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    #16
    Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
    Ein paar Eckdaten zu Ereignissen mit nachhaltiger Wirkung

    1978 - im Winter 3 Monate allein zu Fuß durch Schottland und im Frühjahr 2 durch Irland
    1979 - 2 Monate allein im Inari-Naturpark (Lappland). Diese Reise entwickelte sich ungeplant zu einer Visionssuche, ... die ich damals offenbar nötig hatte.

    (hobbes, jetzt bringst du mich in Verlegenheit)
    1981 oder 1982 im Frühjahr/Sommer zu Fuß von Frankreich (über die Pyrenäen - Andorra) nach Katalonien. Unterwegs die Geier besucht.

    1986/87 im Winter eine für mich lebens-verändernde und -wegweisende Umorientierung am Arbeitsplatz

    1992 Rettung aus dem Chaos und hinein in die Alleinerzieher-Karriere

    2006 Westafrika(Cabo Verde, Senegal, Guynea Bissao ...) - beeindruckende Begegnung mit Camara, einem wandernden Heiler (Medizinmann-"Doktor")

    2010 im Herbst hatte ich plötzlich (weil ich alles möglich, jedoch nicht mehr "das" erwartet hatte) wieder Schmetterlinge im Bauch. Ich habe alle Brücken in L abgebrochen und bin nach D (wie Donnersberg) "ausgewandert".

    Wie ich sehe, viele Reisen...

    Aber hast du nicht auch ein Kind? Wieso fehlt das in der Auflistung?

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      #17
      Hallo hobbes,
      ein schönes Thema. :)
      Durch meine vielen Umzüge habe ich in den letzten 15 Jahren fast jedes Jahr etwas außergewöhnliches und neues getan, komme aber mit den einzelnen Jahren auch langsam durcheinander...
      2003 habe ich in London gewohnt, eine Reihe von tollen Theaterstücken besucht und das erste Mal an einem 'Internetforum-Treffen' teilgenommen. Mit einer der Frauen, die ich dort traf, bin ich heute noch befreundet, sie hat mich letztes Jahr zum ersten Mal in Deutschland besucht.
      Das Thema der zweiten Hälfte des Jahres 2003 war hauptsächlich Vorfreude auf meine Weltreise im kommenden Jahr - meine Mitbewohnerin und ich reisten beide (nicht zur gleichen Zeit und nicht auf der gleichen Route) 2004 nach Australien und haben uns gegenseitig angestachelt, gemeinsam Reiseführer gewälzt, Campingequipmentlisten geschrieben und in generellem Excitement geschwelgt. Das war eine tolle Zeit - fast so schön wie die Reise selbst.

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        #18
        Zitat von Die_Reifende Beitrag anzeigen
        Wie ich sehe, viele Reisen...

        Aber hast du nicht auch ein Kind? Wieso fehlt das in der Auflistung?

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          #19
          Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
          Allerdings ist mir aufgefallen, dass ich ein ausgeprägter Alltagserinnerer zu sein scheine: meine Kindheitsurlaube an der Nordsee verschwimmern teilweise zum oben benannten Einheitsbrei. Aber dafür habe ich keine Schwierigkeiten, mich an mein jeweiliges Lebensgefühl als 2Jährige bis 35Jährige zu erinnern und diesen Lebensjahren Lieblingsspiele, -musikstücke und -bücher sowie Gedankenwelten und Lieblingsideen zuzuordnen.
          Das klingt ja nach einer schönen inneren Reise, Chaja. Sehr nachahmenswert. Und Du kannst Dich wirklich an Dein 2. Lebensjahr erinnern? Das kann ich mir bei mir gar nicht vorstellen.

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            #20
            Liebe Tar Retaw,

            Zitat von Tar Retaw Beitrag anzeigen
            Und Du kannst Dich wirklich an Dein 2. Lebensjahr erinnern? Das kann ich mir bei mir gar nicht vorstellen.
            Ja, dadurch, dass manche Erinnerung an bestimmte "äußere Umstände" gekoppelt sind, die nur damals so bestanden, konnte ich sie rückblickend zweifelsfrei dieser Zeit zuordnen. Es scheint ja sehr unterschiedlich zu sein, wie weit man sich zurückerinnern kann. Meine erste Erinnerung bezieht sich auf ein Ereignis, das stattfand, als ich 14 Monate alt war und gerade Laufen lernte.

