Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Was hast du 2003 getan?

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Was hast du 2003 getan?

    Hallo,

    heute Morgen habe ich bei Mensch Otto das Gespräch mit Meike Winnemuth nachgehört. Sehr anregend.

    Ich zumindest habe große Lust bekommen, nach etwas zu suchen, was ich 2013 tun könnte, um das Jahr "erinnerungswert" zu machen.

    Hintergrund: Frau Winnemuth erzählt, dass sie irgendwann beschlossen hat, Erinnerungen zu sammeln. Weil die Jahre oft so fix vorbeigehen, und schon fünf Jahre später kann man sich nur noch mit Mühe und Not daran erinnern, was man damals so alles erlebt hat. Also beschloss sie, jedes Jahr etwas zu tun, was aus dem Einheitsbrei heraussticht. Zum Beispiel einen Marathon zu laufen oder ständig das gleiche (nicht das selbe ) blaue Kleid zu tragen.

    Natürlich geht es nicht nur darum, sich später erinnnern zu können, sondern auch um die Herausforderung, die Frage, ob man es hinbekommt und wie man es hinbekommt oder eben auch nicht.

    Mal sehen. Letztes Jahr habe ich eine Geschichte geschrieben. 2011 habe ich gekündigt. Davor ... ? Nach Venedig gelaufen. Geheiratet. Die erste eigene Wohnung bezogen.

    An was erinnert ihr euch so? Also, solche Dinge, die man selbst mitbeeinflussen, selbst auslösen und bewirken kann.

    #2
    1985 habe ich geheiratet!

    Kommentar


      #3
      Ganz spontan:
      1990 Fahrradtour Färöer/Island (mit Fähre)
      1995 Motorradtour Norwegen
      1998 auf der eigenen Hochzeit mit der eigenen Band gespielt

      Kommentar


        #4
        Aus dem Einerlei des Alltags ragen bei mir hauptsächlich meine Reisen heraus, an die ich mich auch nach vielen Jahren noch ziemlich genau erinnere... Ein weiterer Grund für mich, um immer wieder zu verreisen...

        z.B.:
        1985: Reise in den Kaukasus, nach Georgien und Armenien (damals noch UdSSR)
        1986: meine erste Reise nach USA (Kalifornien)
        Dezember 1987: Australien
        ...
        2002: Kanada (British Columbia)
        2003: an das Jahr erinnere ich mich noch gut, da ich damals bei meinem damaligen Arbeitgeber aussortiert worden bin. Außerdem war der Sommer 2003 außergewöhnlich sonnig und heiß.

        Kommentar


          #5
          Die wesentlichen Eckpunkte werden mehr und mehr, weil ich mich mehr und mehr darauf konzentriere, Wesentliches zu tun

          • 1985/86 - Austauschschülerin in Amerika gewesen
          • 1991/92 - 6 Monate durch Neuseeland gereist
          • 1997 - selbständig geworden
          • 1998 - eine Paartherapie gemacht
          • 1999 - geheiratet, mit meinem Mann zusammengezogen
          • 2004 - eigene Therapie begonnen
          • 2007 - begonnen, Theaterkurse zu nehmen
          • 2008 - 7 Wochen durch Neuseeland gereist, mit Improtheater und Butoh-Tanz begonnen, auf meinen ersten Single-Kreativ-Urlaub gefahren und zig neue Leute in mein Leben gelassen
          • 2009 - zwei riesige Parties geschmissen und mich als Auch-Gruppentier neu entdeckt
          • 2010 - eine Filiale zugesperrt, die ehemals gemeinsame Firma umgebaut, mit ihr umgezogen und sie ganz zu meiner gemacht, meinen ersten GFK-Kurs belegt und mich von der GFK entzünden lassen
          • 2011 - ein eigenes Kabarett geschrieben und aufgeführt und sogar ein bezahltes Engagement bekommen
          • 2012 - eine GFK-Trainer-Ausbildung absolviert, ein Jahr lang fast täglich meditiert und Spiritualität in mein Leben integriert



          Tatsächlich gibt es in den letzten 5 Jahren noch viel, viel mehr, was jedes Jahr einzigartig gemacht hat. Davor waren schon 15 Jahre des ziemlichen Einerlei. Sogesehen finde ich diese Jahre jetzt die herausragendesten meines bisherigen Lebens.

