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Mein Leben als Autist

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    Hi Condor.

    Herzlichen Glueckwunsch nachtraeglich.

    Wie laeuft es mit Eurem Familienzuwachs Alma?

    Das mit der Bekannten und den Buechern wuerde ich aehnlich machen.
    Oder mal hingehen und sagen 'gib mir bitte die Buecher' ... ohne Wut, einfach so nach dem Motto, wenn Du mal irgendwann Zeit hast, koennen wir ja mal wieder was machen.

    Lieben Gruss

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      Na, mit der Frau warte ich noch... ich denke, dass sie keine Erfahrung im Umgang mit Freunden hat. Ihre bisherige "Freundin" war eine Verwandte ihres Mannes, aber die ist gestorben und die konnte auch immer kommen, war also kein Fremder.
      Wenn ihr Mann zu Hause ist, ruft sie unter Garantie nicht an. Viel zu tun hat sie momentan auch, weiß ich ja, ich bin sowas halt nicht gewöhnt, werde es ihr aber sagen, wenn ich sie mal zu Gesicht oder an den Telefonhörer bekommen kann.

      Alma... ist da... und ich bin toooooooooooooooooot.

      Am Samstag haben wir sie ja geholt und das allein war schon ein Abenteuer... erst hieß es, dass der Transport mit 15 Hunden und 2 Katzen um 14 Uhr kommen sollte, dann rief die Vermittlerin aber an, dass sie eine technische Panne hatten und um 16 Uhr kämen. War ok, konnten wir später losfahren.

      Normalerweise machen sie es so, dass die Leute im Halbstundentakt kommen, um ihre Hundis abzuholen, da der Transport um 16 Uhr immer noch nicht da war, waren alle neue Besitzer, zum Teil mit eigenen Hunden schon da und alle im Garten versammelt. Das war irgendwie toll, weil eine ganz tolle und aufgeregte Atmosphäre herrschte.

      Dann kam der Transport und die Hundis wurden zum Teil in den Garten getragen. Ich nehme mal an, dass sie ein bissi ruhig gestellt waren, weil das ja doch ne lange Reise für sie war. Wir kriegten Alma also aufn Arm und kurz danach war sie schon wieder fit und wuselte im Garten herum. Uns wurde gesagt, dass alle Hundis erstmal ankommen müssten und alle warteten geduldig, bis sich die Hunde etwas beruhigt hatten.

      Wir haben dann den Papierkram erledigt und Alma mitgenommen. Sie ist etwas größer, als auf dem Foto, ihr linkes Hinterbein ist steif und es scheint so, als wüsste sie noch nicht genau, was sie damit anfangen sollte. In ihrem Pass steht, dass sie im April 2011 geboren ist, aber sie wirkt doch noch sehr tapsig und wesentlich jünger. Vielleicht haben sie es reingeschrieben, damit sie sie früher kastrieren konnten... ich weiß es nicht.

      Sie ist sehr quirlig und fühlt sich hier schon sehr zu Hause. Mit ihrem Namen kann sie nicht wirklich etwas anfangen, aber das wird schon noch. Sie ist sehr aufmerksam und lernt schnell, sie mag unsere Katze und die Katze mag sie auch, wenn sie nicht zu stürmisch ist.

      Sie kennt nichts, weder Pferde noch Heidschnucken, noch sonst was. Sie ist total auf Futter programmiert und wusste zunächst nicht mal was mit Pansen anzufangen... jetzt weiß sie es aber und liebt ihre Leckerlis. Sie kennt es nicht an der Leine zu laufen, hat sich schon einmal aus ihrem Geschirr befreit, um zu kleinen Kindern zu rennen, die sie so liebt. Kam dann aber auch wieder.

      Außer gestern... eine Sekunde nicht aufgepasst... und schwupps, war sie die Auffahrt runter... ich hatte sie fast eingeholt... da lief sie auch schon weiter... zu den Leuten an unserem Weg (unbefestigte Straße), die Hühner haben und die ihre Hühner auch mal so rumlaufen lassen... das auserwählte Huhn gackerte laut und lief schnell... geradewegs auf das Grundstück unserer Nachbarn, die so gar keine Tiere mögen... Ich gucke in ihr Carport, sehe beide Autos da stehen und denke mir, nein, bitte lass sie nicht zu Hause sein oder alle unter der Dusche... - ich weiß nicht, wo sie waren, aber sie waren nicht da oder doch unter der Dusche... jedenfalls haben sie nicht mitbekommen, dass Alma ein Huhn durch ihren Garten gescheucht hat... phhhh

      Sie hat das Huhn auch nicht fressen wollen, mehr so damit spielen... jedenfalls musste ich schließlich, weil ich in der Eile keine Leine zur Hand hatte, 12,9kg Hund nach Hause tragen... und ich war um eine Lektion reicher, seitdem wird Alma erstmal nicht mehr von der Leine gelassen bis wir ein vernünftiges Tor haben.