            Insgesamt habe ich viele Erinnerungen an die Kleinkindzeit. Es sind ja so viele Kleinigkeiten, die da hängen bleiben. Z.B. weiß ich noch ganz genau, wie es sich angefühlt hat, mit dem Schlafsack aus dem Gitterbett zu klettern, auf dem Linoleum im Wohnungsflur "Rutsche-Auto" (=Bobbycar) zu fahren, mich in den viel zu großen Röcken aus der "Verkleide-Kiste" zu verwickeln, auf den Beinen meiner Eltern "Flieger zu machen", abends auf dem Rücksitz des Autos einzuschlafen, während meine Mutter am Steuer sitzt und singt, auf einen wackeligen Küchenstuhl zu klettern, um mit meiner Mama Kuchen zu backen, auf den Knien meines Vaters "Hoppe Reiter" zu machen und darauf zu warten, dass er wieder ein Wort "falsch" sagt (er hatte eine andere Spruchvariante als meine Mutter), mit meiner Schwester in der Badewanne zu sitzen, mit dem Schaum und ein paar Plastikbechern zu spielen und anschließend heraugehoben und in ein riesiges, angewärmtes Badetuch gewickelt und auf dem Schoß meiner Mutter gehalten zu werden etc.etc.... diese ganz alltäglichen Kleinigkeiten eben...

            Wie weit reichen denn Deine Erinnerungen zurück?

            Liebe Grüße sendet Dir
            Chaja

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              #21
              Zitat von Die_Reifende Beitrag anzeigen
              Wie ich sehe, viele Reisen...

              Aber hast du nicht auch ein Kind? Wieso fehlt das in der Auflistung?
              Ich hatte schon mal angesetzt dir zu antworten, war jedoch unterbrochen worden und hatte wohl die "Antworten-Taste" aktiviert ohne tatsächlich geantwortet zu haben.

              Ich hab "nicht auch ein Kind", sondern drei .
              Sie (oder ihre Geburt, ihr erstes "Bäuerchen", die ersten Gehversuche ... ) sind keine "Eckdaten" in meinem Leben. Selbstverständlich haben sie mir viel Freude gebracht, haben zwangsläufig auch mein Leben, meinen Alltag verändert und mir viele Erfahrungen und Erinnerungen beschert. Sie sind "meine Kinder", ... und stehen auf einem anderen Level als meine Eckdaten.

              Ich sehe das wahrscheinlich ganz anders als du und verstehe unter Eckdaten (die, welche ich erwähnt habe), solche Geschehen, Erlebnisse und daraus entstandene Konsequenzen, die mein Leben "grundlegend" auf den Kopf gestellt und verändert haben, meine Weltsicht, meine Reflexion, mein ganzes Wesen.
              Die "Reisen", die ich erwähnte, waren keine Ferienreisen oder Vergnügungs-Touren. Damals waren es abenteuerliche Herausforderungen. Im Nachhinein betrachtet, haben sie mir "notwendige und wichtige Erfahrungen" gebracht, die ich - so unbequem und manchmal schmerzlich sie sich auch zeigten - nicht "vergessen" will.

              Was dem einen seine selbstgebaute Modelleisenbahn, der schwer erkämpfte Meistertitel im Langstreckenlauf oder der asketisch abstudierte Doktor-Titel, ist mir beispielsweise die Freundschaft mit Camara oder 2 Monate in völliger Einsamkeit am Nordzipfel Europas.
              .

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                #22
                Zitat von Tanzende Beitrag anzeigen
                .. mir ist es zu persönlich, die eckdaten hier offen aufzulisten.

                aber mir wird dabei bewusst: es sind nicht nur die reisen und die umzüge (von denen ich genug habe), sondern auch "berufungs-momente", an die ich mich erinnere, momente, in denen ich wusste: ja, DAS ist ganz wichtig. und die weiter gewirkt haben in mein leben, obwohl kein äusserer umzug, kein orts- oder arbeitswechsel damit verbunden war.
                Sehr gute Anregung!

