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    Ja Traeumerin. irgendwann haben wir angefangen, hin und wieder nicht zu kritisieren sondern zu loben, was wir tun.

    Das kannst Du auch.

    Ist eh egal, ob monatelang oder Jahrelang. Ob kleiner Gehversuch oder grosser Erfolg. Wichtig ist, DASS man sich wertschaetzt. einen Anfang macht.

    Du weisst, dass die Lösung in Dir liegt

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      Lieber Träumerin,

      Zitat von Träumerin!? Beitrag anzeigen
      Mein Problem zusätzlich dazu ist wohl dieses, dass ich meine eigenen Schritte, die ich vllt./evtl. gehe/schon gegangen bin, noch nicht einmal selber anerkenne. Ständig mache ich mich selber nieder, erwarte sehr vieles von mir. Erwarte, dass nun eigentlich alles schon längst wieder in Ordnung sein müsste.

      Vielleicht liegt darin der Unterschied? Du, liebe Reifende, (und auch viele andere hier) bist/warst/waren sich dessen sehr wohl bewusst, was sie bereits alles bewältigt haben!?
      Am liebsten würde ich auf diese Zeilen zwei verschiedene Antworten geben, die vielleicht widersprüchlich bzw. gegenläufig erscheinen:

      Die eine Antwort ist: Ich glaube nicht, dass wir uns in diesem Punkt so sehr unterscheiden: Depressionen bieten keine gute Ausgangslage, um eigene Fortschritte anzuerkennen und zu würdigen. Ich denke, jeder, der schon mit richtigen Depressionen zu tun hatte, kennt die sumpfartigen Eigenschaften dieser Krankheit, die Tatsache, dass man immer wieder reinrutschen oder zunehmend darin versacken kann. Man fühlt sich immer weiter zu müde, zu schlapp, zu unfähig, zu dumm, zu belastet, zu wenig irgendwelchen Anforderungen gewachsen etc. Man denkt sehr viel Negatives über sich selbst und zieht sich damit immer wieder selbst runter. Insofern würde ich sagen: Nein, da unterscheiden wir uns kein bisschen. Es braucht wirklich einiges an Veränderungen, um selbst wieder hoffnungsfroher in die Zukunft gucken, die eigenen Erfolge würdigen und sich selbst etwas zutrauen zu können.

      Die andere Antwort ist: Genau deswegen ist es so wichtig, spätestens dann, wenn man bereits unter Depressionen leidet, Achtsamkeitstraining zu betreiben: Dabei lernt man nämlich, die kleinen Dinge zu beachten, sie zu achten und zu würdigen. Zum einen heißt das, dass man aus dem, was einem täglich begegnet (in der Natur, im Umfeld) mehr Kraft schöpfen kann (alleine der hohe Grad an Bewusstheit, das Im-Hier-und-Jetzt-Sein, das durch die Krankheit eingeschränkt wird, wird mit der Zeit zur Kraftquelle). Aber auch die eigenen kleinen Schritte lernt man ganz anders zu würdigen.

      Bei vielen ist Achtsamkeitstraining Teil der Psychotherapie, so auch bei mir. Außerdem habe ich durch die Yoga-Kurse, die ich belegt habe, Achtsamkeit und Selbstlieb geübt. Viele hier haben es im Zuge ihrer Therapie gelernt, achtsam zu sein, weshalb es Dir vielleicht jetzt so erscheint, als hätten sie immer schon besser mit ihren Problemen umgehen können als Du mit Deinen. Das glaube ich nicht. Manche hat es eben früher erwischt als Dich, weswegen sie jetzt an einem anderen Punkt stehen, andere wird es erst noch erwischen, wenn Du das Schlimmste hinter Dich gebracht hat. Sie werden dann angesichts der Tatsache, dass Du über den Berg bist, ebenfalls annehmen, dass es Dir viel leichter gefallen ist, als ihnen, die noch mitten im Sumpf stecken und keinen Weg sehen, ihm jemals zu entfliehen. Dann werden diese anderen denken, dass Du mit Deinen tollen Fähigkeiten und Deiner Art zu denken, bestimmt ganz schnell wieder aus dem Problemberg herausgekrochen bist, denn Du hast etwas verändert und das trauen sie sich selbst nicht zu. Aber auch sie werden es irgendwann schaffen und nach ihnen werden wieder andere Menschen depressiv werden und sich für "hoffnungslose Fälle" halten.

