Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Oktober - zu sich stehen

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    #16
    Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
    ist das irgendwie verständlich?

    Ja. :)


    Ich find das Thema richtig gut. Und ich glaub, es ist vielleicht normal, daß man sich zwischendurch - oder eben an so Lebens-Stellen, wo's grad nicht so rund läuft - in Frage stellt oder unsicher ist. Gehört dazu, ne?

    Ich muß grad lachen. Ich kann zugeben, daß ich manchmal ganz schön unsicher bin. Ich "steh dazu"

    Und du auch, wenn ich mich nicht sehr irre. :)

    Kommentar


      #17
      Zitat von mystery Beitrag anzeigen
      ich habe das Gefühl, dass das ich die Denkweise und die Antworten von "das Schaf" in letzter Zeit immer öfter besonders passend finde ...
      leider gab es auch dieses Mal darauf wieder kaum eine Reaktion.



      und darunter:


      Macht Euch nichts vor, die Dinge zu denen IHR Ihr steht, sind doch alle Pillepalle und die Auswirkungen auf die Gesellschaft dadurch doch eigentlich sowas von egal.

      Tatsächlich kann im Ernstfall kein Einziger zu mehr wie 3% zu sich selbst stehen und tut es auch nicht. Wir tun vielleicht so, als wären wir ein wenig anders.

      Und da sich keiner mit wirklich interessanten Dingen outet, outen sich halt alle nur mit Pillepalle, wie immer. Nur nicht auffallen und immer schön konform sein, damit man ja nicht aneckt.
      Vielleicht ist einer Veganer oder fährt ein pinkfarbenes Auto, oder läuft als Mann mit Vollbart und Minirock spazieren, aber das ist ja nur ein minimaler Bereich und bezieht sich auch nur auf das, was man zeigt, aber nicht das, was man eigentlich IST. Zu 99% verstecken wir das Tier, was wir SIND und zeigen maximal eine spezielle Verkleidung, aber niemals UNS SELBST. ... und stehen auch nicht zu uns.

      Ich gehe davon aus, dass es mir gut geht und ich glücklich bin, wenn ich vor mir selbst zu mir stehen stehen kann.
      Du machst mir diesen Eindruck allerdings nicht.

      Kommentar


        #18
        Nein, ich bin auch nicht glücklich, weil ich nämlich nicht zu mir stehen kann, wie ich es eigentlich machen würde und es gelingt mir auch immer weniger, mich selbst zu belügen, dass man in irgend einer Weise wirklich frei wäre und sich selbst sein könnte und nicht seine Hülle oder sein Theater sein zu müssen.
        Auch Du stehst ja nicht zu DIR selbst, sondern auch nur zu Deiner Hülle und zu dem, was Du Dir angelernt hast, damit Du auch möglichst problemlos "durch" kommst. Ich fühle mich davon völlig eingeengt und ständig genötigt anders zu "leben", statt zu sein, wie ich in Wirklichkeit viel lieber wäre, was aber zu viel Ärger brächte.

        Kommentar


          #19
          Zitat von mystery Beitrag anzeigen
          Nein, ich bin auch nicht glücklich, weil ich nämlich nicht zu mir stehen kann, wie ich es eigentlich machen würde und es gelingt mir auch immer weniger, mich selbst zu belügen, dass man in irgend einer Weise wirklich frei wäre und sich selbst sein könnte und nicht seine Hülle oder sein Theater sein zu müssen.
          Auch Du stehst ja nicht zu DIR selbst, sondern auch nur zu Deiner Hülle und zu dem, was Du Dir angelernt hast, damit Du auch möglichst problemlos "durch" kommst. Ich fühle mich davon völlig eingeengt und ständig genötigt anders zu "leben", statt zu sein, wie ich in Wirklichkeit viel lieber wäre, was aber zu viel Ärger brächte.
          Wie kommst du darauf, dass ich nicht zu mir stehe? Nur weil du nicht alles weißt?

