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Die Kraft der Gedanken

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    #46
    @ alle
    Zitat von Hubert1
    In sofern stellt sich für mich weniger die Frage, was am Anfang steht, ein Gefühl oder ein Gedanke, sondern welche gegenseitigen Einflüsse es gibt, und welche dominieren.
    Wenn wir uns die Interaktion zwischen Gefühlen und Gedanken/Reflektionen als einen "Kessel vorstellen, in dem die Vernetzung/Interdependenz beider köchelt", wird es mit unserer ganz allgemein unterbeanspruchten und untrainierten Ratio fast unmöglich, für alles auf einmal den Durchblick zu erhalten.

    Wir können - um den Durchblick ansatzweise zu erhalten - mit unserem "Alltagsverstand" nur "eins nach dem anderen" tun: wir suchen uns aus dem Kessel beispielsweise einen emotionalen Zipfel heraus, der uns im Moment interessiert und den wir hinterfragen wollen und beginnen dort das Knäuel vorwärts zu entwickeln, bis zu dem Zeitpunkt, wo unser (Beispiel)Trigger sich meldete.
    Diese (Selbst)Therapie- bzw. Detektiv-Arbeit können wir rein rational durchführen (und ignorieren dabei die bei der Hinterfragung aufkommenden Emotionen) oder wir berücksichtigen von vorneherein gleich auch die Emotionen, die bei unserer HInterfragung mit auftauchen, bzw. noch hinzu kommen.
    (Letzteres ist machbar, kostet Zeit und Kraft, ist mitunter aber sehr ergiebig und für Menschen, die mit sich selbst ehrlich sind, sehr heilsam. Wir haben übrigens einen Faden, in dem die Praxis einer eingeleiteten Hinterfragung zur Sprache kommt: hier )

    Ein Beispiel:
    Eine bei der (hier zur Debatte stehenden) Hinterfragung aufkommende Gemütsverfassung(en) ist beispielsweise die quasi aus dem Nichts auftauchende "Unlust weiter zu machen". Wir erklären sie uns damit, dass wir beispielsweise denken: "das bringt dochnichts - das kann ich sowieso nicht zu Ende führen - ich bin zu unwissend dazu - das schaffe ich nicht ... >>> Glaubenssätze, die unser Denken und Handeln beeinflussen)
    Die Unlust wird bewirkt durch eine Emotion oder ein Motiv (oder mehrere gemischt), welches uns an ein irgendwann schon einmal passiertes Unternehmen erinnern, in dem wir versagt/aufgegeben/auf-die-Schnautze-gafallen-waren haben und damals dazu ein bestimmtes starkes Gefühl hatten > das sich heute in einem völlig anderen Zusammehang (die Hinterfragung) wieder meldet. Das kann eventuell das Gefühl der Ent-Täuschung(Niedergeschlagenheit) oder der Gereitzheit(Aufbrausen) sein, je nach Charakter.
    Grob und vereinfacht analysiert hieße das, d[I]ass wir an diesem damaligen Versagensgefühl getriggert werden, das uns (in Verbindung mit einem Glaubenssatz z.B.: das schaffe ich sowieso nicht) heute in der bildhaften Form unseres inneren Schweinehundes mit Nachdrücklichkeit davon abhalten will, unsere Reflektionen weiter zu führen ... denn wie heißt es so schön: "Wie könnten unversehends der Wahrheit auf die Spur kommen".

    In anderen Worten: wir sind bei uns selbst an einer Blockade, sozusagen an einer "emotionalen Hemmschwelle" angelangt, die wir selbst (unbewusst) aufgebaut haben.

    btw: Wenn ich hier im Forum öfters schrieb, das jemand "sich selbst im Weg stehe", meinte ich genau DAS damit. Leider hat bisher noch niemand gefragt, wie "er sich denn erfolgreich selbst aus dem Weg gehen könne" ...

