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wieviel "soziale Kontakte" braucht der Mensch?

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    #16
    Hallo Ihr Lieben,

    danke für Eure vielen Antworten. Und Ihr habt das Problem ganz gut auf den wichtigsten Punkt gebracht...daß mein Mann und ich hier unterschiedliche Bedürfnisse haben.

    Kann es sein, dass Du mit dem, was eh schon läuft (Familie, Arbeit, Freunde) sowieso schon irgendwo überlastet bist und eigentlich jetzt schon nicht genug Zeit für Dich hast? Kann es sein, dass Dein Bedürfnis nach Ruhe einfach dem Wunsch entspringt, mehr Zeit für Dich zu haben und weniger für andere - es vielleicht auch nicht immer anderen Recht machen zu müssen?
    @Lane777: Ja, das ist auch so ein Problem, an dem ich aber schon dran bin. Ich fühle mich derzeit wirklich landunter von all dem, was andere von mir wollen und wünsche mir mehr Zeit für mich.

    Vielleicht mal gemeinsam eine Veranstaltung besuchen. Wann warst Du denn das letzte Mal im Theater, Konzert oder auch auf einem Dorffest?
    @Hubert: wir gehen schon ab und zu mal ins Theater, Kino oder auch nur gut essen. Und wir gehen gemeinsam 1x in der Woche zum Yoga. Und wir fahren ja auch ganz oft übers Wochenende weg, z.B. um Freunde anderswo zu besuchen. Soweit ist das wohl auch okay und wir machen schon einiges miteinander.
    Aber mir ist das dann auch genug und ich möchte hier nicht noch mehr "machen müssen" . Darin habt Ihr mich jetzt auch bestärkt und es fühlt sich richtig an für mich.

    Also hilft wirklich nur eins: den Mann anstubsen, daß er allein was macht? Und meine Angst, er könnte dabei auf Abwege geraten, einfach wegdrücken? Das wird mir schwer fallen. Warum eigentlich?

    Ach, es tut gut, daß mit Euch zu diskutieren! Es werden hier Seiten beleuchtet, auf die hätte ich alleine nicht geschaut. Und wenn ich ganz ehrlich bin, manches will man ja auch nicht so gerne sehen...da ist es hilfreich, wenn es jemand aus dem Schatten ins Licht holt, damit man sich damit auseinandersetzen muß.
    Danke Euch allen!

    Liebe Grüße,
    Glühwürmchen

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      #17
      Also hilft wirklich nur eins: den Mann anstubsen, daß er allein was macht? Und meine Angst, er könnte dabei auf Abwege geraten, einfach wegdrücken? Das wird mir schwer fallen. Warum eigentlich?

      Liebe Grüße,
      Glühwürmchen[/quote]


      Glühwürmchen, hab keine Angst und sei nich ungeduldig mit dir wenn du anfangs noch Angst oder Bedenken hast denn auch deine Angst kommt ja irgendwoher bei dir.
      Bei mir war das Anfangs genauso, ich hatte echt bedenken das mein Partner was mit anderen Frauen anfangen würde. Ich hatte da auch meine Gründe für, möchte aber hier jetzt nicht weiter drauf eingehen.
      Jedenfalls hab ich mich Anfangs wenn er alleine oder ich alleine bzw. getrennt was unternommen haben, nie richtig bei der Sache gefühlt weil meine Gedanken unentwegt bei ihm waren und was er wohl gerade so macht.
      Es hat schon ziemlich lange gedauert bis ich das überwunden hatte.
      Heute ist dies Gefühl völlig verschwunden bei mir und das Gegenteil der Fall, ich bin froh alleine mit meiner Freundin was zu unternehmen und denke überhaupt nicht währenddessen an ihn. Es tut mir gut. Ich fühle mich richtig wohl dabei alleine was zu unternehmen oder für mich alleine zu sein.

      LG
      Melinda

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        #18
        @Hubert: wir gehen schon ab und zu mal ins Theater, Kino oder auch nur gut essen. Und wir gehen gemeinsam 1x in der Woche zum Yoga. Und wir fahren ja auch ganz oft übers Wochenende weg, z.B. um Freunde anderswo zu besuchen. Soweit ist das wohl auch okay und wir machen schon einiges miteinander.
        Aber mir ist das dann auch genug und ich möchte hier nicht noch mehr "machen müssen" . Darin habt Ihr mich jetzt auch bestärkt und es fühlt sich richtig an für mich.

        Das ist doch eine ganze Menge! Da wäre ich froh, wenn mein Mann so viel mit mir machen würde

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          #19
          Zitat von Martin Mutig Beitrag anzeigen
          Da steckt doch letztlich hinter: kann EINE Beziehung ALLES erfüllen?

