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Mein Leben als Autist

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    Hallo Frau Anfängerin,

    ich verstehe nicht ganz, warum du mir diese Links geschrieben hast?

    Ich will dich jetzt nicht angreifen, versteh mich bitte nicht falsch, ich verstehe deine Absichten jetzt gerade nicht.

    Ich habe die Links überflogen, weil ich derzeit so wenig Zeit habe, dass ich es nicht mal mehr schaffe, im Buch zu lesen.

    Bis zum 3. Tool bin ich mit meiner Arbeit gekommen, die anderen beiden letzten Tools müssen warten, bis ich wieder genug Ruhe und Kraft habe. Ich lese das Buch The Tools ja nicht einfach so straight durch, so wie ich jedes Buch nicht einfach so durchlese. Ich nehme mir Absatz für Absatz, Seite für Seite vor, mache oft Pausen von mehreren Tagen oder Wochen, streiche mir wichtige Textstellen mit dem Textmarker an und führe nebenbei eine Kladde dazu, um das Gelesene mit meinen Worten aufzuschreiben, um es besser verstehen und behalten zu können. Ich gehe erst weiter, wenn ich die bisherigen Tools wirklich verstanden habe und sicher anwenden kann.

    Anders kann ich nicht lernen. Ich weiß nicht, ob diese Art des Lernens autistisch ist, mein Sohn lernt auf jeden Fall auch ganz anders, auch anders als ich. Er lernt im Vorübergehen und in der Kombination von Theorie und Praxis. In Mathe z.B. rechnet er schneller und sicherer als seine Lehrerin im Kopf und seine Lösungen stimmen meistens, laut Lehrerin, doch wie er zu der Lösung gekommen ist, kann er nicht sagen.

    Deswegen begreife ich jetzt nicht, warum du mir diese Links gegeben hast.

    Bitte schreib jetzt nicht so was wie, na dann eben nicht und sei beleidigt, es gibt keinen Grund, jetzt beleidigt zu sein. Ich denke mal, ich vermute, dass du mir mit den Links helfen willst, oder?

    Wenn du mir als Autist helfen willst, dann zeige mir dein Mitgefühl und erzähl mir was aus deinem Leben. Das interessiert mich mehr, als irgendwelche Links. Damit bringst du DICH ein, denn DU interessierst mich. - Das gilt auch für alle anderen hier.

    Condor

    Kommentar


      Hallo Condor,

      nein, ich fühle mich weder angegriffen noch bin ich beleidigt. Du hast schließlich recht, ich hätte mehr schreiben können...

      Ich bin eine stille Leserin sowohl in deinem Faden und meistens auch im Forum. Und wenn ich etwas schreibe, dann ist es eine so Info wie meine Links da oben. Ich kenne das Buch (noch) nicht, aber ich habe mir vorgestellt, daß es dir vielleicht beim Verstehen der Tools hilft, falls sie nicht gleich verständlich sind. Für andere ist es vielleicht auch interessant, etwas mehr darüber zu lesen als Hintergrundwissen.

      Entschuldige, wenn ich dich damit verwirrt habe...

      Kommentar


        Hallo Condor,

        ich bin die ganze Zeit auch schon recht neugierig gewesen, was es mit den 'tools' auf sich hat - aber noch nicht zum Googlen gekommen.
        Durch Frau Anfaengerin ist es mir nun klarer.

        Danke Dir, dass Du dieses Buch hier eingebracht hast ... da Du ja bereits gute Erfolge machst, ueberlege ich wirklich, es mir auch zu kaufen.

        LIebe Gruesse.

        Kommentar


          Hallo Frau Anfängerin,

          Zitat von Frau Anfängerin Beitrag anzeigen
          Ich kenne das Buch (noch) nicht, aber ich habe mir vorgestellt, daß es dir vielleicht beim Verstehen der Tools hilft, falls sie nicht gleich verständlich sind. Für andere ist es vielleicht auch interessant, etwas mehr darüber zu lesen als Hintergrundwissen.

          Entschuldige, wenn ich dich damit verwirrt habe...
          Du brauchst dich doch nicht zu entschuldigen! Aber warum hast du es nicht gleich so geschrieben. Jetzt verstehe ich. Und ich sag mal danke!


          Hallo Küstenkind,

          bei allem Positiven darf man nicht aus den Augen lassen, dass dieses Buch echte Arbeit beinhaltet.
          Ich arbeite damit jetzt seit erst einem Monat und es hat so viel schon bewegt.

