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Beruf - Berufung

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    Beruf - Berufung

    Hallo Ihr Lieben,

    ich stelle diesem Faden mal ein Zitat voran aus einem Buch, was ich vor kurzem gelesen habe. Es ist aus dem Buch "Dinge, die Frauen aus Liebe tun" von Melissa Bank und beschäftigt mich sehr.

    "....und dacht: Nur wenige sind berufen. Fast niemand. Robert war zum Arzt berufen, Francine Lawlor zur Lektorin. Adam hatte immer gewußt, daß er Theaterstücke schreiben wollte. Aber sie waren Ausnahmen. Ich war wie alle anderen, ich schlitterte in einen Job hinein und machte den dann. Es war ja auch nicht falsch, mehr zu wollen, es war nur falsch, zu erwarten, man bekäme es auf dem Silbertablett serviert."

    Meine Frage an Euch: Glaubt Ihr, daß wirklich jeder Mensch zu irgendwas berufen ist. Zu etwas, was man auch finden kann, wenn man nur lange genug sucht?
    Und hat das dann immer was mit dem "Beruf" zu tun?

    Liebe Grüße
    Glühwürmchen

    #2
    Oh, danke Glühwürmchen für diesen Faden.
    heute kann ich nicht so sehr viel mehr schreiben, aber das ist wirklich ein enorm wichtiges Thema für mich..
    hoffe, bis morgen!

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      #3
      Liebes Glühwürmchen,

      ich glaube, es gibt drei Sorten von "Arbeitnehmern". Die einen, die ihren Job ganz gut und gerne machen, weil sie halt so hineingewachsen sind, er sie ernährt und "ja nicht so schlecht ist". Da spielt dann oft auch die Bequemlichkeit mit, man muss ja nichts verändern, wenn es doch eh passt, so im Wesentlichen. (Manchmal wünschte ich, es wäre so einfach.)

      Und es gibt die, die sich damit nicht zufrieden geben, weil irgendwann der Punkt kommt, wo man feststellt, dass man falsch ist, dass es das nicht "gewesen" sein kann und man vom Alltag fast erschlagen wird. Man hat sich zu einem frühere Zeitpunkt mal für diese Laufbahn entschieden, hat aber jetzt das Gefühl, seine Zeit zu verschenken für eine derart unbefriedigende Arbeit, die nicht mal das Gehalt am Ende des Monats rechtfertigt. Ja, hier werde ich emotionaler, mich hat das volle Breitseite erwischt.

      Sorte drei sind diejenigen, die berufen sind. Eine Freundin von mir, mit der ich schon zur Schule gegangen bin, wusste schon immer, dass sie Lehrerin werden möchte und der Job passt total zu ihr. Ich könnte mir gar nichts anders bei ihr vorstellen.

      Ich glaube aber auch, dass diese Berufenen die Ausnahme sind. Hab grad einen Visionsfindungs-Prozess hinter mir und ich glaube schon, dass jeder eine Beruf-ung hat, etwas, das ihn einzigartig macht, das er gut kann, supergerne macht und nicht mal erlernt haben muss. Meine Meinung ist, dass die Suche und das Freilegen ganz schön Arbeit bedeuten kann.

      Habe das bei mir gesehen. Vom Elternhaus auferlegte Glaubenssätze, Rollen die ich dachte einnehmen zu müssen - die mir aber mehr schaden als helfen, subjektive Meinungen von einem selbst und gesellschaftliche Normen, und der daraus resultierende Druck.

      Ich glaube auch, dass es Illusion ist, auf die "Eingebung" zu warten und von heute auf morgen die zündende Idee zu haben, um morgen mit der Beruf-ung loszustarten und davon leben zu können. Vielleicht ist das aber auch gar nicht das Ziel. Was zu verändern oder verändern zu wollen, bedeutet Arbeit. Ich arbeite "berufen" derzeit nebenberuflich und alleine das jetzt zu tun, ist eine enorme Bereicherung meiner Lebensqualität, sodass ich sogar meistens und relativ schmerzneutral meinen Brotjob absitzen kann.