      Das ist kein Wunder, denn jeder Mensch, der depressiv ist, denkt, dass er selbst viel unfähiger ist als die anderen, und dass er selbst in so unumstößlich festgefügten Umständen steckt, gegen die er nicht das geringste ausrichten kann, selbst wenn er noch so sehr wollte. Und er weiß nicht einmal, was er will, denn er ist unter Depressionen nicht ganz er selbst, spürt sich und seine Bedürfnisse nicht ausreichend, um irgendetwas zu wollen. Und Antrieb hat er sowieso keinen. Und er leidet unter diese vermeintlich besonders ausgeprägten Unfähigkeit und den vermeintlich unverrückbaren Gegebenheiten die ihn einzwängen. Aber vielen von ihn wird es helfen, auf irgendeine Weise Achtsamkeitstraining zu betreiben. Denn Achtsamkeitstraining bedeutet auch: sich selbst wieder besser spüren lernen, dadurch die eigenen Bedrüfnisse wieder besser wahrzunehmen, daraus die eigenen Wünsche abzuleiten, zu spüren, was einem gut tut im Leben und was nicht, was man verstärken möchte im Leben und was man fallenlassen möchte. Je mehr Übung man darin hat, umso klarer werden sich richtige Wünsche, tiefste Herzenswünsche und Lebensgrundbedürfnisse herauskristallisieren. Und glaub mir: Wenn Du einmal so einen Wunsch gefunden hast, dann kann Dich nichts mehr aufhalten: Dann willst Du ihn umsetzen und dann findest Du auch genug Antrieb, um ihn umzusetzen. Der Wunsch selbst wird Dir Kraft geben und Dir die vielen kleinen Entscheidungnen leichter machen, weil Du Deinen Traum als Maß hast. Dinge, die ihm entgegenlaufen, werden in Deinem Leben keine Chance mehr haben. Aber um dieses Tiefste, Heiligste, das meiner Überzeugung nach jeder Mensch in sich trägt wie einen Seelenkern, finden zu können, muss man ganz klein und banal auf der äußersten Wahrnehmungsebene anfangen, viele simpler und banaler als es Menschen, die einen hohen Anspruch an sich haben (und dazu zähle ich Dich und mich gleichermaßen) lieb ist

      Wie ging das damals bei meinem Psychotherapeuten? Es waren ganz winzige Sachen. Er fragte mich z.B., warum ich so dasitze, wie ich eben dasaß, ob das nicht unbequem sei, ob ich mich nicht entspannter hinsetzen bzw. andere Sitzpositionen ausprobieren wolle. Ehrlich: ich habe bestimmt ziemlich verkrampft dagesessen und es nicht gespürt. Auch eine entspanntere Position habe ich anfangs nicht gefunden, weil ich mich eben noch nicht entspannen konnte. Das kam erst im Laufe der Zeit. Aber es war wichtig, dass er mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass er immer wieder meine Aufmerksamkeit auf Dinge lenkte, die ich sonst nicht mehr wahrnahm, damit ich mich über gezielte Achtsamkeit wieder an ein Spüren und Fühlen herantasten konnte.

      Ähnlich war es im Yoga: Es hat mir geholfen, in jedes einzelne Körperteil hineinspüren, wahrnehmen, was dort gerade ist, ohne es zu bewerten. Also nicht: "Mist, meine linke Schulter ist nicht so entspannt, wie sie sein sollte, ich mache das hier bestimmt alles falsch." sondern: "Ich spüre meine linke Schulter, sie ist angespannt. Punkt" Einfach wahrnehmen, was ist.

      So, genug Pladoyer für Achtsamkeitsübungen! Fazit: Es lohnt sich, sich auf die Übungen, die vermeintlich unter dem eigenen Niveau liegen, einzulassen

      Viele liebe Grüße!
      Deine Chaja

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        Beitrag 866 von hobbes.