          Neulich habe ich meine Borderline-Exfreundin getroffen und auch ihr habe ich das Buch empfohlen, weil ich ja weiß, wie schlecht es ihr die meiste Zeit geht und wie frustriert sie über die ganzen Therapeuten ist. Hat sie sich auch gleich gekauft. Ich hoffe, dass es ihr hilft.


          __________________________

          Nachdem ich heute Tools geübt habe ohne Ende, weil morgen Abend mein Partner wiederkommt und ich heute schon reichlich Darmprobleme und akute Angstattacken hatte, gehts mir jetzt ganz gut.

          Condor

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            Hi,

            mit den Tools ist es ja leider so, dass sie selten sofort wirken... naja, das Universum lässt sich eben auch nicht bestechen.

            Aber, ich hab ja gestern echt geübt wie ein Blöder und heute spüre ich es wieder... diese aus den Tiefen meines Ichs strömende Freude.

            Aber ich darf heute nicht nachlassen, weil sonst liege ich spätestens morgen Abend wieder bewegungsunfähig in der Ecke und das will ich ja nicht mehr.

            Ich habe übrigens meinen Partner per Email gefragt, ob ich mich auf noch mehr, als nur auf anschreien, ausflippen und Teller durch die Gegend feuern einstellen muss, wenn er sauer auf mich ist. Ich hab einfach gedacht, frag doch mal und schau mal, was er zurückschreibt. Schreiben ist bei sowas besser, dann kann der andere erstmal überlegen und fühlt sich vielleicht nicht so schnell unter Druck.

            Zunächst kam zurück, dass er nicht wissen würde, was ich meinte und so musste ich es ihm etwas näher erklären.

            Seine Antwort war daraufhin, dass er mir zum einen nicht mitteilen wollte, was er sich so in der Fantasie mit mir ausmalt, weil er wisse, was ich hören will und was nicht, und zum anderen würde er schweigen, um sich zu schützen und sich anstrengen, ruhig zu bleiben.

            Ich hab ihm dann geschrieben, dass das, was ich durch ihn empfinde, alles andere ist als ruhig bleiben, hab es auch, bis auf die Angst, aufgeschrieben und dass er nicht wissen kann, was ich hören will und was nicht. Außerdem hätte ich ihn nicht gefragt, wenn ich es nicht hätte hören wollen.

            Darauf hat er noch nicht geantwortet.

            Jetzt, so ein bisschen mit Abstand betrachtet, wird mir klar, warum er immer so aggressiv ist. Er hat nichts, um seine Aggressionen los zu werden, keinen Sport, keinen Sex und auch keine Freunde (bis auf die Borderlinefreundin, aber die hat nicht immer Lust auf ihn).

            Ob ich ihm das mal vorschlagen sollte? Scheinbar ist er ja noch nicht selbst drauf gekommen. Und da ich ihn derzeit nicht verlassen kann und will, muss ich sehen, dass die Situation zwischen uns beiden angenehmer wird.

            Condor

            Kommentar


              Ich habe heute festgestellt, dass ich total erbärmlich bin.

              Vor 6 Jahren habe ich zum letzten Mal Liebe erfahren.

              Seitdem begnüge ich mich mit Liebesgeschichten in meiner Fantasie.

              Küssen kann man nicht alleine... wie wahr und wie traurig, wo ich doch so gern küsse.

              Früher, vor dieser Liebe von vor 6 Jahren, habe ich jegliche Art von Berührungen wie Schläge ins Gesicht erlebt. Teile meines Körpers durfte niemand anfassen, sie waren wie tot. Das hing mit der Transsexualität wohl zusammen und ist für TS Leute normal. Nicht einmal meinen eigenen Körpergeruch konnte ich damals ertragen.

              Das hat sich durch die Transition gebessert, ich mag meinen Körpergeruch und ich mag es gestreichelt zu werden. Das ist schön, nicht mehr schlimm.

              Dass ich Berührungen nicht ertragen konnte, lag wohl zum einen am Autismus, viele Autisten können Berührungen nicht ertragen und auch an meiner Kindheit, wo mich meine Verwandten angefasst (keine Intimzonen) haben, wann und wo sie wollten und meine Grenzen in keinster Weise beachtet wurden.

              Das zur Info für euch.

