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Mein Leben als Autist

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    Hallo Bonny,

    so schnell kommt man dann zum Thema Autismus zurück. Ich sehe schon in Menschenaugen nichts, was sollte ich da in Katzenaugen sehen? Ich kann nur Mechanisches sehen, wie, ob Augen krank aussehen, sichtbare Veränderungen, mehr nicht.

    Ich hab schon mal gesagt, dass sich die Mitmenschen, also alle Menschen, denen ich begegne, auch Verwandte und so, auch Pappscheiben mit aufgemalten Augen, Nase, Mund ins Gesicht hängen könnten, denn so ähnlich sehe ich sie sowieso. Jedenfalls sehe ich nicht das, was NTs in Gesichtern sehen und aus Gesichtern lesen können. Allerdings habe auch ich gewisse Vorlieben für bestimmte Gesichter und manche Gesichter finde ich schön und andere nicht, aber... ich kann aus einem Gesicht nichts interpretieren.

    Aber ist auch nicht mehr so dramatisch... totgesagte leben ja länger und so fing unsere Katze heute Nacht plötzlich wieder das Fressen an, noch nicht 100%, aber deutlich besser.

    Vielleicht liegt es daran, dass sie nun im 1. Obergeschoss ihr eigenes Reich hat, wo Struppi definitiv nicht mehr hinkommen kann, dank umgebautem Treppengitter, welches in der Mitte der Treppe angebracht ist und nicht mehr am Anfang der Treppe. So kann Struppi noch ein paar Stufen hinauf, um durch das Fenster neben der Tür gucken zu können, aber nicht mehr ganz hoch. Unsere Katze dagegen kann durch das Gitter hindurch und oben hat sie dann Fressen und Wasser stehen, sowie den kleinen Kratzbaum und eine Höhle und natürlich schöne Schlafzimmer mit netten Menschenbetten darin.

    Letzte Nacht lag die Katze auch schon wieder auf der Treppe zum Schlafen, weil sie sich wohl sicher ist, dass Struppi nicht mehr hoch kommen kann.
    Zur Katzentoilette, zum großen Kratzbaum, wo es Leckerli gibt und auch zum Wasser in die Küche muss sie herunter kommen und sich irgendwie mit Struppi einigen, bzw. wir passen auf. Das geht auch.

    Es ist nicht so, dass unsere Katze jetzt die totale Panik vor Struppi hätte, aber sie möchte von ihrem ungestümen Charme einfach verschont bleiben, ohne ihr dafür eins überziehen zu müssen. Aber Struppi ist jung und will mit der Katze spielen, weil sie Katzen mag. Aber da hat unsere Katze Heimrecht und Struppi muss lernen, dass die Katze für sie tabu ist.

    Trotzdem fahren wir mit der Katze morgen Abend nochmal zur Tierärztin, um sicher zu gehen, dass es ihr auch besser geht.

    _________________________________

    Ansonsten... lernen wir gerade viel im Bezug auf unseren Sohn, wo wir uns mal wieder ziemlich falsch verhalten haben. Möchte ich im Einzelnen hier nicht darauf eingehen.
    Aber ich denke, es ist ein erster Schritt, wenn man seine Fehler sehen und sie sich eingestehen kann. Sein Verhalten dann zu ändern, ist ein weiterer Schritt.

    Das ist das Schöne am Leben: Wenn ich merke, dass ich einen falschen Weg gegangen bin, dann kann ich jederzeit umkehren und mir einen Neuen suchen.

    Wegen dieser Einstellung bin ich schon oft kritisiert und verunglimpft worden, aber ich denke, diese Leute waren nur neidisch, weil sie sich nicht trauten, ihren eingefahrenen Weg zu verlassen und mal was Neues auszuprobieren. Denn, wer immer auf der Stelle hockt, der kommt im Leben nicht weiter.

    Leider lerne ich als Mensch nur durch Fehler.

