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Das Leben zu Ende leben

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    Ich hätte dir so gewünscht, dass es anders geht - aber vielleicht ist das so der Weg zur Heilung.

    Kann mir gut vorstellen, dass du viel grübbelst - mit wem kannst du drüber reden.
    Reden, reden, reden - manchmal ist es die Rettung.

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      Die Hauptursache liegt darin begründet, dass beide sich nicht weiterentwickelt haben, sondern auf dem Stand stehen geblieben sind, auf dem sie in einem gesunden Erwachsenenalter waren.
      Sie haben beide nicht an sich gearbeitet und tun das auch jetzt nicht, obwohl das meiner Meinung nach in jedem Alter möglich ist.

      Meine Schwester ist ein Mensch, die immer sehr kontrolliert gelebt und gearbeitet hat, eine Perfektionistin par excellence. Sie kommt mit ihrem behinderten körperlichen Zustand gar nicht zurecht und leidet entsprechend, fühlt sich abgewertet.
      Sie habe immer großen Wert auf kultiviertes Essen gelegt, sagte sie gestern zu mir, jetzt esse sie wie ein Tier. Das stimmt so natürlich nicht. Sie kann halt nur mit links essen und kleckert ziemlich viel.
      Mit anderen Menschen hatte sie schon immer Schwierigkeiten, weil sie sich selbst genug war. Jetzt ist sie auf fremde Menschen angewiesen und ist kaum in der Lage, eine der Pflegeschwestern auch nur anzufassen, um sich festzuhalten. Auch das sagte sie mir. Es sei für sie so erniedrigend, sich waschen und anziehen zu lassen.
      Alles, was ich zu ihr sagte, prallte ab. Dass das eben auch Menschen sind, die, wie sie ja von meinem Mann weiß, ihren Beruf gerne ausüben, um anderen Menschen zu helfen. Sie experimentiert trotz meiner Warnungen an ihrem Tavor herum, weil sie damit so fest schläft, dass sie nicht mitbekommt, wenn ihr Mann ins Bett kommt. Das möchte sie aber; absolute Kontrolle eben.
      Sie verbarrikadiert sich in ihrer Trauer um den "verlorenen körperlichen Zustand".

      Mein Schwager ist genauso ein Perfektionist. Deshalb braucht er auch für alles so lange.Ihm ist es gesundheitlich immer gut gegangen, so dass er schon bei kleinsten Einschränkungen (Schmerzen in der Schulter) am Boden zerstört war.
      Er ist jetzt 86 und kann nicht akzeptieren, dass er für vieles nicht mehr die Kraft hat. Er schafft es kaum noch, meine Schwester aus dem Bett zu bringen und sie anzuziehen. Technische Hilfsmittel kann er akzeptieren, aber keine von anderen Menschen. Er fühlt sich dann, genau wie meine Schwester, abgewertet. Das lässt sein Stolz nicht zu. Er glaubt, er habe das ewige Leben.
      So konzentrieren sich seine Bemühungen dann auch auf die Besorgung der technischen Hilfsmittel, mit sehr großem Aufwand.
      Mir wurde gestern die Reihenfolge mitgeteilt: Treppenlifter durchs ganze Haus bzw. ein richtiger Aufzug mit Mauernabriss, neue, versetzte Haustür. Als nächstes eine elektronische Hebehilfe fürs Auto, weil er den zusammengeklappten Rollstuhl nicht mehr in den Kofferraum packt.
      Erst dann will man sich, gegebenfalls, um eine Polin bemühen, die aber so kochen muss, wie sie sich das vorstellen.

      So ist, ganz sachlich gesehen, die Lage.
      Ich bin leider nicht in der Lage, beide zu therapieren, das würden sie ja auch gar nicht mit sich machen lassen.
      Psychische Probleme existieren für meinen Schwager eh nicht, schon gar nicht bei sich selbst; meine Schwester war ja in Therapie, das hat aber nichts gebracht, weil sie die Hälfte überhaupt nicht gesagt hat mit der Begründung: "Das geht den Therapeuten nichts an."