                Da gibt's auch so einige Durchbrüche, die ich aber nicht an einzelnen Jahren festmachen kann. Eher so Phasen wie "zwischen 1984 und 86" oder "anfang der 90er".

                Tja, und die Urlaube sind mir spontan zuerst eingefallen. Wobei die durchaus mit meiner persönlichen Entwicklung zusammengehören ....

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                  #23
                  Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
                  Heute Morgen habe ich die letzten zehn Minuten von besagtem Interview angehört und seltsamerweise hatte ich plötzlich einen ganz anderen Eindruck. Was sie erzählte, kam mir plötzlich mehr wie eine Aufzählung von Handlungen vor, wie etwas, was sie tut, um die Leere zu füllen.
                  Irgendwie fehlte mir etwas, was von innen heraus kommt.
                  Als ich hier meine Eckdaten gepostet habe, war mir völlig klar, daß für mich nur solche Ereignisse da hineinkommen, die eben keine "leeren" Ereignisse waren. Keine absolvierten Erlebnisse, von denen ich manchmal die Fotobücher raushole, um in verklärten Bildern zu schwelgen, sondern nur solche, wo die Auswirkungen des Erlebten unmittelbar in mir Wurzeln geschlagen haben und nach wie vor in mir leben.

                  Mehr so:

                  Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                  Ich sehe das wahrscheinlich ganz anders als du und verstehe unter Eckdaten (die, welche ich erwähnt habe), solche Geschehen, Erlebnisse und daraus entstandene Konsequenzen, die mein Leben "grundlegend" auf den Kopf gestellt und verändert haben, meine Weltsicht, meine Reflexion, mein ganzes Wesen.
                  Und ich habe da auch solche Erlebnisse weggelassen, bei denen wenig "Entscheidung" dabei war (wie z.B. mich in meinen Mann verliebt zu haben, einander wechselseitig verlassen zu haben) und habe primär die genommen, wo ich weiß, da steckte eine bewußte Entscheidung dahinter, weil mein Innerstes mich in diese Richtung gewiesen hat.

                  "Naturgewaltige Ereignisse", denen ich mich nicht entziehen konnte, habe ich da also ausgespart.

                  Für mich ein spannendes Thema, liebe hobbes, danke dafür, weil die Suche nach diesen Ereignissen für mich auch bedeutet zu schauen, was eigentlich auf den Straßenschildern meines Weges so draufgestanden ist, denen ich gefolgt bin

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                    #24
                    Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                    Ich hatte schon mal angesetzt dir zu antworten, war jedoch unterbrochen worden und hatte wohl die "Antworten-Taste" aktiviert ohne tatsächlich geantwortet zu haben.

                    Ich hab "nicht auch ein Kind", sondern drei .
                    Sie (oder ihre Geburt, ihr erstes "Bäuerchen", die ersten Gehversuche ... ) sind keine "Eckdaten" in meinem Leben. Selbstverständlich haben sie mir viel Freude gebracht, haben zwangsläufig auch mein Leben, meinen Alltag verändert und mir viele Erfahrungen und Erinnerungen beschert. Sie sind "meine Kinder", ... und stehen auf einem anderen Level als meine Eckdaten.

                    Ich sehe das wahrscheinlich ganz anders als du und verstehe unter Eckdaten (die, welche ich erwähnt habe), solche Geschehen, Erlebnisse und daraus entstandene Konsequenzen, die mein Leben "grundlegend" auf den Kopf gestellt und verändert haben, meine Weltsicht, meine Reflexion, mein ganzes Wesen.
                    Die "Reisen", die ich erwähnte, waren keine Ferienreisen oder Vergnügungs-Touren. Damals waren es abenteuerliche Herausforderungen. Im Nachhinein betrachtet, haben sie mir "notwendige und wichtige Erfahrungen" gebracht, die ich - so unbequem und manchmal schmerzlich sie sich auch zeigten - nicht "vergessen" will.