    Aber immerhin noch im Rahmen der Gegenwart, bzw. der kurzen Vergangenheit. Meine Mutter, zum Beispiel, fängt erst jetzt an zu begreifen (mit 74 Jahren), dass sie im Bezug auf mich sehr gravierende Fehler gemacht hat, aber ist sich der Tragweite dessen bis Heute nicht bewusst. Das war für mich in der Vergangenheit am Schwierigsten, denn wie soll man mit jemandem die Vergangenheit aufarbeiten, wenn derjenige nicht erkennen und begreifen kann, was in der Vergangenheit geschehen ist? - Ich habe das dann für mich allein gemacht, was dadurch extem länger gedauert hat.
    So gesehen denke ich, dass ich es besser als meine Eltern mache, da ich noch während der Erziehungsphase die Fehler sehe und in dieser Zeit daraus lernen kann.

    Ich bin der Erste, der den bis dahin vorherrschenden Erziehungskreislauf durchbrochen hat, leiste somit Pionierarbeit, die ständig attackiert und negativ bewertet wurde. Jetzt, wo meine Mutter langsam begreift, kann sie meiner Erziehungsarbeit mit mehr Respekt, Achtung und Anerkennung begegnen.

    Und ich denke, dass unser Sohn diese Richtung weiter gehen und weiter verbessern wird. Und eines Tages werden dann in meiner Familienlinie keine Kinder mehr geschlagen und missbraucht, aber dafür braucht es Zeit, das geht nicht in einer Generation.

    Dennoch denke ich, dass ich jeden Tag mein Leben ändern kann, ich muss es nur wollen.

    L-E-B-E - Lebe, sonst hast du doch nachher in der Umkleidekabine nichts zu erzählen.
    Aus dem Film "Harold and Maude"

    Condor

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      Entschuldigung, mir war das entfallen mit der "Gesichtserkennung".
      Ich finde aber, du machst das prima, sowohl mit Katze als auch mit Hund!

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        Ja, auch sorry, ich vergesse immer, dass dieser Thread schon verdammt viele Einträge hat und man sich nicht jedes Detail merken kann.

        Ich gebe mit den Tieren mein Bestes, aber ich bin ja leider auch nur ein Mensch, der viele doofe Fehler macht. Und so mancher Fehler war so schwerwiegend, dass er so manchem Tier das Leben gekostet hat oder es war vielleicht auch nur eine Aneinanderkettung von seltenen und dummen Zufällen, wobei ich eigentlich nicht an Zufälle glaube.

        Wenn unsere Katze jetzt sterben würde, dann würde ich mir sofort ein schlechtes Gewissen machen, weil ich dann denken würde, dass dies meine Verantwortung sei, denn schließlich habe ich Struppi ins Haus geholt. Und ich würde denken, dass sie das nicht verkraftet hat.

        Noch ist es nicht so weit und ich hoffe, dass sie sich mit dem Sterben noch etwas Zeit lässt.

        Heute Abend müssen wir nochmal zur Kontrolle hin. Sie gefällt mir immer noch nicht, irgendwas ist da, irgendwas stimmt da nicht. Sie frisst zwar, aber nicht allzuviel und Dinge, die sie vorher nicht angerührt hätte, wie z.B. Babybrei mit Katzenmilch. Vor dieser ganzen Fressverweigerung hat sie ganz viel Trockenfutter gefressen, lieber noch als Weichfutter. Jetzt aber rührt sie ihr heißgeliebtes Trockenfutter nicht mehr an.
        Sie trinkt auch wieder, aber, wie ich finde, zu wenig. Irgendwie verhält sie sich anders als vorher. Kann das nicht beschreiben.

        Mein Partner dagegen singt Lobeshymnen auf die Katze und dass sie wieder ganz die Alte sei, aber darauf gebe ich nichts, denn mit der Wahrheit sehen hat er es nicht so. Ich sag auch nichts mehr dagegen, weil er dann sauer wird.

        So weit erstmal dazu.

        Condor

        Kommentar


          Hallo Condor,

          ich hoffe, dass sich Deine Katze wieder erholt.

          Wahrscheinlich hat die Tieraerztin es schon überprüft, aber falls nicht: kann es sein, dass die Katze im Maul oder Hals Entzündungen hat, die dazu führen, dass sie nur unter Schmerzen fressen kann? In dem Fall würde sie vielleicht eher den Brei als das Trockenfutter bevorzugen.