              Ich streichel mich selbst und das imaginäre Küssen sorgt auch für eine gewisse Befriedigung, aber einen realen Menschen vor sich zu haben, mit dem man reden, lachen und sich anlehnen kann, ist doch was anderes.

              Liebe fehlt mir so.

              Kann man eigentlich sterben, wenn man nicht geliebt wird?

              Sicher, mein Sohn liebt mich, aber diese Art von Liebe meine ich natürlich jetzt hier nicht. Das ist die Liebe eines Kindes an seine Mutter und nicht die Liebe zwischen zwei gleichberechtigten Erwachsenen.

              Mir fehlt ein Mensch, auf den ich mich verlassen kann. Der ehrlich und aufrichtig ist, liebevoll und sanft und doch voller Tatendrang und mitten im Leben steht.

              Ist das zuviel verlangt?

              Dieser Mensch könnte behindert sein, das stört mich nicht, bin ja selbst behindert und auch als ich das nicht wusste, hat mich eine Behinderung bei einem anderen Menschen nie gestört. Das klingt doof so, ich weiß jetzt nicht, wie ich es umschreiben soll...

              Das Dumme an dieser langen Dürreperiode ist, dass ich nun... sobald jemand einfach nur nett zu mir ist, mein Himmel voller Geigen hängt. Früher ist mir das nicht aufgefallen, aber das war schon immer so, wenn mich mal jemand mochte.

              Damals hab ich dann sofort unbewusst dafür gesorgt, dass mich derjenige, der mich nett fand bald darauf nicht mehr nett fand. Also ich will sagen, dass ich mich so benommen habe, dass der andere unbedingt das Gefühl bekommen sollte und auch meistens bekam, dass ich ein Scheiß-Typ bin und überhaupt nicht liebenswert. - Ja ich weiß, sich selbst erfüllende Prophezeihungen...

              Vor 6 Jahren war das anders. Da habe ich mich ganz spontan und ich bin nie spontan, auf einen anderen Menschen eingelassen und wir hatten einige wunderschöne Stunden zusammen.

              Ich bin doch ganz schön erbärmlich, findet ihr nicht?

              Da kommt mal wieder ein Mensch vorbei und findet mich nett und ich flipp total aus, bin total aus dem Häusschen, als hätte ich 6 Richtige im Lotto...

              Am liebsten würde ich denjenigen schon wieder vergraulen...

              Condor

              Kommentar


                Zu meinem Partner sei noch angefügt, dass er heute ganz normal nett ist. Bisher keine blöden Sprüche oder Angriffe... da fühle ich mich dann gleich wieder schuldig, dass es doch an mir liegt, dass er mal so und mal so ist.

                Ich hab vor Jahren schon Die Masken der Niedertracht gelesen... hab auch unsere Ehe darin voll wieder gefunden, aber trotz alledem kriege ich diese Zweifel nicht weg...

                Was er sich in seiner Fantasie mit mir vorstellt, wenn er sauer auf mich ist, wollte er mir leider nicht verraten. Ich hab ihm geraten, eben nicht alle Wut aufzustauen, sondern die auch mal woanders abzugeben, beim Sport, Sex, was weiß ich. Hat er bisher nix zu gesagt.

                Auch wenn ich Heute ziemlich traurig klinge und auch traurig bin, so ist es eine andere Traurigkeit, als wie wo ich depressiv war. Da war die Traurigkeit so tief und so vernichtend. Jetzt bin ich traurig, mehr aber nicht. Merkwürdig ists aber schon, ich kenn das nicht, dass man einfach nur traurig ist, ohne sich gleich umbringen zu wollen...

                Condor

                Kommentar


                  Hatte grad was Tolles im Fernsehen geschaut... Programm | de - ARTE

                  Und mich dabei erinnert, dass ich früher mal an Kunst und Kultur sehr interessiert war...

                  Ansonsten gehts mir besser als vorhin.

                  Condor

                  Kommentar


                    Am liebsten würde ich denjenigen schon wieder vergraulen...
                    ein kurzer Gedanke von einer stillen Mitleserin

                    Du bist nicht erbärmlich, Condor.

                    Ich empfinde es als total normal, dass du dich freust über diese Begegnung.

                    Bei mir kommt es so an, dass du an einem alten Muster fest hängst.
                    Du hast das Muster erkannt (vergraulen von lieben Menschen) und könntest mit diesem anderen lieben Menschen, heute anders umgehen als zu früherer.