                    Was dem einen seine selbstgebaute Modelleisenbahn, der schwer erkämpfte Meistertitel im Langstreckenlauf oder der asketisch abstudierte Doktor-Titel, ist mir beispielsweise die Freundschaft mit Camara oder 2 Monate in völliger Einsamkeit am Nordzipfel Europas.
                    .
                    Hallo Shepherd,

                    danke für deine Antwort.

                    Für mich wäre das in der Tat ein "Eckdatum", für viele ist dies irgendwie "normal", aber für mich wäre das wirklich ein einschneidendes Lebensereignis, wahrscheinlich ist es das für die meisten Frauen. Und es verändert ja auch das bisherige Leben: es ändert sich doch sehr viel.

                    Sind deine Kinder für dich eher "normale Lebensereignisse" gewesen und hat es dein Leben nicht auch "grundlegend" auf den Kopf gestellt?
                    Zu wissen, ab jetzt ist man "Vater", muss einen doch schon verändern, also ich meine das Bewusstsein über seine Rolle/Stellung im Leben.

                    Was meinst du mit dem "anderen Level", auf dem deine Kinder stehen?

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                      #25
                      Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                      Deswegen habe ich mir auch gestern die Erinnerungsfrage umgekehrt gestellt und sozusagen nach einem Jahr gesucht, zu dem mir NICHTS einfällt.
                      Interessante Idee, das auf diese Weise zu machen. Und du kannst das dann tatsächlich Jahren zuordnen? (Oh, ich sehe, die Frage hast du später noch beantwortet)
                      Damit hatte ich so oder so Probleme (mit der Jahreszuordnung)
                      Wenn ich mich auf "deine" Weise erinnere, erinnere ich mich auch eher an Phasen. Oder an Menschen, mit denen ich zu der Zeit zu tun hatte.

                      Zitat von Jannes Beitrag anzeigen
                      Da ich oftmals schon nicht mal mehr weiß, was ich letzte Woche oder letzten Monat gemacht habe, hatte ich nun beschlossen, ein Monatstagebuch zu führen. Das habe ich bereits rückwirkend seit Januar verfasst.
                      Es hilft, wie ihr beschreibt, beim bewussteren Leben und Erleben.
                      Sowas ähnliches habe ich auch schon mal gemacht. Allerdings nicht für die Ewigkeit, sondern eher als Mittel zum Zweck, um Anhaltspunkte für ein "Monats-Review" zu haben.
                      Seither weiß ich, dass ich produktiver bin, als ich dachte .

                      Zitat von Tanzende Beitrag anzeigen
                      na, dann "oute" ich mich ein wenig mehr...

                      ein beispiel stammt aus meiner kindheit. einer meiner onkel lebte damals im ausland. ich war etwa 12, als ich ihn mal zufällig im zug traf und ihn ausfragte über sein leben im ausland. am schluss des gespräches meinte er: "du wirst auch einmal in diesem land leben". als ich lachte, meinte er: "was lachst du, ich mein das ernst!" - es brauchte 20 jahre, aber dann zog ich tatsächlich in dieses land....

                      ein anderes beispiel ist ein abschiedsgeschenk, das mir vor 15 jahren bei einem stellenwechsel gemacht wurde - das geschenk hat mir die sprache verschlagen, ich habe es heute noch - es war wie die tiefste bestätigung, dass ich in meiner arbeit genau richtig bin....
                      Ah, danke, jetzt kapier ich. Das wäre bei mir dann also nicht die Wanderung nach Venedig, sondern der Tag in der Frankfurter Bahnhofsbuchhandlung, als ich die "Zu Fuß über die Alpen" Zeitschriften-Sonderausgabe entdeckt habe. Und wusste: Oh ja.


                      Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                      Ich sehe das wahrscheinlich ganz anders als du und verstehe unter Eckdaten (die, welche ich erwähnt habe), solche Geschehen, Erlebnisse und daraus entstandene Konsequenzen, die mein Leben "grundlegend" auf den Kopf gestellt und verändert haben, meine Weltsicht, meine Reflexion, mein ganzes Wesen.
                      In diese Richtung dachte ich auch. Kein Wunder, dass mir da eher wenig einfiel. Wäre ganz schön anstrengend, wenn das jedes Jahr passiert .
                      Von daher käme ich auch nie auf die Idee, zum Beispiel "Abitur gemacht" als "erinnerungswert" einzustufen. War sowieso eher eine Zwecklösung . Und auch da: Ich erinnere mich eher an das damalige Lebensgefühl und an die Menschen um mich herum.

