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    Zitat von Pitti Beitrag anzeigen
    Dieser Dialog zwischen Mutter und Sohn erwischt mich sehr ...
    Wirklich eindrücklich! Vielen Dank für den Link, Pitti!

    Ich habe mich ein paar Jahre lang vegetarisch ernährt, nachdem ich in Finnland zufällig an einer riesigen Pelztierfarm vorbeigeradelt bin. Das sah aus wie in einem Gefängnis mit Stacheldraht, Wachtürmen, Kameras...! Und in diesem Komplex waren tausende junger Polarfüchse eingesperrt, jeder einzelne in einer kleinen Drahtbox - nebeneinander und übereinander gestapelt!!! Und wie mich dort einer dieser Füchse angeschaut hat über die Abschrankung hinweg mit einem unendlich taurigen Blick - das geht mir heute noch nahe...

    Zu meiner Schande musste ich aber feststellen, dass mein Körper mit einer völlig fleischlosen Ernährung nicht klar kommt und ich eine geringe Menge tierischer Proteine brauche.
    Seither kaufe ich 1x pro Woche eine kleine Portion Biofleisch oder Fisch, nach Möglichkeit aus der Region. Egal wie teuer das ist! Wenn schon Fleisch, dann soll das Tier vorher ein möglichst gutes Leben gehabt haben.

    Kommentar


      Zitat von Serafin Beitrag anzeigen
      ...

      Zu meiner Schande musste ich aber feststellen, dass mein Körper mit einer völlig fleischlosen Ernährung nicht klar kommt und ich eine geringe Menge tierischer Proteine brauche.
      Seither kaufe ich 1x pro Woche eine kleine Portion Biofleisch oder Fisch, nach Möglichkeit aus der Region. Egal wie teuer das ist! Wenn schon Fleisch, dann soll das Tier vorher ein möglichst gutes Leben gehabt haben.
      Wieso zu Deiner Schande? - Immer mehr Gespür dafür zu bekommen/haben, was der eigene Körper braucht, das finde ich großartig; und auch dem gefutterten Tier ein gutes Leben gegönnt zu haben ...

      Vor kurzem habe ich aus "Lust darauf" mal eines meiner Lieblings-Fleischgerichte gekocht, es genossen - und die Nacht darauf alles wieder rausgebracht... Bei mir läuft es momentan eher so, dass mein Körper mir zeigt, dass er das nicht mehr verträgt.... Wobei: Etwas mit Feta zu füllen/überbacken oder Tunfisch in den Salat zu bugsieren, kann ich mir immer noch gut vorstellen. Wie mein Körper das mittlerweile findet, werde ich - sollte ich das demnächst mal wieder probieren - rausfinden...

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        Heute gab's bei mir ein Rezept "Broccoli-Curry-Crunch" (frei nach Attila Hildmanns "Blumenkohl-Curry-Crunch" - und meine Güte, ich hatte nur Amranth eingekauft, im Rezept stand "gepopptes Amaranth" .... www sei Dank weiß ich jetzt auch, wie man Popp-Amaranth herstellt .... Und lecker war's :

        [IMG]http://*************/a/img580/749/mg7f.jpg[/IMG]

        Gut, dass ich bei all der veganen Kocherei nicht vergessen habe, wie "essen" geht ....

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          Hi Pitti, ich finde dieses Gericht sieht ja soo lecker aus! Ich bekomme direkt Lust, es nachzukochen

          Zwar ernähre ich mich nicht ganz vegan, denn dafür liebe ich Käse zu sehr...kann einfach nicht ohne
          Ein Fleisch-Tiger war ich aber nie, und wie bei Serafin haben sich einige Bilder in mein Gehirn eingebrannt, die ich nicht mehr vergessen kann. So habe ich dann irgendwann fast ganz auf Fleisch verzichtet, das war einfach, es schmeckt mir eben gar nicht so besonders.
          Als ich dann vor drei Jahren in der Zimmerei angefangen habe, ging mir aber ziemlich bald die Energie aus und ich musste mir was einfallen lassen, um, wie die Schweizer sagen, nicht "vom Stängeli" zu fallen.