      Mein Ideal und Ziel ist, dass ich in absehbarer Zeit davon leben kann. Ich bin aber auch sehr idealistisch, möchte mich einer Sache ganz widmen und alles andere abschütteln.

      Liebe Grüße

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        #4
        Hallo Glühwürmchen,

        danke, dass du diesen Faden eröffnet hast. Das Thema brennt mir derzeit auch unter den Nägeln.

        Ich denke schon, dass jeder seine Berufung hat. Jedoch finde ich es schwierig, diese herauszukitzeln - so unter ganz vielen Glaubenssätzen verschüttet.

        Ich arbeite gerade das Buch "Finde den Job, der dich glücklich macht" von Angelika Gulder durch und fand heraus, dass meine Berufswahl eigentlich fast immer fremdmotiviert war. Nun gilt es zu dem vorzudringen, was ich möchte/kann/gern mag.

        Liebe Grüße

        jule

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          #5
          Liebes Glühwürmchen,

          ich glaube schon, dass jeder Mensch eine Berufung hat, eine bestimmte Wirk- und Schaffensaufgabe, wenn man so will, einen Bereich, in dem er aufgeht und zum Segen für andere werden kann. Allerdings denke ich auch, dass das übliche Berufsspektrum deutlich enger ist als das Berufungsspektrum und dass das Spektrum der bezahlten Stellen dann noch mal bedeutend kleiner ist als das Berufsspektrum.

          Ich stelle mir diese drei Bereiche wie drei unterschiedlich große, ineinanderliegende Kreise vor: der größte ist der Berufungskreis, um einiges kleiner der Berufskreis und darin noch mal enger der Stellenkreis. Ich denke es mir leichter, die eigene Berufung zu finden, wenn sie zufällig in allen drei Kreisen liegt, man die Berufung also in einem Beruf spürt, der außerdem noch gesellschaftlich so anerkannt ist, dass es für das, was man arbeiten will, auch Stellen gibt. Wenn man die Berufung für einen existenten Beruf spürt, der aber gesellschaftlich so wenig Rückhalt hat, dass man um seine finanzielle Existenz fürchten muss, wird es sicherlich schon bedeutend schwerer, dem inneren Ruf zu folgen. Und am schwersten haben es vielleicht die, deren Berufung sich nicht mit irgendeinem anerkannten Beruf deckt, und die sich entweder verschiedene Ausbildungen kombinieren müssen, um sich ihrem persönlichen Beruf anzunähern, oder aber wirklich ohne Unterstützung von außen in ein neues Gebiet vordringen und Pionierarbeit leisten müssen.

          Soweit für heute dieser Gedanke.
          Liebe Grüße,
          Deine Chaja

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            #6
            Ich glaube nicht, dass die "Berufenen" eine Ausnahme sind. Ich glaube jeder Mensch hat eine "Berufung".
            Leider hat die Berufung heutzutage immer weniger mit dem Beruf zu tun. Das liegt an unserem Gesellschaftssystem und den vielen Zwängen denen wir unterliegen. Jugendliche fragen sich nicht mehr was sie gerne tun würden. Sie fragen sich eher wo sie unterkommen können damit sie nicht auf der Straße stehen, oder evt. noch ... womit kann man viel Geld verdienen.

            Ich glaube aber auch, jeder Mensch kann sich in mehreren, recht unterschiedlichen Berufen wohl fühlen. Ich habe schon ziemlich viel gemacht und manches gefiel mir sehr, anderes weniger. Doch es gab bislang noch keinen Arbeitsplatz, an dem ich mich total fehl am Platze fühlte und ich regelmäßig morgens schon auf meinen Feierabend wartete.

            Wie Chaja schon geschrieben hat, um seine Berufung leben zu können, braucht man entweder das Glück das die Berufung ein "anerkannter Beruf" ist der zudem noch ein einträgliches Auskommen generiert, oder sehr viel Zielstrebigkeit, Frusttoleranz und ein gewisses finanzielles Polster. Das macht es heutzutage schwer Beruf und Berufung zu vereinen.