    Der "Wahrheit" auf die Spur kommen, heißt in diesem Beispiel, die verschütt gegangene Ursache für eine Emotion finden, die kontinuierlich (ohne, dass wir uns dessen bewusst waren) zusammen mit anderen "unser Denken und Handeln, ergo unser Leben" bestimmten, zumindest aber so beeinflussten, dass es manchmal oder öfters "nicht so lief, wie wir es uns ausgedacht und geplant hatten"

    Zitat von Hubert01
    Man nimmt an, dass unserere Persönlichkeitsstruktur (und damit auch die Fähigkeit zur Veränderung) zu ca. 30 Prozent genetisch bedingt ist, zu 50 Prozent der frühkindlichen Prägung unterliegen und der Rest durch unser gesellschaftliches Umfeld geprägt ist plus etwas, was nicht nicht erforscht zu sein scheint. Im Grunde ist es das, was Du (Anm: > gemeint ist regenbogernkolibri) mit dem Ablaufen der unbewußten Programme meinst. Und wenn ich mal im Bild bleiben darf, je nachdem, wie die unbewußten Programme programmiert sind, haben Ratio und Emotionen eine Chance oder eben auch nicht, Ich glaube, es kommt weniger darauf an, dass Emotionen und Ratio das gleiche dabei wollen, sondern ob sie sich gegenseitig die richtigen Bälle zuspielen und ob der andere auch den Ball annehmen will und kann.
    Dass "was nicht erforscht zu sein scheint" wird allgemein und "verständlicherweise" ziemlich bescheiden als unser "kollektives Gedächtnis" bezeichnet. Hier scheiden sich die Geister seit Jahrhunderten und die aktuelle Meinung, dass dieses kollektive Gedächtnis irgendwo neuronal abgespeichert sei, bleibt unbelegt. Das es "es gibt" (in irgendeiner Form) ist freilich anerkannt und auch logisch nachvollziehbar. Fakt ist, dass wir auf eine Weise "funktionieren", die der menschlichen (und tierischen) Entwicklungsgeschichte folgt. In uns sind noch immer unsere (mythischen, biologischen und anthropologischen) Archetypen aktiv vorhanden, nach denen wir uns - "ihrer kaum noch bewusst" - richten, nach denen wir funktionieren.
    Wir atmen, wir schlucken, wir gehen aufrecht, wir blinzeln, wir steigen, wir haben Gefühle, wir haben Angst, wir kämpfen, wir "spüren" oder ahnen Gefahr (Instikt-Reste), wir lieben, wir opfern uns, wir töten und lassen leben ... letztendlich : wir glauben (noch immer mehr als wir zu wissen trachten) ... wiewohl wir heute auf unserer Bewusstseinsstufe die Möglichkeit haben, das, was wir glauben auch hinterfragen zu können ... mit oder ohne Hilfe.
    Zitat von regebogenkolibri
    aus meiner beobachtung siegt hier IMMER der GLAUBE über den willen!
    Danke. Ein wunderbares Beispiel, wie der Mensch sich an das klammert, was er "glaubt" und was er "auch glaubt" mit seinen rationalen Mitteln nicht hinterfragen zu können, manchmal sogar "hinterfragen zu dürfen".
    Sicher glauben wir mehr als wir wissen und der Ausspruch: "ich glaube zu wissen, dass ..." führt uns auf eine Diskussionsspur, die hier wahrscheinlich das angesagte Thema völlig off topic führen würde.

    Der Glaube siegt nur solange über das Wissen, wie wir glauben, dass wir nicht alles wissen können(dürfen). Wenn wir wissen wollen, wird der Glaube hinterfragt und verliert an Dominanz. Dass hier weltanschaulich/religiöse Prägungen mitspielen dürfte eigentlich jedem einleuchten.

