Hallo,
ich bin Asperger Autist.
Ich weiß das erst seit 3 Jahren, da habe ich die Diagnose bekommen. Von 8 möglichen und 3 notwendigen Übereinstimmungen erfülle ich 7, wobei der 8. Punkt nur schwach ausgeprägt ist.
Damals hat mich das Ergebnis umgehauen. Ich, ein Autist? - Ich konnte es erst nicht glauben.
Mit der Zeit wurde es mir immer klarer bis ich es akzeptieren konnte. Erleichtert, dass es so ist, bin ich bis Heute nicht.
Ich möchte diesen Thread dazu nutzen mit euch über Autismus zu kommunizieren.
Ich möchte euch dazu ermutigen mir Fragen zu diesem Thema zu stellen, die ich dann, so gut ich kann, beantworten werde.
Ich weiß selbst noch nicht so viel über meinen Autismus, nur so viel einmal vorweg:
Als Kind war mir lange Zeit nicht klar, dass ich anders bin. Ich dachte immer, die anderen sind anders. Als es mir so mit ca. 8 Jahren bewusst wurde, fühlte ich mich schuldig und schlecht. Seit ungefähr dieser Zeit habe ich Depressionen.
Als Teenager wurde ich jahrelang in der Schule gemobbt. Auf die Frage, warum die anderen Schüler das taten, sagten sie, dass ich so anders sei und mich nicht integrieren würde. Deswegen mobbten (das Wort gab es damals noch nicht so in der Form), ärgerten sie mich. Die Lehrer haben sich übrigens zum Großteil daran beteiligt. Ich hatte das Gefühl, dass es ihnen Spaß gemacht hat. Ich konnte mich nie wehren und bin mit Todesangst zur Schule gegangen.
Nach der Schulzeit wollte ich nur noch tot sein. Ich habe Selbstmordversuche unternommen, aber keinen bis zu Ende durchgeführt. Ich wollte tot sein, aber ich wollte nicht sterben.
Meine Berufsfindung war schwierig, ich habe mal dies mal jenes gemacht und schließlich einen Pflegeberuf ergriffen. Das war nicht leicht, selbst von einer Lehrerin der Berufsschule bin ich gefragt worden, warum ich ausgerechnet einen Beruf erlerne, der mir so schwer fällt. Ich wusste es nicht, aber ich habe es durchgezogen.
Vor, während und nach der Ausbildung kam ich mit meinen Kollegen nie gut klar. Aus heutiger Sicht denke ich, dass sie mir damals eins auswischen wollten, indem sie mich für ihre schwierigsten Fälle (Autisten) zur Einzelbetreuung einteilten. Sie kamen mit denen nicht klar, aber ich.
Mir haben Autisten (diese waren mit geistiger Behinderung) immer Spaß gemacht, ich wusste instinktiv, wie ich mit ihnen umzugehen hatte, was sie brauchten, was nicht, was ihnen gefiel und was ihnen Spaß machte. Aus dieser Zeit habe ich meine schönsten und intensivsten Erinnerungen. 
Das machte meine Kollegen natürlich noch saurer auf mich und sie grenzten mich noch mehr aus. Damals habe ich das nicht verstanden. Sie nahmen mir die Einzelbetreuungen wieder weg und obwohl ich sie warnte, dass man das mit Autisten nicht machen kann, machten sie es doch. Die sind danach natürlich ausgeflippt und mir gaben sie die Schuld daran, weil ich auch gar nicht kapierte, was da mit mir gemacht wurde.
Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass ich selbst Autist war. Ich sagte mir immer, da habe ich wohl eine Begabung mit Autisten klar zu kommen.
Ich hatte einige Beziehungen, die nicht einfach waren, weder aus meiner Sicht, noch aus der der anderen. Ich hatte nie ein besonderes Bedürfnis nach Sex und Heute denke ich, dass ich wohl Asexuell bin (das ist ganz neu in mir aufgekommen und ich muss das erst noch verarbeiten).
Mit meiner Frau bin ich 15 Jahre verheiratet. Wir haben einen gemeinsamen Sohn, der ebenfalls Asperger Autist ist. Meine Frau ist keine Autistin. Ich habe sie mal sehr geliebt, Heute sind wir gute Freunde.
Meine Eltern haben beide autistische Züge, ohne dabei im klinischen Sinne Autisten zu sein. Diese haben sie an mich vererbt. Ich habe eine Schwester, die ist keine Autistin. Sie möchte zu mir keinen Kontakt, hat Angst vor mir, weil ich in der Vergangenheit nicht immer freundlich war.