          Viele Grüsse,

          Freundin der Weisheit

          Kommentar


            Hallihallo,

            da bin ich mal wieder.

            Unsere Katze ist wieder gesund. Sie bekam noch Blut abgenommen und dabei kam heraus, dass die Tierärztin raten musste und einen Befall mit Band- und/oder Hakenwürmern vermutete, die eventuell unsere Struppi als blinde Passagiere (obwohl sie bereits entwurmt war) mitgebracht hat. Beide bekamen eine Wurmkur, da es Struppi gelungen war, Katzenkacki zu fressen und somit erneut kontaminiert sein konnte und "schwupps" war die Katze wieder normal.

            Damit Struppi nun nicht mehr an die Katzentoilette herankommen kann, bekam unsere Katze im Gäste-WC eine Katzenklappe. Wir mussten die Schwingklappe jedoch heraus nehmen, weil die alte Dame das nicht mehr geschnallt hat. Somit haben wir jetzt eine Katzenklappe ohne Klappe. Sieht lustig aus, aber somit ist beiden geholfen, wer will sich schon auf seinem stillen Örtchen ständig stören lassen.

            Unsere Katze hat es inzwischen auch gut angenommen, dass wir sie im Haus oben und unten füttern. Oben können die Näpfe dank umgebautem Treppengitter stehen bleiben und Madame in Ruhe fressen. Unten müssen die Näpfe allerdings immernoch wieder hochgestellt werden, sonst leert Struppi sie, Gelegenheit macht eben Diebe.

            Tja... und sonst bin ich wohl so gerade nochmal vor einem offenen Bein davon gekommen. Ich hatte schon länger mit meinem linken Schienenbein Probleme, weil ich da schon zwei Mal eine Thrombose drin hatte. Das erste Mal durch Ärztepfusch und das zweite Mal konnte es sich niemand medizinisch erklären. Ich selbst würde sagen, dass es durch inneren Stillstand kam, ein halbes Jahr vor meinem Outing als Transmann. Die zweite Thrombose lag in der Kniekehle und ich habe sie erst bemerkt, als ich eine Lungenembolie bekam. Auch diese habe ich anfangs gar nicht wahr genommen, aber als ich dann mal ohnmächtig wurde, nachdem ich eine Treppe rauf gegangen war, blieb mir nichts anderes mehr übrig, als zum Internisten zu gehen... naja, eine andere Geschichte...

            Seitdem nehme ich Marcumar. Das ist ein blutverdünnendes Medikament.
            Nach und nach verfärbte sich die Haut an meinen beiden Unterschenkeln, sah so ein bisschen wie Sommersprossen aus und hat auch keinen Arzt irgendwie irritiert. Das hat auch nie weh getan oder so was. Allerdings sollte ich immer diese Kompressionsstrümpfe tragen, die für das ganze Bein waren, aber egal, ob ich sie am Oberschenkel festgeklebt hatte oder nicht, sie rutschten nach ein paar Schritten in die Kniekehlen, bildeten dort eine Rolle und drückten sehr, so sehr, dass ich sie bald gar nicht mehr trug, denn Kompressionskniestrümpfe wollte mir kein Arzt verschreiben und irgendwann habe ich auch nicht mehr gefragt. Ich hatte sowieso bei den meisten Ärzten das Gefühl, dass man mich in dieser Hinsicht nicht ernst genug nahm.

            Anders bei meinem jetzigen, neuen Hausarzt.
            Seit einem guten Dreivierteljahr macht mein linkes Schienenbein wieder Probleme. Die Flecken vermehrten sich, auf der Haut entstanden so was wie kleine Pickel und die gingen plötzlich auf und ich hatte anfangs kleine Löcher im Bein. Das ließ sich alles noch selbst behandeln. Im Sommer hatte ich aber auch vermehrt Wasser im Bein, vor allem unten am Knöchel. Und nun, vor 2 Wochen in etwa traten größere Löcher auf. Ich nahm allen Mut zusammen und zeigte dies meinem neuen Hausarzt. (Mut, weil ich von vielen Ärzten schon angepöbelt worden bin und das hatte bei mir zur Folge, dass ich das nächste Mal noch später zum Arzt gegangen bin).

