@ alle
Wenn wir uns die Interaktion zwischen Gefühlen und Gedanken/Reflektionen als einen "Kessel vorstellen, in dem die Vernetzung/Interdependenz beider köchelt", wird es mit unserer ganz allgemein unterbeanspruchten und untrainierten Ratio fast unmöglich, für alles auf einmal den Durchblick zu erhalten.
Wir können - um den Durchblick ansatzweise zu erhalten - mit unserem "Alltagsverstand" nur "eins nach dem anderen" tun: wir suchen uns aus dem Kessel beispielsweise einen emotionalen Zipfel heraus, der uns im Moment interessiert und den wir hinterfragen wollen und beginnen dort das Knäuel vorwärts zu entwickeln, bis zu dem Zeitpunkt, wo unser (Beispiel)Trigger sich meldete.
Diese (Selbst)Therapie- bzw. Detektiv-Arbeit können wir rein rational durchführen (und ignorieren dabei die bei der Hinterfragung aufkommenden Emotionen) oder wir berücksichtigen von vorneherein gleich auch die Emotionen, die bei unserer HInterfragung mit auftauchen, bzw. noch hinzu kommen.
(Letzteres ist machbar, kostet Zeit und Kraft, ist mitunter aber sehr ergiebig und für Menschen, die mit sich selbst ehrlich sind, sehr heilsam. Wir haben übrigens einen Faden, in dem die Praxis einer eingeleiteten Hinterfragung zur Sprache kommt: hier )
Ein Beispiel:
Eine bei der (hier zur Debatte stehenden) Hinterfragung aufkommende Gemütsverfassung(en) ist beispielsweise die quasi aus dem Nichts auftauchende "Unlust weiter zu machen". Wir erklären sie uns damit, dass wir beispielsweise denken: "das bringt dochnichts - das kann ich sowieso nicht zu Ende führen - ich bin zu unwissend dazu - das schaffe ich nicht ... >>> Glaubenssätze, die unser Denken und Handeln beeinflussen)
Die Unlust wird bewirkt durch eine Emotion oder ein Motiv (oder mehrere gemischt), welches uns an ein irgendwann schon einmal passiertes Unternehmen erinnern, in dem wir versagt/aufgegeben/auf-die-Schnautze-gafallen-waren haben und damals dazu ein bestimmtes starkes Gefühl hatten > das sich heute in einem völlig anderen Zusammehang (die Hinterfragung) wieder meldet. Das kann eventuell das Gefühl der Ent-Täuschung(Niedergeschlagenheit) oder der Gereitzheit(Aufbrausen) sein, je nach Charakter.
Grob und vereinfacht analysiert hieße das, d[I]ass wir an diesem damaligen Versagensgefühl getriggert werden, das uns (in Verbindung mit einem Glaubenssatz z.B.: das schaffe ich sowieso nicht) heute in der bildhaften Form unseres inneren Schweinehundes mit Nachdrücklichkeit davon abhalten will, unsere Reflektionen weiter zu führen ... denn wie heißt es so schön: "Wie könnten unversehends der Wahrheit auf die Spur kommen".
In anderen Worten: wir sind bei uns selbst an einer Blockade, sozusagen an einer "emotionalen Hemmschwelle" angelangt, die wir selbst (unbewusst) aufgebaut haben.
btw: Wenn ich hier im Forum öfters schrieb, das jemand "sich selbst im Weg stehe", meinte ich genau DAS damit. Leider hat bisher noch niemand gefragt, wie "er sich denn erfolgreich selbst aus dem Weg gehen könne" ...
Der "Wahrheit" auf die Spur kommen, heißt in diesem Beispiel, die verschütt gegangene Ursache für eine Emotion finden, die kontinuierlich (ohne, dass wir uns dessen bewusst waren) zusammen mit anderen "unser Denken und Handeln, ergo unser Leben" bestimmten, zumindest aber so beeinflussten, dass es manchmal oder öfters "nicht so lief, wie wir es uns ausgedacht und geplant hatten"
Dass "was nicht erforscht zu sein scheint" wird allgemein und "verständlicherweise" ziemlich bescheiden als unser "kollektives Gedächtnis" bezeichnet. Hier scheiden sich die Geister seit Jahrhunderten und die aktuelle Meinung, dass dieses kollektive Gedächtnis irgendwo neuronal abgespeichert sei, bleibt unbelegt. Das es "es gibt" (in irgendeiner Form) ist freilich anerkannt und auch logisch nachvollziehbar. Fakt ist, dass wir auf eine Weise "funktionieren", die der menschlichen (und tierischen) Entwicklungsgeschichte folgt. In uns sind noch immer unsere (mythischen, biologischen und anthropologischen) Archetypen aktiv vorhanden, nach denen wir uns - "ihrer kaum noch bewusst" - richten, nach denen wir funktionieren.