Als Asperger Autismus bezeichnet man eine eher leichte Form der Autismusspektumsstörung. Asperger Autisten (AS) sind nicht geistig behindert, sondern haben eine normale bis hohe Intelligenz.
Kanner Autismus geht meistens mit einer geistigen Behinderung einher. Allerdings gibt es hier eine Ausnahme und das sind Kanner Autisten mit High Function. Diese sind hochintelligent und nicht geistig behindert und trotzdem keine Asperger Autisten.
Ich steig da auch nicht so ganz durch.
Die sogenannten Autismusexperten (im übrigen sind das alles keine Autisten) streiten noch darüber, ob man Autismus in einzelne Kategorien teilen sollte oder ob man von einer Autismusspektrumsstörung im Allgemeinen sprechen sollte, wobei man dann aber sagen muss, ob derjenige stärker oder schwächer autistisch ist.
Fakt ist, Autisten sind unterschiedlich und haben doch alle Gemeinsamkeiten.
Unterschiede liegen in den Bereichen der Wahrnehmung, wo es hochsensible Autisten und eben keine hochsensiblen Autisten gibt, die Gemeinsamkeit in diesem Bereich liegt dann darin, dass alle Autisten das Wahrgenommene nicht filtern können, also eine Reiz-Leitungs-Störung haben.
Unterschiede finden sich auch in den Spezialgebieten, die als Gemeinsamkeit aber jeder Autist hat. Jeder Autist hat irgendein erweitertes Hobby, dem er immer wieder nachgehen muss und dass ihm wichtiger ist, als alles andere. Nur hat nicht jeder Autist das selbe Spezialgebiet.
Ich kenne auch keinen Autisten, der nicht irgendwann ein Mal in seinem Leben Mobbing ausgesetzt war.
Und die meisten Autisten können sich von sich aus nicht angemessen wehren. Entweder wehren sie sich gar nicht oder zu stark.
Autoaggressionen kommen bei Autisten häufig vor.
Mehr fällt mir jetzt nicht ein. Vielleicht wollt ihr ja was wissen?
Condor
ich bin Asperger Autist.
Ich weiß das erst seit 3 Jahren, da habe ich die Diagnose bekommen. Von 8 möglichen und 3 notwendigen Übereinstimmungen erfülle ich 7, wobei der 8. Punkt nur schwach ausgeprägt ist.
Damals hat mich das Ergebnis umgehauen. Ich, ein Autist? - Ich konnte es erst nicht glauben.
Mit der Zeit wurde es mir immer klarer bis ich es akzeptieren konnte. Erleichtert, dass es so ist, bin ich bis Heute nicht.
Ich möchte diesen Thread dazu nutzen mit euch über Autismus zu kommunizieren.
Ich möchte euch dazu ermutigen mir Fragen zu diesem Thema zu stellen, die ich dann, so gut ich kann, beantworten werde.
Ich weiß selbst noch nicht so viel über meinen Autismus, nur so viel einmal vorweg:
Als Kind war mir lange Zeit nicht klar, dass ich anders bin. Ich dachte immer, die anderen sind anders. Als es mir so mit ca. 8 Jahren bewusst wurde, fühlte ich mich schuldig und schlecht. Seit ungefähr dieser Zeit habe ich Depressionen.
Als Teenager wurde ich jahrelang in der Schule gemobbt. Auf die Frage, warum die anderen Schüler das taten, sagten sie, dass ich so anders sei und mich nicht integrieren würde. Deswegen mobbten (das Wort gab es damals noch nicht so in der Form), ärgerten sie mich. Die Lehrer haben sich übrigens zum Großteil daran beteiligt. Ich hatte das Gefühl, dass es ihnen Spaß gemacht hat. Ich konnte mich nie wehren und bin mit Todesangst zur Schule gegangen.
Nach der Schulzeit wollte ich nur noch tot sein. Ich habe Selbstmordversuche unternommen, aber keinen bis zu Ende durchgeführt. Ich wollte tot sein, aber ich wollte nicht sterben.
Meine Berufsfindung war schwierig, ich habe mal dies mal jenes gemacht und schließlich einen Pflegeberuf ergriffen. Das war nicht leicht, selbst von einer Lehrerin der Berufsschule bin ich gefragt worden, warum ich ausgerechnet einen Beruf erlerne, der mir so schwer fällt. Ich wusste es nicht, aber ich habe es durchgezogen.
