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    #46
    Liebe Hobbes,

    jetzt komme ich endlich wieder zum Antworten Aber ich freue mich schon seit dem 5.10. mit Dir, dass es bei Dir so fließt! Es scheint ja dann wohl doch kein reines Sommergarten-Phänomen zu sein, denn inzwischen schreibst Du wohl nicht mehr nur draußen? Jedenfalls toll, dass Du da so in Fluss bist!

    Bei mir fängt gerade eine ganz neue Art des Schreibens an. Ich habe, wie ich in dem Faden zum "Weg des Künstlers" geschrieben habe, eine meiner wohl größten Blockaden aufgespürt und seitdem entstehen bei mir ganz andere Texte. Das hat mich überrascht und ich bin gespannt, wohin mich das führt...

    Ihr Lieben, habt Ihr eigentlich Themen, die Euch immer wieder begegnen, zu denen es Euch immer wieder beim Schreiben zurückführt, z.B. Liebe, Verrat, Freudschaft, Natur, Herkunft, Erinnnerung, Abenteuer oder dergleichen?

    Seid alle ganz lieb gegrüßt von Eurer Chaja

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      #47
      Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
      Ihr Lieben, habt Ihr eigentlich Themen, die Euch immer wieder begegnen, zu denen es Euch immer wieder beim Schreiben zurückführt, z.B. Liebe, Verrat, Freudschaft, Natur, Herkunft, Erinnnerung, Abenteuer oder dergleichen?
      Oh ja ...

      Bei mir ist es immer wieder die Grenze oder eher noch das Zerfließen der Grenze zwischen der Fantasie und der Realität. Das ist ein Thema, das sich durch meine Texte seit ich schreibe. In meiner allerersten Veröffentlichung als Elfjährige ging es um einen Dackel, den außer der Ich-Erzählerin keiner sehen konnte, bei meiner ersten siegreichen Wettbewerbsgeschichte, die ich mit siebzehn oder achtzehn geschrieben hatte, kam Captain Kirk in das Arbeitszimmer von Gene Roddenberry um die Enterprise vor ihrem sicheren Ende zu bewahren, mit der Geschichte einer alten Lehrerin und ihrer Wichtelfreundin habe ich mich nach einer langen Schreibpause ins Schreiben zurückgeschrieben, und mein nächstes größeres Projekt führt mich und eine junge Lehrerin mit ihrer Klasse in das geheimnisvolle Land Pastanikan ...

      Hast du denn auch deine Dauerbrennerthemen, liebe Chaja?

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        #48
        Hallo liebe Chaja,

        Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
        Bei mir fängt gerade eine ganz neue Art des Schreibens an. Ich habe, wie ich in dem Faden zum "Weg des Künstlers" geschrieben habe, eine meiner wohl größten Blockaden aufgespürt und seitdem entstehen bei mir ganz andere Texte. Das hat mich überrascht und ich bin gespannt, wohin mich das führt...
        Magst Du mehr darüber verraten? Hört sich sehr spannend an.

        Ja, bei mir fließt es immer noch. Das liegt aber vermutlich auch daran, dass ich nicht nur ein neues Kapitel, sondern gleich eine neue Geschichte aufgeschlagen habe (woran übrigens die Tintenweberin "schuld" ist , bzw. die Tintenwebersche Jahresgruppe).

        Am Freitag war ich auf der Buchmesse und bin dort zum ersten Mal live auf Zoran Dvrenkar gestossen. Der weiß zwar noch nichts davon, aber er hat mir ein gehöriges Stück Zuversicht mit nach Hause gegeben. Nämlich darin, auf meine Art schreiben zu dürfen und darauf zu vertrauen, dass das gut geht. Dass seine Art des Schreiben dem ähnelt, wie das bei mir gerade abläuft und dass diese Art für ihn funktioniert (noch dazu hat man ihm auch angemerkt, wie viel Spaß er dabei hat) - tja, da tritt mal wieder dieses "hey, ich bin nicht allein" - Phänomen der Erleichterung ein.



        Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
        Ihr Lieben, habt Ihr eigentlich Themen, die Euch immer wieder begegnen, zu denen es Euch immer wieder beim Schreiben zurückführt, z.B. Liebe, Verrat, Freudschaft, Natur, Herkunft, Erinnnerung, Abenteuer oder dergleichen?
        Bei mir geht es ziemlich oft ums Verlassen und Verlassen werden. In allerlei Variationen. Oft mit wehmütig-sehnsüchtig-melancholischer Note. Aber bevor es gar zu schwermütig wird, gesellt sich meist ein leiser Humor dazu.
        Und bei Euch?

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          #49
          Liebe Tintenweberin, liebe Hobbes,

          habt vielen Dank für Eure spannenden Antworten!

          Zitat von Tintenweberin Beitrag anzeigen
          Oh ja ...

          Bei mir ist es immer wieder die Grenze oder eher noch das Zerfließen der Grenze zwischen der Fantasie und der Realität. Das ist ein Thema, das sich durch meine Texte seit ich schreibe. In meiner allerersten Veröffentlichung als Elfjährige ging es um einen Dackel, den außer der Ich-Erzählerin keiner sehen konnte, bei meiner ersten siegreichen Wettbewerbsgeschichte, die ich mit siebzehn oder achtzehn geschrieben hatte, kam Captain Kirk in das Arbeitszimmer von Gene Roddenberry um die Enterprise vor ihrem sicheren Ende zu bewahren, mit der Geschichte einer alten Lehrerin und ihrer Wichtelfreundin habe ich mich nach einer langen Schreibpause ins Schreiben zurückgeschrieben, und mein nächstes größeres Projekt führt mich und eine junge Lehrerin mit ihrer Klasse in das geheimnisvolle Land Pastanikan ...
          Dass sich dieses Thema von Anfang an so durchgezogen hat, ist wirklich spannend! In ein paar Geschichten habe ich mich auch in diesem Bereich bewegt, hatte dann aber immer irgendwann das Gefühl, dass diese Texte nicht wirklich im vollsten Sinne "meine" sind. Ich bin mir darin immer leicht fremd vorgekommen. Das ist ein merkwürdiges Gefühl, hilft aber natürlich auch bei der eigenen Standortsuche. Du bist offenbar sehr früh bei Deinem Thema angekommen!

          Hast du denn auch deine Dauerbrennerthemen, liebe Chaja?
          Schwer zu sagen in Zeiten, in denen sich gerade so einiges wandelt, aber was wohl immer ein Thema bleiben wird, ist dieser Komplex Verstehen - Missverstehen-Verständigung. Ich meine damit nicht nur sprachliche Kommunikation, sondern auch Einfühlung in andere Denk- und Erfahrungs-Welten etc. Und dann ist da noch meine Vorliebe für Skurrilitäten...

          Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
          Magst Du mehr darüber verraten? Hört sich sehr spannend an.
          Liebe Hobbes, vorerst möchte ich noch für mich behalten, worum es dabei geht. Die Sache ist noch recht frisch und zieht noch einiges nach sich. Ich brauche dafür noch eine Weile das "schützende Dunkel".

          Ja, bei mir fließt es immer noch. Das liegt aber vermutlich auch daran, dass ich nicht nur ein neues Kapitel, sondern gleich eine neue Geschichte aufgeschlagen habe (woran übrigens die Tintenweberin "schuld" ist , bzw. die Tintenwebersche Jahresgruppe).
          Du bist dabei? Klasse! Das wird bestimmt ein spannendes Jahr für Euch!

          Am Freitag war ich auf der Buchmesse und bin dort zum ersten Mal live auf Zoran Dvrenkar gestossen. Der weiß zwar noch nichts davon, aber er hat mir ein gehöriges Stück Zuversicht mit nach Hause gegeben. Nämlich darin, auf meine Art schreiben zu dürfen und darauf zu vertrauen, dass das gut geht. Dass seine Art des Schreiben dem ähnelt, wie das bei mir gerade abläuft und dass diese Art für ihn funktioniert (noch dazu hat man ihm auch angemerkt, wie viel Spaß er dabei hat) - tja, da tritt mal wieder dieses "hey, ich bin nicht allein" - Phänomen der Erleichterung ein.
          Das freut mich sehr für Dich! Kanntest Du vorher schon Bücher von Zoran Dvrenkar? Ich muss gestehen, dass ich seinen Namen eben erstmal googlen musste.