        Tolle Anregung von dir,
        hobbes.

        Motto: "Das Erfolgreiche ist einfach". ( Henry Ford )
        Zuletzt geändert von success; 22.01.2013, 18:37.

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          Zitat von Träumerin!? Beitrag anzeigen

          Mein Problem zusätzlich dazu ist wohl dieses, dass ich meine eigenen Schritte, die ich vllt./evtl. gehe/schon gegangen bin, noch nicht einmal selber anerkenne. Ständig mache ich mich selber nieder, erwarte sehr vieles von mir. Erwarte, dass nun eigentlich alles schon längst wieder in Ordnung sein müsste.
          Vielleicht erst einmal die Erwartungshaltung runterschrauben? Je mehr Du erwartest, umso mehr kannst Du enttäuscht werden.

          Wenn man viele Jahre in eine Richtung gelebt hat, kann man nicht von heute auf morgen umkeheren. Das gelingt in den seltesten Fällen, denn das ständige Niedermachen, von dem du schreibst, ist zur Gewohnheit geworden. Dies ist der erste Punkt, in dem eine Gewohnheitsänderung sinnvoll ist.

          Schraube die Erwartungshalung Dir und anderen gegenüber herunte und Du wirt weniger enttäuscht.

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            Zitat von Träumerin!? Beitrag anzeigen
            Kann es nicht sein, dass du/ihr manches Mal genauso Schwierigkeiten bei den "Gehversuchen" hattet?
            Na klar. Es ist schwer, es dauert oft gefühlte Ewigkeiten, bis sich etwas verändert, manchmal kam/kommt es mir so vor, als würde sich einfach gar nichts ändern, manchmal kommt es mir so vor, als interessiert sich einfach überhaupt niemand für mich, manchmal suhle ich mich immer noch in dem Gefühl, dass es immer noch keinen interessiert, was ich zu sagen, dass ich immer noch keinen interessiere, ...

            Der Unterschied früher - heute ist, dass ich jetzt weiß: Es geht vorbei. Es ist nur ein Moment. Irgendwann kommt der richtige Moment, irgendwann antwortet mir dann doch mal wieder jemand, plötzlich kommt ein Mail und jemand schreibt "boah, toll, was du da gemacht hast", irgendwann kommt tatsächlich all das zurück, was ich nach außen gebe.

            Und manchmal habe ich keine Lust etwas anderes zu tun, als bockig auf dem Sofa herumzuliegen, einen schlechten Film nach dem anderen zu sehen, irgendwelches Zeug in mich hineinzustopfen und darauf zu bestehen, dass die Welt eine ganz schlechte, gemeine und fiese ist.
            Der Unterschied zu früher: Ich mache mich nicht mehr selbst mit Gedanken nieder, dass es/ich anders sein sollte, dass ich rausgehen müsste, aktiver sein, etc. Chaja hat das auch schon geschrieben: Von der Bewertung wegkommen und mehr ins interessierte Beobachten/Wahrnehmen übergehen.
            Weil: Es ist ja nur ein Moment. Es geht vorbei. Und je mehr ich es zulasse, desto schneller geht es vorbei und plötzlich habe ich doch wieder Lust auf die Welt, die Welt, die sich dann wundersamerweise zu einer schönen, wohlmeinenden, fröhlichen Welt gewandelt hat.

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              Danke an euch alle! Ich meine das wirklich ernst!

              Entschuldigt bitte, wenn ich mit meinen eigenen "galoppierenden" Gedanken nicht hinterherkomme im Moment ...

              Seit gestern - viel mehr noch heute - (an all diejenigen, die das alles schon einmal mitgemacht haben): woran erkenne ich einen guten Therapeuten/Therapeutin?

              Und: ging es euch zwischendurch auch so, dass ihr an allem (eurer Behandlung/den Methoden) usw. eure Zweifel hattet?