                      Ich bin ja mal gespannt, wie dieser Rückblick in 30 Jahren aussieht (falls ich so weit komme ...). Wenn ich nämlich jetzt zurückdenke, habe ich das Gefühl, gerade erst beim Wesentlichen angkommen zu sein.
                      Die Kindheit mal ausgenommen, aber alles, was danach kam, war eher, einen Weg zu mir zu suchen, als wirklich ich selbst zu sein.

                      Zitat von Die_Reifende Beitrag anzeigen
                      Für mich wäre das in der Tat ein "Eckdatum", für viele ist dies irgendwie "normal", aber für mich wäre das wirklich ein einschneidendes Lebensereignis, wahrscheinlich ist es das für die meisten Frauen. Und es verändert ja auch das bisherige Leben: es ändert sich doch sehr viel.
                      Für mich wäre ein Eckdatum eher der Moment, in dem ich mich bewusst für Kinder entscheide (und ja, klar, Kinder können natürlich auch ohne Entscheidung "passieren" ).

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                        #26
                        Der 25. September 1984:
                        Mein persönlicher Muttertag: Der Tag, an dem ich Mutter wurde.
                        Seitdem ist nichts mehr wie vorher.
                        Es gibt einen kitschigen, aber für mich wahren Spruch: Wer ein Kind hat, dessen Herz läuft bis zum Ende des Lebens außerhalb des eigenen Körpers herum.
                        Es gibt noch viele andere Ereignisse, die mein Leben geprägt oder verändert haben, aber keines gefühlt so nachhaltig wie dieses.

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                          #27
                          Zitat von Schnucke Beitrag anzeigen
                          Es gibt einen kitschigen, aber für mich wahren Spruch: Wer ein Kind hat, dessen Herz läuft bis zum Ende des Lebens außerhalb des eigenen Körpers herum.
                          Oh.

                          Danke Schnucke, für den Einblick in Dein Herz.

                          Ich fühle das auch. Meine Kinder sind tot. Allerdings haben sie nie 'gelebt'. Mit meinem Herz ist jedenfalls auch etwas passiert. Ich habe nie ihre Geburt erleben dürfen, daher ist mein "Eckdatum" hierzu die ganze kurze Zeit, während sie bei mir - in mir - waren, von dem Moment, als ich von ihrer Existenz ahnte, bis zu dem Ultraschallbild mit schlagendem Herzen, bis zu dem Moment, wo sie nicht mehr da waren.

                          Das Bild mit dem außerhalb des Körpers herumlaufenden Herzen hilft mir gerade sehr, ich danke Dir dafür.


                          @Chaja - ich weiß immer nicht genau, zu welchem Jahr meine Erinnerungen gehören und ob sie vorschulisch sind. Ich fand es besonders beeindruckend, dass Du Dich daran erinnern kannst, wie Du Dich in jeder Lebensphase 'gefühlt' hast, da will ich nochmal in mich gehen. Wahrscheinlich brauche ich eine etwas ruhigere innere Phase dazu als jetzt gerade.
                          Zuletzt geändert von Tar Retaw; 14.03.2013, 23:38.

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                            #28
                            Zitat von Die_Reifende Beitrag anzeigen
                            Sind deine Kinder für dich eher "normale Lebensereignisse" gewesen und hat es dein Leben nicht auch "grundlegend" auf den Kopf gestellt?
                            Ja, es waren sozusagen "normale Lebensereignisse". Jeden Tag kommen xxx Kinder zur Welt. Wie die einzelnen Mütter und Väter das sehen ist selbstverständlich verschieden, ... denn bei weitem nicht alle sind glücklich darüber ... ich war es schon.
                            Zu wissen, ab jetzt ist man "Vater", muss einen doch schon verändern, also ich meine das Bewusstsein über seine Rolle/Stellung im Leben.
                            Für viele mag es einen "gesellschaftlichen" Status quo darstellen, Vater zu werden, bzw. Vater zu sein. Für mich war es damals eher "etwas, das dazugehört" und das ernst zu nehmen ist. Da ich, soweit ich mich erinnern kann, habe ich das Vater-Sein (wie auch das Mann-Sein oder heute das Rentner-Sein) eigentlich nie als "Rolle", bzw. als "Stellung im Leben" empfunden, Ich kann deine Frage ergo nicht bejahen.