          Bei mir geht es ziemlich oft ums Verlassen und Verlassen werden. In allerlei Variationen. Oft mit wehmütig-sehnsüchtig-melancholischer Note. Aber bevor es gar zu schwermütig wird, gesellt sich meist ein leiser Humor dazu.
          Klingt spannend! Ach, Ihr macht mich alle so neugierig auf Eure Texte!

          Seid herzlich gegrüßt vonn Eurer Chaja

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            #50
            Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
            Schwer zu sagen in Zeiten, in denen sich gerade so einiges wandelt, aber was wohl immer ein Thema bleiben wird, ist dieser Komplex Verstehen - Missverstehen-Verständigung. Ich meine damit nicht nur sprachliche Kommunikation, sondern auch Einfühlung in andere Denk- und Erfahrungs-Welten etc. Und dann ist da noch meine Vorliebe für Skurrilitäten...
            Das hört sich ebenfalls spannend an. Besonders die Skurrilitäten .


            Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
            Das freut mich sehr für Dich! Kanntest Du vorher schon Bücher von Zoran Dvrenkar? Ich muss gestehen, dass ich seinen Namen eben erstmal googlen musste.
            Ich bin über seinen Gedichtband zu ihm gekommen (außerdem habe ich mich verschrieben, Drvenkar heißt er). Die Gedichte waren nämlich irgendwann mal für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und ich fand es erstaunlich, dass das mit einem Gedichtband funktionieren kann.
            Und weil mir die Gedichte so gut gefielen, habe ich ein, zwei andere Bücher von ihm gelesen. Ich mag sehr, wie er schreibt, aber seine Geschichten (also zumindest die Jugend- und Erwachsenenbücher) sind meist sehr nah dran an der brutalen Realität. Das vertrage ich nicht so gut.
            Lustigerweise hat ihn der Moderator der Veranstaltung so etwas in der Art gefragt - muss es immer so düster und dunkel sein - und Drvenkar meinte, es tut ihm ja auch leid, aber er würde sich das ja nicht vorher ausdenken, sondern er schreibt nur das auf, wo ihn seine Figuren eben hinführen. Und manchmal geht es ihm selbst zu nah. Aber es muss eben so sein und nicht anders.

            Kennt ihr das auch? Mir geht das z.B. manchmal so, wenn ich nach einem Namen suche. Dann spiele ich mit Alex und Thomas und David herum und plötzlich lande ich bei Matthias und weiß: Ja, genau so muss er heißen.
            Genau wie der schon erwähnte Bruder. Ja natürlich hat er einen Bruder.
            Faszinierend.

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              #51
              Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
              Für mich ist es spannend, dass Ihr beide - Du und Hobbes - so gut mit der Gegenwart klarkommt! Man sollte meinen, es sei am naheliegendsten, in der Ich-Form und in der Gegenwart zu schreiben. Mir fällt das allerdings nicht leicht...
              Das mit der Gegenwart krieg ich auch erst seit ca. 3 Jahren hin. Vorher war mir das zu nah.

              Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
              Unterschiedliches! Aber man orientiert sich wohl immer irgendwie (sei es bewusst oder unbewusst) an dem, was man selbst gerne liest. Das kann ich aber auf die Schnelle auch gar nicht so leicht eingrenzen. Es ist vielleicht leichter zu sagen, was ich nicht gerne lese: Ich mag z.B. "phantastische Literatur", kann aber mit "Fantasy" nicht viel anfangen. Science-Fiction ist auch nicht so mein Ding (sorry!) und das, was meist als "historischer Roman" bezeichnet wird, reizt mich auch nicht. Reiseberichte langweilen mich meistens. Texte, die ich sehr mag, haben dafür zumeist eine gute Mischung aus Realismus, Idealismus, intelligenter Weltbetrachtung und spürbarer Fiktion zu bieten. Hmm, ich weiß, es ist nicht leicht, sich darunter etwas konkretes vorzustellen, aber besser bekomme ich es momentan nicht hin.
              Hast du einen Lieblingsschriftsteller?