          Kommentar


            #20
            Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
            nein ,in meiner seele wohnt kein massenmörder. muss ich dich enttäuschen. bin auch nicht so der typ für schwerstkriminelle delikte.
            Willst du damit ausdrücken, dass Mystery oder das Schaf gemeint haben, man solle zu schwerst kriminellem Gedankengut stehen ? Wolltest du damit sagen, dass wir solches Gedankengut haben ?

            ist das nicht ellenbogen-gesellschaftsdenken, mein inneres ist aber fieser wie deins?
            Das verstehe ich nicht. Wer hat denn das gesagt ? Ich kann nirgends herauslesen, dass es darum geht, wer am fiesesten ist ... und sich damit absondern will. Ich zumindest nicht.

            Ich meine ihr schreibt, dass ihr zu euch stehen könnt, habt aber Angst hier genauer zu werden, v.a. wenn es um negative Eigenschaften geht. Jemand der zu 100% hinter sich steht, hätte damit keine Probleme. Er wäre ja ok so wie er ist.

            Und was ich auch nochmal erwähnenswert finde, ist das, was Chaja schrieb. Wenn wir uns in allem akzeptieren, so wie wir sind, bedeutet das dann Stillstand ? Keine persönliche Weiterentwicklung mehr ? Wer entscheidet darüber, was ändernswert wäre ? Und wie tolerant macht mich meine eigene Akzeptanz gegenüber anderen ?

            Ich habe auch keine Probleme zu sagen, ich stehe dazu, dass ich nicht kochen kann. Aber wirkliche Diskussionssubstanz hat das nicht.

            es grüßt, das Schaf

            Kommentar


              #21
              Kann ich nur dann zu mir stehen, wenn ich der Öffentlichkeit, also dem gesamten Internet, mitteile, wie mein Innerstes aussieht?

              Kommentar


                #22
                Mir stellt sich die Frage wie kann ich zu "mir" stehen, wenn ich mich gar nicht kenne. Und ich glaube vielen geht es so, dass sie sich nur zu Teilen kennen.
                Da liegt Mysti gar nicht so verkehrt. Es müssen nicht immer die "tierischen Anteile" in uns sein die uns behindern. Viel öfter ist es das, was wir nicht hinterfragen weil wir es gelernt haben in einer Zeit in der es noch keine Fragen gab. In einer Zeit in der wir "blind" alles glaubten was uns gesagt wurde. Oder vorgelebt wurde.
                Da jeder mehr oder weniger im Spannungsfeld Individualismus und Gruppenkonformität lebt, erkennen wir oft gar nicht, wie angepasst wir agieren. Es ist uns in Fleisch und Blut übergegangen.

                Ich habe mich jahrelang super-angepasst verhalten und hatte durchaus das Gefühl zu mir zu stehen weil ich die Entscheidung die dieses Verhalten erforderte, allem anderen untergeordnet habe.
                Heute bin ich ziemlich unangepasst und habe auch das Empfinden zu mir zu stehen. Doch kann es nicht sein, dass ich gerade nur all das nachhole was ich jahrelang versäumt habe?

                Zu "mir stehen" bedeutet für mich auch eine gewisse Kontinuität in mein Leben zu bringen, aber übertreibe ich es, zementiere ich mich selbst und es ist keine Entwicklung mehr möglich.
                In dem Moment wo ich mich aber entwickle...heißt "zu mir stehen" vielleicht etwas völlig anderes als noch ein paar Wochen zuvor.

                Und dann ist es mir auch nicht möglich in allen meinen Facetten gleichzeitig "zu mir zu stehen" weil sich vieles völlig widerspricht.

                Momentan denke ich "zu mir stehen" bedeutet für mich selbst lediglich, dass ich alle meine Gefühle akzeptiere und sie auch fließen lasse. Aber "leben" kann ich sie deswegen noch lange nicht alle. Es gibt keine schrankenlose Freiheit sobald ich mit anderen Menschen zu tun habe.