    Der Glaube (und in ihm die Wurzel dessen, was wir als Glaubenssätze bezeichnen) ist ein besonders eherner Bestandteil, ein archetypischer Anker zu unserer Frühzeit, seit der sich unser kollektiven Gedächtnis(das Gedächtnis der Menschheitsgeschichte) entwickelt. Ab seiner Existenz als Hominide konnte der sich entwickelnde Mensch "nur" glauben, da er keinerlei Ansatzpunkte hatte, von vorneherein etwas zu wissen. Wir sind in der Lage (durch die Entwicklung) dies nachzuholen und endlich den emotionalen Abstand zwischen uns und dem Hominiden zu vergrössern ... was nicht heisst, dass wir dem Hominiden nichts zu verdanken hätten ... schließlich hätte es ohne ihn "unsere menschliche Kultur" nicht gegeben.

    Wenn Ludwig Feuerbach schreibt, "Ich fühle, also bin ich", dann "fühle" ich, dass dieser (in meinen Augen) sehr menschlich und erdgebunden reflektierende Philosoph seiner Zeit weit voraus war (nicht nur was dieses Zitat anbelangt) und unter anderem Dank ihm die Erforschung der Seele (Dank Leuten wie Eysenk, Freud, Jung u.a.) vom Schleier des Metaphysischen befreit wurde.

    Es ist auch nicht verwunderlich, dass der Glaube und das Glauben heute noch vehement nachwirken. Rom wurde ja auch icht an einem Tag erbaut.
    Zuletzt geändert von Shepherd; 14.06.2012, 10:21. Grund: Fähla

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      #47
      Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen

      btw: Wenn ich hier im Forum öfters schrieb, das jemand "sich selbst im Weg stehe", meinte ich genau DAS damit. Leider hat bisher noch niemand gefragt, wie "er sich denn erfolgreich selbst aus dem Weg gehen könne" ...
      Lieber Shepherd,

      doch. Genau an diesem Punkt bin ich gerade.
      Dass mir alte Gefuehle gerade sehr im Wege stehen, in Angst ausarten ..
      .. und ich mich frage, WIE springe ich drueber weg (was wohl auch heisst, Synapsen freischaufenl fuer neue positive Erfahrungsspeicherung?)

      Wenn Du magst, kannst Du mir bitte auch gerne etwas im Qi-Ball oder Findling dazu schreiben. Danke.
      Zuletzt geändert von Kuestenkind; 14.06.2012, 10:29. Grund: bitte

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        #48
        Zitat von Küstenkind
        ... was wohl auch heisst, Synapsen freischaufenl fuer neue positive Erfahrungsspeicherung?
        Grins. Synapsen sind keine USB-Sticks, die man löschen und neu belegen kann. Manchmal reicht es, einen "flapsigen" Fußtritt (à la Shepherd), bzw. einen Separator einzusetzen, sprich: die Synapsen "gehörig" durcheinander zu wirbeln, damit die Physiologie (die Säfte unserer Drüsen etc.) neue und bisher offenbar vernachlässigte Ziele beliefern können.
        Mal sehen.

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          #49


          Was ist ein Seperator?

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            #50
            bitte sehr: Separator

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              #51
              danke.
              Das reicht nachhaltig?

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                #52
                Zitat von Shepherd;678411
                [I
                btw: Wenn ich hier im Forum öfters schrieb, das jemand "sich selbst im Weg stehe", meinte ich genau DAS damit. Leider hat bisher noch niemand gefragt, wie "er sich denn erfolgreich selbst aus dem Weg gehen könne" ... [/I]


                muß man das denn?

                man könnte sich auch darauf einlassen, mit dem "sich selbst im weg stehenden" zu spielen. zu tanzen. zu singen. zu reden.

                meistens bringts bewegung. und neue wege... und: es geht (solang man tanzt, und nicht einen ringkampf versucht).
                oft kommt dabei was durchaus brauchbares, überraschendes und sehr unverwechselbsres raus... wenn man beide tanzen LÄSST

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                  #53
                  @ Küstenkind

                  Nein.
                  Es ist lediglich eine wirksame Methode - je nachdrücklicher der Separator ist, desto wirksamer - um - sagen wir mal - schnell auf "andere Gedanken zu kommen", d.h., dass beispielsweise jemanden, der depressiv über ein Problem oder seine diesbezügliche Befindlichkeit brütet und dadurch auf "keinen grünen Zweig kommt", mit einem entsprechenden Separator aus dieser Gemütsverfassung heraus zu bringen und seinen Geist und sein Bewusstsein kurzfristig frei zu machen für andere Überlegungen oder Tätigkeiten, die ihm eher was nützliches bringen, oder ihn allgemein erleichtern.