            Für die Löcher hab ich Calendula-Tinktur gekauft... meine Fresse, das hat gebrannt , war wohl Alkohol in der Tinktur... aber es hat sehr gut geholfen, so dass ich nach ein paar Tagen nun eine Kruste auf den Löchern habe. Dann reibe ich meine Beine morgens noch mit Rosmarin-Öl ein und trinke viel Brennnesseltee (mit Minze und Holunderblütensirup, damit es auch schmeckt ), denn der entwässert gut.

            Und dann habe ich noch ein Rezept für Kompressionskniestrümpfe bekommen und mir auch schon welche besorgt. Besonders stolz bin ich darauf, dass ich keine Maßanfertigung brauchte, sondern einfach welche ausm Regal. Tja, meine Unterschenkel sind eben nicht so dick, wie mein Bauch.

            Jetzt muss ich nur noch warten, dass die Löcher wieder weg sind und dann kann ich die Strümpfe auch tragen und das werde ich, garantiert, jeden Tag, das war mir echt eine Lehre.

            Ich mache jetzt auch wieder fleissig die Tools, vor allem das 4. Tool hilft mir sehr, glücklicher und sorgenfreier zu sein.

            Struppi gehts auch gut, vielleicht zu gut? Wenn ihr draußen langweilig ist, sucht sie systematisch den Zaun nach Schwachstellen ab und nutzt sie. Gestern haben unsere Nachbarn sie zurück gebracht und wir haben den Zaun noch mehr verstärkt. Reichen denn 2000qm nicht aus oder was?

            Nervig wirds aber, wenn sie überdreht und gar nicht mehr von allein aufhören kann zu bellen. Da muss ich nochmal mit euch Hundeleuten drüber reden, aber nicht jetzt, denn nächste Wo fahren wir eine Wo in Urlaub. Aber danach melde ich mich hier wieder.

            Als letztes denke ich viel über das Wort Kompensation nach. Warum? Zum einen stand es auch in meinem Gutachten wegen Autismus.
            Aufgrund jahrelanger Kompensation ist Herr ... nicht mehr in der Lage zu arbeiten.
            Was bedeutet Kompensation in der Psychologie? - Ich geb zu, ich musste es im Fremdwörterlexikon nachschlagen:

            Minderwertigkeitsgefühle durch Vorstellungen oder Handlungen ausgleichen, die das Bewusstsein der Vollwertigkeit erzeugen.
            Das verstehe ich irgendwie nicht. Aber ich möchte es verstehen, denn das habe ich mein Leben lang gemacht, wenn ich auf andere Menschen getroffen bin und noch treffe.
            Ich weiß auch, dass es nicht gut ist, denn es hat mich sehr krank gemacht. Aber zuerst muss ich es verstehen, bevor ich mich daran machen kann, es aufzuarbeiten.

            Typisch Asperger Autist... sperre einen Aspie in sein Zimmer und beobachte ihn heimlich... da wirken wir ziemlich normal. Aber wenn jemand das Zimmer betritt, wirken wir wieder autistisch.

            Condor

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              Zitat von Condor Beitrag anzeigen
              (...)Was bedeutet Kompensation in der Psychologie? - Ich geb zu, ich musste es im Fremdwörterlexikon nachschlagen:
              Minderwertigkeitsgefühle durch Vorstellungen oder Handlungen ausgleichen, die das Bewusstsein der Vollwertigkeit erzeugen.
              Das verstehe ich irgendwie nicht. (...)
              Hallo Condor,

              ein der Einfachheit halber stark verallgemeinertes Beispiel: Jemand hat ein Defizit, es fehlt eine Fähigkeit, er kann etwas nicht. Dies wird als Mangel empfunden und der Mensch leidet darunter. Z.B. kann der Blinde nicht sehen. Wenn er dies als Mangel empfindet, leidet er, fühlt er sich minderwertig.
              Nun entwickelt er andere Fähigkeiten, um diesen Mangel auszugleichen; z.B. ein besonders gutes Gehör und/oder einen hervorragenden Tastsinn in seinen Fingerspitzen. Diese neue Fähigkeit erfüllt ihn mit stolz und so kann er besser damit leben, dass er blind ist, denn er fühlt sich `vollwertig´, weil er etwas dazubekommen hat, wo vorher etwas fehlte.