                Kommentar


                  #23
                  Ich versteh die Richtung grad nicht, die dieses Thema nimmt.

                  Nirgendwo las ich, daß jemand "kriminelle Energien" in sich trüge oder akzeptieren muß, nirgendwo las ich, daß jemand Angst hätte, genauer hinzuschauen. Ich seh's da eher wie Bonny - natürlich gibt's "Abgründe", und ich kenne meine ziemlich genau, mit denen hab ich mich im Lauf der Jahre notgedrungen auseinandersetzen müssen. Viele andere werden es ähnlich halten bzw. gehalten haben, andere werden sich scheuen, sich selbst bis auf den Grund der Seele zu durchleuchten - egal was man davon halten mag, ich denke, auch das ist legitim.

                  Ob das dann ein Zeichen ist, nicht zu sich zu stehen? Ich weiß nicht, hört sich für mich bissl wertend an, wozu soll das denn gut sein?

                  Um bei den drastischen Beispielen zu bleiben: man sagt, jeder Mensch sei unter den "richtigen Voraussetzungen" fähig zu töten. Mag sein, ich bezweifle das. Mir sind schon viele Menschen begegnet, die im Extremfall eher in eine Art "Totstellreflex" verfallen und völlig handlungsunfähig sind, wo andere zur Axt greifen - Dinge, die sich unmöglich vorhersagen lassen, auch nicht von denen, die glauben, sich selbst sehr gut zu kennen und auch ihre "Abgründe".

                  Vielleicht geht's um solche Dinge auch gar nicht. Meinen Erfahrungen nach ist's sehr viel interessanter für die persönliche Entwicklung, ob man auch die banalen, popligen, kleinen, mißgünstigen, dämlichen oder trägen kleinen Seiten an sich erträgt und ihnen gelegentlich mal 'nen Blick zuwirft. Haben tun wir sie alle, ins eigene Selbstbild passen tun sie selten. Und dazu stehen?

                  Auch wieder Fragezeichen. Aber egal. Ich glaub nicht, daß es die hochdramatischen finsteren oder heldenhaften Seiten in uns sind, die unsere Leben wirklich bestimmen. Eher diese pickligen kleinen Bäh-Seiten (und auch die niedlichen kleinen Flausch-Eckchen), die jeder hat, die so unspektakulär sind, daß wir ihnen kaum Beachtung schenken und die grad deshalb den größten Teil unseres gesamten Wesens ausmachen.

                  Kommentar


                    #24
                    Zitat von mystery Beitrag anzeigen
                    gab es auch dieses Mal darauf wieder kaum eine Reaktion.
                    Das liegt daran, dass ich mich vor nicht allzulanger Zeit geoutet habe ... und mit Sicherheit auch vor mir gewarnt wird. (verständlicher Weise)
                    Ich kann auch nicht zu mir stehen ... viele andere könnten das auch nicht ....

                    So, und jetzt "weiter machen"

                    Kommentar


                      #25
                      Was meint Ihr mit negativen Eigenschaften?
                      Ist doch eine Frage des Gesichtspunktes.

                      Ich fahre gern schnell, habe jeweils die entsprechenden Autos und das Reaktionsvermoegen. Nun kann man mich als Raser darstellen - oder zugeben, daß man selbst ggf Angst hat, überhaupt die Fahrbahn zu wechseln, die Geschwindigkeit von herannahenden Fahrzeugen nicht abschätzen kann, Angst vorm Elbtunnel hat oder kein Geld für den Sprit.
                      Habe ich damit, dass ich schnell fahre, eine schlechte Eigenschaft? Oder eine gute - denn so macht mir eine Langstrecke wieder Spass, va. wenn sie leer ist wie heute Nacht, und ich bin hochkonzentriert und aufmerksam. (Wie viele eben schon wieder mit kaputten Lichtern rumgeeiert sind und ihre Fahrspur nicht halten konnten...) - aber ich sprach eingangs vom schnell fahren.