                            Was meinst du mit dem "anderen Level", auf dem deine Kinder stehen?
                            Für mich sind Kinder "Leben" und "Entwicklung" und gehören mMn nicht in Kategorien wie Eckdaten, wichtige Ereignisse oder schöne, bzw. schwere Momente, was selbstvertständlich nicht heissen soll, dass der Einzelne unter uns das für sich nicht so sehen dürfte.


                            n.b. und ein wenig OT:

                            Viele afrikanische Mütter, viele aus dem indonesischen und mittel- bis südamerikanischen Raum (und auch etliche in unserer Wohlstandsgesellschaft) werden sich um das "Mutterwerden" kaum so, wie die us-amerikanische und europäische Frau den Kopf zerbrechen, nämlich unter anderem darüber, ob ihre Kinder "Eckdaten" in ihrem Leben sind. Manche von ihnen haben möglicherweise acht oder zehn zur Welt gesetzt,... um eins oder zwei "behalten" (am Leben erhalten) zu können. Ich wage zu bezweifeln, dass diese Mütter Zeit und Muße haben, sich ganz allgemein über "Eckdaten" oder ihre "Rolle/Stellung im Leben" viel Gedanken zu machen.

                            Wenn ich das "Leben des/der Menschen" auf unserem Planeten als geschlossenes Ganzes betrachte, leben wir hier in der "luxuriösen Situation", uns Zeit und Muße "nehmen" zu können/dürfen, um über solche Dinge wie Lebens-Eckdaten, unser seelisches Wohlbefinden, unser inneres Kind, über loslassen, über Burn-out, einen neuen Papst und hundert andere Dinge und Zustände mehr, nachzudenken und zu diskutieren.

                            Um eine Redewendung aufzugreifen: DAS "tut mir nicht gut" und ich erachte es mitunter als sehr zynisch, wie wir (ich schließe mich da nicht aus) - die wir sozusagen "an seelischen und materiellen Gütern" reich genug sind - uns schon fast darin gefallen, unter den Armen den Ärmsten spielen zu können.

                            nix für ungut - nur ein paar Gedanken am Rande

                            OT
                            Zuletzt geändert von Shepherd; 15.03.2013, 08:28. Grund: div.

                            Kommentar


                              #29
                              Liebe Hobbes,

                              Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
                              Interessante Idee, das auf diese Weise zu machen. Und du kannst das dann tatsächlich Jahren zuordnen? (Oh, ich sehe, die Frage hast du später noch beantwortet)
                              Damit hatte ich so oder so Probleme (mit der Jahreszuordnung)
                              Wenn ich mich auf "deine" Weise erinnere, erinnere ich mich auch eher an Phasen. Oder an Menschen, mit denen ich zu der Zeit zu tun hatte.
                              Auch ich denke da nicht primär in Jahreszahlen. Aber ich weiß, wie alt ich jeweils war und kann das Ganze dann auf unsere allgemeine Zeitrechnung rückübertragen Für die Schulzeit finde ich es besonders einfach, weil sich vieles mit Erlebnissen und Ereignissen in den jeweiligen Klassenräumen verknüpfen lässt. Natürlich spielen nicht alle meine Erinnerungen in Klassenräumen, aber ich weiß dann über das erinnerte Lebensgefühl, in welcher Klassenstufe sich etwas jeweils ereignet hat. Die ersten Uni-Semester hatten auch ihren jeweils eigenen Charakter und dann war ich bereits Mutter. Ich denke durchaus, dass dieser Umstand stark dazu beigetragen hat, dass meine "Zwanziger Jahre" nicht "ineinander gelaufen" sind. Für mich und mein Lebensgefühl hat es jedenfalls nicht nur eine Menge ausgemacht, Mutter zu sein, sondern auch mit meinen Kindern "mitzuwachsen". Als Mutter eines Zweijährigen waren für mich ganz andere Themen dran als als Mutter eines Siebenjährigen usw.
                              Für mich wäre ein Eckdatum eher der Moment, in dem ich mich bewusst für Kinder entscheide (und ja, klar, Kinder können natürlich auch ohne Entscheidung "passieren" ).
                              Spannend! Unsere beiden waren beide Überraschungskinder - die besten Überraschungen meines Lebens! Insofern kann ich nicht auf solch einen Entscheidungsmoment zurückblicken, es sei denn Du lässt auch die Entscheidung zum Sex als prinzipielle Entscheidung für gemeinsame Kinder gelten oder wertest eine Nicht-Abtreibung in diesem Sinne. Aber ich hatte auch erst Liebesbeziehungen als ich mich längst für Kinder bereit fühlte. Daher hat sich dieser Entscheidungsmoment für mich weniger als Eckdatum angeboten.