          Nun hat ein guter Bekannter aus dem Appenzellerland eine Herde Schafe, von denen jedes Jahr zwischen 4 und 6 Lämmer geschlachtet werden. Lammfleisch ist natürlich Geschmackssache, kann man nicht drüber streiten. Aber ich mag es lieber als Schwein und Rind, oder Huhn ect. Muss mit den irischen Genen zusammenhängen
          Diese Lämmer sind in so guten Händen und ich glaube, sie sind bestimmt glücklich so lang sie leben. Am letzten Tag müssen sie nicht mal verladen werden, der Weg in die Metzgerei ist ein paar Minuten Fussmarsch.
          So ist es ein Ritual für mich (und auch für den Besitzer ) geworden, dass ich mir im Frühjahr ein Lamm aussuche. Ich verbringe immer etwas Zeit und behalte das Tier im Auge, kann es streicheln und ihm danken für seinen Weg, den es für mich gehen wird. Ich kann ihm in die Augen sehen und bringe die Markierung am Rücken selber an im Wissen, dass es ab jetzt noch einen Monat mit seinen Kumpels auf der Weide herumtollen wird. In diesem Zeitraum verbinde ich die Besuche bei meinem Bekannten dann auch mit einem Besuch bei "meinem" Lamm....
          Bis es dann in meiner Tiefkühltruhe landet. Ich kann ein Jahr davon essen und meinem Körper die Energie zur Verfügung stellen.
          Das letzte Tier habe ich sogar begleitet bis zum Schluss. Das war nicht schön, gewiss, aber es ging sehr schnell und der Schrecken ist kurz.
          So ist Fleisch essen etwas ganz anderes geworden für mich.

          Dies als kleiner Erfahrungsbericht unter Grünzeugliebhabern

          Herzliche Grüsse, Sonea

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            Hi Sonea,

            na, Du bist mir ja Eine: Grünzeug lieben und Lämmergeschichten erzählen!!!
            Wobei: Lammbraten schmeckt mit Grünzeug bestimmt noch „runder“….

            Nee, nu mal „in Ernst“:
            Über Deinen Erfahrungsbericht freue ich mich, und Dein Umgang mit „deinem“ Lamm beeindruckt mich. Es auszusuchen, ihm zu danken, es zu markieren und sogar zu begleiten bis zum Schluss, ja, bewusster, konsequenter und auch liebevoller geht’s kaum.

            Beim mehrmaligen Lesen deines Berichtes stiegen Bilder in mir hoch, und einer meiner ersten Gedanken war, dass es ja ähnlich wie beim Grünzeug-Anbau ist, wenn ich mein „Futter“ im Vorfeld hege und pflege, statt es nur einfach im Supermarkt aus dem Regal zu nehmen….


            Und dann brummt etwas in mir und sagt mir, dass da für mich doch ein spürbarer Unterschied ist… Aber welcher genau? Herrjee…

            Tiere steckt man nicht in den Boden, gießt sie und schaut, wie sie wachsen… Hmm… Irgendwie hat es was mit „Nähe“ zu tun… Sind mir Tiere „näher“ als Pflanzen? Ja… Inwieweit? … Bei einem Tier spüre ich mehr „Wesen“, Eigenheiten, Eigenleben, sogar Vorlieben… - Haben Pflanzen doch auch, sagt etwas in mir, die wachsen auch nicht überall gleich „gern“… Hmmm-mmm.....

            Mit „Wärme“?... Ja, auch… und klar, mit den Augen… da schaut mich „Seele“ an… - jetzt bloß nicht an die Augen der Kartoffeln denken *Scherz* -

            Komisch ist für mich, etwas Lebendiges zu streicheln mit dem Gedanken, es irgendwann zu essen… Nein, Salat oder Möhren kriegen von mir keine Streicheleinheiten… Ich freue mich, wenn sie gut gedeihen….