                    Kommentar


                      Lieber Condor,

                      Zitat von Condor Beitrag anzeigen
                      Merkwürdig ists aber schon, ich kenn das nicht, dass man einfach nur traurig ist, ohne sich gleich umbringen zu wollen...
                      Condor
                      das ist ein sehr schönes Zeichen dafür, wie weit Du schon in Deiner persönlichen Entwicklung vorangeschritten bist. Ich kenne das auch, früher ging es immer so unglaublich in die Tiefe, wenn mir etwas weh tat und heute stürze ich nicht mehr ins Bodenlose, sondern da ist ein inzwischen ein Fundament, das mich trägt und den Aufprall verhindert. Es freut mich sehr, dass Du das auch kennenlernen darfst.

                      Am liebsten würde ich denjenigen schon wieder vergraulen...
                      Ich stimme Muttutgut zu - das ist ein Muster und hat absolut nichts mit "erbärmlich sein" zu tun. Ich habe dieses Muster auch in mir und setze mich gerade sehr stark damit auseinander. Ich glaube, das Muster entwickelt sich dadurch, dass man vielleicht in der Kindheit zu wenig Liebe und Aufmerksamkeit bekam, wenn man diese dann doch endlich bekommt, ist man einerseits unglaublich dankbar und würde demjenigen am liebsten um den Hals fallen, andererseits macht einem dann diese Nähe vielleicht sogar Angst und man vergrault den anderen wieder? Das wäre jedenfalls eine mögliche Erklärung, wobei es ja auch immer individuell ist von Mensch zu Mensch.

                      Lg
                      Lane

                      Kommentar


                        Lieber Condor,

                        Zitat von Condor Beitrag anzeigen
                        Früher, vor dieser Liebe von vor 6 Jahren, habe ich jegliche Art von Berührungen wie Schläge ins Gesicht erlebt. Teile meines Körpers durfte niemand anfassen, sie waren wie tot. Das hing mit der Transsexualität wohl zusammen und ist für TS Leute normal. Nicht einmal meinen eigenen Körpergeruch konnte ich damals ertragen.

                        Das hat sich durch die Transition gebessert, ich mag meinen Körpergeruch und ich mag es gestreichelt zu werden. Das ist schön, nicht mehr schlimm.
                        Diese positiven Veränderungen, die durch Deine Transition möglich wurden, hat natürlich auch Bedürfnisse spürbar gemacht, die Du vorher nicht haben konntest. Es tut mir leid, dass Du sie momentan in Ermangelung eines passenden Partners noch nicht leben kannst. Gleichzeitig denke ich, dass dort, wo Bedürfnisse bestehen, sich auch ein Weg bahnt - nur: diese Bahnungsphase kann auch sehr lange und evetuell leidvoll verlaufen....

                        Das Dumme an dieser langen Dürreperiode ist, dass ich nun... sobald jemand einfach nur nett zu mir ist, mein Himmel voller Geigen hängt. Früher ist mir das nicht aufgefallen, aber das war schon immer so, wenn mich mal jemand mochte.
                        Das ist auch nicht ungewöhnlich, wenn man sonst mit viel nicht-liebevollem Verhalten klarkommen muss....

                        Damals hab ich dann sofort unbewusst dafür gesorgt, dass mich derjenige, der mich nett fand bald darauf nicht mehr nett fand. Also ich will sagen, dass ich mich so benommen habe, dass der andere unbedingt das Gefühl bekommen sollte und auch meistens bekam, dass ich ein Scheiß-Typ bin und überhaupt nicht liebenswert. - Ja ich weiß, sich selbst erfüllende Prophezeihungen...
                        Auch das ist leider nicht ungewöhnlich in einer solchen Situation. Aber warum sollte es inzwischen nicht ganz anders laufen? Du hast in den letzten Jahren so viel erreicht, so viel verändert, das Dich Dir selbst näher gebracht hast. Ich denke, je dichter man an dem dran ist, was man im innersten Kern wirklich ist, desto besser kann man auch in so besonderen Begegnungen mit Menschen, die einem wichtig sind, seinen eigenen Gefühlen gemäß handeln, ohne sich selbst zu blockieren.

                        Ich bin doch ganz schön erbärmlich, findet ihr nicht?
                        Nein, das finde ich ganz und gar nicht! Du hast in diesem Leben schon eine Menge Mist beseite schaufeln müssen, der anderen erspart geblieben ist. Dadurch wird der Weg für bestimmte schöne Seiten des Lebens erst jetzt frei. Aber vielleicht heißt das auch, dass dieser Weg gerade deswegen, weil er so heiß erkämpft worden ist, besonders intensiv genossen kann?!