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              #7
              Liebe Chaja,

              Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
              Ich denke es mir leichter, die eigene Berufung zu finden, wenn sie zufällig in allen drei Kreisen liegt, man die Berufung also in einem Beruf spürt, der außerdem noch gesellschaftlich so anerkannt ist, dass es für das, was man arbeiten will, auch Stellen gibt.
              Ich denke, dass die eigene Berufung "da ist"/ "in mir" ist - unabhängig vom Stellenangebot und der gesellschaftlichen Akzeptanz. Vermutlich wird meine Neigung geringer sein, mich mit ihr auseinanderzusetzen bzw. ihr zu folgen, wenn die Jobaussichten eher schlecht sind.

              Zitat von Chaja Beitrag anzeigen
              Wenn man die Berufung für einen existenten Beruf spürt, der aber gesellschaftlich so wenig Rückhalt hat, dass man um seine finanzielle Existenz fürchten muss, wird es sicherlich schon bedeutend schwerer, dem inneren Ruf zu folgen. Und am schwersten haben es vielleicht die, deren Berufung sich nicht mit irgendeinem anerkannten Beruf deckt, und die sich entweder verschiedene Ausbildungen kombinieren müssen, um sich ihrem persönlichen Beruf anzunähern, oder aber wirklich ohne Unterstützung von außen in ein neues Gebiet vordringen und Pionierarbeit leisten müssen.
              Das sehe ich auch so. Die Autorin des Buches, welches ich gerade lese, hält dagegen, dass Leute bei dem, was sie gern tun, oft erfolgreich sind und so sehr oft ihren Lebensunterhalt gut bestreiten können. Aber ob das z.B. allen Friseur/innen gelingt, die ihren Job aus Berufung machen?

              Ich persönlich finde es für mich entlastend zu wissen, dass Berufung sich nicht zwangsläufig auf Erwerbsarbeit konzentrieren muss. Dieser etwas weitere Ansatz gefällt mir besser, weil er mehr Spielräume lässt.

              Dann frage ich mich noch: Wenn alle ihrer Berufung folgen würden, hätten wir vermutlich ein viel größeres Fachkräfteproblem. Wie viele Reinigungskräfte fühlen sich zum Putzen wirklich berufen? Oder Kanalarbeiter zum Reinigen der Rohre? ...

              Liebe Grüße

              jule

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                #8
                Liebe Jule,

                Zitat von jule_l Beitrag anzeigen
                Ich denke, dass die eigene Berufung "da ist"/ "in mir" ist - unabhängig vom Stellenangebot und der gesellschaftlichen Akzeptanz. Vermutlich wird meine Neigung geringer sein, mich mit ihr auseinanderzusetzen bzw. ihr zu folgen, wenn die Jobaussichten eher schlecht sind.
                Ja, so meinte ich das auch. Die Berufung ist in mir, aber ich muss sie in mir erst finden und dazu muss ich mich trauen, dem zu folgen, was in mir ist. Das, denke ich, fällt leichter, wenn das, worauf ich zugehe, insofern von außen unterstützt wird, als eben eine entsprechende Berufsausbildung existiert und auch Leute mit dieser Ausbildung irgendwie für ihre Arbeit bezahlt werden. Letzteres ist ja leider heute oft nicht der Fall, d.h. wenn ich mich z.B. für eine Ausbildung zur Atemtherapeutin entscheide, muss ich mich hinterher sehr darum bemühen, meine Arbeit auch zu "verkaufen", damit ich davon leben kann.

                Ich persönlich finde es für mich entlastend zu wissen, dass Berufung sich nicht zwangsläufig auf Erwerbsarbeit konzentrieren muss. Dieser etwas weitere Ansatz gefällt mir besser, weil er mehr Spielräume lässt.
                Dem möchte ich einerseits zustimmen. Andererseits bedeutet das für viele Menschen auch, dass sie ihrer Berufung "nur" in ihrer Freizeit oder im Rahmen eines Nebenjobs folgen können und hauptberuflich einer anderen Beschäftigung rein zum Broterwerb nachgehen. Natürlich kann es sein, dass sie auch in diesem Beruf gut sind und mit genügend Freude und Motivation herangehen. Aber ich finde die Überlegung, wieviele Menschen wohl den Großteil ihres Tages mit etwas verbringen, was nichts mit ihrer Berufung zu tun hat, schon auch erschreckend...

