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Gerne. Auch mit Verlaub: glaubst du wirklich, ich würde solchen Scheibenkleister, den du mir in grün unterstellst, glauben und auch noch hier im Forum ausposaunen ?Zitat von Die_Reifende Beitrag anzeigenMit Verlaub, darf ich darauf antworten...
z.B.:
Wärst du lieber Jahrzehnte ohne jegliche Erfahrung durchs Leben gegangen, um am Ende - gereift durch nachgelesene Erfahrungen - im Rentenalter plötzlich mit jemandem glücklich zu sein? Sowas gibt´s ja nicht mal im Märchen.
Bitte lies meinen Text mal aus einer anderen Perspektive und bitte im Kontext mit dem ganzen Faden. Ja? Danke.
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Träumerin!?
Danke @Reifende,
das sehe ich schon auch so.
Meinst du, lieber Sheperd, du hättest jetzt (ohne all diese vorherigen Erfahrungen) erkannt, dass das (evtl.) die Richtige für dich ist? Lernt man nicht letztendlich zumindest durch manche Erfahrung(en)?
Okay, durch den Schmerz bin ich gegangen - darauf hätte ich ehrlich gesagt auch verzichten können ... Aber: und zum ersten Mal seit Wochen sehe ich mal wieder etwas positiv: durch all diese Erfahrungen wäre ich wohl heute nicht an der Stelle wo ich eben heute bin!? Und: natürlich wäre mir auch 100 mal lieber gewesen, gleich und am besten noch in jungen Jahren den Richtigen zu fnden.
Noch etwas: selbst durch alles nachlesen, wird man wohl selbst nicht klug (ich zum. nicht). Ich denke mal, jede Erfahrung sieht anders aus und sowas aus der Theorie von anderen zu lernen, das klappt nicht. Jeder Mensch ist doch anders ...
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Träumerin!?
Hm. Dein letzter Beitrag @Sheperd macht mich nachdenklich.
Wie meinst du das dann im Kontext zu meinem Faden? Das verstehe ich gerade auch nicht so ganz.
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Zitat von Die_Reifende Beitrag anzeigenMit Verlaub, darf ich darauf antworten...Ich stelle mir gerade eine Person vor, die sich vorher alles anliest und nun weiß, was andere für Fehler gemacht haben. Die Person weiß jetzt, wie man es nicht machen sollte und macht es jetzt "RICHTIG". Wetten dass sie trotzdem Fehler macht?Zitat von Shepherd
Du hast den Vorteil, einen Haufen Erfahrungen nachlesen zu können und wirst darin so manchen aus erster Hand geschilderten Irrtum wiederfinden, an dem du als Junggesellin glücklicherweise vorbei geschlittert bist ...
Glaubst du das selbst, was du da schreibst? Hättest du auf all die Erfahrungen, die ja auch mit Schönem gekoppelt sind, verzichten wollen, nur um keine Fehler zu machen? Hättest du im Ernst lieber Jahrzehnte "verwartet", anderen beim Leben unbeteiligt zugeschaut, um aus ihren Fehlern zu lernen, anstatt selbst zu erfahren und zu leben? Wieso hast du das nicht nach dem ersten gescheiterten Versuch gemacht?
Ich bin nach etlichen fahrlässigen Irrtümern, vielen Fehlern und einer beschämenden Liste von Fehlentscheidungen erst im Rentenalter "fündig" geworden.
Lerne aus den Fehlern der anderen und du wirst nicht so lange zu warten brauchen.
Wärst du lieber Jahrzehnte ohne jegliche Erfahrung durchs Leben gegangen, um am Ende - gereift durch nachgelesene Erfahrungen - im Rentenalter plötzlich mit jemandem glücklich zu sein? Sowas gibt´s ja nicht mal im Märchen.
Es ist doch nun mal so, das niemand fehlerfrei ist (und wenn doch, werfe er den ersten Stein) und gerade das macht einen Menschen doch erst aus. Wenn immer alles glatt laufen würde, müsste der Mensch sich nicht anstrengen und wir würden immer noch mit der Steinaxt am Lagerfeuer sitzen.
Ich habe mal einem Vorgesetzten gesagt, dass Fehler dazu da sind, gemacht zu werden. Er sagte, dass er es anders sehe und stellte mir die Frage, wie oft eine Hebamme ein Kind fallen lassen dürfe. Ich sagte ihm: Gar nicht, aber wie oft passiert das?
