Gute Chefs? Müssen menschlich sein. Wenn sie in einem den Menschen sehen. Wenn sie sich selbst als Menschen zeigen. Und darum sind gute Chefs auch so selten. Es ist hart, Mensch zu bleiben, hingegen leicht zu einem Unmensch zu werden, wenn man Rang und Macht hat.
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Avvenenza -
Aus einem Kommentar von Dirk Hautkapp "Der Westen"Zitat von Avvenenza Beitrag anzeigenGute Chefs? Müssen menschlich sein.
Die Art und Weise, wie einer der ältesten und tüchtigsten Fahrensmänner der deutschen Politik sein Sprachrohr sprachlos gemacht hat, ohne Not und absichtsvoll demütigend, erlaubt einen Blick hinter die Fassade des Berliner Verlautbarungsbetriebs. Wo Machtmenschen mit der über Jahre antrainierten Überheblichkeit eines ergrauten Publikumslieblings den Ton angeben, herrscht zuweilen Schäbigkeit und menschliche Verrohung.
....
Dabei ist es überfällig, dass die Christlich Demokratische Union, die so gerne ihr „C“ herausstellt, Wolfgang Schäuble die Grenzen aufzeigt. Er selbst hat ganz offensichtlich den Blick dafür verloren.
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Avvenenza
Wie Schäuble sich verhalten hat, ist auch entwürdigend. Und das alles nur, um seine Macht zu demonstrieren. Weil er es kann.
Das zeigt einmal mehr, wie unser Land vom Kopf anfängt, zu stinken...
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Tanzende
Mich hat es noch weiter beschäftigt und ich mag versuchen, da nochmal was dazu zu schreiben.Zitat von Hubert1 Beitrag anzeigenDas kann man aus dem Artikel auch nicht unbedingt entnehmen, dazu muß man die Biografie Schäubles vielleicht etwas näher kennen.
Ich denke, es handelt sich um einen verbitterten Menschen, der nicht bereit ist aus seiner körperlichen Beeinträchtigung Konzequenzen zu ziehen, und dann solche Fehler macht.
Seine Alleingänge gerade in den letzen Tagen hinsichtlich der Neugestaltung der Einkommensteuer ( Seine Meinung wird nicht einmal in den eigenen Reihen geteilt), zeigt dass ihm zur Ausübung dieses relativ hohen Amtes zunehmend die Fähigkeiten fehlen.
Es geht mir nicht darum, den Herrn Schäuble zu entschuldigen, absolut nicht. Was ich da gelesen habe, ist wirklich eine absolut nicht angebrachte Verhaltensweise.
Aber mich stört es nach wie vor, dass du Hubert, auch im oberen Zitat seine körperliche Beeinträchtigung als Grund seines Fehlverhaltens anführst.
Ob er als Politiker überfordert ist, hat zuerst einmal nichts mit dem Rollstuhl zu tun. Im Gegenteil, ich habe das Gefühl, dass eben weil man nach wie vor Menschen mit einer solchen (oder andersgearteten) Beeinträchtigung mit Vorurteilen begegnet, kann sich Verbitterung einstellen. Dieses Reduziert-Werden auf den Unterschied (Rollstuhl statt zu Fuss) kann krank machen...
Dein letztes Zitat, Hubert, deutet auch nicht seine Behinderung an.
Aus meiner Sicht ist es enorm wichtig, die Menschen als Menschen zu sehen und eben nicht als Behinderte... egal in welcher Hinsicht.
Und selbst wenn er verbittert wäre wegen seiner Einschränkung, wäre das seine Privatsache....
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Das wird ja nicht nur von mir so gesehen:Zitat von Tanzende Beitrag anzeigen
Aber mich stört es nach wie vor, dass du Hubert, auch im oberen Zitat seine körperliche Beeinträchtigung als Grund seines Fehlverhaltens anführst.
Hier zwei Beispiele aus der Presse in jüngster Zeit.
Auf weitere habe ich verzichtet.
Ausgerechnet der überkorrekte frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel hatte den Ärger ausgelöst, als er über Schäuble sagte: „Dieser Mann ist unter dem Eindruck seiner Behinderung sehr hart geworden, manche meinen sogar böse.“
Eklat um Sprecher Offer: Wolfgang Schäuble bleibt eisern und unerbittlich - Nachrichten Politik - Deutschland - WELT ONLINE
Von seinen Mitarbeitern erwartet er laut „der Welt“ vollen, manchmal sogar übermenschlichen Einsatz. Zudem habe seine Behinderung, mit der er seit 20 Jahren leben muss, seinen Ehrgeiz noch größer werden lassen. Das führte dazu, dass er vergangene Woche ausrastete und seinen Sprecher Offer vor laufenden Kameras herunterputzte.#
Meedia: Wut-Rede: Schäubles halbe Entschuldigung
Doch ich denke schon. Diese Ämter haben 12 und mehr Stundentage und erfordern eine uneingeschränkte Mobilität.Zitat von Tanzende Beitrag anzeigenOb er als Politiker überfordert ist, hat zuerst einmal nichts mit dem Rollstuhl zu tun.