              Bin sogar inzwischen (d. h. seit heute) auf meine Therapeutin wütend. Ist das normal????
              Selber bin ich Moment total an dem Punkt und bin am Überlegen, das alles abzubrechen. Frage mich, warum, wieso, weshalb usw. ich das alles mache!?
              Zuletzt geändert von ; 23.01.2013, 18:00. Grund: Ergänzung

              Kommentar


                Ist zwar kein guter Stil, aber Gegenfrage:

                Warum zweifelst du denn? Was stört dich?

                Wenn du grundlegend das Gefühl hast, der Therapeut/die Behandlung ist für dich nicht stimmig, dann hat es meiner Ansicht nach auch keinen Zweck.

                Kommentar


                  Zitat von Träumerin!? Beitrag anzeigen

                  Bin sogar inzwischen (d. h. seit heute) auf meine Therapeutin wütend. Ist das normal????
                  Ich war auch schon wütend, so richtig! Ob das normal ist, weiß ich nicht... trotz allem bleibt sie mir in sehr guter Einnerung, ...

                  Kommentar


                    Ich war oft wütend auf meine Therapeutin, wenn sie etwas auf den Punkt getroffen oder angesprochen hat, was ich so nicht hören wollte und wovor ich die augen verschlossen habe. Wenn ich mal wieder das Gefühl hatte, alle denken schlecht von mir und schauen nur auf mich und "lachen" mich aus, meinte sie: "Messen Sie sich da nicht vielleicht etwas viel Bedeutung zu, zu glauben, die anderen würden sich so viele Gedanken um sie machen?"

                    Oder: "Es geht Ihnen wieder so schlecht, das merke ich. Kann es sein, dass es für Sie aber viel leichter ist, in diesem Zustand zu verharren, als davon abzukommen? Immerhin haben Sie so die volle Aufmerksamkeit ihrer Umwelt..:"

                    Klar war ich oft wütend, aber oft nur dann, wenn ich mich ertappt gefühlt habe. Das war ein ganz eindeutiges Zeichen... Wer hört solche Wahrheiten schon gern.
                    Meines Erachtens nach ist es allerdings die Aufgabe eines guten Therapeuten (natürlich mit Feingefühl) die Wahrheit nicht hinterm Berg zu halten sondern zu konfrontieren. Kuschelkurs bringt nichts.

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                      @ Jannes


                      Danke für diesen Post.

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                        Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                        Ich war oft wütend auf meine Therapeutin, wenn sie etwas auf den Punkt getroffen oder angesprochen hat, was ich so nicht hören wollte und wovor ich die augen verschlossen habe. Wenn ich mal wieder das Gefühl hatte, alle denken schlecht von mir und schauen nur auf mich und "lachen" mich aus, meinte sie: "Messen Sie sich da nicht vielleicht etwas viel Bedeutung zu, zu glauben, die anderen würden sich so viele Gedanken um sie machen?"

                        Oder: "Es geht Ihnen wieder so schlecht, das merke ich. Kann es sein, dass es für Sie aber viel leichter ist, in diesem Zustand zu verharren, als davon abzukommen? Immerhin haben Sie so die volle Aufmerksamkeit ihrer Umwelt..:"

                        Klar war ich oft wütend, aber oft nur dann, wenn ich mich ertappt gefühlt habe. Das war ein ganz eindeutiges Zeichen... Wer hört solche Wahrheiten schon gern.
                        Meines Erachtens nach ist es allerdings die Aufgabe eines guten Therapeuten (natürlich mit Feingefühl) die Wahrheit nicht hinterm Berg zu halten sondern zu konfrontieren. Kuschelkurs bringt nichts.
                        Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                        @ Jannes


                        Danke für diesen Post.
                        Ich erinnere mich an eine Zeit, in der es mir in der Therapie schlecht ging. Ein Satz hängt mir bis heute nach und mich hat er in negativer Weise beeinflusst. Manchmal kann´s auch schief gehen.