                        Da kommt mal wieder ein Mensch vorbei und findet mich nett und ich flipp total aus, bin total aus dem Häusschen, als hätte ich 6 Richtige im Lotto...
                        Irgendwie gehört das doch zum Verliebtsein dazu, oder?

                        Liebe Grüße sendet Dir
                        Chaja

                        Kommentar


                          Hallo Muttutgut,

                          du hast recht, ich brauche diesen Menschen heute nicht mehr vergraulen, warum auch, er ist da und ich kann mich freuen und das tue ich auch.


                          Hallo Lane777,

                          ja, es ist ein altes Muster.
                          Außer von einem Verwandten habe ich nie Liebe und Zuneigung, Verständnis und positive Aufmerksamkeit bekommen. Dass ich jetzt auf jede, noch so kleine, positive Aufmerksamkeit abfahre, ist demnach wohl verständlich und doch schwierig.

                          Fast hätte ich heute gesagt, hey, her mit der Traurigkeit... denn es tut so gut, nur einfach traurig zu sein und nicht gleich sein Leben beenden zu wollen.


                          Hallo Chaja,

                          Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                          Gleichzeitig denke ich, dass dort, wo Bedürfnisse bestehen, sich auch ein Weg bahnt - nur: diese Bahnungsphase kann auch sehr lange und evetuell leidvoll verlaufen....
                          Was meinst du damit?
                          Vielleicht weil meine Liebe nicht erwiedert wird?
                          Oder weil derjenige schon vergeben ist?
                          Ich kann warten...
                          Und mit Leid kann ich umgehen...


                          Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                          Auch das ist leider nicht ungewöhnlich in einer solchen Situation. Aber warum sollte es inzwischen nicht ganz anders laufen? Du hast in den letzten Jahren so viel erreicht, so viel verändert, das Dich Dir selbst näher gebracht hast. Ich denke, je dichter man an dem dran ist, was man im innersten Kern wirklich ist, desto besser kann man auch in so besonderen Begegnungen mit Menschen, die einem wichtig sind, seinen eigenen Gefühlen gemäß handeln, ohne sich selbst zu blockieren.
                          Da ist eben immer noch das Gegenüber. Was, wenn die Gefühle nicht erwiedert werden?


                          Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                          Aber vielleicht heißt das auch, dass dieser Weg gerade deswegen, weil er so heiß erkämpft worden ist, besonders intensiv genossen kann?!
                          Liebe erlebe ich immer sehr intensiv. Oft zu intensiv für das Gegenüber. Im Ernst, viele Menschen können mit der Intensität der Gefühle von Autisten nichts anfangen oder sind damit schnell überfordert. Es ist, als könne man fliegen, aber die anderen können das nicht.


                          Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                          Irgendwie gehört das doch zum Verliebtsein dazu, oder?
                          Verliebt zu sein, ist das schönste Gefühl von allen. Selbst wenn es letztenendes nicht reicht, so möchte ich das Gefühl der Verliebtheit nicht missen.

                          Condor

                          Kommentar


                            So denn...

                            das Wochenende war ok, mein Partner war nett.

                            Bisher habe ich mir dann immer eingeredet, dass wir doch eine Familie sind und wir es irgendwie doch schaffen können, zusammen gut auszukommen bis wir uns unweigerlich doch irgendwann voneinander trennen werden. Ich glaube, dass ist uns beiden schon lange klar. Da es aber unseren Sohn zerreissen würde, bleiben wir zusammen und versuchen das Beste daraus zu machen. So die Theorie.

                            Aber ich leide, also funktioniert nicht, was wir uns vorgenommen haben.

                            Ich hab gelesen, dass es für Autisten nicht untypisch ist, an einer Beziehung festzuhalten, die einem nicht gut tut, weil man oft so wenig Freunde hat, dass man dann diesen Freund nicht auch noch verlieren will.

                            Fakt ist, dass es nicht viele Menschen gibt, die gern mit Autisten zusammen sind. Das geht nicht nur mir so, das geht ganz vielen Autisten so.

                            Ich frage mich, ob ich überhaupt noch in der Lage wäre, eine normale, nicht aggressive Beziehung zu führen, obwohl ich mich sehr danach sehne?