Schäuble mußte sich gerade in den letzten Monaten ständig vertreten lassen.
Auch hier bin ich gegenteiliger Auffassung. Es wäre meines Erachtens eine Privatsache wenn er kein öffentliches Amt bekleiden würde, zumindest keines von dieser Bedeutung.Zitat von Tanzende Beitrag anzeigen
Und selbst wenn er verbittert wäre wegen seiner Einschränkung, wäre das seine Privatsache....
So beschädigt er meines Erachtens das Amt.Zuletzt geändert von Hubert1; 12.11.2010, 01:24.
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Herr Sch. arbeitet in einem beruflichen Umfeld, in dem alle anderen über uneingeschränkte Mobilität verfügen – und er ist die Ausnahme. Er wird vermutlich mit Schwierigkeiten zu tun haben, die für andere überhaupt kein Problem darstellen.
Schon im Vorfeld, bevor die eigentliche Arbeit beginnt und während seiner Arbeit, hat er ganz alltägliche Anforderungen zu erfüllen. (Beim Waschen/Duschen, An- und Ausziehen, Klogang. Wie kommt er ins Auto, Flugzeug, zur Rednerbühne?) – Kann er es wie alle anderen alleine oder ist Hilfe erforderlich? Wenn ja, von wem? Das ist zusätzliche Frustration und Stress.
Und deshalb kann ich mir durchaus vorstellen, dass seine Behinderung und die damit verbundene Frustration und narzisstische Kränkung Auswirkungen auf seine Persönlichkeit hat, die dann zu dem hier diskutierten Verhalten führte.
Ich halte es für unmöglich, nur im Privatleben mit all den psychischen Auswirkungen, die eine Behinderung haben kann, behindert zu sein.
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Tanzende
... ich hab jetzt erst überlegt, ob das wirklich noch hierher in den Faden passt, oder doch zu ot wird - aber ich finde, es passt nach wie vor - es geht mir nämlich darum, wie "perfekt" Führungskräfte sein müssen....
Bleiben wir beim Beispiel Herr Schäuble: ja, absolut, im Rollstuhl zu sitzen ist eine Beeinträchtigung und wir, die wir laufen können, können uns das gar nicht vorstellen, was das bedeutet.
Aber: es ist eine SICHTBARE Beeinträchtigung - unsichtbare oder weniger bekannte haben wohl die meisten Menschen und wir kümmern uns nicht drum, weil wirs nicht wissen.
- Da ist jemand mit einer Krankheit, die medikamentös im Griff ist, aber manchmal aufbrechen kann und die Person immer auf der Hut sein muss, dass sie nicht aufbricht (ich weiss von einer Führungskraft, die Borreliose hat seit zig Jahren, alle paar Jahre mal hat diese Person extreme Schmerzen, wenn sie sofort reagieren kann mit medikamentöser Behandlung, kann sie weiter arbeiten ohne Ausfall)
- Da ist die familiäre Situation - ich weiss von einer Führungskraft aus meinem Umfeld, die mitten im Scheidungsprozess steht - und es kostet ihn viel, viel Kraft, weiter voll bei der Arbeit zu bleiben inmitten all der durchweinten Nächte...
- Da passiert einem nahen Familienangehörigen etwas - Reinhard Mey ist keine Führungskraft, aber doch im Rampenlicht, sein Sohn liegt im Koma,
die Belastung für seine ganze Familie ist sehr hoch. Er gibt im 2011 wieder Konzerte.
Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass es ein Menschenleben gibt ohne Belastungen, dass Führungskräfte nur die sein können, in deren Leben alles völlig glatt läuft (o je, wären die wirklich für Führungspositionen geeignet???).