          Wohl kaum.
          Ja, genau. Aber viele denken das.
          Ein wichtiger und interessante Gesichtspunk.

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            #20
            Zitat von Glühwürmchen Beitrag anzeigen

            Also hilft wirklich nur eins: den Mann anstubsen, daß er allein was macht? Und meine Angst, er könnte dabei auf Abwege geraten, einfach wegdrücken? Das wird mir schwer fallen. Warum eigentlich?
            Martin Mutig hat das gut beschrieben. Freiräume lassen und in diesen Freiräumen keine "Versuchung" zu sehen, sondern eine Bereicherung.
            Die Gefahr des Auseinanderlebens besteht natürlich immer, aber ich denke um das zu verhindern müßtest Du keine zusätzichen Aktivitäten planen, dafür macht ihr meines Erachtgens genug zusammen.

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              #21
              Zitat von Glühwürmchen Beitrag anzeigen
              Also hilft wirklich nur eins: den Mann anstubsen, daß er allein was macht? Und meine Angst, er könnte dabei auf Abwege geraten, einfach wegdrücken? Das wird mir schwer fallen. Warum eigentlich?
              Liebes Glühwürmchen,

              meiner Erfahrung nach führt es in einer Partnerschaft eher zu Problemen, wenn man unterschiedliche Bedürfnisse / Interessen nicht ausleben kann, als wenn jeder auch Zeit für das hat, was ihm wichtig ist.

              Außerdem haben getrennte Unternehmungen den Vorteil, daß man sich anschließend wieder aufeinander freuen kann.

              Fühlst Du Dich nicht (mehr) liebenswert, oder warum hast Du Angst davor, daß er auf Abwege geraten könnte?

              LG
              Spunk

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                #22
                Liebes Glühwürmchen,

                in Deiner Fragestellung finde ich Fragen, die ich in mir herumtrage, sehr gut wieder.

                Bevor ich anfing ins Berufsleben einzutauchen, hatte ich viele Freunde, zumindest dachte ich das. Es gab einige schwierige Situationen, wie das so ist, und langsam trennte sich die Spreu vom Weizen. Die Anzahl der Freunde nahm ab, doch es war keine Abnahme der Freundschaft an sich, denn die echten Freunde blieben.

                Ich lernte meinen Mann kennen, nahm weit entfernt von meinen damaligen Freunden meine Arbeit auf. Die Arbeit war sehr arbeitsintensiv, ich lernte neue Menschen kennen und von den damaligen Freunden blieben zwei übrig, die die Entfernung zwischen uns nicht als hinderlich ansahen.

                Die Arbeit wurde immer zeitintensiver. Doch noch konnten mein Mann und ich in einigen Freiräumen eigene Wege gehen. Die Arbeit wurde noch intensiver, die Freiräume schrumpften derart zusammen, dass nur noch die wenigen Freizeitstunden innerhalb der Woche uns, meinem Mann und mir, Zeit für uns beide zusammen ermöglichten. Wir waren beide damit zufrieden, denn innerhalb der Woche wuchsen uns immer mehr manche Kolleginnen und Kolleginnen als Freunde ans Herz.

                Mein soziales Netz verschob sich auf die Menschen, mit denen ich arbeitete.

                Dann ging es arbeitsmäßig dramatisch den Bach hinunter und mir wurde ein Aufhebungsvertrag angeboten. Ich dachte lange darüber nach: Annehmen? Das würde endlich wieder meine Lebenslust erhöhen, mich aber von meinem sozialen Netz abklemmen. Ablehnen: Ich würde mich nach wie vor missmutig mit Kreislaufbeschwerden zur Arbeit schleppen, doch mein soziales Netz bliebe erhalten.

                Irgendwann unterschrieb ich den Aufhebungsvertrag.

                Dies ist jetzt einige Zeit her. Zu Anfang hatte ich noch regen Kontakt zu meinem sozialen Kollegennetz, doch das Netz hat sich auf wenige, echte Freunde gelichtet. Heute bin ich froh, dass es diese wenigen sind, denn es tat mir undendlich weh zu sehen, wie alles auseinanderriss. Zum Glück gab ich mir persönlich nie wirklich die Schuld daran, ich versuchte es anfangs zwar, doch mein Mann hat mich aufgefangen und mich auf bestimmte und liebevolle Weise zurechtgerüttelt!

                Die wenigen, an einer Hand abzählbaren echten Freunde sind geblieben, doch ich habe mich auch um die Erhaltung dieser Freundschaft aktiv gekümmert, kümmern können, dank der Zeit, die ich nach Unterschrift des Aufhebungsvertrages für sie gewonnen hatte.