      Die Frau, der das Huhn gehörte, hab ich auch noch getroffen, sie hat ihr Huhn aber noch einfangen müssen...

      So, jetzt muss ich auch schon wieder füttern und noch ne Runde gehen... mir tut ja eh immer alles weh (was übrigens auch von der Schlafapnoe zu kommen scheint), aber jetzt bin ich auch noch so kaputt... aber ich habs ja so gewollt. Zum Glück ist Alma aber auch noch nicht so in Form, so dass wir uns beide trainieren.

      Zurzeit lernt sie, dass sie nicht die Katzennäpfe leer zu machen hat, wenn die Katze fertig mit Essen ist. Heute Morgen war sie ganz toll und ist nicht hingestürzt und hat versucht alles aufzufressen. Trotzdem stell ich die Näpfe, bis auf den Wassernapf, nach oben und erst runter, wenn die Katze da ist.

      Dafür kam sie heute Morgen die Treppe hoch und traute sich nicht wieder runter... Mit List und Tücke hab ich sie dann, ohne sie komplett zu tragen, wieder runter gekriegt, hoffentlich war ihr das eine Lehre...

      Bis demnächst...

      Condor

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        Oh condor, das klingt wunderbar lebendig

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          Ich beneide dich...und auch wieder nicht!

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            Hi,

            diese Nacht blieb Alma dann doch wieder unten und ich konnte oben in Ruhe schlafen.

            Abends bin ich so kaputt und gestern hatte ich solche Knieschmerzen, dass mir davon schlecht wurde, was noch nie passiert ist.

            Heute morgen habe ich geträumt, dass man uns Alma wieder wegnimmt, weil ich es nicht schaffe, mit ihr gut umzugehen...

            Ich muss echt etwas weniger mit ihr machen, aber wenn ich dann so am Spazieren gehen mit ihr bin, denke ich, ach, bis zur ersten Brücke sollte ich es doch schaffen...

            Ich schaff es auch, aber eigentlich ist es zuviel. Naja, ich wiege bei einer Größe von 182cm derzeit 158,5kg. Ich habe also immer einen kräftigen Mann noch auf dem Rücken oder besser gesagt am Bauch, wenn ich gehe und gehen ist tausendmal anstrengender als Radfahren...

            Aber ich schaffe es nicht, mich selbst zu motivieren, also brauche ich den Hund oder einen Personaltrainer, der jeden Tag zu mir kommt, obwohl auch den würde ich wohl irgendwann wieder wegschicken, abgesehen davon, dass ich ihn mir nicht leisten kann, aber den Hundi schicke ich nicht weg, kann ich nicht, dafür mag ich sie zu sehr...

            Wenn ich erschöpft bin, dann höre ich immer so eine kleine Stimme in meinem Kopf, die mir sagt, wie doof, wie Schei.., wie dämlich ich bin und dass ich es NIEMALS in meinem Leben schaffen werde... sind wohl die Reste der Depressionen.

            Ich denke, dass ich es mit Alma richtig mache, dass ich es gut mache, dass sie es gut bei uns haben wird und auch schon hat, aber ich fühle es nicht so...

            Ich denke dann, dass ich noch viel lockerer werden muss, viel relaxter, Alma wert sich schon, wenn ihr andere Hunde zu viel sind, was sie auch tut.

            War es ein Fehler, Alma anzuschaffen? Bin ich dem gewachsen?

            Auf der anderen Seite... würde ich mich sonst nicht ausreichend bewegen, würden wir uns hier alle nur weiter auf die Nerven gehen... so ein Hund tut meiner Familie insgesamt sehr gut. Ich bin so kaputt, dass ich sogar weniger Hunger habe, bzw. schon Hunger habe, dann aber nur wenig esse, weil selbst das mich anstrengt... das ist sicher gut für mich... Auch wenn es sich derzeit nicht so anfühlt.