                            Mein Partner sagt oft zu mir (und auch zu unserem Sohn), dass ihn unser Autismus nervt und dass er Männer nicht ausstehen kann. Wie schön, denn sein Sohn soll auch mal ein Mann werden. (Zur Info: Mein Partner glaubt ja auch TS zu sein und steht nur auf Frauen, lesbische Frauen, um genau zu sein.)

                            Wenn ich mal jemanden kennen gelernt habe, dann werden diese Menschen alle von meinem Partner annektiert, er bezeichnet sie dann auch als seine Freunde. Vielleicht sind deswegen auch einige verschwunden.
                            Durch Zufall habe ich vor 6 Jahren einen Chatverlauf gesehen, wo er mit meiner damaligen Freundin gechattet hat und sie sich pornografisches Zeugs erzählt haben, was der andere mit dem anderen machen würde. Als ich beide darauf ansprach, haben sie sich gegenseitig beschuldigt, nur mitgemacht zu haben, um dem anderen einen Gefallen zu tun und nicht als unhöflich zu gelten. - Geglaubt hab ich ihnen das damals nicht, aber was sollte ich schon machen und da die Beziehung zu der Frau dann auch bald danach in die Brüche ging, wars auch nicht mehr so wichtig.

                            Aber es ist schon so, dass jetzt, wo ich mich vielleicht wieder verliebt habe (ich schreibe vielleicht, weil ich dabei bin, mir das Ganze unbewusst wieder auszureden und es nicht stoppen kann, so sehr es mir selbst auch weh tut), kommt die Angst, er macht das vielleicht wieder.... und er kann dann sehr lustig, witzig, spritzig und charmant sein. Dagegen sehe ich dann aus wie ein unhumoristischer Vollidiot. - So hat er mich damals gefangen, so fängt er die Leute heute noch.

                            Und wenn ich nicht aufpasse, dann ists auch bald seine Freundin oder unsere. Muss ich also für mich behalten, kann ich ja auf die Tools schieben, wenn ich fröhlich durch die Gegend tanze, hab ich mir so gedacht.

                            Wenn ich noch tanze... sich zu verlieben ist zwar ein schönes Gefühl, aber so unsicher...

                            Vielleicht bin ich auch immer noch nicht bereit dazu... und passen tuts eigentlich jetzt auch nicht, aber passt die Liebe immer? Meistens eher nicht, oder?

                            Condor

                            Kommentar


                              Ich glaube, Autist zu sein, hat auch seine Vorteile.

                              Ich habe erst einmal für mich beschlossen, mich nicht der Verliebtheit voll und ganz hinzugeben. Das ist mir zurzeit zu anstrengend und passt mir auch echt nicht in den Kram.

                              Im Grunde suche ich doch mehr nach einer Freundschaft im kumpelhaften Stil, also keine Liebesbeziehung.

                              Ich suche jetzt jemanden, mit dem ich mich austauschen kann, der mich mag und den ich mag.

                              Sollte daraus dann eine Verliebtheit entstehen, so kann man dann immernoch sehen, was man daraus macht.

                              Ob es so machbar ist, wird sich zeigen, aber ich will mich einer so plötzlichen Verliebtheit, die dazu noch sehr ungelegen kommt, nicht weiter aussetzen. Es ist schön zu wissen, dass ich es noch kann und das reicht mir im Moment auch.

                              Condor

                              Kommentar


                                Ich bin eigentlich kein normaler Autist, denke ich, die meisten sind doch pflegeleichter, was ich bisher so erfahren habe, die machen ihr Ding und gut ist.

                                Ich habe mich auch schon in Vergangenheit mit anderen Asperger Autisten böse zerstritten. Meistens ging es darum, dass ich mich nicht verar..... lasse, da bekommt man bei mir keine zweite Chance, jedenfalls keine neuen Leute.

                                Dabei denke ich, dass letztenendes die Erziehung, die man erfahren hat, über das entscheidet, wie man heute so ist und ob man somit leicht mit einem Menschen umgehen kann oder nicht. Mit mir ist das nicht leicht. Der emotionale/seelische Missbrauch, den meine Eltern und andere an mir begangen haben, wird wohl, so sieht es aus, lebenslange Folgen für mich haben.

                                Sicher, die Tools, die helfen mir erst Mal für das, was jetzt ist, aber für den Schaden, der angerichtet ist... helfen sie noch nicht.