            Ich habe mir bisher diese Gedanken/Gefühle gar nicht so bewusst erlaubt. Fleisch wurde einfach gegessen, manches lieber als anderes. Fertig.

            Ui…. gerade fällt mir eine längst vergessene Szene wieder ein, dass ich schon mal als Kind nach abendlichem Fleischessen die Nacht gegöbelt habe wie ein Reiher ….

            Diesen Gesprächs-Raum, den der kleine Junge mit seiner Mutter bekommen hat, das wäre damals undenkbar gewesen. Vielleicht ist es auch das, was mich so tief berührt hat, wie er mit seinen Gedanken und Gefühlen wahrgenommen wurde… Ja, bestimmt….

            Es jetzt zu tun, kommt mir wie reiner Luxus vor. Es geht in meinem Leben also nicht mehr nur ums Überleben à la „Fressen und gefressen werden“… Ich spüre genauer hin, was mir, meinem Körper, gut tut, nehme mir die Zeit, das auszuprobieren. Eine klare Ideologie dazu habe ich (noch?) nicht – das wäre irgendwie einfacher, konsequenter…

            Aber wozu? Ist doch eh „prozessorientiert“…. Abenteuergeist… Ich weiß nicht wirklich, wohin mich mein Ausprobieren führt…. Wozu sich mit einer Ideologie herumschlagen, dann doch lieber einen veganen Einkaufszettel machen. …. Diesen Luxus gönne ich mir ....Jetzt ….

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              Hallo Sonea und Pitti,

              der Bericht von Sonea und ihren Umgang mit der Ressource "Fleisch" ist auch für mich keine "leichte Kost". Ich weiß nicht, ob ich das fertig brächte, etwas zu essen, was mir vorher lieb in die Augen geschaut hat.
              ...und da sehen wir mal wieder die ganze Scheinheiligkeit des jetzigen Systems. Würden alle gezwungen werden, das Tier zu kennen, was man dann in Scheiben auf den Grill legt, dann würde der Fleischkonsum wahrscheinlich drastisch zurück gehen. Aber durch das Anonymisieren ist Fleisch nur noch ein Produkt, etwas entseeltes, etwas materielles ohne Vorgeschichte.
              Ja, ich esse auch Fleisch...aber immer weniger. Und ich finde es gut und richtig, darüber nachzudenken, wie es dem Tier vorher ging. So, wie es ja auch Serafin tut.

              Liebe Grüße
              Glühwürmchen

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                Heja Pitti und Glühwürmchen

                Nein, das ist keine "leichte Kost". Geht mir auch so. Nur irgendwie hat sich das damals so gefügt, von aussen gesehen eigentlich mehr ein Zufall, und es ist für mich bis jetzt eine gute Lösung.
                Diesem Lämmchen, das mich so lieb anguckt und dem ich die Wahrheit nicht erklären kann, auch wenn ich es wollte, diesem Lämmchen gegenüber übernehme ich Verantwortung. Ich weine zum Abschied ein paar Tränen.... gehört in dem Moment irgendwie auch dazu. Es mag sich komisch anhören, aber wenn ich das Fleisch dann esse, dann bin ich auf eine seltsame Art froh darüber. Ja, man ist sich viel bewusster was hier eigentlich passiert, bei der Zubereitung und beim essen. Es fühlt sich auf jeden Fall "richtiger" an als früher, als das Fleisch noch mehr oder weniger "von irgendwo" kam.
                Natürlich macht man sich da bei Gemüse weniger Gedanken, obwohl wir sie auch hegen und pflegen. Sie haben zwar ihr Wesen, aber keine Augen, keine Stimme, keine Körperwärme die wir spüren können....das ist schon ein Unterschied. Trotzdem schneide ich dem Salat im Garten mit einem gewissen Respekt den Kopf ab