            Ach, ja, gegen meine Knieschmerzen kann ich so nix machen, die habe ich vor allem im Ruhezustand, da helfen nicht mal Schmerztabletten. Ist ne degenerative Knieerkrankung. Und jetzt noch drei Mal die Woche zum Arzt rennen und noch irgendeine Behandlung anfangen, nee, dafür reicht die Kraft echt nicht mehr.

            Mir schreiben Leute, dass sie finden, dass ich schon so viel geschafft habe, aber ich denke ganz anders, ich kann das einfach nicht sehen. Meine Ansprüche an mich selbst sind sehr hoch. Zu versagen ist fast vorprogrammiert...

            Es ist so anstrengend, sich jeden Tag mehrfach selbst Mut zuzusprechen, indem ich mir selbst sage, dass ich das schaffe, dass ich das gut mache, dass es besser wird, dass ich ein guter Mensch bin, dass ... usw.

            Jetzt muss ich gleich noch zum Einkaufen fahren, obwohl ich nicht mehr so viel Geld diesen Monat habe, nicht weit, kleiner Einkaufsladen hier im Ort. Dennoch, Schuhe anziehen, Alma festhalten, damit sie nicht entwischt, denn das Tor kann mein Partner erst am WE bauen, ins Auto setzen, hinfahren, Bonbon lutschen, denn müde bin ich ja nachmittags auch immer, Geld abheben, einkaufen, aber nicht zu viel, rechnen, alles einladen und wieder zurückfahren, dann alles ausladen, Alma füttern und mit ihr Spazieren gehen... und dann am liebsten tot sein und umfallen.

            Könnt ihr euch vorstellen, wie anstrengend so ein Leben ist, wenn wirklich jede Bewegung schmerzt?

            Ja, ich jammer schon wieder...

            Condor

            PS: Und so ganz nebenbei hab ich auch noch einen Garten mit Gemüsegarten und Kartoffelernte und Unkrautjähten...

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              Hilft dir denn dein Partner nicht?

              Ich finde es ganz toll, dass du Alma hast und auch, dass du dich dadurch mehr bewegst.
              Du machst das ganz richtig, und Alma fühlt sich garantiert wohl.
              Dass das anstrengend ist für dich, glaube ich gerne; aber das ist auch eine Frage der Gewöhnung.

              Diese hohen Anforderungen an sich selbst, das kenne ich auch.
              Teilweise falle ich noch in diese alten Denkweisen zurück, aber es ist besser geworden.
              Das klappt nur, wenn du mit dir zufrieden bist, auch wenn es nicht so 100%ig klappt.
              Die Einstellung: Das bin ich, so bin ich und so darf ich sein, wird dir sicher dabei helfen.

              Liebe Grüße, Bonny

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                Ach Condor.

                Wenn die Prio auf Alma liegt (weil sie wie ein kleines Kind einfach von Deiner Fuersorge abhaengt) und nicht auf dem Unkraut (das erfriert im besten Fall im Winter) - dann wirst Du von selber wieder fit und Euch allen geht's durch Alma gut.

                Platt gesprochen, reduziere einfach die tagesaufgaben und auch wenn ggf. Dein Partner nicht 100% nach Einkaufsliste einkauft .. deligiere fuer den Moment doch auch das Einkaufen? Meinst Du, das geht fuer eine Weile?

                Ansonsten. Ja, auch ohne Uebergewicht kenne ich seit Kindheitsbeinen Schmerzen bei jedem Schritt. So sehr, dass es halt normal ist und nur immense Mehrschmerzen auffallen.

                Was kannst Du gegen Deine Schmerzen machen?
                Und ist nicht die unfreiwillige Almadiaet im Grunde durch den zusaetzlichen Almasport ein super Ausgangspunkt?

                Nur so als Idee.
                Dran gewoehnen braucht min. 4 Wochen.
                Also erst nach 1 Monat bist Du an einem Punkt, wo Du eine Chance hast, die neue Lebenssituation recht zu bewerten, oder?

                Liebe Gruesse

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                  Hi ihr,

                  als Autist bringt mich jede Veränderung durcheinander. Bei meinem Sohn ists noch schlimmer, der gerät dann in Panik, ohne, dass man es so sieht, behält er für sich... typisch autistisch.

                  Deswegen brauchen Veränderungen sehr lange, bis sie für mich normal werden. Beispiel: Vor 4 Jahren haben wir unser Haus gebaut. So langsam habe ich das Gefühl hier zu Hause zu sein.

                  Mein Partner ist diese Woche von Montag bis Donnerstag auswärts arbeiten, kommt also erst Do Abend zurück, ist Freitag aber auch nicht da, wenngleich er abends wieder kommt. Er ist Selbstständig, da kann er selten mal so eben frei nehmen, weil das gleich wieder Verdienstausfall bedeutet. - Das habe ich ja auch gewusst.