Ich möchte auf die Fehler, die ich in meinem Leben gemacht habe, nicht vezichten, denn die haben mich zu dem gemacht, was ich bin.
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Träumerin!?
@Sheperd:
wolltest du mir sagen, den Fokus von diesem Thema wegzulenken, mich auf anderes zu konzentrieren?
Nachdem die letzten Wochen - na ja, anders waren als sonst - kam dieses Thema auch wieder hoch. In dem Moment, wo es mir nicht gut geht, dass dann niemand für mich da ist. Wenn man mal Hilfe braucht/benötigt.
Nach meinen letzten beiden (mehr oder weniger) schmerzlichen Erfahrungen habe ich eh erst mal (beziehtungstechnisch) genug von der Männerwelt. Durch meine - hoffentlich bald! - anstehende "Kur" ist mein Fokus doch sehr darauf ausgerichtet und vorher hier alles soweit in Ordnung zu bringen, dass ich mal ein paar Wochen "ausfallen" kann.
Und: wahrscheinlich ist das eh der bessere Weg, mir keine Illussionen mehr zu machen, dass da mal noch was "passiert" in meinem Leben. Und irgendwann "der Richtige" kommt.
Thema hier abgehakt!
Danke für's Zuhören und Lesen. Euch allen eine gute Nacht.
Träumerin
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_Yule
Stimmt, es ist immer eine gute Entscheidung, zu sagen, ich mach mir keine Illusionen mehr. Denn was soll dabei herauskommen? Illusionen sind Täuschungen, darauf können nur Ent-Täuschungen folgen.Und: wahrscheinlich ist das eh der bessere Weg, mir keine Illussionen mehr zu machen, dass da mal noch was "passiert" in meinem Leben. Und irgendwann "der Richtige" kommt
Du könntest deinen Satz also auch als positiven Neustart sehen: ich höre auf, mich mit Hilfe von Illusionen durchs Leben zu hangeln, sondern schaue, was das Leben eigentlich schon für mich bereitgestellt hat und was ich daraus machen kann, das mir gut tut.
oder so ähnlich..
Mich erinnert die Aussage an eine Situation in der Therapie, die für mich praktisch ein Schlüsselmoment war.
Es ging auch darum, dass ich zwar Männerkontakte hatte, aber meine Vorstellung von Beziehung nicht leben konnte. Meine Thera ging mir tierisch auf den Zeiger, indem sie immer wieder ein Korrektiv sein wollte und meinte, ich dürfte halt nicht so schnell dies und das machen oder sollte mehr so oder so agieren, etc. Ich motzte dann darauf hin, dass ich mich sicher nicht so verbiegen werde, wenn das von mir verlangt wird, dann verzichte ich auf Beziehung *schmoll*
Darauf hin sagte sie mir sinngemäß, Verhaltenstherapie bedeutet, dass ich ein Ziel habe und mein Verhalten entsprechend überdenken und ggf ändern kann, so dass ich das Ziel erreichen kann.
Es heisst aber auch, dass ich das Ziel ändern und erreichen kann, indem ich es auf mein Verhalten abstimme
*grübel*
OK, sagte ich, dann ändere ich das Ziel. Denn das, was der Fleischmarkt da von mir verlangt, bedeutet für mich Verbiegung und das möchte ich nicht. Also welches Ziel könnte ich haben, wenn ich so, wie ich bin, lebe, also mit dem gehe, was mir Freude und Befriedigung gibt?
Das Ende des Liedes war dann, dass ich für mich beschloss, das Beziehungsthema abzuschließen und dafür mir selbst etwas zu geben. In meinem Fall war das ein Wochenende im Monat in den Bergen oder anderen Plätzen meiner Kindheit, weil ich mich da mit mir allein immer sehr wohl gefühlt habe und auch heute regelmäßig solche Momente mit mir in der Natur brauche. Ich sagte, das Alleinsein schmerzt mich in der Stadt, aber an diesen Orten ist es eine Tankstelle für mich, weil es das schon immer war. Das hole ich mir wieder ins Leben, dann ist es ein Tausch und kein Verzicht.
Diese Lösung fühlte sich für mich sehr stimmig an und frei von Trotz und Verbitterung.