          Kommentar


            #6
            Zitat von MissPig Beitrag anzeigen
            Die wesentlichen Eckpunkte werden mehr und mehr, weil ich mich mehr und mehr darauf konzentriere, Wesentliches zu tun
            Ja, das versuche ich auch immer mehr - abgesehen von meinem Job, der mir nur wenig Gelegenheit dazu bietet, versuche ich auch, mein Leben mit vielen markanten Eckpunkten zu gestalten. Trotzdem erinnere ich mich teilweise nicht mehr exakt an das jeweilige Jahr...

            Ein paar Erinnerungen wären:
            2005/2006: damals war ich in einem Figurentheater als Puppenspieler aktiv
            2000: in diesem Jahr begannen meine ersten Aktivitäten als Statist an der Oper
            2003: Statist an den Kammerspielen im "Don Carlos"
            2004: Praktikum bei einem Fotografen und in einer Fotoagentur
            seit 2012: Theaterkurse

            Kommentar


              #7


              2011 habe ich begonnen, mich selbst und meine Mitmenschen mit anderen "Augen" zu sehen/fühlen. Durch dieses Forum.

              Kommentar


                #8
                Ein paar Eckdaten zu Ereignissen mit nachhaltiger Wirkung

                1978 - im Winter 3 Monate allein zu Fuß durch Schottland und im Frühjahr 2 durch Irland
                1979 - 2 Monate allein im Inari-Naturpark (Lappland). Diese Reise entwickelte sich ungeplant zu einer Visionssuche, ... die ich damals offenbar nötig hatte.

                (hobbes, jetzt bringst du mich in Verlegenheit)
                1981 oder 1982 im Frühjahr/Sommer zu Fuß von Frankreich (über die Pyrenäen - Andorra) nach Katalonien. Unterwegs die Geier besucht.

                1986/87 im Winter eine für mich lebens-verändernde und -wegweisende Umorientierung am Arbeitsplatz

                1992 Rettung aus dem Chaos und hinein in die Alleinerzieher-Karriere

                2006 Westafrika(Cabo Verde, Senegal, Guynea Bissao ...) - beeindruckende Begegnung mit Camara, einem wandernden Heiler (Medizinmann-"Doktor")

                2010 im Herbst hatte ich plötzlich (weil ich alles möglich, jedoch nicht mehr "das" erwartet hatte) wieder Schmetterlinge im Bauch. Ich habe alle Brücken in L abgebrochen und bin nach D (wie Donnersberg) "ausgewandert".

                Kommentar


                  #9
                  .. mir ist es zu persönlich, die eckdaten hier offen aufzulisten.

                  aber mir wird dabei bewusst: es sind nicht nur die reisen und die umzüge (von denen ich genug habe), sondern auch "berufungs-momente", an die ich mich erinnere, momente, in denen ich wusste: ja, DAS ist ganz wichtig. und die weiter gewirkt haben in mein leben, obwohl kein äusserer umzug, kein orts- oder arbeitswechsel damit verbunden war.

                  Kommentar


                    #10
                    Wow, spannend, was das so alles an ganz unterschiedlichen Erinnerungen zusammenkommt.

                    Reisen ist ja fast immer mit dabei. Kein Wunder, eigentlich. Wobei - bleibt dann die Erinnerung an die Reise oder die Erinnerung, wie die Reise dich/mich verändert hat? Bei mir eher letzteres. Von daher sind es wohl auch eher die "außergewöhnlichen" Reisen, die hängenbleiben.

                    Zitat von MissPig Beitrag anzeigen
                    Die wesentlichen Eckpunkte werden mehr und mehr, weil ich mich mehr und mehr darauf konzentriere, Wesentliches zu tun
                    Wesentliches, ja.
                    Eine Seminarleiterin hat mal am Ende eines Seminars gefragt: Und, welches Goldstück nehmt ihr jetzt mit nach Hause?

                    Zitat von Tanzende Beitrag anzeigen
                    aber mir wird dabei bewusst: es sind nicht nur die reisen und die umzüge (von denen ich genug habe), sondern auch "berufungs-momente", an die ich mich erinnere, momente, in denen ich wusste: ja, DAS ist ganz wichtig. und die weiter gewirkt haben in mein leben, obwohl kein äusserer umzug, kein orts- oder arbeitswechsel damit verbunden war.
                    Hm, meinst du dann sowas wie "jetzt will ich Zeit mit xy verbringen" oder "jetzt ist es an der Zeit, aus diesem Verein auszutreten" oder "jetzt ist es an der Zeit, spanisch zu lernen"?