                  Was ich weniger gewusst habe, bzw. was mir nicht so bewusst war, dass ich ganz schön träge geworden bin und jeder kleine Spaziergang an meine Belastungsgrenze geht. Naja, selbst schuld.

                  Ich war heute einkaufen, weil wir kein Brot mehr hatten, außerdem brauchte ich auch noch was zum Frühstück und so weiter. Was ich in der Woche kaufen kann, muss nicht am Samstag gekauft werden, so dass dann mehr Zeit bleibt, z.B. ein Gartentor zu bauen, damit Alma auch mal ohne Leine raus kann. Was Samstag vergessen wird, einzukaufen, muss ich dann in der Woche einkaufen usw.

                  @Kuestenkind: Es war nicht notwendig, mich auf das Einkaufszettelproblem hinzuweisen, was scheinbar eh keiner verstanden hat.
                  Aber da du es angeschnitten hast, erkläre ich es gern nochmal:
                  Zum Einkaufen schreibe ich einen Zettel, damit ich nichts vergesse. Denn ich vergesse alles, was ich mir nicht aufschreibe, weil das eine Begleiterscheinung/Folgeerscheinung von meinen langjährigen Depressionen ist. Dadurch ist mein Kurzzeitgedächtnis Schrott. Meine Mutter kann sich mit ihren über 70 Jahren mehr merken als ich, das finde ich schon sehr peinlich.
                  Nun gut, mein Partner fragt mich nach der Einkaufsliste. Er möchte sie haben. Ich gebe sie ihm. Wenn ich nichts für ihn aufschreibe, bringt er nur Sachen für sich selbst mit.
                  Aber, trotz Liste bringt er mal alles mit, dann wieder nicht, dann fehlt mehr, dann weniger, grade so nach Lust und Laune. Das verstehe ich nicht. Und weil ich es nicht verstehe, macht es mich wütend.
                  Wenn ich ihn darauf anspreche, sagt er, er hats vergessen oder er sagt, es hätte nicht draufgestanden, aber den Zettel hat er längst weggeschmissen, so dass ich nicht mehr beweisen kann, dass es draufgestanden hat. - Das ist die ganze Problematik.

                  Was sollte ich denn an Arbeit weglassen?

                  Sollen die Klos vor Schei.. nur noch so vor sich hinstinken? (Das lasse ich oft meinen Sohn machen, weil der das gern macht.)
                  Soll der Rasen doch wachsen, dann kann ich ihn mit dem Handmäher gar nicht mehr abbekommen? (Der ist Morgen dran.)
                  Soll ich keine Wäsche mehr waschen? (Jeden Tag eine Maschine.)
                  Soll ich nicht mehr abwaschen?
                  Nicht mehr die Spülmaschine füttern, anstellen und ausräumen? (Da hilft mir mein Sohn.)
                  Oder vielleicht nicht mehr das Haus sauber machen, saugen und wischen? (Ist Freitag dran, mehr als 1 Mal die Woche schaffe ich es eh nicht.)
                  Und wer holt die Kartoffeln aus der Erde?
                  Das Unkraut muss jetzt weg, sonst hab ich im Gemüsebeet im nächsten Frühjahr eine Wiese... usw.... usw...

                  Heute habe ich die Spaziergänge um ein paar Meter abgekürzt. Hat auch gereicht und keine Kartoffeln geerntet, dafür gegossen, weils wieder nicht geregnet hat und Möhren und Kohlrabi doch noch gern etwas Wasser hätten.

                  Mein Partner baut am Wochenende hofftentlich nach 4 Jahren endlich das Tor, damit Alma auch aufm Grundstück rumlaufen kann und ich sie nicht auch da nur mit Leine ausführen muss.
                  Dann wird er gern ein paar Spaziergänge übernehmen, wobei ich etwas regenerieren kann.

                  Ich hab das halt manchmal, wenn ich so erschöpft bin, dass ich so jammere. So lange ich das nicht jeden Tag mache, ist es ok, finde ich.

                  Aus NT-Sicht bin ich wahrscheinlich kein Stück geduldig. Ich finde aber, dass ich für einen Autisten schon sehr geduldig bin, vor allem mit meinen Mitmenschen und auch mit Alma, die für mich auch wieder eine weitere Trainingseinheit Geduld darstellt.