Was resultierte daraus? Ich kam mit meinem Freund zusammen, mit dem ich damals schon aus einem ganz anderen Zusammenhang heraus virtuellen Kontakt hatte. Und ich pflege unabhängig davon meine wieder gefundene Tankstelle allein in der Natur. Ein Jahr später lernte ich dann eine Frau kennen, die mittlerweile meine beste Freundin vor Ort ist und mit der ich viele Wanderungen und Kurzreisen mache, weil es absolut passt.
Über mein Ziel, das ich als folgerichtig auf mein Verhalten empfand und mir gesteckt hab, bin ich im Grunde weit hinaus geschossen. Geblieben ist aber das Gefühl unabhängig zu sein, falls die Beziehungen wieder gehen sollten, da diese Quelle, die ich über die Erinnerung an meine Kindheit in den Bergen wieder gefunden habe, völlig unberührt davon ist und bleiben wird.
Ich habe nie wirklich auf was gewartet. Immer, wenn ich in einer Warteposition war, war ich von mir selbst getrennt und vom Leben. Immer, wenn ich mich wartend wiederfinde, weiss ich, dass ich den Wartesaal verlassen muss, egal, zu was für einem Preis.
Denn Warten ist nicht leben. Und es geht hier doch um leben, oder nicht?
Ich habe halt meine Sachen gemacht, auch viel Sch... gebaut und Fehlentscheidungen getroffen, ähnlich wie Shepherd das schreibt. Und ich hatte die letzten Jahre Torschlusspanik in jeder Beziehung und habe seit ein paar Wochen nun das Gefühl, als wäre ich durch eine Tür gegangen und sehe den Raum der 2. Lebenshälfte nun zum ersten mal in seiner ganzen Reichhaltigkeit vor mir. Auch hier gibt es viele spielerische Elemente, aus denen sich was basteln und bauen lässt, auch hier gibts Perspektiven und Raum für Wege.
Ich hab die Tür sicher nicht gefunden, weil ich auf sie gewartet habe, oder weil ich mit einem Mann zusammen bin. Sondern weil ich dem gefolgt bin, was mich interessiert, was mir ein gutes Gefühl gibt, was mir Kraft gibt. Ich könnte meine derzeitige Beziehung gar nicht führen ohne diese eigene Spur, weil die Beziehung von mir, von uns beiden, viel Klarheit verlangt, weil jeder von uns auch noch seine Baustellen hat und es wichtig ist, dass er die für sich bearbeitet, ohne auszuweichen, ohne diese Illusion, dass das der Andere für Einen erledigen könnte usw. Das ist schmerzhaft, ja. Aber das ermöglicht es auch, den Blick über die Bauklötzchen streifen zu lassen, die da im eigenen Raum rumliegen und bewegt werden können. Und das ist es, das einem dann im Grunde niemand mehr nehmen kann.
Ein Mann kann immer auch wieder gehen, eine Beziehung zerbrechen. Auf so etwas warten bedeutet, dann auch die Krallen in die Beute schlagen zu müssen, um sie festzuhalten, wenn man sie denn hat. Weil man sonst nix hat. Viele Menschen leben diese Art von Beziehung und können damit zweifelsfrei auch glücklich werden, wenn sie sich da entsprechen. Wenn du das als die Erfüllung und als dein Beziehungsideal siehst, dann musst du eben so weiter machen, wobei Selbstmitleid leider ein schlechter Magnet für andere Menschen ist. Aber eine "Kur" mag vll reichen, um da kurzfristig mal auszusteigen.
Eine Therapie hingegen könnte helfen, die Grundlagen zu legen, in sich selbst wieder autonom zu werden und die Möglichkeiten im eigenen Leben neu zu erkennen und zu erschließen. Auch das geht oft nicht ohne Schmerzen ab, und nicht ohne Verluste. Aber dafür gibt es dann auch Platz für Neues, und im besten Fall für etwas, das einem dann tatsächlich entspricht.
Und noch was: auch wenn es sich so liest - nein, ich bin nicht in ner fetten Harmonieblase gelandet. Auch unsere Beziehung hat ganz schöne Herausforderungen und Stolpersteine, auch ich hab meine Verletzungen und Plessuren aus dem Leben davon getragen und meine Wundenleckphasen und Selbstmitleidsrunden, auch ich fasse immer wieder mal ins Klo oder guck sonst wie dumm aus der Wäsche. Aber das alles ist nichts, mit dem man nicht auch gut leben könnte. Es lässt sich nichts weg machen, aber es lässt sich sehr viel integrieren. Und darum gehts.