Wir atmen, wir schlucken, wir gehen aufrecht, wir blinzeln, wir steigen, wir haben Gefühle, wir haben Angst, wir kämpfen, wir "spüren" oder ahnen Gefahr (Instikt-Reste), wir lieben, wir opfern uns, wir töten und lassen leben ... letztendlich : wir glauben (noch immer mehr als wir zu wissen trachten) ... wiewohl wir heute auf unserer Bewusstseinsstufe die Möglichkeit haben, das, was wir glauben auch hinterfragen zu können ... mit oder ohne Hilfe.
Danke. Ein wunderbares Beispiel, wie der Mensch sich an das klammert, was er "glaubt" und was er "auch glaubt" mit seinen rationalen Mitteln nicht hinterfragen zu können, manchmal sogar "hinterfragen zu dürfen".
Sicher glauben wir mehr als wir wissen und der Ausspruch: "ich glaube zu wissen, dass ..." führt uns auf eine Diskussionsspur, die hier wahrscheinlich das angesagte Thema völlig off topic führen würde.
Der Glaube siegt nur solange über das Wissen, wie wir glauben, dass wir nicht alles wissen können(dürfen). Wenn wir wissen wollen, wird der Glaube hinterfragt und verliert an Dominanz. Dass hier weltanschaulich/religiöse Prägungen mitspielen dürfte eigentlich jedem einleuchten.
Der Glaube (und in ihm die Wurzel dessen, was wir als Glaubenssätze bezeichnen) ist ein besonders eherner Bestandteil, ein archetypischer Anker zu unserer Frühzeit, seit der sich unser kollektiven Gedächtnis(das Gedächtnis der Menschheitsgeschichte) entwickelt. Ab seiner Existenz als Hominide konnte der sich entwickelnde Mensch "nur" glauben, da er keinerlei Ansatzpunkte hatte, von vorneherein etwas zu wissen. Wir sind in der Lage (durch die Entwicklung) dies nachzuholen und endlich den emotionalen Abstand zwischen uns und dem Hominiden zu vergrössern ... was nicht heisst, dass wir dem Hominiden nichts zu verdanken hätten ... schließlich hätte es ohne ihn "unsere menschliche Kultur" nicht gegeben.
Wenn Ludwig Feuerbach schreibt, "Ich fühle, also bin ich", dann "fühle" ich, dass dieser (in meinen Augen) sehr menschlich und erdgebunden reflektierende Philosoph seiner Zeit weit voraus war (nicht nur was dieses Zitat anbelangt) und unter anderem Dank ihm die Erforschung der Seele (Dank Leuten wie Eysenk, Freud, Jung u.a.) vom Schleier des Metaphysischen befreit wurde.
Es ist auch nicht verwunderlich, dass der Glaube und das Glauben heute noch vehement nachwirken. Rom wurde ja auch icht an einem Tag erbaut.
Zitat von Hubert1
Wir können - um den Durchblick ansatzweise zu erhalten - mit unserem "Alltagsverstand" nur "eins nach dem anderen" tun: wir suchen uns aus dem Kessel beispielsweise einen emotionalen Zipfel heraus, der uns im Moment interessiert und den wir hinterfragen wollen und beginnen dort das Knäuel vorwärts zu entwickeln, bis zu dem Zeitpunkt, wo unser (Beispiel)Trigger sich meldete.
Diese (Selbst)Therapie- bzw. Detektiv-Arbeit können wir rein rational durchführen (und ignorieren dabei die bei der Hinterfragung aufkommenden Emotionen) oder wir berücksichtigen von vorneherein gleich auch die Emotionen, die bei unserer HInterfragung mit auftauchen, bzw. noch hinzu kommen.
(Letzteres ist machbar, kostet Zeit und Kraft, ist mitunter aber sehr ergiebig und für Menschen, die mit sich selbst ehrlich sind, sehr heilsam. Wir haben übrigens einen Faden, in dem die Praxis einer eingeleiteten Hinterfragung zur Sprache kommt: hier )
Ein Beispiel:
Eine bei der (hier zur Debatte stehenden) Hinterfragung aufkommende Gemütsverfassung(en) ist beispielsweise die quasi aus dem Nichts auftauchende "Unlust weiter zu machen". Wir erklären sie uns damit, dass wir beispielsweise denken: "das bringt dochnichts - das kann ich sowieso nicht zu Ende führen - ich bin zu unwissend dazu - das schaffe ich nicht ... >>> Glaubenssätze, die unser Denken und Handeln beeinflussen)
Die Unlust wird bewirkt durch eine Emotion oder ein Motiv (oder mehrere gemischt), welches uns an ein irgendwann schon einmal passiertes Unternehmen erinnern, in dem wir versagt/aufgegeben/auf-die-Schnautze-gafallen-waren haben und damals dazu ein bestimmtes starkes Gefühl hatten > das sich heute in einem völlig anderen Zusammehang (die Hinterfragung) wieder meldet. Das kann eventuell das Gefühl der Ent-Täuschung(Niedergeschlagenheit) oder der Gereitzheit(Aufbrausen) sein, je nach Charakter.