      Und so muss ich sie beide machen lassen, unflexibel, in alten Strukturen erstarrt, bis mein Schwager zusammenklappt und meine Schwester ins Heim muss.
      Wie gerne hätte ich ihr das erspart!

      Ich habe versucht, alles zu machen, was ich machen konnte. Mehr geht nicht, wenn ich auf mich achten möchte.

      Ich muss sie loslassen bevor sie gestorben sind.
      Das tut sehr weh!

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        Mensch, eine Rückfrage: was kannst bzw. willst du denn machen? Du bist doch genauso ein Mensch wie die anderen auch, von denen die Hilfe abgelehnt wird. Das heißt, sie wären auch dir "verpflichtet", und von dir - nach ihrer Logik! - gedemütigt, weil sie deine Hilfe bräuchten!

        Entweder das - oder sie würden möglicherweise dich abwerten, deine Unterstützung als selbstverständlich hinstellen müssen, um sich ihrer Abhängigkeit nicht bewusst zu werden, denn die ertragen sie ja nicht.

        Ich fühle mit dir bzw. mit euch, unbekannterweise. Es muss die Hölle auf Erden für sie sein, mit zunehmend schwindenden Kräften und Möglichkeiten, aber dem Bedürfnis, die Zeit mehr oder weniger einzufrieren.

        Und es muss schlimm sein, dem machtlos zuzusehen. Denn faktisch bist du das. Du könntest zwar praktisch zufassen, aber das würde das eigentliche Problem ja nicht lösen, sondern vermutlich eher verschärfen. Ich sehe auch keine andere Möglichkeit, als sich abzugrenzen, so schwer es ist. Es ist der Weg, den sie gewählt haben, unabhängig davon, ob er vernünftig ist oder nicht.

        Es tut mir leid. Auch für dich. Gerade für dich, weil du zusehen musst.

        Mygga

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          Ich gehöre zur Familie, Mygga, da ist das ein bisschen anders, aber nur ein bisschen.
          Und ich bin eben nicht bereit, für Dinge einzuspringen, für die beispielsweise die Sozialstation zuständig ist.
          Die Einstellung der beiden kann ich nicht ändern, und das wäre die Voraussetzung für eine Änderung der Situation.

          Um praktisch zu helfen, müsste ich meinen Mann und mein Leben zu sehr vernachlässigen, zumal sich unsere Tagesrhythmen nicht anpassen lassen.
          Ich habe das ja wochenlang gemacht und bin nicht umsonst am Ende meiner Kraft.

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            Es ist mal wieder Zeit für dieses Chanson, mit Text:

            http://musique-clip-paroles.e-monsit...sic-video.html

            Ich hoffe, ihr könnt so viel Französisch.

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              Zu deinem gestrigen posting:
              Wäre es vielleicht möglich, dass du dich mit der Sozialstation in Verbindung setzt, sprich ein Gespräch mit denen führst, in dem du denen genau das mitteilst, was du zuletzt gestern geschrieben hast - verbunden mit der Bitte, dass die Sozialstation diesbezüglich aktiv wird und entsprechende "Angebote" deiner Schwester und deren Mann unterbreitet. (Einmal hat es doch auch schon geklappt - siehe den "Aufreger" in deinem Urlaub)
              Zudem reiche ich dir mal virtuell meine Hand und sage: Es ist verdammt schwer, anderen klar zu machen, dass ich/du ein eigenes Leben führe und keine Maschine bin, die immer rund um die Uhr zu funktionieren hat. Selbst ein Hinweis: Das macht mich krank bzw. ich bin krank - das wird einfach überhört.......
              Muss denn immer erst "etwas Schlimmes passieren", dass die anderen aufwachen?

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                Die Sozialstation hat bereits Angebote unterbreitet.
                Weder meine Schwester noch ihr Mann sind bereit, Kompromisse einzugehen.

                Es passiert ja nichts Schlimmes. Sollte ich einen Herzinfarkt o.ä. bekommen, dann natürlich weil ich rauche!

