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Mein Leben als Autist

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    Hallo Bonny,

    eine WG? Oje!

    Ich habe ja im Grunde eine WG, eine Familie ist kaum etwas anderes.

    Ich habe schon mal früher in einer anderen WG gelebt und das war so, als wenn man ein Stachelschwein unter Kaninchen setzt, geht also nicht gut, denn die Kaninchen werden sich immer gegen das Stachelschwein zusammen tun.

    Die meisten Asperger Autisten leben allein und haben einen überschaubaren Freundeskreis.

    Die wenigsten Asperger Autisten haben eine eigene Familie. Aus Angst, ihrem Kind nicht gerecht zu werden, versagen sie sich diese Möglichkeit.

    Da ich mich als Aspie am besten auf einen Menschen, maximal auf zwei gleichzeitig konzentrieren kann, kommt für mich nur ein neuer Partner in Frage. Ich bin jetzt bereit dafür.

    Manche Aspies haben sogar eine Beziehung zu einem NT. Das ist möglich, wenn der NT bereit ist, Kompromisse einzugehen und sehr tolerant ist.

    Ich weiß inzwischen, dass meine Situation eine Ausnahmesituation ist. Die meisten Menschen leben nicht mit einem Narzissten zusammen.

    Für mich wird ein normales Gespräch, eine gemeinsam verbrachte Nacht, ein gemeinsam gekochtes Essen, Arm in Arm vorm Fernseher oder Hand in Hand spazieren gehen und so vieles mehr, was eigentlich normal ist, wie ein paradiesischer Moment vorkommen...

    In meiner nächsten Beziehung möchte ich keine Angst mehr haben.

    Condor

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      Dann drück ich dir auf jeden Fall mal fest die Daumen, dass das klappt.

      Kommentar


        Irgendwann bestimmt.

        Danke, Condor

        Kommentar


          Hallo Condor, danke für deine Antwort von zwei Seiten vorher. Ich bin so selten im Forum. Also was du schreibst, ist ja sehr ehrlich. Die wenigsten NTs würden sich wahrscheinlich trauen soviel von ihren Ängsten preiszugeben, aber viele haben wahrscheinlich auch solche Ängste.

          lg Zetti

          Kommentar


            Hallo zetti,

            Autisten sind so, ehrlich und ich denke, dass macht einen auch immer so schnell wieder zu Opfern.

            Ich habe jetzt einige Bücher zum Thema Asperger Autismus gelesen, teilweise von sogenannten Fachleuten, teilweise von anderen Aspies.

            Die Bücher von den Aspies haben mir besser gefallen, da habe ich teils lachen, teils nicken, teils schmunzeln, aber auch mitfühlend sein können.

            Die meisten Bücher von den sogenannten Fachleuten waren zum Teil hilfreich. Sie haben mich aber auch geärgert, weil, wer liest schon gern von sich selbst, dass er gestört ist? Ich nicht und wenn wir Autisten den Spieß umdrehen würden, dann wüssten diese Leute vielleicht mal, wie sie so was anfühlt...

            Ich bin ja nun in einer SHG von Eltern mit autistischen Kindern. Ich werde daraus keine Einzelheiten erzählen, denn wir stehen alle unter Schweigepflicht.
            Aber manchmal tut es mir sehr weh, wenn ich zuhöre, wenn die anderen Eltern über ihre "schwierigen" autistischen Kinder reden. Es geht dabei gar nicht so sehr darum, was sie sagen, sondern wie.

            Als wären wir kleine Monster, als wären wir Autisten nur dazu da, um euch NTs das Leben zu versauen. Aber das stimmt nicht!

            "Wir sind, verdammt noch mal, alle Menschen." Sebastian Urbanski sagt diesen Satz, ein junger Mann mit Down-Syndrom.
            Quelle: Baby-Selektion : Trisomie-21-Bluttest auf Down-Syndrom womöglich illegal - Nachrichten Aktuell - DIE WELT

            Ich hatte mir vor einiger Zeit einige kurze Filme mit dem Titel "Zeig mir deine Welt" aufgenommen und jetzt erst Zeit gehabt, mir die anzusehen.

            Als ich noch berufstätig war, hatte ich mit relativ vielen Menschen mit Down Syndrom zu tun und sie sind mir alle in guter Erinnerung geblieben.

            Da dieser wichtige Satz von Sebastian Urbanski schon 2 Jahre her ist, vermute ich mal, dass es inzwischen Gang und Gebe ist, Menschen mit Down Syndrom vor der Geburt abzutreiben und somit auszusortieren.

            Wer ist als Nächster dran?

            Autisten?

            Kleinwüchsige?

            Transsexuelle?

            Homosexuelle?

            Andere Behinderungen?


            Das gruselt mich.


            Dabei wollte ich eigentlich gar nicht mehr so viel nachdenken und mehr einfach tun.

            Ich wollte mich nicht mehr so leicht verletzen lassen, aber ich weiß nicht, wie man das schaffen kann?

            Deswegen frage ich euch, wie kann man sich nicht mehr so leicht verletzen lassen?

            Wie macht ihr das? Vor allem dann, wenn euch jemand etwas unterstellt, was nicht stimmt?

            Oder wenn euch jemand immer wieder mit denselben Dingen ärgert?

            Condor

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              Schieben wir meine Fragen auf später auf, weil ihr bisher auch keine Antworten gefunden habt.