                Mittlerweile arbeite ich wieder. Doch ich werde nie wieder meine Zeit für die Arbeit höher gewichten als meine Zeit, die ich meinen wirklichen Freunden schenke. Die Arbeit verlieren, dass kann immer wieder passieren und ich werde eine neue Arbeit finden, auch wenn diese viel schlechter sein sollte als die zuvorige. Doch meine jetzigen Freunde, auch wenn ich sie nicht oft sehe, möchte ich nie mehr wegen Arbeitsübermut links liegen lassen.

                Ohne Arbeit kann ich einige Zeit mental überstehen, doch ohne echte Freunde nicht.

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                  #23
                  Hallo Ihr Lieben,

                  Was Lane777 schrieb, daß oberflächliche Kontakte auch eher anstrengend für sie ist...das ist auch ein guter Satz für mich. Es beruhigt mich, daß hier viele sind, die dieses "Ich habe ja sooo einen großen Bekanntenkreis" auch nicht schätzen. Wenn es hart auf hart kommt, bleibt davon meist nicht viel übrig. Allerdings ist die Frage, ob man sich, wenn man keine neuen Leute kennenlernt (weil man genug damit zu tun hat, die alten zu pflegen), nicht manche zukünftige Freundschaft verbaut. Und ob man manche Kontakte nicht sich nicht einfach als "Lebensabschnitts-Bekannte" halten kann, um jetzt Spaß zu haben (egal, ob das hundertprozentig paßt)?


                  Zitat von Spunk Beitrag anzeigen
                  Fühlst Du Dich nicht (mehr) liebenswert, oder warum hast Du Angst davor, daß er auf Abwege geraten könnte?
                  Tja, das ist auch so eine Geschichte. Mit fast 47 ist nun mal der erste Lack ab, wenigstens optisch. Da kann eine scharfe 20jährige mit einem tiefen Ausschnitt schon viel entgegensetzen...auch wenn Du noch so liebenswert bist. Zumal, wenn "Mann" alleine ist. Dies geistert schon in meinem Kopf rum und ist natürlich Blödsinn, aber hartnäckig. Wahrscheinlich muß ich mir da auch eine innere Verwarnung geben und es lernen, loszulassen und Vertrauen zu haben (in meinen Mann und in meine "inneren" Reize ).

                  Ist interessant, was aus dem Ursprungsthema geworden ist. Z.B., daß ich mich heimlich mit Eifersuchtsgedanken rumschlage, ist mir garnicht in den Sinn gekommen. Ist schon komisch, daß man naheliegende Sachen ignoriert, wenn sie einen selbst betreffen.

                  @Hilla: Danke für Deine Schilderung, die mich bestärkt darin, die beruflichen Kontakte nicht überzubewerten.

                  Liebe Grüße,
                  Glühwürmchen

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                    #24
                    Hallo liebe Glühwürmchen,

                    Zitat von Glühwürmchen Beitrag anzeigen
                    Was Lane777 schrieb, daß oberflächliche Kontakte auch eher anstrengend für sie ist...das ist auch ein guter Satz für mich.
                    der Satz kam zwar ursprünglich von naranja, aber offenbar betrifft er hier nicht nur einen einzigen.

                    Allerdings ist die Frage, ob man sich, wenn man keine neuen Leute kennenlernt (weil man genug damit zu tun hat, die alten zu pflegen), nicht manche zukünftige Freundschaft verbaut. Und ob man manche Kontakte nicht sich nicht einfach als "Lebensabschnitts-Bekannte" halten kann, um jetzt Spaß zu haben (egal, ob das hundertprozentig paßt)?
                    Natürlich gibt es Lebensabschnitts-Bekannte. Ich war mal in einer Freizeitgruppe, die haben sich regelmässig getroffen um alle möglichen Dinge zu unternehmen. Wir waren wandern und bowlen, im Theater und zusammen Essen usw. Das war eine sehr schöne Zeit und wenn man nicht mehr möchte, dann ist das nahezu perfekt. Man kann in netter Gesellschaft schöne Momente erleben, niemand belästigt einen mit seinen Sorgen (jedenfalls meistens nicht), niemand hat irgendwelche Erwartungen ausser - sei pünktlich, bezahl Deine Rechnung selber und hab soviel Spaß wie möglich!

                    Die Frage bleibt - ist es das, was Du möchtest? Könntest Du Dir sowas vorstellen, einfach nur Spaß haben und wieder heim gehen und gut ist? Wäre es befriedigend für Dich? Wenn ja - dann nur zu.