                Und nun auf an die Arbeit

                Liebe Grüße,
                Deine Chaja

                Dann frage ich mich noch: Wenn alle ihrer Berufung folgen würden, hätten wir vermutlich ein viel größeres Fachkräfteproblem. Wie viele Reinigungskräfte fühlen sich zum Putzen wirklich berufen? Oder Kanalarbeiter zum Reinigen der Rohre? ...

                Liebe Grüße

                jule[/quote]

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                  #9
                  Guten Morgen,

                  also eines kann ich mit Sicherheit nach all den Berufsjahren sagen:

                  "Mit Technik habe ich nichts am Hut".

                  Ich arbeite gerne mit dem PC. Habe in meinen Berufsjahren sicher schon mit gefühlten 25 Warenwirtschafssystemen gearbeitet. Aber mittlerweile langweilt mich das den ganzen Tag in diese Kiste zu schauen.

                  Die gute Mischung macht's!

                  Ich denke, die eigene Berufung kann man am besten schon in der Kindheit herausfinden.

                  Wenn ich mir die Stellen in den Internetportalen und Zeitungen durchsehe, springt mich schon öfter was an, was mich interessiert. Das ist schon mal beruhigend.

                  Ich finde in unserer Arbeitswelt hat sich so viel geändert, das selbst ein Berufener immer wieder neu justieren muss.

                  Schönen Tag!
                  Heartbeat

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                    #10
                    @Kaikoura:
                    die von Dir vorgeschlagene Dreiteilung finde ich gut, so würde ich das auch sehen.

                    Ich selber sehe mich eindeutig in der zweiten Gruppe: ich sehe mich völlig falsch in meinem Beruf. Mein Beruf ist sozusagen meiner möglicherweise existierenden Berufung genau entgegengesetzt. Dementsprechend unwohl fühle ich mich, und dementsprechend anstrengend empfinde ich die Arbeit sogar dann, wenn ich pünktlich nach Hause gehe und keine Überstunden mache. Manchmal finde ich es einfach nur schrecklich, dass man so den größten Teil seines Lebens "runterreißen" muss, ohne Freude, ohne innere Motivation. Viele Wochentage sind einfach nur verschwendete Lebenszeit. Das macht mich traurig.

                    Dass es auch anders sein könnte, erlebe ich immer wieder, wenn ich Menschen in anderen Berufen erlebe: ich verspüre dann plötzlich ein inneres Ziehen und Sehnen, ein Gefühl "Mann, das würde ich auch gern machen".

                    Beispielsweise hatte ich vor kurzem die Gelegenheit, einige Mitarbeiter in einem geografischen Verlag (für Atlanten, Straßenkarten, etc.) kennenzulernen, und ich dachte mir: Oh jaaaaa, das würde ich auch gern machen....

                    So ähnlich ist es mir ergangen, als ich eine Führung durch das Auswärtige Amt in Berlin mitmachen konnte, wo einige Mitarbeiter von ihrer Arbeit erzählt haben. Auch hier das Gefühl: Mann ist das spannend, wie gern würde ich so etwas machen... (Generell zieht mich alles an, was mit Geografie, Kultur, Sprachen, Verkehrsmittel,... zu tun hat).