                              Liebe Schnucke,

                              Zitat von Schnucke Beitrag anzeigen
                              Der 25. September 1984:
                              Mein persönlicher Muttertag: Der Tag, an dem ich Mutter wurde.
                              Seitdem ist nichts mehr wie vorher.
                              Es gibt einen kitschigen, aber für mich wahren Spruch: Wer ein Kind hat, dessen Herz läuft bis zum Ende des Lebens außerhalb des eigenen Körpers herum.
                              Es gibt noch viele andere Ereignisse, die mein Leben geprägt oder verändert haben, aber keines gefühlt so nachhaltig wie dieses.
                              Da kann ich mich nur anschließen (nur, dass ich natürlich zwei andere Daten einsetzen müsste ).

                              Liebe Tar Retaw,

                              Zitat von Tar Retaw Beitrag anzeigen
                              Ich fühle das auch. Meine Kinder sind tot. Allerdings haben sie nie 'gelebt'. Mit meinem Herz ist jedenfalls auch etwas passiert. Ich habe nie ihre Geburt erleben dürfen, daher ist mein "Eckdatum" hierzu die ganze kurze Zeit, während sie bei mir - in mir - waren, von dem Moment, als ich von ihrer Existenz ahnte, bis zu dem Ultraschallbild mit schlagendem Herzen, bis zu dem Moment, wo sie nicht mehr da waren.
                              Es tut mir sehr, sehr leid, dass Deine Kinder nicht mehr leben! Weißt Du, als mein erstes Kind geboren wurde, kam mir mein Bauch anfangs fast verwaist vor. Aber ich merkte dann bald, dass sich stattdessen mein "Seelenbauch" um das Stück Welt spannte, das mein Sohn sich nach und nach erschloss. Irgendwann wird mein Seelenbauch vielleicht die halbe Weltkugel umspannen müssen, aber bis dahin hat er hoffentlich Gelegenheit, mit meinen Kindern mitzuwachsen. Bei Dir musste Dein Seelenbauch so schnell bis zu den Sternen reichen. Das muss entsetzlich schmerzhaft sein...

                              Ich fand es besonders beeindruckend, dass Du Dich daran erinnern kannst, wie Du Dich in jeder Lebensphase 'gefühlt' hast, da will ich nochmal in mich gehen. Wahrscheinlich brauche ich eine etwas ruhigere innere Phase dazu als jetzt gerade.
                              Vielleicht. Allerdings habe ich nie gezielt nach diesen Erinnerungen graben müssen, ich lebe einfach mit ihnen, sie sind sozusagen immer verfügbar. Ich weiß nicht, woran es liegt, dass man sich so unterschiedlich intensiv erinnert.