Vor, während und nach der Ausbildung kam ich mit meinen Kollegen nie gut klar. Aus heutiger Sicht denke ich, dass sie mir damals eins auswischen wollten, indem sie mich für ihre schwierigsten Fälle (Autisten) zur Einzelbetreuung einteilten. Sie kamen mit denen nicht klar, aber ich.
Mir haben Autisten (diese waren mit geistiger Behinderung) immer Spaß gemacht, ich wusste instinktiv, wie ich mit ihnen umzugehen hatte, was sie brauchten, was nicht, was ihnen gefiel und was ihnen Spaß machte. Aus dieser Zeit habe ich meine schönsten und intensivsten Erinnerungen. 
Das machte meine Kollegen natürlich noch saurer auf mich und sie grenzten mich noch mehr aus. Damals habe ich das nicht verstanden. Sie nahmen mir die Einzelbetreuungen wieder weg und obwohl ich sie warnte, dass man das mit Autisten nicht machen kann, machten sie es doch. Die sind danach natürlich ausgeflippt und mir gaben sie die Schuld daran, weil ich auch gar nicht kapierte, was da mit mir gemacht wurde.
Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass ich selbst Autist war. Ich sagte mir immer, da habe ich wohl eine Begabung mit Autisten klar zu kommen.
Ich hatte einige Beziehungen, die nicht einfach waren, weder aus meiner Sicht, noch aus der der anderen. Ich hatte nie ein besonderes Bedürfnis nach Sex und Heute denke ich, dass ich wohl Asexuell bin (das ist ganz neu in mir aufgekommen und ich muss das erst noch verarbeiten).
Mit meiner Frau bin ich 15 Jahre verheiratet. Wir haben einen gemeinsamen Sohn, der ebenfalls Asperger Autist ist. Meine Frau ist keine Autistin. Ich habe sie mal sehr geliebt, Heute sind wir gute Freunde.
Meine Eltern haben beide autistische Züge, ohne dabei im klinischen Sinne Autisten zu sein. Diese haben sie an mich vererbt. Ich habe eine Schwester, die ist keine Autistin. Sie möchte zu mir keinen Kontakt, hat Angst vor mir, weil ich in der Vergangenheit nicht immer freundlich war.
Als Asperger Autismus bezeichnet man eine eher leichte Form der Autismusspektumsstörung. Asperger Autisten (AS) sind nicht geistig behindert, sondern haben eine normale bis hohe Intelligenz.
Kanner Autismus geht meistens mit einer geistigen Behinderung einher. Allerdings gibt es hier eine Ausnahme und das sind Kanner Autisten mit High Function. Diese sind hochintelligent und nicht geistig behindert und trotzdem keine Asperger Autisten.
Ich steig da auch nicht so ganz durch.Die sogenannten Autismusexperten (im übrigen sind das alles keine Autisten) streiten noch darüber, ob man Autismus in einzelne Kategorien teilen sollte oder ob man von einer Autismusspektrumsstörung im Allgemeinen sprechen sollte, wobei man dann aber sagen muss, ob derjenige stärker oder schwächer autistisch ist.
Fakt ist, Autisten sind unterschiedlich und haben doch alle Gemeinsamkeiten.
Unterschiede liegen in den Bereichen der Wahrnehmung, wo es hochsensible Autisten und eben keine hochsensiblen Autisten gibt, die Gemeinsamkeit in diesem Bereich liegt dann darin, dass alle Autisten das Wahrgenommene nicht filtern können, also eine Reiz-Leitungs-Störung haben.
Unterschiede finden sich auch in den Spezialgebieten, die als Gemeinsamkeit aber jeder Autist hat. Jeder Autist hat irgendein erweitertes Hobby, dem er immer wieder nachgehen muss und dass ihm wichtiger ist, als alles andere. Nur hat nicht jeder Autist das selbe Spezialgebiet.
Ich kenne auch keinen Autisten, der nicht irgendwann ein Mal in seinem Leben Mobbing ausgesetzt war.
Und die meisten Autisten können sich von sich aus nicht angemessen wehren. Entweder wehren sie sich gar nicht oder zu stark.
Autoaggressionen kommen bei Autisten häufig vor.
Mehr fällt mir jetzt nicht ein. Vielleicht wollt ihr ja was wissen?

Condor




Als damals die Serie "Dallas" kam, habe ich die nur wegen der Synchronstimme von Patrick Duffy geschaut, weil das die selbe Stimme war, wie von meinem Held. Ich möchte gar nicht wissen, wie der Mensch dahinter aussieht, seine Stimme ist für mich magisch!

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