              Ein anderes Thema ist für mich gerade wichtiger.

              Wir ihr vielleicht wisst, sieht sich mein Partner (Vater unseres Kindes) als Frau und drängt mehr und mehr danach, dies nach Außen zu präsentieren.

              Wie ihr vielleicht auch noch wisst, fällt es mir besonders schwer, dies zu akzeptieren.

              Auch wenn ich es hier nicht jeden Tag aufschreibe, so beschäftigt mich dieses Thema fast permanent. Manchmal mache ich Pausen davon, weil es mir zu viel wird.

              Auffallend war ja bisher, dass ich nach zigs Möglichkeiten gesucht und hier und zu Hause präsentiert habe, warum ich ihn nicht als Frau akzeptieren kann. Für mich waren in dem Moment auch alle Möglichkeiten stimmig, nur haben sie mir nicht weiter geholfen.

              Gerade habe ich in einem Autisten-Selbsthilfebuch für Kinder und Jugendliche etwas gelesen, was dem wahren Grund für meine Ablehnung entsprechen könnte. Ich schreibe "könnte", weil ich noch nicht wissen kann, ob es wirklich so ist. Das muss erst die Erprobung/Erfahrung bringen.

              Ich bekomme bei jeglicher Veränderung, die mein Leben mittelbar oder unmittelbar betrifft, Angst. Je nach dem, wie groß die Veränderung ist, reguliert sich auch die Angst. Bei kleinen Veränderungen habe ich nur ein bisschen Angst, z.B. wenn wir nach dem Einkauf noch woanders hinfahren, aber bei großen Veränderungen habe ich dementsprechend auch große Angst.

              Was aber nun die "Verwandlung" meines Partners von Mann zu Frau betrifft, ist dies etwas, was mir panische Angst macht, weil die Veränderung für mich extrem groß ist.

              Wenn er dann beschließt, im Urlaub gleich eine ganze Woche so als Frau zu verbringen, dann ist es kein Wunder, dass ich damit total überfordert bin.

              Ich habe meinen Partner mal sehr geliebt. Wir haben scheinbar wie "Pott auf Deckel" zusammen gepasst und unsere Zeit vor der Ehe war wie ein Traum.
              Nach der Hochzeit jedoch, gab es die erste große Veränderung, denn mein Partner zeigte sein wahres Gesicht (das ist bei Narzissten normal). Wir sind in diesem Jahr 17 Jahre verheiratet und so langsam kann ich damit umgehen.

              Vielleicht kann sich jetzt einer von euch vorstellen, was für mich diese nächste, noch größere Veränderung bedeutet! Und, was eine Trennung für mich bedeutet, denn das wäre die größte Veränderung, die ich mir derzeit vorstellen kann.

              Seine "Frau" macht mir Angst, so große Angst, dass sie mich umhaut. Aber es ist jetzt keine Angst, wie NTs (neurotypische, nicht autistische Menschen) vielleicht Angst vorm Fliegen oder so was haben.
              Es ist eine Angst, die ich nicht erklären kann, die in mir ist, weil sie zu meinem Behinderungsbild gehört, weil Autisten eben Angst vor Veränderungen haben und nicht, weil vielleicht sein Passing so schlecht ist oder er/sie sich nicht genügend bemüht. Diese Dinge kommen zwar noch oben drauf und machen die Sache nicht leichter für mich.

              Aber... jeder Mensch hat das Recht so zu leben, wie er/sie ist, so wie ich auch dieses Recht habe.

              Als "Mann" habe ich meinen Partner kennen und lieben gelernt. Als "Mann" hat er mich zu Weilen zumindest beschützt, war fast immer, wenn ich ihn wirklich brauchte, für mich da. Das ist etwas, was ich brauche, um Leben zu können. Ansonsten ist das Leben für mich ein reines Überleben. So ist das bei mir und ich habe das akzeptiert.

              Aber... nun gibt er den "Mann" auf und will ihn durch eine "Frau" ersetzen, die mich vermutlich nicht mehr beschützen wird, entweder weil sie es nicht kann oder weil sie es nicht will.
              Bisher habe ich seine innere "Frau" als sehr egoistisch und unnahbar erlebt, wenn sie sich überhaupt zu erkennen gab.

              Ich frage mich natürlich, was mir helfen könnte, wie ich dieses Angstproblem irgendwie abschwächen könnte... mein erster Gedanke war, dass mein Partner, wenn es ihm möglich ist, nur einen Tag in der Woche als "Frau" herumläuft, dann aber auch mit Perücke und allem, auch zu Hause. Am besten wäre dafür ein Tag, wo wir alle zu Hause sind und keine Feste, Einkäufe oder sonstige Ereignisse anstehen, die mich noch zusätzlich stressen. Das wäre z.B. ein Sonntag. Wenn wir an einem Sonntag allerdings wieder etwas vor hätten, müsste ein Ersatztag für diese Woche gewählt werden. Und, all das muss mit der ganzen Familie besprochen werden, damit nicht einer bestimmt und die anderen zähneknirschend mitmachen.
              Derzeit ist es so, dass er, wenn er zu Meiner-Ex-Kumpel-seine-immer-noch-Freundin fährt, sich zu Hause umzieht und dann komplett als "Frau" losfährt, auch so einkaufen fährt usw.
              Für mich ist es selbst dann nicht möglich, ihn so anzusehen und ich vermeide das auch.