                    Heute Morgen habe ich die letzten zehn Minuten von besagtem Interview angehört und seltsamerweise hatte ich plötzlich einen ganz anderen Eindruck. Was sie erzählte, kam mir plötzlich mehr wie eine Aufzählung von Handlungen vor, wie etwas, was sie tut, um die Leere zu füllen.
                    Irgendwie fehlte mir etwas, was von innen heraus kommt.
                    Wir haben mal in Norwegen Urlaub gemacht, sind mit dem Auto die Küstenstraße entlanggefahren. Alle paar Kilometer braucht man eine Fähre und auf der Fähre sieht man oft die gleichen Leute, die ebenfalls an der Küstenstraße entlangfahren. Da konnte man ganz oft Gespräche à la: "Ja, das Nordkap haben wir auch gemacht, ja, Tromso haben wir auch gemacht, ..." mitanhören.
                    Irgendwie hörte sich das für mich immer so an, als würden sie eine Liste abhaken oder vergleichen, wer jetzt am meisten "gemacht" hat. Da frage ich mich heute noch, ob sie tatsächlich wirklich jemals dort waren. Also nicht nur physisch vor der Eismeerkathedrale stehen, sondern sie wirklich "gesehen" haben.

                    Kommentar


                      #11
                      Liebe Hobbes,

                      ein spannendes Thema hast Du da wieder einmal am Wickel

                      Zitat von MissPig Beitrag anzeigen
                      Die wesentlichen Eckpunkte werden mehr und mehr, weil ich mich mehr und mehr darauf konzentriere, Wesentliches zu tun
                      Ja, ich denke auch, dass es um "Wesentliches" geht. Und mein Eindruck ist zugleich, dass Wesentliches dort entsteht, wo man seinem eigenen Wesen gemäß lebt (auch wenn sich dass wie eine platte Analogie anhören mag). Mit anderen Worten: Da, wo ich ICH bin, wo ich meine Wahrheit lebe, erlebe ich auch Dinge, die mich in meinem Innern berühren und mir genug bedeuten, um in meiner Erinnerung präsent zu bleiben.

                      ...wobei das mit der Erinnerung ja auch so eine Sache ist, wenn ich so darüber nachdenke, wieviel Mist ich mir auch merke und was ich stattdessen vergesse Insgesamt scheine ich mich aber vergleichsweise gut an vieles erinnern zu können. Deswegen habe ich mir auch gestern die Erinnerungsfrage umgekehrt gestellt und sozusagen nach einem Jahr gesucht, zu dem mir NICHTS einfällt. Abgesehen von meinem ersten Lebensjahr, an das ich keine Erinnerung habe, gibt es aber keines, das ich nicht mit irgendwelchen konkreten Erinnerungen verknüpfen könnte. Allerdings ist mir aufgefallen, dass ich ein ausgeprägter Alltagserinnerer zu sein scheine: meine Kindheitsurlaube an der Nordsee verschwimmern teilweise zum oben benannten Einheitsbrei. Aber dafür habe ich keine Schwierigkeiten, mich an mein jeweiliges Lebensgefühl als 2Jährige bis 35Jährige zu erinnern und diesen Lebensjahren Lieblingsspiele, -musikstücke und -bücher sowie Gedankenwelten und Lieblingsideen zuzuordnen.

                      Zitat von Tanzende Beitrag anzeigen
                      es sind nicht nur die reisen und die umzüge (von denen ich genug habe), sondern auch "berufungs-momente", an die ich mich erinnere, momente, in denen ich wusste: ja, DAS ist ganz wichtig. und die weiter gewirkt haben in mein leben, obwohl kein äusserer umzug, kein orts- oder arbeitswechsel damit verbunden war.
                      Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
                      Hm, meinst du dann sowas wie "jetzt will ich Zeit mit xy verbringen" oder "jetzt ist es an der Zeit, aus diesem Verein auszutreten" oder "jetzt ist es an der Zeit, spanisch zu lernen"?
                      Ich vermute eher, dass die "Berufungsmomente" hier durchaus wörtlich zu verstehen sind.