Grob und vereinfacht analysiert hieße das, d[I]ass wir an diesem damaligen Versagensgefühl getriggert werden, das uns (in Verbindung mit einem Glaubenssatz z.B.: das schaffe ich sowieso nicht) heute in der bildhaften Form unseres inneren Schweinehundes mit Nachdrücklichkeit davon abhalten will, unsere Reflektionen weiter zu führen ... denn wie heißt es so schön: "Wie könnten unversehends der Wahrheit auf die Spur kommen".
In anderen Worten: wir sind bei uns selbst an einer Blockade, sozusagen an einer "emotionalen Hemmschwelle" angelangt, die wir selbst (unbewusst) aufgebaut haben.
btw: Wenn ich hier im Forum öfters schrieb, das jemand "sich selbst im Weg stehe", meinte ich genau DAS damit. Leider hat bisher noch niemand gefragt, wie "er sich denn erfolgreich selbst aus dem Weg gehen könne" ...

Der "Wahrheit" auf die Spur kommen, heißt in diesem Beispiel, die verschütt gegangene Ursache für eine Emotion finden, die kontinuierlich (ohne, dass wir uns dessen bewusst waren) zusammen mit anderen "unser Denken und Handeln, ergo unser Leben" bestimmten, zumindest aber so beeinflussten, dass es manchmal oder öfters "nicht so lief, wie wir es uns ausgedacht und geplant hatten"
Zitat von Hubert01
Wir atmen, wir schlucken, wir gehen aufrecht, wir blinzeln, wir steigen, wir haben Gefühle, wir haben Angst, wir kämpfen, wir "spüren" oder ahnen Gefahr (Instikt-Reste), wir lieben, wir opfern uns, wir töten und lassen leben ... letztendlich : wir glauben (noch immer mehr als wir zu wissen trachten) ... wiewohl wir heute auf unserer Bewusstseinsstufe die Möglichkeit haben, das, was wir glauben auch hinterfragen zu können ... mit oder ohne Hilfe.
Zitat von regebogenkolibri
Sicher glauben wir mehr als wir wissen und der Ausspruch: "ich glaube zu wissen, dass ..." führt uns auf eine Diskussionsspur, die hier wahrscheinlich das angesagte Thema völlig off topic führen würde.
Der Glaube siegt nur solange über das Wissen, wie wir glauben, dass wir nicht alles wissen können(dürfen). Wenn wir wissen wollen, wird der Glaube hinterfragt und verliert an Dominanz. Dass hier weltanschaulich/religiöse Prägungen mitspielen dürfte eigentlich jedem einleuchten.
Der Glaube (und in ihm die Wurzel dessen, was wir als Glaubenssätze bezeichnen) ist ein besonders eherner Bestandteil, ein archetypischer Anker zu unserer Frühzeit, seit der sich unser kollektiven Gedächtnis(das Gedächtnis der Menschheitsgeschichte) entwickelt. Ab seiner Existenz als Hominide konnte der sich entwickelnde Mensch "nur" glauben, da er keinerlei Ansatzpunkte hatte, von vorneherein etwas zu wissen. Wir sind in der Lage (durch die Entwicklung) dies nachzuholen und endlich den emotionalen Abstand zwischen uns und dem Hominiden zu vergrössern ... was nicht heisst, dass wir dem Hominiden nichts zu verdanken hätten ... schließlich hätte es ohne ihn "unsere menschliche Kultur" nicht gegeben.
Wenn Ludwig Feuerbach schreibt, "Ich fühle, also bin ich", dann "fühle" ich, dass dieser (in meinen Augen) sehr menschlich und erdgebunden reflektierende Philosoph seiner Zeit weit voraus war (nicht nur was dieses Zitat anbelangt) und unter anderem Dank ihm die Erforschung der Seele (Dank Leuten wie Eysenk, Freud, Jung u.a.) vom Schleier des Metaphysischen befreit wurde.
Es ist auch nicht verwunderlich, dass der Glaube und das Glauben heute noch vehement nachwirken. Rom wurde ja auch icht an einem Tag erbaut.



gibt es andere, freundlichere und höflichere Mittel, um dasselbe zu erreichen.
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