              Ich weiß nicht, ob ihr vor irgendetwas panische Angst habt oder schon gehabt habt oder ihr ward vielleicht in einer schier ausweglosen Situation, so ähnlich ist für mich (für fast alle Autisten) der Stresslevel bei Veränderungen aller Art.

              Vielleicht lässt sich so besser verstehen, warum sich Autisten immer wieder zurückziehen müssen, um abzuschalten, runter zu kommen oder um einfach nicht wahnsinnig zu werden.

              Condor

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                Ich habe gestern noch ein sehr schönes Gespräch mit meinem Partner gehabt, nach langer Zeit mal wieder. Heute Abend besprechen wir das Besprochene noch mal mit unserem Sohn. Diesen habe ich bereits schon etwas vorerzählt, damit es nachher nicht so auf ihn einprasselt.

                Was meinen Partner betrifft, da habe ich mich wohl etwas verrannt, oder den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen (typisch Aspie ), denn ein wirklicher Narzisst, wie ich bisher glaubte, ist er wohl nicht.
                Ich war, ehrlich gesagt, auch nicht so ganz glücklich mit der Einschätzung, dass er ein Narzisst sein könnte, aber es bot sich mir keine andere Alternative und ich musste ihn doch irgendwo einsortieren, dass ich erst ein mal den Narzissmus gewählt hatte.

                Jetzt jedoch, nach langem abwägen und neuen Inputs, kann ich mir bei ihm durchaus einen Hochfunktionalen Autismus vorstellen und wenn ich ihn so gesehen darauf prüfe oder besser gesagt, mir ihn unter der Möglichkeit eines HFA ansehe, dann passt da viel mehr, als beim Narzissmus, den er aber auch hat, sonst wäre er nicht so auf sich bezogen und würde nicht so extrem ausflippen, wenn er sich z.B. entschuldigen soll und hätte so wenig Schuldbewusstsein und Reuegefühle.

                Jedenfalls kann ich nun mit ihm ganz neu umgehen. Und er zeigte ebenfalls Bereitschaft, es irgendwie noch mal anders zu versuchen.

                Gut, wir werden uns jetzt nicht in den Armen liegen und jeden Abend kuscheln, nein, dafür reicht es einfach nicht mehr und dafür steht jeder von uns auf etwas anderes, aber wenn es uns gelänge, wieder fairer und offener miteinander umzugehen, dann wäre uns allen geholfen. Dafür muss jeder einen Schritt auf den anderen zu machen und da ich das am leichtesten kann (auch wenn es mir sauschwer fällt), habe ich eben damit begonnen.

                Irgendwie brauchen wir einander eben doch.


                Etwas anderes... ich werde nicht mehr zu der SHG gehen, wo ich jetzt 2 Mal war. Montag war ich da und seit Dienstag habe ich wieder ein großes Furunkel am Oberschenkel.

                Erst heute ist es mir aber gelungen, an das Gefühl heran zu kommen, was das ausgelöst hat. Ich bin seelisch verletzt und zwar so sehr, dass ich mir erst versprechen musste, nicht mehr zur SHG zu gehen, damit ich mich besser fühlte.

                Die SHG (Selbsthilfegruppe) ist für Eltern von autistischen Kindern, ich bin allerdings der einzige Asperger Autist, der ein autistisches Kind hat und sich über seinen eigenen Autismus bewusst ist.
                Die anderen Eltern reden zum Teil sehr negativ über ihre Kinder. Das tut mir schon weh, denn schließlich bin ich auch ein Autist, meine eigenen Eltern haben auch immer sehr negativ von mir gesprochen und ich habe Mitgefühl mit meinen "autistischen Brüdern und Schwestern", die deren Kinder sind.

                Mein Mitgefühl oder meine Hochsensibilität geht dabei so weit, dass ich die Schreie der Kinder hören kann, die sich selbst verletzen oder von Selbstmord reden, weil sie in Einrichtungen (Wohngruppen/Internaten) sind, wo sie sich nicht wohl fühlen, wo sie sich schlecht fühlen, aber, weil sie Autisten sind, können sie nicht einfach mal so ihre Eltern anrufen und ...

                Mama (oder Papa) hilf mir! Mama, du musst kommen und mir helfen! Bitte Mama hol mich hier raus! Ich kann nicht mehr! Der Druck ist zu groß! Mama, wo bist du? Mama, warum hilfst du mir nicht?

                ... in den Hörer brüllen.

                Es ist so, wenn autistische Menschen (Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene) den Druck, den die Umwelt auf sie ausübt, ob bewusst oder unbewusst ist egal, nicht mehr aushalten können, weil es z.B. zu laut um sie herum ist oder zu verwirrend oder zu unberechenbar, dann schlagen sie sich selbst. Je höher der Druck oder die Verzweiflung, desto stärker schlagen sie sich und wenn ich miterlebe, dass Eltern davon erzählen, als wenn sie vom Wetter plaudern, dann halte ich den Druck nicht mehr aus. Am liebsten möchte ich sie anschreien, wachrütteln und sie fragen, ob sie noch irgendetwas merken??? Was noch geschehen muss, damit sie ihren Hintern in Bewegung setzten und ihr Kind retten???