                      Da konnte man ganz oft Gespräche à la: "Ja, das Nordkap haben wir auch gemacht, ja, Tromso haben wir auch gemacht, ..." mitanhören.
                      Irgendwie hörte sich das für mich immer so an, als würden sie eine Liste abhaken oder vergleichen, wer jetzt am meisten "gemacht" hat. Da frage ich mich heute noch, ob sie tatsächlich wirklich jemals dort waren. Also nicht nur physisch vor der Eismeerkathedrale stehen, sondern sie wirklich "gesehen" haben.
                      Ja, das frage ich mich auch... Und Heinrich Heine hat sich das wohl auch schon gefragt. In seiner "Harzreise" gibt es eine berühmte Schilderung eines herrlichen Sonnenuntergangs. Ein Teilnehmer einer Reisegruppe äußert sich dazu mit dem Worten: "Wie ist die Natur doch im allgemeinen so schön" und zerstört mit dieser Floskel die Andächtigkeit, die bei den anderen in diesem einzigartigen Augenblick herrscht. Daran musste ich gerade denken, als ich von Deiner Norwegenreise las.

                      Liebe Grüße an Euch alle!
                      Eure Chaja

                      Kommentar


                        #12
                        2000 war ich schwanger und wurde das erste und einzigste Mal Mama... - tolle und unwiederbringliche Zeit
                        2003 war ich praktizierende Mama und psychisch noch" gesund"
                        2005 dann der seelische Zusammenbruch
                        seit 2009 schreibe ich täglich (!!) Fototagebuch in erster Linie für mein Kind das seit meinem Zusammenbruch von mir getrennt lebt... doch ich gebe zu ich gucke da auch oft rein und lese was ich mal so schrieb. 7 Bücher a' jeweils 130 Seiten sind das übrigens!!!!!! Buch 8 schreibe ich gerade.

                        Manchmal überlege ich ob ich meine Tagebücher nicht veröffentlichen sollte... an einem Buchprojekt das speziell von einem Krankenhausaufenthalt( Psychiatrie) handelt, schreibe ich gerade das will und werde ich veröffentlichen.

                        Kommentar


                          #13
                          Da ich oftmals schon nicht mal mehr weiß, was ich letzte Woche oder letzten Monat gemacht habe, hatte ich nun beschlossen, ein Monatstagebuch zu führen. Das habe ich bereits rückwirkend seit Januar verfasst.
                          Es hilft, wie ihr beschreibt, beim bewussteren Leben und Erleben.
                          Mir kam auch der Gedanke, es mir zum Ende des Jahres in Form eines Fotobuches zu gestalten und mir dann selbst zu schenken

                          Wenn ich zurück denke, fallen mir vor allem auch Haustiere (mein liebster Kater Sam und meine heißgeliebten Ratten) ein, mit denen ich mich sehr verbunden fühlte, Abitur(2004), FSJ(2005), diverse Umzüge (1990, 1996, 1998, 2004, 2005, 2006, 2011, 2012), Start und Ende des Studiums (2006-2011) (Das Abschlusszeugnis wie den heiligen Gral in den Händen halten!!!), Aufnahme einer Arbeit, besondere Geburtstage, Kennenlernen des Partners (2009).
                          Und ich bin froh, dass ich mittlerweile nicht mehr nur Schlechtes/ Negatives aufzählen muss/ kann, sondern sich seit dem Studium einiges in die andere Richtung bewegte.

                          Kommentar


                            #14
                            Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                            Da ich oftmals schon nicht mal mehr weiß, was ich letzte Woche oder letzten Monat gemacht habe, hatte ich nun beschlossen, ein Monatstagebuch zu führen. Das habe ich bereits rückwirkend seit Januar verfasst.
                            Es hilft, wie ihr beschreibt, beim bewussteren Leben und Erleben.
                            Mir kam auch der Gedanke, es mir zum Ende des Jahres in Form eines Fotobuches zu gestalten und mir dann selbst zu schenken
                            Ja, mach das.
                            Das macht son Spaß!!!!
                            Ich schreibe via www.fotobuch.de die haben ne gute eigene Software zum Erstellen des Buchs.

                            Kommentar


                              #15
                              na, dann "oute" ich mich ein wenig mehr...

                              ein beispiel stammt aus meiner kindheit. einer meiner onkel lebte damals im ausland. ich war etwa 12, als ich ihn mal zufällig im zug traf und ihn ausfragte über sein leben im ausland. am schluss des gespräches meinte er: "du wirst auch einmal in diesem land leben". als ich lachte, meinte er: "was lachst du, ich mein das ernst!" - es brauchte 20 jahre, aber dann zog ich tatsächlich in dieses land....

                              ein anderes beispiel ist ein abschiedsgeschenk, das mir vor 15 jahren bei einem stellenwechsel gemacht wurde - das geschenk hat mir die sprache verschlagen, ich habe es heute noch - es war wie die tiefste bestätigung, dass ich in meiner arbeit genau richtig bin....

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X