                  Separator kann man sogar mit dem Wissen des Betroffenen einsetzen. Sie sind allerdings umso wirksamer, wenn sie den Betroffenen sozusagen überraschen und in gewisser Weise "schockieren". Er wird quasi mit einem Schock (weil er mit etwas völlig anderem als dem was er denkt konfrontiert wird) aus seiner Brüterei herausgerissen. Seine Aufmerksamkeit und Wahrnehmung wird auf andere Dinge umgelenkt. Sein Denkprozess(die Brüterei) wird abrupt unterbrochen, unter anderem, weil die Rezeption der Synapsen irritiert und die Physiologie angekurbelt wird.
                  Zuletzt geändert von Shepherd; 14.06.2012, 16:04. Grund: @ hinzu

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                    #54
                    Das klingt spannend.
                    Und wie funktioniert das unbemerkte Seperator - Setzen?
                    In wie weit fuehrt es zu einer Positivierung oder zu einer Verwirrung?

                    @ Windfrau.
                    Mein Tanzen mit mir haengt sich z.T. auf .. weil es sich nur um mich dreht, kreist.
                    Andere Gedanken und Gefuehle brauchen vermutlich externen Input, oder?

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                      #55
                      Zitat von windfrau
                      muß man das denn?
                      Natürlich nicht. "Man" kann es auch ignorieren, oder geflissentlich (oder auch nicht) überlesen, sollte jedoch dann im Nachhinein mindestens so fair sein, dem Hinweisenden nicht die Schuld zuschustern oder ihn anklagen, "wenn die Kehrtwende nicht geklappt hat".
                      man könnte sich auch darauf einlassen, mit dem "sich selbst im weg stehenden" zu spielen. zu tanzen. zu singen. zu reden.
                      ... oder (bildhaft) Karten spielen und dem Betroffenen den Joker zuschanzen. Ich kenne fast alle "Tricks", nur lassen sich die meisten davon nur irl umsetzen. Außerdem wäre es (hier im Forum) ja wohl ein "bisschen zu einfach" und mMn auch zu selbstgerecht für den Hinweisenden, den Esel nur zum Bach zu führen, bzw. ihm den Weg dorthin zu zeigen und darauf zu vertrauen, dass er von alleine säuft. Tut er es nicht, ists halt dumm gelaufen - wäre mMn eine "komische" Ethik ? Nein Danke. Für halbe Sachen bin ich nicht (mehr) zu haben.

                      Zitat von Küstenkind
                      Und wie funktioniert das unbemerkte Separator - Setzen?
                      In wie weit fuehrt es zu einer Positivierung oder zu einer Verwirrung?
                      Wir schweifen vom Fadenthema ab, Küstenkind. Anderswo gerne.

                      Kommentar


                        #56
                        Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                        Wir schweifen vom Fadenthema ab, Küstenkind. Anderswo gerne.
                        Ja stimmt, magst Du mir bitte etwas dazu im Qi-Ball oder Findling schreiben, danke

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                          #57
                          Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                          Natürlich nicht. "Man" kann es auch ignorieren, oder geflissentlich (oder auch nicht) überlesen, sollte jedoch dann im Nachhinein mindestens so fair sein, dem Hinweisenden nicht die Schuld zuschustern oder ihn anklagen, "wenn die Kehrtwende nicht geklappt hat".
                          ... oder (bildhaft) Karten spielen und dem Betroffenen den Joker zuschanzen. Ich kenne fast alle "Tricks", nur lassen sich die meisten davon nur irl umsetzen. Außerdem wäre es (hier im Forum) ja wohl ein "bisschen zu einfach" und mMn auch zu selbstgerecht für den Hinweisenden, den Esel nur zum Bach zu führen, bzw. ihm den Weg dorthin zu zeigen und darauf zu vertrauen, dass er von alleine säuft. Tut er es nicht, ists halt dumm gelaufen - wäre mMn eine "komische" Ethik ? Nein Danke. Für halbe Sachen bin ich nicht (mehr) zu haben.