              Zitat von Tintenweberin Beitrag anzeigen

              Ich könnte mit euch über den Aufbau einer Geschichte reden oder über eine Figurenkonstellation, die genug Potenzial mitbringt, dass es knistert, wenn sich diese Figuren in der Schlange vor der Supermarktkasse begegnen oder über den Zusammenhang zwischen Zeitform und Satzlänge (ist es euch auch schon mal aufgefallen, dass lange, verschachtelte Sätze im Präsens umständlicher (= langweiliger) klingen als im Präterritum und eine Aneinanderreihung von kurzen "knackigen" Sätzen im Präterritum "simpler" daher kommt als im Präsens). Aber das sind technische Fragen, die den Zauber dessen, was ihr berichtet, bestenfalls nur stören (und schlimmstenfalls zerstören) würden.
              Ich finde beides gehört zusammen. Technische Tipps wären mir z.b. öfter mal höchstwillkommen, wenn ich wieder einmal den Eindruck habe, das ich eine Situation nicht "gut genug" beschrieben habe

              Zitat von Tar Retaw Beitrag anzeigen
              Was schreibe ich gerne.. Ich glaube das möchte ich noch herausfinden. Ich möchte gerne einmal etwas beenden, habe noch nie etwas zu Ende geschrieben, außer sehr kurzen Kurzgeschichten.
              Das kommt mir sehr bekannt vor. Ich dachte eine Zeitlang von mir ich sei die "Königin der Text-Anfänge". Irgendwann habe ich mich damit abgefunden und seltsamerweise ging es dann auf einmal und ich konnte meine Texte auch beenden.

              Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
              Fantasy-Literatur ist ein ganz bestimmter Teil der sehr viel umfassenderen Phantastischen Literatur, die eigentlich überall greift, wo Realismus durchbrochen wird, also z.B. etwas Wunderbares geschieht, das sich mit den Mitteln der Vernunft nicht erklären lässt, oder aber ein Phantasie-Wesen auftaucht. Fantasy ist in aller Regel in einer fiktiven Welt angesiedelt, die aber in ihren gesellschaftlichen Grundmustern meist stark an historische Vorlagen erinnert, z.B. an das Mittelalter. Meistens treten verschiedene Völker auf (z.B. ein Menschen-, ein Zwergen- und ein Elfenvolk), die miteinander in Konflikt geraten. Mir dominiert darin zu sehr ein Dualismus aus "gut" und "böse".
              Genau das ist eins der Themen die mich faszinieren. "Gut-Böse" in allen erdenklichen Variationen.

              Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
              Schreiben ist schon was faszinierendes.
              Am Anfang einer Geschichte stehen und überhaupt keine Ahnung haben, wie sie ausgeht. Na gut, so ein paar Ideen, Tendenzen, vage Vermutungen. Aber kein Plan. Was ein Spaß!
              Hachja, das stimmt. Und dann immer wieder selbst erstaunt sein, wie sich alles entwickelt.
              Bei einem Spaziergang im Dunkeln, als ich über genau dieses Thema nachdachte, fiel mir mal folgendes Elfchen ein. Ich finde, es beschreibt das Gefühl ganz gut.