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                  Hallo Mensch!
                  Du schaffst das, Du bist auf dem richtigen Weg.
                  Für die Pflege können andere in Anspruch genommen werden.

                  Du könntest Dich als Besucherin sehen und nur zur
                  Gesellschaft Deiner Schwester da sein, sofern Du die Zeit und
                  die Kraft dafür hast. Das ist anstrengend genug (vor allem in der Familie).

                  Ich wünsche Dir, dass Du es so - ohne schlechtes Gewissen zu haben - durchziehen kannst, denn das wird sich immer wieder melden.
                  (Ich kenne das)

                  Liebe Grüße
                  birdy

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                    Genau das versuche ich; mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.
                    Das Entfallen der Belastung, wenn ich nicht hingehe, wiegt das schlechte Gewissen (fast) auf.

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                      Die Sozialstation hat bereits Angebote unterbreitet.
                      Weder meine Schwester noch ihr Mann sind bereit, Kompromisse einzugehen.
                      .....dann sollen sie gefälligst auch die Konsequenzen für ihr Verhalten selber tragen - verdammt nochmal!

                      Es passiert ja nichts Schlimmes. Sollte ich einen Herzinfarkt o.ä. bekommen, dann natürlich weil ich rauche!

                      aber ja gewiss doch, nur weil ich auch rauche, sei mein Blutdruck so hoch, hab ich mir sagen lassen müssen - nicht vom Arzt! - der weiß genau wie ich: Studien haben belegt, dass rauchende Bluthochdruckpatienten einen im Mittel um 7 - 10 mmHG höheren systolischen Blutdruckwert haben.
                      Ziehe ich 10mmHG von meinem Wert ab ist dieser mit 173/98 im Mittel immer noch zu hoch. Organische Ursachen sind ausgeschlossen (gottlob) - bleibt also nur eine psychische Belastung. Dazu gehört neben Aufregungen jeder Art auch bei mir das immer wieder aufkommende "schlechte Gewissen". Es schleicht sich immer wieder ein und manchmal dauert es lange - (viel zu lange - siehe Auswirkung auf den Blutdruck) - bis ich wieder zu dem Punkt komme, wo ich mir selber sage: Du bist nicht verantwortlich für das was die anderen denken und fühlen - nur für dich selber! ....und dann suche ich gezielt solange nach guten Gedanken - bis ich mich besser bzw. wieder wohl fühle. - Hm - das ist meine Art damit umzugehen. Der Arzt gab mir aber auch folgenden Tipp: Ruhig mal Dampf ablassen: wütend sein und Ärger herausschreien - das befreit!
                      Möglicherweise ist das ja auch für dich, liebe Mensch, ein Option...
                      (Schocktherapie zum Wohle aller Beteiligten! - grins)
                      ....ich sollte es auch einfach mal wieder ausprobieren.....
                      Lieben Gruß
                      von Kämpfer

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                        Oh ja, das kann ich gut! Vor allem hier im Forum , wo es dann die trifft, die es gar nicht treffen soll.
                        Ich muss mich mal für alle "Ausbrüche" der letzten Zeit entschuldigen!

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                          Absolution von mir erteilt! - grins - auch wenn mir gerade kein konkreter "Ausbruch" von dir einfällt - hast halt einen "Freifahrtsschein" bei mir!

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                            Dankeschön.
                            Auch mal ein dickes Danke an all diejenigen, die hier mit mir im Gespräch bleiben.
                            Das tut mir gut, und ich fühle mich aufgehoben!

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                              Mal was für alle, die noch nicht zu Abend gegessen haben:

                              Gestern hat uns unser Kater eine halbverdaute Maus auf den Wohnzimmerteppich gekotzt!
                              Der Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde ist ihm sicher: Der Kater, der am weitesten kotzen kann....war bestimmt ne Springmaus, die er gefressen hatte!

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                                Zitat von Mensch Beitrag anzeigen
                                .war bestimmt ne Springmaus, die er gefressen hatte!
                                oder ne PC-maus, die sind auch unbekömmlich

                                Kommentar

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