                          Wir schweifen vom Fadenthema ab, Küstenkind. Anderswo gerne.

                          Aber Shepherd, wenn ich Dich richtig verstanden habe, ist das, was Du ge/beschrieben hast, Gedankenbeeinflussung, oder?

                          Gehört es dann nicht doch gut hierhin?

                          Ich bin nämlich auch mächtig interessiert an diesem Thema.

                          ariel

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                            #58
                            Zitat von ariel Beitrag anzeigen
                            Aber Shepherd, wenn ich Dich richtig verstanden habe, ist das, was Du ge/beschrieben hast, Gedankenbeeinflussung, oder?
                            Ja, sowohl das, was ich geschrieben und beschrieben habe ist zumindest der Versuch einer Gedankenbeeinflussung - ein Handlung, die wir quasi dauernd tun, wenn wir kommunizieren, bzw. diskutieren.

                            Eine Frage ist eine Interessebekundung, die auf eine Befriedigung/Antwort wartet (eine rhetorische Frage hingegen bedarf in der Regel keiner Antwort). Die Antwort ist faktisch schon eine Gedankenbeeinflussung, je nach WIrkung auch ein Separator, da der Fragende vielleicht von seiner eigenen Antwort, die er sich selbst gab, bzw. von seiner eigenen Meinung abkommt und von der Aussage und dem Inhalt einer Antwort "von außen" in seinem Reflektieren beeinflusst wird, ggf. sogar davon getrennt wird = Separator.

                            Gedankenbeeinflussung und Trance sind permanent wirkende Bestandteile einer Diskussion, bzw. der zwischenmenschlichen Kommunikation.

                            Gehört es dann nicht doch gut hierhin?

                            Ich bin nämlich auch mächtig interessiert an diesem Thema.
                            Nachdem ich den Eingangspost von Regenbogenkolibri noch einmal nachgelesen habe, stimme ich dir zu.

                            Kommentar


                              #59
                              Zitat von Kuestenkind Beitrag anzeigen
                              Das klingt spannend.
                              Und wie funktioniert das unbemerkte Seperator - Setzen?
                              In wie weit fuehrt es zu einer Positivierung oder zu einer Verwirrung?
                              Ok, dann doch hier.

                              Alltags-Beispiel von einem "zufälligen" ungewollten Separator:

                              In einem Raum sitzt ein Mensch, tief traurig, erschüttert und weint. Er ist zwar "ganz bei sich und seinem Thema, das in bewegt", trotzdem ist seine Aufmerksamkeit und seine Wahrnehmung nicht völlig von der Umwelt gelöst - seine Sinne und das Unbewusste kriegen mit, was dort abläuft.

                              Gleich neben dem weinenden Menschen stehen zwei weitere und unterhalten sich. Sie lachen und frotzeln rum. Sie kennen den traurigen Mensch nicht und kümmern sich nicht um ihn.
                              Einer von ihnen sagt etwas unwiderstehlich Belustigendes und beide fangen laut an zu lachen.
                              Der weinende Mensch, bzw. sein Gehörsinn und sein Unbewusstes haben sehr wohl mitgekriegt, was dort geredet wurde und wirken mit dem, was sie aufgeschnappt haben wie ein Separator in die Trauer des Weinenden hinein. Der weinende Mensch kann plötzlich nicht mehr anders und fängt während seinem Weinen an (mit) zu lachen.
                              Er wurde durch ungewollte Einflüsse zumindest zum Teil aus seiner Trauer (einer starken Emotion) herausgerissen und reagierte auf seine Umwelt. Ein ungewollter Separator. Wenn du die Trauer als negativ bewertest, war dieser Separator eine Positivierung, weil er die Person aus ihrer In-sich-Hineingezogenheit, bzw. aus ihrer Auf-sich-Beschränktheit in die "Wirklichkeit" zurückholte.