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                      #11
                      Mein Beruf als Lehrerin war Berufung für mich, von Anfang an.
                      Und zwar speziell für die Hauptschüler, weil ich dachte, gerade die brauchen mich, weil sie schlechtere Startchancen haben.
                      Ich habe es wahnsinnig gern gemacht, den Schülern was beigebracht, ihnen Angst vor bestimmten Fächern zu nehmen, ihnen auch Werte zu vermitteln, ihnen was von der Welt zu zeigen auf Klassenfahrten (bis nach Berlin), in Schullandheimaufenthalten (14 Tage) ein ganz anderes Zusammenleben zu praktizieren, Grenzen aufzeigen, Grenzen einhalten, Spaß machen und haben, großzügig sein, auch mal pingelig, das Gefühl vermitteln, sich auf jemand verlassen zu können.
                      War schon toll! Und sie haben es mir gedankt, ich habe heute noch viele Kontakte.
                      Ich hätte keinen anderen Beruf haben wollen.

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                        #12
                        ich bin mir je länger je unsicherer... früher war ich auch auf der suche nach meiner berufung. und menschen, die mich in meinem beruf erleben, sprechen auch oft von meiner berufung...

                        aber ich hab eine prinzipielle fähigkeit, feuer für etwas zu fangen, ganz und gar hinter etwas zu stehen, mich voll reinzugeben.

                        ich hab das gemacht in meinem freiwilligen sozialen jahr vor jahrzehnten im altersheim - da haben mir leute gesagt. das ist deine berufung!!!

                        und heute denke ich: nö, das wäre es überhaupt nicht.

                        ich könnte in eine andere sparte wechseln und wahrscheinlich wieder neu so viel überzeugung und begeisterung aufbringen, dass es wieder wie "berufung" aussähe...
                        klar, es gibt schon auch bestimmte äussere umstände, z. b. sollte mein beruf etwas mit menschen zu tun haben, für nen reinen compu-job wär ich nicht so geeignet. aber ich glaube, ich könnte auch noch gärtnerin lernen und z. b. in einem sozialen projekt mit ausländern oder jugendlichen oder so einfach gärtnern - obwohl ich vor diesem frühjahr noch nie was mit garten zu tun hatte.

                        chaja, erlebst du nicht auch sowas wie deine "zweite berufung" - du bist doch auch nach wie vor mit herz und seele mit dem thema "literatur" verbunden.

                        ich frage mich also auch, ob dieses suchen nach dem absolut perfekten job nicht auch ähnlich ist wie die suche nach dem / der absolut perfekten partnerIn...

                        Nasrudin wird eines Tages gefragt, warum er nicht geheiratet hat. Er seufzt: "Ich war immer auf der Suche nach der perfekten Frau." - "Ah, verstehe, und die perfekte Frau hast du nicht gefunden?" - "Doch, ich bin der perfekten Frau begegnet - aber sie wartete auf den perfekten Mann."

                        Vielleicht gilt auch beim Beruf der Gedanke, dass es auch an mir liegt, was ich aus dem mache, was das Leben mir "vor die Füsse wirft".

                        Frei nach Eva-Maria Zurhost:
                        Liebe dich selbst und es ist egal, welchen Beruf du ausübst.

                        Nur mal so als Provokation hier dazwischen...

                        Kommentar


                          #13
                          Zitat von Tanzende Beitrag anzeigen
                          Frei nach Eva-Maria Zurhost:
                          Liebe dich selbst und es ist egal, welchen Beruf du ausübst.

                          Nur mal so als Provokation hier dazwischen...
                          Hm, diese Provokation kann ich persönlich gar nicht nachvollziehen. Ich kann mir unmöglich vorstellen, dass es den meisten Menschen egal ist, welchen Beruf sie ausüben, denn unterschiedliche Interessen, Neigungen, charakterliche Eigenschaften und persönliche Bedürfnisse können eben in verschiedenen Berufen unterschiedlich gut bzw. schlecht eingesetzt werden.

                          Schon allein so unterschiedliche Bedürfnisse, wie Kommunikation (der eine hat gern viele Menschen um sich herum, während der andere lieber allein ist), Reisefreudigkeit (der eine ist gern unterwegs, der andere lieber ortsgebunden), technisches Verständnis (der eine liebt technische und mathematische Aufgabenstellungen, für den anderen sind sie schwierig und uninteressant), Kreativität in verschiedenen Bereichen (der eine schreibt am liebsten Artikel und Texte, dem nächsten fällt Schreiben sehr schwer), etc. können meinem Verständnis nach niemals bei allen Menschen gleich sein. So kommt es doch, dass ein Beruf für den einen Menschen die Erfüllung, für den nächsten Menschen ein Alptraum sein kann. Da kann ich mich selber noch so sehr lieben, aber wenn der Beruf nicht passt, dann passt er nicht.