Ich empfinde dieses Urteilen über Personen des öffentlichen Lebens als etwas nicht sehr produktives. Ich verstehe sowieso nicht, warum in der Politik so ein verurteilender und angreifender Umgangston herrscht. Ich wünsche mir einen anderen Umgang miteinander - nicht nur in meinem privaten Leben, sondern eben auch in der Öffentlichkeit, auch mit Führungskräften, auch mit Politikern. Und das fängt bei mir schon bei diesem Urteilen an - da muss einer anders aufs Klo gehen, wie unsereiner das tut, also ist er zu belastet für ein öffentliches Amt ... nö... ich vermute, jede und jeder hat ne andere Art, aufs Klo zugehen und vielleicht hat grad Herr Schäuble ne besonders gute Verdauung und es ist ein viel kleineres Problem als bei Frau X, die ständig unter Durchfall leidet und deshalb manchmal aus irgendwelchen Sitzungen raus muss, wo sie eigentlich dringend dabei bleiben müsste....
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Mir wäre es angenehmer darüber zu diskutieren, über welche Eigenschaften sie verfügen sollten.Zitat von Tanzende Beitrag anzeigen... ich hab jetzt erst überlegt, ob das wirklich noch hierher in den Faden passt, oder doch zu ot wird - aber ich finde, es passt nach wie vor - es geht mir nämlich darum, wie "perfekt" Führungskräfte sein müssen....
Vielleicht nicht in der gesamten Ausprägung. Ich weiß nicht, ob das alles so weit weg ist. Ich habe im Verwandten- und Bekanntenkreis auch Menschen, die im Rollstuhl sitzen. Übrigens welche, die von den Privilegien eines Herrn Schäuble nur träumen können.Zitat von Tanzende Beitrag anzeigenBleiben wir beim Beispiel Herr Schäuble: ja, absolut, im Rollstuhl zu sitzen ist eine Beeinträchtigung und wir, die wir laufen können, können uns das gar nicht vorstellen, was das bedeutet.
Richtig, aber nicht jeder hat eine entsprechend ausgeprägte Sensibilität, und nicht alles kann man erahnen.Zitat von Tanzende Beitrag anzeigenAber: es ist eine SICHTBARE Beeinträchtigung - unsichtbare oder weniger bekannte haben wohl die meisten Menschen und wir kümmern uns nicht drum, weil wirs nicht wissen.
Kannst Du diese Einstellung aus irgend einem der Beiträge, von wem auch immer, erkennen?Zitat von Tanzende Beitrag anzeigenIch kann mir fast nicht vorstellen, dass es ein Menschenleben gibt ohne Belastungen, dass Führungskräfte nur die sein können, in deren Leben alles völlig glatt läuft (o je, wären die wirklich für Führungspositionen geeignet???).
Es geht doch auch nicht um die Frage, ob im Leben alles glatt läuft, sondern darum ob jemand noch die Voraussetzungen für ein bestimmtes Amt erfüllt.
Produktiv im Hinblick auf was?Zitat von Tanzende Beitrag anzeigenIch empfinde dieses Urteilen über Personen des öffentlichen Lebens als etwas nicht sehr produktives.
Meinst Du jetzt bei Politikern untereinander oder über Politiker,wie wir es hier tun? Die Verrohung innerhalb der Politik wurde ja schon öffentlich thematisiert, als der ehemalige Bundespräsident Köhler die Brocken hingeschmissen hat.Zitat von Tanzende Beitrag anzeigenIch verstehe sowieso nicht, warum in der Politik so ein verurteilender und angreifender Umgangston herrscht.
Was den Realitätsverlust und die sonstigen Eigenschaften von Politikern angeht (wobei man sich durchaus fragen darf, ob das in deutschen Vorstandsetagen völlig anders abläuft) kannst Du in diesem wirklich sehr lesenwerten Buch erfahren:
Höhenrausch. Die wirklichkeitsleere Welt der Politiker: Amazon.de: Jürgen Leinemann: Bücher
Ich kenne kaum Leute, die Führungskräfte darin behindern wollten, sich anständig zu benehmen. In sofern dürfte dem eigentlich nichts im Wege stehen.Zitat von Tanzende Beitrag anzeigenIch wünsche mir einen anderen Umgang miteinander - nicht nur in meinem privaten Leben, sondern eben auch in der Öffentlichkeit, auch mit Führungskräften, auch mit Politikern.
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Filumentia
Ich frage mal in die Runde.
Glaubt ihr man kann sich mit seinen Mitarbeiterin gut verstehen, menschlich bleiben und trotzdem die Leiter hochsteigen, bin hin zur Vorstandsetage?
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ja, kann man...Zitat von Filu Beitrag anzeigenIch frage mal in die Runde.
Glaubt ihr man kann sich mit seinen Mitarbeiterin gut verstehen, menschlich bleiben und trotzdem die Leiter hochsteigen, bin hin zur Vorstandsetage?