                      Ich stelle mich mitten ins Watt oder einen Wald (jedoch nicht in Menschenmengen, die mag ich nicht) und schreie, meckere oder schreie (wenn mir danach ist). Das befreit ganz wunderbar! (geht auch super im Auto - aber das ist ja versteckt)
                      Die Leute, falls mal welche im Dunstkreis sind, finden das zutiefst merkwürdig - ist mir aber egal.
                      Genauso wie es mir egal ist, wenn ich beim spazieren mal anfange runzutanzen oder meine Arme sportlich mit einsetze. Die gucken alle blöd!

                      Bin ich dadurch ein Freak? Noe, sondern tanke meine Akkus eben mit mehr als frischer Luft. Aber auch das ist im Auge des Betrachters

                      Ich werde in Restaurants etc auch mal direkt - anders wie früher (vorgelebt) jedoch nicht laut. In der Regel bevorzuge ich freundlich, respektvoll - aber Ignoranz und mangelnde Qualität etc dulde ich nicht. Die Mischung aus sehr offen und empathisch und dennoch bestimmt entwickelt sich gerade zu etwas Besonderem.
                      Stoere ich damit den Einheitsbrei? Zu freundlich - zu direkt = anders?

                      I don't care.

                      Ist es negativ oder positiv? Je mehr ich ich bin, ist es wertfreier und damit egal. So empfinde ich es jedenfalls.

                      Ich nehme keinem was weg, fahre nie unter Alkoholeinfluss oder plane keinen Mord. Das schlimmste ist wohl lästern - aber selbst das wird weniger, weil ich dieses ewige Abwerten leid bin.

                      Ich ecke sicherlich immer mal an - aber dafür hab ich ein Gesicht -mein Alleinstellungsmerkmal. Es muss mich nicht jeder lieben ( ich mag viele auch nicht sonderlich) - viel wichtiger ist, dass ich mit jedem Tag, jeden Mund jedem Klein wenig mehr zu mir stehe und mich lieb habe: ganz einfach so wie ich bin.

                      Stimmt, wir kennen uns selbst kaum - nur den Teil, der bisher beackert wurde.
                      Krisen und andere Situationen sind aber wie gemacht dafür, ganz andere Facetten zu kultivieren.

                      Es ist unglaublich, zu was wir alle fähig sind - aber auch dazu gehört Mut.

                      Aber das Ganze beginnt wohl mit Selbst Ehrlichkeit.

                      Das von früher kenne ich auch, ganzen Schwarz mit Mantel, Hut und TramperRucksack... zur Not im Gepäckwagen der DB
                      Ich glaube, da war auch Rebellion und Ausprobieren bei - das was heute ist, ist viel reifer.

                      Anpassung ist mE ein Agreement: zB Pinguin Look im Job (oder eine offizielle Uniform) ... dafür bekommt man Geld, den Job, die Rolle - und passt sich an Regeln, Verhaltensweisen an. Wenn es einen verbiegt, sollte man wechseln (siehe Fortuna) - ansonsten gibt man seine privaten Look oder Stil zeitweilig zT ab.

                      Deswegen kann man trotzdem zu sich stehen - seine Meinung sagen und eben sich entwickeln. Unter den gg Umständen ist das evtl sogar eine besondere Leistung, die andere Facetten in einem weckt.

                      Zu mir stehen: meine Mission seit dem der Bandscheiben Vorfall mich so flach legte. Keine faulen Kompromisse mehr; sprich sukzessive hinterfragen was mich verbiegt.
                      Denn das gehört auch zum zu sich stehen: keine falschen PartnerschaftPartnerschaften oder Jobs, ehrlicches Ansprechen von Handlungsfeldern - Mut zu Feedback.