                  Natürlich habe ich keinen Bock darauf, mich weiter in Geduld zu üben, wenngleich ich weiß, dass ich es muss.

                  So, jetzt geh ich ins Bett, hoffe, dass alle Tiere und Menschen in diesem Haus auch schlafen, denn um 6.30 Uhr klingelt mich mein Wecker wieder raus.

                  Macht euch mal keine Sorgen, irgendwie krieg ich das schon hin, ich weiß ja, dass ich vor langer Zeit schon mal fitter war, muss ich halt wieder hin.

                  Condor

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                    Hallo Condor,

                    ich wollte Dich nicht verletzen.
                    Gibt es denn andere Optionen?
                    Von einem Supermarkt, der Dir Dinge anliefert bis zu einem Gaertner, einer Haushaltshilfe fuer's Grobe?
                    Im eigenen Haus mag es schwieriger sein, fremde Leute zu akzeptieren - aber wie saehe es im Garten aus?

                    Kommentar


                      hallo condor,
                      erstmal herzlichen glückwunsch zu eurem süßen familienzuwachs.
                      du schilderst die neuen herausforderungen so lebendig dass man
                      fast meint selbst mitten drin zu sein.

                      ich hab ja auch einen hund zu hause und wollte dir zur entlastung
                      eine anregung dalassen.
                      es gibt ja eine reihe von beschäftigungsmöglichkeiten außerhalb
                      des täglich notwendigen spaziergangs.
                      z.b. hundekeks im haus verstecken und ihn suchen lassen.
                      oder 2 unterschiedliche spielsachen anbieten und dann gezielt
                      zum apportieren von einem bestimmten schicken.
                      wäre körperlich nicht so anstrengend für dich und fordert den hund trotzdem.
                      die sache mit dem katzenfutter find ich klasse das kann unserer noch nicht.

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                        Hallo,

                        Alma heißt jetzt Struppi, weil sie mit Alma nichts anfangen kann... und ich bin sooooooooooooooooooooooooooooooo tot.

                        3 Mal am Tag spazieren gehen, nur an der Leine mit Geschirr... und dann noch alle anderen Arbeiten im und ums Haus... ich kann nicht mehr.

                        Eben hab ich vor Erschöpfung geheult. Heute gehe ich auch nicht mehr mit ihr raus, soll sie den Garten vollbellen.

                        Mein Partner hat nach 4 Jahren Wartezeit letztes WE endlich ein Tor gebaut, damit Struppi auch mal allein in den Garten kann. Aber da fängt sie bei jedem kleinsten Geräusch sofort an zu bellen und zu jaulen an und ewig bellen lassen will ich sie wegen der Nachbarn nicht.

                        Die angebliche Dankbarkeit, die diese Hunde angeblich haben sollen, hat sie jedenfalls nicht. Dafür fordert, fordert und fordert sie ohne Ende.

                        Unser Sohn spielt zwar ab un zu mal mit ihr, aber das reicht bei Weitem nicht. Das hatte ich mir anders vorgestellt, weil unser Sohn bisher immer mit den Hunden von anderen stundenlang gespielt hatte.

                        Mein Partner geht mit ihr am WE und gleich so weit, dass danach der Hund erschossen ist, was wegen ihrem Handycap auch nicht so dolle ist.

                        Ich glaube, dass ich mich mit diesem Hund echt übernommen habe.

                        Mein erster Gedanke heute war, dass wir sie nicht behalten können. Sie würde dann zurück zu der Vermittlerin gehen, so war das abgesprochen. Kann ja immer mal vorkommen, dass Hund und neue Familie nicht zusammen passen.

                        Ich kann heute jedenfalls keinen Schritt mehr mit ihr gehen. Mein Knie schmerzt so sehr, dass ich mir jetzt Spritzen geben lasse. Dafür müsste ich eigentlich 2 Mal die Woche zum Arzt, aber dafür habe ich keine Kraft mehr, so dass 1 Mal reichen muss.

                        Am Schlimmsten ist die Zeit, die ich nun gar nicht mehr für mich habe. Ich hab so einfach keine Kraft mehr. Kann auch kaum noch Tools machen, keine Zeit, keine Kraft...

                        Aber... ohne Hund würde ich wieder nicht oft genug raus gehen und in den ersten 10 Tagen hatte ich schon 2,2 kg abgenommen.