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Manchmal ist es mir zu anstrengend, hier mitzulesen. Nein, nicht zu anstrengend, ungeduldig werde ich und frustriert. So viele bereichernde Geschichten und dann ein „es wird alles beim Alten bleiben“. Dann lese ich die nächste Geschichte – davon, wie man es auch machen kann und was dann alles möglich ist – und staune wieder. Plötzlich bin ich selbst ganz motiviert und tatkräftig und habe Lust, ein paar Türen zu öffnen – zu wirken, zu erschaffen.
Und, liebe Träumerin, das ist kein Angriff gegen Dich, das ist alles meins. Der Dezember war nicht so mein Monat, ich habe mich oft selbst als faul und nichtsnutzig beschimpft, mich darüber geärgert, dass ich so teilnahmslos und passiv herumhänge. Manchmal fragte ich mich, ob ich überhaupt will, dass sich etwas ändert, ob es mir nicht still und heimlich gefällt, am Elend festzuhalten (denn was hätte ich, wenn es nicht mehr da ist?).
Ich habe einmal ein Buch mit dem Titel „Ich warte darauf, dass etwas passiert“ gelesen. In dem ganzen langen Buch ist nichts passiert, nichts hat sich entwickelt und manchmal habe ich Angst, dass ich mein Leben ebenfalls „verwarte“. Dabei weiß ich, dass ich es selbst in der Hand habe.
Eure Berichte sind ein wunderbarer Schubs in diese Richtung - voll Vertrauen, Wirksamkeit und Feiern - Danke, dass Ihr sie mit uns teilt. Und danke Träumerin, dass Du diese Geschichten „herausforderst“.
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das hast Du schoen beschrieben, liebe Yule, ich sehe es aehnlich, dass erst wenn man loslaesst meist alles kommt und nicht, wenn man es (als lOesung) herbeisehnt
- und ganz besonders gefaellt mir (da fuer ein neues aber sehr treffendes Bild) Dein Absatz ueber die Warteposition. Der hat so einen schoenen HInweischarakter fuer mich - um aufmerksam zu werden, wenn ich wieder nur noch rumsitze und warte. Danke!
Zitat von _Yule Beitrag anzeigenIch habe nie wirklich auf was gewartet. Immer, wenn ich in einer Warteposition war, war ich von mir selbst getrennt und vom Leben. Immer, wenn ich mich wartend wiederfinde, weiss ich, dass ich den Wartesaal verlassen muss, egal, zu was für einem Preis.
Denn Warten ist nicht leben. Und es geht hier doch um leben, oder nicht?
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Hallo Yule,
ich danke dir von Herzen für diesen Beitrag!
Diese Haltung vertrete ich mittlerweile selbst (nach jahrelanger harter Arbeit) bzw. baue auch noch einige Sachen dabei aus. Ja, für mich scheint dieser Weg der richtige zu sein. Trotz allem glaube ich, dass das nicht jedermanns Weg ist. Wer setzt sich schon so intensiv mit sich (in einer Therapie) auseinander? Ich muss sagen, ich beobachte in diesem Punkt viele andere Leute. Von manchen kann man was lernen, bei anderen sträuben sich mir die Haare. Mein Leben befindet sich noch im Aufbau, und ich muss einiges probieren, um weiter zu kommen.
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Das sind meine Lieblingspassagen.Zitat von _Yule Beitrag anzeigen
Über mein Ziel, das ich als folgerichtig auf mein Verhalten empfand und mir gesteckt hab, bin ich im Grunde weit hinaus geschossen. Geblieben ist aber das Gefühl unabhängig zu sein, falls die Beziehungen wieder gehen sollten, da diese Quelle, die ich über die Erinnerung an meine Kindheit in den Bergen wieder gefunden habe, völlig unberührt davon ist und bleiben wird.
Eine Therapie hingegen könnte helfen, die Grundlagen zu legen, in sich selbst wieder autonom zu werden und die Möglichkeiten im eigenen Leben neu zu erkennen und zu erschließen. Auch das geht oft nicht ohne Schmerzen ab, und nicht ohne Verluste. Aber dafür gibt es dann auch Platz für Neues, und im besten Fall für etwas, das einem dann tatsächlich entspricht.
Wobei ich hierzu anfügen möchte, dass man für eine Therapie auch innerlich bereit sein muss. Therapie ist kein Ponyhof. Man muss die Veränderung wollen.
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