                      Das Thema ist ebenso facettenreich wie wir

                      Kommentar


                        #26
                        Zitat:
                        Zitat von Fortuna Beitrag anzeigen
                        nein ,in meiner seele wohnt kein massenmörder. muss ich dich enttäuschen. bin auch nicht so der typ für schwerstkriminelle delikte.
                        Willst du damit ausdrücken, dass Mystery oder das Schaf gemeint haben, man solle zu schwerst kriminellem Gedankengut stehen ? Wolltest du damit sagen, dass wir solches Gedankengut haben ?
                        das hat mich auch irritiert.
                        Warum kommt man gleich auf den Gedanken, dass man eventuell ein Massenmörder wäre?

                        Vielleicht wäre man das genaue Gegenteil, aber da man ja menschlich und nicht mehr natürlich ist, weil man das ja nicht sein kann und darf und praktisch nur noch lernt, wie man sich mit Problemen, die nur Menschen sich machen können, beschäftigt, liegt der Gedanke an etwas Schlechtes näher wie das Gegenteil, welches aber genauso wenig einfach geht.

                        Kann ich nur dann zu mir stehen, wenn ich der Öffentlichkeit, also dem gesamten Internet, mitteile, wie mein Innerstes aussieht?
                        Für sich selbst im eigenen Kämmerchen kann natürlich jeder einfach zu sich stehen und sich alles mögliche Gute selbst sagen.
                        Wenn jemand aber wirklich zu 100% zu sich steht, dann muss ihm doch egal sein, was im Internet über ihn steht oder wenn er sich wirklich total klasse findet wird er alles dafüt tun, dass das auch möglichst viele sehen und nachmachen können. Selbst wenn es die allerschlimmsten (was ist in dem Zusammenhang schlimm ... ?) Nacktfotos wären.
                        Das können keine 3 von 1000 konfrontieren, also stehen sie auch nur so lange zu sich, wie sie sich sicher sind, nicht grossartig anzuecken.
                        Da das alle so machen und alle die gleichen Ängste haben, die sie hinter grossen Sprüchen verstecken, hat auch keiner das Risiko wirklich heraus gefordert zu werden und zu beweisen, wie weit er wirklich zu sich steht.
                        Ob jemand zu schnell Auto fährt oder nicht? Ja und? Viele wären froh, sie hätten überhaupt ein Auto und dann auch noch eins welches zum zu schnell fahren einlädt und man sich auch noch den Strafzettel leisten kann, das ist doch eher etwas positives. Damit kann man notfalls ja fast schon eher angeben. Zumindest kann man damit sehr gut von tatsächlichen Schamgefühlen ablenken.
                        Vollkommen zu sich stehen bedeutet doch, dass man sich für gar nichts schämt und das kann und tut (so gut wie) keiner.
                        Ich auch nicht und ich bin mir darüber bewusst, dass ich ständig genötigt bin, mich so zu verhalten wie andere es wollen, oder zu grossen Ärger und Probleme zu bekommen und als Mensch wie jeder andere, egal wie sehr er sich verstellt, total UNFREI BIN.

                        Und ob jemand diese oder jene Uniform anzieht ist auch egal. Beides ist nicht zu sich SELBST stehen, sondern nur eine Wahl aus den vorgegebenen legalen Möglichkeiten innerhalb des menschlichen Gefängnisses.
                        Zuletzt geändert von mystery; 05.10.2014, 10:21.

                        Kommentar


                          #27
                          Stichwort Uniform: ich glaube nicht - man koennte auch als Gärtner arbeiten, zum Beispiel. Da bliebe uU ein Augen-/Ohren Schutz als Teil der Uniform - und diese rein zum Schutz des Körpers (ansonsten gar keine Vorgaben).

                          Also eine Wahl-Freiheit ist sicher da.
                          Selbst Modelle der Selbstversorgung und als Anonymus sind ja (wwieder) gangbar.