                Andere Autisten schlagen sich dann vielleicht nicht, reden aber von Selbstmordabsichten...

                Wie kann man da als Eltern/teil ganz ruhig da sitzen und nichts tun???

                Das verstehe ich nicht und das tut mir unendlich weh.

                Und weil ich das nicht gleich gemerkt habe, habe ich nun wieder ein Furunkel am Bein, was mich bei jedem Schritt daran erinnert, was ich mir nicht mehr antun sollte.

                Es tut mir so leid, aber ich kann da nicht mehr hingehen. Ich hätte ihnen so gern mit meinem Wissen und meinen Erfahrungen geholfen, aber ich weiß leider auch, dass ich nur dann anderen Menschen helfen darf, wenn diese danach fragen.

                Manche Eltern denken auch über Psychopharmaka für ihre Kinder nach oder verabreichen sie ihnen schon. Dann hat das eine nicht geholfen, egal, gibt doch noch so viele andere Pillen.

                Hallo??? Das sind Kinder! Im Grunde sogar gesunde Kinder, denen gibt man doch keine Psychopharmaka, damit sie besser in die Gesellschaft passen?

                Mir hat man auch jahrelang zigs verschiedene Psychopharmaka verschrieben und ich habe sie genommen, weil ich dachte, dass ich mir damit etwas Gutes tu, aber das Gegenteil war der Fall. Von dem einen Medikament habe ich ohne Ende zugenommen und von dem Letzten hat sich meine Seele so sehr verändert, dass ich mich selbst nicht mehr wieder erkannt habe. Also nehme ich keine Psychopharmaka mehr und unser Sohn hat auch nie welche bekommen, obwohl es genug Kinderärzte und sonstige Idioten gab, die ihm nur zu gern welche verschrieben hätten, damit wir Eltern es nicht mehr so schwer mit ihm hätten und damit er in der Schule besser klar kommt, bzw. damit die Schule besser mit ihm klarkommt.

                Ich war aber schon erwachsen, als ich Psychopharmaka bekommen hatte, aber welche Auswirkungen es auf diese Kinder hat, scheint niemanden wirklich zu interessieren.

                Ich verstehe so eine Welt nicht. Sie tut mir einfach nur weh.

                Ich überlege noch, ob ich den Eltern eine Mail schreibe, warum ich nicht mehr wiederkommen kann oder ob ich mir das schenken kann...

                Und übrigens, wenn euch mal ein Autist angreift, dann habt ihr seine Grenze überschritten und derjenige hat vermutlich keine andere Möglichkeit, als euch das so mitzuteilen.

                Condor

                Kommentar


                  Moin Condor,

                  ich habe nicht Deinen ganzen Faden gelesen, weil es mir einfach zu viel ist

                  Aber ich weiß nicht, ob ein Autist die Welt auch so nehmen kann, wie sie nun mal ist. Was hilft es Dir, Dich daran aufzureiben, wie Menschen sind ? Jeder hat seine Schwächen und viele sind nicht in der Lage gewisse Dinge zu verstehen. Man kann es Ihnen auch nicht verübeln, weil sie einfach einen ganz anderen Erfahrungshorizont haben. Und da gilt es vllt. mehr Toleranz entgegenzubringen und sie so sein zu lassen wie sie sind. Denn das ist was, was Du Dir ja auch wünschst, oder ?

                  Und übrigens, wenn euch mal ein Autist angreift, dann habt ihr seine Grenze überschritten und derjenige hat vermutlich keine andere Möglichkeit, als euch das so mitzuteilen.
                  Ist das jetzt eine Rechtfertigung für Angriffe, die die Menschen zu tolerieren haben ? Weil der Fehler ja bei Ihnen liegt ?

                  Viele Grüße, dasSchaf

                  Kommentar


                    Hallo DasSchaf,

                    deine Welt, die äußere Welt ist meistens ein Ort, zumindest da, wo mehrere Menschen zusammen kommen, an dem ich nicht gern bin (mit wenigen Ausnahmen).

                    Ich, als Autist, lebe in 2 Welten, in deiner und in meiner, in welcher ich mich mehr aufhalte, weil es dort für mich sicherer ist. Nicht, dass du jetzt glaubst, in meiner Welt wäre alles Friede-Freude-Eierkuchen, nein, auch da werden Menschen umgebracht, Kriege geführt und Kinder gezeugt. Sie ist im Grunde ein Spiegel deiner Welt, der äußeren Welt, nur dass sie mit meinen Helden bestückt ist und in einer anderen Zeit spielt. Meine Welt ist wie ein unendlicher Kinofilm und er hilft mir, die andere Welt, also deine besser zu verstehen und auszuhalten.

                    Ich habe mich lange nicht mehr unter mehreren Menschen aufgehalten, genau aus dem Grund, weil ich verletzt werde und ich mich nicht dagegen schützen kann.

                    Den PC kann ich ausschalten, die Menschen, die mich verletzen, nicht.

                    Kurz noch mal für dich, weil du ja nicht so viel lesen kannst , man geht inzwischen davon aus, dass Autisten bis zu 10 Mal mehr wahrnehmen können (nicht alle können das), als nicht autistische Menschen.

                    Das Dumme am Autismus ist nur, dass ich das Wahrgenommene nicht in dem Moment filtern kann. Ich nehme also erst mal nur auf, so als wenn man nur einatmen würde. Und erst dann, wenn ich Zeit für mich habe, kann ich wieder ausatmen, also das, was ich aufgenommen habe, verarbeiten.