              Ich habe hier ein Beispiel aus dem körperlichen Bereich gewählt. Man kann aber auch in anderen Bereichen einen gefühlten Mangel, ein Nichtkönnen, eine fehlende Fähigkeit durch etwas völlig anderes kompensieren, also auszugleichen versuchen.

              Kommentar


                Hallo Mistral,

                danke, dein Beispiel war für mich sehr aufschlussreich.

                Nur um ganz sicher zu gehen, eine Frage:
                So lange das Minderwertigkeitsgefühl vorhanden ist, werde ich versuchen anderweitig zu kompensieren? Erst wenn ich mich als eins, als gut und richtig, so wie ich im Grunde bin (Baustellen hat ja jeder irgendwie) empfinde, also nicht mehr minderwertig, werde ich nicht mehr kompensieren müssen?

                Das wird schwierig, vor allem, weil ich nichts anderes in meinem Leben gelernt habe, als kompensieren, verstecken und überleben.

                Ich denke, dass ich mich unbewusst teilweise an diese Dinge schon herangearbeitet habe, ohne mir über die Bedeutung der Wörter im Einzelnen bewusst gewesen zu sein.

                Die neue Bekanntschaft vom Sommer hat sich nun endgültig als Looser entpuppt. Wir brauchen ja immer jemanden, der im Urlaub auf unsere Katze aufpasst, denn die bleibt dann eine Woche im Haus, was ok für sie ist, sie kennt es nicht anders. Nun hatte ich diese Frau schon vor Monaten danach gefragt, ob sie es machen könnte und damals war sie ganz begeistert. Seit ein paar Tagen habe ich sie zu erreichen versucht, um die letzten Einzelheiten mit ihr zu besprechen, aber egal zu welcher Tageszeit ich angerufen habe, es ging nie jemand ran. Selbst, nachdem ich ihr auf den Anrufbeantworter gesprochen hatte, dass, wenn sie nun doch keine Lust mehr hätte, es ruhig sagen könnte, damit ich mir jemand anderen suchen kann, hat sie nicht drauf reagiert.
                Interessanterweise habe ich sie vor einem Monat noch auf dem Elternabend getroffen und da war sie wie immer, nett, freundlich, hat sich entschuldigt, dass sie so schlecht erreichbar war usw. Hat mir auch noch versichert, dass sie in zwei Wochen wieder mehr Zeit hätte, aber danach kam von ihr nichts zurück.
                Sie hatte mir damals erzählt, dass sie so schwer Freunde findet... gut, ich weiß nun auch warum, wenn sie sich von sich aus nicht mehr meldet, kann man keine Freundschaft aufbauen.

                Schade ist es trotzdem.

                Condor

                Kommentar


                  Condor, vielleicht ist sie im Krankenhaus oder in Urlaub?

                  Kommentar


                    Zitat von Condor Beitrag anzeigen
                    (...)Nur um ganz sicher zu gehen, eine Frage:
                    So lange das Minderwertigkeitsgefühl vorhanden ist, werde ich versuchen anderweitig zu kompensieren? (...)
                    Ich denke, dass kommt auf den Einzelfall an. Nicht jeder versucht zu kompensieren und nicht jedem gelingt es, etwas zu kompensieren.

                    Kommentar


                      Hallo Bonny123,

                      das denke ich nicht, denn die Ferien fangen bei uns erst am Samstag an und sie hat 4 schulpflichtige Kinder. Ob sie krank ist, weiß ich natürlich nicht.
                      Aber ihre Kinder sind sonst auch ans Telefon gegangen, aber nun nicht mehr.

                      Ich laufe ihr jetzt jedenfalls nicht mehr hinterher.


                      Hallo Mistral,

                      schade, jetzt verstehe ich dich nicht mehr, bzw. ist deine Antwort für mich keine Antwort auf meine Frage, sondern eine Verallgemeinerung, die zu wenig mit meiner Frage zu tun hat.