              Über
              einen endlosen
              Teppich voller Ideen
              laufe ich durch die
              Nacht

              Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
              Ihr Lieben, habt Ihr eigentlich Themen, die Euch immer wieder begegnen, zu denen es Euch immer wieder beim Schreiben zurückführt, z.B. Liebe, Verrat, Freudschaft, Natur, Herkunft, Erinnnerung, Abenteuer oder dergleichen?
              Bei mir ist es wie oben schon geschrieben der "Gut-Böse" Gegensatz der mich immer wieder in Bann zieht. Ich schreibe gerne über alle Formen der Liebe. Also nicht nur die "romantische Liebe". Und es fasziniert mich zwischenmenschliche Kommunikation zu beschreiben und zwar die non-verbale. Und all die vielen Missverständnisse die dabei durch Fehlinterpretationen auftreten können

              Zitat von Tintenweberin Beitrag anzeigen
              Bei mir ist es immer wieder die Grenze oder eher noch das Zerfließen der Grenze zwischen der Fantasie und der Realität.
              Ja, so etwas finde ich auch total faszinierend.

              Zitat von hobbes Beitrag anzeigen

              Am Freitag war ich auf der Buchmesse und bin dort zum ersten Mal live auf Zoran Dvrenkar gestossen.
              Ich hab den Autor eben auch gegoogelt. Und bin auf sehr interessante Interviews gestoßen. Vielen Dank für den Tipp Hobbes.

              Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
              Klingt spannend! Ach, Ihr macht mich alle so neugierig auf Eure Texte!
              Das denke ich mir schon seit der Faden geöffnet wurde

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                #52
                Hallo liebe Mitschreiber,

                Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                ... denn inzwischen schreibst Du wohl nicht mehr nur draußen? ...
                . Draußen ist echt am besten. Aber Du hast Recht, mir wird inzwischen schon ziemlich kalt dabei. Vorhin habe ich ernsthaft darüber nachgedacht, mir ein Diktiergerät (oder wie auch immer die Dinger heutzutage heißen) zu kaufen.
                Habt Ihr so was schon mal benutzt?

                Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                Hast du einen Lieblingsschriftsteller?
                Oh, die Frage gebe ich auch gleich mal zurück! Hast Du einen?


                Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                Über
                einen endlosen
                Teppich voller Ideen
                laufe ich durch die
                Nacht
                Echt, so ist das bei Dir? Bei mir geht das gerade eher in Richtung: Schreib!Mich!Auf!

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                  #53
                  Hallo Ihr Lieben,


                  Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
                  Lustigerweise hat ihn der Moderator der Veranstaltung so etwas in der Art gefragt - muss es immer so düster und dunkel sein - und Drvenkar meinte, es tut ihm ja auch leid, aber er würde sich das ja nicht vorher ausdenken, sondern er schreibt nur das auf, wo ihn seine Figuren eben hinführen. Und manchmal geht es ihm selbst zu nah. Aber es muss eben so sein und nicht anders.
                  Das kann ich gut nachvollziehen! Es fasziniert mich immer wieder, wie stark dieses Empfinden von "falsch" oder "richtig" in der Fiktion sein kann, wie Du ja auch an Deinem Beispiel zeigst:

                  Kennt ihr das auch? Mir geht das z.B. manchmal so, wenn ich nach einem Namen suche. Dann spiele ich mit Alex und Thomas und David herum und plötzlich lande ich bei Matthias und weiß: Ja, genau so muss er heißen.
                  Genau wie der schon erwähnte Bruder. Ja natürlich hat er einen Bruder.
                  Ja, das kenne ich auch, wobei es mir bei Eigennamen ausgesprochen leicht fällt, sie als passend oder unpassend einzuordnen. Komplizierter wird es bei Handlungststrängen. Oft könnten meine Geschichten diese oder aber jene Wendung nehmen. Beide Varianten passen, sind in sich schlüssig usw. - und doch gibt dann irgendetwas den Ausschlag, A oder B zu präferieren.


                  Zitat von Nordhimmel Beitrag anzeigen
                  Das mit der Gegenwart krieg ich auch erst seit ca. 3 Jahren hin. Vorher war mir das zu nah.
                  Das finde ich spannend, liebe Nordhimmel! Weißt Du, wie Du dahin gekommen bist?