                    Meine Probleme der SHG bezüglich haben nichts mit Toleranz zu tun, aus meiner Sichtweise jedenfalls nicht. Es hat damit zu tun, was ich aus ethischen Gründen für mich selbst für vertretbar halte und was nicht. Und, ob ich damit umgehen kann oder nicht und ich kann es nicht.

                    Würdest du zusehen, wenn eine kleine Katze im Fluss ertrinkt? Würdest du denken, hast Pech gehabt, musstest ja nicht ins Wasser springen? - Diese Vergleiche mögen dir vielleicht unlogisch erscheinen, aber für mich ist das ungefähr das Selbe.

                    Ich höre, sehe und rieche noch ganz andere Dinge, von denen die meisten Menschen nicht mal wissen, dass es sie gibt, Gründe, warum ich weder Bahn noch Bus fahre zum Beispiel. Dort würde ich mich permanent übergeben müssen.

                    Vielleicht ist es zu viel verlangt, dass diese extreme Hochsensibilität hier irgendeiner versteht, wenn er oder sie nicht genauso veranlagt ist. Sorry, hatte ich vergessen.

                    Ist das jetzt eine Rechtfertigung für Angriffe, die die Menschen zu tolerieren haben ? Weil der Fehler ja bei Ihnen liegt ?
                    Nein, eine Erklärung.

                    Condor

                    Kommentar


                      Hi Condor,

                      also, ich habe mich mit Autismus noch nicht so beschäftigt. Ich weiß auch, dass es da verschiedene Abstufungen gibt und das Asperger eine eher milde Form ist. Mehr weiß ich dazu eigentlich nicht (klar, Rainman hab ich auch gesehen, aber das ist immer etwas anderes).

                      Wie auch immer. Dein Faden hat über 500 Antworten. Bitte nimm es mir nicht übel, wenn ich diese nicht lese, denn dazu fehlt mir auch einfach die Zeit.

                      Du erklärst, dass Du in Deiner eigenen Welt lebst. Das ist ja ok, und noch mehr, wenn es auch für Dich ok ist. Aber (das ist nicht böse gemeint ) kritisierst du ja das außen, und definierst deine Welt als ok ... weil .... ja vllt. weil sie für Dich moralischer ist, besser, weil du nie eine Katze ertrinken lassen würdest ... im Übrigen ich auch nicht und ich behaupte, viele in der anderen Welt auch nicht.

                      Ja, es gibt Menschen, die das tun würden, aber ich behaupte, dass das nicht die Mehrheit ist. Aber du stülpst den Menschen einfach über, dass sie das in ihrer Welt tun würden. Das denke ich nicht. (Ich weiß, dass es nur eine Allegorie war) ...

                      Man kann natürlich immer sagen, ja die Menschen im außen sind böse, machen Fehler, die ich nicht aushalten kann, sind schlechtere Menschen, weil nicht Hochsensibel etc ... aber ich finde es schon ein bißchen anmaßend zu sagen, ja ich bin sensibel und die Menschen da draußen nicht. Woher willst Du das wissen ?

                      Wobei mir gerade die Umfrage zu HPS einfällt, bei der plötzlich viele HPS sein soll, weil er so und so viele Punkte erreicht hat ... und ist das jetzt gut ? Ist fürs Ego jedenfalls gut, weil die Sensiblen ja empathischer und einfühlsamer sind, und das ist definitiv eine gute Eigenschaft. Dabei glaube ich auch, dass auch HSPs verletzend sein können ... so wie Autisten auch.

                      Menschen sind lernfähig, der eine schneller, der andere langsamer. Und wie gesagt, jeder hat seinen eigenen Erfahrungshorizont. Aber alle haben ihr Daseinsberechtigung. Es ist natürlich Deine Entscheidung nicht mehr in die SHG zu gehen. Ich weiß auch nicht wie es da zugeht. aber lernen ist nur im Dialog möglich. Ist zumindest meine Meinung , ob nun Hochsensibel oder nicht, Autist oder nicht ....

                      Grüße, das Schaf

                      Kommentar


                        Sorry, muss nochmal schreiben, viel geschrieben und die wesentliche Frage vergessen:

                        Die eigentliche Frage wäre eigentlich (ernst gemeint): sind Autisten in der Lage zu Lernen (von anderen) oder ist das eher ausgeschlossen ?
                        Sprich, wäre es möglich, dass zumindest beim Asperger durch z.B. Gruppentherapie o.ä. oder eben SHG eine Verbesserung der Symptomatik zu erzielen ?
                        Oder muss sich am Ende wirklich jeder an den Autisten anpassen ?

                        Kommentar


                          Lieber Condor,

                          das Verhalten der Eltern in der Selbsthilfegruppe tut mir regelrecht weh.
                          Du hast es beschrieben, ich war nicht dabei. Trotzdem löst es in mir eine Mischung aus Hilflosigkeit und Wut aus.