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                  Zitat von Glühwürmchen Beitrag anzeigen
                  ....
                  ...und da sehen wir mal wieder die ganze Scheinheiligkeit des jetzigen Systems. Würden alle gezwungen werden, das Tier zu kennen, was man dann in Scheiben auf den Grill legt, dann würde der Fleischkonsum wahrscheinlich drastisch zurück gehen. .....
                  Das "Kennen" des Tieres wäre es für mich gar nicht in erster Linie, eher das Töten.... Und von Scheinheiligkeit würde ich auch nicht sprechen. Es ist in unserer Gesellschaft einfach so geregelt, dass eine ganze Branche sich um Aufzucht, das Schlachten und die Vermarktung kümmert. Ich muss ja auch nicht ein Auto erst selbst bauen, um es zu kaufen und zu fahren....

                  Wäre ich in der Landwirtschaft groß geworden, hätte ich sicher auch zum Töten der Tiere einen vertrauteren Bezug...

                  Ich habe mich neulich länger mit einer befreundeten Jägerin über ihren persönlichen Umgang mit dem Töten von Tieren unterhalten, spannend....

                  Für mich ist eher die Dankbarkeit für das, was mir möglich ist, ein Thema... So ist es mir auch schon "passiert", dass ich vorm Reinbeißen in Fleisch, einen inneren "Danke-Funk" an das Tier geschickt habe, dessen Teil vor mir auf dem Teller lag... Und so kann ich auch die Liebe in Soneas Umgang mit "ihrem" Lamm sehen....

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                    Ui, da haben sich unsere Gedanken hier gerade "überschnitten"....

                    Zitat von Sonea Beitrag anzeigen
                    ....... Ja, man ist sich viel bewusster was hier eigentlich passiert, bei der Zubereitung und beim essen. Es fühlt sich auf jeden Fall "richtiger" an als früher, als das Fleisch noch mehr oder weniger "von irgendwo" kam.
                    Natürlich macht man sich da bei Gemüse weniger Gedanken, obwohl wir sie auch hegen und pflegen. Sie haben zwar ihr Wesen, aber keine Augen, keine Stimme, keine Körperwärme die wir spüren können....das ist schon ein Unterschied. Trotzdem schneide ich dem Salat im Garten mit einem gewissen Respekt den Kopf ab
                    Genau das ist, was mir gefällt: Das Würdigen dessen, was ist....

                    Danke Sonea

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                      Was ist und was isst

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                        Zitat von Sonea Beitrag anzeigen
                        Was ist und was isst
                        .... und wer wie isst (kleckern inclusive)

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                          Neues vom Feuer

                          .... da muss jetzt einfach was "Pflanzliches" her....

                          Wobei: Würde mich nicht wundern, wenn die Tage die Feuerbohnen-Deva aus der Lichtkugel zu mir rüberwinken würde....

                          [IMG]http://*************/a/img826/2250/tjq9.jpg[/IMG]

                          Ich glaube, sie mag mein Liedchen, was ich ihr beim täglichen wässern singe...

                          Meiner Nachbarin hatte ich ein paar Pflanzen abgegeben, die an ihrem Spalier vor sich hin kümmern.... hm... ob ich ihr das mit dem "Singen" mal stecke?...

                          Kommentar


                            Alles lebt .....

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                              Ja, alles lebt..... was für ein wunderbares Lied!! Ich habe es noch nicht gekannt, vielen Dank Pitti, für diese schöne Inspiration.

                              Das Bild von der Feuerbohnen-Deva ist wirklich ein aussergewöhnlicher Schnappschuss! Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie es mag wenn du singst

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                                Zitat von Pitti Beitrag anzeigen
                                Ich glaube, sie mag mein Liedchen, was ich ihr beim täglichen wässern singe...

                                Meiner Nachbarin hatte ich ein paar Pflanzen abgegeben, die an ihrem Spalier vor sich hin kümmern.... hm... ob ich ihr das mit dem "Singen" mal stecke?...
                                *lol* Die Bohnenflüsterin!

                                Kommentar

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