                    Tja, das ist auch so eine Geschichte. Mit fast 47 ist nun mal der erste Lack ab, wenigstens optisch. Da kann eine scharfe 20jährige mit einem tiefen Ausschnitt schon viel entgegensetzen...auch wenn Du noch so liebenswert bist. Zumal, wenn "Mann" alleine ist.
                    Ist das nicht eher das Problem? Hey, wo bleibt Dein Selbstwertgefühl? 47 ist doch wirklich absolut kein Alter! Und neulich sagte mir ein Freund (er ist 32), dass so manche Frau ab 40 erst interessant wird für einen Mann. Also bitte vergleich Dich nicht mit 20jährigen, denn das, was Du an Ausstrahlung und Reife besitzt, fehlt den meisten jungen Frauen einfach noch. Vielleicht solltest Du beginnen, Dich mehr auf Deine Reize/Stärken zu konzentrieren und weniger auf das, was vielleicht nicht so 100%ig ok ist. Wir alle haben Schwachstellen, wir alle sind aber auch nur Menschen. Und jeder ist in seiner Einzigartigkeit so ok, wie er eben ist. Egal ob dick, dünn, jung, alt, groß, klein oder wie auch immer. Schlussendlich kann man ja auch fürs eigene Wohlbefinden was tun z.B. zum Sport gehen, Sauna, Kosmetikerin, Friseur usw. Vielleicht siehst Du das anders, wenn Du Dich mal wieder so richtig wohlfühlst in Deiner Haut und Dir auch mal selbst sagst, dass Du schön bist?

                    Lg
                    Lane

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                      #25
                      @Hilla:

                      Zitat von Hilla123 Beitrag anzeigen
                      Dies ist jetzt einige Zeit her. Zu Anfang hatte ich noch regen Kontakt zu meinem sozialen Kollegennetz, doch das Netz hat sich auf wenige, echte Freunde gelichtet. Heute bin ich froh, dass es diese wenigen sind, denn es tat mir undendlich weh zu sehen, wie alles auseinanderriss. Zum Glück gab ich mir persönlich nie wirklich die Schuld daran, ich versuchte es anfangs zwar, doch mein Mann hat mich aufgefangen und mich auf bestimmte und liebevolle Weise zurechtgerüttelt!
                      Wie weh das tut, kann ich nachvollziehen. Bei mir war es ähnlich - fast 10 Jahre in einem Betrieb, viel miteinander erlebt und durchgemacht, vieles geteilt und am Ende, als ich den Laden verliess, waren sie nach und nach alle weg. Kein einziger ist mir geblieben, was natürlich auf die Qualität der Freundschaften schliessen lässt. Wie gut, dass Dein Mann Dich aufgefangen hat!

                      Am Ende ist es doch mit den Kontakten, die man über die Arbeit zieht oft so, dass die Arbeit das einzig verbindende Element ist. Und wenn das wegfällt, fällt auch der Kontakt nach und nach flach. Da müssen schon wirklich Leute dabei sein, die einen als Gesamtpaket Mensch schätzen und mögen und nicht nur auf das Wort "Kollegin" reduzieren...

                      Lg
                      Lane

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                        #26
                        Zitat von Glühwürmchen Beitrag anzeigen
                        ...Allerdings ist die Frage, ob man sich, wenn man keine neuen Leute kennenlernt (weil man genug damit zu tun hat, die alten zu pflegen), nicht manche zukünftige Freundschaft verbaut. ...
                        *kicher* Das erinnert mich an mich: ich stelle immer wieder fest, dass ich Angst habe, etwas zu verpassen. Tolle Leute, besondere Erlebnisse, wichtige Weisheiten, sehenswerte Orte... Ja, ständig verpasse ich soooo viel! Das ganze Leben reicht nicht aus, um alles mitzunehmen! Und wir leben dank moderner Kommunikations- und Transportmittel (u. a.) in einer Zeit des Überangebots, finde ich. Ich darf - nein MUSS auswählen und mich eher vor dem Überfluss "retten" um das, was ich habe (z. B. an Freunden) zu genießen, anstatt ständig darauf zu schielen, was ich NOCH haben könnte. Vielleicht geht es Dir ähnlich?
                        ...47 ist nun mal der erste Lack ab, wenigstens optisch. Da kann eine scharfe 20jährige mit einem tiefen Ausschnitt schon viel entgegensetzen...auch wenn Du noch so liebenswert bist...
                        Wenn ich mich so angucke denke ich manchmal: ist der schon Lack ab oder endlich Inhalt drin? Was möchte denn Dein Mann? Kannst Du ihn vielleicht sogar fragen? Vielleicht beleidigst Du ihn sogar mit so einem Gedanken?

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