                        Sachen für den Hund verstecken, klingt gut, aber sie fängt jetzt gerade erst an, langsam mit ihrem Namen etwas anzufangen und bei Lust auch mal zu kommen, wenn man sie ruft. Oder sie kommt auf einen zu und beißt einem vor lauter Übermut ins Bein, leider bei mir immer in das, was eh schon arg lädiert ist.

                        Ich will keinen Hund, mit dem ich die nächsten 15 Jahre nur an der Leine spazieren gehen muss, weil sein Jagdinstinkt so stark ist, dass sie ohne Leine abhauen würde und wohl nicht mehr wiederkäme.

                        Ich weiß auch nicht... Ich fürchte, dass mein Partner mal wieder Recht hatte und wir besser einen Hund aus dem Tierheim genommen hätten.

                        Condor

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                          Hallo Condor,

                          Zitat von Condor Beitrag anzeigen

                          Ich will keinen Hund, mit dem ich die nächsten 15 Jahre nur an der Leine spazieren gehen muss, weil sein Jagdinstinkt so stark ist, dass sie ohne Leine abhauen würde und wohl nicht mehr wiederkäme.
                          Condor
                          Nun mal langsam . Wir haben zwei Jagdhunde und beide sind dank Erziehung und Gehorsamkeitstraining nicht über alle Berge und gehen bei Fuß auch ohne Leine. Unsere zwei Hübschen würden auch an der Leine ziehen, würde man ihnen durch entsprechende Kommandos nicht Einhalt gebieten.
                          Ist das euer erster Hund? Habt ihr mit dem Beibringen von Kommandos begonnen? Falls du dich überfordert fühlst empfehle ich den Besuch einer Hundeschule oder den Rat eines hundeerfahrenen Freundes einzuholen.
                          Man kann auch entspannt mit einem Hund Gassi gehen auch mit Leine und ohne dass der Hund einen von links nach rechts zerrt. Das muss die gute Struppi aber natürlich erst lernen.


                          Zitat von Condor Beitrag anzeigen
                          weiß auch nicht... Ich fürchte, dass mein Partner mal wieder Recht hatte und wir besser einen Hund aus dem Tierheim genommen hätten.
                          Wie du auf die Idee kommst, dass ein Tierheim-Hund nicht solche Probleme verursacht hätte , verstehe ich nicht. Gerade auch Tierheimhunde haben ihr Päckchen zu tragen und können vielfältig vorgeprägt sein. Unseren ersten Hund haben wir mit erst einem halben Jahr ebenfalls aus dem Tierheim geholt, der Gute ist heute 15 Jahre alt, aber erzogen ist er nicht und tanzt meinen Eltern auf der Nase herum. Er war von Anfang an ein recht schwieriger Hund und es machte es nicht besser, dass keiner in unserer Familie Ahnung vom Thema Hundeerziehung hatte und wir keine Hundeschule besuchten. Auch er zerrt an der Leine, bellt alles an, klaut Dinge vom Tisch und wird zu allem Überfluss auch noch vom Tisch gefüttert. Ich habe es inzwischen aufgegeben ihnen zu erklären, was gut oder schlecht für den Hund ist oder warum er dieses oder jenes tut...Komischerweise folgt er, wenn ich ihn führe und hört auch auf Kommandos, die er dank mir gelernt hat.
                          Hundeerziehung und vor allem die Konsequenz dabei ist sehr wichtig und vor allem macht es euch (den Menschen und dem Tier) das Leben um einiges leichter. Vielleicht kannst du dich auch erstmal zu dem Thema belesen, um ein wenig mehr darüber zu erfahren. Denn so, wie du das beschreibst, klingt das auf Dauer anstrengend und dein Hund sollte nicht den Ton angeben Also erstmal Kopf hoch und den Weg nach vorne einschlagen!

                          Liebe Grüße
                          Jannes

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                            lieber condor,
                            ich möcht dir auch dringend raten eine hundeschule zu besuchen.
                            du bekommst dort einfache und leicht umsetzbare tipps
                            z.b. wie dein hund leinenführig wird, wie er spielerisch lernt auf seinen namen zu hören usw.
                            und das ganze kann man DIR innerhalb kurzer zeit beibringen.
                            ich war mit shiva jeden samstag für 2 stunden und nach gut 4 monaten
                            hatte ich das rüstzeug um aus meinem hund einen folgsamen begleiter zu machen.