Daniel Goeudevert ? Wikipedia
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Ich möchte vorausschicken, dass ich heute zum ersten mal von Daniel Goeudevert lese und daher auch keine Details seiner Biografie und seiner Ideen kenne. Aber in dem Wikipedia-Artikel bleibe ich immer an diesen Sätzen hängen:
(...) Letztlich scheiterte Goeudevert mit diesem Ansatz an seinen eher traditionell eingestellten Kollegen und musste daher 1993 Volkswagen verlassen. Seitdem versuchte er, seine Ansätze einer kreativen Unternehmensführung in einer von ihm initiierten Europäischen Management-Schule umzusetzen.
Das liest sich für mich so, als ob man zwar nach oben kommen kann. Aber dort ist dann doch kein Platz, an dem sich ein kreativer Querdenker mit menschlichen Seiten langfristig wohl fühlt. Letztlich scheint sich Goeudevert in seiner Management-Schule und als Autor zu verwirklichen.
@Filu: Ich glaube, dass man sich mit seinen unmittelbaren Mitarbeitern gut verstehen kann und ich glaube auch, dass, wer vorher menschlich war nicht einfach damit aufhört, wenn er höher aufsteigt. Aber jeder Mensch hat das Bedürfnis, sich seinem Umfeld anzupassen, um anerkannt zu werden - und in der Vorstandsetage sieht die Welt sicher anders aus als in den unteren Ebenen.
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Filumentia
Ich frage deshalb, weil ich schon oft erlebt habe, dass Führungskräfte die menschlich geblieben sind, meistens ganz schnell abgesegnet wurden.
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Ja Filu, ist wohl generell so.
Meistens hängt es vom Unternehmungskultur und wer an der Spitze sitzt, ab. Bei mir hat es vor etwa 10 Jahren eine komplett negative Besetzung an der Spitze gegeben und trotz Amtszeitsrestriktionen, wurde es zunehmend schlimmer. Die wenig fähigen und menschlichen haben in den Umfeld von Intrige und Vetternwirtschaft keinen Bestand gehabt - sie erfuhren einen Gehirnwäsche oder gingen, manche wurden sogar durch ihren Kollegen hinaus gekickt. Zurzeit, durchlebt diese Institution nichts gutes und es spiegelt sich nach unten durch - von einen multikulturellen sind wir zu einen nationalen stark Seilschaftgeprägten Führung reduziert worden.
Die Menschlichen, die machen einen grossen Bogen um diese Spitzenstellen oder viele gehen und davon wird es noch mehr geben die gehen.
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Ich denke, der Druck, bestimmte Leistungen bringen zu müssen und der persönliche Wunsch, seine Arbeit möglichst gut zu machen führen zwangsläufig irgendwann zu Konflikten. Und ich denke auch, dass es schwer ist, beides unter einen Hut zu bekommen. Klar kann man mit seinen Mitmenschen gut auskommen und immer versuchen sie zu verstehen und auf ihre Sicht Rücksicht zu nehmen. Aber was, wenn der Mitmensch das als Einladung zur Arbeitsverweigerung sieht? Quasi: Du bist ein netter Chef, da kann ich mich zurücklehnen, du tust mir eh nichts böses, da fahre ich halbe Kraft und komme trotzdem durch. Wenn man dann mal Klartext redet, dann wird das ganz schnell als nicht mehr freundlich ausgelegt. Obwohl es ja am Ende nur das Einfordern des ganz alltäglichen ist.
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Ja, das kann man so sehen.Zitat von Sobini Beitrag anzeigen
Das liest sich für mich so, als ob man zwar nach oben kommen kann. Aber dort ist dann doch kein Platz, an dem sich ein kreativer Querdenker mit menschlichen Seiten langfristig wohl fühlt. Letztlich scheint sich Goeudevert in seiner Management-Schule und als Autor zu verwirklichen.
Filu´s Ausgangsfrage bezog sich darauf, ob man mit bestimmten Eigenschaften bis nach oben gelangen kann.
Man kann, aber es ist eher selten.
Hätte Goeudevert oben bleiben wollen, hätte er sich Rasierklingen an die Ellengbogen machen müssen. Ich denke, das wollte er nicht.
Im Grunde hat der die gesamt Problematik in einem Satz zusammengefaßt:
„Ausbildung ohne Bildung führt zu Wissen ohne Gewissen.“
Wir haben in den Vorstandsetagen zunehmend Menschen mit sehr viel Wissen, aber ohne Bildung. Teilweise auch ohne Gewissen.
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