                              Lieber Shepherd,

                              Zitat von Shepherd Beitrag anzeigen
                              Ja, es waren sozusagen "normale Lebensereignisse". Jeden Tag kommen xxx Kinder zur Welt. Wie die einzelnen Mütter und Väter das sehen ist selbstverständlich verschieden, ... denn bei weitem nicht alle sind glücklich darüber ... ich war es schon.
                              [...] Für mich sind Kinder "Leben" und "Entwicklung" und gehören mMn nicht in Kategorien wie Eckdaten, wichtige Ereignisse oder schöne, bzw. schwere Momente, was selbstvertständlich nicht heissen soll, dass der Einzelne unter uns das für sich nicht so sehen dürfte.
                              Intensive Auslandserfahrungen werden auch jeden Tag gemacht! Aber im Ernst: Ich finde es interessant, dass vor dem Hintergrund der Ausgangsfrage, welche Erinnerungen herausragen und das Leben irgendwie besonders machen, vor allem "Eckdaten" genannt werden. Bevor ich die hiesigen Eckdaten gelesen habe, habe ich mit dem Begriff übrigens vor allem nichtssagende biographische Angaben (wie in einem offiziellen Lebenslauf) verbunden. Aber selbst dann, wenn ich Eckdaten im hier gebrauchten Sinne verstehe, erstaunt es mich, dass Einzelereignisse so stark im Vordergrund zu stehen scheinen. Ich fühle mich viel stärker von dem geprägt und beeinflusst, was sich im Laufe der Zeit in meinem Alltagsleben ereignet und dieses generell gebildet hat. Und ja, da gehöre ich wohl zu den Menschen, denen auch die intensiveren Auslandserfahrungen nicht halb so viel bedeuten wie die Erfahrungen mit meinen Kindern.


                              Wenn ich das "Leben des/der Menschen" auf unserem Planeten als geschlossenes Ganzes betrachte, leben wir hier in der "luxuriösen Situation", uns Zeit und Muße "nehmen" zu können/dürfen, um über solche Dinge wie Lebens-Eckdaten, unser seelisches Wohlbefinden, unser inneres Kind, über loslassen, über Burn-out, einen neuen Papst und hundert andere Dinge und Zustände mehr, nachzudenken und zu diskutieren.

                              Um eine Redewendung aufzugreifen: DAS "tut mir nicht gut" und ich erachte es mitunter als sehr zynisch, wie wir (ich schließe mich da nicht aus) - die wir sozusagen "an seelischen und materiellen Gütern" reich genug sind - uns schon fast darin gefallen, unter den Armen den Ärmsten spielen zu können.
                              Ja, wir sind da zweifellos in einer privilegierten Lage. Aber wie meinst Du das hier?
                              uns schon fast darin gefallen, unter den Armen den Ärmsten spielen zu können
                              Liebe Grüße in die Runde!
                              Chaja

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                                #30
                                Zitat von Chaja
                                Um eine Redewendung aufzugreifen: DAS "tut mir nicht gut" und ich erachte es mitunter als sehr zynisch, wie wir (ich schließe mich da nicht aus) - die wir sozusagen "an seelischen und materiellen Gütern" reich genug sind - uns schon fast darin gefallen, unter den Armen den Ärmsten spielen zu können.
                                Ja, wir sind da zweifellos in einer privilegierten Lage. Aber wie meinst Du das hier?
                                Zitat:
                                "uns schon fast darin gefallen, unter den Armen den Ärmsten spielen zu können."
                                Damit meine ich, dass "wir es uns leisten können" über Probleme zu diskutieren, uns sogar "Probleme leisten können/dürfen/wollen", über die Millionen Menschen in sogenannten unterentwickelten Ländern, oder in Diktaturen oder in diktatorisch-glaubensorientierten Gesellschaftsformen sich keine Gedanken machen können/dürfen/wollen, weil sie zu sehr mit "(über)leben" beschäftigt sind, bzw. durch oder wegen ihre(r) soziale Lage damit "beschäftigt werden".

                                Und weniger sarkastisch zornig: aufgrund unseres Wohlstandes und unserer relativ hohen Kulturebene, sind wir in der Lage, uns beispielsweise Krankheiten oder Störungen leisten zu können, von denen Menschen in den erwähnten Ländern nicht einmal die "Existenz" kennen.

                                Mein Opa pflegte zu sagen: "Wenn es dem Esel zu langweilig wird, geht er aufs Eis tanzen".

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