                            übrigens, nur weil du 3x am tag mit ihm gassi gehst heißt das nicht,
                            dass der hund genug beschäftigt ist.
                            er hat ja schließlich noch eine nase und einen verstand der gefordert gehört.
                            mach ihm einen ästehaufen in deinem garten und wirf eine handvoll
                            hundekeks rein.
                            dann setz dich bequem auf einen sessel und schau ihm zu wie er
                            die kekse erschnüffelt und sucht.
                            solche tipps erfährst du in der hundeschule

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                              Zitat von Condor Beitrag anzeigen

                              Unser Sohn spielt zwar ab un zu mal mit ihr, aber das reicht bei Weitem nicht. Das hatte ich mir anders vorgestellt, weil unser Sohn bisher immer mit den Hunden von anderen stundenlang gespielt hatte.

                              Condor
                              was hat er mit andren hunden gespielt? ball apportieren?
                              und das wars dann auch schon oder?

                              achja, hät ich beinahe vergessen.
                              diese Tiervermittlungsstelle, die euch struppi vermittelt hat, bietet euch sicher auch hilfestellung
                              für eure probleme an.
                              meist betätigen sich dort menschen ehrenamtlich und so ein transport kostet
                              viel geld.
                              daher liegt denen sehr viel daran, dass die künftigen hundehalter gut zurecht kommen.
                              und sie wissen um die probleme die gerade bei ehemaligen strassenhunden
                              auf euch zu kommen.
                              bitte tue euch den gefallen und wende dich nochmals an die organisation.
                              lass dich beraten.
                              Zuletzt geändert von ulrike207; 22.09.2012, 06:52.

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                                Hallo ihr,

                                es heißt ja hier: "Mein Leben als Autist"... hätte ich schon beinahe vergessen, aber als ich eure lieb gemeinten, aber für mich als Autisten völlig ungeeigneten Ratschläge las, wurde es mir wieder bewusst, dass ich ja ein Autist bin und gewisse Dinge/Handlungen für mich nicht machbar sind.

                                Ich denke, dass dies das Schwierigste für nicht autistische Menschen ist, zu begreifen, dass unsereins gewisse Dinge/Handlungen und Denkweisen einfach nicht kann.
                                Um es euch leichter verständlich zu machen, sag ich jetzt mal, dass ihr zu einem Rollstuhlfahrer ja auch nicht sagen würdet: "Nun stell dich mal nicht so an, steh auf und geh ein paar Schritte." Würde er sicher gern, kann er aber nicht. Und genauso ist das mit Autisten, wobei von uns Autisten jeder doch wieder sehr unterschiedlich vom anderen ist und unsere Erziehung und unsere gemachten Erfahrungen eine weitere große Rolle spielen, wie wir uns als Erwachsene Autisten geben, leben und lernen. Autisten können gewisse Dinge auch nicht.

                                In einem anderen Forum las ich einen sehr schönen Beitrag, der gut den Unterschied zwischen uns Autisten und den nicht autistischen Menschen (NTs) aufzeigte:
                                Zwei Menschen gehen durch die Stadt. Der eine ist Autist, der andere nicht. Der nicht autistische Mensch interessiert sich für die Auslagen in den Geschäften, für seine Mitmenschen und ihre Beziehungen untereinander, aber der Autist sieht nur die Bäume, die Pflastersteine und die Pfützen.

                                Ich kann nicht in eine Hundeschule gehen und ich will an einem anderen Beispiel erklären, warum nicht:
                                Ich habe mir in den Sommerferien einen neuen Hausarzt gesucht und gefunden. Dort läuft alles sehr anders ab, als bei meinem letzten Hausarzt. Es gibt viel mehr Mitarbeiterinnen und der Ablauf ist völlig anders. Dinge, auf die ich mich einstellen muss, die ich lernen muss, die mir schwer fallen, so angenehm es auch sonst bei dem Arzt ist und seine homöopathische Kompetenz war ein Grund für mich, ihn zu wählen.

                                Nun sitzen am Schalter vorn schon 2 Frauen und noch andere wuseln herum. Das allein fordert mich.
                                Neulich haben mir dann 3 Frauen verschiedene Dinge erklärt und beschrieben und ich bin fast in Panik verfallen. Ich habs ertragen und zu Hause mit dem Gedanken gespielt, mir einen anderen Arzt zu suchen, denn das war Stress pur.

                                Aber der Arzt hatte mir bei meinem ersten Besuch bei ihm gesagt, dass wenn mal etwas unklar wäre oder mich stören würde, dann solle ich das sagen.