                          Oder irre ich mich da?

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                            #14
                            Zitat von Tanzende Beitrag anzeigen
                            ich könnte in eine andere sparte wechseln und wahrscheinlich wieder neu so viel überzeugung und begeisterung aufbringen, dass es wieder wie "berufung" aussähe...
                            So fühlt sichs auch bei mir an ... ich habe verschiedene Berufe ausgefühlt und war die ersten Jahre jeweils Feuer und Flamme dafür. Wenn sichs nicht mehr gut angefühlt hat, habe ich den Beruf gewechselt ... von der Buchhalterin zur Betriebsprüferin (ich dacht ich müsste mehr im Bereich Buchhaltung wissen ...), von der Betriebsprüferin zur Berufsschullehrerin (ich dachte ich will nicht mehr überwiegend Zetteln bearbeiten ...), von der Berufsschullehrerin zur Schulleiterin (ich dachte, da kann ich mehr in die Richtung verändern, wie ich mir Schule vorstelle ...).

                            Zitat von Tanzende Beitrag anzeigen
                            Nasrudin wird eines Tages gefragt, warum er nicht geheiratet hat. Er seufzt: "Ich war immer auf der Suche nach der perfekten Frau." - "Ah, verstehe, und die perfekte Frau hast du nicht gefunden?" - "Doch, ich bin der perfekten Frau begegnet - aber sie wartete auf den perfekten Mann."

                            Vielleicht gilt auch beim Beruf der Gedanke, dass es auch an mir liegt, was ich aus dem mache, was das Leben mir "vor die Füsse wirft".

                            Frei nach Eva-Maria Zurhost:
                            Liebe dich selbst und es ist egal, welchen Beruf du ausübst.
                            Da stimme ich Dir voll zu ... ich glaube, dass ich mir selbst die Wirklichkeit in einem hohen Ausmaß erschaffe ... ich bin nicht immer zufrieden mit dem was ich zu tun habe ... aber oft und immer öfter .

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                              #15
                              Zitat von solipsist Beitrag anzeigen
                              Hm, diese Provokation kann ich persönlich gar nicht nachvollziehen. Ich kann mir unmöglich vorstellen, dass es den meisten Menschen egal ist, welchen Beruf sie ausüben, denn unterschiedliche Interessen, Neigungen, charakterliche Eigenschaften und persönliche Bedürfnisse können eben in verschiedenen Berufen unterschiedlich gut bzw. schlecht eingesetzt werden.

                              Schon allein so unterschiedliche Bedürfnisse, wie Kommunikation (der eine hat gern viele Menschen um sich herum, während der andere lieber allein ist), Reisefreudigkeit (der eine ist gern unterwegs, der andere lieber ortsgebunden), technisches Verständnis (der eine liebt technische und mathematische Aufgabenstellungen, für den anderen sind sie schwierig und uninteressant), Kreativität in verschiedenen Bereichen (der eine schreibt am liebsten Artikel und Texte, dem nächsten fällt Schreiben sehr schwer), etc. können meinem Verständnis nach niemals bei allen Menschen gleich sein. So kommt es doch, dass ein Beruf für den einen Menschen die Erfüllung, für den nächsten Menschen ein Alptraum sein kann. Da kann ich mich selber noch so sehr lieben, aber wenn der Beruf nicht passt, dann passt er nicht.

                              Oder irre ich mich da?
                              Als ich zu arbeiten begann, war ich zu scheu, das Telefon abzuheben. In Besprechungen wagte ich es kaum, mich zu Wort zu melden. Wo wäre ich jetzt, wenn ich diesem Impuls Bedeutung gegeben hätte?

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