                                Manchmal möchte ich das alles vergessen, aber es ist so viel, dass ich nicht alles vergessen kann und gerade, wenn wie jetzt, etwas Unvorhergesehenes geschieht und meine eigenen Gefühle mich regelrecht überfahren, dann schalten sich automatisch die Gespenster der Vergangenheit ein und machen alles zunichte.

                                Meine Gefühle sind immer viel zu viel für mich. Sie überwältigen mich, sie rauben mir jeglichen Verstand.

                                Das für mich größte Dilemma ist, dass die, die an diesen Folgen beteiligt waren, also meine Eltern, es niemals begreifen werden, was sie wirklich getan haben.

                                Ich habe nach 3 Jahren reiflicher Überlegung meinen Eltern, bzw erst mal meiner Mutter, nun doch mein Testergebnis von meinem Autismustest gegeben. Und ich habe ihr auch gesagt, dass alles, was ich getan habe, in für mich bestem Gewissen getan habe. - Da war sie überrascht, fast ärgerlich, inzwischen haben wir aber noch mal drüber geredet und sie weiß, was ich meine.
                                Zu meinem Testergebnis, welches sie wohl auch nur zum Teil verstanden hat, aber nicht nachfragen wollte, hat sie nicht viel gesagt.
                                Meine Mutter zeigt zwar inzwischen ein wenig Interesse für mich und meinen Autismus, vielleicht eher erzwungenermaßen, weil ihr einziger Enkel eben auch Asperger Autist ist und sie wenigstens ihn besser verstehen und einschätzen wollen, aber sie stößt dabei an Grenzen, die für mich wiederum schwer nachvollziehbar sind.

                                Meine Mutter krallt sich jetzt an das Argument fest, dass sie ja damals nichts gewusst haben. Sie haben zwar gesehen, dass mit mir was nicht stimmt, haben aber gedacht, ich würde das alles absichtlich machen, um ihnen ihr wohlverdientes schönes Leben zu zerstören.
                                Ich bin z.B. nicht vorm Laufen gekrabbelt, sondern habe meine Beine wie eine Robbe hinter mir hergezogen. Laufen konnte ich erst sehr spät, aber gesprochen habe ich sehr früh und sehr gut.
                                Ich habe oft die Anweisungen meiner Eltern nicht verstanden oder konnte ihnen nicht zuhören, wobei sie dachten, dass ich ihnen nicht zuhören wollte.
                                Es gab noch viel mehr Anzeichen, die mir alle als böse Absicht unterstellt wurden. - Und, an die jüngeren Leser hier, es gab kein Internet, nichts, wo ich mich hätte informieren können.

                                Ich kann sie aus ihrer Sicht sogar verstehen. Wenn man so ist, wie sie es sind, dann hinterfragt man nichts. Man kommt nicht mal auf die Idee.

                                Lange Jahre habe ich mit meinem Schicksal gehardert, hat mich depressiv gemacht, mich mehrere Selbstmordversuche gekostet und doch hat es mich nicht getötet, jedenfalls nicht ganz.

                                Ich bin meinen Eltern heute nicht mehr böse, vor allem, weil ich ihre Sichtweise verstehen kann und weil ich niemandem böse sein kann, der nicht in der Lage ist, zu begreifen und zu verstehen.

                                Es macht mich aber traurig, dass wir, meine Eltern und ich, dieses Kapitel meines Lebens nicht werden abschließen können, weil sie es nicht begreifen können.





                                Und wer auch immer in Zukunft mit mir sein Leben teilt, gesetz den Fall, dass dazu überhaupt jemand bereit sein wird, der wird über kurz oder lang Bekanntschaft mit den Folgen meiner erlebten Erziehung konfrontiert:
                                • eine unbegründete Angst vor anderen Menschen und nicht vorhersehbaren Ereignissen
                                • ein tiefes Misstrauen gegenüber mir selbst und anderen Menschen
                                • plötzliches und häufiges Weinen, sowohl über traurige Dinge, als auch über die kleinen Wunder am Wegesrand
                                • einen höchst verletzten und schnell verletzbaren Menschen
                                • einen latent depressiven Menschen
                                • einen unreifen Menschen, dessen wahres Alter nicht zum erlebten Alter passt
                                • schlechtes Selbstbewusstsein
                                Hört sich jetzt wahrscheinlich alles sehr theatralisch an... mir ist grad so danach.

                                Condor

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