                          Sich für gar nichts schämen? Ja, da wirst du in unserer Gesellschaft recht haben. Leider. Aber die Urbevölkerung mit ihren schiefen Zähnen, Wetter gegerbtem Gesicht und viel Kenntnis ueber die Natur: meinst Du, die haben sich geschämt? Dann ist nämlich die Frage auch, ob zu sich stehen eine menschliche Herausforderung ist oder eine gesellschaftliche.

                          Kommentar


                            #28
                            Für sich selbst im eigenen Kämmerchen kann natürlich jeder einfach zu sich stehen und sich alles mögliche Gute selbst sagen.
                            Wenn jemand aber wirklich zu 100% zu sich steht, dann muss ihm doch egal sein, was im Internet über ihn steht oder wenn er sich wirklich total klasse findet wird er alles dafüt tun, dass das auch möglichst viele sehen und nachmachen können.
                            hallo mystery und DasSchaf,

                            nochmal kurz, meine provokanten anti-massenmörder-gedanken bezogen sich auf den post von Mystery (von wegen wir zeigen nur 3%, der mensch als tier). das hatte ICH(!) so interpretiert. ich wollte sagen, das tier in mir ist wohl eher ein friedliches schaf denn ein gerissener wolf. ICH!!!!! sprach für mich!!! und es sollte niemand total egal sein, was über ihn im internet steht. ich bin für privatsphäre, zumindest darüber möchte ich selbst bestimmen...

                            hallo alle,

                            ich weiß nicht, warum hier so auf dem öffentlichkeits-gedanken rumgeritten wird.
                            zu sich stehen hat für mich erstmal ganz viel mit mir selbst zu tun.
                            und es geht eben NICHT um bewertung.
                            ich muss mich nicht total klasse finden, weil ich manche dinge einfach nicht mache oder gern und gut schnell auto fahre oder etc.

                            zu mir stehen heißt auch zu erkennen, wow, in dieser bestimmten situation reagiere ich über, das finde ich selber nicht gut. ABER: ich akzeptiere, dass es gerade so ist. dass ich heute so bin. vll nicht anders kann. ich nehme es an. und ich will wissen, woher das kommt, warum das so ist und welche anderen möglichkeiten es für mich geben könnte. es geht mir nicht um bedingungslose freiheit (ja die haben wir nicht, die hatte vermutlich noch nie eine gesellschaft, weil es immer ums überleben geht), sonder um wahlmöglichkeiten. wir haben oft nur einen weg im kopf, dabei gibts meist verschiedene.

                            ich steh doch nicht zu mir, damit andere mich nachmachen! ich maße mir auch nicht an, zu denken, wow, mein weg ist der richtige. andere treffen andere entscheidungen aus gründen, die absolut nachvollziehbar sind.

                            meine freiheit ist die, von all diesem möglichkeiten fasziniert zu sein. mich zu fragen: wäre das eine option für mich? vielleicht hat für mich zu mir stehen auch viel damit zu tun, meinen weg zu finden

                            Nordhimmel kommt da meinen gedanken sehr nahe:
                            Momentan denke ich "zu mir stehen" bedeutet für mich selbst lediglich, dass ich alle meine Gefühle akzeptiere und sie auch fließen lasse. Aber "leben" kann ich sie deswegen noch lange nicht alle.
                            und Tellerrands ebenfalls
                            Meinen Erfahrungen nach ist's sehr viel interessanter für die persönliche Entwicklung, ob man auch die banalen, popligen, kleinen, mißgünstigen, dämlichen oder trägen kleinen Seiten an sich erträgt und ihnen gelegentlich mal 'nen Blick zuwirft. Haben tun wir sie alle, ins eigene Selbstbild passen tun sie selten. Und dazu stehen?
                            super diskussion!