                                Ich hatte Donnerstag Glück, dass gerade zwei Patienten ihre Termine abgesagt hatten und ich meine Kritik an den Arzt weitergeben konnte und nicht an die Mitarbeiterinnen.
                                Ich hatte mir alles aufgeschrieben, muss ich, sonst vergesse ich etwas oder ich traue mir es dann plötzlich vor Ort nicht mehr zu, etwas zu sagen. (Ich habe auch eine Sozialphobie.)

                                Vor allem ein Problem habe ich ihm geschildert, denn ich bat ihn darum, dass jeweils nur 1 Mensch mit mir spricht, da ich bei mehr hoffnungslos überfordert bin.
                                Es ist nicht so, dass ich alle Geräusche und Menschen in gleicher Lautstärke höre, aber in gleicher Priorität. Ich kann Geräusche oder Gespräche nicht abblocken oder ausblenden, wenn sie nicht so wichtig sind. Bei mir ist alles gleich wichtig, auch der Hund, der gerade draußen bellt und die Klospülung im Hintergrund. Und all das nehme ich gleichzeitig wahr und auf.
                                Wenn dann auch noch mehr als 1 Mensch mit mir spricht, ist es mir kaum noch möglich zuzuhören und ich gerate in Panik und möchte den Ort so schnell es geht verlassen.

                                Mein Arzt hat das kapiert und war froh, dass ich es ihm gesagt habe. Und ich war froh, dass ich mich das getraut habe.

                                Was soll ich da auf einem Hundeplatz? Da sind immer mehr als 1 Mensch und immer mehr als 1 Hund und von den ganzen Nebengeräuschen mal ganz zu schweigen... und... ich hätte Angst vor den anderen Menschen, dass ich etwas falsch machen könnte, dass man über mich lachen könnte... Nein, nicht mein Ding. - Ich werde mir stattdessen ein Buch kaufen, lesen und mich selbst durchwurschteln, das geht besser.

                                Struppi ist nicht unser erster Hund. Unseren letzten Hund hatten wir 13 Jahre lang und mussten ihn Anfang März mit 15 Jahren einschläfern lassen.

                                Ich muss sehen, dass ich mich nicht überfordere und mir Rückzugsmöglichkeiten schaffe.

                                Ja, sicherlich könnte ich die Frau aus der Tierschutzorganisation anrufen... aber zum einen habe ich bereits im Vorfeld fast alle Absprachen per Email erledigt, um nicht so viel mit einem mir fremden Menschen direkt zu tun zu haben und zum anderen käme ich mir als Versager vor. Beides Dinge, auf die ich derzeit verzichten kann.

                                Jannes, ich arbeite mit Kommandos, klaro, aber Struppi kannte ja nicht mal ihren Namen, was jetzt so langsam kommt, dass sie sich angesprochen fühlt, wenn wir sie mit Struppi ansprechen.

                                Aber... ich bin Autist. Ich denke und ich lebe in einer Schwarz-Weiß-Welt. Wenn es mir gut geht, dann ist alles ok und wenn es mir schlecht geht, dann geht bei mir die Welt unter. Wer hier schon länger in meinem Faden mitliest, dem wird dies sicher aufgefallen sein.

                                Was ich also Gestern schrieb, war unter "Schwarz", also in einem Zustand der absoluten negativen Verzweiflung, weil ich mich selbst überfordert hatte, wo Struppi eigentlich nix dafür kann. Heute bin ich eher im "Weiß" Zustand, wo ich das Zusammenleben mit Struppi wieder realistischer und positiver sehe.

                                Ich muss sehen, dass ich mich nicht überfordere. Das ist mein Ziel, nicht nur im Hinblick auf meinen Hund.

                                Auch wenn eure Ratschläge auf den ersten Blick für mich nicht so hilfreich erscheinen mögen, möchte ich euch dennoch ermutigen, mir weiter Ratschläge zu erteilen, denn nur so kann ich vergleichen und erkennen, was ich tun kann und was mir nicht möglich ist.

                                Condor

                                PS: Mein Sohn hat mit den anderen Hunden gekämpft und so was, aber kein Ball apportieren, aber auch er musste sich erstmal an Struppi gewöhnen.

                                Wichtig ist mir/uns bei Struppi nicht, dass sie perfekt an der Leine geht, sitz, platz oder sonstige Schikanen macht, wichtig ist, dass sie ein Zuhause hat, dass sie Liebe und Konsequenz erfährt, dass sie ihren Platz in ihrem neuen Rudel (in unserer Familie) hat und dass sie kommt, wenn sie gerufen wird, egal, ob sie gerade auf Spur ist oder mit einem anderen Hund spielt oder in der Sonne döst.

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