                              Alltags-Beispiel von einem "rettenden" und gewollten Separator:

                              (Du bist in Rapport mit jemand) Jemand steht vor dir und redet und doziert unaufhörlich in seiner Selbstgefälligkeit und du fühlst dich von seinem Geschwafel zunehmend unangenehm berührt. Eine Emotion kommt auf. Vielleicht fühlst du dich intellektuell untergebuttert oder der Redner ist erbarmungswürdig langweilig ? Du möchtest ihm am liebsten den Mund verbieten oder zukleben, damit er endlich aufhört, dich mit Reden regelrecht zu überfordern. Da das unhöflich wäre und "man das ergo nicht tun darf" gibt es andere, freundlichere und höflichere Mittel, um dasselbe zu erreichen.
                              Da der Redner "ganz bei sich ist", musst du ihn auch dort "abholen". Du berührst in unaufdringlich am Ärmel oder an der Schulter. Er ist in der Regel irritiert und schaut fragend. (erster Separator) Du legst gleich nach und fragst ihn entschuldigend, wieviel Uhr es sei. (zweiter Separator) Wahrscheinlich wird er gewohnheitsmässig auf die Uhr schauen und dir Bescheid geben. (Trennung vollendet) Du dankst, grüßt ihn und gehst deinen Weg. Du bist aus dem Rapport ausgestiegen. Du kannst die "Pause" natürlich auch nutzen, um ein anderes Thema zu beginnen und bleibst weiter in Rapport. Der "Trenner" hat lediglich seine Rede unterbrochen, nicht aber den Kontakt.

                              Wenn jemand ähnlich in einer Gesellschaft die Aufmerksamkeit nachdrücklich auf sich zieht und um Fragen bittet, reicht es idR wenn du ihn unschuldig fragst, ob er schon einen Weihnachtsbaum habe. Die meisten plus er werden irritiert oder indigniert sein (Separator - sind sind gestört, bzw. unterbrochen worden). Die anderen, die so empfanden/dachten wie du und den Zweck deines Tun verstanden haben, werden auf deiner Seite sein und sich ein Schmunzeln vielleicht nicht verkneifen können.

                              In der Therapie, in der Kommunikation überhaupt und besonders in der Rhetorik sind Separatoren nur ein Mittel unter vielen, um die Aufmerksamkeit zu binden, bzw. zu unterbrechen. Ein einigermaßen erfahrener Redner, Therapeut oder Mentor wird gezielt und bewusst von ihnen Gebrauch machen, wenn er mit seinen Zuhörern, seinen Patienten oder Protegés in einem aufmerksamen Rapport bleiben will.

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                                #60
                                Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                                In der Therapie, in der Kommunikation überhaupt und besonders in der Rhetorik sind Separatoren nur ein Mittel unter vielen, ...
                                treffende beispiele, shep. und nur zur ergänzung:
                                vor allem bei kriseninterventionen und notfällen mit hoher psychischer belastung sind techniken zur aufmerksamkeits- umlenkung und zurückerlangung von kontrolle das absolute um und auf.
                                genau die scheinbaren "unpersönlichkeiten" (also zB. das abfragen von persönlichen daten, neutralen begebenheiten, namen von möglichen kontaktpersonen, ...) sind sehr oft bewußt eingesetzte versuche, die emotionale einengung und das innere chaos zu schlichten und die menschen auf einer anderen ebene wieder zu befähigen, "ihre kontrolle" wiederzuerlangen. wieder "zu sich und ihrer gesamten realität"hin und also aus der momentanen schock-isolation behutsam herauszuführen. (und in diesen fällen ganz unrhetorisch immer in genauem beobachtenden emotionalen rapport, bis sie sich erfangen haben...)
                                Zuletzt geändert von windfrau; 14.06.2012, 18:12.

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