                          Diese Menschen leiden, denke ich, wirklich unter dem Verhalten ihrer Kinder und wollen ihnen helfen. Doch wenn die Eltern ihre Kinder nicht verstehen richten sie vielleicht mehr Schaden an als daß sie ihren Kindern helfen. Die Langzeitwirkungen von Psychopharmakakonsum sind schlecht erforscht. Klinische Stduien laufen nur über ein paar Wochen, auch wenn die meisten Patienten die Medikamente jahrelang einnehmen. Es ist wahrscheinlich, daß Psychopharmaka einen größeren Einfluß auf ein sich noch entwickelndes Gehirn haben als auf das eines Erwachsenen (Alkohol, Cannabis etc. verändern das Gehirn Jugendlicher stärker als das älterer Erwachsener).
                          Ich habe das in verschiedenen Konstellationen miterlebt und einige der betroffenen Kinder haben es geschafft, trotz sehr belastender Kindheitserlebnisse als Erwachsene ein Leben zu führen, das ihren Bedürfnissen besser entsprach. Andere haben leider ihr Leben lang gelitten.

                          Ich kann nachvollziehen wie belastend die Selbsthilfegruppe für Dich ist: sie wiederholen das, was Du in Deiner Familie und an vielen anderen Stellen an Härte, Unverständnis und Tadel zu hören bekommen hast.
                          Auch wenn die anderen Eltern nicht die Absicht haben Dich zu verletzen, kannst Du aus reinem Selbstschutz aufhören dorthinzugehen.
                          Meine Hoffnung war, daß sie durch Dich mehr über ihre Kinder lernen - aber dazu müssen sie bereit und in der Lage sein. Es gibt zwar viele NTs, die meinen alle Autisten seien unempathisch und NTs alle empathisch, aber ich habe inzwischen so viele NTs erlebt, die sich nicht in die Position (das Denken und Fühlen) eines anderen Menschen hineinversetzen können, daß ich glaube daß die Empathiefähigkeit individuell höchst unterschiedlich ist.

                          Es klingt grausam, wenn Eltern meinen, ihr Kind habe ihnen "ihr Leben versaut" und müsse deswegen entweder bestraft werden oder versuchen, den Eltern alles recht zu machen. Auch das habe ich oft genug gesehen. Manchmal sollen dann die Geschwister kompensieren: die ältere Schwester war geistig behindert, also mußte die jüngere ein Einser-Abitur machen. Die jüngere meinte, daß die ältere Schwester dem Vater einmal den Finger gebrochen hatte, weil er permanent über ihre Grenzen ging. Sie konnte sich nicht verbal wehren. Die Eltern konnten oder wollten das nicht begreifen und ließen sich von allen bemitleiden, was sie doch für ein schwieriges und undankbares Kind hätten. Für die ältere Schwester war der Umzug in ein Heim ein Fortschritt. Ihr ging es dort glüklicherweise viel besser als bei den Eltern, weil die Mitarbeiter dort besser mit ihr umgingen.

                          Ich vermute, daß einige Eltern ihre Hilflosigkeit, Schuldgefühle, nie eingelösten Hoffnungen was ihr Kind erreichen sollte und vieles andere wegschieben und dadurch ihr Kind nicht so annehmen wie es ist. Und daß sie durch diese nicht verarbeiteten Gefühle aggressiver oder weniger einfühlsam mit ihrem Kind umgehen. Ein schwer depressiver und auch körperlich kranker Freund wurde von der Mutter für seinen Medikamentenkonsum und den krankheitsbedingten Studienabbruch und die Frühverrentung als Parasit beschimpft. Erst Jahre später begriff sie, daß sie nicht damit umgehen konnte, daß er nicht die "Erfolgsgeschichte" vom sozialen Aufstieg war, die sie sich erträumt hatte. Inzwischen gehen die beiden gut miteinander um, aber sie mußte erstmal um ihre Hoffnungen trauern und sie loslassen.

                          Mein Wunsch ist, daß Eltern und Kinder (und alle Menschen) einfühlsamer und wertschätzender miteinander umgehen. Manchmal gelang das erst nach langer Zeit und manchmal gar nicht. Es fällt mir schwer mich damit abzufinden. Was ich konkret tue ist Menschen zuzuhören. Ich habe oft eine Art Dolmetscherfunktion eingenommen, wodurch es Menschen, die einander nicht verstehen konnten, weil sie sich so anders ausdrückten, gelang sich etwas mehr in den anderen hineinzuversetzen.

                          Ich freue mich, daß Du mit Deinem Sohn so anders umgehst als Deine Eltern mit Dir.

                          Liebe Grüße,

                          Freundin der Weisheit

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                            Liebe Freundin der Weisheit,

                            deinen Namen hast du wohl zu recht.

                            Du schreibst mir aus der Seele und ich steh da und denke, warum kann ich das nicht so formulieren?

                            Im Grunde ging es mir genau darum:
                            das Verhalten der Eltern in der Selbsthilfegruppe tut mir regelrecht weh
                            Genau das ist mir auch passiert und dabei sind es zum Großteil sehr liebe und nette Menschen. Aber sie können, aus welchen Gründen auch immer, nicht anders handeln, als sie es tun.

                            Ich konnte das auch nicht und musste es erst lernen. Ich musste so ganz banale Sachen lernen, wie, dass man als Eltern hinter seinem Kind steht, egal, was andere sagen. Ich konnte das nicht. Nicht, weil ich das nicht wollte, sondern weil meine Eltern nie hinter mir gestanden haben. Aber ich habe es gelernt.