                      Ich schrieb ja gerade, dass ich immer kompensiere, wenn ich mit anderen Menschen zusammenkomme.
                      Früher ist mir das nicht aufgefallen, dass ich das tu, heute merke ich es daran, dass ich dann total verspannt bin und Rückenschmerzen bekomme oder mir andauernd etwas aus der Hand fällt oder ich einfach so drauflos plappere, nur um den leeren Raum zwischen mir und dem anderen zu füllen.

                      Mein erster Schritt beginnt damit, zu erkennen, was ich tu, wie ich mich verhalte, wenn ich nicht mehr allein bin, also mit anderen zusammen bin, das kann auch meine Familie sein.

                      Mir ist aufgefallen, dass ich mit meinem Partner allein ganz gut klar komme, wir gut miteinander reden können usw. Wenn aber jemand anderes dazu kommt und sei es nur unser gemeinsamer Sohn, geht kaum noch etwas miteinander. Es liegt auch nicht nur an mir, auch wenn es jetzt einfach wäre, nur mir die Verantwortung zuzuschieben, wie mein Partner es gern macht, sondern auch mein Partner verändert sich, wenn unser Sohn oder jemand anderes dazu kommt. Er wird mir gegenüber abweisend, treibt böse Scherze mit mir und irgendwie ist da eine Kluft zwischen uns...
                      Genauso ist es, wenn ich mit meinem Sohn allein bin, dann verstehen wir uns bestens. Kommt mein Partner oder jemand anderes dazu, ist die Harmonie weg.

                      Fakt ist, ich bin mit mehr als einem Menschen um mich herum überfordert. Ich kann meine Aufmerksamkeit nur einem Menschen widmen.

                      Bei meiner Familie kompensiere ich, da ich diese Eigenschaft an mir nicht mag und unbedingt auch mit mehr Leuten gleichzeitig klar kommen möchte, vor allem in meiner Familie, indem ich meine Aufmerksamkeit abwechselnd mal dem einen, mal dem anderen gebe. Ich kann sie leider nicht splitten. - Hinterher bin ich dann völlig kaputt.

                      Was kann ich in dieser Situation besser machen? - Ist das überhaupt eine Kompensation? Oder was anderes?

                      Wie machen das NTs, wenn sie mit mehreren Leuten zusammentreffen?

                      Wie schafft ihr das, jedem gerecht zu werden, wenn ihr mit mehreren Leuten zusammen seid?

                      Condor

                      Kommentar


                        Condor, wir NT's wollen und können es nicht jedem recht machen,
                        daher versuchen wir das auch gar nicht erst.
                        zumindest wäre das der gesunde weg, alles andre nennt sich verbiegen.

                        Kommentar


                          Hallo Condor,

                          auf Deine Frage habe ich allgemein geantwortet, weil ich sie schlicht und ergreifend konkret auf Dich bezogen nicht beantworten kann, denn ich kenne Dich und Deinen Alltag nicht.

                          In Deinem letzten Beitrag beschreibst Du, wie Du Deine Aufmerksamkeit mal auf die eine und mal auf die andere Person konzentrierst. Dies ist nicht Kompensation, sondern der Versuch sich anzupassen. Denn Du machst das Verhalten der anderen zu Deinem Maßstab. Andere können scheinbar problemlos mit mehreren Menschen zusammen sein, also willst Du das auch können und setzt alles dran dies zu erreichen.

                          Kompensation könnte z.B. so aussehen: Du siehst, dass Dir mehrere Menschen auf einmal zuviel sind und dass Du daran auch nichts ändern kannst.
                          Wenn Du z.B. ein guter Gärtner bist, und dort siehst, wie gut Du mit Pflanzen umgehen kannst, und dafür vielleicht sogar auch Anerkennung von anderen bekommst, ist das für Dich ein Ausgleich dafür, dass Dich der gleichzeitige Kontakt zu mehr als einem Menschen überfordert.
                          Mit der Gärtnerei würdest Du also kompensieren, dass Dir der gleichzeitige Umgang mit mehreren Menschen extrem schwer fällt bzw. nicht gelingt.