                  Hast du einen Lieblingsschriftsteller?
                  Nicht einen - Dutzende Wenn ich mal eine Kraut-und-Rüben-Aufzählung ohne Rangfolge machen sollte, wären auf jeden Fall dabei:

                  Jean Paul
                  E.T.A. Hoffmann
                  Irvin D. Yalom
                  Juli Zeh
                  E.M. Forster
                  Robert Menasse
                  Dorothy Sayers
                  Peter Stamm
                  Astrid Lindgren
                  Sabine Ludwig
                  Heiner Müller
                  Paul Maar
                  Robert Musil
                  Christine Busta
                  Robert Gernhardt
                  W.G. Sebald
                  Hanns-Josef Ortheil
                  A.P. Tschechow
                  Nikolaj W. Gogol
                  u.v.m.

                  Bei einem Spaziergang im Dunkeln, als ich über genau dieses Thema nachdachte, fiel mir mal folgendes Elfchen ein. Ich finde, es beschreibt das Gefühl ganz gut.

                  Über
                  einen endlosen
                  Teppich voller Ideen
                  laufe ich durch die
                  Nacht
                  Vielen Dank dafür!


                  Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
                  . Draußen ist echt am besten. Aber Du hast Recht, mir wird inzwischen schon ziemlich kalt dabei. Vorhin habe ich ernsthaft darüber nachgedacht, mir ein Diktiergerät (oder wie auch immer die Dinger heutzutage heißen) zu kaufen.
                  Habt Ihr so was schon mal benutzt?
                  Nein, noch nicht. Es wäre für mich - mal ganz vorsichtig formuliert - auch eine große Umstellung, meinen Schreibtet plötzlich laut zu sprechen. Wie geht es Dir mit dem Gedanken?

                  Viele liebe Grüße in die Runde!
                  Chaja

                  Kommentar


                    #54
                    Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                    Das kann ich gut nachvollziehen! Es fasziniert mich immer wieder, wie stark dieses Empfinden von "falsch" oder "richtig" in der Fiktion sein kann, wie Du ja auch an Deinem Beispiel zeigst: (...)
                    Ja, nicht wahr? Ich muss immer noch lächeln, wenn ich daran denke, wie er darüber erzählt hat. Ja, das wäre echt clever von mir, hinterher zu sagen, ich hab das aus dem und dem Grund eingebaut - aber so war es nicht. Hört sich jetzt ein bisschen mystisch an, ist aber so. So ungefähr hat er es ausgedrückt.
                    Fand ich vielleicht auch deshalb so erfrischend, weil ich vorher bei einem Gespräch mit dem Übersetzer (?) der Biographie von Mark Twain war. Oje. Das konnte ich mir nicht zu Ende anhören. Da ging es um Intention und "was hat sich der Autor dabei gedacht", etc. Hätte mich echt mal interessiert, was Mark Twain höchstpersönlich über diese beiden Leute, die da über ihn und sein Werk diskutierten, gesagt hätte. Ich vermute ja, er hätte sie ausgelacht. Und dann eine bitterböse Satire darüber geschrieben. Oder so.

                    Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
                    Nein, noch nicht. Es wäre für mich - mal ganz vorsichtig formuliert - auch eine große Umstellung, meinen Schreibtet plötzlich laut zu sprechen. Wie geht es Dir mit dem Gedanken?
                    Der beunruhigt mich jetzt gar nicht. Eher der Gedanke daran, das später wieder anzuhören - mir selbst zuzuhören. Außerdem habe ich mich gefragt, ob ich das dann überhaupt noch verstehen würde, oder ob es nicht einfach nur in wirren Fetzen endet.

                    Kommentar


                      #55
                      Also, ich bin gerade kurz vorm Platzen (keine Angst, das äußert sich eher in "boah, ist das alles so wunderbar, toll, ergreifend, großartig, ..." als in "was für ein riesengroßer Mist").
                      Um dem Platzen vorzubeugen, (mit)teile ich lieber .

                      Schon wieder eine neue Erfahrung. Ich war gerade so dermaßen berührt von meiner eigenen Romanfigur bzw. davon, dass er diesen Moment mit mir teilt, dass er mich so tief in sich hineinschauen lässt.
                      Herrje, das hört sich völlig bekloppt an.
                      Egal.
                      Der Arme. Gut, dass er nicht weiß, was ihm noch alles bevorsteht. Aber er ist stark, er wird es schon schaffen.