                            Mein Wunsch ist, daß Eltern und Kinder (und alle Menschen) einfühlsamer und wertschätzender miteinander umgehen.
                            Kann ich nur unterstreichen.

                            Mir ist es unbegreiflich, dass es so viele Menschen gibt, die wie selbstverständlich ihrem Kind ne Pille reinschieben, wenn es nicht so ist, wie man es haben will.
                            Die eine Mutter (die fand ich sehr nett) hat nur mit den Schultern gezuckt und gesagt, ist zwar blöd mit den Medis, aber wenn´s hilft, dann ist es ja ok. Und dann ist sie zum nächsten Thema gekommen.

                            Ja, ich werde da nicht mehr hingehen. Und ich werde auch keine Rundmail verfassen, das liegt nicht in meiner Verantwortung.

                            Ich bin aus Neugierde hingegangen, habe beim 2. Mal meine ganzen Bücher, die ich über Autismus habe mitgebracht, wo die Moderatorin gar nicht von angetan war, weil, wie sie meinte, ich die Teilnehmer damit überfahren würde und man müsse das alles viel viel langsamer angehen. Ich habe meine Bücher trotzdem einfach auf den Tisch gelegt und gut war. Ein paar Leute haben sie sich angesehen, aber die meisten haben sie nicht mal in die Hand genommen, obwohl ich extra darauf hingewiesen habe.

                            Mehr kann ich nicht tun und es fällt mir so schwer, das zu akzeptieren.

                            Ich freue mich, daß Du mit Deinem Sohn so anders umgehst als Deine Eltern mit Dir.
                            Das stimmt zwar, aber ich habe trotzdem so unendlich viele Fehler gemacht. Ich hoffe halt, dass mein Sohn mir diese Fehler eines Tages verzeihen kann.

                            Meinen Eltern habe ich verziehen und das war schwer genug. Aber sie sind leider nicht in der Lage überhaupt ansatzweise zu begreifen, was sie getan haben. Manchmal denke ich, oh, jetzt, ja, sie haben was kapiert und dann kommt im nächsten Satz etwas, wo ich genau weiß, nein, haben sie doch nicht.
                            Aber sie sind im Grunde ihres Herzens gute Menschen.

                            Genauso wie mein Partner, der ist im Grunde seines Herzens auch ein guter Mensch, auch wenn er mir sehr weh getan hat.

                            Und genauso habe ich sicher auch viele Menschen unabsichtlich verletzt, weil ich, genauso wie die anderen Menschen, einfach noch nicht so weit war, wie jetzt.

                            Danke Dir.


                            Hallo DasSchaf,

                            das Asperger eine eher milde Form ist
                            Ja, das habe ich auch schon oft gelesen oder auch, dass Asperger auch der unsichtbare Autismus genannt wird. Aber von wem? - Sicher nicht von den Betroffenen, denn die Schwierigkeiten, die wir Aspies haben, sind zum Teil enorm.
                            Vor allem im zwischenmenschlichen Bereich ist es sehr schwierig.

                            Rain Man ist übrigens ein Kanner Autist.

                            Ein anderer Aspie hat mal gesagt, die einzigen Menschen, die er beneidet, sind die Kanner Autisten, denn sie können so sein, wie sie sind.

                            Denn das ist ja das Dumme am Asperger Autismus, das wir intelligent genug sind, um genau zu sehen, wo unser Autismus ist, was er mit uns macht und wie unsere Außenwirkung ist.

                            Ich habe früher mit einigen Kanner Autisten gearbeitet. Das war eine der besten Zeiten meines Lebens. Diese Menschen waren so unglaublich wunderbar. Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrungen.

                            Kurz noch mal für dich, weil du ja nicht so viel lesen kannst ,
                            Das war ein Scherz.

                            Aber du stülpst den Menschen einfach über, dass sie das in ihrer Welt tun würden. Das denke ich nicht. (Ich weiß, dass es nur eine Allegorie war)
                            Das liegt wohl an unseren unterschiedlichen Erfahrungen. Meine waren überwiegend schlecht.
                            Was meinst du mit Allegorie?

                            Ich habe an meiner Hochsensibilität noch nichts Gutes gefunden. Ich wollte jetzt also auch nicht damit angeben oder so etwas.

                            sind Autisten in der Lage zu Lernen (von anderen) oder ist das eher ausgeschlossen ?
                            Ja, mit Grenzen. Die einzigen Menschen, die nicht lernen können, sind Narzissten. Die bekommen als Einzige auch keine PTBS oder Kriegsneurose und auch keine Depressionen.

                            Natürlich, je jünger ein Autist ist, desto leichter lassen sich verschiedene Dinge lernen und desto flexibler sind die Grenzen.

                            Ich kann auch gewisse Dinge noch lernen, aber zum einen dauert es sehr viel länger, als das z.B. bei meinem Sohn der Fall ist und zum anderen will ich manches auch nicht mehr erlernen. Das mag vielleicht daran liegen, dass man mich zwangsintegriert hat. Mir liegt also an einer Integration nicht mehr allzu viel. Stattdessen arbeite ich lieber an einem "autistic pride", um mein Selbstbewusstsein zu verbessern.

                            wäre es möglich, dass zumindest beim Asperger durch z.B. Gruppentherapie o.ä. oder eben SHG eine Verbesserung der Symptomatik zu erzielen ?
                            Möglich ist vieles, aber als Autist habe ich meine autistischen Grenzen.