                          Kommentar


                            Hallo ulrike207,

                            es geht mir nicht ums allen recht machen, das weiß ich schon, dass es a)ungesund und b)falsch ist.
                            Es geht mir darum, was tun NTs, wenn sie mit mehr als einer Person zusammen sind? Wie schaffen sie es, sich auf mehr als eine Person zu konzentrieren? Wie macht ihr das? Wie geht das? (Ich frage, als wenn ich nach einem Kuchenrezept fragen würde. )

                            Ich kann das nicht und es macht mich totunglücklich, dass ich das nicht kann und es scheinbar auch nicht erlernen kann.

                            Vielleicht suche ich auch nach einer Möglichkeit, dieses Dilemma meiner Familie zu erklären, dass meine Unfähigkeit in dieser Hinsicht nichts mit ihnen und ihrer Persönlichkeit zu tun hat.

                            Allerdings... hat das bisher noch niemand gemerkt, dass ich das eigentlich nicht kann und es mich total überfordert... typisch autistisch ist nämlich all seine Probleme, Sorgen und das, was man nicht kann, für sich zu behalten, um ja nicht noch mehr aufzufallen.


                            Hallo Mistral,

                            dein Beispiel mit dem Gärtnern erscheint mir sehr unlogisch.

                            Du meinst, dass ich etwas völlig anderes tu, wobei ich glaube, dass ich darin gut bin und vielleicht auch noch Anerkennung für bekomme, benutze, um damit zu kompensieren, dass ich nicht mit mehr als einem Menschen gleichzeitig zusammen sein kann, ohne total überfordet zu sein?

                            Das erscheint mir sehr abwegig. Würde man nicht eher etwas zur Kompensation suchen, welches näher am Problem liegt?

                            Leider fahre ich Morgen eine Woche mit meiner Familie in den Urlaub, so dass wir diese Diskussion erst danach weiterführen können.

                            Bis dann, Condor

                            Kommentar


                              Zitat von Condor Beitrag anzeigen
                              (,,,)
                              dein Beispiel mit dem Gärtnern erscheint mir sehr unlogisch.

                              Du meinst, dass ich etwas völlig anderes tu, wobei ich glaube, dass ich darin gut bin und vielleicht auch noch Anerkennung für bekomme, benutze, um damit zu kompensieren, dass ich nicht mit mehr als einem Menschen gleichzeitig zusammen sein kann, ohne total überfordet zu sein?
                              Ja, genau. Das hast Du richtig verstanden.

                              Zitat von Condor Beitrag anzeigen
                              Das erscheint mir sehr abwegig. Würde man nicht eher etwas zur Kompensation suchen, welches näher am Problem liegt?
                              Nein, nicht unbedingt. [/quote]

                              Ich wünsche Dir einen schönen Urlaub.

                              Kommentar


                                Zitat von Condor Beitrag anzeigen
                                Wie machen das NTs, wenn sie mit mehreren Leuten zusammentreffen?

                                Wie schafft ihr das, jedem gerecht zu werden, wenn ihr mit mehreren Leuten zusammen seid?

                                Condor
                                Zitat von Condor Beitrag anzeigen
                                Hallo ulrike207,

                                es geht mir nicht ums allen recht machen, das weiß ich schon, dass es a)ungesund und b)falsch ist.
                                Es geht mir darum, was tun NTs, wenn sie mit mehr als einer Person zusammen sind? Wie schaffen sie es, sich auf mehr als eine Person zu konzentrieren? Wie macht ihr das? Wie geht das? (Ich frage, als wenn ich nach einem Kuchenrezept fragen würde. )

                                Ich kann das nicht und es macht mich totunglücklich, dass ich das nicht kann und es scheinbar auch nicht erlernen kann.
                                es geht nicht, condor, um beim kuchenrezept zu bleiben, du willst unbedingt einen Hefekuchen machen
                                mit der Zutat Germ, die den teig aufquillen lässt,
                                willst aber im Ergebnis einen flachen Plunder. das wird nicht gehen.

                                umgemünzt auf die redekultur, entweder man lässt in einer gruppe immer
                                alle ausreden, dann kannst du jedem folgen und auf jeden eingehen,
                                oder... es quatschen mehrere durcheinander, dann kannst du nicht allen folgen.

                                beispiele dazu findest du im TV zu haufen. gut geführte diskussionsrunden
                                könnten dir zeigen wie es geht.

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