                      So, jetzt sagt mir doch bitte, dass Ihr das kennt und ich mich nicht darum sorgen muss, noch alle Tassen im Schrank zu haben. Obwohl - wer will schon alle Tassen im Schrank haben ...

                      Kommentar


                        #56
                        Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
                        So, jetzt sagt mir doch bitte, dass Ihr das kennt und ich mich nicht darum sorgen muss, noch alle Tassen im Schrank zu haben. Obwohl - wer will schon alle Tassen im Schrank haben ...
                        Ich kenne es nicht anders. Aber wenn du noch ein paar Tassen brauchst, kann ich dir welche leihen. Ich habe auch so ein angeschlagenes Service im Schrank stehen ...

                        Kommentar


                          #57
                          Puh, da bin ich ja beruhigt.

                          Es gibt sogar eine Studie dazu: *klick*

                          Merke: Tanzen herunterfahren und nicht auch noch das Fotografieren anfangen .

                          Kommentar


                            #58
                            Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
                            So, jetzt sagt mir doch bitte, dass Ihr das kennt und ich mich nicht darum sorgen muss, noch alle Tassen im Schrank zu haben. Obwohl - wer will schon alle Tassen im Schrank haben ...
                            Mal in meinen Schrank schau. Naja da fehlen welche. Na und. Ganz normal ist auch nix.

                            Kommentar


                              #59
                              Zitat von hobbes Beitrag anzeigen
                              Vorhin habe ich ernsthaft darüber nachgedacht, mir ein Diktiergerät (oder wie auch immer die Dinger heutzutage heißen) zu kaufen.
                              Habt Ihr so was schon mal benutzt?
                              Ja, jahrelang, aber nicht um mich literarisch zu versuchen.
                              Bringt aber nur dann was, wenn Du es nicht selber abtippen musst.
                              Eine Diktierfunktion haben die meisten Mobiltelefone, die Smatphones, glaube ich ,ausnahmslos.

                              Es gibt auch Programme, die es erlauben direkt in das Mikro des Computers zu sprechen, ich habe das mal vor einem Jahr oder so ausprobiert. War etwas holprig, aber wenn man es verfeinern würde, wäre das aus meiner Sicht eine Alternative.

                              Hier noch einige Eindrücke von der diesjährigen Buchmesse:

                              [IMG]http://*************/scaled/landing/513/12622311.jpg[/IMG]

                              neben der attraktiven Dame von der FR sitzt Ralph Dawirs.
                              Ein kurzweiliges, interessantes und sehr spannendes Gespräch.

                              [IMG]http://*************/scaled/landing/233/75880963.jpg[/IMG]

                              nicht weniger interessant aber ein völlig anderes Gebiet. Daniel Brühl (war mir bekannt aus dem Film Goodbye Lenin) stellte sein Buch über einen Tag in Barcelona vor.
                              Hat mich jetzt aber nicht so vom Hocker gehauen, wie die Tatsache, dass er mal einige Jahre mit Jessica Schwarz zusammen war. Beneidenswert.
                              (Ich erwähne das jetzt um auch mal etwas Raum für Themen der Regenbogenpresse zu geben) Sehr netter Typ, wirkte etwas unaufgeräumt, aber charmant.

                              Und ja, er war auch da:

                              [IMG]http://*************/scaled/landing/713/43944232.jpg[/IMG]

                              ich durfte leider nicht mit ihm sprechen, , er war sehr in Eile und die zehn Jungs um ihn herum hatten alle Knöpfe im Ohr, dafür aber kaum Haare auf dem Kopf und sahen auch nicht aus, als würden sie Fragen beantworten.
                              Gut, ich hatte auch nicht wirklich welche.

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                                #60
                                sorry, dass ich das jetzt so in Deinen Faden hineingepostet habe, aber der letzte Samstag kam mir gerade wieder in Erinnerung, als ich hier diese Beiträge gelesen habe.

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