deinem Leben dazu beitragen, dass du immer wieder sehr schmerzhaft daran erinnert wirst, ... dass du immer wieder zurückgeworfen wirst. Du bist ihnen nicht einmal eine Erklärung schuldig ...
Das ist reiner Selbstschutz.
Seit unserem Umzug in unser Haus haben wir uns so selten gesehen wie sonst nie zuvor. Ich fühlte mich wohl so, ehrlich gesagt hätte ich keinen Grund gehabt sie zu besuchen und auch kein Bedürfnis danach. Es wäre reines Pflichtbewusstsein gewesen und die Erkenntnis, dass man seine Eltern nunmal ab und zu besucht. Seit die Kinder da sind sehen wir uns wieder öfter und auch durch den Tod meiner Oma im Sommer. Da ging es nicht anders.
Nun sehe ich sie, wenn wir durch die Kinder aufeinander treffen. Logisch, dass da auch die ein oder andere Geschichte aus der Kindheit hoch kommt. Wobei mich meine eigenen Erinnerungen nicht stören oder irritieren, es ist auch nicht so, als wäre ich neidisch oder eifersüchtig auf die Kinder, so wie ich es mal befürchtet hatte (nach dem Motto: Sie führen das Leben, das ich nie hatte). Es ist lediglich meine Mutter, in ihrer Art und Weise sich den Kindern zu verhalten, in den Dingen, die sie zu ihnen und über sie sagt und den Geschichten, die sie wieder hervor holt.
Was soll ich denn jetzt machen, wo quasi Weihnachten vor der Tür steht? Man kommt ja nicht drumrum, zumal sie sich quasi dieses Jahr selbst bei uns eingeladen haben. Ehrlich gesagt will ich sie alleine hier nicht haben, da erstirbt jedes Gespräch, weil ich entweder innerlich an die Decke gehe oder, wenn das nicht mehr geht, explodiere. Ich kann mir jetzt schon ausmalen, dass ich der Buhmann sein werde, weil mir einfällt das schöne Fest zu einem Fiasko zu machen. Schon früher durfte man sich an diesen Tagen ja nicht streiten, so ein Schwachsinn.
Zuletzt geändert von Jannes; 18.11.2013, 19:35.
Grund: Tippfehler
Sie lebt in einer seltsamen Welt, aber da lebt sie nicht allein. Aber es gibt auch Mütter, denen ihre Kinder, deren Ängste und Sorgen, wichtig sind.
Dein Bruder ist ganz anders wie du schreibst und ich bin mir sicher, du wirst auch anders sein. Ich habe in meiner Kindheit auf Zuneigung fast gänzlich verzichten müssen, weiß wie schlimm das ist und mache es aus diesem Grund anders. Aber - vor einigen Jahren fragte ich meine Mutter, weshalb sie mich nie umarmt, oder gestreichelt hat. Ihre Antwort war: Weil ich das auch nicht bekommen habe.
Einige lernen aus schmerzhaften Erfahrungen und wollen sie ihren Kindern ersparen. Andere machen es genauso wie sie es erfahren haben. Wären alle so, würden wir jetzt noch in der Steinzeit leben und hätten noch nicht mal Feuer, weil die Vorfahren das ja auch nicht hatten.
Ich denke, dir wird einige Zeit Abstinenz von deiner Mutter wirklich sehr gut tun. Wer weiß, beim nächsten Treffen lachst du vielleicht aus vollem Hals, wenn sie wieder ihre Erinnerungen zum Besten gibt. Aber dafür brauchst du dringend einige Monate Funkstille.
Gott sei Dank, dass wir anders sind. Ich bin auch fest davon überzeugt, anders zu sein als sie. Ich mache sicher nicht alles richtig, bin mir aber der Tragweite dieses Handelns gerade in Bezug auf Kinder sehr bewusst und hinterfrage es ständig.
Auch wenn das vielleicht wieder zu verständnisvoll ist und nichts an dem Endresultat ändert, aber bei manchen liegt es nicht nur daran, dass sie ein Verhalten nicht ändern wollen, ich denke, dass ihre Ressourcen in diesem Bereich einfach erreicht sind. Sie kann es nicht ändern!
Dass ich jemals über das, was sie sagt, lachen werde, glaube ich nicht. Aber ich muss darüber nicht lachen können, es würde reichen, wenn ich mich nicht daran aufhängen muss und nicht jedes mal für mein inneres Kind in die Bresche springen muss.
Ich muss mal sehen, ob sich das rückgängig machen lässt. Eigentlich wäre es im Grunde wieder dasselbe: Weil mein Bruder mit seiner Frau und den Kindern alleine feiern möchte, das erste gemeinsame Weihnachten, halten wir her. Wiederum: Ist das nicht eine Traditionssache? Kann ich denn so etwas unterstellen?
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