                            Das ist wie mit einer Hochbegabung. Wird diese im Kindesalter nicht gefördert, verkümmern die Begabungen.

                            Wird man als Autist im Kindesalter nicht gefördert, lassen sich die vielen Defizite im Erwachsenenalter nicht mehr so gut nachholen. Man hat zwar mit Ergotherapie, Psychomotorik und Selbsthilfegruppen für und von Autisten noch eine gewisse Chance, aber da muss sich der erwachsene Autist auch erst mal hin trauen und daran dürfte es dann scheitern.

                            muss sich am Ende wirklich jeder an den Autisten anpassen ?
                            Oh, das wäre aber schrecklich, was? *ironieoff*

                            An wen willst du dich denn anpassen, wenn du uns gar nicht wahrnimmst? Schließlich sind wir doch unsichtbar.

                            Sagen wir es mal so, es fällt dem NT auf jeden Fall leichter, sich an einen Autisten anzupassen, als umgekehrt, zumindest, wenn ihr wissen würdet, wie es geht.

                            Eigentlich ist es ganz einfach, sich an einen Autisten anzupassen:

                            1. Verabschiede dich von deinen Erwartungen!

                            2. Bleibe ruhig und lass dich von deinen Gefühlen lenken.

                            3. Lass den Autisten auf dich zukommen.

                            Das wars eigentlich schon, ist doch nicht schwer, oder?

                            Condor

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                              Zitat von Condor Beitrag anzeigen

                              Liebe Freundin der Weisheit,

                              deinen Namen hast du wohl zu recht.
                              Ah ha, also jeder, der so schreibt, wie du fühlst, ist also weise ? Sorry, provokativ, aber das war eben das, was mir gerade durch den Kopf ging

                              An wen willst du dich denn anpassen, wenn du uns gar nicht wahrnimmst? Schließlich sind wir doch unsichtbar.
                              Wer sagt denn, dass Ihr nicht wahrgenommen werdet ? Das ist doch wieder Deine Interpretation. Manche Menschen sehen und fühlen mehr, als sie nach außen hin zeigen Oder würdest du lieber weiter ignoriert werden wollen ?

                              Wird man als Autist im Kindesalter nicht gefördert, lassen sich die vielen Defizite im Erwachsenenalter nicht mehr so gut nachholen.
                              Das kann ich z.B. sehr gut verstehen und du wirst es vllt. nicht glauben: das ist bei vielen so. Ich habe mir nur Gedanken gemacht, ob es überhaupt eine Chance gibt für den Autisten zu lernen und damit die Symptomatik zu verbessern? Das war alles ! Und wie bei vielen setzt das am Ende auch den Willen des Individuum voraus.

                              Oh, das wäre aber schrecklich, was?
                              Nein, das wäre die Folge, wenn Autisten nicht in der Lage sind, an sich zu arbeiten (weil ihr Autismus sie nicht Lernen läßt .... du schreibst ja selbst, dass es nur begrenzt möglich wäre)

                              Ja, mit Grenzen. Die einzigen Menschen, die nicht lernen können, sind Narzissten. Die bekommen als Einzige auch keine PTBS oder Kriegsneurose und auch keine Depressionen.
                              Das ist glaub ich ein dickes fettes Vorurteil: Narzissmus: Symptome und Therapie der Persönlichkeitsstörung - gesundheit.de ... man kann recht viel darüber lesen, dass Narzissten häufig auch eine Depression entwickeln. Und es gibt verschiedene Formen. Bekannt ist diese Persönlichkeitsstörung vor allem mit dieser Selbstliebe (die eigentlich gar keine ist), diesem aufgeblustertem Selbst (was sie brauchen, um ihren schlechten Selbstwert zu kompensieren). Dann hab ich gelesen, gibt es auch die Form, die unter dem weiblichen Narzissmus bekannt ist und eher das Gegenteil sein soll. Die ständige Selbstabwertung ... nichts wert zu sein, dementsprechend auch Rückzug bzw. Beziehungslosigkeit etc ...
                              So einfach ist das eben nicht.

                              Den allgmeinen Hass auf Narzissten kann ich sehr gut verstehen

                              Gruß, dasSchaf

                              Kommentar


                                Hallo Condor,
                                ich habe angefangen, in deinem Faden zu lesen und finde deine Beiträge echt spannend. Ich kennen sonst keine Autisten (zumindest weiß ich von keinem), deshalb sag mir bitte, wenn dich etwas an meinem Verhalten bzw meiner Ausdrucksweise stört.

                                Ansonsten ist mir beim Stöbern das hier ins Auge gefallen:
                                Was ich nicht ganz verstehe... er sagt immer, dass es ihm egal ist, wenn wir zusammen Auto fahren (in seinem Auto), welche Musik im Radio läuft und welcher Sender an ist, weil er sowieso nicht zuhören würde. Wenn ich aber dann hin und her schalte, weil überall nur blöde Musik läuft, dann sitzt er neben mir mit geballter Faust.

                                Entweder ist es ihm egal oder nicht, was denn nun?
                                Ich denke, es nervt ihn, dass du so viel hin- und herschaltest.
                                Es ist ihm egal, welchen Sender du aussuchst, aber du solltest dich für einen Sender entscheiden und den dann laufen lassen, auch wenn gerade kein gutes Lied läuft.

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