                            Kommentar


                              #29
                              Ich auch nicht und ich bin mir darüber bewusst, dass ich ständig genötigt bin, mich so zu verhalten wie andere es wollen, oder zu grossen Ärger und Probleme zu bekommen und als Mensch wie jeder andere, egal wie sehr er sich verstellt, total UNFREI BIN.
                              lieber Mysty,

                              kannst du dazu mal ein gutes beispiel liefern? ich wüsste zu gern, worum es da geht. in meinem leben finde ich keine beispiele dazu.

                              mich so zu verhalten, wie andere es wollen. hm, bei der arbeit? da gehe ich auch gern diskussionen ein, und dafür bin ich doch eingestellt worden, um meine expertise einfließen zu lassen. und oftmals funktioniert es doch auch, das mein vorgesetzter dann sagt, hui hast recht, war ne blöde idee. man kann doch immer mit den leuten reden. man kann doch locker verschiedener meinung sein, ohne dass der andere sich sofort abwendet oder einem an den kragen geht?

                              wie unfrei bist du? wie unfrei bin ich? ich liege gerade entspannt im bett, einen leckeren kaffee neben mir, es geht mir gerade verdammt gut. fühle mich dabei höchst frei! ja, für sein geld muss man arbeiten gehen, aber die paar stunden die woche sind doch machbar, ich bin froh, dass ich nicht auf meine eigene kartoffelernte angewiesen bin. mein leben hier in europa empfinde ich als ziemlich frei (hab gestern einen sehr berührenden bericht über nordkorea gesehen!).

                              liebe grüße

                              Kommentar


                                #30
                                ja super, sich als Gärtner zu outen ...
                                Damit kann man bei den Meisten wirklich nur Mitleid ernten.
                                Heute geht es nur noch darum sich möglichst als bester mit teuerstem Anzug und teuersten Schuhen, bestem Auto mit grösstem Haus zu zeigen.
                                Das sind alles Uniformen und niemals DER Mensch an sich.
                                Wir, bzw. Ihr merkt überhaupt nicht mehr, wann Euer nicht zu Euch als Mensch stehen beginnt. Nämlich schon morgens, wenn man am Kleiderschrank entscheidet wie man heute sein Menschsein wieder am Besten oder zumindest gut genug gegenüber den anderen, verkleidet.

                                Wenn man sich ab morgen wirklich nur noch zum Schutz vor Kälte und Gefahr verstellen würde, wäre ab übermorgen alle weltpolitischen Probleme gelöst weil niemand mehr auf der Jagd nach den Mitteln für den möglichst besten Anzug wäre.

                                Und ob die Leute früher wegen schiefer Zähne viel mehr zu verstecken gehabt hätten wie heute die meisten mit Übergewicht, künstlicher Oberweite und Cellulitis vom Müll essen, ist auch die Frage.
                                Diese Scham, mit allen nachfolgenden Problemen die man immer nur hinter neuen Verkleidungen versteckt, wurde allen ja durch Religionsmärchenbücher eingeimpft und hat sich bis in die letzte Zelle unseres wirklichen Menschseins gefressen, weshalb wir bzw. ihr es auch nicht lächerlich findet, dass man, mit von chinesischen Kindern genähtem, dunklem, fürchterlich hässlichen Anzug bei 28 Grad im Schatten schwitzt und die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn auch noch mit Krawatte abbindet, damit dieser total peinliche und schädliche Irrsinn leichter zu ertragen ist.

                                Das Ganze zu überdenken wäre sicher eine gesellschaftliche Angelegenheit, aber die Leute die schon ewig bestimmen, was wir sagen, sehen, lernen und denken dürfen, werden einen Teufel tun und ihr kümmerliches Menschsein freiwillig zeigen. DIE haben uns so im Griff, dass wir bis zum letzten Tag so gut wie nie zu UNS stehen können und immer nur im je nach finanziellen Möglichkeiten sehr kleinen Gefängnis so tun als ob.

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X