                        Ich habe gemerkt, dass ich in eine gewisse Abhängigkeit geraten bin und habe mich davon aber gelöst. Danach ging´s auch wieder.
                        Ja, auch bei mir gab es eine Zeit, in der ich überlegt habe, den Therapeuten zu wechseln. Aber ich habe es durchgehalten und sozusagen differenziert: bei manchen Problemen konnte sie mir wirklich gut helfen, bei einem anderen gar nicht und jetzt ist es im Grunde schlimmer als vorher und da schiebe ich ehrlich gesagt schon ihr die Schuld in die Schuhe. Damals habe ich mir gedacht, ich lasse mich in den anderen Problemen behandeln, das andere habe ich einfach nicht mehr erwähnt.

                        Trotz allem: ich bin nach wie vor überzeugt von ihr.

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                          @ Reifende

                          Nicht jeder kann mit jedem. Ein(e) Therapeut(in) ist im Prinzip nur so gut, wie sein Klient mitarbeitet. Frei nach Erickson: "Wenn ich mehr arbeiten muss als mein Klient, stimmt etwas mit meiner Vorgehensweise nicht."

                          Es ist der Patient, der mit all seinen Problemen Hilfe sucht, nicht der Therapeut.

                          Wobei ich nicht unterschlagen will, dass es auch etliche Therapeuten gibt, die wahrscheinlich mehr Probleme haben als ihre Klienten.

                          Therapie, Coaching, Mental-Training, Mentoring und etliche andere Begriffe sind im vergangenen Jahrzehnt zu inflationär beanspruchten Modewörtern für psycho-therapeutische, pädagogische und herkömmliche Lehr- und Lern-, Betreuungs- und Beratungsaktivitäten geworden. Da der Titel, bzw. die Berufsbezeichnung auch ohne fachpsychologische Vorbildung und in einem Praktikum gesammelte therapeutische Erfahrung via Fernkurs erworben werden kann, gibt es keine wissenschaftlich fundierten und allgemein gültigen Qualitätsstandards für diese Tätigkeit. Die Palette der aktuellen Angebote reicht dementsprechend qualitativ vom Therapeuten bis zum Scharlatan.

                          Wobei auch erwähnt werden sollte, dass ein Dr. vor dem Titel keine Verbindlichkeit auf Erfolg gibt, ... und ein redlicher Therapeut von vorneherein keine Heilversprechen macht.

                          Und wer einem Therapeuten sagt, was der zu tun oder nicht zu tun hat, was er können soll oder nicht zu können braucht, braucht eigentlich keinen.

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                            Zitat von Träumerin!? Beitrag anzeigen

                            Seit gestern - viel mehr noch heute - (an all diejenigen, die das alles schon einmal mitgemacht haben): woran erkenne ich einen guten Therapeuten/Therapeutin?

                            Und: ging es euch zwischendurch auch so, dass ihr an allem (eurer Behandlung/den Methoden) usw. eure Zweifel hattet?

                            Bin sogar inzwischen (d. h. seit heute) auf meine Therapeutin wütend. Ist das normal????
                            Selber bin ich Moment total an dem Punkt und bin am Überlegen, das alles abzubrechen. Frage mich, warum, wieso, weshalb usw. ich das alles mache!?
                            Ich fand meine Therapeutin vor allem anstrengend. Ich persönlich fand es für mich aber gerade wichtig, dass sie mich aus meiner "Komfortzone" herausgebracht hat und so extrem unbequem war. Ich suchte ja keine Freundin, sondern eine Therapeutin. Und deren Job ist es gewesen, mir auch meine dunklen Seiten zu spiegeln, mich mit Fragestellungen zu konfrontieren, denen ich vorher immer ausgewichen bin usw.

                            Eine Beurteilung der Methoden hätte ich gar nicht vornehmen können. Ich habe ja nicht Psychologie studiert. Sie war der Profi. (Und nur, weil mir persönlich eine Methode nicht behagt, heißt es ja auch nicht, dass die Therapeutin schlecht ist. Kann ja auch an meiner Bequemlichkeit u.ä. liegen.) Ihre Arbeitsweise empfand ich als äußerst strukturiert, was ich als sehr wohltuend empfand.

                            Und natürlich bin ich nicht glücklich beseelt nach den Stunden nach Hause gefahren, sondern war "übervoll" mit Input, hatte viel zu be- und verarbeiten, musste für mich prüfen, ob dieses und jenes für mich passt und hatte dann noch "Hausaufgaben" auf, wo ich doch eh so viel zu tun hatte mit Studium, Job usw. Aber die gute Frau ließ sich nicht abbringen. Letztendlich: Ohne diese straighte Art wäre ich nicht so weit und (relativ) schnell voran)gekommen.

                            Wichtig ist zu reflektieren, welche Erwartungshaltung man einbringt und zu prüfen, ob diese realistisch ist. Ich hatte eingangs auch eine verklärte Vorstellung von Therapie und erwartete "Instantlösungen". Konkret hieß das: Ich erwartete eine äußerst mitfühlende Therapeutin, die sich alles geduldig anhört, gerne auch Wiederholungsschleifen, die mich aufrichtig bedauert und mir häppchenweise Musterlösungen präsentiert, die ich nur noch umsetzen muss. Die Praxis sah dann halt ganz anders aus: Nach meinem Empfinden wurde mir Knochenarbeit abverlangt. Aber es hat sich gelohnt.

                            Liebe Grüße

                            jule

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                              Träumerin, in einer Therapie gehst du durch eine harte Schule.
                              Ich bin auch erst zu mir gekommen, als der Therapeut sagte:"Wenn sie noch einmal sagen, 'meine Mutter hat...', dann werfe ich Sie hier raus! Nicht Ihre Mutter ist hier in Therapie, sondern Sie!"
                              Das musste ich dann erst mal schlucken.

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                                hallo träumerin,

                                merkst du, dass du immer wieder ganz ähnliche situationen kreierst?

                                dass du alles hinschmeissen möchtest, weil du dich nicht verstanden fühlst, weil die anderen es falsch machen, weil es dir sowieso nicht hilft, weil niemand dich sieht, dir antwortet...
                                das hast du auch hier im forum schon zigmal angekündigt - hier im forum hast du (aus meiner sicht: leider) immer grosse resonanz damit bekommen, haben viele versucht, dich wieder zu "erreichen", dir mut zugesprochen etc. und irgendwann war dann dein bedürfnis, dich mitzuteilen grösser als deine projezierten frust-gefühle und du hast wieder einen beitrag gesetzt mit "mal was anderes" oder gar nen neuen faden aufgemacht.

                                ich sehe im moment hier im forum echt einen fortschritt bei dir!!!!!!!!!! du kannst das viel schneller relativieren, zerreisst nicht mehr so viele (weder dich noch andere) in der luft, schreibst deinen frust viel weniger verallgemeinernd und absolut .... anscheinend - so von meiner aussensicht betrachtet - lernst du, mit deinen heftigen gefühlsschwankungen besser umzugehen und nicht den jeweiligen gefühlszustand als absolut zu setzen. du weisst selbst in frustmomenten inzwischen, dass auf der anderen seite menschen sitzen, die dir wohlgesonnen sind.

                                HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH

                                so, und jetzt lese ich, dass du deiner therapeutin gegenüber genau in die gleiche gefühlskiste reinrutschst... dass jetzt nicht das forum sondern ein konkreter mensch, der den auftrag hat, dir in deinem gefühlschaos zu helfen, bzw. die beziehung zu diesem menschen zielscheibe deiner projektionen ist... und du nun der therapeutin gegenüber all diese gefühle entwickelst, die du manchmal gegenüber den menschen im forum hattest...

                                HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH

                                DORT gehören nämlich die gefühle hin!!!! in der therapie hast du nun die chance, das auszuhalten und in einen heilungsprozess umzuwandeln!!!!!!!!!!!!!!!

                                ich wünsch dir alle erdenkliche kraft, dass du genau diesen deinen inneren prozess mit den heftigen gefühlen, den abbruchsphantasien etc deiner therapeutin offenbaren kannst und ihr wirklich daran arbeiten könnt. SO kannst du wirklich für dein ganzes weiteres leben profitieren und wirst dir immer weniger selbst in der sonne stehen.

                                go for it!

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